Calle Libre - Street Art in Vienna!

In den USA grassierte das Graffiti-Fever Ende der 70er, gemeinsam mit dem Aufkeimen der Hip Hop-Kultur. In Österreich war diese - trotz vereinzelter talentierter Interpreten - weniger ausgeprägt. Die Graffiti-Szene wurde lange - österreichtypisch - mit schiefen Augen anvisiert. Die Kritzeleien auf den Wänden seien bloße Sachbeschädigungen, die von der Polizei verfolgt werden müssen. So die Volksmeinung. Nichtsdestotrotz existierten bereits in den 90ern "legale Wände", auf denen die Sprayer ihre mehr oder weniger gesellschaftskritischen Graffitis kreieren konnten. Die Anzahl dieser Flächen stieg in den letzten Jahren zusehends an, und auch die Einstellung der Bevölkerung gegenüber Street Art hat sich klar verbessert.

 

Seit 2014 organisiert der Wiener Jakob Kattner das "Calle Libre"-Festival (zu deutsch "freie Straße"). Im Rahmen dessen lädt er Künstler nach Wien, die live riesige Hausflächen in Wien bepinseln und besprayen. Das Veranstaltungsprogramm beinhaltet zusätzlich Workshops, Ausstellungen, Podiumsdiskussionen und Urban Art Tours, bei der die Teilnehmer die besten Street Art-Kunstwerke kennenlernen. Obwohl von manchen kritisiert, bestehen auch Kooperationen mit dem "scheinbaren Establishment", mit dem Mumok oder der Albertina.

 

Street Art ist auch im Austrian Way of Life angekommen und macht unsere Welt bunter, lebensfroher und schriller. Und dagegen kann keiner negative Argumente vorweisen.

"Summer of Love!" in Wien: Open Air-Techno mit Nina Kraviz, Maceo Plex & Co.

Junge Leute mit Sonnenblumen in den Haaren, Sunglasses im Gesicht, einem beschwingten Lächeln und tanzend am hellichten Tag unter freiem Himmel! Ibiza? Goa? Tomorrowland? Nein, Epizentrum Wien, Traktorfabrik mitten in Floridsdorf.

 

"Summer of Love" nennt sich das Open Air-Festival, das nach seiner Premiere im Vorjahr zum zweitenmal auf dem ca. 4000m2 großen Gelände der Traktorfabrik organisiert wurde. Die für Wiener Verhältnisse ungewöhnliche Veranstaltungszeit: 12 Uhr mittags bis 22 Uhr.

 

Auf dem Line Up standen nicht nur regionale Tech House- und Minimal-Techno-DJ´s, sondern auch internationale Top-Acts und Newcomers. Zu letzteren zählt beispielsweise der britische Industrial Techno-Produzent Blawan, der bereits für Radiohead-Remixes verpflichtet wurde und um 16 Uhr nachmittags die Party People zum Tanzen brachte.

 

Viele warteten zu dieser Zeit natürlich bereits auf die russische Techno-Queen Nina Kraviz. Die in Irkutsk geborene Doktorin der Zahnmedizin (sic est!) ist seit 2008 groß im Geschäft - mit Gigs im renommierten Moskauer Club Propaganda, Minimal Techno-Tracks a la "Pain in the Ass" oder "Ghetto Kraviz" und seit 2014 auch mit ihrem eigenen Label "Trip". "Techno is a Phenomenon like Jazz", so ihre Diktion. Auch die einschlägigen Medien wie MixMag sind von der temperamentvollen Djane begeistert ( https://mixmag.net/feature/nina-kraviz-is-our-dj-of-the-year), die keines ihrer Auftritte speziell vorbereitet, sondern sich vom Moment kreativ inspirieren lässt. Die "Summer of Love"-Besucher waren auf jeden Fall begeistert von ihrem frühabendlichen Set zwischen 17.30 Uhr und 19 Uhr.

 

Unmittelbar darauf betrat die Techno-Legende Rush die DJ-"Bühne" in der Silhouette der Traktorfabrik. Isaiah Major, so sein eigentlicher Name, stammt aus Chicago und war dort einer der stilprägenden Techno-Protagonisten in Clubs wie dem Powerhouse und dem legendären Warehouse. Obwohl bereits etwas älter als der Großteil der Techno Freaks trifft Rush weiterhin den Geschmack der Party People.

 

In Ibiza derzeit groß angesagt ist der in Valencia lebende US-Techno-Produzent Maceo Plex. So stehen u.a. Auftritte im Privilege, Amnesia ("Pyramid"), DC 10 oder Hi Ibiza in seinem Tour-Programm. Von den "Summer of Love"-Veranstaltern wurde er als innovativer "Surprise"-Act für die "Sperrstunde" bis 22 Uhr verpflichtet. Der Sound: Eine progressive Mixtur aus Future Techno, Trance und Minimal Beats, passend zum Sonnenuntergang und zu den Visuals. Mit auf der Setlist sein brandneuer "Blade Runner"-Remix. The Replicants are still alive. Dies gilt auch für die aufgeheizten Party People. Weiter getanzt wurde dann u.a. in der Grellen Forelle bei der offiziellen After Hour.

 

Man darf gespannt sein, ob auch nächstes Jahr wieder eine "Summer of Love" oder ein ähnliches Open Air-Event in Wien stattfindet. Die Veranstalter beklagten auf Facebook Probleme mit dem Magistrat und den Anrainern. Das Echo der Techno-Fans war auf jeden Fall mehr als positiv.

"Vorsicht Ausländer!" - Plakate gegen Rassismus von Patricio Handl!

Schlendert man auf der Linken Wienzeile direkt am Naschmarkt Richtung Karlsplatz, dann entdeckt man an der Scheibe eines Lokals ein großes Plakat mit einer Aufschrift, die einem sofort im Gedächtnis bleibt und Labsal ist in einer Welt, die immer mehr gekennzeichnet ist durch Ausländerfeindlichkeit, Rassismus und mangelnde Nächstenliebe: "Ach Wien, ohne uns fremde Migranten, Zugewanderte, hättest du weder Vergangenheit noch Zukunft."

 

Dieses Plakat stammt vom Wiener Grafikdesigner Patricio Handl, selbst Kosmopolit und engagierter Aktivist gegen Xenophobie. Handls Vater floh 1938 von den Nazis nach Montevideo, dort wurde Patricio als Sohn einer Uruguayanerin geboren. Sein Lebensweg führte ihn weiter nach Chile, Buenos Aires, Hamburg (wo er studierte) bis vor 30 Jahren nach Wien. 

 

Äußerungen wie "Ein Land ist kein Einwanderungsland" stören ihn und widersprechen komplett der Realität. "Politiker, die so etwas verbreiten, hätten eine Macke" und haben nur ein Ziel: Die Bevölkerung gegen Ausländer und Migranten aufzuhetzen. 

 

Selbst in seinem Geburtsort Montevideo, seit jeher gekennzeichnet durch ein einwanderungsfreundliches Klima, seien Migranten mit Diskriminierungen bei der Arbeits- und Wohnungssuche konfrontiert.

 

Handls Plakate gegen Rassismus, die er gerne auch als "Patografie" bezeichnet, sind  - wie kürzlich in der ORF-Sendung "Heimat fremde Heimat" ausgestrahlt - jetzt auch in der Hauptstadt Uruguays zu betrachten. Und zwar im "Museum der Migrationen" unter dem ambivalenten Titel "Wir gegen die anderen". Teils in Übersetzung, teils original mit spanischer Erklärung. Aufdrucke wie "Vorsicht Ausländer" oder "Armländer sind Ausländer" zeigen auch in Montevideo ihre Wirkung und sorgen für Nachdenklichkeit und Betroffenheit, aber auch für Motivation, diese negativen gesellschaftlichen Strömungen zu bekämpfen.

 

Denn eine alternde Gesellschaft brauche Einwanderung. Und Migranten dürfen sich nicht fremd im fremden Land fühlen.

ORF-Beitrag aus der TV-Sendung "Heimat Fremde Heimat" (Juni 2018)

Donauinselfest Tag 3: Ina Regen; Ofenbach; Portugal the Man.

Die im oberösterreichischen Grieskirchen geborene Regina Mallinger war bis vor kurzem neben ihrer Tätigkeit als Gesangspädagogin eine talentierte Background-Sängerin. Das bezaubernde Lied "Wie a Kind" unter ihrem Pseudonym Ina Regen machte sie in ganz Österreich bekannt. Der Donauinselfest-Auftritt vor zehntausenden Besuchern zählt zu ihrem bisherigen Karriere-Highlight, was sie auch immer wieder freudenstrahlend betont.

 

Die für den Amadeus Award nominierte Künstlerin präsentierte - am Klavier sitzend - neben ihrer ersten Single auch das durch das Conchita-Duett bekannt gewordene Goisern-Cover "Heast as nit", die neue Single "Paris" und einige Uptempo-Tracks aus ihrem im Herbst erscheinenden Album "Klee". Überzeugen konnte die sympathische Sängerin auch mit einem Cover des Grönemeyer-Hits "Mensch".

 

Ein gutes Händchen beweisen die Donauinselfest-Veranstalter stets mit den sonntäglichen Dance-Acts. Nach Robin Schulz und Lost Frequencies wurden dieses Jahr die französischen Deep House-DJ´s von Ofenbach gebucht. Neben ihren Superhits "Be Mine", "Katchi" und "Party" mixten die Newcomer Laurent de Rummel und Dorian Lauduique auch bekannte "Rock-Samples" der Chillipeppers, White Stripes und Joan Jett in ihre unterhaltsame Set-List.

 

Das Finale bestritten auf der FM4-Bühne die Indie Rocker von Portugal the Man, die kürzlich für ihren Superhit "Feel it still" einen Grammy Award erhielten. Produziert von Gorillaz-Mixer Danger Mouse und unter der Regie von Sänger John Gourley spielte die aus Alaska stammende Band vor einer prall gefüllten Hügel-Kulisse im westlichen Bereich der Donauinsel. Mit dabei: Tracks aus ihrer seit 2004 bestehenden Band-History von "Modern Jesus", "Hip Hop Kids" bis "Live for the Moment", Covers von Pink Floyd ("Another Brick in the Wall") und den Beatles ("Hey Jude" als Finale), stets begleitet von witzigen Sprüchen auf den Videowalls (wie "The Hit is coming soon"). 

 

Insgesamt besuchten 2,4 Millionen Menschen das diesjährige 35. Donauinselfest mit insgesamt 18 Themeninseln und 600 Stunden Programm.  Trotz vergleichsweise kühler Temperaturen.

Donauinselfest Tag 2: Konstantin Wecker - Poesie & Widerstand gegen Rechts!

Es war zweifelsohne der wichtigste Auftritt beim Donauinselfest 2018. Und man sollte eigentlich jedem einzelnen österreichischen Wahlberechtigten eine Kopie dieser Performance schicken. Oder zumindest einen Textabzug. Konstantin Wecker, kürzlich 71 geworden, betrat Samstag Abend kurz vor 8 mit seiner Band die Bühne und sprach dort Klartext getreu seines letzten Albums "Poesie und Widerstand" und seiner persönlichen Wertvorstellungen.

 

Für eine offene Gesellschaft, Toleranz und Nächstenliebe und gegen Rassismus, Faschismus und jene widerwärtigen Rechtspopulisten, die in ganz Europa versuchen, die Gesellschaft zu spalten. Die österreichische Kurz-Strache-Regierung blieb nicht ungeschoren. Im Gegenteil: Sie wurde von Wecker genau in jenes Salvini-Orban-Le-Pen-Seehofer-Eck gestellt, in dem sie sich - eitel wie ein Pfau - medial präsentiert. Lieder wie "Empört euch", "Sage Nein" oder eine neue Version des legendären "Willi" (siehe Text unten) zeigen die Stoßrichtung, mit der die Mehrheit (die es noch immer gibt) auf Rechtsextremis und Ausländerhass reagieren soll und muss. 

 

"Deutschland weint, wenn Mexiko im Fußball gewinnt und schaut weg, wenn 600 Flüchtende im Meer ausharren und Italien die Häfen dicht macht." - Eine erschütternde Anekdote von Wecker in der Dämmerung der Nacht. Das zweite Spiel gewannen übrigens Deutschen gegen die Schweden durch ein Kroos-Tor in der letzten Minute. Die germanische Fußball-Welt ist wieder in Ordnung, die echte bricht in sich zusammen.

 

Der holländische Star-DJ Fedde le Grand, einst Nr. 1 in den UK-Charts mit "Put your Hands up for Detroit", liefert auf der Krone Hit-Bühne den Soundtrack für die house- und technoverliebte Young Generation der Donauinsel. Und erreicht zumindest auf dem Dancefloor jenen melting Pot unabhängig von Staatsangehörigkeit, Herkunft oder Religion, den wir uns gesellschaftlich so gerne wünschen.

