Djane Martina Kaiser @ Und-Lounge Krems !

Crazy, sexy, cool - mit verführerischem, rotem Kleid und langem, wallendem Haar präsentierte sich Djane Martina Kaiser bei ihrem ersten Auftritt in der Und Lounge. Mit im Gepäck die heißesten Club House-Hits des letzten Jahres von David Guetta, Black Eyed Peas bis hin zu Axwell oder Javi Mula, die sofort bei Beginn ihres Sets (ungewohnt) für volle Tanzflächen, ausgelassene Stimmung und schmachtende Blicke der männlichen Disco-Papagalli in Richtung von Österreichs Number 1-Djane sorgten.

 

Und dass obwohl die gebürtige Scheibbserin eigentlich nicht aus dem DJ-Underground stammt, sondern in den 90ern bei Ö3 Karriere gemacht hat, als Moderatorin (neben Dominic Heinzl oder Udo Huber) des Treffpunkt Ö3 und der Austria Top 40. Am 1. Jänner 2002 quittierte sie - nach dreijähriger Präsentation der ORF-Austria Top 40 - freiwillig den Dienst und widmete sich ganz ihrer Gesangskarriere, die sie in den 90er Jahren schon zu Charts-Ehren ("Sunday Girl" als Philomenas Garden) und im New Millennium in die Berliner Electro-House- und R&B-Szene führte. Seit 2006 ist Martina Kaiser - nach nur zweimonatigem Training - als DJane in mehr als 25 Staaten unterwegs, gilt als österreichisches Aushängeschild der "God is a Djane"-Tour und wurde u.a. gemeinsam mit Porno-Superstar und Topless-Djane Nikki Belucci in sexy Posen fürs Maxim und das FHM abgelichtet.

 

2009 spielte sie beim Monaco Grand Prix Opening auf der Luxusyacht "Indian Empress" (mit Gästen wie Prince Albert, Schürzenjäger Flavio Briatore, Bernie Ecclestone oder Ex-Virgin-Boss Richard Branson) und veröffentlichte gemeinsam mit renommierten Producern wie Roxmaker, Callea und Richard Grey die House-Scheibe "Seduce me", die prompt die Miami-Music-Charts enterte (http://www.myspace.com/martinakaiser).

 

Seduction - das ist überhaupt das Motto for all the Djanes of the World, egal ob sie jetzt Martina Kaiser, Sarah Main, 2 Elements oder Miss Mine heißen. Letztere widmet sich im Jahr 2010 nicht nur ihrem treibenden Hardtrance-Style, sondern - mit neuem Artist-Name - auch dem Trance und House. Vielleicht sieht man sie auch bald in der Und Lounge.

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Johnny Rockers @ Und-Lounge !

"Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen Schatten." - Ein Zitat von Karl Kraus, das auch auf Party- und Apres Ski-Musikanten angewendet werden kann. Dass man coole Stimmung und Tempo Fiesta-Atmosphäre auch ohne Niveaulosigkeit anbieten kann, bewiesen am 23. Dezember die Johnny Rockers aus Linz im House- und Partyepizentrum Und-Lounge.

 

In 3 40-Minuten Sets, unterbrochen durch House-, Rock- und Discosound von DJ Oliver, präsentierten Christian Germ, Marcus Reiter und Markus Rockenschaub einen kunterbunten Party-Hit-Mix durch alle Genres, sodass auch abgebrühte Szene-Ladies und unterkühlte Nightlife-Genossen den Dancefloor stürmten. Auf der Playlist u.a. der Opener Summer of 69, Fairytales gone bad, der kultige Song 2 der Indie-Helden Blur, Sweet home Alabama, Narcotic, I want you to want me und Robbies (schwierig zu singendes) "Angels", aber auch Stimmungshits der deutschen Szene wie "Lass uns schmutzig Liebe machen", "Macho Macho", "Fürstenfeld" oder das Anti-Nazi-Epos "Schrei nach Liebe".

 

Und auch ein ambivalenter Schlager feierte Premiere in der Und-Lounge, das "Fliegerlied", das wohl nach diesem Abend wieder unter das stillschweigende DJ-Boykott fallen wird. Ebenso wie "Last Christmas", die letzte Zugabe der Johnny Rockers, die zu Silvester in der berüchtigten Flachauer Apres Ski-Bar Dampfkessel für einen feucht-fröhlichen Jahreswechsel sorgen werden. Party on ! 

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Ü-30-Party mit Ö3-Kultmoderator Eberhard Forcher !

Ursprünglich Lehrer wanderte der gebürtige Lienzer am Tag seiner Pragmatisierung nach Amerika aus und konvertierte zum Punk. Wieder zurück in Österreich gründete er die Band "Tom Pettings Hertzattacken", die in der Hochblüte der Neuen Deutschen Welle mit "Endlich im Radio" und "Bis zum Himalaya" sogar 2 Chart-Hits hatte. Auf Ö3 war der verbalintellektuelle Musikkenner neben Dominic Heinzl, Udo Huber und Angelika Lang Star-Moderator im Treffpunkt Ö3 und im Nachtexpress und kreierte die Comedy-Sendung "Radio Ga Ga". Als DJ war er in der Kult-Disco U 4 tätig und bei diversen "Ö3-Disco Infernos" in wohlselektierten Clubs Österreichs wie dem "Gig" in Velden am Wörthersee. Sein Name: Eberhard Forcher.

 

Samstag abend war Forcher zu Gast bei Martin Negers "Ü 30-Party" in der Österreichhalle. Das Motto: "No Kids - No Techno", und so fanden sich on the Dancefloor keine Krocha, Drum´n´Bass-Freaks oder Goa-Trancer, sondern großteils Party People, die in den 70ern und 80ern ihre Teenagerjahre erlebten. Die die "Bravo" lasen, für die Abba-Girls schwärmten, als Kiss-Epigonen die Faschingsumzüge belebten und sich bei "Self Control" oder "Summer of ´69" im Party-Keller zum erstenmal verliebten. Den musikalischen Soundtrack zu dieser Zeit lieferte Forcher mit einem moderationsunterstützten, rasanten Stil-Mix aus Blues Brothers-Rock´n´Roll, Raritäten wie "Play the funky Music", Superhits (wie "I was made for loving you", "Major Tom", "Rock DJ" oder "Billie Jean") und Dancefloor-Perlen der 90er (wie Snaps "The Power", "Ice Ice Baby" oder "How Gee").  Dazu "If you can't give me love honey that ain't enough. Let me go look for somebody else" - Suzi Quatros melancholisches Meisterwerk als musikalische Erinnerung an die erste Jugendliebe.

 

Einziges Manko: Das Event hätte sich mehr Besucher verdient. Vielleicht könnte man ja Forcher bei einem der nächsten "Spotlight"-Events engagieren. Bis dahin kann man seine Favourite Tracks im Radio genießen - in "Solid Gold" (jeden Sonntag 19.00-22.00) und in "Forcher´s Friday Music Club" (jeden Freitag 22.00-0.00).  

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Fashion Night @ Und-Lounge !

Michael Ammers Modelnights zählen zu den Party-Highlights der deutschen Clubbing-Szene. Hamburgs Partymacher Nr. 1 treibt sich auch immer öfter in der Alpenrepublik herum, kürzlich in Wiens neuem Club-Mekka "The Box" im renommierten Hilton-Hotel. Dort, wo auch der Kremser Qualitäts-Shop "Perkee Luxury", angesiedelt in der Göglstraße, kürzlich eine Modeschau veranstaltete.

 

Grund genug auch in der Donaumetropole Krems eine Fashion Night zu initiieren. Die Location: Alex Lengauers Und Lounge. Und so präsentierten 1 Woche vor Weihnachten - nach einem Begrüßungsachterl vom Weingut Huber - junge Models von der Modeschule Krems in Krems elitärstem Club-Treff die Qualitätsmarken von Perkee Luxury (Cassida, Barbour, Miss Sixty, Joop)  Als "Catwalk" ein roter Teppich und umringt von Szene-People, Party-Fotografen und der euphorischen Nightlife-Crowd, die nach der Mode-Show noch bis 5 Uhr früh zum Uplifting-House- und Party-Sound von DJ Oliver abtanzte.

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"Tour of the Universe" - Depeche Mode live in der Wiener Stadthalle!

Gegründet 1980 in der Nähe von London, benannt nach einem französischen Modemagazin, 12 Studio-Alben, mehr als 100 Millionen verkaufte Platten, dazwischen ein Leben auf der Überholspur zwischen Genie und Wahnsinn, auf dem schmalen Grat zwischen Exzess und Todessehnsucht. Depeche Mode, die Synthi-Götter der 80er und Groß-Meister des schwermütigen Electro-Pop, beehrten im Rahmen ihrer weltweiten "Tour of the Universe 2009" nun auch die Wiener Stadthalle. Und das auf weiten Strecken beeindruckend, begeisternd und lasziv-betörend mit einem Schuss Subtilität.

 

Sänger David Gahan, 1996 nach einer Heroinüberdosis für 2 Minuten klinisch tot und 2009 aufgrund eines Blasentumors kurzfristig außer Gefecht, zeigte sich bei seinem Wien-Auftritt in Bestform. Sein Markenzeichen, das Herumwirbeln des Mikro-Ständers um seine eigene Achse, lässt auch die 13.900 anwesenden Depechies rotieren. Da nimmt man ihm die modischen Fauxpas (Gilet über antiquierten Tätowierungen) nicht krumm. Im Glitzeroutfit Main-Songwriter und Keyboarder Martin Gore, der sich das Trinken abgewöhnt hat. Leider aber das Singen angewöhnt - dessen Vocal-Darbietungen zählten zu den wenigen Schwachpunkten der 110 Minuten langen Show. Stoisch im Hintergrund Andy Fletcher, einer der Gründungsmitglieder der Band. Seit 1997 dabei Österreichs Beitrag zur Band, der exzellente Schlagzeuger Christian Eigner.

 

Seltsam langsam beginnt die Depeche Mode-Show - "In Chains" aus dem neuen Album scheint nicht nur die Botschaft des Openers, sondern auch Hemmungsschuh der Elektro-Protagonisten zu sein. Schallbombastisch Depeche Mode neuester Mega-Hit "Wrong", tribal-minimalistisch "Hole to feed". Sound aus dem neuen Millennium, der die nostalgisch-verklärte Audience noch nicht aus der Reserve lockt. Das besorgt als erster Konzert-Kracher "A Question of Time". Ein All-Time-Klassiker aus ihrem 80er-Kult-Album "Black Celebration". Und ein Wendepunkt in ihrer Karriere. Seit dem dazu abgedrehten Video-Clip 1986 ist der niederländische Filmregisseur und Fotograf Anton Corbijn (auch Regisseur der faszinierenden Joy Division-Ian Curtis-Hommage "Control") als Art Director mit von der Partie. Er ist auch verantwortlich für das sensationelle Bühnenbild und die brillante Light-Show der aktuellen Konzerttournee: Hypermoderne "Morphing"-Techniques (bei denen ein Bild in ein anderes durch Einsatz von zusätzlich gezielten Verzerrungen übergeführt wird), eine überdimensionale Glitzerkugel mit Face-Projektionen, ein riesiger LED-Screen mit Shadow-Effects, gruseligen Raben, Luftballonen und den Depeche Mode-Members als futuristischen Astronauten. Eine antike Schreibmaschine tippte - zum Song "It´s no good" - in riesigen Lettern Daniel Ladinskys Meisterpoem "I have learned" auf den Video-Screen: "I have learned so much from God. That I can no longer call myself a Christian, a Hindu, a Muslim, A Buddhist, a Jew. The Truth has shared so much of itself with me. That I can no longer call myself a man, a woman, an angel or even pure soul." 

 

Eine Botschaft zum Nachdenken, die im nostalgischen Retro-Pleonasmus der 2. Konzerthälfte (nicht unüberraschend) untergeht: "I feel you", "In your Room", "Behind the Wheel", das auch von Rammstein gecoverte "Stripped" fesseln alle Altersschichten zwischen 16 und 50. Tränen in den Augen der Eighties-Generation aufgrund der Trauer über die längst vergangene Jugend bei "Never let me down again", einst Ende der 80er Morning-Hymne der gestrandeten Nachtschwärmer im Ex-"Tube" (dessen neuer Pächter Mario Fürst gemeinsam mit der Kremser DJ-Ikone Lorenz van Dürnstein dem Live-Spektakel beiwohnte). "Words are very unnecessary" - Gahan durfte schweigen, die Fans sorgten für den Gesang. Absolutes Gänsehaut-Feeling beim größten Hit der Band, "Enjoy the Silence", aus dem 90er-Meisterwerk "Violator". Dieses gilt bei Hardcore-Fans als letztes echtes Depeche Mode-Album. Die Vergangenheit kann man aber nicht zurückdrehen, auch ein "Personal Jesus" nicht. Nach dem Final-Song des sensationellen (Retro)-Konzerts von Depeche Mode (das leider ohne die Frühperlen "People are People", "Just can´t enough", "Master and Servant" und "Strange Love" vonstatten ging), kann man sich da nicht mehr so sicher sein - denn manchmal ist auch die Zukunft die Vergangenheit.

Eisfußball-Turnier @ Krems

Stefan Raab hat den Eisfußball durch seine Show "Schlag den Raab" und das Pro 7-Großevent "Deutscher Eisfußball Pokal 2009" bekanntgemacht, bei dem der Anarcho-Comedian sogar als Mannschaftsführer des FC Köln - trotz schlechter Erfahrungen auf dem Eis - das glatte Ice-Parkett betrat. Wird die neue Trendsportart nun auch in Krems salonfähig ?

 

Im Rahmen einer Charity-Aktion fand am Sonntag auf dem Kremser Eislaufplatz das 1. Eisfußballturnier statt. Mit dabei 15 Mannschaften, darunter das Magistrat der Stadt Krems, der Star Night Club, der GCL Hangar, der KSC Krems, das Casino Baden, die Designers in Motion (mit Leading Lady Ines) und die XO Bar-Lounge. Während bei den gastronomischen Betrieben zumeist die Resident-Barkeeper nach einer anstrengenden Nightlife-Woche "geschont" wurden, auch der Herr Alex Lengauer "nur" den Motivator mimte, stellte sich Organisator Armin Oswald der eiskalten Herausforderung. Er hat allerdings schon Schlimmeres heil überstanden, das Rammstein-Konzert letzte Woche.

 

Gespielt wird beim Eisfußball in geschützter Eishockey-Montur, allerdings mit normalen Laufschuhen, bei denen man auch ohne Glühweinberauschung zwar nicht gesellschaftlich, aber physisch leicht das Gleichgewicht verlieren kann. Es gelten die offiziellen Fußballregeln, allerdings mit einigen Modifikationen. So darf der Ball auch durch den "Torwart" nicht mit der Hand berührt werden. Der "Einwurf" bei Seiten-Out erfolgt ebenfalls per Fuß. Es gibt kein Abseits, gespielt wird über eine Spielzeit von 5 Minuten ohne Halbzeit, wobei bei Spielunterbrechungen die Zeit angehalten wird.

 

Einziges Manko des unterhaltsamen Events, das ziemlich sicher eine Fortsetzung erleben wird: die spärliche, schlechte Moderation des Sprechers - keine Infos über die Teams, keine Erklärung des Modus, keine Nennung der Torschützen, die Musikeinspielungen unkoordiniert und nicht durchgehend. Da muss man sich wohl beim Beachvolley-Ball etwas abgucken.

 

Sieger wurde übrigens im Finale - per Strafstoßschießen - das IMC Krems, 2. die Brau-Union mit robustem Support vom Toni Zöhrer.

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Party-Freitag @ Krems

"Warum Ausgehen ? In Krems ist doch nichts los" behaupten manche mieselsüchtige Zeitgenossen und haben in dieser Hinsicht meistens unrecht. Erstens ist man selbst auch für seinen eigenen Spaß und seine eigene Lebenslust verantwortlich, und zweitens werden zuletzt in Krems gehäuft top-besuchte Clubbings (mit über 1000 Gästen) für die Nachtschwärmer angeboten. So auch diesen Freitag.

 

In der Innenstadt gastierten 4 Top-House-DJ´s (Mike Lorenz, Sonic Seven, Armando Estate, Le Beau) in Armin Oswalds Bars und im Marquee - die "Green Mile" wurde supported von Heineken.

 

Der Star Night Club feierte im GCL Hangar sein 9. Jubiläum. Seinen Ursprung hatte Alex Lengauers und Bettina Pemmers Clubbing-Serie übrigens in der Gartenbauschule Langenlois - Konfettiregen, Akrobaten, Feuerschlucker und einen derartigen Besucherandrang gab es damals aber noch nicht so wie in der gestrigen Anniversary Night. Erstmals wurde der Star Night Club österreichweit auf Krone Hit Radio übertragen, was sicherlich für weitere Frequenz bei den nächsten Clubbings sorgen wird. 

 

Minimal Techno statt Mainstream House im Tube bis in die frühen Morgenstunden - On the Turntables FM4-Ikone Patrick Pulsinger und der Wiener Vinyl-Jongleur Trickster. Sound, wie er im Berliner Tresor oder in den Pariser Katakomben nicht elitärer transportiert werden könnte. We want more !

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The Doors Experience in der Szene Wien

Jim Morrison, skandalumwitterter Sänger der Doors, starb am 3. Juli 1971 in Paris im Alter von nur 27 Jahren. Offizielle Todesursache: Herzversagen. Eine Obduktion wurde nie vorgenommen. Seitdem gilt der Friedhof Pere Lachaise in Paris als Pilgerstätte von Doors-Fans aus aller Welt. Auch der zeitlose, poetische Psychedelic Rock der 1965 am Strand von Venice Beach gegründeten Band blieb unvergessen.

 

Seit dem Jahre 2001 zollt auch eine Kremser Band dem Erbe von Jim Morrison & The Doors Tribut: "The Doors Experience". Im Rahmen ihrer Europa-Tour 2009, die sie auch nach Stuttgart, Zagreb oder Zürich führt, gastierten sie auch in der österreichischen Bundeshauptstadt, in der Szene Wien. Im Mittelpunkt der Show stand natürlich Sänger und Frontmann Jason "Jim" Boiler, die perfekte Reinkarnation des "Lizard Kings". Dies nicht nur äußerlich mit schwarzer Lederhose und Lockenkopf, sondern auch in Gestik, Mimik und Stimme. Mit seinen (Indianer)-Tanzparaden, dem für Jim Morrison charakteristischen Niederkauern bei Instrumental-Parts oder seinen statisch-verführerischen Blicken ins Publikum zog er bei dem fast dreistündigen Set auch Girls und Boys in seinen Bann, deren Eltern zur Hochblüte der Doors noch Kleinkinder oder noch nicht mal geboren waren. Die musikalisch ausgezeichnete Band stand ihm da an nichts nach, allen voran Klaus Bergmaier (aka Ray Manzarek) an Orgel und Keyboards in ekstatischer Spiel-Laune, Christoph Zauchinger (aka John Densmore) an den Drums und die Bassisten Rene Galik (aka Robby Krieger) und Jürgen Schaupp.

 

Mit dem späten "L.A. Woman" (in den 90ern gecovert von Billy Idol) begann der psychedelische Hit-Reigen, es folgten u.a. die aus dem Jahre 1927 (!) stammende Bertolt Brecht-Produktion "Alabama Song" (Whiskey Bar), die 1. Single "Break on through", "People are strange", "Love Street", das Van Morrison-Cover "Gloria" (aus alten "Whiskey Go Go"-Zeiten), "Touch me" oder die US-Nr. 1 "Hello I love you". Als Highlight klarerweise "The End", das über 10 Minuten lange Opus, das durch seine auf die griechische Sagengestalt Ödipus anspielenden Textzeilen "Father, I want to kill you, Mother I want to fuck you" im prüden Amerika für einen Skandal sorgte und später im Francis Ford Coppola-Film "Apokalypse now" als Intro-Song verwendet wurde. Im Zugabeteil "Riders on the Storm" (das die Original-Doors nur einmal live spielten) und das brillante "Light my Fire", der 1. Welt-Hit der Band, in gewohnter Extended Version.

 

Ein Hauch von Sixties-Revolution und Free Love & Drugs, als während des Konzerts schon mal Haschisch-Dämpfe die Fans der Doors Experience euphorisierten. Ansonsten aber blieb es brav-harmlos in der Audience der Szene Wien - kein Stagediving, kein Widerstand gegen die Staatsgewalt nach Entblößung des Geschlechtsorgans, keine Alkohol- und Drogenexzesse auf der Bühne, und auch das Hemd von Frontmann Jason Boiler blieb an. Dem Original-Jim Morrison hätte das Konzert gefallen, wurde doch der Ex-Filmstudent oft nur auf seinen ausschweifenden Lifestyle und seine skandalösen Auftritte fixiert. Und nicht auf sein geniales Lebenswerk.

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"Party-Alarm im Gewerbepark Krems" - Fifty Fifty vs. Spotlight mit Udo Huber !

Die Disco-Lose Zeit im Gewerbepark Krems hat ein Ende. Nach der seltsamen After-Summer-Opening-Party im September, die gleichzeitig eine Closing-Party war, wurde das "neue" Fifty-Fifty im Rahmen eines "Grand Openings" am 23. Oktober eröffnet. Äußerlich hat sich im ehemaligen "G" mit Ausnahme einiger zusätzlicher Couches neben der Tanzfläche kaum etwas verändert. Neu sind die Betreiber, die oberösterreichischen Disco-Zampanos Klaus und Walter Reisinger und Reinhold und Christian Klinglmair, die im Nachbar-Bundesland gleich 5 Clubs (KKDU in Vöcklabruck, Fifty Fifty in Wels, Bel seit Mitte der 50er in Weibern, die Sommerbar Isola Bella in Wels und die Watergate Clubbings im Wasserschloss Aistersheim) erfolgreich führen.

 

Professionalität, Kreativität und zielgruppenadäquates Marketing darf man auch in der Donaumetropole erwarten, leicht wird es trotzdem nicht werden, die Massen auf Dauer zu begeistern. Der ehemalige "Platzhirsch" nennt sich nun "Gaudi", es läuft - in einer urbanen Studentenstadt wie Krems - schon lästig gewordener Schlager von Carpendale, Ibo und Henning, und das nicht in einer rustikalen Almhüttenatmosphäre, sondern inmitten von schicken Designerbars. Im elitären 1. Obergeschoß, dem "Bel", mixte ein sympathischer schwarzafrikanischer DJ Classics wie "How Gee" mit housigen Bob Sinclar-Beats, nach 2 Uhr allerdings schon spärlich besucht. Der Main-Room mit massenkompatibler House&R&B-Chartsware von DJ Davidoff, Go Go´s, Sax Players und Bar Dancing People dagegen war steckend voll mit jungem, fast zu jungem Teenagervolk, die ältere Ü 20-Dancefloor-Freaks eher in Alex Lengauers Und Lounge locken werden. Dort wo zwar "Kids" von MGMT läuft, aber keine "Kids" mit Caps, Turnschuhen und Krocha-Shirts herumlaufen.

 

Facebook-Gutscheine, Menstrip, Prosecco-Gratis für die Ladies (Achtung Gleichbehandlungsgesetz !), Schlagerbissen, Getränkeaktionen und Themenparties werden aber zumindest in den nächsten Monaten viele flirt- und tanzsüchtige Nachtschwärmer in das Fifty Fifty-Areal locken. Vielleicht auch mit dem neuen Shuttle Bus des Clubs, den man zu günstigen Preisen an den Öffnungstagen unter der Nummer 0664/88523900 reservieren kann. Eine Top-Innovation in der "Öffi-Verkehrs"-Wüste Krems.

 

"Oh, ooh, let´s all chant" (von der Michael Zager Band) tönt es seit einigen Wochen aus der Nokia-"Comes with Music"-Werbung. Dazu ein kitschig gekleideter Breakdancer in der Tiefgarage im Rausch der Musik. Sein Name: Udo Huber, seines Zeichens "Mr. Hitparade" und Samstag Nacht Stargast bei der 21. "Spotlight"-Party im Autohaus Birngruber, nur einige hundert Meter von der neuen Disco entfernt.

 

Der "Hit Wähl Mit"-Ö3-Kultmoderator Huber hatte mit der Fernseh-Hitparade "Die Großen 10" zu ihrer Glanzzeit zwischen 1982 und 1993 sonntags um 18 Uhr mehr als eine Million Zuschauer und lockte auch als topfitter Ü-50-Masters-Schwimmstaatsmeister, Präsident des Wiener Sportklubs und ORF-Legende junge und junggebliebene Party People in die Clubbing-Arena. Die Vorverkaufstickets waren restlos ausverkauft, der kultige Eighties-Overall blieb trotzdem daheim. Stattdessen präsentierte Udo "ganz in schwarz" die Hitgiganten der 80er und 90er, per Kamera auf eine Videoleinwand projiziert. Dirty Dancing, Baywatch, Visages New Wave-Klassiker "Fade to grey", Come on Eileen, Nenas noch immer nicht geplatzte Luftballons, Martin Negers Teenageridole Kiss, Mr. Daddy Cool Bobby Farrell, Vanilla Ices Pseudo-Gangsta Rap-Hymne "Ice Ice Baby", die Ex-MAO-Stargäste Snap,.... - kongenial gemixt von DJ L. Rock, der auch in der Wiener Fledermaus bei den "Wickie Slaime & Paiper"-Clubbings für Heat on the Dancefloor sorgt, und supported by heißen Go-Go´s und coolen Shadow Dancers.

 

Um 3 Uhr früh wurde die Uhr Winterzeit-gemäß um eine Stunde zurückgedreht, für Retro-Clubbings ist die Uhr aber längst noch nicht abgelaufen. Huber düste am nächsten Tag in die "Fifty Fifty"-Partnerdisco "Bel" nach Weibern - Motto dort "Ü 31 - No Techno, No Kids". Könnte es bald in Krems auch geben. Das Kremser Original kommt aber schneller als man denkt - "Spotlight goes Cheers" noch im November. Man darf gespannt sein.