 

Während Lisa Stansfield auf der Main Stage versucht, einen Spagat zwischen Klassikern wie "All around the World" und neuen Tracks wie "Deeper" zu finden, weiht der in Tulln geborene Liedermacher Voodoo Jürgens seine Gästeschar ins düstere Wiener Lied des 21. Jahrhunderts ein. Inklusive "Haberer" wie Kathi Trenk, Ernst Molden und natürlich den Nino aus Wien. Auch eine gelungene Ludwig Hirsch-Coverversion ("Omama") darf auf der kultigen FM4-Bühne nicht fehlen. Mehr davon gibt es im Herbst im Rahmen einer Voodoo Jürgens-Special Tour zu hören.

Donauinselfest Tag 1: Wanda; Rea Garvey; Mavi Phoenix; Mainframe Recordings.

2015 spielten die Jungs von Wanda noch auf der (kleineren) Indie-Bühne von FM4, 3 Jahre später brillieren sie als Headliner auf der Ö3-Main Stage vor zehntausenden Zuschauern. 3 Alben - "Amore", "Bussi" und "Niente" - haben sie seitdem produziert, zahlreiche Nr. 1-Platzierungen (zuletzt mit der Single "Columbo") und monatelange Tourneen auch durch Deutschland und die Schweiz.

 

Nach der zuletzt wieder ausverkauften Wiener Stadthalle zählt der Donauinsel-Auftritt zweifellos zu den bisherigen Highlights ihrer noch kurzen Karriere, Falco musste darauf länger warten und stand zuletzt (1993) auch im Regen. Wanda, die nicht nur ihre Gassenhauer "Bologna", "Bussi Baby" oder "Columbo" auf der Setlist hatten, sondern auch Avantgarde-Stücke wie "Schottenring", "Ich sterbe" oder "Ein letztes Wienerlied", wurden stattdessen mit kühleren Temperaturen konfrontiert. Die schien Sänger Marco, teils nur mit kurzem weißem T-Shirt bekleidet, allerdings kaum zu spüren.

 

Ein gerngesehener Gast auf der Donauinsel ist auch Rea Garvey. Einst Sänger der irischen Formation Reamonn (mit Superhit "Supergirl") wandelt Garvey seit 2010 auf Solopfaden. "Is it Love", die erste Single aus seinem neuem Album "Neon", stürmte prompt in die Charts und auch in die Herzen der Donauinselbesucher. Der auch politische engagierte Sänger appellierte an die Zuhörer, Politikern Widerstand zu leisten, die versuchen, mit Differenzierungen nach Hautfarbe, Herkunft oder Religion die Gesellschaft zu spalten.

 

Der Großvater von Marlene Nader kam einst als syrischer Flüchtling in den 70ern nach Österreich. Als musikalisches Alter Ego nennt sie sich Mavi Phoenix, angelehnt an den verstorbenen Hollywood-Schauspieler River Phoenix. Ebenso international ist ihr Sound, eine hippe Mixtur aus Hip Hop, Lo-Fi und R&B. Auf der FM4-Bühne präsentierte sie nicht nur ihre Indie Radio-Hits "Quiet" und "Yellow", sondern auch neue hitverdächtige Tracks wie "Bite". 

 

Direkt daneben auf der Eutopia-Bühne organisierten die Drum & Bass-Gurus von Mainframe Recordings eine heiße Party unter freiem Himmel. Wer davon noch nicht genug hatte, konnte weiterfeiern bei der After Party im Flex. Man ist ja nur einmal jung.

Pride Village 2018: Abschlussveranstaltung mit Conchita und den Weather Girls!

Finaler Höhepunkt der Pride Week 2018 war die auf dem prall gefüllten Wiener Rathausplatz stattfindende Abschlusskundgebung mit zahlreichen Reden, Appellen und musikalischen Acts.

 

Der ehemalige Bundeskanzler Christian Kern, seit jeher Unterstützer der "Pride"-Forderungen, ließ es sich nicht nehmen, die schwarz-blaue Retro-Regierung zu kritisieren, von denen kein einziger offizieller Vertreter zugegen war. Man könne aber in Feierstimmung sein, denn im Jänner 2019 werde aufgrund einer Entscheidung des Verfassungsgerichtshofes die Ehe für alle in Österreich gelten. Die rechtskonservative Regierung, die anscheinend ohne juristische Reaktion die Frist bis dahin verstreichen lässt, könne dies nicht mehr verhindern.

 

Auf die Bühne geholt wurde von der Moderatorin Miss Candy auch jener Asylwerber aus dem Iran, der wegen Homosexualität aus seinem Heimatland geflüchtet ist und nunmehr mit einem einheimischen Lebensgefährten zusammenlebt. Die erstinstanzliche Behörde wies seinen Asylantrag ab mit der unfassbaren Begründung, dass er nicht schwul sei, weil er die Bedeutung der Farben der Regenbogenfahne nicht kenne. Navid hofft nun auf eine positive Entscheidung durch das zuständige Landesverwaltungsgericht.

 

Weitere Wortspenden gab es von den Leitern der Hosi Wien, Moritz Yvon und Lui Fidelsberger, der Pride-Organisatorin Katharina Kacerovsky, dem SPÖ-Stadtrat Czernohorszky, der schwarzhäutigen (und zuletzt auch rassistisch angegriffenen) stv. SPÖ-Bezirksvorsteherin Mireille Ngosso, dem einzigen offen schwulen Wiener Gemeinderat Peter Kraus von den Grünen, Wiens Neos-Chefin Beate Meinl-Reisinger, der grünen Bundesrätin Ewa Dziedzic und dem roten Nationalratsabgeordneten Mario Lindner.

 

Die Show durfte logischerweise auch nicht zu kurz kommen. Euro Pride 2019-Botschafterin Conchita Wurst präsentierte vor einer begeisterten Menge 3 Hits aus ihrem Repertoire, darunter auch den Songcontest-Siegerhit "Rise like a Phoenix". Eine tolle Setlist lieferten die (personell zur Ur-Besetzung veränderten) Weather Girls mit den größten Disco-Hits der 70er: Born to be alive, I´m so excited, Don´t leave me this way und natürlich das grandiose It´s raining Man. Schrill-coole House Vibes u. a. von Nica & Katie sorgten als letztes Open-Air-Aphrodisiakum für die danach stattfindenden Club Nights in der Bundeshauptstadt.

 

Wien auf jeden Fall ist für das nächste Jahr bestens gerüstet. Die Euro Pride 2019 soll unter dem Motto "Visions of Pride" vom 19. Mai bis 19. Juni stattfinden. Mit über 500 Einzelveranstaltungen, zwei Pride Villages am Rathausplatz und im Votivpark, einer Auftakt- und Abschlussveranstaltung, einer großen Menschenrechtskonferenz und natürlich wieder der Regenbogenparade. Zu feiern gibt es zusätzlich mit 50 Jahre Stonewall (1969) die Geburtsstunde der LGBT-Bewegung und 40 Jahre Hosi Wien. Der Regenbogen wird niemals heller erstrahlen.

Neuer Teilnehmerrekord: 200.000 bei der Wiener Regenbogenparade!

Ein Jahr vor dem großen "Euro Pride"-Event in Wien feierte die diesjährige 23. Regenbogenparade einen neuen Teilnehmerrekord. Insgesamt 200.000 Fans frequentierten die Strecke rund um die Wiener Ringstraße und zeigten ihre Sympathie für Toleranz und Gleichstellung aller Lebensformen.

 

Die Route wurde wie üblich "andersrum" in Angriff angenommen, angeführt von den mit regenbogenfarbenen Garnituren ausgestatteten Wiener Linien und den Guys on Bikes. Insgesamt 64 Starter nahmen an der "Party-Demonstration" teil, schrill dekoriert, mit lauter Techno-, Pop- und Schlagermusik aus den Boxen und mit schlagkräftigen Messages, die noch mehr Menschen für den eigentlichen Sinn der Veranstaltung begeistern sollen.

 

"Together and Proud" propagiert der bunt geschmückte PR-Truck der Euro Pride 2019, "Damit aus Spaß nicht Ernst wird" mahnt die Aids Hilfe Wien, afrikanische Teilnehmer kritisieren mit dem Slogan "No Pride in Deportation" die skandalöse Fremdenrechtspraxis bei homosexuellen Asylwerbern. Traditionell nicht fehlen dürfen auf der Regenbogenparade die Hosi Wien, der Club Kreativ, LMC Vienna, Libertine und natürlich Hermes Phettberg, dieses Jahr mit Regenbogenflagge in einem Oldtimer platziert.

 

Nichts geändert hat sich bei der politischen Unterstützung der Pride Week. Während die rechtskonservativen Parteien ÖVP und FPÖ mit kompletter Abwesenheit "glänzen" und im Simmeringer Amtshaus sogar die Hissung der Regenbogenfahne verhindert haben, zählen die SPÖ, die Grünen (mit langer Tanzschlange hinter dem Truck) und die Neos unter der Führung von Beate Meinl-Reisinger zu den Anhängern der Pink Community.

 

Dazu gehört auch das Getränkeunternehmen Almdudler, dessen Slogan "Dudel with Love, Respect & Condoms", gemeinsam mit den Pärchen, zu den Trademarks der diesjährigen Regenbogenparade gehörte. Deutlich ersichtlich war auch eine Verbreiterung der Botschaft in neue Gesellschaftsschichten: Diplomats for Equality, Pride Business, queer & hochschulen, Fußballfans gegen Homophobie oder auch die Callboys.  Die Solidarisierung gegen Intoleranz und sexuelle Diskriminierung ist allgemein im Steigen begriffen.

 

Wien gilt dabei als besonders liberales Pflaster. Die LGBT-Reiseplattform GayTravel.com zeichnete die Bundeshauptstadt 2017 als beste internationale Destination aus. Die Resonanz könnte 2019 durch die einmonatige Euro Pride noch weiter steigen. Kein Wunder, dass auch "Gay auf Reisen by Ruefa" diese Marketing-Chance bei der diesjährigen Parade nützte :-)

Pop Art mit Gesellschaftskritik: Keith Haring in der Wiener Albertina!

 

 

 

Egal, wo man derzeit im schönen Wien spazierengeht. Man sieht überall - auf rotem Hintergrund und umgeben von leuchtenden Strichen – ein geschlechtsloses Comic-Pärchen, das sich innig umarmt und echte Lebensfreude ausstrahlt. Frühling und Sommer 2018 können nicht sinnlicher zum Leben erweckt werden als mit dem Plakat der Keith Haring-Ausstellung in der Wiener Albertina.

 

Schöpfer Haring, in der Ausstellung selbst abgelichtet durch ein Foto Gottfried Helnweins, interpretiert die Umarmung des Pärchens so extensiv wie sie nur sein kann, als "human connection, togetherness, love and sexual intercourse, regardless of skin color and sexual orientation". Und ist damit auch ein idealer Protagonist für die im Juni stattfindende Pride Week in Wien, die für Toleranz, Gleichberechtigung und Gleichstellung aller Lebensformen eintritt.

 

Der Pop Art-Künstler wurde 1958 in Pennsylvania geboren und interessierte sich dank gemeinsamer Comic-Zeichnungen mit seinem Vater schon früh für Kunst. Nach einem zweijährigen Studium der Werbegrafik in Pittsburg zog Haring nach New York, wo er nicht nur die School of Visual Arts besuchte, sondern auch schnell Bekanntschaft mit der dortigen Art-Szene schloss. Neben erster Ausstellungen, Collagen und Aktionen gegen Gentrifizierung erregte er erste Aufmerksamkeit durch die sogenannten "Subway Drawings". Haring bemalte freie, dunkle Werbeflächen in der New Yorker U-Bahn mit Tafelkreide, Originale seiner fast 10.000 Zeichnungen sind auch in der Albertina zu sehen.

 

Haring war nicht nur Künstler und Zeichner, sondern auch Gesellschaftskritiker und Aktivist, egal ob gegen Rassismus, Diskriminierung, Homophobie, Polizeigewalt, Kapitalismus, Atomkraftwerke oder die Macht der Medien. Mit einfachen Strichen, bunter Bildsprache und wiederholenden Motiven (wie Hunde, Babies, Fernsehern, Löchern im Körper oder Kreuzen) erweckte Haring, oft nicht auf den ersten Blick, Assoziationen zum Nachdenken über die gesellschaftlichen Zustände. Mit Ausnahme seines 15 m langen Monumentalwerkes „Die Matrix“ verleiht Haring seinen Kreationen keine Titel, um von vornherein die Fantasie der Betrachter anzuregen. Einer seiner Bewunderer war auch die Pop-Art-Legende Andy Warhol, für den er 1983 die auch in der Albertina zu sehende „Andy Mouse“ malte, eine Mischung aus Warhol und der Mickie Mouse.

 

Bedrohlicher und furchteinflößender wurde das „Alphabet“ Harings ab Mitte der 80er, und das hat einen Grund. Immer mehr Menschen in Harings Umfeld erkrankten zu dieser Zeit an AIDS. Der offen schwul lebende Haring stattet dabei seine menschlichen Figuren mit Punkten aus und demonstriert auf diese Weise die Stigmatisierung von Homosexuellen. Der Begriff „Gay Plague“ erodiert damals in den Boulevard-Zeitungen. In seinen düstersten Werken visualiert Haring den HI-Virus als ein todbringendes Monster, markiert mit einem roten Kreuz, bzw. als ein aus einem Ei schlüpfendes Riesenspermium. Haring selbst ereilt auch das tödliche Schicksal. Seine HIV-Infektion wurde 1988 diagnostiziert, am 16. Februar 1990 starb er in New York.

 

Fast 30 Jahre später ist eine vollständige Heilung der Krankheit noch immer nicht möglich. Durch seinen jahrelangen Kampf gegen Aids und seine 1989 gegründete Foundation setzt Haring auch weit nach seinem Tode noch wichtige Akzente zur Bekämpfung von Aids. Seine in Kooperation mit der Aids Hilfe Wien stattfindende Ausstellung ist noch bis 24. Juni in der Albertina zu sehen. 

"The Hoff" im Gasometer: Party bis weit nach dem Mauerfall!

Es war Mitte der 80er, 18.30. Uhr, als die Straßen und Plätze in Österreich meist leergefegt waren. Denn auf ORF 1 ermittelte wieder Michael Knight im Auftrag der Foundation für Recht und Verfassung. Sein loyalster Helfer: Das sprechende Auto K.I.T.T.. "Knight Rider" war die meistgesehene Serie der 80er. Auch musikalisch verdiente sich deren Hauptdarsteller David Hasselhoff, seine ersten Sporen. "Night Rocker" verkaufte sich allerdings nur in Österreich, verschämte Käufer im Teenager-Alter schickten meist ihre Eltern in die Schallplattenläden.

 

Mehr als 30 Jahre später ist David Hasselhoff auch als Sänger Kult. Vor dem Gasometer erblickt man nicht nur eine schnittige KITT-Kopie für coole Selfies, sondern auch Publikum allen Genres: Heavy Metaller, Hip Hopper, Techno-Freaks, Schlager-Fans, Alt, Mittel, Jung. Natürlich auch jene, die an diesem besonderen Abend in die "zweite Haut" Davids schlüpfen wollen, die "Baywatcher" mit den Badeanzügen, Hauben und Bojen. Die Party kann beginnen.

 

In der Planet Music Hall drängen sich die Besuchermassen, 3500 Fans, das Konzert ist ausverkauft. Nach dem Knight Rider Intro betritt "The Hoff" die Bühne, intoniert "We wanna rock the World". Ballermann-Fans kennen die Melodie: "Hey, wir wollen die Eisbären seh´n". Dass Hasselhoff musikalisch nirgends so erfolgreich ist wie in Österreich, das darf nicht unerwähnt bleiben. Der "Night Rocker" erdröhnt, auf den Video Screens und in real. Hasselhoff erzählt auch eine Anekdote vom nach Ansicht seiner Töchter peinlichen "Hooked on a Feeling"-Video, die vom Cheeseburger-Imbiss in alkoholisiertem Zustand, dessen Handy-Video die YouTube-Kanäle frequentierte, lässt er aus.

 

Inmitten von 90er-Hits wie "Gypsy Girl", "Is Everybody Happy" oder "Everybody Sunshine" erklingen zahllose Coverversionen, vor denen sogar gewiefte Retro-DJ´s meistens zurückschrecken. "It´s a Real good Feeling" von Peter Kent beispielsweise oder die Righteous Brothers-Schnulze "You´ve lost that Lovin´ Feeling". Die ekstatischen und alk-getränkten Fans sind trotzdem aus dem Häuschen und flippen bei den mit Disco-Beats aufgepimpten 70er-Gassenhauern "Take me Home, Country Roads" und "Sweet Caroline" vollkommen aus. Bei Hands Up in the Air und Schlachtgesängen haben dann auch die Rettungsschwimmer ihren Einsatz: Mitch Buchannon alias The Hoff rockt "I´m always Here" ins Mikro. 

 

Dann folgen Hit auf Hit: "Crazy for you", das in Österreich einst Doppelplatin erreichte, und der chillig-cheesige "Limbo Dance", bei dem Zeremonienmeister "The Hoff" auch einige Fans unter der Stange tanzen und taumeln lässt. David Bowies "Heroes" als Cover (mit deutscher Strophe) und "Looking for Freedom" ertönen als Doppelpack zum krönenden Finale. Ein Wink auf die Berlin-Connections von David Hasselhoff.

 

Im Jahr des Mauerfalls war "Looking for Freedom" (eine Coverversion des Marc Seaberg-Hits aus den 70ern) 8 Wochen Nr. 1 in Deutschland. David Hasselhoff war - trotz manch böser Gerüchte - nicht verantwortlich für den Sturz der Berliner Mauer, trat allerdings vor 500.000 Zuschauern bei der großen 89er-Silvesterparty vor dem Brandenburger Tor auf.  Damals wie heute Begeisterung über den singenden Schauspieler, der zu keiner Zeit seiner Karriere die Scheu hatte, Geschmacksgrenzen zu überwinden.

 

But: "Don´t hassel the Hoff". Obwohl sich beim "Heroes"-Cover eigentlich der Spaß aufhört, oder doch nicht?

 

Anm.:  Das Wien-Konzert von David Hasselhoff wird im Herbst als DVD veröffentlicht. 

 

"Wut": Terrorismusforscherin Julia Ebner präsentiert Buch über Extremismus!

"Passen Sie gut auf sich auf, wir nähern uns dem Endkampf!" - Diesen Zettel fand die Wiener Terrorismusforscherin Julia Ebner in ihrer Tasche, kurz nachdem sie Undercover zwei Versammlungen von Rechtsextremen und Islamisten besuchte. Von welcher Gruppierung diese Nachricht stammte, weiß sie bis heute nicht.

 

Es war allerdings einer der Anlässe, ein Buch über die wechselseitigen Abhängigkeiten zwischen Rechtsextremismus und IS-Terror zu verfassen. "Rage" nennt sich das Originalwerk, die deutsche Fassung "Wut" präsentierte die derzeit in London beim Institute für Strategic Dialogue tätige Forscherin kürzlich in der Thalia-Buchhandlung in der Wiener Mariahilfer Straße.

 

Grundlage des Buches sind ihre Untersuchungen bei der Anti Extremismus-Organisation Quilliam Foundation, die sowohl online durch Einschleusung in einschlägige Social Media-Gruppen als auch offline durch direkte Gespräche mit Mitgliedern und Aussteigern extremistischer Organisationen vonstatten gingen. Ebner beschreibt in ihrem ausführlichen Werk einen Kulturkampf zwischen radikalen westlichen "Kreuzfahrern" und islamistischen Muslimen, die beide ähnliche Ziele verfolgen: Eine religiös einheitliche Gesellschaft, eine Rückgängigmachung des Fortschritts, verbunden mit Antisemitismus, Homophobie und Frauenfeindlichkeit.

 

Hauptzielgruppe ist die sogenannte "Generation Z", jene ab 1990 geborenen Personen, die vor allem durch Social Media, Computerspiele, Hochglanzbilder und Promotion-Filme zum "richtigen" Glauben verlockt werden sollen. Ziel ist die Spaltung der Gesellschaft, verstärkt durch Überreaktionen auf der politischen Ebene. Der wechselseitige Konnex zeigt sich dabei auch dadurch, dass ein islamistischer Anschlag die Solidarität und den Zusammenhalt der Rechtsextremisten stärkt und umgekehrt. Ebner weist in ihrem Buch sogar örtliche Zusammenhänge nach: Rechtsextreme Horte sind oft auch Brutstätten islamistischen Terrors (wie in speziellen Londoner Distrikten oder im Wupperthal).

 

"Fast jeder Terrorist ist ein Muslim", das behauptete FPÖ-Bundesparteiobmann Strache in einem Interview. Diese Aussage sei falsch, so Expertin Ebner. Islamistische Anschläge erhalten allerdings in den Boulevardmedien mehr Aufmerksamkeit und Resonanz als rechtsextremer Terror. Die Fakten zeigen anderes: In den USA wurden im Vorjahr 18 der 34 tödlichen Terroranschläge weißen Nationalisten zugeordnet.

 

Gemeinsam ist beiden Ideologien das "Opfernarrativ". Dieses wird befeuert durch Slogans wie "Fremd im eigenen Land" oder "Der Islam gehört nicht zu Europa". Werden derartige Aussagen durch Spitzenpolitiker getätigt, so wird dies für die eigene Propaganda und für die weitere Aufhetzung der Gesinnungsgemeinschaft verwendet. 

 

Ebner hat im Zuge der Recherchen auch einige Aussteiger kennengelernt und dabei festgestellt, dass die direkte Konfrontation mit dem "Feind" Vorurteile abbauen kann. Interpretationen von Wahlergebnissen zeigen Ähnliches: Dort wo Menschen unterschiedlicher Kulturen und Religionen zusammenleben, schneiden rechte Parteien schlechter ab als in Distrikten, wo kein Ausländer ansässig ist.

 

Schuld an den extremistischen Auswüchsen sind auch die traditionellen politischen Parteien, die zu spät das "Zeitalter der Wut" registriert haben. Jeder einzelne müsse diesen negativen Entwicklungen gegensteuern, durch differenzierte Sprache, Aufdeckung von Manipulationen oder durch Unterstützung einschlägiger Kampagnen.

 

Bildung sei überhaupt das beste Mittel gegen Terrorismus, so Julia Ebner. Expertenwissen zu den Themen Rechtsextremismus und Islamismus bietet dazu ihr Erstlingsbuch.

 

 

 

Vienna City Marathon 2018: Kein Streckenrekord, aber Top-Werbung für die Stadt!

"Ab Kilometer 38 war es einfach zu heiß!", so die Siegerin Nancy Kiprop aus Kenia nach Absolvierung des Vienna-City Marathons. Für viele andere der mehr als 41.000 Teilnehmern aus 130 Ländern vermutlich bereits ab Kilometer Nummer 1.

 

Bei Mittagstemperaturen von 27 Grad war es für jeden einzelnen Läufer eine große Herausforderung, die gewählte Laufstrecke erfolgreich zurückzulegen. Die lange Hauptallee sorgte sogar bei den Spitzenläufern für konditionelle Schwierigkeiten. So auch beim sensationell laufenden Salzburger Peter Herzog, der als 10. unter tosendem Applaus ins Ziel kam und mit 2:16:57 Stunden 3 Sekunden (!) unter dem EM-Limit blieb.

 

Sieger bei den Herren wurde überraschend der Marokanner Salaheddine Bounasser mit einer Zeit von 2:09:29. Zwar kein Streckenrekord, aber klar vor einer Phalanx aus kenianischen Läufern. Weltrekordler Dennis Kimetto schied mit muskulären Problemen in der linken Wade nach der Halbzeit des Rennens aus.

 

Die weibliche Siegerin Kiprop verpasste zwar den Streckenrekord knapp, verbesserte aber ihre persönliche Bestleistung auf 2:24:18. Sie spendet wie letztes Jahr ihr Preisgeld an eine Schule in ihrem Heimatort.

 

Aufgrund der hohen Temperaturen musste das Rote Kreuz insgesamt 540mal Einsatz leisten, 50 Läufer mussten ins Spital eingeliefert werden. Sicherheitsprobleme seitens der Polizei wurden keine gemeldet.

 

Der Vienna City Marathon fand 2018 bereits zum 35stenmal statt. Er bringt laut Veranstalter einen Umsatz von 55 Millionen Euro und ca. 80000 Übernachtungen in und um Wien. Sieger ist somit nicht nur jeder einzelne Teilnehmer, sondern vor allem auch die Bundeshauptstadt selbst. Umso wichtiger, als schwarz-blaue Regierungspolitiker immer wieder versuchen, den Ruf Wiens zu ramponieren.

"Jump Around": 20. Argus Bike Festival auf dem Wiener Rathausplatz!

Das Argus Bike Festival fand zum ersten Mal im Jahr 1999 statt. 2018 feierten die Veranstalter das 20. Jubiläum, und zwar mit einer besonderen Attraktion. Wie vor 3 Jahren beim Vienna Air King lieferten sich internationale und nationale Biker tollkühne Duelle auf dem Parcours vor dem Wiener Rathaus. 

 

Der Dirt-Battle Vienna gliederte sich in zwei Teile. Bei der "Best Trick"-Competition vergab eine Jury Noten je nach Schwierigkeitsgrad und Ausführung, beim "Highest Air"-Bewerb zählte die übersprungene Höhe. Erreicht wurden phänomenale 8,5 Meter. Moderiert wurde die Show von Event-Profi Andi Brewi, der famose Hip Hop-Sound stammte von Mixmaster DJ Mosaken.