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"1 Jahr wie eine Ewigkeit" - Jörg Haider 1 Jahr tot !

Samstag, 11. Oktober 2008. Nach einer Club-Night in der Und Lounge schaltete ich um 5 Uhr früh den ORF-Teletext ein. Die unglaubliche Schlagzeile: Jörg Haider bei einem Autounfall tödlich verunglückt. Knapp danach kamen die ersten SMS von heimgekommenen Barkeeperinnen und Nachtschwärmern bzw. emsigen Frühaufstehern. Keiner konnte es glauben, dass der seit 1986 gegen Privilegien, Parteibuchwirtschaft, Postenschacher und das rot-schwarze-Politsystem kämpfende Rechtspopulist für immer von uns gegangen ist. Zu Sonnenaufgang um 6 Uhr früh startete der ORF eine dreistündige Sondersendung, während "in Kärnten die Sonne vom Himmel gefallen ist". Es folgten authentisch-bizarre Trauermonate mit verweinten Lebensmenschen, krausen Verschwörungstheorien und sonderbarem Totenkult-Polit-Marketing ("Weil sie weiß, was er wollte…wissen wir, was wir an ihr haben").

 

365 Tage danach ist der Tango der Skurrilitäten noch lang nicht zu Ende. In einem ehemaligen Nazi-Stollen wird ein Haider-Museum eröffnet - mit dem Schaukelpferd aus Babytagen, Jörgls Lieblingssakkos und Fotos vom todbringenden Phaeton. Dazu Messen, Kerzenparaden am Unfallort und seltsame Interviews "oranger Irrlichter". Und als Bonmot das sexuelle Outing eines Lovers des Ex-Polit-Popstars in der "Bild": Ein gewisser Rene (31), ein Kellner aus dem pink angehauchten Klagenfurt, behauptet, 8 Jahre lang der Liebhaber von Jörg Haider gewesen zu sein. Mit 23 (!) habe er ihn beim Villacher Kirtag kennengelernt, an seinem letzten Tag hatten sie zweimal Sex, und er habe noch um 0045 kurz vor seinem 142 km/h Crash (bei 1,77 Promille im Blut, obduktionstechnisch erklärt durch Alkoholisierung über einen längeren Zeitraum oder durch starke Wodka-Shots in kurzer Zeit) mit ihm telefoniert. Der vielleicht deswegen passierte, weil Rene wegen eines Vorstellungsgespräches keine Zeit für ein Schäferstündchen hatte.

 

Wundert eigentlich keinen - der "Dorian Gray der Innenpolitik" war doch mitverantwortlich für den horriblen Aufstieg der "Buberlpartie". Seine bisexuellen Ausschweifungen stören aber - außer seiner Familie (vermutlich nicht mal der) auch niemanden, haben sogar einen innovativen Bohemian-Chic (siehe Wowereit, Westerwelle). Dass er korrupt agierende IQ-Kapazunder wie Meischberger, Rumpold oder Westenthaler (der sogar das Goldene Verdienstzeichen der Republik Österreich bekam), den "schönsten Finanzminister aller Zeiten" und diverse ewigggestrige Burschenschafter zu höheren beruflichen und finanziellen Ehren verhalf, dafür umso mehr.

 

Der ehemalige FPÖ-Obmann Norbert Steger, den Haider 1986 in einer Kampfabstimmung ablöste, brachte es in der ORF-Sendung "Im Zentrum" auf einen Punkt: "Haider war der größter Polit-Kommunikator aller Zeiten, Showmensch und Diva, aber kein Gruppenspieler." Er war dafür verantwortlich, dass das rot-schwarze-Zwei-Parteiensystem zerfallen ist und das dritte Lager durch berechtigte Systemkritik, harte Ausländersprüche und strategischem Polit-Marketing 27 % der Stimmen (1999) erreichte. Das, was er aufgebaut hat, hat er aber bald wieder zerstört, u. a. auch durch die Demontage gleichwertiger Polit-Partner wie Heide Schmidt, Norbert Gugerbauer oder Susanne Riess-Passer.

 

Die Buberln sind ihm stets geblieben. Was auch geblieben ist: Die eklige Parteibuchwirtschaft vor allem in Niederösterreich - siehe ORF, IMC, Landeskrankenhaus St. Pölten (wo sogar Köchinnen und Bettenfahrer ein schwarzes Parteibuch brauchen),....  Ob diese sein legitimer Erbe, HC Strache, beseitigen kann, ist mehr als fraglich. Schicke Sunglasses als Schutz vor oranger Blendung wird er allerdings nur in den mondänen House-Clubs dieser Welt brauchen. Der "BZÖ"-Treppenwitz wird bald Geschichte sein. Das wissen (un)bewusst auch deren Protagonisten. Vielleicht mit Ausnahme eines "eifersüchtigen Pressesprechers".

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Red Bull Night @ GCL-Hangar Krems !

Montag ist Schontag, nicht aber im Rahmen der Red Bull Night im GCL Hangar Krems. Szene-People duellierten sich beim Pit Stop Game am Reifenwechseln, durchgeführt an einem Original Red Bull Formel 1-Boliden. Und-Lounge-Barkeeper Erol belegte den 2. Platz. Red Bull-Shooting Star Sebastian Vettel wird trotz derartiger technischer Raffinessen wohl nur mehr durch ein Wunder Formel 1-Weltmeister werden.

 

Für coole House-Beats sorgten die Vienna Calling-DJ´s Ronaldo und Tom Snow, supported by Laurinho Bandeira on the Drums. In the Mix u. a. "Kidsos" (der Remix des MGMT-Indie-Classics "Kids"), der Pacha Ibiza-Hit "La Mezcla", Axwells Electro-House-Perlen oder die Ibiza Anthems "Silence" und "Cafe del Mar". Und so waren auch die Taxifahrer glücklich, die ansonsten beim Disco-Opa-Transport zwischen Almrausch Hadersdorf, Ballegro Ravelsbach, Funfabrik Gföhl und GCL Hangar vor lauter trachtenerfüllter Schlager- und Volksmusiküberdosis bereits ernsthaft überlegten, Schmerzensgeldklagen einzuleiten. Gut so, die Gerichte haben eh genug mit Grasser, Meischberger & Co. zu tun.

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Stermann/Grissemann im Kremser Stadtsaal!

Krems ist nicht Kärnten. Trotz einiger provokanter verbaler Angriffe auf die provinzielle Donaumetropole ("Das Zurückpendeln für Studenten aus Wien muss hart sein") war das Publikum über den ersten Auftritt der ORF-Anarcho-Komiker Stermann/Grissemann im Kremser Stadtsaal begeistert. Anlass: Das Kabarett & Comedy-Festival, dessen Intendant und Moderator Günther Mokesch als "Mo" in den 80ern einige Pop-Wave-Hits wie "Send me Roses" landete.

 

Präsentiert wurde das aus dem Wiener Rabenhof bekannte Programm "Die deutsche Kochschau", das zahlreiche Grenzüberschreitungen zur deutschen Nazi-Vergangenheit im Stile von "Wollt ihr das totale Sieb" enthält. Einziges Manko: Die Top-Bonmots wie das legendäre 3:2 (5:0) Deutschlands gegen Österreich in Cordoba mit 22 Deutschen auf dem Fußballfeld oder das deutsche Telefonquiz, eingeblendet per Video-Screen, waren bereits aus den "Willkommen Österreich"-Sendungen bekannt.

 

Der Rechtsruck und die Ausländerproblematik in Österreich waren allerdings auch aktuelles Thema der schlagfertigen Comedians, die ihre "Kochschau" als "zu linksradikal für österreichische Verhältnisse" bezeichneten. Neger, "die sich selbst ausweisen müssen", menschliche Kannibalen als Lösung des Obdachlosenproblems oder die Steigerungsstufen "Mensch, Nazi, Kärntner" gehen an die Grenzen der Freiheit der Kunst. In letzterem Falle nicht nur aus purer Provokationslust. Tatsächlich wurden Christoph Grissemann und Dirk Stermann 1999 nach dem satirischen Sager "Ich glaube, wenn man Haider derzeit stoppen wollte, dann müsste man ihn erschießen" kurzfristig vom ORF suspendiert. Und 2008 sagten sie ihren Auftritt an der Universität Klagenfurt nach einer kontroversen Sendung über den Tod Jörg Haiders wegen Morddrohungen und einem Sabotageakt am Auto ihres Managers ab.

 

 

Im zweistündigen Programm gab es allerdings auch harmlose Späßchen über Viva-Intelligenzbestie Gülcan, schlagfertige Diskussionen mit dem Publikum, witzige Travestie-Auftritte und Sketches über die geistige Allmacht der Weinkenner. Zu langwierig die Lesung aus ihrem Buch "Debilenmilch - Auf den Spuren des Kaffeerösters Bruno A. Sauermann" (das sich "Tube"-Chef Mario Fürst als erster persönlich signieren ließ.) "Sie brauchen nicht klatschen. Wir wissen eh, dass wir gut sind" war aber durchaus Motto des Abends. Ob uns Stermann/Grissemann deren Erektionsstörungen - bedingt durch ein zu kleines Hotelzimmer - verzeihen, bleibt allerdings offen.

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24 h Berlin - Ein Tag in Echtzeit !

Eine junge Lackiererin, die morgens früh in einem BMW-Werk ihrer eintönigen Arbeit nachgeht. Verzweifelte Arbeitslose beim Bewerbungstraining. Geburten im Kreissaal, Sterbefälle in der Charite. Touristen bei einer Visite des lange verborgenen Politbüro-Atombunkers nach dem Motto "Das Land wäre regiert worden, die Bürger tot". Bespitzelte DDR-Bürger auf der Suche nach Stasi-Akten und der insgeheimen Angst, dass ihre Eltern hinter der Spionage steckten. Der charmante, aber diktatorisch agierende "Bild"-Chefredakteur Kai Dieckmann auf der akribischen Suche nach Schlagzeilen und Top-Shots, bei einer täglichen Auflage von 3,3 Millionen Zeitungen darf man nichts dem Zufall überlassen. Rappende Migranten auf der Suche nach Identität und Selbstwertgefühl, jeder 4. Einwohner und jedes 2. Kind unter 15 hat keinen deutschen Background. "Krieg auf den Straßen" - derzeit noch künstlerische Utopie. "Nazis, verpisst euch" vs. "Ihr habt den Krieg verloren" dagegen schon verbale Brutalität. Ausländer raus ist aber kein Thema, sonst gibt es doch keine Döner mehr.

 

Klaus Wowereit, bekennender Homosexueller und SPD-Kanzlerhoffnung für 2013, eröffnet in seiner Funktion als Bürgermeister die virtuelle "Twinity"-Welt und trifft die regierende Bundeskanzlerin Angela Merkel. In der Nähe des Kanzleramtes setzen sich Heroin-Junkies den erlösenden Schuss, finanziert aus dem Verkauf einer Obdachlosenzeitung. "Für Heroin leben sie, und wenn kein Wunder geschieht, werden sie an Heroin sterben". 30 Jahre nach der erschütternden Lebensbeichte der Christiane F. über die "Kinder vom Bahnhof Zoo".

 

Straßenmusikerinnen singen das bezaubernde "Summertime - And The Living is easy". Hochzeitspaare zelebrieren den "Tanz der Moleküle", 50 % der Stadt sind Singles, nicht alle sind das gerne. Wozu gibt es Speed Dating ? Oder 350 Diskotheken, bei denen sich im Nightlife-Nirwana die Koordinaten des Lebens im Rausch auflösen ? Die Zeremonienmeister: Jene, die Anfang der 90er noch als "in der Ecke stehende Freaks" bezeichnet wurden, während die anderen Spaß hatten. Hochbezahlte Star-DJ´s a la Ricardo Villabos oder Paul van Dyk, der im legendären "Tresor" seinen ersten Auftritt hatte.

 

Die Zeiten haben sich nicht nur dort verändert. Jeder 7. Einwohner der Stadt ist schwul. Euphorische Eltern hoffen noch immer auf Enkel, während die Tochter ihre lesbische Freundin beim Auftritt der queeren Squeezebox-Band und der Szene-Drag Queen Gloria Viagra im Monster´s Ronson innig küsst. Die blonde Edelprostituierte Sidney aus dem Nobel-Bordell "Artemis" mit ihrem dreckigen Grinsen und arroganten Blick küsst und fickt nur den, der sie fürstlich zahlt. Sie macht alles. Altenpflege oder Windelwechseln seien ein härterer Job als ein Blow Job. Manche finden sich neu in dieser Stadt, manche gehen verloren.

 

Szenen einer europäischen Metropole, Szenen von Berlin, seit dem Fall der Mauer und der Wiedervereinigung von Ost und West wieder Hauptstadt Deutschlands. Szenen vom 5. September 2008. 750 Stunden Material wurden unter der künstlerischen Gesamtleitung von Volker Heise gedreht, 80 Drehteams, 316 Teammitglieder, 2 Jahre Vorbereitung, 1 Jahr Schnitt. Das Produkt: 24 h Berlin - ein Tag im Leben Berlins in Echtzeit. Gesendet auf Arte. Eine Fernseh-Revolution.

Wachauer Volksfest 2009 - Die ganze Wahrheit !

Ausnahmezustand in der Donaumetropole Krems - das alle 2 Jahre stattfindende Wachauer Volksfest 2009 lädt in der letzten Augustwoche Jung und Alt in den Stadtpark, die Grüne Oase der Stadt. Die Vorzeichen standen nicht gut, haben sich wegen horrender vom Magistrat Krems verordneter Standgebühren zahlreiche renommierte Betriebe (wie der Meisterwirt, die Konditorei Hagmann oder Armin Oswalds XO-Bar-Lounge) nicht mehr an dem fröhlichen Open-Air-Treiben beteiligt. (Angebliche) 115.000 Besucher verirrten sich aber trotzdem während der 10 Tage auf das Volksfestgelände und vergaßen inmitten von schicker Beachbars, peinlicher Schlagerrustikalisierung und hipper Vergnügungskarusselle ihre Alltagssorgen, manche auch ihre Kreditverbindlichkeiten oder ihre Contenance.

 

Südländische Dolce Vita-Atmosphere erwartete die Party People an Martin Negers Caribbean Nights Bar: Coole "Sex with a Bitch"-Cocktails und der neue aus Venedig stammende Aperol-Sommerspritzer als Aphrodisiakum, dazu DJ Oliver´s Uplifting Beats aus House, Latin-Pop und Spotlight Classics als Feel-Good-Vibes für sexy Hüftbewegungen und heiße Flirts in einer noch unberechenbaren Nacht. Barcelonas Star-DJ Javi Mula (Resident-DJ im dortigen House-Club Shoko) und sein heißblütiger Electro-Track "Come on" zählte zu den Airplay-Hits der Open-Air-Bar, dazu Pitbull, "Let the Sun shine in", "The Sun is shining" und natürlich "Sexy Bitch" (und das nicht nur für jenen Party-Gast, der viel, viel später von David Guettas Mega-Hit im Whirlpool des "Splash"-Clubs erneut beschallt wurde).

 

Mit demselben Sound-Teppich ausgestattet, präsentierte sich neben Martin Negers Karibik-Bar der Weinstand von Walter Brunner, wo auch kräftig Werbung für die "Jet Set-City"-Clubbings gemacht wurde. Alexander Lengauers Star Night Club loungierte im "Weißen Zelt", daneben der Stand von Und-Lounge-Barkeeper Erol mit Summer Drinks & Steckerlfisch. Christian Gschwantners GCL-"Schatzi"-Team tanzte mit Lederhosen und deutschen Stimmungsschlagern an. Übertroffen wurden sie allerdings bei weitem durch DJ Hugos bizarre Schlagerfantasien im neuen Beisldorf - Schlümpfe, Wickie, Fliegerlieder oder "7 Detektive" ("die prüfen, wen ich liebe") sind vielleicht Standard in diversen ländlichen Tanzschuppen oder im ballermannverseuchten El-Arenal, aber ganz sicher nicht in einer Tourismus-, Bildungs- und Kulturmetropole wie Krems. Das sollte sich auch die Agentur Krems zu Herzen nehmen, die als musikalisches Rahmenprogramm Radio-NÖ-Kapazunder wie Oliver Haidt, Marlena Martinelli oder die Donauprinzen engagierten.

 

In die richtige Richtung dagegen führen Innovationen wie die in der Dominikanerkirche  abgehaltene Messe "Leben mit Stil", in der aktuelle Trends aus den Bereichen Wohnen, Einrichten und Home Entertainment (inkl. cooler Softub-Whirlpools, Stressless-Sitzmöbels und Kunstobjekten der Atelier Holzform von Thomas Lackner) vorgestellt wurden und durch die Verbindung mit Ausstellungen im Weinstadtmuseum auch der künstlerische Aspekt nicht auf der Strecke blieb. Für "Final Destination"-Horror-Feeling sorgte auf der Ringstraße das brandneue einarmige Loopingkarussell "No Limits", neu auch "Sling Shot" und "Blackout", altbewährt, aber noch immer beliebt das "Playball" und das "Magic".

 

In letzteres verirrte sich auch ein - von Securities abgeschirmter - pink kostümierter Ali G.-Verschnitt, der sich als MC Fisher outete, letztendlich aber nicht der Rap-Szene, sondern der Marke Polterabend-Schmäh zuzuordnen war. Ebenso wie die Girls im Hochzeitsoutfit, die mit "Ade Männerwelt, ich bin die Braut, die sich traut" und "Aloha Männerwelt, ich bin´s nicht" die männlichen Testosteronhormone zur Wallung brachten. Fotokultur-Party-Fotograf Philipp Thaller, nach einem Jochbeinbruch, zugefügt durch den Bruder des getöteten 14jährigen Einbrechers aus Lerchenfeld, wieder halbwegs genesen, lichtete die grell geschminkten Bella Cinderellas und frenetisch feiernden Party People der Teen- und Twen-Generation ab und erwischte auf seinen nächtlichen Streifzügen auch manche, bei denen die Werte der weiblichen Alkomat-Patrouillen jenseits der Harmlosigkeitsgrenze lagen. Im Liebesrausch gesichtet dagegen das neue Traumpärchen der DJ-Szene, Tom Snow und Dominique Jardin vom "Vienna Calling"-Team, die gemeinsam mit DJ Ronaldo und der Kremser Szene-Ikone DJ Dürnstein das Wachauer Volksfest besuchten.

 

Seit 1984 mit dabei und auch 2009 wieder mit Grillhuhn, Grillwürstl und (Cognac)-Drinks vertreten: Ex-Cafe Illy-Mastermind Michael Merkle, dem unter dem Teaser "Die Kremser Legende is back" eine Fan-Gruppe auf StudiVZ gewidmet wurde.

 

Ansonsten vermisst man einige Highlights früherer Jahrzehnte: den Blumenkorso, Auftritte internationaler Folkloregruppen, Bierzelte, Messezeitungen, spannende Fußballmatches, Konzerte aus dem Nicht-Schlager-Genre, Freistilringen, überhaupt ein durchgehendes, prickelndes Rahmenprogramm, das den Eintrittspreis auch rechtfertigt. Stattdessen schikanöse Dezibelmessungen, skandalös früh festgelegte musikalische Sperrstunden durch pragmatisierte Berufspolitiker und Verwaltungsbeamte bereits gegen Mitternacht (bei prall gefüllten Bars) aus Angst vor Wählerstimmen angeblich lärmbeeinträchtigter Anrainer und Denunzianten bzw. Zwangs-Öffnungszeiten für die Night-Bars um 11 Uhr vormittags. Und das bei kolportierten Standgebühren zwischen 50 und 100 Euro pro Quadratmeter.

 

Hier ist Änderungsbedarf bis 2011 angesagt, genauso wie beim KSC, der zu seinem 90er Jubiläum (Gründung: 24. August 1919) - nach der 1:3-Niederlage gegen Weißenkirchen (!) - am unteren Plafond seiner Existenz angekommen ist. Die Hoffnung stirbt allerdings zuletzt.

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90 Jahre KSC - Rettet den Kremser Fußball !

Am 24. August 1919 wurde der Kremser Fußballklub KSC gegründet, dieser Tage wird somit das 90. Jubiläum gefeiert. Gefeiert unter Anführungszeichen. Ein Artikel in der heutigen NÖN ziert mein Vater Helmut Plischek, Anfang der 60er Stürmer-Legende beim KSC und zweifacher Rekordtorschützenkönig. Damals spielte man noch in der Staatsliga A. Genausowie 1989-1992 - in den Euphoriejahren nach dem sensationellen Cupsieg gegen den FC Tirol (2:0-Heimsieg, 1:3-Auswärtsniederlage, Sieg aufgrund des Auswärtstors von Erwin Wolf).

 

Heute spielt der Traditionsklub in der 2. Landesliga West und verlor gestern das Derby gegen Weißenkirchen (!) im mit 700 Zuschauern überfüllten Wachaustadion mit 1:3. Das junge Discopublikum aus der Weingemeinde jubelte, ehemalige KSC-Anhänger dagegen bekamen Tränen in den Augen, wenn man sich an spannende Spiele von einst vor einer Kulisse von 5.000 Besuchern zurückerinnert.

 

Jetzt ist Handeln angesagt, der KSC darf nicht weiter im Fußball-Elend durchgereicht werden, sondern muss zurück in die Bundesliga. Mit einem Wirtschaftsnetzwerk (wie mein Vater vorschlägt), einer modernen PR-Strategie und Geld von der Stadt. Angeblich soll es pro Monat 1.000 Euro Subvention für den Fußballklub geben, 1/7 des Bürgermeistergehaltes. Fast eine Viertel Million Euro bekommt die Kunsthalle Krems jährlich von der Stadt Krems. Plant man vielleicht ein KSC-Museum im Krischanitz-Gebäude ? Könnte bald bittere Realität werden, wenn man jetzt nicht eingreift. Es ist bereits 5 Minuten NACH 12.

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Rimini Calling 2009 - Dolce Vita pur !

Azurblaues Meer, goldener Strand, lächelnde und lebenslustige Menschen, Trinken, Tanzen, Flirten mit süßem Augenzwinkern bis in den Morgengrauen - Italien ist Dolce Vita pur. Rimini, die 136.000-Einwohner-Party-Metropole an der nördlichen Adria ist da nicht anders. 1843 wurde dort unter der Patronanz des Arztes Claudio Tintori (dem auch die am Meer gelegene "Lungomare Tintori" gewidmet ist) die erste Badeeinrichtung eröffnet.

 

Zuerst mondäne Ferien-Lounge für die High Society wurde Rimini im 20. Jahrhundert zu einem der Pauschaltouristen-Epizentren Europas und wurde wenig schmeichelhaft auch als "Teutonengrill" bezeichnet. Diese Zeiten haben sich - im Gegensatz zum mallorquinischen "Ballermann"- - aber grundlegend verändert. Keine peinlichen deutschen Touristen mit unaufhörlichem Drang nach Schlager, Sex & Sangria, sondern classy young crowds vornehmlich aus Bella Italia bevölkern das 15 km lange Strandgebiet der seit 268 v. Chr. bestehenden römischen Antik-Stadt. Einer der Söhne der Stadt, der bekannte italienische Filmregisseur Federico Fellini (1920-1993), der in den 60ern vehement die progressiven Tourismusstrategien seiner Geburtsstadt kritisiert hat, hätte seine Freude an der aktuellen Entwicklung der Stadt. Wo anders als in Rimini bietet sich - zentriert auf einer kleinen Landfläche - eine derartig perfekte Symbiose aus Kultur, Strand, Sport, Nightlife und Lebenslust pur.

 

Eines der schönsten Gebäude der Stadt ist das 1908 an der Strandpromenade erbaute Grand Hotel, in dessen Jugendstilcharakter sich Federico Fellini bereits als kleiner Bub verliebte und dessen Suite 315 später immer für ihn reserviert war. Im Federico-Fellini-Park daneben (mit dem wunderschönen "Brunnen der 4 Pferde") kann man inmitten der grünen Oase der Marino Centro die Füße baumeln lassen und dem italienischen "Dolce far niente"-Prinzip frönen. Der große Fotoapparat davor war einst ein Ladengeschäft eines verkaufstalentierten Fotografen, der nach seiner Restauration als Denkmal der "Moderne" gilt.

 

In der Altstadt Riminis nördlich der Eisenbahngleise präsentieren sich dem kulturinteressierten Touristen antike Sehenswürdigkeiten der römischen Geschichte, der Arco d´Augusto (der älteste Triumphbogens Italiens aus dem Jahre 27 v. Chr.), die Piazza Cavour mit dem von Leonardo Vinci verehrten Pigna-Brunnen, der Maletesta-Tempel und die Tiberius-Brücke, die - erbaut auf einem einzigen Fundament - jeglichen Kriegen und Regierungswechseln getrotzt hat und den Beginn der historischen Via Emilia darstellt.

 

In Miniaturversion kann man das Zentrum Riminis betrachten im einige Kilometer außerhalb gelegenen Themenpark "Italia in Miniatura", und dazu noch rund 300 weitere architektonische Attraktionen Italiens und Europas vom Kolosseum, dem Petersdom, dem Turm von Pisa bis hin zum Pariser Eiffelturm, dem Brüsseler Atomium und der Athener Akropolis. Österreich ist in diesem breit angelegten Park, in dem man auch mit einer venezianischen Gondel durch einen künstlichen Kanal fahren kann, mit dem Schloss Belvedere und einem Johann Strauß-Denkmal vertreten. 

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Krems: Summer in the City 2009 - Beislparty Stein vs. Todesschüsse in Lerchenfeld.

"Hot town, summer in the city, Back of my neck getting dirty and gritty, Cool town, evening in the city, Dressing so fine and looking so pretty." Es ist Sommer in der Donaumetropole Krems. Die Menschen treffen einander am Abend bei der bereits 15. Beislparty in der Steiner Donaulände.