 

Ebenfalls seit 1999 dabei ist die Wiener BMX-Legende Senad Grosic, der im Rahmen seiner "School 2 Rock"-Show junge Nachwuchstalente fördert und schult. Aber auch für den "normalen" Radfan wurde auf dem jährlichen Bike Festival viel geboten: Eine Fahrradmesse mit über 100 Ausstellern, der Falter-Fahrrad-Flohmarkt, neue E-Bikes und Lastenfahrräder, die Fahrrad-Kinderwelt und natürlich die Radparade, bei der Sonntag mittags mehr als 12.000 Personen teilnahmen.

 

Der Radverkehr blieb 2017 - trotz eines Allzeithochs im Juni - konstant. Laut Modal Split lag der Anteil der mit dem Rad zurückgelegten Wege in Wien bei 7 Prozent. Die Ziele der rot-grünen Landesregierung liegen um einiges höher. Im Jahr 2025 sollen mindestens 80 Prozent der Wege im Öffentlichen Verkehr, zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt werden. Die Radfahrquote soll dabei auf 13 Prozent gesteigert werden. 

 

Veranstaltungen wie das Bike Festival oder auch die ab 28. April in der Nordbahnhalle stattfindende Ausstellung "Bicycle - A Love Story" sind in diesem Sinne geeignete Motivatoren, in der Stadt auf das Auto zu verzichten und auf das sportliche, klimafreundliche Rad umzusteigen.

Otto Wagners "Stadttor" für Wien: Die Schemerlbrücke in Nussdorf!

Das Wien Museum bietet aktuell bis 7. Oktober eine Ausstellung über den renommierten Wiener Architekten und Stadtplaner Otto Wagner. Das Werbe-Plakat ziert die Schemerlbrücke in Nussdorf, dort wo der Wiener Donaukanal von der Donau abzweigt.

 

Benannt ist die Schemerlbrücke nach dem Wasserbauingenieur Joseph Maria Schemerl von Leythenbach, entworfen wurde sie von Otto Wagner im Zuge der Errichtung der Nussdorfer Wehr- und Schleusenanlage zwischen 1894 und 1899.

 

Wagner betrachtete die Wehr nicht nur funktional zur Verhinderung von Hochwasser und Eisstößen, sondern auch als "Stadttor". So wurde diese mit Pylonen ausgestattet, auf denen Löwenfiguren des barocken Wiener Bildhauers Rudolf Weyr thronen. Ebenfalls von Wagner stammt das ehemalige Verwaltungsgebäude der Donauwasserschutzkonferenz direkt neben der Schleusenanlage, das heute als Sitz der Magistratsabteilung 45 (Wiener Gewässer) fungiert.

 

Bereits im 1. Jahr der Fertigstellung lohnte sich die Mühe für den Einsatz. Die Nussdorfer Wehr (die aufgrund der Grenzziehung beim rechten Ufer des Donaukanals eigentlich großteils in Brigittenau liegt), verhinderte 1899 eine Hochwasserkatastrophe im Donaukanalbereich. Im April 1945 wurde die Schemerlbrücke wie viele andere Donaukanalbrücken durch die zurückweichenden SS-Truppen zerstört, in den 50ern wieder aufgebaut. Die letzte Sanierung wurde 2009 vorgenommen, um ca. 1 Million Euro wurden erhebliche Schäden am Stahltragwerk restauriert.

 

Seit dem Jahr 2005 befindet sich unter der Brücke das Wasserkraftwerk Nussdorf, das mit 12 Matrixturbinen 10.000 Haushalte mit Strom versorgt. Das historische Erscheinungsbild der "Löwenbrücke" wurde dadurch nicht beeinträchtigt.

Brutalismus am Stadtrand: Die Wotrubakirche und ihre mysteriöse Entstehungsgeschichte!

Eine historisch gewachsene Stadt wie Wien lebt von ihren Sagen, Legenden, Mythen, Gerüchten und Geschichten. Jene der Wotruba-Kirche im 23. Bezirk klingt wie ein ausgeklügelter, raffinierter Geheimdienst-Roman a la 007 Ian Fleming oder John Le Carre. Im Gegensatz zu diesen ist sie aber wahr.

 

Im Mittelpunkt steht die 29jährige Beamtin Margarethe Ottillinger, die 1948 gemeinsam mit dem Minister für Wirtschaftsplanung, Herbert Krauland, über die Ennsbrücke St. Valentin von der amerikanischen in die sowjetische Zone einfährt und dort festgenommen wird. Während Krauland aufgrund seiner Immunität und mit brisanten Unterlagen (wie dem Marshallplan) die Fahrt fortsetzen darf, wird Ottillinger in Isolationshaft gesperrt, laufend verhört und als US-Spionin angeklagt. 1949 wird sie zu 25 Jahren Gulag-Lager verurteilt und in ein Sumpflager von Potma südostlich von Moskau gebracht. Für viele ein Todesurteil aufgrund der Seuchen, der Infektionen und des Sumpffiebers. Die Kämpferin Ottillinger schwört, sollte sie je wieder nach Österreich zurückkehren, dort eine Kirche zu bauen.

 

Wer mit dem Bus 60A Richtung Liesing fährt, der weiß, dass Ottillinger es geschafft hat. Am Georgenberg steht auf dem Areal der ehemaligen Luftnachrichtentruppen-Kaserne die aus riesigen Betonblöcken bestehende Kirche zur Heiligen Dreifaltigkeit, die nach ihrem Schöpfer, dem Bildhauer Fritz Wotruba, benannt wurde. 

 

Freigelassen wurde Ottillinger im Laufe der Staatsvertragsverhandlungen, im Juni 1955 kam sie schwer krank in Wiener Neustadt an und wurde 1956 seitens der sowjetischen Behörden freigesprochen. Nach einer kurzen Erholungsphase stieg sie wieder in die Wirtschaft ein und wurde OMV-Vorstandsdirektorin. In dieser Funktion verhandelte sie auch die österreichischen Gas- und Erdöllieferverträge mit der Sowjetunion..

 

Der Traum von der Kirche war allerdings nicht ausgeträumt. Die Gestaltung des von Ottillinger initiierten Gottestempels passt sich dabei in ihrer Dimension durchaus der Lebensgeschichte Ottillingers an. Der Bildhauer Wotruba wollte nach eigenen Worten: „Etwas gestalten, das zeigt, dass Armut nicht hässlich sein muss, dass Entsagen in einer Umgebung sein kann, die trotz größter Einfachheit schön ist und auch glücklich macht.

 

Der während des 2. Weltkriegs emigrierte Künstler konzipierte gemeinsam mit dem Architekten Fritz Gerhard Mayr eine Kirche, die aus insgesamt 152 rohen Beton-Blöcken zwischen 0,84 m3 und 64m3 und verschieden hohen Fensteröffnungen besteht. Der höchste Block misst 13,10 Meter.

 

Brutalismus nennt sich der um 1950 entstandene Architekturstil, dessen bevorzugter Werkstoff roher Beton ("beton brut") ist und der durch ein kompromissloses Erscheinungsbild mit klaren geometrischen Körpern geprägt ist. Gegner bezeichnen diesen Baustil auch als "ästhetischen Vandalismus". Kein Wunder vor allem in Österreich, dass es fast 10 Jahre dauerte, bis 1974 mit dem Bau der Kirche begonnen wurde.

 

Wotruba selbst erlebte die Fertigstellung seiner Kirche im Oktober 1976 nicht mehr, er starb ein Jahr zuvor. Der Platz vor der Kirche wurde zu Ehren der 1992 verstorbenen Managerin und Initiatorin 2013 in Ottillinger-Platz benannt.

 

Die römisch-katholische Wotruba-Kirche ist heute nicht nur ein Wallfahrtsort für Architekturstudenten und Avantgarde-Touristen, sondern wird gemäß ihres originären Zwecks natürlich auch für Gottesdienste genützt. Geöffnet ist derzeit am Samstag von 14 bis 20 Uhr und am Sonntag von 9 bis 16.30 Uhr.

 

Bis Mitte 2019 wird vor der Kirche auch ein Lift errichtet, sodass Behinderte und Mütter mit Kindern das Gotteshaus barrierefrei betreten können. Denkmalamt und Architekt Mayr sprachen sich im Vorfeld gegen diese "Basisveränderung" aus, das Bundesverwaltungsgericht genehmigte den Zubau. Die Wege zu Gott dürfen nicht beschränkt werden.

60 Jahre Austrian Airlines: Conchita Wurst als Gratulantin beim Eistraum!

Die Austrian Airlines feiert dieser Tage ihren 60. Geburtstag und veranstaltete zu diesem Jubiläum ein Special Event beim Eistraum auf dem Wiener Rathausplatz. 

 

Songcontest-Siegerin Conchita Wurst, wie die Flugbegleiterinnen in rot gekleidet, stieg vor dem Burgtheater aus einem edlen weißen Fiaker und moderierte, live geschaltet auf der AUA-Facebook-Seite, eine Happy Birthday Show der österreichischen Fluglinie.

 

Gesungen wurde live ein Geburtstagsständchen, und zwar aus sieben verschiedenen Destinationen, aus London (wohin der erste kommerzielle Linienflug der AUA führte), Berlin, New York, Miami, Bangkok, Hongkong und natürlich Wien. Für den finalen Sanges-Part unserer schönen Bundeshauptstadt war natürlich Conchita selbst verantwortlich, die inmitten zweier hübscher AUA-Stewardessen und sportlicher Eisläufer nicht nur der AUA zum Geburtstag gratulierte, sondern auch noch ihre Hits "Rise like a Phoenix" und "Firestorm" anstimmte.

 

Die AUA konnte sich im Vorjahr über mehr als 12 Millionen Passagiere freuen und plant Investitionen in neue Langstreckenflugzeuge. Auch Conchita ist derzeit gefragter denn je: Internationale Auftritte in London und Budapest (bei der Pride Rainbow Party), Moderation der Amadeus Awards und natürlich wieder live dabei beim Life Ball in Wien.

 

Beethoven als Modern Art - Bizarre Skulptur zum 250er des Komponisten!

Eine Aufregung kommt selten allein. Wobei die künstlerische Skulptur gegenüber dem Wiener Konzerthaus im Vergleich zum Heumarkt-Tower mehr als harmlose Freiheit der Kunst als irreparabler Eingriff in das historische Stadtbild Wiens zu verstehen ist.

 

Der Komponist Ludwig van Beethoven feiert im Jahr 2020 seinen 250. Geburtstag. Dies war Anlass genug, auf dem Beethovenplatz nahe des 1880 errichteten Denkmals von Caspar Zumbusch eine ambivalentes Kunstwerk des deutschen Malers und Bildhauers Markus Lüpertz zu platzieren.

 

Die 2,7 Meter hohe, teils buntgemalte Bronze-Skulptur besteht aus einem Kopf mit traditioneller Beethoven-Frisur und einer zweiten verschreckt-verstörenden Figur, der beide Arme und ein Fuß fehlen. Schöpfer Lüpertz, lange auch Rektor der Kunstakademie in Düsseldorf, erklärt diese Divergenzen mit der allmählichen Taubheit und Todesnähe. Beethovens. "Anders als Mozart, dem alles zufiel, musste Beethoven über die volle Distanz gehen. Das ist in meinen Augen eine andere Leistung."

 

Wie die Leistung von Lüpertz zu betrachten ist, mag jeder für sich beurteilen. Polarisierung ist in der modernen Kunst ja nichts Schlechtes, Zensur und Verbote umso mehr.

 

Die Skulptur, die in einer leicht variierten Form auch schon in Bonn und Leipzig für Aufregung gesorgt hat, ist eine Dauerleihgabe an die Stadt Wien und wird zumindest bis Ende 2020 vor ihrem historischen Konterfei verharren. Dann wandert die schräge Installation vermutlich ins Beethoven-Museum von Döbling.

 

 

Vienna Nightlife: Garden Club-Revival im Temporär-Club Horst!

"We don´t make parties, we still live them!" war einst das Motto des legendären Garden Clubs, der unter der Fittiche von Kaveh Ahi mit heißer House Music  Szene-Freaks, VIP´s und Fans der elektronischen Musik in den Wiener Volksgarten lockte. Für vollen Dancefloor sorgten dabei nicht nur die Resident-DJ´s, sondern auch internationale, damals noch "leistbare" DJ-Größen wie Roger Sanchez, die Swedish House Mafia oder David Guetta.

 

Die standen Samstag beim Garden Club-Revival im Wiener Temporär-Club Horst auch am Programm, wenn schon nicht physisch, dann zumindest musikalisch. Behind the Turntables gab es ein Wiedersehen mit den damaligen Club Heroes Tom Snow, Henry, Ronaldo und Claudio Ricci, die mit einstigen Club-Floorfillers (wie "Just a little more love", "You don´t know me" oder "Raining again") und aktuellen Ibiza Underground-Tracks bis in den Morgengrauen die Party People begeisterten. Zu früher Stunde wagte auch Mastermind Kaveh ein Tänzchen mit den sexy Go Go´s.

 

Nightlife-Freaks sollten die nächsten Monate dies auch beherzigen und den coolen Club in der Rotgasse 9 visitieren, der einst das damals leicht verruchte P1 und die Großraumdisco Empire beherbergte. Denn der Club Horst läuft unter einem Ablaufdatum, den man auch  auf der Website http://www.horst.wtf/ jederzeit abrufen kann (Aktueller Stand: 90 Days).

 

Dort, wo jetzt die Wiener Nightflies freitags zu Techno & Electro und samstags zu House- und Discobeats abfeiern, sollen noch in diesem Jahr die Bagger fahren. Ein Investor hat das Gebäude gekauft und plant die Errichtung eines Hotels. Der düstere Club-Room, einst Bühne zahlloser Exzesse, Abstürze und Liebeleien,  wird zur seelenlosen Tiefgarage. Besser nicht nachdenken, den nächsten Tequila-Shot einschmeißen und noch ein paar Nächte durchmachen, an die sich man später nicht mehr erinnern kann.

FM4-Geburtstagsparty in der Ottakringer Brauerei!

"Wenn du das Radio ausmachst, wird die Scheißmusik auch nicht besser", so Kettcar, einer der Headliner der FM4-Geburtstagsparty 2018 in der Ottakringer Brauerei. Mit diesem Problem hat der österreichische Sender allerdings nicht zu kämpfen, gilt er doch seit seiner Gründung am 16. Jänner 1995 zu den Koryphäen internationalem und nationalem Indie- und Alternativesound.

 

Seither ist es auch Tradition, mit einer heißen Party mitten im klirrenden Winter auf den Birthday anzustoßen. Einst fanden diese Events sogar Open Air in der Arena statt. Aus dem Teenageralter entwachsen gibt man sich zumindest in punkto Outdoor-Location "zahmer" und feiert seit einigen Jahren in der Ottakringer Brauerei, die trotz eingeschränkter Kapazität (bei ca. 3000 Besuchern) eine ideale Spielwiese für Trinken, Flirten und Tanzen zu heißen Bands und Artists bietet.

 

Das Programm zum 23. Geburtstag des Senders stellte viele vor die Entscheidung, auf welchen der drei Floors man abfeiern wolle. Auf dem ehemaligen Hopfen- und Gersteboden, dem FM4-Indiekiste Floor, sorgten Yukno, die Austro-Grunge-Punks Crispies und der britische Songwriter Dan Croll für Entertainment. Dort, wo einst riesige Bottiche und Gefäße standen, in der "Alten Technik", präsentierten die Electro-Avantgardisten und FM4-Amadeus Award-Winner Leyya Tracks aus ihrem brandneuen Album "Sauna", bevor die Berliner Beatsteaks nach ihrem großen Auftritt beim Donauinsel-"Rock in Vienna" zeigten, dass sie auch in kleineren Locations reüssieren können. 

 

Wer auf progressiven, lässigen Indie-Rock abfährt, der musste sich entlang der Menschenmassen die engen Stiegen hinaufschlängeln, ganz nach oben auf den ehemaligen Hefeboden, dem FM4-"Wohnzimmer". Die multikulturelle 8-köpfige Combo Superorganism, wohnhaft in London, zelebrierte dort mit Augenzwinkern ihre Hymne "Everybody wants to be famous", Pop-Kritiker schätzen die Wahrscheinlichkeit für die Band selbst sehr hoch ein.

 

Bereits seit 2004 im Geschäft sind die norwegischen Jungs von Kakkmaddafakka. Man mag über den Namen mitleidig grinsen (er meint fantastiesprachlich einfach nur "party animal"), der Unterhaltungsfaktor der Indie-Rocker, die gerade ihr 5. Album "Hus" veröffentlichten, ist hoch und schreckt auch vor lässig-schrillen Cher-Covers ("Believe") nicht zurück.

 

"Wir wollen Musik jenseits von Apathie und Zynismus machen", so Sänger Markus Wiebusch, und lieferte gemeinsam mit seinen Jungs von Kettcar DAS Polit-Rock-Album ("Ich vs. Wir") des Jahres. "Es war im Sommer 89", das mit pathetischem Sprechgesang die Flucht von DDR-Bürgern über die ungarische Grenze Richtung Österreich kurz vor dem Fall der Berliner Mauer schilderte, wird zu einer Hymne der Zivilgesellschaft, die - so Wiebusch im O-Ton - "das Helfen durch Zäune noch als menschlichen Akt sieht". 

 

Die Hamburger Rocker als Main-Act zu buchen ist in diesem Sinne auch ein klares politisches Zeichen des Radio-Senders FM4. Die einstündige Setlist enthielt neben den neuen Tracks auch die Klassiker "Deiche", "Balu", "Graceland" und "Landungsbrücken raus". "Sommer 89" widmete die Band der einen Tag vor der FM 4-Party verstorbenen Flüchtlingshelferin Ute Bock. Die sich über diese Wortspende sicher sehr gefreut hätte.

Winter im MQ: Hip Hop-Beats von SK Invitational bei der Opening-Party.

"Kunstgenuss und Lebensfreude", das sind Attribute, für die das Museumsquartier in Wien steht. So der MQ-Direktor Christian Strasser bei der Eröffnung der neuen "Winterlandschaft" im Hof-Areal. 

 

Die Eispavillons wurden nach 7 Jahren durch sogenannte "MQbis" ersetzt, die vom innovativen Architektenteam Verdandi konzipiert wurden. Erleuchtet werden die sieben Häuschen durch LED-Würfel an der Decke. Barkeeper servieren dort nicht nur Glühwein, Punsch oder Bio-Bier, sondern auch zahlreiche Food-Spezialitäten.

 

Beim MQ-Opening begrüßte der FM4-Moderator Stuart Freeman den Komponisten Stephan Kondert auf der Showbühne.  Der gebürtige Salzburger lebt seit einigen Jahren in New York und sorgte danach mit seiner 16köpfigen Band SK Invitational und diversen Gastrappern für groovige Hip-Hop-R&B-Beats.

 

Neben DJ Sounds sind auch weitere Live-Acts im Museums-Winterquartier geplant. So zum Beispiel am 6. Dezember, wenn in Kooperation mit der Universität für Musik und darstellende Kunst zum ersten Mal klassische Musik auf dem Programm steht.

"Herminengasse" - Ein Holocaust-Mahnmal in der U-Bahnstation Schottenring!

Auf den ersten Blick denkt man an eine innovative Bleistiftzeichnung eines Jung-Künstlers oder an extravagante Brainstorming-Ideen eines Architekten. Tatsächlich steckt hinter dem Projekt im untersten Stockwerk der U-Bahn-Station Schottenring, am linken Donaukanal, eines der düstersten und grauenvollsten Vorfälle der nationalsozialistischen Kriegsherrschaft.

 

In den Jahren 1938 bis 1945 wurden nachweislich 800 Juden und Jüdinnen, die in der Herminengasse lebten, von den Nazis deportiert. Jener Durchgang, in dem die künstlerische Installation eingerichtet wurde, führt genau in diese Gasse des 2. Wiener Gemeindebezirks Leopoldstadt, in dem fast 60.000 uden lebten. Die Idee stammt von der deutschen Künstlerin und Sängerin Michaela Melian, die sich bereits bei ihren Werken "Memory Loops" und "Föhrenwald" mit dem Nationalsozialismus beschäftigte. Die traurigen Fakten wurden von der Historikerin Tina Walzer recherchiert.

 

Die 21 Häuser der Herminengasse, die teils in jüdischem Besitz waren und enteignet wurden, teils auch als Sammelquartiere verwendet wurden, werden von Melian als diagrammatische Informationsbalken dargestellt. 1322 jüdische Menschen lebten damals in diesen Häusern, 800 davon wurden in Konzentrationslagern ermordet. Das grausame Schicksal dieser Menschen wird veranschaulicht durch Linien zwischen den Balken und den am Rand namentlich angeführten Vernichtungslagern. 

 

"Immer wieder packt mich dasselbe Grauen, wenn ich durch eine Unterführung gehe", so der Stadtentwicklungskritiker Siegfried Kracauer im Berlin der 60er. Grauen zu erwecken ist allerdings zuwenig. Die Intention liegt darin, dass solche Vorfälle nie mehr passieren dürfen. Und das soll jeder, der diese Passage durchschreitet, beherzigen und sich vehement aktiv gegen minderheitenfeindliche Initiativen einsetzen. Auch wenn er gerade das Bierchen für das Donaukanaltreiben öffnet, die Studienunterlagen durchblättert oder seinen neuen Lieblingssong auf dem Handy hört.

Weltmuseum-Neueröffnung: Andre Heller konzipiert World Music Show auf dem Heldenplatz!

"Fremd ist der Fremde nur in der Fremde" - Ein Spruch von Karl Valentin, der auch heute noch seine Gültigkeit hat. Abgebaut werden kann das Gefühl der Fremde dadurch, dass man sich auf neue Situationen, Eindrücke und Kulturen einlässt und diese in sein persönliches Leitbild integriert. Ähnliche Gedanken dürften auch Andre Heller zur Eröffnung für das Weltmuseum am Heldenplatz inspiriert haben.

 

In einer zweistündigen Show gaben sich die verschiedensten Kulturen und Völker ein Stelldichein: Australischer Didgeridoo-Sound von Koomurri, indische Hip Hopper, mexikanische Feuertänze, afrikanische Drums, das Puppet Theatre Academy of Bratislava mit überlebensgrößen Vögel-Apparaturen oder das mongolische Trio Violons Barbares mit seltenen Instrumenten wie der 14saitigen Gadulka. Zwischen den Auftritten wurde es poetisch, emotional vorgetragen von Adele Neuhauser. Die Moderation übernahm Christoph Wagner-Trenkwitz, der nicht nur den Kurator Andre Heller, sondern auch Bundespräsident Alexander van der Bellen auf die Bühne holte. Das Finale läutete das geniale österreichische Bläserensemble Federspiel ein, bei dem noch einmal alle Künstler für ein Abschluss-Furioso sorgten.

 

Danach wurde das 3900 m2 große Weltmuseum, das innerhalb der letzten 3 Jahre aus dem Völkerkundemuseum konvertierte, zum ersten Mal für die Öffentlichkeit freigegeben. Ca. 3000 internationale Objekte in 14 Sälen warten dort auf die Besucher, darunter eine einzigartige James Cook-Sammlung oder viele Mitbringsel von den Reisen Franz Ferdinands. Als Kult-Objekt gilt die 500 Jahre alte Federkopfkrone, bei der sich die eingeladenen mexikanischen Apachen zu einem wahren Freudentanz hinreißen ließen :-)

Wien-Simmering: Schlagerstar Vanessa Mai eröffnet neues EKZ Huma 11!

Einige Schlagerstars (wie Bernhard Brink oder Marc Pircher) spielen derzeit auf der Wiener Wiesn, einer der Prominentesten dagegen bei der Eröffnung eines riesigen Einkaufszentrums am Stadtrand von Wien: Vanessa Mai.

 

Kürzlich Nr. 1 in den deutschen Charts mit ihrem Album "Regenbogen" präsentierte sie im Simmeringer Huma Eleven ihre drei Top Hits "Wolke 7", "Ich sterb für dich" und "Nie wieder". Im sexy Outfit mit schwarzer Lederhose. Insofern dürften nicht - wie sie meinte - die Kids die Väter mitgeschleppt haben, sondern eher umgekehrt. Danach gab es noch Selfies und Autogramme für die zahlreich erschienenen Besucher.

 

Das im Jahr 2014 errichtete EKZ Huma 11 wurde von 30.000 auf 50.000 Quadratmeter erweitert und beherbergt neben Gastronomie und Interspar zahlreiche Markenbetriebe wie Media Markt, H&M oder Humanic. Unter den Neumietern ist der 6000 Quadratmeter große Modepark Röther. Zur leichteren Erreichbarkeit wurde auch ein Gratis-Shuttle-Bus zwischen Schwechat und Simmering installiert. Man darf gespannt sein, ob sich die Investitionen rentieren werden.

"Menschenbilder" - Eine hochklassige Fotoparade im herbstlichen Prater!

Wer dieser Tage einen Herbstspaziergang durch den Wiener Prater macht, der hat auch die Chance, die schönsten Fotos der Wiener Berufsfotografen zu begutachten. "Menschenbilder" nennt sich die Open-Air-Ausstellung auf der Straße des 1. Mai, die insgesamt 58 beeindruckende Werke mit 1,4 x 1,4m Größe beinhält. Ausgewählt wurden diese von einer fachkundigen Jury aus insgesamt 1600 Einreichungen.