 

Junge Pärchen flanieren verliebt und händchenhaltend durch die bunt dekorierten Straßen. Ältere Herzen erinnern sich an längst vergangene Sommer, als Connie Francis noch "Die Liebe ist ein seltsames Spiel" schmachtete und man im ersten selbstgekauften Minirock Elvis Presley aus den Juke-Boxen hörte. Der Sound des Südens dröhnt aus den südländisch eingerichteten Disco-Bars: Reggae, House, Latino-Pop. Die Luftgitarrenband "Die 3 Extremen" fährt mit schnellen Harleys zu ihrem Auftritt neben Martin Negers neuem Trendlokal "Cheers", dort wo vor einigen Wochen Richard Lugner mit seinem "Bambi" wieder zusammenkam. Girl-Groups feiern ausgelassen Polterabend und trauern insgeheim dem Verlust der Freiheit ihrer Freundin nach, während andere auf verflossene Liebschaften und Jugendlieben treffen.

 

Party-Feeling pur im Spotlight- und Star Night Club-Areal, wo DJ Oliver die Dancefloor-Hits des Sommers präsentiert und die schmucken Barkeeper und Barladies schon mal "One drink too many" in die Kehlen der ausgelassenen Celebration Generation schütten. Nach der (zu frühen) musikalischen Sperrstunde um 1 Uhr ist die Party noch lange nicht vorbei - man düst ab ins Cheers und die restlos überfüllte Und-Lounge Alex Lengauers, wo nicht nur der "Boeing Boeing"-Stewardessen Casanova Darsteller Andi S. abtanzt bis in den Morgen, sondern auch die Creme de le Creme der Kremser Nightlife-Szene. Unter der gestrengen Security der Mao-MM-Doorman-Legende Michael Salzer. Um 6 Uhr früh fühlt man sich vor dem Kloster Und wie ein Ibiza-Tempo Fiesta-Tourist - überdreht, freaky, müde und brutal ausgesetzt dem immer stärker werdenden Sonnenlicht.

 

Szenenwechsel. Auch das ist Sommer. Nur wenige Kilometer vom Party-Epizentrum Beislparty Stein entfernt. In Lerchenfeld. Ein 14jähriger Sonderschüler bricht mit zwei Komplizen in den Merkur-Supermarkt ein und wird um 0230 Uhr früh von 2 alarmierten Polizisten getötet. Notwehr ? Fahrlässige Tötung ? Die Gerichte und Sachverständigen werden es feststellen. "Fuck the Police", "Kindermörder" liest man auf den Schildern der demonstrierenden Jugendlichen in der Kremser Landstraße. Auch der Kremser Grün-Abgeordnete Markus Gonaus trabt gedankenlos hinter der traurig-aggressiven Straßen-Parade nach und verkennt dabei die Situation: Was macht ein (großgewachsener) 14jähriger - vermummt und bewaffnet mit gefährlichen Werkzeugen - nach Mitternacht in einem Supermarkt ? Mit einem vorbestraften 16jährigen Ex-Knacki und (vermutlich) mit einem 28jährigen rumänischen Serienverbrecher ? Wo sind die Eltern ? Wo ist das Jugendamt Krems (in dessen Akten sich zahlreiche Straftaten und Auffälligkeiten des Getöteten wälzten) ? Pac-Man-Spielchen kann sich der immer gefährlicher werdende Berufsstand der Polizei in einer Zeit des brutalen Ostblock-Einbruchsterrors, wo Menschenleben nichts wert sind und Waffen schneller gezogen werden als Visitenkarten, nicht leisten. Unsere Gesellschaft auch keine Polizistenbegräbnisse.

 

Der bekannte und beliebte Spotlight- und "Fotokultur.at"-Partyfotograf Philipp Thaler versuchte Donnerstag nachmittags während einer Trauerkundgebung vor dem Merkur-Supermarkt den Spagat zwischen der Steiner "Gossip Girl"-Party-Generation und den scheinbar im Stich gelassenen "Last Exit to Brooklyn"-Wohlstandsverlierern Lerchenfelds. Und wurde vom Bruder des 14jährigen Opfers mit 30 Faustschlägen brutal niedergeschlagen. Diagnose Jochbeinbruch - er liegt derzeit im Landesklinikum St. Pölten und hat Zukunftsängste.

 

"Beislparty 2009 - Wir haben überlebt" - eine Kremser Internet-Community im populären Social Network StudVz bekommt eine vollkommen neue Dimension. Dort bezieht man sich allerdings - Gottseidank - auf den harmlosen Sangria-Vollrausch, und nicht auf die "Todesschüsse von Lerchenfeld" (Puls 4-Talk of Town-Sendungsthema).

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Hubert von Goisern - Koa Hiatamadl @ Krems

"Das Wetter ist wie die Liebe. Man muss es nehmen, wie´s ist, und warten, wie´s wird." Sinnsprüche aus einer Talk-Show mit Marcel Reich-Ranicki ? Nein, Lebensweisheiten von Hubert Achleitner alias Hubert von Goisern beim dreistündigen Live-Konzert auf dem Kremser Ausportplatz. Die fast mehr Zeit in Anspruch nahmen als das gesamte Lady Gaga-Konzert in Wien. War letzteres ein rasantes Torpedo-Hitfeuerwehr de luxe, sprühten beim Auftritt des Alpen-Weltmusikers die Funken nur sehr selten.

 

Melancholie, Lethargie und Depression statt Alpin-Ramba-Zamba und Party-Feeling. Lichtblicke die Hits aus dem Jahre 1992 "Heast as nit" (den F-Parteichef HC Strache bei einer Parteiveranstaltung 2006 verwendete und damit den Herrn Goisern verärgerte) und Weit, weit weg. Die Audienz wartete bis nach 23 Uhr auf das Hirtenmädchen. Das allerdings war schon längst im Land der Träume - das "Hiatamadl" (das auch die deutschen Charts eroberte) gab es nicht einmal als Zugabe. 

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Lady Gaga @ Vienna - "Take a Ride on the Disco Stick"

"In the Future, everyone will be world-famous for 15 minutes" - ein weltberühmtes Zitat des Pop-Art-Genies Andy Warhol. Bei Stefani Joanne Angelina Germanotta alias Lady Gaga dürften dies weit mehr als 15 Minuten sein. Die New Yorker Sängerin, die ihr Pseudonym nach dem Queen-Hit "Radio Ga Ga" gewählt und dieselbe Privatschule wie It-Girl Paris Hilton besucht hat, gilt laut der renommierten NY Times als "Zukunft des Pop" und lässt sich neben Rilke, Brecht oder David Bowie tatsächlich auch von Andy Warhol beeinflussen. Warhols "Factory" nennt sich bei ihr allerdings "House of Gaga" und beinhaltet einen kreativen Pool von Musikern, Modeschöpfern, DIY-Künstlern, Kunststudenten und Underground-Heroes, darunter Djane Lady Starlight, mit der sie als Burlesque-Stripperin ihre ersten Auftritte in New Yorker Nightclubs hatte.

 

Auch das bizarre Ouvertüre-Video "Who shot Candy Warhol" bei ihrer ersten Club-Tournee ist dem Meister der Pop Art gewidmet, so auch beim ausverkauften Konzert im Wiener Gasometer. Umringt von schwarzen Tänzern räkelt sich Lady Gaga in hedonistisch-schrillen Kostümen und Korsagen und präsentiert ihre Hi-Energy-Disco-Superhits aus ihrem Debüt-Album "The Fame", das mehr Dance Classics enthält als manche Greatest Hits-CD: Die neue Single "Paparazzi" als Opener (bei der sie aus einem Keyboard-Panzer entsteigt), "Love Game" mit dem scheinbaren Motto des Abends "Let´s take a ride on the disco stick", "Just Dance" (im superkurzen Yellow-"Blondie"-Dress), "Beautiful Dirty Rich",.... Verzichtbar dagegen die endlos lange Unplugged-Piano-Version von "Poker Face", die allerdings durch den Final Uptempo-Mix des mehr als 3 Monate auf Platz 1 loungierenden Superhits schnell vergessen war.

 

Die rund 3.500 vorwiegend jugendlichen und weiblichen Zuschauer waren begeistert von der sexy Light-Fashion-Dance-Show von Lady Gaga - trotz 1 Stunde Wartezeit (wegen plötzlichen Ausfalls der Vorgruppe "Gary Go"), schlechtem Sound, fehlender Simultan-Leinwand-Übertragung (bei schlechter "Po"-Sicht in den hinteren Reihen) und nur 11 Songs im 70-Minuten-Programm. 

 

Am nächsten Tag düste Lady Gaga ab nach Ibiza, wo sie im Rahmen von Pete Tongs "Wonderland"-Club in San Antonios Edel-Disco Eden ihren nächsten Auftritt hat. Eine Tournee mit Kanye West ist geplant, das 2. Album, dazu eine Kollaboration mit dem durch Mix-Tapes und die Blog-Szene bekanntgewordenen neuen Rap-Star Wale ("Chillin"). "The Future´s so bright - she´s gotta wear shades" - wohl die mehr als rosige Zukunft für Lady Gaga, der perfektesten und glamourösesten Symbiose aus "Musik, Sex und Kunst", die es jemals gab.

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Linz: "Spotlight"-Dampfschiff Schönbrunn nach Crash schwer beschädigt.

2 Weltkriege und eine Spotlight Shuffle Boat-Party mit Tech-House-DJ Dürnstein und "Love Machine" Supermax hat das 1912 auf Jungfernfahrt gegangene Dampfschiff Schönbrunn unbeschadet überstanden. In Linz allerdings gegen die Uhren anders - ein italienisches Passagierschiff rammte bei einem Wendemanöver das nur mehr für Events und Ausflugsschiffahrten eingesetzte Schiff und beschädigte es auf einer Länge von 15 m oberhalb der Wasserlinie. Zu einem Wassereintritt in den Schiffsrumpf kam es allerdings nicht. Ob das Schiff nächstes Jahr wieder für Martin Negers legendäre Retro-Party eingesetzt werden kann, bleibt aber mehr als fraglich. 

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Marillenfest Krems 2009 - "Fiesta Tienda" !

Die Marille hat ihren Ursprung in China, wo die Frucht bereits vor 4000 Jahren kultiviert wurde. Alexander der Große brachte sie nach Griechenland und Italien, wodurch sie - ausgehend vom römischen Reich - auch in die Wachau gelangte, wo sie seit rund 2000 Jahren angebaut wird. Seit 1996 ist der Name "Wachauer Qualitätsmarille" eine innerhalb der EU geschützte Ursprungsbezeichnung. Grund genug, in der Donaumetropole Krems der edlen Frucht Referenz zu erweisen und im Rahmen eines prickelnden 4-Tage-Sommernachtsfestes bei der Schiffsstation Stein die Nacht zum Tag zu machen.

 

Veranstalter des 10. Marillenfestes 2009 waren Piano-Chef Franz Berger, Johann Reis und der "On the Beach-Mautern" und "Tischlerhütte Maria Alm"-Betreiber Walter Reuter. Neben Marillenspezialitäten, seltsamen Brauchtumstänzen, DJ Hugos Schlagerschnulzen und der scheinbar unentbehrlichen Sangria-Ballermann-Meile sorgte Walter Reuter dieses Jahr mit dem schicken "Fiesta Tienda"-Disco-Zelt rechts beim Eingang für eine progressive Innovation: House-, Disco- und Ibiza-Anthems von "That´s Scene"-Popliterat und Party-DJ Oliver, coole Szene-Barkeeper aus dem Und Lounge-/Star Night Club- und Millennium-Dunstkreis (inkl. Barchef Errol, der beim Volksfest 2009 im Beisldorf mit einem eigenen Stand vertreten sein wird) und eine coole sophisticated Celebration Generation, die mit Sunglasses at Night, sexy Outfits und Wodka Red Bull Aphrodisiakum abtanzte bis weit nach Mitternacht. Dazu heiße Liebeserklärungen per Mikrofon, Polterabend-Ladies im Fete-Blanche Dress auf der Suche nach dem letzten Abenteuer, Paris Hilton-Look-a-Likes, kesse Trachtenpärchen, ekstatisch zuckende Tänzer, holländische Reggae-Tech-Fetischisten und die Creme de la Creme der Kremser Club-Szene.

 

Kurz gesichtet auch Ex-Millennium-Betreiber Christian Gschwantner, der laut www.nitelife.at 2010 beim Ironman (!!!) in Klagenfurt (3,86 km Schwimmen, 42,195 km Laufen, 180,2 km Rad) starten will. Da muss er wohl ab sofort früh schlafen gehen - im Gegensatz zu den nightlifesüchtigen Party People, die nach der (zu frühen) musikalischen Sperrstunde noch in die After Hour Locations (Martin Negers Cheers, Tube mit DJ Dürnsteins Margorians Tech House-Fiesta) abdrifteten. Der Beat geht solange ins Ohr, bis es sticht.

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Over the Rainbow - Regenbogenparade Vienna 2009 !

"Over the Rainbow" wurde 1939 für den Film "Der Zauberer von Oz" geschrieben und bekam 1940 den Oscar als Bester Film-Song. Interpretiert wurde der Song von der blutjungen Judy Garland, bereits zu Lebzeiten eine Ikone der Gay Community. Die Nacht nach ihrer Beerdigung am 27. Juni 1969 gilt als Gründungstag der Lesben- und Schwulenbewegung, als sich in der New Yorker Gay-Kneipe Stonewall Inn in der Christopher Street die Homosexuellen erstmals gegen die schikanösen, diskriminierenden Polizeirazzien wehrten und tagelange Straßenkämpfe ausgelöst wurden.

 

Der Regenbogen gilt seit damals als international anerkanntes Erkennungszeichen für die Pink Community. In Österreich gibt das Rainbow-Symbol der seit 1996 stattfindenden Wiener Regenbogenparade den Namen, deren Route wieder vom Stadtpark über den Ring "andersrum" bis zur Abschlusskundgebung am Schwarzenbergplatz führte. Angeführt wurde die politische Demonstration traditionell von den Dykes on Bikes und 2 homosexuellen Body Painting-Paaren in Regenbogenfarben. 53 Gruppierungen beschallten mit Musik und Parolen bei heißem Sommerwetter die Wiener Innenstadt und plädierten für eine Gleichstellung Homosexueller und die Einführung einer Lebenspartnerschaft, 120.000 Zuschauer (in Köln beim Christopher Street Day waren es sogar 700.000) gaben dem schrill und bunt kostümierten Aufmarsch alle Ehre.

 

Vertreten die Creme de la Creme der Schwulenszene: die Homosexuelle Initiative (Hosi) Wien, die 2009 ihr 30jähriges Bestehen feiert, mit einem schrägen Schlager-Truck, das U 4 als "4 im Jeep"-Epigonen,  die Sadomasochismus Initiative Libertine mit den schon legendären zweibeinigen "Zugtieren", der Club Kreativ, die Rosa Lila Villa der Linken Wienzeile, die Kult-Gay-Disco Why not mit coolen Tech-House-Beats, die Internet-Plattforum erotikforum.at oder der Club Delicious Strictly in White. Politische Prominenz fand sich auf den Fahrzeugen der SPÖ und der Grünen: Ex-"Made in Austria"-Quizmaster Günther Tolar, in den 60ern wegen verbotener Männerküsse in der "Alten Lampe" verhaftet (wo man sich gerne "Fliege", "Blume" oder "Täubchen" nannte, damit man seinen schwulen Lover nicht bei der Polizei verpfeifen konnte) und eine Nacht in der Zelle eingesperrt, und die bekennende Lesbin und EU-Parlamentsabgeordnete Ulrike Lunacek, die am "Grünen Andersrum"-Truck mit den Gesinnungsgenossen ausgelassen mitravte. Von Schwarz, Blau oder Orange war bei der Regenbogenparade nichts zu hören und zu sehen, man hat anscheinend Berührungsängste mit der liberalen, freizügigen, polyamoren LGBT-Community. Zumindest einige Zitate auf den Schildern der als "Burschensaft Clitoria" und "Vaginalia" auftretenden Demonstranten - wie "Lesbenbanden statt Männerbünde", "Menstruieren statt Mensurieren", "Morgenlatte statt Abendlande" oder "Zungenkuss statt Hitlergruß" - erinnerten an den heftig umstrittenen EU-Wahlkampf der FPÖ und deren Burschenschafter-Cliquen.

 

Laut aktueller Schätzungen sind ca. 10 % der Menschen homosexuell, trotzdem haben 3/4 der Bevölkerung keinerlei Kontakt zur Queer Community. Das glauben sie zumindest. Manche Provinzler glauben auch, dass tanzende oder modisch gestylte Männer schwul und Frauen mit kurzen Haaren ohne Lebenspartner lesbisch sind. Die Bandbreite der Vorurteile ist unermesslich, nicht nur im Iran. Sogar der Schwulenaktivist Alfons Haider - angeblich wegen sexueller Neigungen erpresst - meinte nach seinem unfreiwilligen Outing, er könne dies niemandem empfehlen. Diese Probleme hatte die Rainbow-Ikone Judy Garland nicht. Die Filmschauspielerin und Sängerin war allerdings schwer drogensüchtig und fünfmal verheiratet, eine ihrer Töchter ist der Hollywood-Star Liza Minelli. Bald im Kino zu sehen - in der Biografie "Get happy - The Life of Judy Garland". Mit der bezaubernden Anne Hathaway ("Rachel´s Hochzeit") in der Hauptrolle. Es leuchten meine Augen, und zwar mindestens so farbenprächtig wie ein Regenbogen während eines romantischen Sommerregens.

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Donaufestival-Organisator Zierhofer-Kin: "In Krems wird man ignoriert !"

"Anfangs dachte ich, dass es die Kremser zumindest irritieren wird, wenn 20 Schwarzafrikaner durch die Landstraße spazieren. Aber jetzt muss ich schon sagen - ich glaube, man kann in Krems machen, was man will, man wird ignoriert." Keine Worte eines nigeranischen Schlepperunternehmers, sondern von Donaufestival-Organisator  Tomas Zierhofer-Kin in der aktuellen Ausgabe der Kremser Jugendzeitung "Das Helmut". Und leider trifft er damit den Nagel auf den Kopf. Denn beim alljährlich in der Donaumetropole stattfindenden Donaufestival veirren sich neben den dort arbeitenden Bar-Ladies (des peinlich eingerichteten  "Österreichhallen"-Festival-Cafes) nur wenige Kremser, meistens jene, die "schon längst in Wien wohnen, weil sie die Gesellschaft hier nicht ausgehalten haben".

 

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Streetfestival vs. Free Parade 2009 @ Vienna

Die Bundeshauptstadt Wien zählt um die 1,7 Millionen Einwohner und rühmt sich auch gerne als Party- und Szenehauptstadt der Alpenrepublik. Gesehen hat man davon letzten Samstag Nachmittag wenig davon. Im Rahmen des Street Festivals 2009, einer leider missglückten Reinkarnation diverser Free Parties der 90er und Love Parades 2001 und 2002, präsentierten sich bunt geschmückte 15 Party-Trucks renommierter Clubs und Events zwischen Oper und Universität - darunter Beat Patrol vs. Vienna Calling (mit Tom Snow und DJ Ronaldo), Delicious strictly in White (aber nur mit Boys), Volksgarten, Empire Club (der am 14. August die Trance-Ikone Paul Oakenfold nach Wien bringt), Chateau Boum Boum, die Passage, das U 4 und die Underground-Institution Flex, das praktisch ohne menschliche Rückendeckung die Ringstraße entlang rollte. Ausgerechnet die Innenstadtlokale Kaktus und Gnadenlos aus dem imagemäßig geringgeschätzten Bermudadreieck konnten bezüglich Sound und Sexappeal die beste Stimmung erzeugen. Dem schlechten Wetter und dem teils einsetzenden leichten Regen die Schuld an der geringen Teilnehmeranzahl von ca. 10.000 Party People (statt erhofften 200.000 !) zu geben, wäre zu einfach. Fakt ist: Wien hat derartige langweilige Couch-Potatoes nicht verdient und muss sich Sorgen machen um die Party-Zukunft.

 

"Wer sich nicht bewegt, bewegt nichts", "Fladenbrot statt Tanzverbot" oder "Stoppt die Überwachung - I dreh mein eigenen Film" - so einige Slogans auf den Trucks der Gegenveranstaltung, der politisch angehauchten "Free Parade", die sich auf einer Route zwischen Mariahilferstraße und Schwarzenbergplatz für ein Bleiberecht und gegen Homophobie und den Polizeistaat aussprach. Statt House und Electro dröhnten ohrenbetäubender Hardcore Acid, Freetekk und Drum&Bass aus den Boxen. Gemäß dem Motto "Keep Doing Shit" konnte wohl kein sündteures Parfüm einer schnöseligen Passage-Tussi den betörenden Hush-Hush-Düften der "linken Schickeria" Konkurrenz bieten. Hauptsache "Aufklären statt einsperren", wie es die Drogenberatungsstelle Check-it (www.checkyourdrugs.at) nicht zu Unrecht propagiert. Einige tanzten ekstatisch auf den Straßenbahn-Wartestationen und den Telefonzellen, manche erlebten nach einer Überdosierung den Sonnenuntergang nicht mehr bei hellem Verstand. Zumindest die Stimmung passte unter den ca. 1.000 Teilnehmern, und das ist ja das Wichtigste. Denn: Life is too short for boring parties.

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Spotlight goes Shuffle-Boat !

Spotlight-Veranstalter Martin Neger feierte seinen 45. Geburtstag und lud zu diesem Anlass zu einer Partynacht auf das legendäre Dampfschiff Schönbrunn. Österreichs letzter Donau-Schaufelraddampfer stammt aus dem Jahre 1912 und wird nach seinem Einsatz als schwimmendes Casino in Budapest nur mehr für Sonderfahrten eingesetzt, so wie für "Spotlight goes Shuffle Boat", bei dem das Schiff zwischen 21.30 und 2 Uhr nachts die Strecke Krems - Melk und retour mit einer Höchstgeschwindigkeit von 29 km/h bewältigte.

 

On Board vergnügungssüchtige Party People allen Genres: Updressed Ladies in Hot Pants, Boys mit schickem, weißem Anzug, Raver im Krocha-Outfit, Aschenputtel, die einmal in die Rolle der Prinzessin der Nacht schlüpfen wollten, Jäger und Jägerinnen auf der Suche nach einem schnellen Aufriss oder ins Alter gekommene Ex-Nachtschwärmer, die mit Support alter Retro-Songs für eine Nacht wieder in den Jungbrunnen fallen wollten. Unter den Gästen befand sich auch der geniale "Doors Experience"-Jim Morrison-Epigone Jason Boiler, der sich - wie viele andere der Rock-Fraktion - auf den Auftritt von Kurt Hauenstein aka Supermax freute. Dieser allerdings lieferte - nach einer Flasche Four Roses im "Cheers" - nur einen kurzen Halbplayback-Auftritt: Windböen, ein ausgefallener Monitorlautsprecher und wenige Zuhörer auf dem Free Deck (das zuvor von DJ Dürnstein beschallt wurde) beendeten den Live-Gig auf dem "Narrenschiff" (so die Diktion eines Party-Gastes) - ohne den Superhit "Love Machine".

 

Unter Deck ging die Party allerdings weiter, die Musikauswahl auf dem Main Floor war allerdings mehr als dürftig: "Agadoo", "Honey Honey", "Lambada", "Holding out for a Hero" oder "Let´s twist again" sind wohl kaum die Party-Hymnen, die coole Szene-Trendsetter von den Stühlen reißen und die man sich von einem (hochbezahlten) Wiener DJ erwartet. Eine (gebackene) Goldene Schallplatte gab es trotzdem - allerdings für Veranstalter Martin Neger. Verliehen von seiner Freundin Sarah für 20 gelungene Spotlight-Parties. Die hat er sich redlich verdient.

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Ibiza House-Party @ GCL Hangar Krems

Auf Ibiza, der balearischen Party-Insel für Dance-Freaks, finden dieser Tage die (sündteuren) Opening Parties der weltberühmten Clubs Pacha, Space, Privilege und Es Paradis statt. Grund genug für Clubbing-Guru Martin Neger, auch in der Donaumetropole Krems eine Ibiza-House-Party zu veranstalten. Die elitäre Location: Christian Gschwantners GCL-Hangar, der leider bezüglich der Klangakustik nicht dies hielt, was man sich erwarten durfte.

 

Der Sound war allerdings vom Feinsten. Gewohnt unkommerziell DJ Lorenz van Dürnstein, der aber auch die Ibiza-Classics "Cafe del Mar" und "Let me show you" in sein Tech-House-Set einbaute. Highlight des Abends waren die aus Millennium-Zeiten bekannten Taylor & Flow aka Global Deejays, die - umringt von sexy Go-Go´s und Crazy Dancers - neben Populär-House (a la Kid Cudi, Paul van Dyk oder Fedde le Grand) auch ihre Hits "The Sound of San Francisco" und "Everybody´s free" (diese Woche neu auf 52 in den deutschen Charts) präsentierten.

 

Wann es wieder eine Ibiza-Party des Cheers-Inhabers geben wird, steht noch in den Sternen. Cool wäre, direkt unter den Sternen, und zwar als Open-Air-Disco im Stile des legendären Bora Bora Beach auf der La Isla Blanca.

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Students-Club @ Und-Lounge - The Latin Spirit !

Im Wiener Volksgarten wurde kürzlich der neue Latin Club "El Ritmo Pasional" eröffnet, Fans von Samba, Salsa und Ritmo de Janeiro gibt es aber auch in der Donaumetropole Krems. Beim donnerstäglichen Students Club in der Und-Lounge gab es zahlreiche Publikumswünsche bezüglich südamerikanischer und spanischer Rhythmen wie Gipsy Kings, Gloria Estefan oder Los Lobos.