 

Promis aus der Polit-, Kultur- und Musikszene wechseln einander dabei ab mit "gewöhnlichen" Menschen, die teils extravagant, teils subtil abgelichtet wurden. Die "echten Wiener" Falco, Karl Merkatz und Hermes Phettberg dürfen da nicht fehlen, mit Priscilla Presley und John Malkovich zieren auch Hollywood-Stars die Fotoparade.

 

Das Ausstellungskonzept, das 2012 am Mariahilferplatz in Graz gestartet wurde, lebt aber nicht vom VIP-Faktor, sondern von der Kunstfertigkeit der Fotografen. Spielende Kinder, Rockabillies, Hip Hopper auf der Copa Cagrana, Zimmermädchen bei der Arbeit oder das berührende "Fünf Generationen"-Porträt von Suzy Stöckl. Idee, Motiv und der Auslöser zum richtigen Zeitpunkt machen den Reiz der Fotos aus. Noch bis 26. September im Prater.

 

Donauinselfest 2017 - Ganz Wien war wieder drin!

Endlose Getränke- und Imbissstuben, feiernde Party-Crowds mit leichtem Hang zur Überdosis, eine nicht gerade subtile Werbekanonade der roten Bürgermeisterpartei, verstärkte Sicherheitsteams und mehr als 600 Stunden Musik auf zahlreichen Bühnen zwischen Floridsdorfer Brücke und Reichsbrücke: Das 34. Donauinselfest bei großteils heiß-schwülem Wetter lockte 2,8 Millionen Menschen in die Freizeitoase der Wiener. Auch mit einigen musikalischen Höhepunkten mit Underground-Touch.

 

FM4 transferierte die britische Rapperin Little Simz nach Österreich. Diese zählt im UK zu den heißesten Grime- und Hip Hop Acts und kann bei ihrem Austro-Debüt sofort die Hipster abseits der Mainstreammeilen begeistern. Ebenso wie der Nino aus Wien, der mit neuen Uptempo-Tracks wie "Coco Bello" und Gastauftritten von Voodoo Jürgens und Natalie Ofenböck immer eine Bank für gute Stimmung ist. Den heftigen Schlusspunkt auf der FM4-Bühne setzte der australische Beatboxer Dub FX, nach dessen Aushallen leider für die meisten Fans der arbeitsame Montag drohte.

 

Bass, Beats & Melody auch auf der Viva-Bühne. Zu Gast dort nicht nur die regionalen DJ-Stars Rene Rodrigezz oder die Global Deejays, sondern auch Cedric Gervais. Der French House-Star loungiert dieser Tage auch neben David Guetta im schicken Ushuaia Club von Ibiza und beschallte mit "Summertime Sadness"-Remixes zum ersten Mal die Bundeshauptstadt.

 

Die Top-Auftritte auf der Ö3-Bühne glänzten alle in Rot-Weiß-Rot. Im U4 bereits ein Kult, spielten die Goldfisch, Falcos legendäre Originalband unter der Leitung von Thomas Rabitsch, zum ersten Mal vor hunderttausenden Menschen auf der Donauinsel, 24 Jahre nach dem legendären, abgebrochenen Blitz&Donner-Konzert Falcos 1993. Gianna Nannini düste extra aus Italien nach Wien und performte ohne Probe "Junge Römer" und "It´s all over now, Baby Blue", Burgtheaterstar Johannes Krisch ging mit der "Titanic" unter und becircte "Jeanny", Nachrichtensprecher Tarek Leitner inbegriffen. Faszinierend melancholisch wie auch im U4 die Auftritte von Edita Malovcic mit "Nachtflug" und "Les Nouveaux Riches". Am coolsten allerdings war das Original selbst, Falco mit Live-Einspielungen auf den Video Screens.

 

Ein anderes Original, Rainhard Fendrich, setzte mit einer viel umjubelten Greatest Hits-Show und einem Georg Danzer-Song ("Ruaf mi net an") den finalen Höhepunkt des Donauinselfests. "Denn innen drin bleib i immer a Wiener", so der Schluss-Song vor der Räumung des Donauinselfests. "Es war uns eine große Freude", so die letzten Worte des Austro-Barden. Richtig. Bis zum nächsten Jahr!

"Many Colours - One Community" - 185.000 Menschen bei der 22. Wiener Regenbogenparade!

"Many Colours - One Community" - So lautete das Motto der 22. Wiener Regenbogenparade, die auch dieses Jahr wieder "andersrum" gegen die Fahrtrichtung des Rings führte. Insgesamt beteiligten sich 2017 - bei einer Besucheranzahl von 185.000 - um die 70 Trucks, die nicht nur für Party-Stimmung am nicht ganz sonnigen Samstag-Nachmittag sorgten, sondern auch Botschaften wie Gleichheit der Geschlechter, Ehe für alle und vor allem gegenseitige Toleranz und Respekt verbreiteten. 

 

Erstmals dabei waren die "Diplomats for Equality", die gemeinsam mit den LGBTI-Lehrern und der Aidshilfe Wien mit einem Preis gekürt wurden. Die "Evergreens" durften natürlich nicht fehlen: An der Spitze die zwei Regenbogenpärchen und die Dykes on bikes, die HOSI Wien, gleichzeitig Veranstalter der Parade, die Libertine Wien, der Club Kreativ und natürlich Hermes Phettberg. Fette House- und Discobeats mit tanzenden Party People hinter den Trucks lieferten die Gay Kult-Disco Why Not, H.A.P.P.Y. und Chaya Fuera. Unternehmen wie die ÖBB, Almdudler oder Microsoft zeigten offen, dass sie hinter der Philosophie der Pride Week stehen. 

 

Rechtlich ist die Situation in Österreich derzeit ähnlich wie in Deutschland. Homosexuelle haben die Möglichkeit, eine eingetragene Partnerschaft einzugehen, die sich in 29 Punkten von der traditionellen Ehe unterscheidet. In den Niederlanden, Belgien, Spanien, Frankreich oder Irland existiert bereits die Ehe für alle, während in den meisten osteuropäischen Staaten, Griechenland und Italien nicht einmal derartige Rechtsinstitute bestehen.

 

Wien als Veranstaltungsort für LGBTI-Events hat sich in den letzten Jahren allerdings bewährt, nicht nur durch die Regenbogenparade selbst, sondern auch durch die zahlreichen Aktivitäten im Rahmen der Pride Week. In der Pride Village direkt vor dem Rathausplatz wurden nicht nur zahlreiche Beratungsmöglichkeiten angeboten, sondern auch gastronomische Köstlichkeiten und Drinks serviert. Auf der Event-Bühne sorgten Künstler, Tänzer, Bands und DJ´s für Unterhaltung bis Mitternacht.

 

So ist es kein Wunder, dass Wien den Zuschlag für die Euro Pride 2019 erhielt. Ein gutes Omen auch für die Tourismus-Industrie: Die bisher bestbesuchte Regenbogenparade war die Euro Pride 2001.

"Liebe Hoch 16": Multikulturelles Musik-Theater begeistert Wiener Bezirke!

Wenn die Menschen nicht ins Theater kommen, dann muss das Theater zu den Menschen kommen. Und am besten dort, wo sich die Leute in ihrem Alltagsleben auch gerne treffen, auf Plätzen und Märkten. Und um zusätzlich Migranten zu begeistern, die teils (noch) Berührungsängste vor dieser Kunstform haben, wählt man als Veranstaltungsort multikulturelle Hot-Spots in Wien (wie den Volkertmarkt, das Museumsquartier, den Yppenplatz oder den Floridsdorfer Markt) und arrangiert ein spannendes Script über zwei rivalisierende Familien aus Österreich und der Türkei. Geniale Idee.

 

"Liebe Hoch 16", so der Titel des Theaterstücks, spielt original am Brunnenmarkt in Ottakring. Story und Dialoge wurden arrangiert vom syrischen Arzt und Schriftsteller Ibrahim Amir, der selbst vor 12 Jahren als Kurde nach Österreich geflüchtet ist. Die Lyrics stammen vom bekannten Austropopper Wilfried und von der türkischen Rapperin Esra Ömen, die mit ihren klischeezerstörenden Texten und Aussagen nicht nur in der Migrantenszene Vorbildwirkung hat. Die Musik, komponiert vom 5/8erl in Ehr´n-Mastermind Clemens Wenger, reicht von Musical, Operette, Rap bis hin zu Wienerlied und zeitgenössischer türkischer Musik.

 

Drei Bühnen werden auf den Veranstaltungsorten aufgebaut, in der Mitte die Musiker, links und rechts die Fleischereien der feindlich gesinnten Familien. "Romeo & Julia"-like steht im Mittelpunkt eine Love-Story. Die Dinge sind allerdings nicht immer so, wie sie anfangs scheinen. "Somewhere over the Rainbow" lässt grüßen.

 

"Liebe Hoch 16" läuft derzeit im Rahmen des "Wir sind Wien"-Festivals, dürfte aber aufgrund des großen Erfolges auch bald auf diversen Bühnen zu sehen sein. Das Motto sollte aber unverändert bleiben: "Möge wirklich GANZ Wien im Publikum vertreten sein, egal, ob mit, ohne Migrations- oder sonst irgendeinem Hintergrund."

Donaukanaltreiben 2017: 4 Tage-Open-Air mit Indie-, Techno- und Balkan-Vibes!

Sommer, Sonne, Party! Das 11. Wiener Donaukanaltreiben, das seit 2007 in der urbanen Freizeitoase im Zentrum Wiens stattfindet, trotzte den Wetterkapriolen der letzten Wochen und sorgte 4 Tage lang für Rekordbesuch. Unter dem Motto "It´s for Free, Baby" boten 16 Locations mit über 70 Acts ein buntes, abwechslungsreiches Programm, das generationenübergreifend vom Baby, Teenager, Raver, Indie-Hipster bis hin zu seriösen 9-5-Workers oder rüstigen Pensionisten alle Altersschichten anlockte.

 

Die echte Attraktion ist sowieso der Donaukanal selbst: Lässiges Sonnenbaden in den Liegestühlen oder direkt am Kanal, spontanes Bierchen in der Wiese, Joggen im Morgengrauen, zaghaft-kecke Flirtsprüche bei Sonnenuntergang oder ganz einfach ohne Hintergedanken das Dolce Vita des Sommers genießen.

 

Das ambitionierte Line-Up des diesjährigen Donaukanaltreibens ist da nur das Dessert auf dem Sahnehäubchen: Food & Festival-Market und Kunsthandwerksmarkt bei der Salztorbrücke, Bootstaxi-Ausflüge über den Kanal oder die zahlreichen Live-Bands, die die Botschaft von Willi Resetarits, "Überall muss Musik sein", kongenial in die Tat umsetzten.

 

Die Glamour-Popperin Ankathie Koi präsentierte sexy-schrill ihr neues Electro-Album, die punkig-düsteren Crispies scheuten sich nicht vor der starken Sonneneinstrahlung, Isolation Berlin, Der Ringer und Die Höchste Eisenbahn personifizierten neuen deutschen Indie-Rock als spannende Gratwanderung zwischen Rebellion und Depression. Exzessiv getanzt wurde zu den Balkan-Electro-Swing Vibes von Dunkelbunt und seiner mitreißenden Band. Und vor dem seit 1995 existierenden Kult-Lokal Flex wurde open-air geravt zu den neuesten Techno-, Minimal- und Drum&Bass-Beats.

 

Die Wiener lieben ihren Donaukanal. Nicht auszudenken, wenn hier - wie einst in den 60ern geplant - eine Stadtautobahn stehen würde. Ein Wink auch für andere - scheinbar progressive - Projekte der Stadt. 

"MQ Amore" - Minigolf-Lifestyle der 50er vor dem Wiener Museumsquartier.

Spiele gibt´s zu spielen viele, und man braucht sie auch nicht stetig neu erfinden. So auch beim Minigolf, einem Sport, der in den 50ern am italienisch-schweizerischen Lago Maggiore entstanden ist. Die Idee wurde konzipiert vom Schweizer Gartenarchitekten Paul Bongni, der 1954 in Ascona die erste genormte Minigolf-Anlage mit 18 Bahnen eröffnet hat.

 

Vor allem in Bella Italia erlebte Minigolf in dieser Zeit einen wahren Boom. Grund genug für das Wiener Museumsquartier, ausnahmsweise auf die Retro-Schiene zu setzen und auf dem Vorplatz einen Minigolf-Platz zu installieren. Der besondere USP: Die 12 Bahnen bestehen allesamt aus innovativen Skulpturen, kreiert von Künstlern wie "feld72", Anastasiya Yarovenko oder PLOP. Der Gesamtentwurf stammt vom Architekten Daniel Sanwald.

 

"MQ Amore", die so verführerisch klingende Trademark der Minigolf-Anlage, hat geöffnet von April bis Oktober, und zwar von 10 bis 20 Uhr, im Sommer sogar bis 22 Uhr. Eine lässige Minigolf-Partie kostet 4 Euro, für Kinder bis 12 2,5 Euro. Echte Fans können gleich eine Zehnerkarte um 30 Euro buchen. Jetzt muss nur mehr das Wetter mitspielen :-)

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Twinni-Grüne Enzis und Hofmusik: Frühlingserwachen im MQ.

Kommt der Frühling ins Land, dann drängen die Wiener ins Freie, egal ob in die Schanigärten, die Flaniermeilen oder eben in den urbanen Innenhof des Museumsquartiers. Dort warten schon meist die kultigen Sitzmöbel, kurz "Enzis", auf die jungen Hipster, zum Studieren, Flirten oder einfach nur zum Chillen. Seit 2003 stehen im MQ die nach der damaligen Prokuristin benannten Sitzgarnituren, die auch im Ausland bereits für Wien-Promotion sorgten, so im Madrider Museumsdreieck, vor dem Museu d´Art Contemporani de Barcelona, im Gorki-Park in Moskau oder am Düsseldorfer Schadowplatz. Die Farbe wurde auch dieses Jahr wieder per Internet-Voting gewählt. Gewonnen hat Twinni-Grün, vermutlich der politischen Gesinnung der Besucher nicht ganz fremd, mit über 52 % vor Twinniorange und Sportgummirot.

 

Mit den warmen Temperaturen locken unter der Trademark "Hofmusik" auch wieder Bands und Artists in das MQ. Letztes Jahr waren das u.a. Nazar, Leyya oder der Nino aus Wien, 2017 begann der musikalische Reigen mit der Tiroler Indie-Elektronikband "The Nihils", die in Berlin ihr erstes im April erscheinendes Album produzierten. Teile davon, wie die auf FM4 erfolgreiche Single "Breathing", präsentierten sie exklusiv im MQ. Und es dauert nicht mehr lange, bis das "Electro Spring"-Festival (u.a. mit Mavi Phoenix, Motsa und Gerard) vor der Tür steht.  20. und 21. April also terminlich freihalten !

 

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Zu Gast bei den „Falter“-Stadtgesprächen: Datenschützer und Facebook-Kläger Max Schrems.

Der österreichische Jurist und Datenschützer Max Schrems schaffte es im Jahr 2016 in der Rubrik „Gesetz und Politik“ unter die „Top 30 unter 30“-Liste des Wirtschaftsmagazins „Forbes. Kein Wunder, sein rechtlicher Kampf als „David“ gegen den Social Media-„Goliath“ Facebook kam weltweit in die Schlagzeilen.  Dementsprechend oft wird er auch für internationale Vorträge gebucht. Im Rahmen der „Falter“-Stadtgespräche nahm sich Schrems auch Zeit, vor mehr als 450 Besuchern im AK-Bildungsinstitut zu referieren und gemeinsam mit Journalist Peter Huemer über Datenschutz, Fake News und Social Media-Gefahren zu diskutieren. 

 

Jeder Bürger habe ein Recht auf informationelle Selbstbestimmung, so Schrems. Naive Behauptungen wie „Ich habe nichts zu verbergen“ beantworte er gerne mit dem Satz „Dann hast du ein langweiliges Leben“. Der juristische Streit mit Facebook began 2011, als Schrems von seinem Auskunftsrecht Gebrauch machte und dann ein 1222 Seiten-PDF-Dokument erhielt, bei dem auch Daten aufschienen, die er eigentlich schon gelöscht hatte bzw. die er selbst nie angegeben hatte. Aktuell läuft eine Sammelklage gegen Facebook, bei der sich 25.000 Personen angeschlossen haben. Diese fordern je 500 Euro Schadenersatz wegen Verletzung von Datenschutzbestimmungen. 

 

Einen wichtigen Sieg gegen Datenmissbrauch hat Schrems schon errungen. So wurde im Jahr 2015 das sogenannte „Safe Harbor“-Abkommen vom EuGH für ungültig erklärt und somit der bisherige Datentransfer von der EU Richtung USA für rechtswidrig befunden. Das neue „Privacy Shield“-Abkommen dürfte aber ähnliche Mängel enthalten. 

 

Schrems thematisierte auch die „Filterblasen“-Problematik bei den Sozialen Medien und befürchtet, dass sich diese mit fortschreitender Technisierung noch verstärken werde. Es sei nicht ausgeschlossen, dass es noch zu einer intensiveren Personalisierung kommen werde und Bürger nicht nur im Wirtschaftsverkehr, sondern auch in der Politik perfekt zugeschnittene Botschaften erhalten, die deren Denkweisen noch mehr verstärken. 

 

Die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung werde im Mai 2018 in Kraft treten, der Kampf gegen die Internet-Oligopole sei aber noch lange nicht gewonnen. Persönlich wünscht sich Schrems ein europäisches Datenschutzzentrum, das als NGO konzipiert ist. Wäre vermutlich auch ein ideales Betätigungsfeld für den charismatischen Juristen.

 

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Alleinerziehende in finanziellen Nöten: Frauen-Demo für ein neues Unterhaltsrecht !

Steigende Lebenshaltungskosten, Rekordarbeitslosigkeit, hohes Stress- und Burn-Out-Risiko und eine immens schwierige Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Alleinerziehende, zu 93 % Frauen, haben es nicht leicht in Österreich. 42 % sind armutsgefährdet, 15 % sogar Mindestsicherungsbezieher. Dies hat auch Auswirkungen auf die Kinder, die mehr als doppelt so oft von Armut betroffen sind als Kinder aus Zweielternfamilien und naturgemäß vor allem bei Bildung und Gesundheit Defizite aufweisen können.

 

Maria Stern, die Obfrau des Forums Kindesunterhalt, organisierte aus Anlass des Internationalen Frauentages eine Demonstration vor dem Wiener Parlament, bei der sich zahlreiche Unterstützer, teilweise auch mit ihren Kleinkindern und Babies versammelten, um vor allem auf Mängel im geltenden Unterhaltsrecht aufmerksam zu machen.

 

Eine zentrale Forderung ist die Abschaffung der §§ 16 und 19 Unterhaltsvorschussgesetz, aufgrund der Alleinerziehende durch Unterhaltsherabsetzungs-Anträge (die zu einer langwierigen Innehaltung des finanziellen Anspruchs führen) oft vor dem finanziellen Ruin stehen. Kritisiert wird auch die Beschränkung des Unterhaltsvorschusses auf Minderjährige. Über 18jährige Schüler und Studenten haben keinen Anspruch auf einen Unterhaltsvorschuss, Unterhaltsvorschuss wird auch dann nicht gewährt, wenn kein vollstreckbarer Unterhaltstitel gegen den Unterhaltsverpflichteten vorliegt. Trotzdem steigen die Unterhaltsvorschüsse jährlich. Im Jahr 2015 bezogen 46019 Kinder einen Gesamtbetrag von über 113 Millionen Euro. Die Rückzahlung betrug rund 68 Millionen Euro.

 

Dessen ungeachtet erhalten 54 % der Kinder zu wenig und 18 % der Kinder gar keine Alimente oder Unterhaltsvorschüsse. Maria Stern fordert daher eine Reform des Unterhaltsrechts. Jedes Kind soll eine Unterhaltssicherung in Höhe der altersgemäßen Regelbedarfssätze erhalten, die jährlich an die Inflationsrate angepasst werden sollten. Die Auszahlung soll nicht mit der Volljährigkeit enden, sondern sich nach der Familienbeihilfe-Dauer richten. Was von den Unterhaltspflichtigen nicht geleistet werden kann, soll vom Staat als Investition in die Zukunft aufgestockt werden. 

 

Ein unkompliziertes, faires Modell, das armutsgefährdeten Familien hilft und schnell im Parlament umgesetzt werden könnte. Im neuen Regierungsprogramm steht davon leider nichts. Der Slogan der Demonstranten „Die Geduld der Alleinerziehenden ist die Macht der Gesetzgeber“ ist nicht unbegründet. Und trifft auch auf viele andere Gesetzesmaterien zu.

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"We were so turned on" - David Bowie-Benefizkonzert in der Wiener Arena.

Schrill, extravagant, androgyn, schick, poppig, avantgardistisch. Die Attribute, die man dem Musik-Chamäleon David Bowie zuschreiben kann, sind vielfältig. Umso trauriger war der frühe Tod des Londoner Ausnahmekünstlers im Januar 2016. 

 

Unter dem Motto "We were so turned on" organisierte die Balkan-Jazz-Sängerin Vesna Petkovic in der Wiener Arena eine David Bowie-Tribute Show, die unter einem guten Zweck stand. Der gesamte Reinerlös fließt in den Dachverband Hospiz Österreich.

 

Petkovic selbst performte mit der Grazer Sängerin Marina Zettl den ansonsten von Frauen selten gesungenen Bowie-Debüt-Hit "Space Oddity". Michael Vatter becircte das "China Girl" und den "Starman", "Base"-Leadsänger Norbert Wally wagte sich gemeinsam mit Petkovic an das Mercury-Bowie-Duett "Under Pressure". Begeistert von der vollen Arena-Audienz zeigte sich 80er-Popstar Günter Mokesch (aka Mo), der inmitten von Original Videoclip-Visuals "Let´s dance" und "Absolute Beginners" zelebrierte. Rock-Legende Andy Baum kritisierte vor seinem Auftritt die rassistisch-menschenverachtende Politik Trumps, kongenial zu Bowies-Soundtrack-Hit "This is not America", und setzte mit dem berlinangehauchten Kult-Track "Heroes" auch den finalen Schlusspunkt dieser fast 3stündigen Tribute-Show.

 

Fazit: 24 coole Bowie-Tracks, Arena fast ausverkauft, hoher Reinerlös für kranke Patienten. Experiment somit gelungen.

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Fotogallery: Faschingsumzug im Wiener Prater.

Zum zweitenmal fand im Wiener Prater ein Faschingsumzug statt, der von der Zufahrtsstraße bis zum Riesenradplatz führte. Mit dabei 15 Fahrzeuge, 400 Narren und lautstarke Beats von Andi Gabalier bis hin zur Rocky Horror Picture Show. Und das bei schönstem Frühlingswetter.

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Kühle Sound-Ästhetik aus London: The XX live in der ausverkauften Marxhalle.

Massenandrang in der ausverkauften Marx-Halle, und das obwohl man beim Sound nicht von "Music for the Masses" sprechen kann. Einem Album-Titel einer Formation (Depeche Mode), die bei ihren ruhigen, melancholischen Stücken durchaus "The XX" ähnelt.

 

Die 2005 gegründete Band aus Südlondon performte ihre ersten Konzerte im Dunkeln, aus Schüchternheit und Angst vor dem Publikum. Die hat sich seit dem neuen Album "I see you" etwas gelegt. Schneller die Beats, fröhlicher die Grundstimmung. Verantwortlich dafür ist der Soundtüftler der Band, Jamie Smith alias Jamie XX, der vor 2 Jahren ein vielumjubeltes Solo-Album "In Colour" produzierte und bei den Konzerten im Background Keyboard und Drum-Computer bedient. Für eindringliche Vocals sorgen vor den Mikros Gitarristin Romy Madley Croft und Bassist Oliver Sim. 

 

Die Aura cool, verrucht, atmosphärisch, verstärkt durch Spiegel-Reflektionen und durch die kühle Ästhetik der Marx-Halle. The XX sind eine von drei UK-Bands, die in Amerika Goldstatus erlangt haben, und sie begeistern auch die hippen Wiener Alternative-Freaks. Egal, ob mit neuen Perlen wie dem Opener "Say Something Loving", dem lasziven "Lips" und der Dance-Single "Hold on" (mit dem Hall&Oates-Sample) oder mit älteren Werken wie "Crystalised", "Angels" oder dem Instrumental-Track "Intro". Jamie XX-Solo-Hit "Loud Places" durfte neben einem Drake-Cover auf der Set-List natürlich nicht fehlen. Man kann auch mit (unkünstlicher) Zurückgezogenheit und Understatement viel erreichen und bewirken. In oberflächlichen und lauten Zeiten wie diesen wichtiger denn je.

 

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Tribute Night im ausverkauften U 4: „Die Goldfisch“ zelebrieren Falcos 60. Geburtstag !

„Einmal wird der Tag kommen, die Donau außer Rand und Band. Im U4 geigen die Goldfisch´, der Bruno längst im sich´ren Land, der Hannes a.“ - Zeilen aus „Ganz Wien“, jener Hymne der 80er, die den Zeitgeist der Wiener Szene geprägt und einem gewissen Johann Hölzel alias Falco ein Katapult zum Weltstar geliefert hat. Am 19. Februar 2017 hätte Falco seinen 60. Geburtstag gefeiert. Leider ein fiktives Datum, denn der aus dem 5. Wiener Gemeindebezirk stammende Sänger, der einst mit „Rock me Amadeus“ Platz 1 und mit seinem Album „Falco 3“ Platz 3 der damals rock-soul- und danceorientierten US-Charts erreichte, starb am 6. Februar 1998 bei einem Autounfall in der Dominikanischen Republik. Seitdem ist viel Zeit vergangen, unzählige Dokumentationen, Greatest Hits-Alben, DVD´s und Bücher zeugen davon. Seine Popularität ist allerdings ungebrochen und erreicht immer neue Generationen.