 

Hoch im Kurs bei den bis in den Morgengrauen feiernden IMC-Studenten stehen auch Kid Cudis "Day´N´Nite", David Guetta, Alex Gaudinos "Destination Calabria" und (noch immer) Lady Gagas schon langsam nervendes "Poker Face". Gespielt wird es trotzdem, der Kunde ist König, allerdings nicht unbeschränkt. Hands-Up-Techno, AC/DC-Heavy Metal-Getöse, deutsches Liedgut (Schlager & Hip Hop) oder Kelly Family-Gekreische haben auf meiner Playlist (und in einem sophisticated Club) nichts verloren. Und das ist gut so. Denn sonst bleiben die Masses zurecht vor den elitären Gebäuden.

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Life Ball 2009 - "Let Love Flow"

Am 29. Mai 1993 fand im - damals noch vom kürzlich verstorbenen Altbürgermeister Helmut Zilk regierten - Rathaus der 1. Wiener Lifeball statt, ein modernes schrilles Charity-Event für Toleranz, sexuelle Gleichstellung und den Kampf gegen die bis heute noch immer unheilbare Krankheit Aids. Organisator ist wie bei der Premiere noch immer der Ex-Visagist Gary Keszler, der 2008 das Goldene Verdienstkreuz der Republik Österreich überreicht bekam. Diesjähriges Motto ist "Let Love Flow", gleichzeitig 1. Teil eines vierteiligen Zyklusses, der sich mit den Kernelementen des Lebens, Wasser, Erde, Luft und Feuer beschäftigt. Das Wasser steht dabei für den Beginn des Lebens und der Evolution. Dementsprechend verzauberte man das Rathaus in ein lichttechnisches Wasserschloss inkl. einem riesigen Becken mit 2,5 Millionen l Wasser, in dem sich bei der Eröffnungsshow u.a. Neo-Single und Schwimmstar Markus Rogan räkelte.

 

Unter der Regie von Tanzschul-Legende Thomas Schäfer-Elmayer tanzten 100 Paare opernball-like auf dem Blue Carpet ein. 1 Paar davon war homosexuell, ein Hinweis darauf, dass 99 % der HIV-Infizierten heterosexuell sind und die Krankheit Aids keine "Schwulenpest" mehr darstellt, wie sie Anfang der 80er fälschlich bezeichnet wurde, als sie exzessiv in der Schwulen- und Drogenszene von Los Angeles und San Francisco auftrat. Stargäste auf der Red Ribbon-Bühne des Life-Balles waren dieses Jahr der ehemalige US-Präsident Bill Clinton, leider ohne seine "Oral Office"-Praktikantin Monica Lewinsky, Desperate Housewive Eva Longoria und "Nanny" Fren Drescher. Musikalisch glänzten Ex-Eurythmics-Hälfte Dave Stewart (mit Cindy Gomez und dem Life Ball Anthem "I bring you Love"), Ex-Moloko-Vocalistin Roison Murphy ("The Time is now") und Superstar Katy Perry, die per Muschel auf die Bühne schwebte und ihre Hits "I kissed a Girl" und "Hot´n´Cold" präsentierte.

 

Letzterer Auftritt war Teil der schrill-schrägen Fashion Show der "Blondes" aus New York. Das Motto von David und Philippe Blond, die auch privat ein Paar sind: "Man muss nicht blond sein, um blond zu sein." Mit von der Partie auch die Sex & The City-Ausstatterin Patricia Fields, die für ihre "Der Teufel trägt Prada"-Kreationen mit einer Oscar-Nominierung belohnt wurde. Auf der rutschigen Bühne tänzelten - zu New Yorker Gay House-Sound - u.a. Pamela Anderson (mit Ghettoblaster), Eva Padberg (mit erotischem Busenblitzer), Mirjam Weichselbraun, der neue Austro-Terminator Roland Kickinger, Germany´s Next Top Model Lena Gercke in extrem kurzem Mini-Rock, Ex-"Brillantin Brutal"-Falco-Partnerin Cordula Reyer und Gitta "Playmate of the Century" Saxx.

 

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"Cheers"- Die neue Steiner Szene-Bar

"Das Lokal, wo man dich beim Namen kennt" - das merkte zumindest meine Wenigkeit, als ich mit Freundin Anita bei der Donaulände 34 in Stein vorbeiradelte und Martin Neger am sonnigen Sonntagnachmittag freundliche Grüße zurief. Der Spotlight-Veranstalter ist seit der Opening Night letzten Freitag mit seiner Freundin Sarah Inhaber des ehemaligen "Salzstein" und "Arte Novita". Das Lokal nennt sich nun "Cheers" und soll fast rund um die Uhr die unterschiedlichsten Zielgruppen anlocken.

 

Geöffnet ist Dienstag-Samstag von 8 bis 4 Uhr und Sonntags von 8 bis 18 Uhr, bei Schönwetter im Gastgarten und an der Schirmbar sicher auch länger, Montag ist Schontag und damit geschlossen. Frühstück gibt es ab 8 Uhr, Küche von 12-14 Uhr und 17-21 Uhr. Für exquisite Speisen sorgen Konditormeisterin Sarah und Patrick Fürst, der sich als Chefkoch des New Yorker "Danube" auch international einen Namen gemacht hat. Der Abend-Barbetrieb, u.a. mit Spotlight- und Und-Lounge-Barlady Tanja, startet um 21 Uhr mit Cocktails, Funky House-Sound und hoffentlich zahlreichen Party People.

 

Trotz großer Bar-Konkurrenz auch im Umfeld des neuen Szene-Lokals stehen die Zeichen für Martin und seine Crew nicht schlecht - guter Bekanntheitsgrad durch die Clubbing-Events, professionelles Marketing in den Medien, im Internet und im direkten SMS-Kontakt mit den potentiellen Gästen und auch die Möglichkeit, das "Cheers" für unterschiedlichste Zwecke zu nutzen - als legerer Gourmet-Treffpunkt, chilliger Hot Spot für Businessmen und Szene-Leute, Location für Vernissagen, Präsentationen, Unplugged-Auftritte oder Autogrammstunden, eventuell auch als After-Hour-Epizentrum für gestrandete Nightlife-Seelen. Ob in Martins Bar künftig auch Retro-Clubs oder House Sessions auf dem Programm stehen, wird sich weisen. Der Trendsetter weiß: Auch James Bond "sagte niemals nie".

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Ting Tings @ Flex Vienna

"They call me hell, they call me Stacey, they call me her, they call me Jane, that´s not my name". Recht hat sie - her name is Katie White, und gemeinsam mit dem ehemaligen Kunststudenten Jules de Martino bildet sie "THE TING TINGS", deren Name aus der chinesischen Mandarinsprache abgeleitet ist und soviel wie "Listen, Listen" bedeutet.

 

Samstag abend gastierte die durch Club-Events (in einer Mühle Salfords nahe Manchester) und MySpace bekanntgewordene englische Band im Wiener Underground-Club Flex. Der erste Österreich-Gig war seit Wochen ausverkauft und lockte nicht nur Indie- und Studentenpublikum, sondern auch viele Teenager Girls an den Donaukanal. Und Vocalistin Katie, äußerlich und gesanglich eine coole Post-Punk-Reinkarnation von "Blondie" Debbie Harry, war nicht nur für die männliche Fan-Schar ein sexy Eyecatcher. Nach dem Opener "We walk" gestand sie zwar, abgelesen von einem schlichten Zettel, "Mein Deutsch ist scheiße", der Ting Tings-Sound dagegen war Electro-Pop-Power pur von der ersten bis zur letzten Minute des Konzerts.

 

Während Miss White, mit Gitarre "bewaffnet", die Hits ihres Nr.1-Albums "We started nothing" (inkl. "Great DJ", "Be the One" und dem Best UK-Video-Track "Shut up and let me go") präsentierte, sorgte Jules de Martino auf den Drums und dem Piano für tanzbare Sound-Beats. Strictly with "Sunglasses at Night", da er gesundheitliche Probleme mit grellem Licht hat, wodurch Blitzaufnahmen im Auditorium verboten sind. Am Ende des Konzerts stellt er sich aufs DJ-Mischpult und mixt u. a. "Ghostbusters" mit den "99 Luftballons", sozusagen die Ouvertüre für die allerletzte Zugabe, dem Superhit "That´s not my Name", bei dem die Massen restlos ausflippen.

 

Einziges Manko: Die etwas zu kurze Dauer des Konzerts, die aber dem englischen Duo aufgrund der derzeit noch geringen Songauswahl nicht anzulasten ist. Album Nr. 2 wird übrigens gerade in Berlin und Paris eingespielt, der Sound leicht variiert in Richtung Brass Section und Saxophon. Vielleicht bereits bald in heimischen Gefilden hörbar, und zwar beim Frequency in St. Pölten, wo die Ting Tings im August 2009 einer der Headliner sind. Man darf gespannt sein.

ATV-Promi-Go-Go @ XO-Bar !

Neues Thursday Night-Event in Armin Oswalds Innenstadtlokalen ! "Girls only" in der XO Bar bis 23 Uhr mit Male Go Go und Gratis Prosecco, "Boys only" im Q-Stall mit Female Go Go an der Stange und Free Drinks. Pärchen und die Pink Community dürfen es sich bei Sarah in der neutralen Q-Bar bequem machen.

 

Male Go Go in der XO-Bar beim Probelauf am 30.4. war ein ATV-Promi aus der legendären Nightlife-Doku "Landdiscos". Und zwar Charly Steiner, ein Landwirt aus Guntramsdorf, der im Schweinestall seine ersten Tanzschritte choreographierte und bereits österreichischer Breakdance-Staatsmeisterschafter war. Im Dorf wird er teils noch immer milde belächelt und als "Schwuler" gebrandmarkt, kommt es doch vor, dass er im Dancing-Outfit nach einem Disco-Auftritt im Morgengrauen den Acker pflügt.

 

Trotzdem - im Vergleich zu den Millennium-Exzessen rund um die Doorman-Legende Michael Salzer und den im Auto schlafenden Christian Gschwantner ("Die Gäste sind verschwunden, der Inhaber auch. Es geht eine ganz normale Nacht zu Ende.") wirkt der sympathische Tänzer wie ein Biedermann. Und zwar ohne Brandstifter.

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Donaufestival Krems 2009: Girl Monster Night!

"It´s a Man´s World" sinnierte Soul-Legende James Brown in einem seiner populärsten Songs. Beim Donaufestival in Krems war es Saturday Night aber anders - das Samstag-Programm stand unter dem Motto "Girl Monster Night" ganz im Zeichen der (schrägen) Frauen.

 

"Who am I to feel so free" stand auf einem Banner über den Köpfen der - aus der New Yorker Electro-Band Le Tigre- entstandenen Combo "MEN". Im Mittelpunkt die bei Peaches in die Schule gegangene Vocalistin JD Samson, die man mit Schnurrbart und kurzen Hosen auch für einen Mann halten könnte. Also strictly androgyn. Die Message eindeutig: "Take off your shirt" - die Hüllen fielen zwar noch nicht, die Hemmungen (nach Einnahme mancher Substanzen) zunehmends.

 

Schick und zurückhaltender die Pariser Indie-Band Koko von Napoo, deren Name einer berüchtigten Manchester Gang aus den 20ern entstammt. Französisch klingt auch dann verführerisch, wenn man Vanessa Paradis mit Electro-Wave-Sound unterlegt, vor allem dann, wenn die Drummerin ein progressives Bangles-Blondie-Look-a-Like darstellt. Seltsam dagegen anmutend das Londoner Noise Art-Projekt "Prick your Finger", bei dem die Strickerinnen Rachael Matthews und Louise Harries mittels Kassettenbändern und Webstühlen unorthodoxe Geräusche erzeugen.

 

"Fuck dat Shit"-Atmosphere beim Top-Act des Abends: Shunda K und Jwl B alias Yo ! Majesty aus Florida, Ikonen des Lesbian Hip Hop, betreten die Bühne und sorgen für ein explosives Rap-Feuerwerk in der ansonsten von Fetenhits und Dance-Kommerz sanft gestreichelten Österreich-Halle. In der Hitze des musikalischen Gefechts schmeißt eine der beiden Rapperinnen ihr Shirt in die Roadie-Ecke und präsentiert ihre üppigen Rundungen dem verblüfften, aber begeisterten Auditorium. Sensationell Mixmaster-DJ Cooks, der mit Old Street Hip Hop, "Push it", "Pump up the Jam" und "Roxanne" nicht nur die Yo ! Majesty - Girls in Fahrt bringt. Nach diesem Turbo Speed-Auftritt der US-Ladies ging es nicht nur mit den BPM´s bergab - Kurt Cobains Lieblingsband "Raincoasts" war mehr Folk als Neo-Punk, und das mit Spannung erwartete "Girl Monster Orchestra" um 1 Uhr Mitternacht, bei der in Form von Video-Performances auch masturbierende Frauen und Doppel-Penetrationen (in Bleistiftzeichnung ?!) vorgeführt wurden, begeisterte vorwiegend die stark vertretene Lesbian Community urbaner Metropolen. Faszinierend war die "Girl Monster Night" trotzdem.

 

Anm.:  FM4-Reporter Martin Blumenau ist kein Kremser - er entdeckte aber bereits nach dem 1.Tag, dass die einzigen Einheimischen beim Donaufestival 2009 (mit wenigen Ausnahmen) in der Gastro tätig sind ("unter den Besuchern nur 3 Fahrräder"), wobei ich als Kremser q.e.d. da nur zustimmen kann. Seine Diktion: Das Donaufestival ist ein UFO, das einmal im Jahr landet und ein paar forschende Individuen mitbringt. Zum Festivalort Krems besteht eine unsichtbare Sperre, die de facto nicht durchbrochen wird. Ebenso sonderbar das antiquierte Ausschank-System der ÖH-Gastronomie - Bestellen, Trinken und sich dann die 2 (!) Euro Pfand pro Flasche und Becher zurückholen. Laut Blumenau wie in der DDR-Hochblüte des Kommunismus. Dem ist nichts hinzuzufügen.

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Donaufestival 2009 - "Fake Realities" - Psychedelic Night !

"Fake Realities" - so das Motto des 5. Donaufestivals in Krems. Programmatische Basis des schrägen Events ist auch ein Zitat des deutschen Bundeskanzlers Helmut Kohl "Die Wirklichkeit ist leider anders als die Realität". In diesem Sinne wurde vor der Österreichhalle ein Slum-Dorf errichtet, in der Künstler aus Kenia das afrikanische Alltagsleben in die Donaumetropole projizieren und in Interaktion mit den Besuchern des Festivals treten. Ob in einem echten Slum "Paper Planes"-Rhymes erklingen und deren Bewohner ekstatisch ins Glück tanzen, bleibt nicht nur dahingestellt, sondern soll den Besucher zu selbstreflektiertem Denken anregen. Was ist Fake ? Was ist Reality ? Ebenso wie die ästhetisch brillanten dreidimensionalen Videoinstallationen der russischen Künstlergruppe AES&F, in der sich leicht bekleidete Teenager vor einer Märchenlandschaft die Kehlen durchschneiden, ohne sich zu verletzen.

 

Musikalisch stand das Donaufestival am Donnerstag im Zeichen von Psychedelic - der französische Sound-Elektroniker Romain Turzi fabrizierte - umringt von Synthesizern - "roboter-artigen"-Kraftwerk-Sound. Zombie Zombie elektrisierten die Massen mit Minimal-Electro-Beats, unterbrochen durch "Lost"-Time Warps. In der Halle 1 purer, unerträglicher Experimental-Lärm von Black Dice und die Butthole Surfers, der Highlight des Abends. 1981 gegründet, dürfte diese Noise Rock-Fraktion aus Texas musikalisches Vorbild für Bands wie Oasis, Soup Dragons, Nickelback oder die jungen R.E.M. gewesen sein. Der Mitternachts-Gig vor gefüllter Location war auf jeden Fall mitreißend und kraftvoll.

 

Ein Großteil der Besucher, wenn nicht fast alle, stammte übrigens - wie üblich - nicht aus der Kremser Umgebung. Macht man daher eine professionelle Analyse über das Einzugsgebiet der Zuschauer, so wird es das Donaufestival wohl nicht mehr lange in Krems geben. Ein Künstler aus Kenia brachte es unbewusst auf den Punkt: "Im Vergleich zum Slum ist es hier so leise." Wer unter der Woche mal in Krems unterwegs war, der kann dazu nur bitter lächeln. Szene-Gastronomen oder Event-Veranstaltern vergeht dabei aber das Lachen.

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XO Bar beliebtestes Lokal von Krems!

Frühlingserwachen in der Kremser Szene ! Die Tage werden wärmer, die Nächte dauern länger, und meist blickt man bei Verlassen des Clubs mit bleichem Gesicht in gleißendes Sonnenlicht. Ein Schicksal, das auch einigen Star Night Club-Besuchern nach der Spring Break-Party letzten Samstag blühte. Verbunden mit der bitteren Erkenntnis, wie desolat die Österreich-Hallen im ungeschminkten Zustand im Morgengrauen aussehen. Hier besteht echter Handlungsbedarf für die 28.000-Einwohner Stadt Krems in Richtung Veranstaltungszentrum. Im Top-Zustand dagegen Alex Lengauers Und-Lounge, in der sich von Donnerstag bis Samstag Kremser Szene-People, IMC-Studenten und Dance Fetischisten die Klinke in die Hand geben.

 

In den Morning Hours stets mit einschlägiger Paul Prinz-XO-Lederjacke vertreten: Armin Oswald, dessen XO-Bar von Jugendlichen im Rahmen einer Umfrage des Molto-Magazins zum beliebtesten Lokal (73 %) gewählt wurde. Geschätzt wird vor allem die Cocktail-Night am Mittwoch. Verwunderlich der 2. Platz (Irish Pub mit 55 %), auf Platz 3 das Avalon mit 32 %, das Mitte April einen neuen Pächter bekommt.

 

Wie repräsentativ die Umfrage ist, bleibt aber dahingestellt. Einige Lokale wie das Nightlife oder das Il Vaticano fehlen in der Liste vollkommen, weit abgeschlagen die Teenager-Hochburgen Amadeus (23 %) und Q-Stall (14 %). Die "Bar" am Pfarrplatz ist nicht nur rauch-, sondern auch jugendfrei (0 %). Vertreten in der Statistik auch das trotz populärer Guest-DJ´s unter Besuchermangel leidende "G" (23 %), obwohl dort Jugendliche gar keinen Zutritt haben. Rein rechtlich ist man Jugendlicher bis zum 18. Lebensjahr, de facto wohl ewig. Was die Molto-Umfrage unter dem Begriff "Jugendlicher" versteht, bleibt ein Rätsel. Nevermind, Hauptsache "The Party goes on".

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Clubbing-Szene Krems - Something To Look For !

Dominic Heinzl, Moderator der Miss-Austria-Wahl 2009, spricht in "Hi Society" gerne spöttisch über die "Welt der Schönen und Reichen". In Krems waren sie das letzte Party-Weekend zumindest schön. Im G präsentierte die Ex-Berliner Djane ("Hafenbar") und "The Dome"-Moderatorin Anastasia im Red Dress coole House- und Electro-Mixes von Tom Novy, Fedde le Grand bis hin zu Eric Prydz und den Disco Boys. Leider nur vor spärlicher Kulisse.

 

Düsten die Girls womöglich lieber in die Und-Lounge, wo die "Blue Revolution"-Boys beim "Blue Friday" ihre muskelbepackten Körper enthüllten ? Donnerstags beim "Students Club" war dort auch Miss Niederösterreich-Kandidatin Sarah W. in den frühen Morgenstunden anwesend. Bei der Miss Austria-Wahl 2009 dagegen nicht mehr - dort gewann die 21jährige Anna Hammel aus Oberösterreich. Keine schlechte Wahl, die die Jury-Mitglieder Gitta Saxx, Richie Lugner, Rogan-Babe Christine Reiler und Starfotograf Manfred Baumann getroffen haben.

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DJ Ronaldo @ G-Krems

Jugendfreund DJ Ronaldo, derzeit Resident-DJ in der Wiener Passage, kehrte für einen Tag in seine Heimatstadt Krems zurück. Grund: Ein Club-Gig in der Diskothek G im Gewerbepark. Supportet von der quirligen Djane Dominique Jardin, ebenfalls eine Original-Wachauerin, präsentierte der renommierte House-Mixmaster neben raren Underground-Electro-Tracks Club Classics von Darude, Energy 52, Fragma oder David Guetta. Und Guru Joshs Rave-Perle "Infinity", das er bereits zu Mao-Zeiten im Original auf und ab spielte.

 

Der Unterschied zu seinen Auftritten in der Bundeshauptstadt - der Besucherandrang war im Gegensatz zu den Wiener Dance-Locations eher spärlich. Was aber nicht an seinem (guten) Image oder seiner Sound-Auswahl lag. Die Kremser Diskothek G funktioniert trotz Top-Marketing, elitärem Ambiente und spannender Show-Acts (wie zuletzt der "Delirious"-Sängerin Tara Mc Donald, Inpetto oder Tom Snow) sehr mäßig - Gerüchten sprechen sogar von einem baldigen Verkauf. Vielleicht sollte man eine U-Bahn von der IMC-Hochburg "Kolpingheim" bauen oder die einheimischen Kremser "Party People" endlich aus ihrem unverdienten Dornröschenschlaf wecken. Oder sich mit einem bitteren Beigeschmack eingestehen, dass das spießige Krems keine coole House-Diskothek verdient hat.

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Tempo Fiesta @ Und Lounge

"Ich gehe gewöhnlich nachts um 3 raus, um irgendetwas Verrücktes zu tun" - die neue Werbung von Swatch drückt kongenial das Lebensmotto der jungen Spanierinnen aus, die - wie in ihrer wunderschönen Heimat - auch in Krems die Nacht zum Tag machen und bis in den Morgengrauen abfeierten. "Tempo Fiesta" war am Donnerstag angesagt beim wöchentlichen Students Club in Alex Lengauers Und-Lounge, wo meine Wenigkeit für einen glamourösen Sound-Cocktail aus House, R&B und Party Classics sorgte und die Senoritas Heineken kippten und Limbo tanzten.

 

Das Kloster Und wurde übrigens vom St. Pöltner Unternehmer Christian Guzy renoviert und mit modernster Veranstaltungstechnik ausgestattet. Die Relaunch-Opening-Party gibt es heute - mit 800 geladenen Gästen, Hektiker Florian Scheuba und 2 Modeschauen.

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Krems - The Last Blue Revolution !

Red Bull lud zur "Blue Revolution" in die vor allem in der Halle 1 top dekorierten Österreich-Hallen, und die Massen strömten. Im Gegensatz zu den letzten Events in der Donaumetropole, die im ehemaligen Millennium und auf der Prinz Eugen (unter Hosting des Star Night Clubs) mit jeweils einer Sound-Direction stattfanden, wurden Samstag Nacht 3 Floors mit unterschiedlichem Sound und Ambiente aufgeboten.

 

"Music makes the people come together"-Disco-Sound in der Halle 1, dazu die Bars von Alex Lengauer, Martin Neger (auf der Piste im Mickey Rourke-Oscar-Totally-White-Outfit), Armin Oswald und Soundstore-Technik-Mastermind Gerhard Grossauer. In der Halle 2 sorgten die Vienna Calling-DJ´s rund um Tom Snow und DJ Ronaldo mit MC Spot und sexy Military Dancers für housige Atmosphere, coole Cocktails & Heineken-Bier wurden u.a. serviert von der Miss Niederösterreich-Aspirantin Sarah Weninger und XO-Barkeeperin Ines in der VIP-Bar. Bei den "nackten" Bodypainting-Barladies neben dem Dancefloor wurde der schnelle Drink zur langsamen Nebensache. Für die weiblichen Party People gab es muskulöse Studio 54-Boys zum Schnuppern. "Some like it hot", so wie es kongenial auf dem nächtlichen Outfit einer Party-Lady geschrieben war. In der Halle 3 dröhnten Drum´n´Bass, Minimal Techno und die supercoolen Ting Tings unter der "Beatpatrol"-Patronage des Warehouses St. Pölten, wo man sich bereits jetzt auf das Electronic Festival im Juli 2009 freut.

 

Einziger Wermutstropfen einer sensationellen Party-Nacht: der gleichzeitige Einlass von 3000 (!!!!) Party People zwischen 21 Uhr und 23 Uhr wegen einer seltsamen Ticket-Garantierestriktion und der darauffolgende Massenandrang bei der Garderobe. Der Ruf nach einem modernen Veranstaltungszentrum in der Studenten- und Kulturhochburg Krems wird (auch wegen der fehlenden sanitären Anlagen in den Österreich-Hallen) sowieso immer lauter. Dann wird Red Bull, das durch den Salzburg-Sololauf in der Bundesliga auch sportlich auf dem Höhenflug ist, bald wieder in Krems seine Zelte aufschlagen. Allerdings unter einer neuen Trademark. Denn die bisher größte "Blue Revolution" am 28. Februar war gleichzeitig auch die letzte.

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Masquerade Mania - Faschingsdienstag in Krems !

Faschingsdienstag, neben Silvester der zweite Tag, an dem gefeiert wird bis zum Umfallen. Trinken, Tanzen, Flirten ohne Rücksicht auf den guten Ruf und das aalglatte Image. Und das unter dem Deckmantel einer originell-kreativen Maskierung, die manchmal mehr enthüllt als verhüllt. Wer will nicht gerne einmal Sexy Hexy, Mafia-Boss oder Piratin sein und kann diese inneren Triebe leider nur beim Carneval-Ramba Zamba ekstatisch befriedigen ?

 

Angesichts dieser wissenschaftlich nachweisbaren Motive des Maskierungswahns erscheinen die Gewinner des Kremser Faschingsumzugs in eher biederem Gewande - es siegte Elektro Berger im Pumuckl-Outfit vor den Kremser Superadlern (Volksbank) und den Kremser Bank Doktors. Für exzessive Stimmung und laute Beats sorgten ohnehin andere - der Und-Lounge-Truck mit MC Alex Lengauer (der auf dem Pfarrplatz mit der neuen Paris Hilton in Gestalt des über 70jährigen Ex-Messechefs Alfred Göbhart liebäugelte), Christian Gschwantners Trachtenfloor-Truck mit Schlager- und Volksmusik, die "Tschi Tschis" aus dem Gewerbepark (wobei auf dem Jeep-Truck teilweise mehr Party People tanzten als auf manchem "G"-Event) und der Red Bull-Blue Revolution-Truck (incl. Spotlight-Veranstalter Martin Neger mit schwarzer Perücke und einmal nicht in 70er-Glockenhose).

 

Sexy und beweglich die jungen Mädels von der Tanzschule Caterino, esoterisch-avantgardistisch die Kremser Urtrommler, im Party-"Joana"-Rausch wie letztes Jahr die Paintball-Jungs. Unter den zahlreichen Zuschauern befanden sich zudem viele, die ihre Maske auch am nüchternen Aschermittwoch nicht ablegten. Ein bekannter Karikaturist nennt sie "Deix"-Figuren, ein Mallorca-"Fan" auch "Ballermänner".

 

Am besten maskiert war aber DJ Marco, der bis 23 Uhr mit Hölle Hölle & Hol-das Lasso raus-Playbacks auf dem Pfarrplatz eine Apres Ski-Stimmung verbreitete. Er sah zwar aus wie eine Amadeus-Kopie, war aber eigentlich tief im Inneren ein Alfons Haider-Epigone. Man munkelt von einer horrenden Gage von über 1.300 Euro, und das in einer der meistverschuldeten Städte Österreichs. Da darf sogar Wolfgang Petry ungestraft "Wahnsinn" gröhlen.

 

Nach dem Umzug wurde in den Kremser Bars und Clubs weitergefeiert, im Nightlife unter dem kongenialen Motto "Club Masquerade". Der House- und Party-Sound kam von DJ "Negro" Oliver und DJ "Kaiser" Thomas, die coolen Drinks von "Catwoman" Denise und "Ladybird" Christine. Bis in den frühen Morgengrauen vergnügten sich Boxenluder, Latex-Ladies, Jungs aus der Donauhauptstadt, kesse Bienchen und Szene-VIP´s wie DJ Dürnstein (der nächsten Sonntag früh die After-Hour für die Blue Revolution-Party einläutet). Manche Parties enden eben nie. Oder bekommt man manchmal das Ende nicht mehr mit ? Wer weiß das schon.

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Deix wird 60 - Neue Ausstellung im Karikaturmuseum Krems

2 österreichische Persönlichkeiten wurden am 22. Februar 60, der dreifache Formel 1-Weltmeister Niki Lauda und der Karikaturist Manfred Deix. Letzterer feierte sein rundes Jubiläum im Karikaturmuseum Krems mit einer Neukonzeption seiner dort stationierten Dauerausstellung: "Das ist Deix" zeigt nicht nur seine neuesten Geniestreiche rund um das "kongeniale Duo" Faymann/Pröll, Miss Glawischnig oder HC Strache, sondern auch Gusis bereits zur Polit-Geschichte gehörige Umfaller, "Die EU ist an allem schuld"-Cartoons oder die legendären Jörg Haider-Zeichnungen.

 

Dass ihm durch den Unfalltod Haiders der Lieblingsfeind abhandengekommen ist, verhehlt er keineswegs. Auch nicht, dass Österreich sich eigentlich vehement gegen den Einmarsch Adolf Hitlers gewehrt hat. Das allerdings mit einem bitterbösen Unterton. Vielleicht auch ein Revancheakt, wurde der St. Pöltner Gastwirtssohn, der seine ersten Zeichnungen in der Niederösterreichischen Kirchenzeitung veröffentlichte, in Österreich jahrelang verrissen, während er in deutschen Trendmedien wie Spiegel oder Stern die Titelbilder kreierte. Auch am Erfolg der NDW-Formation DÖF (Tauchen/Prokopetz/Humpe) und deren Hit "Codo" war er indirekt beteiligt, gestaltete er doch das Cover des ersten Albums.

 

Im 1. Stock der Ausstellung kann man sich einen Film über das Privatleben von Manfred Deix anschauen, bei der auch seine Frau Marietta, Klaus Eberhartinger von der EAV oder Lukas Resetarits zu Wort kommen. "Ich arbeite, zeichne, rauche, saufe" - ein legendärer Sager von Deix, der bis zu einem alkoholbedingten Zusammenbruch 1995 einen exzessiven Lebenswandel gepflegt hat und auch heute sich gerne noch ein Glaserl genehmigt. Wir haben da nichts dagegen, solange uns der Beach Boy-Fan noch lange erhalten bleibt und uns weiterhin mit derben Deix-Figuren, scharfen Polit-Cartoons und frechen Auftritten versorgt.

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Spotlight - Eighties Reloaded

Am 6. Februar 1998 verunglückte Österreichs einziger Popstar, Falco, bei einem vermutlich durch Drogen und Alkohol ausgelösten Verkehrsunfall in der Dominikanischen Republik tödlich. Grund genug, coole Revival Parties zu feiern. Im Staatsfunk lief der vielfach kritisierte, aber von seinem besten Freund Billy Filanowski (und der hat ihn wirklich gekannt) goutierte Tribute-Film "Verdammt wir leben noch", und nicht nur im U 4, sondern auch in den Österreich-Hallen geigten die Goldfisch.

 

Spotlight-Veranstalter Martin Neger lud zur "Eighties Reloaded"-Party, in der sich neben Pop-, Rock- und New Wave-Sound alles um die ehemalige Nr. 1 der US-Hitparade drehte. Auf den Videowalls floss das Wiener Blut der Schüttikone Nitsch, der von der Falco-Stiftung autorisierte Imitator Michael Patrick Simoner betrat mit Ray Ban und roter Uniformjacke die Showbühne, auf der Nightlife-DJ Christoph nach Mitternacht den Falco-Look-a-like-Wettbewerb für sich entscheiden konnte. Den jungen Römern gehörte die Nacht bis zum Morgen, denn nur die Sonne kennt die Sorgen. Und die kommt früh genug und unerbittlich.

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Nightlife-Promotion - Durch die Nacht in Krems und Stein!

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Schneetreiben in der Kremser Clubbing-Szene !

Life Ball, Fete Blanche, Garden Club, Donauinselfest - überall Schneetreiben trotz heißer Temperaturen und schwitzender Leiber. Und jetzt hat die Snow-Mania auch die Kremser Donaumetropole erreicht. Ein Schelm, wer Böses ahnt und dabei an ein schnelles Naserl mit einem Haserl denkt.

 

Gemeint ist natürlich DJ Tom Snow, der nach der bombastischen Vienna Calling Night im November und dem enttäuschend besuchten Silvester Clubbing im G gestern wieder für volle Tanzflächen in der Kremser Diskothek sorgte. Supportet wurde er von der blonden Resident-Djane Dominique Jardin, die sich wild herumtanzend als MC betätigte. Der Sound: Moderner Electro House im Stil des Londoner Clubs Ministry of Sound und abseits billigem Hands Up-Techno peinlicher Provinztanzschuppen.

 

Auch bei der am 28. 2. stattfindenden Blue Revolution in den Österreichhallen ist Tom Snow mit von der Partie, und zwar auf dem House Floor gemeinsam mit Vienna Calling-Kollege Ronaldo. Außerdem gibt es einen Disco Floor und einen Floor des St. Pöltner Alternativ-Clubs Warehouse. Special-Promotion dazu gibt es beim Kremser Faschingsumzug - mit einem Blue Revolution-Truck. Man darf gespannt sein.

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Students Club @ Und-Lounge

In Wien haben Studentenclubbings Tradition - Bestes Beispiel der legendäre Tuesday Club im U 4 (das gestern von einem Schwelbrand heimgesucht wurde). Krems ist auf dem besten Wege dazu - bis in die frühen Morgenstunden tanzten und feierten beim donnerstäglichen Students Club in der Und-Lounge Studenten, Szene-VIP´s (wie Spotlight Mastermind Martin Neger) und coole Party People der Nacht zum High Energy-Party-Sound von Oliver und Veranstalter Alex Lengauer. Meistgewünschte Platte der langen Nacht: "Just Dance". Wen wunderts ?!

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Politikerbeschimpfung an der Donau Uni Krems!

Die Abgeordneten verdanken sowohl ihr politisches Mandat als auch ihre materielle Existenz der Parteimafia,

der sie dafür das entsprechende Schutzgeld abliefern.

Um dann in jeder Bezügedebatte zu bejammern, dass ihnen ja "netto", also nach Abzug der Parteisteuern ohnehin nicht mehr übrig bleibe als einem durchschnittlichen Handwerker.

 

Das ist ein wenig so, als würde ein neapolitanischer Pizzabäcker sich weigern, Steuern zu zahlen,

wo er doch schon bei der Camorra ein Viertel seines Umsatzes abgeliefert habe.

 

Ein Auszug aus dem von Politikern alter Klasse geächteten und von Systemkritikern vielumjubelten Buches "Politikerbeschimpfung - Das Ende der 2. Republik" von Michael Fleischhacker. Der liberale Presse-Chefredakteur war im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Donauwellen" Diskussionsgast an der Donau-Universität Krems, wo er mit der Psychoanalytikern Dr. Rotraud Perner und interessierten Zuhörern über das korrupte, antiquierte politische System Österreichs philosophierte.

 

"Fischer was not amused", als er vom Erscheinen des Buches hörte. Anscheinend ist die Wahrheit dem Bundespräsidenten nicht zumutbar. Denn Österreich wird regiert von einer Laientruppe aus "Mietervereinigung und Bauernbund" und einer Sozialpartnerschaft, die schon längst ihre Legitimation verloren hat. Junge, innovative Quereinsteiger können sich in den Parteien nicht etablieren und wenn, dann geraten sie in ein Abhängigkeitssystem, aus dem sie nur durch einen Rückzug aus der Politik wieder entrinnen. Der Freiberufler-Anteil ist verschwindend klein, während nahezu 2/3 der Abgeordneten aus geschützten Bereichen wie Kammer, Gewerkschaft, Beamten- und Lehrertum stammen, die für ihre provinzielle, parteiliche (und peinliche) "Ochsentour" zu Dorfbällen, Feuerwehrfestln und Heurigengschnase sogar dienstfreigestellt werden.

 

Fleischhacker plädiert für ein Vorwahlsystem, bei der sich neue Kräfte profilieren können. Eine Methode, die durchaus Sinn hätte, aber bei der Kremser Gemeinderatswahl auch nicht funktioniert hat, da sich beim ÖVP-Vorzugsstimmenwahlkampf ewiggestrige Alt-Bonzen gegen Junggastronomen und Wirtschaftsakademiker durchgesetzt haben. Was aber auch an der fehlenden Attraktivität der ÖVP für Jungwähler liegen könnte. Einer, der auch die Jungen und Selbständigen ansprach, war Jörg Haider, der laut Fleischhacker zu Unrecht von den Intellektuellen des Landes angefeindet wurde, trat er doch offen für eine Veränderung des politischen Systems, gegen Parteienproporz, Privilegien und Freunderlwirtschaft auf.

 

Der für Freiheit und Individualität eintretende Presse-Chefredakteur kritisiert auch den Verfassungsjuristen Heinz Mayer, der gegen ein Mehrheitswahlrecht eintritt, "weil es das Parlament ausheble". Laut Fleischhacker funktioniert das Parlament seit 60 Jahren nicht und sei nur eine Abstimmungsmaschinerie überzahlter Abgeordneter, die widerspruchslos durch Handheben die Vorlagen von Regierung, Bundesministerien und Sozialpartnerschaften beschließen.

 

Bezüglich der Zukunft der Medien äußert sich Fleischhacker skeptisch - der Anzeigenverkauf sei generell um 30 % zurückgegangen, Print-Medien liefern sich einen verschärften Wettbewerb, der durch das Fellner-Blatt "Österreich", wo die "Normalität als Sensation" verkauft werde, ungustiöser geworden sei. "Die Presse" werde sich - neben der in Kürze erscheinenden Sonntagsausgabe - vor allem auf Analysen und Kommentare konzentrieren, die Nachrichten in Echtzeit liefere ohnehin das viel schnellere Internet. Beim ORF sieht Fleischhacker bei den Journalisten dieselbe unerträgliche Form von Partei-Abhängigkeit wie bei Jungpolitikern, die Meinungseinflussnahme sei aber durch das (rundfunkrechtliche) Objektivitätsgebot begrenzt. Trotzdem ein Armutszeugnis für Österreich, wenn es in der heutigen Zeit noch "Pröll-nahe" oder "Faymann-nahe"-Journalisten gibt, die aus diesem Grund für Postenbeförderungen in Frage kommen.

 

Eines ist sich Fleischhacker sicher - eine Veränderung des politischen Systems könne es nur "von innen" geben, Visionäre und Idealisten könnten ja bis dahin "im Journalismus überwintern". Ob es eine Fortsetzung der "Politikerbeschimpfung" (oder gar eine "Medienbeschimpfung") geben werde, lässt der Presse-Chefredakteur offen. Material gäbe es zur Genüge.

 

Anm.:  Bei der Veranstaltung waren keine einzigen bekannten Journalisten oder Politiker der Kremser Region anwesend. Sie haben gewusst, warum.

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Birthday-Party in der Arena Wien - FM4 wird 14

1995 wurde in Österreich aufgrund der Abschaffung des Rundfunkmonopols ein neuer Sender gegründet: FM4 als junge, intelligente Alternative zum Mainstream-Formatradio Ö3. Als erste Musiknummer ging am 16.1. 1995 "Sabotage" der Beastie Boys on Air. In der Wiener Arena wurde am 24.1. das nunmehr 14. Geburtstagsfest des Senders, der neben heimischer Underground-Musik auch die "Salon Helga"-Comedians Stermann & Grissemann bekanntgemacht hat, gefeiert.

 

Jene, die die begehrten Tickets ergattern konnten (die Birthday Party war bereits nach 2 Tagen ausverkauft), mussten sich warm anziehen. Die Main Stage, umnebelt durch Trockeneis, befand sich nämlich traditionell im glirrend kalten Freien. Musikalischer Opener war Clara Lucia, die Pop-Amadeus-Nachwuchsgewinnerin 2008, mit zarten Melodien a la Cranberries und Amy Mc Donald.

 

Härter zur Sache ging es bei der Londoner Indie-Rock-Band "The Rakes", deren Sänger Alan Donohoe von Szene-Insidern gerne als "Jarvis Cocker on Speed" beschrieben wird. Bei Songs wie "The World was a Mess, but his Hair was perfect" kein Wunder.

 

Schräg und abgefahren der Auftritt der Electro-Hip Hopper Deichkind aus Hamburg - Trampolinspringer, Müllsack-"Yeah"-Outfits und Schlauchboot-Stage Diving mitten ins tanzende Publikum. 

 

"Wir haben beschlossen, dass wir keine Arschlöcher werden" - so ein Zitat der schottischen Band Franz Ferdinand vor ihrem Karrieredurchbruch zu FM4-Reporter Robert Rotifer. Sic est - 2 Tage vor dem U.K.-Release der neuen CD "Tonight" (mit der genialen Single "Ulysses") begeistern die hippen Brit Popper aus Glasgow als Headliner der (22 Euro billigen) FM4-Party mit schnörkellosem Gitarren-Rock und viel umjubelten Hits wie "Take me Out" (Nr.1 FM4-Charts 2004) und "Do you want to".

 

Bis gegen halb 12 die warm getanzten Fans in die Indoor-Stages und DJ-Rooms düste, wo auch bereits seit Stunden ein Full-Time Programm aufgeboten wurde. Darunter "Schwefelgelb", eine Reinkarnation der "Mussolini"-New Waver DAF, die Rap-Puppen "Puppetmastaz" oder die dänische Rock-Combo "Who Made Who".

 

Ein FM4-Reporter fragte die Party People nach schlechten Witzen - bei meinem Beitrag "Geht der Bürgermeister an der Bar vorbei" dürfte sich der trinkfeste Wiener Bürgermeister Häupl wohl ein Extra-Achterl genehmigt haben.

 

Wir stoßen auch an, und zwar auf ein weiteres innovativ-kreatives Jahr FM4 und auf das 15. Geburtstagsfest im Jänner 2010. Und auf einen weiteren heißen Tanz in bitterer Kälte.

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Kesselhaus Krems: Eine kleine Horror-Revue

1. Top-Event 2009 im Kesselhaus des Kremser Campus-Areals. Unter der Trademark "Cinezone" (hosted by Avalon, dem Kremser Indie-Club) wurde ein attraktives Austro-Package aus Film und Live-Act präsentiert.

 

Um 20 Uhr lief das Sequel des erfolgreichsten österreichischen Films 2006, "In 3 Tagen bist du tot 2", wieder mit der talentierten Sabrina Reiter als Nina, die die 1. Horror-Episode des Low-Budget-Streifens von Andreas Prochaska überlebt hat. Nach einer feuchtfröhlichen Dancing Night im Wiener Szeneclub Flex bekommt sie per Handy Hilfe-Rufe ihrer Freundin Mona. Sie begibt sich daraufhin in die Tiroler Berge, um sie zu suchen, und gerät auf einer Almhütte an eine "schräge Familie", die mehr als nur Leichen im Keller hat. Dass der Titel mit dem Film nur mehr wenig zu tun hat, stört nicht. Der Einwurf einiger Ecstasy-Tabletten (durch die Hauptfigur) würde die Glaubwürdigkeit der Story aber um ein Vielfaches erhöhen. Nichtsdestotrotz: Die Fortsetzung ist blutig, spannend und um einiges trashiger als der auch in Deutschland erfolgreiche 1. Teil. Cooles österreiches Kino.

 

Noch skurriler als der Film dann der Live-Act direkt neben der Filmbar - die FM4-Favourites "Tanz Baby" aus dem Burgenland (die mit "Ich bin traurig" Platz 1 der FM4-Charts im November belegten), präsentieren live ihr 1. Album "Liebe". Sänger und Entertainer David Kleinl mit Anzug, roter Rose im Knopfloch und Gel im Haar als Mixtur aus Comedian Harmonists, Roy Black und NDW-Andreas Dorau, dazu Experimentalmusiker Kristian Musser als Heimorgel-, Schlagzeug- und Okulele-Soundsupport. Eingehüllt in eine schwülstig-rote Bühnenaura tönen banal-minimale Schlager-Texte a la "Ich bin traurig, und irgendwie schon den ganzen Tag nicht gut drauf. Mir fliegt die Welt heut um die Ohren, und das Leben nimmt so seinen Lauf."

 

Tanz Baby, die auch Balkan-Beats in ihren Sound einfließen lassen, spielten auch schon in Moskauer Clubs (siehe YouTube) und in einschlägigen Wiener Etablissements (wie dem Queens Club) - die Message "Die Liebe wird für immer sein, für immer wird die Liebe sein" passt hier wie dort. Sound und Vocals werden nach einigen Songs aber zuviel des Guten - das könnte sich aber nach der Konzeption weiterer innovativer Lieder ändern. Bis dahin höre ich in meinem Ohre rauschen "Jetzt fahre ich ans Meer, finde mein Glück und komme nie mehr zurück."

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Rocky Horror Picture Show @ MQ Wien

1973 hatte die "Rocky Horror Picture Show" des Schöpfers George O´Brien als Musical in London Premiere, 1975 wurde der dazugehörige Film (u.a. mit Tim Curry, Susan Sarandon und Meat Loaf) als "Midnight Movie" zum Kult-Film. Im Wiener Museumsquartier sorgt derzeit eine neue Version des britischen Regisseur Sam Buntrock für ausverkaufte Hallen. Freundin Anita und ich waren am Dreikönigstag live dabei.

 

Und Tatsache ist: Die britische Crew braucht sich vor den 70er-Originalen nicht verstecken. Als blonder (und nicht schwarz gelockter) "Sweet Transvestite" Dr. Frank´n´Furter glänzt der bekennende Freddie Mercuty-Fan Rob Morton-Fowler mit Strapsen, Mieder und animalischer Gestik. Den "Rocky Horror"-Klassiker "Time Warp" animiert Riff Raff-Darsteller Stuart Matthew Price inmitten von sexy Girls. Wie im Film verrucht und (damals) skandalös die Szene, als der transsexuelle Frank´n´Furter das spießige Pärchen Brad und Janet täuscht und separat voneinander verführt.

 

Sound und Live-Band im Hintergrund der zweistöckigen Bühne waren erstklassig. Farbenprächtige Choreographien vor dem pinken Vorhang erinnerten frappant an die schwülstigen Scissor Sisters. Hardcore-Fans legten sich Fan-Packages mit Leuchtstäben, Spritzpistolen, Klopapier und Konfettis zu und supporteten einschlägige Szenen der Show.

 

Als Erzähler fungierte ein alter Bekannter - Alexander Goebel, der 1984 (neben Erich Schleyer) den Riff Raff spielte und am Schluss der Show so wie einst mit Strapsen einmarschierte. Und dann mit der gesamten Crew und unter tosendem Applaus und Dancing Ovations noch einmal "Let´s do the Time Warp again" intonierte.

 

Wer sich in die Trash-Vergangenheit der 70er zurückversetzen will und von den verbotenen Früchten Transsylvaniens naschen will, der kann sich freuen. Aufgrund des großen Erfolges der "Rocky Horror Show" gibt es Zusatztermine im April und Mai. Rechtzeitig Karten sichern.

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Jim Morrison lebt - The Doors Experience auf Arte

"Jim Morrison lebt" - so der Titel einer Arte-Dokumentation Samstag Nacht. Im Mittelpunkt eine Band mit Wurzeln aus Krems - THE DOORS EXPERIENCE.

 

Und Tatsache ist: Der charismatische Frontmann Jason "Jim" Boiler und seine Bandkollegen, die bereits vor vielen Jahren im Jazzkeller und Avalon das Kremser Publikum mit "Break on through", "Light my Fire" und dem Dreigroschenoper-Burner "Alabama Song" begeisterten, touren mittlerweise durch ganz Europa, um die Legende des am 3. Juli 1971 verstorbenen "Lizard Kings" aufrechtzuerhalten.

 

Der Original-Jim wird sich voller Sehnsucht nach den wilden Flower-Power-Sixties sehnen, wenn er die verschwitzten, lüsternen Mädels "Take off your Shirt" nach dem "New" Jim schreien hört. Hoffentlich gibt es bald wieder einen Auftritt in der Donaumetropole - das würde auch die vielen internationalen IMC-Studenten freuen.

 

Ausstrahlung der Dokumentation: 5. Jänner, 10.55, Arte.

Van Gogh-Mania in der Wiener Albertina!

Massenandrang im Herbst 2008 in der Wiener Albertina - bereits mehr als 250.000 Besucher visitierten seit 5. September die noch bis 8. Dezember laufende Ausstellung über den holländischen Maler Vincent van Gogh, der erst mit 27 seine nur zehnjährige Schaffensperiode begann. 

 

Von Van Gogh existieren 864 Gemälde und über 1000 Zeichnungen, präsentiert werden im renommierten Palais Albertina 150 Werke in Kooperation mit dem Van Gogh-Museum in Amsterdam und über 60 Leihgebern aus aller Welt. Zu Beginn seiner künstlerischen Karriere in Holland und Belgien widmete sich van Gogh vor allem der Illustration menschlicher Schicksale aus der Arbeiter- und Bauernwelt, nach seiner Übersiedlung nach Paris und ins südfranzösische Arles änderte sich sein Stil in Richtung gleißende, reine Farben. 

 

Der Autodidakt Gogh war aber nicht nur eine Ikone des Postimpressionismus, sondern auch psychisch krank - nach einem Streit mit dem Künstlerkollegen Paul Gauguin schnitt er sich im Absinth-Rausch sein linkes Ohr ab. Aufgrund von Wahnvorstellungen und Depressionen ließ er sich in die Nervenheilanstalt von St. Remy einliefern, wo die "Sternennacht" entstand, jenes Meisterwerk van Goghs, das vom Folk-Sänger Don Mc Lean im Song "Vincent" (Starry Starry Night) thematisiert wurde. In der Anstalt fühlte sich Gogh aber wie ein Gefangener, sodass er ins ländliche Auvers zu einem Arzt zog, wo er in 70 Tagen 80 Gemälde und 60 Zeichnungen schuf. 

 

Kunstmäzene und Öffentlichkeit wurden bereits auf van Gogh aufmerksam. Am 29. Juli 1890, mit 37 Jahren, begeht der Künstler allerdings Selbstmord durch einen Pistolenschuss. Zu Lebzeiten verkaufte van Gogh gerademal 10 Werke, heute erzielt er bei Auktionen Millionenwerte und zählt zu den berühmtesten Malern der Welt. Ein tragisches Schicksal, das van Gogh mit vielen anderen Kreativen teilt.

 

Neben der van Gogh-Ausstellung gibt es in der Albertina noch die Foto-Ausstellung "Die Weite des Eises" und - in den neuen Ausstellungsräumen - die Exhibition "Nach 1970" zu sehen, bei der neben Gottfried Helnwein, Arnulf Rainer oder Hermann Nitsch auch unbekanntere Künstler wie Hubert Schmalix, Franz West oder Sonja Gangl präsentiert werden. Ein Besuch lohnt sich.

Electro Rock´n Roll aus London: Infadels live im Flex!

Am 17. Juni dieses Jahres warf eine Band aus London einige 1000 Pfund aus einem Fenster auf die Straßen. Anlass: der Release ihrer späteren Indie-Nr.1 "Free Things for poor People". Die Polizei löste die spontane Versammlung mitten in Central London auf, 4 Monate später standen die Infadels, eine Elektro-Indie-Formation aus Englands Capital, auf der Bühne im Wiener Szene-Lokal Flex.

 

Mit teils sonderbarer KLF-ähnlicher Maskerade und einem charismatischen Lead-Sänger Bnann Watts, der sich in Stage-Dive-Manier auch ins junge Studentenpublikum warf und neben der ekstatischen "Sweet Dreams"-Zugabe Songs aus den bis dato veröffentlichten CD´s "We´re the Infadels" und "Universe in Reverse" präsentierte. Die nicht allesamt überzeugen konnten. Was nicht unbedingt am energiereichen Auftritt des Quintetts lag. Denn nicht einmal Depeche Mode (die auch von Martin "Youth" Glover produziert werden) oder Duran Duran haben nur treibende Hits zum Ausflippen in ihrem Live-Repertoire. 

„No One is Innocent“ - Punk Art in der Kunsthalle Wien

Es war eine triste Zeit der Massenarbeitslosigkeit, der fortdauernden Kommerzialisierung und der Grassierung der Konsumgesellschaft, Mitte der 70er - Nährboden für eine neue Jugend- und Kulturströmung, die sich mit anarchistischen Slogans wie „Fuck the System“ und „No Future“ gegen das politische Establishment und gegen die konservative Gesellschaft auflehnte. Man wollte alles sein, nur nicht Teil des Systems, und trat ein für die radikale, wenn auch unpolitische, Freiheit des Individuums, die unterstrichen wurde durch provokant-progressiven „Do it yourself“-Look wie bunte Irokesenfrisuren, Nasenringe, Sicherheitsnadeln oder Nazi-Symbole auf zerrissenen T-Shirts. Manche bezeichnen die Punk-Bewegung als die (neben dem Hip Hop) letzte globale popkulturelle Bewegung, die mehr sein wollte als nur die akustische Möblierung von Teenager-Schlafzimmern. 

 

Die Kunsthalle Wien präsentierte im Museumsquartier während der Sommermonate eine stylisch-ambivalente Mixtur aus Relikten der Punk-Ära - Bilder, Installationen, Soundtapes, Videos, Fan-Zines, Plattencover, Fotografien,.... von Künstlern, Musikern, Philosophen, Ikonen einer auch 30 Jahre danach noch zwiespältig empfundenen Zeitepoche. Die Exhibition steht unter dem Motto „No One is Innocent“, benannt nach einem Song der Sex Pistols, damals die Heroes der Punk-Szene, und beleuchtet dabei vor allem die Punk-Culture in den City-Metropolen New York, London und Berlin, die unterschiedlicher nicht sein konnte.

 

In London brüllten zwar die Sex Pistols mit „Anarchy in the U.K.“ und „God save the Queen“ ihren Frust über Thatcher & Co. durch die Konzerthallen, ihr Chef-Grafiker Jamie Reid schmückte die Queen mit Sicherheitsnadeln durch die Lippen und ahmte Erpresserbriefe nach, indem er Buchstaben verwendete, die er aus Zeitungen ausschnitt. Der Punk war dort aber vor allem auch ein Modephänomen rund um Vivienne Westwood und ihren damaligen Ehemann Malcolm Mc Laren (gleichzeitig auch Manager der Sex Pistols), die in ihrem Fashion-Shop „Sex“ Fetischmasken, S&M-Accessoires und Erotikdessous verkauften. In der Ausstellung auch zu sehen Bilder von Boy George, Marilyn und Visage-Mastermind Steve Strange, die man bereits dem bunt-flippigen „New Wave“-Movement Anfang der 80er zuordnen kann, aber auch ihre Wurzeln in der non-konformistischen Punk-Szene hatten. Radikal feministisch dagegen die Manchester Künstlerin Linder, die das legendäre „Orgasm Addict“-Cover der Buzzcocks konzipierte und bei ihrer „menstrual jewelry“ blutige Tampons verwendete. 

 

Das New Yorker Pendant dazu war Lynda Benglis, die 1974 im Kunstmagazin Artforum eine Anzeige schaltete, in der sie nackt mit einem umgeschnallten Dildo abgebildet war. In Amerika war die Punk-Bewegung wesentlich kunstorientierter und gattungsübergreifender als in England - stilprägende Künstler waren vor allem Robert Longo, Robert Mapplethorpe (der damals mit der „Because the Night“-Sängerin Patti Smith verheiratet war und diese auch nackt ablichtete), Polaroid-Fetischist Mark Morrisroe, Richard „Shadow Man“ Hambleton und David Woynarowicz, der durch die Fotoserie „Arthur Rimbaud in New York“ populär wurde, wo er einem Typen eine Papiermaske des franzöisischen Poeten überstülpte und diesen in verschiedenen Arealen der Großstadtwüste New York fotografierte. Epochal und schockierend auch sein Super 8-Film „Heroin“ - „Requiem for a Dream“ läßt grüßen. 

 

Ich seh deine braunen augen,dein braunes Haar

wie lang und schön,oohhhh

nur noch eine stunde

an deinem munde

und dann musst du gehn.

geh duschen geh duschen

ab in die fabrik

geh duschen geh duschen

wart ich komm mit.

(Geh duschen, Malaria !)

 

Im hinteren Teil der Kunsthalle trifft man auf die Ikonen der Berliner Punk-Szene: Malaria, die schrille New Wave-Frauen-Combo, 2000 mit einem Remix von „Kaltes Klares Wasser“ zu (Dance)-Charts-Ehren gekommen, die Künstler-Community „Die Tödliche Doris“, Martin Kippenberger, die Einstürzenden Neubauten (mit einem alten Stahlschlagzeug) und den Maler Wolfgang Ludwig Cihlarz aka Salome, auch Ex-Frontmann der „Geilen Tiere“ und „Vom Anderen Ufer“-Bar-Freund von David Bowie, damals in der exzessiven Nightlife-Szene Berlins viel unterwegs. „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“, you know.

 

London, New York, Berlin - Punk progressiv, ja klar, aber was tat sich in Österreich ? Hausbesetzungen in der Arena und im Autonomen Jugendzentrum Gassergasse, eine New Wave-Band namens Chuzpe mit einem Joy Division-Cover („Love will tear us apart“) in der Ö3-Hitparade und natürlich die exzessive Drahdiwaberl-Hallunication Company rund um Stefan Weber. Zu sehen im 1. Stock der Ausstellung im „Wiener Punkarchiv“, ohne Anspruch auf Vollständigkeit. 

 

Nicht dabei beispielsweise die Kremser Ex-Punks Hatsch und Zumpf, Söhne bürgerlicher Mittelschichtfamilien und 1989 in der biederen Donaumetropole kurzzeitig auf anarchistischem „No Future“-Trip mit Irokesenschnitt, Patchwork-Look und Schnorrermentalität. „Wir san net auf Wickeln aus. Wir san ja froh, wenn ma in Rua irgendwie an Gspritzten trinken kennan.“ (Wiener, Oktober 1989). Das machen sie jetzt sicher auch, aber im Hugo Boss-Business Look. 

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„Wild Boys“ Duran Duran @ Gasometer Vienna

"Come Undone" and "Ordinary World" are mega. "Girls on Film" is one of the absolute high points of the show. "Hungry Like the Wolf" gets them rockin' right at the beginning. "Planet Earth" gets them singing. "The Reflex" gets them dancing. "Notorious" gets them crazy. That's what the show's like. 

(Simon Le Bon, Duran Duran)

 

Andy Warhol und Lady Di gehörten zu ihren größten Fans, sie waren Protagonisten hypermoderner Videoclipästhetik, verkauften mehr als 85 Millionen Alben und produzierten eine Vielzahl eleganter Pop Art-Chart-Hits seit ihrer Gründung 1978 in Birmingham - Duran Duran, benannt nach dem Bösewicht „Durand Durand“ aus dem Science Fiction-Streifen „Barbarella“, beehrten im Rahmen ihrer „Red Carpet Massacre“-Tour auch Österreich, und zwar das Gasometer Wien, wo einst Tekkno-Jünger pillenberauscht tanzten und ansonsten eher New Acts auf Konzertvisite kommen. 

 

Und auch wenn Leadsänger Simon Le Bon, Bassist John Taylor, Keyboarder Nick Rhodes und Drummer Roger Taylor (Anm.: Andy Taylor verließ 2006 die Band und wurde durch den jungen Gitarristen Dom Brown ersetzt) bereits nahe der 50 sind, handelte es sich beim Duran Duran-Auftritt in Wien nicht um einen billigen Retro-Abklatsch müder Rockhaudegen, sondern um ein 2 Stunden langes, impulsives Party-Programm, bestehend aus neu arrangierten Mega-Hits und den von Star-Producer „Apologize“ Timbaland kreierten Songs ihres neuen Albums, das in seinem Titel ambivalent die Reality-TV-Scheingesellschaft anprangert. 

 

Im Mittelteil präsentierten die Duranies a la Kraftwerk als Special-Dessert ein eigens konzipiertes elektronisches Set mit Synthesizern und Drum-Machines, bestehend auch aus dem anrüchigen „All she wants is“, bei dem Entertainment-Mastermind Simon Le Bon (der im Oktober 2008 50 wird !) mit zackig-sexistischen Hüftschwüngen an seine wilden Macho-Touren der 80er erinnerte. Was wohl nicht nur beim New Romantic-Limahl-Epigonen mit den blonden auftoupierten Haaren in den vorderen Konzertreihen eine bittere Retro-Träne fließen liess. 

 

Party Time total und Clapping-Hands-Hysteria bei den Welt-Hits der Duranies: „Wild Boys“, dem funkigen „Notorious“, dem Bond-Titelsong „A View to a Kill“, “The Reflex”, den 93-Comeback-Hits “Ordinary World” und “Come Undone” und dem brillianten, mit einem Saxophon-Solo unterlegten Herzensbrecher “Save a Prayer”. Auf der Playlist vor nicht ganz ausverkaufter Halle auch der erste Chart-Hit „Planet Earth“ (U.K.-Nr. 12 1981), das einst wegen lesbischer Küsse und nackten Brustwarzen MTV-zensurierte „Girls on Film“ und der Pop-Klassiker „Rio“ als vielumjubelte Zugabe. 

 

Die Party ist für Duran Duran aber noch lange nicht zu Ende - dafür wird auch Avantgarde-DJ und Amy Winehouse-Produzent Mark Ronson sorgen, der die einstigen Popper-Heroes nicht nur bei ihrem Paris-Konzert kongenial supportete, sondern auch ihre Future Sound-Visions trendgerecht mixen wird.  We are „Hungry like a Wolf“.

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Regenbogenparade 2008 - “Raus aus dem Abseits”

„Feier das Leben, feier das Glück, feier uns beide, es kommt alles zurück“ - eine Zeile des neuen Rosenstolz-Songs „Gib mir Sonne“ - sie könnte durchaus auch Slogan für die 13. Wiener Regenbogenparade sein, die - aufgrund der Euro 2008 - dieses Jahr 2 Wochen verspätet stattfand und unter dem fußballangelehnten Motto „Raus aus dem Abseits“ stand. 

 

Eigentlich hätte das diesjährige Wiener Christopher Street Day Event eine exzessive Jubel-Party für Schwule, Lesben und Transgender werden sollen - das neue Lebenspartnerschaftsgesetz, das eine eingetragene Partnerschaft für Homosexuelle und eine Trauung vor dem Standesamt für Gleichgeschlechtliche normieren sollte, stand kurz vor der Beschlussfassung - nun liegt es aufgrund des desaströsen Scheiterns der rot-schwarzen Koalition wohl noch länger auf Eis. Der Kampf gegen die Windmühlen geht also weiter, und das ganz im Stile der Gay & Lesbian-Community, Party-Feeling mit politischer und gesellschaftlicher Agitation zu verbinden. 

 

Auf der Wiener Ringstraße versammelten sich am sonnig-heißen Samstag-Nachmittag des 12. Juli 33 Gruppen, die in einer friedlichen Parade „andersrum“ gemeinsam für sexuelle Toleranz und eine rechtliche Gleichstellung aller Lebensformen auftraten. Neben zahlreichen Besuchern, die teils stets nur an diesem ehrwürdigen Tag den Mut haben, sich zu „outen“, präsentierte sich inmitten des Reigens bunt und schrill kostümierter Party People auch die Gay Schickeria des Landes - Life-Ball-Initiator Gary Keszler mit seinem aufgrund eines Ehrenbeleidungsprozesses berühmt-berüchtigten „Berufsschwuchtel“-T-Shirt, Kult-Drag-Queen Miss Candy (gleichzeitig auch Moderator/-in der Schlussveranstaltung am Heldenplatz), Ex-TV-Star und SoHo-Aushängeschild Günther Tolar in einem Oldtimerbus und der kränklich aussehende Hermes Phettberg in einem Rikschataxi. 

 

Angeführt wurde die Parade von den „Dykes on Bikes“, einem Motorradclub für Lesben, beendet mit den MA-48-Trucks, die innerhalb kürzester Zeit wieder für eine Reinigung der zurückgelegten Route sorgten. Dazwischen tummelten sich neben politischen Aktivisten, engagierten Organisationen wie Amnesty International oder der Beratungsstelle Courage und vollig losgelösten Zivilisten schräge Gestalten der Wiener Undergroundszene, darunter die SM-Initiative Libertine mit „Personenfiakern“, die Community Le-Swing, „die gleich zur Sache kommt“, oder der Travestiestar Francesco Cardeloni. 

 

Zu heißen Techno- und House-Beats tanzten die „Why Not“-Teens und Twens auf einem pink geschmückten Sattelschlepper, während der Truck Nr. 34 auf den baldigen Filmstart des „Mamma Mia“-Films hinwies. Dass Abba ebenso wie Village People, die Pet Shop Boys oder die Wowereit-„Ich bin schwul, und das ist gut so“-Freunde Rosenstolz zu den Schwulenikonen gehören, weiss ja heutzutage nicht nur die Pink Community. Auf dem Wiener Heldenplatz sorgte der auch aus der XO Bar bekannte DJ Sonic, gemeinsam mit Junior Sonic Veranstalter des Gay-Clubbings „Joyride“ im Utopia, für einen exquisiten musikalischen House-Elektro-Cocktail, den man entspannt in den Liegestühlen oder tanzend auf den Straßen genießen konnte. 

 

Die Bristoler Kult-Formation „Kosheen“ (bekannt durch „Catch“ und „Hide U“) und die Right Said Fred-Glatzköpfe, bei einem ähnlichen Event in Russland (wo bis vor kurzem Homosexualität noch als Geisteskrankheit galt) festgenommen, unterhielten als Event-Highlights bis 22 Uhr die schrille Parade-Gesellschaft. Die sich zumindest an diesem Tag so richtig wohl fühlte in der als spießig und morbid verschrienen Bundeshauptstadt. Es droht allerdings noch ein steiniger Weg, bis die „egalite“ vollständig erreicht ist. Die Hoffnung allerdings stirbt zuletzt.

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Spotlight - Disco Boat - Party in der Wachau!

“It´s Summertime, and the Weather is high. You can stretch right up and touch the sky. Have a Drink, have a Drive, go out and see what you can find.” Kongeniales Motto für die 2. Spotlight-Disco-Boat-Party von Event-Veranstalter Martin Neger in der ersten Juli-Saturday Night. 

 

Zur Boarding Time pünktlich um Viertel 9 traf sich die vergnügungssüchtige Party-Schickeria an der Schiffsstation Stein, um mit der MS Prinz Eugen, die innerhalb von 2 Stunden vom Ausflugsschiff zum Party-Boat mutierte, von Krems durch das UNESCO-Weltkulturerbe Wachau nach Spitz und zurück zu düsen und sich an heißen Disco-Beats und coolen Cocktails zu delektieren - Trinken, Tanzen, Flirten pur auf einer exquisiten Party-Location bei herrlicher Summernight-Atmosphere. 

 

Nach einem Sektempfang tanzten auf dem Summer Free Deck unter freiem Himmel sexy Ladies mit colourful Dresses und chic Sunglasses und hippe „White Wild Boys“ zu meinen „Let the Sunshine In“-Vibes von Kid Rock, Gipsy Kings, Shaggy, Alex Gaudino und Rihanna, während der kürzlich auch bei der Euro 2008-Fan-Arena auf der Prater-Kaiserwiese engagierte DJ L. Rock die Party People auf dem Under-Deck-Dancefloor mit Classics der 70er, 80er und 90er beschallte. Eyecatcher-Overdose für die Party-Fotografen und die Video-Clip-Regisseure, Narzissmus-Testosteron-Alarm bei den well dressed Spotlight-Posers. 

 

Das Party-Schiff legte kurz nach Mitternacht wieder an der Schiffsstation Stein an, wo bis in die Morgenstunden (inkl. einer After-Hour in Victorias „Arte Novita“) weitergefeiert wurde. „Denn wer sich retten tut, hat zum Untergang kan Mut“. 

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Frühlingserwachen in Barcelona!

Am 23. April schenken die Männer ihrer großen Liebe eine Rose, diese revanchiert sich mit einem Buch. Wo es diese Sitte gibt ? In Katalanien zum Gedenktag des katalanischen Schutzheiligen St. Georg (Sant Jordi), und natürlich auch in Barcelona, der Hauptstadt der autonomen Region. 

 

Leidenschaftlich und romantisch zugleich präsentiert sich die ehemalige römische Siedlung (Barcino) und zweitgrößte Stadt Spaniens (1,6 Millionen Einwohner) im Frühlingserwachen des Jahres 2008. Auf den legendären Ramblas, der Flaniermeile zwischen dem City-Epizentrum Placa de Catalunya und dem alten Hafen, zelebriert ein bunt gemischter Melting Pot aus Einheimischen, Touristen, Freaks, Straßenmusikern, Künstlern und Blumenverkäufern südländisches Lebensgefühl; verliebte Pärchen schmusen unter der Kolumbussäule, die 1888 im Rahmen der Weltausstellung errichtet wurde und an die Rückkehr von Christoph Kolumbus nach seiner ersten Amerika-Reise in Barcelona erinnert.

 

Die City-Police, die Guardia Urbana, streift durch die Straßen, um - eher aussichtslos - die grassierende Taschendiebszene einzudämmen. Im Einkaufszentrum Maremagnum bietet das spanische Trendlabel „Desigual“ (dt. „anders“) seine neuesten Jeans und Shirts mit knalligen Farben und kreativ-bizarren Kunstsymbolen zum Spontan-Kauf an, während nigeranische Brillen- und Taschenverkäufer gefälschte Markenware an der Hafenmole „Come on“-like anpreisen und bei Polizeisirenengeheul schnurstracks in die hinteren Gassen abströmen. Die täglich verkehrende Fähre zu den Balearen supportet den exzessiven „24-Hour“-Marathon der Ibiza Party People, schlafen kann man, wenn man tot ist. 

 

Voll gefüllt bis zum letzten Platz düsen die unzähligen Bus-Turistico-Open-Air-Fahrzeuge durch die Straßen Barcelonas und vermitteln den Touristen aus aller Welt auf einem abwechslungsreichen 3-Linien-Trip, das was die einzige am Strand liegende europäische Millionenstadt heute darstellt - eine perfekte Symbiose aus Tradition und Innovation. Hervorstechend die architektonischen Meisterwerke Antonio Gaudis, dem spanischen Vertreter des Jugendstils, der die bizarren Bauten des Casa Mila und des Casa Battlo auf der teuren Einkaufsstraße Passeig de Gracia konzipiert und Ende des 19. Jhdt. das Wahrzeichen Barcelonas, die ca. 100 m hohe Sagrada Familia, geplant hat. Die Basilika soll nach den Originalplänen Gaudis mit 18 Türmen, geweiht den 12 Aposteln, den 4 Evangelisten bzw. Maria und Jesus Christus, ausgestattet werden - gegenwärtig sind 8 Türme fertiggestellt, zum 100. Jubiläum des Todes Gaudis (1926) soll das Meisterwerk vollendet werden, vorausgesetzt die (ausschließliche) Finanzierung durch Spenden und Stiftungen ist gesichert.

 

Ebenfalls von Gaudi kreiert und 1984 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt ist der Parc Güell, der - als „englische Gartenstadt“ originär angelegt - nie fertiggestellt wurde, aber mit seinen mit Zuckergussdächern ausgestatteten Pförtnerhäusern, der von Mosaiken und Skulpturen verzierten Freitreppe (in deren Mitte der berühmte Salamander als Eye-Catcher thront), dem von einer schlangenförmigen Bank eingerahmten riesigen Terrassenplatz und den unzähligen Grotten, Arkadengängen und Kakteen zu den Schmuckstücken Barcelonas zählt.

 

War bereits der „Planbezirk“ Eixample im 19. Jhdt. mit seinen quadratischen Häuserblocks und abgeschrägten Ecken ein Meilenstein des „Modernisme“ und der städtebaulichen Entwicklung, so waren die Olympischen Sommerspiele 1992 im 20. Jhdt. ein progressiver Impulsgeber für eine moderne Metamorphose der traditionellen Hafenstadt Spaniens - neben der Sanierung der 4 km langen Strände und der Erneuerung des Hafens (Port Olympic) entstanden das neue Viertel Diagonal Mar und viele hypermoderne Gebäude wie der Torre Agbar, ein 142 m hohes Bürogebäude, dessen Oberfläche mit Lackfarben versehen wurde, wodurch sich je nach Tageslicht die Farbe verändert. Der amerikanische Star-Architekt Richard Meier entwarf in seinem typischen „rational white style“ das Museum für zeitgenössische Kunst auf dem von jungen Bohemiens, Künstlern und Skatern bevölkerten Placa dels Angels, in dem moderne, ambivalente Kunstwerke jeglicher Art ausgestellt werden. Futuristisch angehaucht auch der Torre de Collserola (von Sir Norman Foster) und der Torre Telefonica (von Santiago Calatrava) auf dem Montjuic, wo 1929 die Weltausstellung und 1992 die Olympischen Spiele stattfanden.

 

Der 173 m hohe Hausberg Barcelonas beherbergt auch einen der schönsten Naturparks Spaniens und zeigt anschaulich, wie sich Natur und Technik perfekt ergänzen können, wenn man dafür das richtige Gespür hat. Als grüne Oasen Barcelonas gelten auch der Parc Ciutadella - eine ehemalige militärische Festung (!) - im Zentrum der Stadt, der neben Seenanlagen, dem edlen Cascada-Brunnen und dem 1888er-Weltausstellungs-Mammut (noch) den Zoologischen Garten beherbergt, und das Areal rund um den 500 m hohen, nördlich gelegenen Berg Tibidabo, der per Tramvia Blau (einer historischen Straßenbahn) und Zahnradbahn erreichbar ist. Dort genießt man eine wunderschöne, makellose Aussicht auf ganz Barcelona und das Meer, während BTX-Cracks die steile, hügelige Querfeldein-Strecke für halsbrecherische Manöver nützen. 

 

Wer in Barcelona die Nacht zum Tag machen will, muss damit spät anfangen oder in auch früher gut frequentierte Irish Pubs mit coolen Karaoke-Shows (mit talentierten Prince- und Michael Jackson-Epigonen), Fußball-Liveübertragungen und Special-Getränkeaktionen (1 Bier um 1 Euro, Long Island Ice Tea um 5 Euro) vor Mitternacht ausweichen. So auch in der Bubblic Bar im Maria Cubi-Distrikt, wo Party People und Studenten erst gegen halb 1 in das doppelgeschössige Lokal strömen. Bei den ab ca. 2 Uhr früh überfüllten Discotheken en vogue die seit 1985 geöffnete Kult-Disco Otto Zutz mit House- und Electro-Sound, das Sala Apolo nahe den Ramblas und das Luz de Gas, das die Kulisse des legendären Belle Epoque-Revuetheaters übernommen hat und in dieser anrüchig-dekadenten Atmosphäre Saturday Night mit Live-Konzerten der exzellenten 70er-/80er-Coverband „Talking Rabbits“ für „Tempo Fiesta“ sorgt. 

 

Neben dem exzessiven Nightlife und dem emsigen Streben nach Autonomie und Unabhängigkeit zählt auch der Fußball zu den Heiligtümern der Katalanen - zu feiern gab es allerdings dieses Jahr wenig. FC Barcelona, beherbergt im größten Stadion Europas (Nou Camp, 98.787 Plätze), gewann wie im Vorjahr keinen Titel und wurde 3. der Primera Division, Espanyol Barcelona wurde 12. und spielt ab der nächsten Saison im neuen Cornella-Stadion. Die Hoffnung allerdings stirbt zuletzt, nicht nur jene auf einen Champions League-Titel Barcelonas, sondern auch jene auf eine Fertigstellung der Sagrada Familia des durch einen Tramway-Unfall 1926 tödlich verunglückten Schöpfers Gaudi bzw. auf eine persönliche Rückkehr in eine Metropole, in der Tradition und Moderne freundschaftlich Shake Hands pflegen. Denn Barcelona wird immer Saison haben, und das ist gut so. 

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Donaufestival 2008 - Angst, Obsession, Beauty

„Wenn wir so voll wären, dass die Leute in Trauben bis vor dem Fußballstadion stehen, dann wären wir gescheitert“ - so der Organisator des Kremser Donaufestivals, Tomas Zierhofer-Kin im ORF-„Kulturmontag“ kurz vor Mitternacht. Diese Angst braucht der extravagante Kulturmanager zumindest bezüglich der Kremser Bevölkerung nicht zu haben, wusste doch peinlicherweise keiner der 10 in dieser Sendung befragten Bürger jeglichen Alters zwischen 10 und 70, dass in der Donaumetropole überhaupt ein schrill, schräges, tabuloses Festival unter dem Titel „Angst, Obsession, Beauty“ stattfindet. Und das mit über 1000 Besuchern pro Tag aus der Indie-, Dreadlock-, Art- und Alternativszene.

 

Im Stadtpark kreiert der Kremser Designer Rainer Prohaska, 2006 Erfinder des legendären „Matratzenlagers“, im Rahmen des Architekturprojekts „Gazebo Extensions“ eine Metamorphose des traditionellen Pavillons. In einem aufblasbaren durchsichtigen Iglu minimalisieren Amber & Gold einen bekannten Popsong in seine originärsten Bestandteile. 

 

Düstere „Terminator“-Endzeitstimmung vor der Österreichhalle - „The Mystery of the Enchanted Cars“ der Performance-Künstler Toxic Dreams adaptiert Schrottautos zu Bühnen, Wohnzimmern und Konzerthallen, bei der verwilderte Drummer sich musikalisch selbstverwirklichen und mit Erdbeermarmelade beschmierte Exzentriker industriellen Geschlechtsverkehr betreiben. Ohne Wasser, Essen, Kleidung und Decken sitzt der „Überlebenskünstler“ Jörn J. Burmester in einem beim Stadtpark geparkten Auto, bittet die Besucher des Donaufestivals unter dem Motto „Feed me“ um milde Gaben und zeichnet dabei ein Psychogramm der Bevölkerung. Sogar der bizarre Fall Hirtzberger ist Thema seiner zeitgenauen Aufzeichnungen.

 

In den Hallen des Donaufestivals Performances, Shows und Soundstakkatos meilenweit des peripheren Mainstreams, darunter Gay-Outsider Bruce LaBruce, Paul Poets „Satan Mozart Moratorium“, H.A.P.P.Y.´s Musical rund um Karl Lagerfeld und Amy Winehouse am Damenklo, „Shortbus“-Protagonist Scott Matthews, der blutspritzende H.I.V.-infizierte (!) Body-Art Performer Ron Athey, die Lesbian Hip Hopper Bunny Rabbit, Ann Liv Youngs Nackttanz-Riot-Girls und der Field Recording-Soundgrenzgänger Amon Tobin. In der Halle 2 vertreten Österreichs Alternativ-Trendsender FM 4, der im Rahmen der „Queers of the Stoneage“-Night die lesbisch-schwule-hetero Community mit brillantem Indie-Sound von MGMT, Hot Chip und den Brooklyn-Hedonisten Hercules & Love Affair zu fanatischen Tanzattacken verführte (und gleichzeitig damit unterstrich, wie langweilig-anödend der visionslose Electro-Sound diverser überbezahlter House-DJ´s ist).

 

Die sechsköpfige britische Formation „The Go- Team“ aus Brighton, seit ihren U.K.-Hits „Ladyflash“, „Grip like a Vice“ und „Doing it right“ on Heavy Rotation auf Radio 1 und in diversen Trend-Clubs all over the world, verbannte die morbide Friedhofsstimmung mit den ersten Takten ihrer fröhlichen Pop-Songs auf den Hinterausgang der Halle 1 - Motto: Salt n´Pepa goes Manchester Rave, allen voran die cheerleaderartig gestikulierende Rapperin Ninja, die inmitten von Gitarren, schnellen Hip Hop Beats und Mundharmonica-Blockflöten-Samples für frenetische Stimmung im Publikum sorgte, auch wenn dieses naturgemäß Schwierigkeiten hatte, sie bei ihrer Vocal-Akrobatik zu supporten.

 

Das durch die Berliner Love Parade bekannte New Yorker Elektro-Pop-DJ-Duo Fischerspooner beendete mit technoiden Beats Sonntag früh das bizarre Treiben des Donaufestivals - an 7 Festivaltagen besuchten 10.764 Personen die 80 Veranstaltungen, Auslastung 74 %. Ein großer Erfolg, und zwar trotz des großteils wenig massenkompatiblen Programmes. 

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"Go West" in der Kunsthalle Krems!

Dan Blocker alias Hoss Cartwright aus der legendären „Bonanza“-Serie ist die Galionsfigur der neuen Ausstellung „Go West“ - „Von Cowboys und Indianern“ in der Kremser Kunsthalle, die am Samstag im Rahmen einer Vernissage eröffnet wurde. Dargestellt wird der dicke Hoss in Richard Hoecks Kunstwerk „Hard hat“ mit verlängertem Hut als „Phallussymbol“, genauso überzeichnet und übertrieben wie der Wilde Westen auch im 21. Jahrhundert noch von den Europäern gesehen wird. Geprägt durch die Karl May-Winnetou & Old Shatterhand-Epen mit Pfeil und Bogen, Federkrone, Friedenspfeife rauchenden Indianern und cool-lässig an der Veranda lehnenden Sheriffs. Dementsprechend ambivalent der Titel von Hoecks Ausstellung „This is not America“. 

 

Auch ohne die gegenwärtige mediale Manipulation wurden bereits im 19. Jahrhundert diffuse Klischees über die Indianer in Europa verbreitet, u.a. durch die weltberühmte „Buffalo Bill´s Wild West Show“, die auch in Österreich zu sehen war und bei der auch berühmte indianische Häuptlinge wie Sitting Bull mitwirkten. In Wirklichkeit wurde die indianische Urbevölkerung von den Amerikanern diskriminiert, bekämpft und in immer kleinere Reservate und „Bad Lands“ (so ein Werk Schaeffers) zurückgedrängt. Von der Zeit der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus bis zum Jahr 1924 wurden die Indianer um 98 % (!!!) auf bis zu 250.000 dezimiert, heute wohnen ca. 2,5 Millionen Indianer in den USA. 

 

„Die Fotografie zeigt nicht, wie es ist, sondern wie es sein soll, eine konstruierte Wirklichkeit“ - meint Kurator Hartwig Knack in seiner Eröffnungsrede und verweist auf Fotografien, Porträts und Darstellungen von Indianern, die an die europäische Vorstellungswelt angepasst wurden. Gezeigt werden bis 7. September 2008 in der Kunsthalle Krems aber auch authentische Gemälde von Amerika-Reisenden  wie Johann Baptist Wengler, historische Schmuckstücke und Original-Utensilien. 

 

Wer Abahachi, Winnetouch oder Ranger aus „Der Schuh des Manitu“ in der Ausstellung verzweifelt sucht, muss sich noch etwas gedulden - im Dezember 2008 wird in Berlin das Musical uraufgeführt. „Hugh !“

Kunsthalle-Vernissagen - „Schaulust“ / „Red Factions“

Erste Vernissage des neuen Kunsthallen-Direktors Dieter Buchhart, der nach einer eloquenten Eröffnungsrede auch die anwesenden Künstler und Kuratoren bzw. die Kremser Bürgermeisterin Inge Rinke begrüßte. In der Zentralen Halle präsentierte der dänische Aktionskünstler Marco Evaristti seine bizarre Ausstellung „Red Factions“, eine Dokumentation seiner Trilogie zum Thema „Territorium“, für die er einen Eisberg („Ice Cube Project“), eine Spitze des Mont Blanc und ein Stück tunesische Saharawüste rot einfärbte. Bei Ausführung des „Mont Rouge Projects“ wurde der progressive Künstler sogar verhaftet. In Verbindung damit steht der „Pink State“, ein utopisches Territorium, bei dessen Betreten jede Person eine besondere Verantwortung für sich selbst, die Mitmenschen und die Natur übernimmt. Die Werke von Evaristti können übrigens von den Besuchern, natürlich in rot, modifiziert werden. Für einen Skandal sorgte er übrigens zum erstenmal mit der „Installation Helena“, wo Goldfische in ein Aquarium mit funktionstüchtigen Mixern gesetzt wurden und die Besucher dazu aufgefordert wurden, über Leben und Tod der Fische zu entscheiden. Ein jahrelanger Prozess folgte, bei dem er allerdings freigesprochen wurde.

 

„Schaulust - Die Kunst des Sehens und des Täuschens“, die 2. neue Ausstellung, beschäftigt sich mit optischen Irritationen und visuellen Manipulationen in der bildenden Kunst. Rund 70 Werke beschäftigen sich mit der „Op Art“, einer Stilrichtung, die mit Hilfe von geometrisch abstrakten Formmustern und Farbfiguren Bewegungs- und Flimmereffekte hervorruft, die zu optischen Täuschungen führt. Als Meister der umgekehrten Perspektive präsentiert sich Patrick Hughes mit seinem berühmten Werk „Deeply Superficial“, bei dem Türen so konstruiert sind, dass die Außenseite nach innen zeigt und die Innenseite nach außen, sodass der Betrachter meint, als würden sie sich bewegen.

 

Auch ein Weltrekordler befindet sich unter den ausstellenden Künstlern - der Frankfurter Martin Liebscher, der 1996 das längste Gruppenfoto mit einer Person herstellte. 37 m lang, 30 cm breit und 205 Abbildungen von ihm selbst rechtfertigen eine Eintragung im Guiness Buch der Rekorde. „Schaulust“ wurde übrigens realisiert in Zusammenarbeit mit den deutschen Sammlungen der Kunsthalle Würth und von Werner Nekes, letzterer ein Experimentalfilmer und Privatsammler, der in der Kunsthalle Krems historische visuelle Medien wie Apparaturen, Automaten, Camera Obscura, Fotografien, Filme, Skelette und Chinesische Schattenbilder ausstellt. Anschauen lohnt sich, auch mehrmals bis Mitte August.

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Party-Alarm: Faschingsdienstag in Krems!

Faschingsumzug in der Kremser Innenstadt - „Spotlight“-Eventveranstalter Martin Neger, „Soundstore“-Mastermind Gerald Grossauer, 2 Dancing Girls mit bunten Perücken und meine Wenigkeit als Open-Air-Deejay verlegten die Funky Disco Dance-Party auf einen Carnival-Truck und beschallten die feiernden Massen der Kremser Landstraße mit fröhlichen Beats der Scissor Sisters, Olivia Newton-John & John Travolta, Village People und „Popamadeus“ Falco, dessen 10. Todestag am 6. Februar zelebriert wurde und dessen Movie-Hommage „Verdammt, wir leben noch“ seit Donnerstag in den österreichischen Kinos läuft.

 

Start war um dreiviertel 3 hinter dem „Paintball“-Truck als Happy Ending und finale Krönung eines von Sound-Acts stark vernachlässigten Umzugs. Bei der Einfahrt am von Faschingsnarren überfüllten Pfarrplatz lief logischerweise „Rock me Amadeus“ (im impulsiven Canadian Mix, der im März 1986 3 Wochen Platz 1 der US-Charts belegte), während Ballermann-DJ Marco im Beisein von Neo-Bürgermeisterin Rinke noch Werbung für Martins Spotlight-Event mit Falco-Double und Berufsfriseur M. P. Simoner machte.

 

In der XO Bar lieferte die in Krems ansässige Firma Brantner die „Faschingskostüme“ für die Crew, die komplett in grünem „Müllmann“-Outfit aufmarschierte und bis in den Morgengrauen feucht-fröhlich mit den zahlreichen Besuchern Faschingsausklang feierte. Masquerade-Winner des Abends war der „Spiderman“, der aber gegen die Barladies - zumindest auf den Fotos - eindeutig den Kürzeren zog. 

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„Control“ - The Life of Ian Curtis (Joy Division)!

Himmelhochjauchzend vs. zu Tode betrübt oder am Abgrund zwischen Genie und Wahnsinn. Künstler, egal aus welcher Sparte, sind Grenzgänger, müssen das wohl auch sein, um ihr kreatives Potential energetisch zu nützen, und haben eine viel kürzere Lebenserwartung als der Durchschnittsbürger. Drogen, Depressionen, Burn-Out, private Selbstzerstörung,..... haben progressive, musikalische Lichtgestalten wie Jim Morrison, Janis Joplin, Jimmy Hendrix, Brian Jones oder auch Falco viel zu früh in die Ewigen Jagdgründe befördert.

 

Auch Ian Curtis, der Sänger der Cold Wave-Pioniere Joy Division, ist dieser elitären Liga zuzurechnen. Er beging am 18. Mai 1980 mit 23 Jahren Selbstmord durch Erhängen, 2 Tage vor dem Start einer Amerika-Tournee mit seiner Band, die sich nach einer Prostituierten-Riege in einem deutschen KZ benannte und als Protagonisten des Manchester-Sound und des legendären Factory-Labels rund um Mastermind Tony Wilson gilt. „Love will tear us apart“, der posthum erfolgreichste Kult-Hit der Band, wurde zum Lebensschicksal für Curtis, der zwischen 2 Lebensszenarien verloren umherpendelte, einerseits Familienvater, verheiratet mit Kind und spießigem Arbeitsamt-Job, andererseits charismatischer Wave-Poet in einer Zeit des subtilen Aufbruchs mit existentialistischem „She´s lost Control“-Sound und schicker Freundin Annik. Dazu noch epileptische Anfälle, die von den Fans fälschlich als Show-Act interpretiert wurden, und schwere Depressionen.

 

Depeche Mode-„Enjoy the Silence“-Clip-Regisseur und Star-Fotograf Anton Corbijn, der die Band in seinen Jugendjahren kennengelernt hat, verfilmte in seinem 2-Stunden-Epos „Control“ das Leben von Ian Curtis in düsteren Schwarz & Weiss-Tönen, auf der Grundlage der Biographie „Touching from a Distance“ von Ehefrau Deborah Curtis. In der Titelrolle  als perfekte Reinkarnation von Ian Curtis Sam Riley, der - Drogencocktails und Gossen-Look vorausgesetzt - durchaus auch Pete Doherty doublen könnte (falls dieser wieder mal ein Konzert verschläft). Die Desperate Ladies an seiner Seite spielen Samantha Morton und German Export Alexandra Maria Lara.

 

Das Cover des 2. Albums „Closer“, nach dem Tod von Curtis veröffentlicht und Top Ten-Verkaufssmash, ziert übrigens ein Grabmal auf dem Friedhof Staglieno in Genua - indirekt war es aber nicht das Ende, sondern der Anfang einer schaurig-schönen Ära der britischen Popmusik. Aus Joy Division wurden New Order, das minimalistische Synthesizer-Meisterwerk “Blue Monday” zur meist verkauften Maxi-Single aller Zeiten und zum Vinyl-Pionier einer vollkommen neuen Musikrichtung, die seit damals die Club Culture in all ihren Ausprägungen dominiert: dem Techno.

Retro-Party in der Altstadt: Spotlight goes XO Bar!

Friday Night Party Time - Zum bereits 4. Mal lud “Spotlight”-Mastermind Martin Neger zu einer 70´s-/80´s-Party in die XO Bar, wo bis in die frühen Morgenstunden Party People from all over the World mit zahlreicher IMC-Beteiligung feierten, tanzten und flirteten. Mit oranger Dekoration, bei der sich auch die holländischen Kicker und deren sympathischen Fans (die im Gegensatz zu den englischen Fußballversagern bei der Euro 2008 dabei sind) wohlgefühlt hätten, Disco-Kugel, Clip-Leinwand und kultigen Posters von „Kojak“ Telly Savalas, Mr. „Miami Vice“ Don Johnson und „Maria Magdalena“ Sandra (auf dem Herren-Klo) präsentierte sich die von Star-Architekt Franz Sam konzipierte XO-Bar-Lounge als ideale Kulisse für die durchgeknallten Pop- und Disco-Hits der legendären Seventies und Eighties - Chic, Sister Sledge, K.C. & The Sunshine Band, Lipps Inc., Carl Douglas oder die MTV-Videoclip-Pioniere The Buggles erinnerten an die exzessiven Disco Fever Nights des „Studio 54“, NDW-Ikone Nena, Duran Duran, Kim Wilde, Gaymaster Jimmy Somerville oder Depeche Mode an die dekadenten 80er, bei der Schein mehr war als Sein.

 

Meistgewünschter Interpret des Abends war der Grand Signeur der österreichischen Musikszene, Falco, 1986 Nr. 1 in England und in Amerika mit seiner Mozart-Reminiszenz „Rock me Amadeus“ und von BRAVO vielfach ausgezeichnet als „Bester DEUTSCHER Künstler“. Ob bei den kurzfristigen „Overdrive“-Stromausfällen gegen Mitternacht jener Hansi Hölzl auch seine mystischen Kräfte im Spiel hatte ? Erinnerte nämlich frappant an sein sensationelles Donauinselkonzert 1993, bei der ein Blitz in die Anlage einschlug und für kurze Zeit der Strom ausfiel. „Und keiner war auf der Flucht“ - ebenso wie bei Spotlight goes XO Vol. 4, man blieb bis weit nach 6 Uhr, als die Märktständler sich schon fürs Morgengeschäft rüsteten. 

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Kunsthalle Krems: Besucheransturm bei "Spiegelkabinett" und Denk-Retrospektive!

Die Kunsthalle Krems zog am Samstag Nachmittag anläßlich zweier spannender Vernissagen eine Vielzahl kunst- und spektakelinteressierter Besucher aus ganz Österreich an.

 

In der Zentralhalle präsentierte der Grazer Marcus Wilfling im Rahmen der Ausstellungsreihe „Illusion und Wirklichkeit“ sein eigens für die Kunsthalle konstruiertes „Spiegelkabinett“, eine begehbare Rauminstallation, die ohne Verwendung eines Spiegels einen in alle Richtungen gespiegelten Raum vortäuscht und die Besucher scheinbar in einen mystischen schwerelosen Zustand versetzt. Wilfling, der auf der Akademie der bildenden Künste in Wien Bildhauerei bei Bruno Gironcoli studierte und sich vorwiegend mit der Irritation vorgefaßter Wahrnehmungsbegriffe befasst, wurde übrigens der Öffentlichkeit bekannt durch die Installation des Schattens des Grazer Uhrturms im Rahmen der Kulturhauptstadt Europa im Jahr 2003.

 

In den Galerieräumen zeigt die Kunsthalle anläßlich des 60. Geburtstages Werke des KH-Gründungsdirektors Wolfgang Denk aus den letzten 30 Jahren („Fast eine Retrospektive - 1977-2007“), die von Schüttbilder-Mastermind und Falco-„Wiener Blut“-Intimus Hermann Nitsch selektiert wurden. Nitsch, mit Denk maßgeblich an der Institution des Museumszentrums Mistelbach beteiligt, war bei der Eröffnung auch selbst anwesend, musste aber nach einer kurzen Ansprache aus unbekannten Gründen ärztlich versorgt werden. Denk selbst ist seit 40 Jahren als Kurator, Ausstellungsmacher und Künstler tätig und beschäftigt sich vor allem mit der Relativität von Wirklichkeiten, mythischen Quellen und den Schichten des Unterbewussten. In diesem Sinne ist wohl auch sein seltsames Konstrukt „Fata Morgana des brünstigen Faunes“, das unter Verwendung von Schlagwörtern wie „Ogun = Krieg“ (Voodoogott ?) oder „Gleichheit, Stillstand, Rotation“ beliebig interpretiert werden kann. Eben moderne Kunst.

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Wachauer Volksfest 2007 - The Report!

„Baby, when the lights go out, I hear you calling“ im Sinne des fantastischen neuen David Guetta-House Tracks gilt wohl nur für die neuverliebten Herzen, die sich im Stadtpark während der letzten 10 Tage gefunden haben. Denn die grellen Lichter des Wachauer Volksfestes sind für die nächsten 2 Jahre Geschichte. G´schichtln im Sinne von Klatsch-Stories wird man sich wohl noch länger erzählen, vor allem, wenn sie herrlich delikat oder peinlich sind und man selbst nicht im Mittelpunkt des Interesses steht. Und natürlich auch persönliche bzw. geschäftliche Bilanzen, wobei der Gradmesser zwischen positiv und negativ manchmal schwierig zu ziehen sein wird.

 

Winner des Volksfestes sind sicherlich die Kremser Szene-Gastronomen, die mit ihren schicken Bars und hippem Sound für Cocktails & Dreams und eine Entschlagerisierung und Entrustikalisierung des in Volkstüm(bzw. dümm)-lichkeit ziemlich nahe gerückten Traditionsfestes sorgten. Das neue Beisldorf im Stadtpark Nord resultierte aus einer „Gemeinschaftsproduktion“ der Hohen Markt-Top-Bars XO Bar und Il Vaticano, der Freien Weingärtner Wachau bzw. von Martin Negers Caribbean Nights Bar, der lebenslustige House-Dance-Reggae-Party-Sound (mit absolutem Schlager-, deutschem Hip Hop, Austro-Pop- und Hard Rock-Verbot) stammte von meiner Wenigkeit, das moderne Music- und Light-Equipment von Gerald Grossauers Soundstore vom Gewerbepark Ost.

 

Die XO Bar Lounge, Armin Oswalds Nachfolgelokal vom „Hendrik“ der Timmermann-Brüder (die noch vor 2 Jahren mit ihrer Open-Air-Bar beim Springbrunnen für hohe Party People-Frequenz sorgten), lockte mit Heineken-Support, Cocktails und dem gewohnt hippen Bar-Team, das sich auch durch Radunfälle nicht aus der ekstatischen Laune bringen ließ. Ein trendiger Bummelzug brachte ab Mitternacht die Party People zur After Hour in die Innenstadtbar. Manuela, bereits zu Millennium-Zeiten beim Volksfest vertreten, erzeugte an ihrer südländisch eingerichteten „Il Vaticano“-Bar mit exquisiten Cocktails, Strandliegen und romantischer Beleuchtung für eine heiße Strandatmosphäre. Und „Spotlight“-Mastermind Martin Neger, am 29. September erstmals auf einem „des Meeres und der Liebe Wellen“-Trip, lud gleich am Opening Day die Ö3-Legende Udo Huber in das neue Beisldorf, der 80er-Hits von Falco, Depeche Mode, Soft Cell („Tainted Love“ war sein erster Nr.1-Hit zu „Hit wähl mit“-Zeiten“) und Kim Wilde präsentierte und als Vizepräsident des erfolgreicheren Wiener Sportklub die Kremser Sportklub-Fans nach einer herben Heimniederlage trösten musste.

 

Neben dem neuen Beisldorf stationiert und ebenfalls auf Top-Quality Niveau Alex Lengauers „Rotes Zelt“, das mit „Star Night Clubs“ das junge Party-Volk anlockte, mit DJ Hugos dienstäglicher „Ötzisierung“ gegen modernen Sound keine Chance auf Umsatzmaximierung hatte und nicht nur die St. Pöltner Medienmanagement-Ladies vertrieb.

 

Im Stadtpark Süd, direkt neben dem „Magic“, residierte die Kremser Gastronomie-Legende und Ex-„Cafe Illy“-Besitzer Michael Merkle, der mit flotten Sprüchen, illustren „Cotton Eye Joes“ und Ziehharmonika-Freestyle die Gäste zu Bratwürstl, Bier und manchmal auch zu Tequilas und Cognacs animierte. Zum erstenmal beim Volksfest vertreten das St. Pöltner Fliegerbräu, das allerdings viel zu weitläufig angeordnet war und mit „Griechischer Wein“-Intonationen einer niederösterreichischen Polizeikapelle nur wenig musikalische Höhepunkt zu bieten hatte.

 

Mega-Hype unter den Vergnügungsbetrieben war das brandneue „Top Spin“, das mit High Speed-Loopings und Wasserfontänen manch illuminierte Party People schlag- und schockartig wieder nüchtern machte und sogar Husky-Lady Hannelore kurzfristig zum Schweigen brachte.

 

Die Mankos des Volksfestes neben verlorenen Liebschaften und Eifersuchtsdramen im exzessiven Rausch der Gefühle: der aufgrund fehlender Sonder-Events nicht gerechtfertigte Eintrittspreis, Diebstähle von Lichtanlagen und Getränken trotz eines Sicherheitsdienstes und die skandalöse Musik-Sperrstunde von Punkt 24 Uhr, die mitverantwortlich war für eine aggressive Stimmung im Volksfestgelände nach Mitternacht und niveaulosen Burschencliquen das mehr als unerwünschte Freilos gab, Party-Girls der Nacht mit Prolo-Gehabe zu belästigen und zu bedrängen. Hier sollte nicht nur die (kostenpflichtige, fakultative) Alk-Patrouille tätig werden. Von der echten Polizei kam übrigens der Sager „Die Uniformierten sind immer die Trotteln.“  Das sind sie zumindest dann nicht, wenn sie diverse männliche Störenfriede so früh wie möglich aus dem Party-Gelände entfernen.

 

Sei´s wie sei - die Nacht im neuen, hippen Beisldorf endete mit den Favourite Hits der Bars („Love is gone“ - XO Bar; „Jibaro“ - Il Vaticano, „Pata Pata“ - Caribbean Nights Bar), der Mitternachts-Abschlusshymne „Those were the days“ und deftigen, legalen „Liquid Cocaine“- Mixes (Jägermeister, Absinth, Coruba Jamaica Rum 74 %). Und natürlich mit einem Final Tequila-Visit bei Barman Michael Merkle. 

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5000 Besucher in Krems: NDW-Ikone Nena rockt den Ausportplatz!

Eine Kult-Ikone der 80er kommt in eine Kulturstadt („Weltkulturerbe“) - Nena, 1981 mit „Nur geträumt“ NDW-Protagonistin und mit dem bizarren Protestsong „99 Luftballons“ Nr. 1 in England und Amerika, gab in Krems vor ca. 5000 Besuchern ihr einziges Retro-Österreichkonzert und präsentierte dort neben ihren größten Hits auch ihre neue Klimaschutz-Hymne „Mach die Augen auf“.

 

Kleine Regengüsse konnten das Publikum im Alter zwischen 6 und unendlich nicht in ihrer Euphorie für die mehr als junggebliebene 47jährige bremsen, die die nunmehr 25jährige Christina Stürmer eigentlich alt aussehen liess.

 

Das Vorprogramm bestritten die Kremser Rockband Minze und erstaunlich kess die Luttenberger/Klug-Teenager-Girls. Ob diese irgendwie, irgendwo, irgendwann (so der phänomenale Schlussong Nenas beim Krems-Konzert) in die Fußstapfen Nenas treten werden, steht allerdings noch in den Sternen. Die wird man dann auch ohne „Leuchtturm“ sehen.

 

Setlist:

 

Mach die Augen auf

Eiszeit

Nur geträumt

 

Wenn wenigstens Sommer wär

Willst Du mit mir gehn

? (Fragezeichen)

 

Wunder gescheh'n

Leuchtturm / Haus der drei Sonnen

 

Remmidemmi (Yippie Yippie Yeah)

(Deichkind cover)

Wir bauen eine Stadt

"Heroes"

(David Bowie cover) (German version "Helden")

Lass mich

Ich komm mit dir

Das ist nicht gut für dich

Liebe ist

99 Luftballons

"Sei, wie du bist!" - 12. Wiener Regenbogenparade mit über 120.000 Teilnehmern!

„She comes in colors everywhere, she combs her hair, she´s like a Rainbow” tönte es einst von Mick Jaggers sexy Lippen bei den exzessiv-dekadenten-Rolling Stones Sessions der Good Old Rock´n Roll Times. Die Zeiten waren damals intimissimi nicht anders, die Oberfläche dagegen eine Maskierung der tatsächlichen Zustände. Eine „She“ durfte im wahrsten Sinne des Wortes nur eine „She“ sein - im zwanghaften Undercover-Wirrwarr der Gefühle war „She“ bereits ein „He“ oder ein „It“.

 

Der Aufbruch Richtung Freiheit und Toleranz begann in den Morgenstunden am 28. Juni 1969 in New York. Die Polizei inszenierte eine Razzia im Schwulen- und Lesbenlokal “Stonewall Inn” in der Christopher Street, gelegen im liberalen Künstlerviertel Greenwich Village, wo sich schon seit der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen viele Homosexuelle niedergelassen haben. Solche Razzien waren in derartigen Kneipen und Clubs an der Tagesordnung, und es war auch keine Seltenheit, dass die Polizei die Betroffenen zusätzlich an den Pranger stellte, indem sie deren persönliche Daten an Zeitungen zur Veröffentlichung weitergab. Auch willkürliche Verhaftungen wegen Küssens und Händchendhaltens in der Öffentlichkeit gehörten für Homosexuelle schon zum Alltag.

 

Doch an diesem Morgen, um ca. 1 Uhr, war etwas anders - es kam aus ungeklärten Gründen zu einem Handgemenge, in dessen Verlauf sich die Polizisten in der Unterzahl sahen und sich verblüfft in die Bar zurückziehen mussten. Zur Eskalation der Situation trugen beide Seiten bei: Die Polizei verprügelte wahllos Menschen, und die Menge versuchte das Stonewall Inn, in dem sich die Polizisten verschanzt haben, in Brand zu setzen. Die Bilanz dieser Nacht: 13 Verhaftungen und zahlreiche Verletzte, darunter vier Polizisten. Das Ergebnis dieser Nacht: Die Geburt der Schwulen-Bewegung. Denn die Homosexuellen zogen sich nicht zurück, sondern demonstrierten gegen ihre Ungleichbehandlung und standen auch an den nächsten Tagen wieder zu Hunderten vor dem Stonewall Inn. Fast 40 Jahre später erinnert bei den bunten Paraden am Christopher Street Day nur noch wenig an diesen blutigen Tag im Juni 1969 - doch der Kampf um Gleichberechtigung dauert weiter an.

 

In Wien, 2004 von Europas größtem Homosexuellenmagazin zur „preferred gay lesbian City“ gewählt und durch Veranstaltungen wie dem Life-Ball oder dem Rosenball hell erleuchtet im Gay-Scheinwerfer-Light, fand am 30. Juni das alljährliche CSD-Main-Event statt, die bis dato bereits 12. Regenbogenparade, die bei warmen Sonnenstrahlen mehr als 120.000 Besucher anlockte und dieses Jahr über den halben Ring „andersrum“ bis zur Endstation Schwarzenbergplatz führte. Motto 2007 „Sei, wie du bist“ - sic est. Schwule, Lesben, Transsexuelle und für Freiheit und Toleranz eintretende Heteros bevölkerten in buntem, schrill-schickem Outfit die Straßen und forderten mit flottem Party-Sound, Dancing-Mood und extravaganten Parolen wie „Kein Sex vor der Homoehe“, „Smash the State - Masturbate“ oder „Standesamt statt Eurofighter“ das, was in streng katholischen Ländern wie Spanien bereits verwirklicht worden ist - die Möglichkeit der Eheschließung (bzw. einer eingetragenen Partnerschaft) und die rechtliche Gleichstellung Homosexueller.

 

Unter den sexuell freizügigen Teilnehmern der Regenbogenparade befanden sich auch die bizarre Wiener Sado-Masochismusinitiative Libertine (http://www.libertine.at/), die Gay-Boys vom populären „Why Not“-Clubbing, der Swinger-Club Le Swing (http://www.club.leswing.at/), die Autonomen Trutschen, die „Schwul ist Männlich“-Pensionistencombo, der multikulturell konzipierte  „Ostklub“ (Motto: „Der Balkan beginnt am Rennweg“ - Zitat Metternich) und die abschließende Straßenreinigung von der MA 48 mit dem kongenialen Spruch „Make Love Not Waste“.

 

Gay-Promi und Ex-„Made in Austria“-Moderator Günther Tolar begleitete den Truck der Sozialistischen Homosexuellen SoHO, U 4-Doorman und Falco-Freund Conny fotografierte wie meine Wenigkeit just for fun, die Kremser Szeneikone Gerry tanzte, just for fun, neben der wogenden Regenbogenfahne. Ob er an diesem Abend sein Wiener Pendant, Life-Ball-Organisator Gary Keszler, inmitten der Party-Community getroffen hat, bleibt ungeklärt. Dieser trieb sich auf jeden Fall nach der Parade mit Opernstar Birgit Sarata auf der Open-Air-Abschlussveranstaltung am Schwarzenbergplatz herum. Dort präsentierte überdreht und lebenslustig Miss Candy (blasse) Acts wie die „Jetzt anders“-Starmaniacs und Marla Glen, Starmania-Sex-Symbol und AIDS-Präventionsmodel Tanja (mit Luftgitarristin) und die geile „Saturday Night-Fever“-Crew (mit Klassikern von Abba, Boney M., Elton John, Bee Gees und der Rocky Horror Picture-Show). Spätestens zu diesem Zeitpunkt waren die Grenzen zwischen den Geschlechtern und der sexuellen Orientierung verschwommen.

 

Zumindest an diesem Abend. In der Realität ist dieser Status noch lange nicht erreicht - Diskriminierungen im Arbeitsleben, bei der Vergabe von Wohnungen und im Privatleben (vorwiegend auf dem Land und in unterprivilegierten Schichten) sprechen eine andere Sprache. Man darf die Hoffnung aber nicht aufgeben - auch das ist eine Botschaft derartiger Veranstaltungen und Paraden. See you next Year again !

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Kremser Donaufestival: Unprotected Games!

Donaufestival 2007 in der Donaumetropole Krems unter dem Motto „Unprotected Games“. Leiter Tomas Zierhofer-Kin, beim Eröffnungsfest einer der am exzessivsten feiernden Gestalten der Nacht, versteht darunter „ohne jeden Anspruch auf die kitschige Utopie der Veränderung, die Innen- und Außensicht von gesellschaftlichen Spielsystemen zu verwirren, am schmalen Grat zwischen Virtualität und Realität die Positionen zu wechseln und ein riskantes Match von Umwertung und anarchischer Freiheit zu simulieren.“ (?!) Na ja, nun im Klartext: Beim Eingang stand Johan Lorbeer als „proletarisches Wandbild“ in der Verkleidung eines Müllmannes, senkrecht zur Hausmauer. Die Radikalaktivisten von God´s Entertainment setzten mit einer „Versteckten Kamera“-Aktion ein Zeichen gegen Rassismus.

 

Während die Repräsentationsfestischisten der biederen Landes- und Gemeindepolitik Richtung ORF-Spießigkeit oder Heurigen düsten, begann in den Gemäuern des Donaufestivals (Stadtsaal, Österreichhalle) das Veranstaltungsprogramm. Gob Squad, kürzlich in Berlin frenetisch gefeiert, versetzten das Publikum mit einer Zeitreise in die Sixties zurück in das interaktive, avantgardistische „Kitchen“-Imperium Andy Warhols und seiner Muse Edie Sedgwick. Härtere, düstere Töne dagegen beim Line-Up in der Halle 1: Priestbird aus Kanada, der Experimentalelektroniker Fennesz (mit seltsamen musikalischen Variationen), und massenkompatibler die bayrische „New Seattle“-Band „The Notwist“, die nach 1 Uhr das Sound-Zepter an „Addictive TV“ und lärmende Big Beat-Kanonaden übergaben.

 

In der frei zugänglichen Lounge konnte man sich dazwischen in der Matrix-artigen „Pause“-Installation von Lynn Pook & Julien Clauss von den musikalischen Strapazen erholen - diese besteht aus 5 sternförmigen auf einem Gerüst befestigten und miteinander verbundenen Klangliegen, über deren Lautsprecher minimalistische Klangereignisse ausgesendet werden, wobei durch das Hinlegen der 5 Personen auch eine wechselseitige Bewegungsabhängigkeit entsteht. Innovativ, kreativ, progressiv das Österreich-Premiere-Projekt „Can you see me now“ der englischen Künstlergruppe Blast Theory - Bis zu 20 Spieler können sich hier via Internet gleichzeitig durch die Gassen des virtuellen Krems jagen lassen, das am Screen in Form eines Stadtplanes erscheint. Die Jäger selbst, von Satelliten aufgestöbert, sind real im Stadtgebiet unterwegs und sehen auf ihren Handcomputern die Positionen der gejagten virtuellen Spieler, die untereinander in Verbindung treten und via Audiostream ihre Verfolger belauschen können. Zu Beginn des Spiels werden die Spieler übrigens aufgefordert, den Namen einer Person zu nennen, die ihnen nahe steht und die sie lange Zeit nicht mehr gesehen haben. Sobald ein virtueller Spieler gefangen wird, ruft der Fänger den Namen der Person aus der Vergangenheit des Spielers auf und schießt ein (leeres) Foto der Location. Eine faszinierende Symbiose zwischen virtueller Spielmatrix und dem Realraum Krems.

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Scissor Sisters live im Wiener Gasometer!

„Der Spaß hat die Eigenschaft, sich besonders zu zieren, wenn man sich besonders um ihn bemüht“ - eine substanzlose Kurier-Kritik zum glamourösen Scissor Sisters-Konzert im Wiener Gasometer am 7. April 2007. Schon das DJ-Anheizer-Set mit sensationellen Club-Tracks wie Depeche Modes „Just can´t get enough 2007“ (Dirty South Remix), dem Hoxton Whores “Girls and Boys”-Remix von Blur, Moloko, Axwells neuem Electro-Tech-Burner “Get dumb” und der düsteren „Vienna“-Hommage von Ultravox an das morbide Wien begeisterte das ausverkaufte Areal des ehemaligen Rave-Tempels in Erdberg.

 

Die neue SS-Single „She´s my Man“ war der Opener des 80 Minuten-Konzerts und zeigte Sänger und Entertainer Jason Sellards alias Jake Shears von seiner verrücktesten Seite: Wild, dekadent, hyperaktiv, sexy and directly imported aus der New Yorker Schwulenszene. Bis zum Abklingen des letzten Tons legte der Exzentriker keine Ruhepause an - man fragte sich lediglich, welche Mittel Shears eingeschmissen hat, um dieses Temperamento furioso, gegen Ende des Konzerts halb nackt, konditionell auszuhalten.

 

Im Mittelpunkt des chic-glamourösen Pop-Theaters auch der kongeniale weibliche Part der Scissor Sisters Ana Lynch alias Ana Matronic. Einziges Manko der Show (das aber ebenso für Hit-Giganten wie David Bowie, Madonna oder George Michael gilt): Nicht jeder Song eignet sich als Audience-Einheizer, und die Scissor Sisters sind außerdem eine sehr junge Band, die bis dato erst 2 Alben veröffentlicht haben. So waren vor allem die Mega-Hits „Filthy gorgeous“, „Comfortably numb“, „Take my Mama“ und allen voran der frenetisch bejubelte Nr.1-Smash und Final-Track „I don´t feel like dancing“ jene Songs, bei denen das urbane, trendige Publikum tanzend und clappend ausflippte.

 

Fazit: Man wird von den (Dead Lesbian and the Fibrillating) Scissor Sisters in den nächsten Jahren noch viel hören, das Motto „You´re not the one having fun“ kann nie falsch sein, mögen die Zeiten noch so trist sein.

 

 

Die Scissor Sisters (ehemals Dead Lesbian And The Fibrillating Scissor Sisters) sind eine fünfköpfige, US-amerikanische Disco-Band aus New York. Sie wurde 2001 von Jake Shears und Babydaddy gegründet. Stil und Auftreten der Band sind stark von der New Yorker Schwulenszene beeinflusst. Ihre Musik ist eine Mischung aus Dance, Rock und Funk, angelehnt an die Vorbilder Elton John, Duran Duran, Roxy Music und vor allem an die Bee Gees. Der Name der Band leitet sich von einer US-amerikanischen Bezeichnung für Tribadie ab. Tribadie ist eine sexuelle Praktik, bei der zwei Frauen ihre äußeren Genitalien zum Zweck der klitoridalen Stimulation aneinanderreiben. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts wurde das Wort als Synonym für weibliche Homosexualität verwendet. Entsprechend nannte man lesbische Frauen auch Tribaden.

 

Die Scissor Sisters veröffentlichten ihre erste Single Laura im Sommer 2003 mit mäßigem Erfolg. Ihren Durchbruch schaffte die Band erst Anfang 2004 mit der Veröffentlichung von Comfortably Numb, einem Disco-Cover des gleichnamigen Liedes von Pink Floyd. Auch die nachfolgenden Singles Take Your Mama, das wiederveröffentlichte Laura und Mary waren in der britischen Hitparade erfolgreich. Mit Filthy/Gorgeous gelang ihnen im Januar 2005 ein Top-5-Hit. Alle Singles stammen von dem Debütalbum Scissor Sisters, das im Juli 2004 Platz Eins der BBC-Charts erreichte. Mit über einer Million verkaufter Einheiten wurde es zum erfolgreichsten Album des Jahres. Für diesen Erfolg wurde die Band bei den Brit Awards 2005 honoriert - in den Kategorien 'International Group', 'International Breakthrough' und 'International Album' erhielt sie den ersten Preis.

 

Mit der Single I Don't Feel Like Dancin' , der ersten Auskopplung aus dem zweiten Album Ta-Dah, erreichten sie im September 2006 erstmalig die Spitze der britischen Charts. Das Lied wurde in Zusammenarbeit mit Elton John geschrieben, der auch Pianopassagen dazu beisteuerte. Jake Shears dazu: "Darüber zu singen, dass wir keine Lust auf Tanzen haben, das war unsere einzige Möglichkeit einen Dance-Song zu schreiben, der gleichermaßen Spaß macht aber auch unsere ehrlichen Gefühle in sich trägt". Ana fügt hinzu, dass "der Song außerdem von der Liebe handelt. Davon, wie es ist, verliebt zu sein. Darum auch diese Textzeile - `I'd rather be home with the one in bed till dawn´. Ich denke, dass diese Zeile viel darüber aussagt, wie es sich anfühlt, wenn man immer auf Tour ist und den Menschen, den man liebt, vermisst."

  

Jake Shears zur neuen Single „She´s my Man: "Der Song handelt von einer Frau namens Annie Christmas, einer Folk-Legende aus New Orleans. Sie war riesig, wirklich überdimensional, eine Flusspiratin, die Überfälle machte und Leute umbrachte - und immer war sie dabei als Mann verkleidet. Dieser Song ist aus der Perspektive eines Mannes geschrieben, der sich in sie verliebt hat... Ich steh' einfach total auf New Orleans. Es ist eine Stadt, die einzig von Dieben und Prostituierten aufgebaut wurde. Ich finde das faszinierend, und ich finde natürlich auch die Musik faszinierend, die aus dieser Stadt kommt. Ich glaube, dass man diese Faszination auch auf dem neuen Album raushören kann."  Dem ist nichts hinzuzufügen.

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"Donald Duck - Und die Ente ist Mensch geworden!" im Karikaturmuseum Krems!

"Entenhausen war ein Versuch, eine Gegenwelt zu entwerfen,

in der es zwar auch Konflikte gibt, Sorgen und Nöte,

aber mit einer positiven Vision dargestellt.

Es ist eine Welt, in der alles nicht so schrecklich ist wie in unserer.

Donald ist eigentlich eine Identifikationsfigur für alle, die ums Überleben kämpfen.

In seiner Situation spiegelt sich das Überlebensdrama des Menschen."

(Gottfried Helnwein)

 

Fanatisches Warten auf die nächste Taschenbuchausgabe, Phantomas-Kostümspielchen mit der Nachbarin, eine Plüschente als Kuscheltierchen zum Einschlafen und ein leichtes Faible für die „Pandora´s-Box“-Epigone Gundel Gaukeley - Jugenderinnerungen an die berühmteste Comic-Figur der Welt, Donald Duck. Das Karikaturmuseum Krems widmet dem Schöpfer der Ducks, Carl Barks, im Jahre 2007 die Ausstellung „Donald Duck....und die Ente ist Mensch geworden“, und hat zu diesem Zweck das Deix-Areal in Dagobert Ducks kultigen Geldspeicher umgewandelt (den die Kremser Stadtfinanzen bitter nötig hätten). Die rund 250 Werke sind Leihgaben aus internationalen Privatsammlungen und umfassen wertvolle Erstausgaben von Comicheften (incl. Donald, wie er den Führer Adolf Hitler mit Tomaten bewirft), vorbereitende Skizzen, Skulpturen, persönliche Texte, Manuskripte und Barks Arbeitstisch.

 

Als ich das erste Heft öffnete, fühlte ich mich wie einer, der bei einem Grubenunglück verschüttet worden war und nun nach den Tagen der Finsternis wieder ans Tageslicht trat ...

Ich war wieder daheim in einer vernünftigen Welt, in der man von Straßenwalzen plattgewalzt und von 100 Kugeln durchlöchert werden konnte, ohne Schaden zu erleiden;

ich war in einer Welt , in der die Menschen wieder anständig aussahen,

mit gelben Schnäbeln und schwarzen Knäufen als Nase.

Hier traf ich auf jenen Mann der mein Leben verändern sollte,

von dem der österreichische Poet H.C. Artmann einmal gesagt hat,

dass er der einzige Mensch ist, der uns heute noch etwas zu sagen habe :

Donald Duck “

(Gottfried Helnwein)

 

Zur Vernissage erschien u.a. der weltberühmte Fotograf, Maler und Co-Kurator der Ausstellung, Gottfried Helnwein, der während seiner Jugend in der Nachkriegszeit Wiens von der Populärkultur Disneys geprägt wurde und laut eigenen Angaben von Donald Duck mehr gelernt hat als in allen Schulen zusammen. Dass Partnerschafts- und Sexualitätsprobleme, abgesehen von keuschen Herz-Schmerz-Rendezvous mit der schnuckeligen Daisy, kein Thema in den Duck Tales waren, erklärt Helnwein übrigens damit, dass die 50er rechts, intolerant und konservativ angehaucht waren und Disney sich an gesellschaftliche Regeln hielt, um überleben zu können.

 

Der Karikaturist Gustav Peichl verglich die Ducks mit dem 50. EU-Jubiläum - „Entenhausen ist besser als die Europäische Union, die nimmt sich viel zu ernst.“ (wobei mir persönlich bei den EU-Gehältern inkompetenter Politiker und der Geldverschwendung das Lachen vergeht). Blickfang vor dem Museum sind die Panzerknacker, die direkt vor der Justizanstalt und den Augen der Schwerverbrecher mit dem Spruch „Wir sind die Panzerknacker, und wir tun, was uns gefällt, heut´ gehört uns die Kunstmeile und morgen die ganze Welt“ residieren. Eyecatcher für coole Shootings (mit Models like „Sister Duck“ Anita, Peter und meiner Wenigkeit) sind auch die lebensgroßen Figuren von Donald, Glückspilz Gustav Gans, Dagobert Duck und den pfiffigen Neffen Tick, Trick und Track. Dass die Nichten von Daisy Duck Dicky, Dacky und Ducky heissen, ist mir als Disney-Fan der alten Schule vollkommen entfallen - vielleicht hätte ich öfter die Stammbäume der Duck Generation studieren sollen als Skandalstories realer Personen aufzudecken.

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Spotlight mit Ö3-Hitparadenlegende Udo Huber im Kremser Stadtsaal!

Once upon a Time in the year 1981 - der Filmschauspieler Ronald Reagan wird US-Präsident, Prince Charles heiratet seine Lady Diana, MTV geht auf Sendung mit dem Clip “Video killed the Radio Star”, Bucks Fizz gewinnen mit “Making your Mind up” den Songcontest, Superstar und Entzugsjunkie Britney Spears wird geboren,....... und eine legendäre Ära beginnt am 1. November - Udo Huber präsentiert als Nachfolger von Hans Leitinger zum erstenmal die Hörerhitparade von Ö3, “Hit wähl mit”, die er 15 Jahre lang unter seiner Trademark „Mr. Hitparade“ prägte. Von 1982 bis 1993 leitete er weiters monatlich die TV-Hitparade „Die großen 10“, die bei einer Beginnzeit von 17.45 Uhr über 1 Million Zuschauer hatte.

 

Heute ist Udo, der auch bei den Karl May-Spielen in Staatz und im Lumpazivagabundus (als Knieriem) in St. Pölten schauspielerisch tätig war, geschäftsführender Gesellschafter der Firmen event radio & tv und „die spartenkanäle“ und moderiert auf Antenne Wien die 80er Show jeden Sonntag von 12 bis 14 Uhr. Aufgrund seiner Fußballpassion ist Huber auch Vizepräsident beim derzeit sportlich wieder aufstrebenden Wiener Sportklub.

 

Und.....Mr. Hitparade war Stargast bei Martin Negers 7. Spotlight-Party im Kremser Stadtsaal. Der gesellige und kommunikative Ex-Ö3-Star präsentierte wie einst in den ausgeflippten 80ern seine New Wave-Hits von „Tainted Love“, „Everything counts“ bis hin zum Culture Club-Kult-Hit „Karma Chameleon“ und wurde dabei tatkräftig unterstützt von DJ Rock. Er ließ es sich auch nicht nehmen, mit den Party People der Nacht bei kühlem Heineken Bier über Anekdoten der guten alten Zeit zu plaudern, posierte telegen mit den sexy Cinderellas der Nacht für Erinnerungsfotos und war gleichzeitig Patronanz für meine „Pop Art 7“-CD, bei der ein 1989 geschossenes Foto Hubers von einer Ö3 Disco in St. Gilgen als Cover dient und als Opening Track die Titelmelodie der „Großen 10“ („Just around the Corner“ von Herbie Hancock) kongenial platziert ist.

 

Bis in die frühen Morgenstunden tanzten die mit Perücken, Sunglasses und Glockenhosen bunt kostümierten Party People zu den von Udo anmoderierten Hits der Vergangenheit, es wird nicht sein letzter großer Auftritt in der Donaumetropole gewesen sein. Denn die Zukunft ist die Vergangenheit, und dieses Zitat kommt von einer, die es wissen muss, von der 80er-Ikone Nena.

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Das erste It-Girl: Sienna Miller als "Factory Girl" Edie Sedgwick!

One person in the 60´s fascinated me more than anybody i had ever known.

The fascination i experienced was probably very close to a certain kind of love

(Andy Warhol)

 

Jim Morrison sang einst über ein zerbrechliches “Lost little Girl” - Edie Sedgwick war ein solches, wenn die Vorzeichen zuerst auch in eine andere Richtung zeigten: In den Venes blaues Blut, ein Trust Fund als Basis der Lebensfinanzierung, Ausbildung in Harvard, bildhübsch und voller Lebensfreude - eine Art Paris Hilton der 60er.

 

New York sollte ihr Leben ändern und auch zerstören - bei einer Vernissage lernt Edie den homosexuellen „Pop Art“-Underground-Avantgardisten Andy Warhol kennen, den einerseits ihr Charisma, andererseits ihre Verletzlichkeit fasziniert („Just be yourself“) und der sie als Muse unter seine Fittiche nimmt. In der „Factory“, einem ausgeflippten Sammelsurium von Musikern, Dichtern, Schauspielern, Künstlern und Selbstdarstellerin in einer aufgelassenen Hutfabrik, wird Edie zum Szenedarling und zum strahlenden Mittelpunkt schräger Avantgardemovies. Sex, Drugs, Rock´n Roll - das Leben ist eine einzige Glamparty unter dem dekadenten „Why life taking seriously“ - Deckmantel . Als sie sich in einen straighten Rockstar - in reality Bob Dylan - verliebt, kommt es zum Crash mit Warhol und mit dem Rockstar. Es geht nur mehr bergab, out of control.

 

Die wahre Geschichte vom ersten It-Girl der Szene-History, Edie Sedgwick, ist Thematik des schrill-schrägen Kult-Films „Factory Girl“ mit sexy Sienna Miller als Edie, dem genialen Guy Pearce als Andy Warhol und Star Wars-Anakin Hayden Christensen als coolen Rockstar, der die Warhol-Community nur spöttisch belächelt. Der Film wird teils mosaikmäßig erzählt in Form einer Lebensbeichte Sedgwicks aus einer Psychiatrie - „Not anyone is responsible. I made decisions that I regret.” Nur eine Sicht der Dinge, denn kann man es als Eltern, Freund, Bekannter oder Lover zulassen, dass ein Mensch so tief fällt ? Diese psychologische Komponente des bitteren Absturzes Edies wird im Film kaum beleuchtet, sie wirft aber sicher Diskussionen auf.

 

Edie Sedgwick starb 1971 mit 28 nach mehreren erfolglosen Entziehungskuren an einer Drogenüberdosis - nur eines von vielen Opfern einer wilden Zeit, die scheinbar grenzenlos war. Leider nur scheinbar.