 

Wie jedes Jahr zelebrierten „die Goldfisch“, ehemalige Mitglieder der Falco-Band unter der Leitung von Thomas Rabitsch, im Wiener Kult-Club U 4 eine Party zu Ehren des verstorbenen Freundes und Superstars. Unterstützt werden sie dabei am Mikro von bekannten Sängern und Schauspielern, die ohne Playback und live sich an den schwierig zu singenden Tracks Falcos versuchen. Anlässlich des 60ers gleich dreimal hintereinander im ausverkauften Ex-Underground-Club. 

 

Als Leading Voice fungiert der live-erprobte Alkbottle-Sänger Roman Gregory, der mit den Kult-Hits „Helden von Heute“ und „Ganz Wien“ das altersmäßig bunt gemischte Publikum mitriss. Hip Hopper Skero wählte „Auf der Flucht“ und „Der Kommissar“, Birgit Denk das dekadente „Titanic“ und Russkaya-Sänger Gerogij die dämonisch angehauchten Tracks „Dance Mephisto“ und „No Time for Revolution“. Faszinierend die Darbietung der Schauspielerin und Sängerin Edita Malovcic alias Madita, die „Nachtflug“ kühl-elitären Flair verschaffte. Im kongenialen Duett mit Falco selbst, der immer wieder live auf den Videoscreens eingeblendet wurde. Eine tolle Figur bot auch der Schauspieler Johannes Krisch mit „It´s all over now Baby Blue“, einst letzter Track beim legendären Donauinselkonzert im Jahr 1993.

 

Natürlich wurden im Rahmen der Tribute-Night auch neue Falco-Artikel präsentiert. Porträts von Martin Sonnleitner, eine Graphic Novel von Reinhard Trinkler, das neue „Falco 60“-Greatest Hits Album oder eine Falco-Briefmarke. Hat alles seine Berechtigung. Im Gegensatz zu diversen halbwahren oder erfundenen Geschichten über seinen Tod, die immer wieder in die Medien gestreut werden. Türsteher-Legende und Fotograf Conny de Beauclair, ein enger Freund Falcos, der aus Anlass seines 65. Geburtstages auf der Bühne mit einer Torte überrascht wurde, bringt es auf den Punkt: „Man soll die schönen Seiten Falcos genießen und die tolle Musik, die er gemacht hat.“ Word !

 

Videos auf meinem YouTube-Kanal:

 

https://www.youtube.com/user/OliverPlischek/videos

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„In mir drin bleib i immer a Wiener“- Umjubeltes Heimkonzert von Rainhard Fendrich in der Wiener Stadthalle.

Für einen Künstler ist es immer etwas Besonderes wenn er in seine Heimatstadt zurückkehrt und dort seinen Fans eine Audienz gewährt. So einer wie Rainhard Fendrich, 1955 in Wien geboren, kann sich selektiv glücklich schätzen. Tosender Applaus von ca. 8000 Fans in der Wiener Stadthalle, noch bevor der erste Ton erklungen ist. Passend zum Hirscher-WM-Sieg startet Fendrich gleich seine Show mit dem 80er-leistungskritischen Song „Es lebe der Sport“, um dann mit „Haben Sie Wien bei Nacht“ zum ersten Mal seinen Geburtsort zu glorifizieren. Das geniale Peter Patzak-Video mit den „Dritte Mann“-Sequenzen bewundert er heute noch.

 

Die neue Tour steht – wie das neue Album – unter der Trademark „Schwarzweiß“ und ist auch eine Abrechnung mit der gegenwärtigen Politik. Zitate und klare Botschaften werden als Moderation zwischen den Songs eingeplant. Beispiel: „Wenn die Macht der Liebe die Liebe zur Macht überwindet, erst dann wird es Frieden geben.“ – Copyright Jimmy Hendrix. Oder „Asyl ist ein europäsches Menschenrecht“ bzw. „Rassismus ist Verbrechen“. Sic est.

 

Fendrichs 84er-Song „Frühling in Berlin“, geschrieben zu einer Zeit, als die beiden Stadtteile noch durch eine Mauer getrennt waren, bringt das Publikum zum Nachdenken, dass Mauern einfach keine Lösung im 21. Jahrhundert sind. Wie aktuell sein „Tango Korrupti“ aus den späten 80ern noch immer ist, zeigen die aktuellen Eurofighter-Anzeigen. Aufs Korn genommen wird auch die Digital Generation. Im Eröffnungssong des neuen Albums „Wenn du was willst“ kritisiert Fendrich, dass es keine echten Freundschaften mehr gibt und die Leute nur mehr smsen und chatten. Zitat: „Smartphones haben einen Vor- und einen Nachteil: Man ist immer errreichbar.“

 

Bereits im ersten Teil der Show laufen die eigentlich österreichkritische heimliche Bundeshymne „I am Austria“, die Fendrich von rechtspopulistischen Kräften missbraucht sieht, „Malibu“ und sein größter internationaler Hit „Macho Macho“, der es in Deutschland bis auf Platz 2 geschafft hat. Nach 20 Minuten Pause folgt die „Unplugged Session“, verpackt darin die 80er-Frühzeit-Hits „Zweierbeziehung“, „Oben Ohne“ und „Strada del Sole“, bei der das altersmäßig bunt gemischte Publikum fröhlich mitsingt. Humor haben auch neue Songs von Fendrich („Ich will Leute zum Lachen bringen. So wie einst Nestroy“) wie das reggaelastige „Lieselotte“ oder „Sugardaddies“. Kuschelrock-Feeling und Feuerzeug-Atmosphäre kommen dagegen vor allem bei „Manchmal denk i noch an di“, „Tränen trocken schnell“, „Vü schener ist des G´fühl“ und „Bergwerk“ auf, nach dem Fendrich wieder hinter die Showbühne tritt.

 

Mehr als 30 Songs stehen auf der Setlist des über 2,5 Stunden langen Konzerts in der Wiener Stadthalle. Bei den Zugaben strömte das Publikum von den Sitzplätzen Richtung Bühne. Es schallt „Blond“, „Schickeria“ und „Löwin und Lamm“. Und ein neues Lied des Wiener Unterhaltungskünstlers (Eigenbezeichnung), das vermutlich sein inneres Seelenleben kennzeichnet: „Doch in mir drin bleib i immer a Wiener, Ihr kennts mi gern haben, aber sicher net verbiagn.“ Wien hat ihn gern, mehr denn je.

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Jennifer Rostock im ausverkauften Wiener Gasometer: Power-Rock mit eindeutigen Polit-Messages.

„2800 Besucher – Wir sind ausverkauft !“ – Jennifer Weist freute sich euphorisch, als sie diese Botschaft in der dichtgedrängten Planet Music Hall im Wiener Gasometer verkündete. Und das, obwohl das Konzert der Wahlberliner Rockband Jennifer Rostock zuvor noch in der kleineren Arena platziert wurde. Und nicht nur die Band, die sich vor einigen Songs ein schnelles Schnapserl genehmigte, kam voll auf ihre Kosten, sondern auch das mehrheitlich weibliche junge Publikum. 90 Minuten lang deutscher Power-Electro-Punk-Rock, garniert mit zahlreichen Showeinlagen und politischen Messages.

 

„Ich bin nicht von hier, du bist nicht von hier, wir sind nicht von hier, wir sind alle nicht von hier, es geht doch um den Menschen, was sind Pässe aus Papier, wir teilen uns diese Erde, komm wir teilen uns noch ein Bier“ – So zum Beispiel im Refrain ihrer brandneuen europakritischen Hymne „Wir sind alle nicht von hier“. Jennifer Rostock sind – vielleicht etwas naive – Anhänger einer uneingeschränkten Willkommenskultur, stehen aber dazu. Ebenso wie gegen die AfD, die sie in einem 2 Minuten langen YouTube-Video offen kritisiert haben und dann mit Mordaufrufen konfrontiert wurden. 

 

Frontfrau Waist, sexy gekleidet mit Bikini und Baströckchen, appelliert an das Publikum, das zu tragen, was man will. Auch ein Kopftuch. Während der Show enthüllt sie die Regenbogenflagge, bezeichnet Trumps Politik als Bullshit und fordert die Fans per Stinkefinger auf, „Nazis Raus“ zu skandieren. Recht so. 

 

Derartig klare Positionierungen sind selten im deutschen Sprachraum, machen aber den Sound der 2008 gegründeten Band trotzdem nicht zur Nebensache. Auf der Set-Liste standen neben den älteren Hits „Mein Mikrofon“, „Feuer“ oder dem eindrucksvollen „Ein Schmerz und eine Kehle“ vorwiegend Titel aus der kürzlich erschienen neuen CD „Genau in diesem Ton“. 

 

Inmitten von Konfetti-Kanonen, Mitgröhl-Tracks und Pogo Dancing wurde es auch etwas romantischer, als die Sängerin die Stages wechselte und unplugged „Irgendwo anders“ und „Jenga“ präsentierte. Schlusspunkt – nach 3 Zugaben – war die electro-angehauchte Feminismus-Hymne „Hengstin“. Dort heißt es wortwörtlich: „Ich bin kein Herdentier, nur weil ich kein Hengst bin.“ Das kann man getrost blind unterschreiben. 

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Superstar Falco: Seine Wurzeln liegen in Margareten.

Hans Hölzel, geboren am 19. Februar 1957, erreichte im Jahre 1986 den Pop-Olymp: Seine Mozart-Hymne "Rock me Amadeus" stieg, unterstützt durch ein geniales DoRo-Video, auf Platz 1 der US-Charts und blieb 3 Wochen lang an der Spitze. Falco wusste schon zu diesem Zeitpunkt, dass er dieses Kunststück – auch in England und in ganz Kontinentaleuropa belegte er Platz 1 – nie wieder erreichen könne und dass ihm Medien, Neider und Konkurrenten diese riesige Messlatte Zeit seines Lebens vorhalten würden.

 

Die bowie-eske Kunstfigur Falco stand arrogant darüber, der Mensch Hans Hölzel vermutlich nicht. Schwere Alkohol- und Drogenabstürze, familiäre Tragödien (wie das nicht von ihm gezeugte Kind), abgesagte Konzerttourneen und teils schwache Plattenverkäufe kennzeichnen die Zeit nach dem großen Falco-Hype. Wobei gerade die Masse ja oft irrt, ohne jetzt aktuelle Beispiele zu nennen. "Data de Groove" war künstlerisch ein Meisterwerk und sogar Thema in der "Schule der Dichtung" und in literarischen Zirkeln, mit der "Titanic" kehrte die Dekadenz zurück in die Szene, beim Wiener Donauinselfest lagen Falco 150.000 Zuschauer zu Füßen (bis ein Gewitter dem Konzert ein Ende setzte), und mit seinen letzten beiden zu Lebzeiten veröffentlichten Songs "Mutter, der Mann mit dem Koks ist da" und "Naked" eroberte Falco sogar die grassierende Love Parade-Generation.

 

Die Wurzeln des Falken liegen mitten in Wien, im 5. Bezirk Margareten. Dort wohnte Falco mit seinen Eltern in der Ziegelofengasse 26, heute schon durch einen Neubau ersetzt. Gegenüber, in der Ziegelofengasse 37, hatte seine Großmutter eine Wohnung, die er später zwischen 1974 und 1982 bezog und wo er u.a. seinen ersten Mega-Hit "Der Kommissar" schrieb. Im selben Haus befindet sich auch das urige Wiener Wirtshaus "Zum alten Fassl", wo Falco seine theoretischen Untergangsvisionen manchmal im Rausche der Nacht mit harten Drinks in die Praxis umsetzte.

 

Die wurden ihm schlussendlich auch zum Verhängnis: Am 6. Februar 1998 verunglückte Falco bei einem Autounfall in der Dominikanischen Republik tödlich – mit 1,5 Promille und einigen Drogen im Blut. Beim Begräbnis auf dem Wiener Zentralfriedhof gaben ihm mehr als 4000 Fans und Freunde die letzte Ehre, den Sarg trugen die "Outside Austria"-Rocker vom "Amadeus"-Clip. Posthum wurde der eher durchschnittliche Song "Out of the Dark" zu einem der größten Falco-Hits. Oft feiert man in Wien die "schene Leich" lieber als das süße Leben. Tja, Ganz Wien ist so herrlich hin, hin, hin. Das wusste Hans bereits Ende der 70er...

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50 Jahre "Light my Fire": Doors Experience live in der Szene Wien.

Vor rund 50 Jahren, am 4. Jänner 1967, wurde das erste Doors-Album veröffentlicht. Unter dem simplen Titel "The Doors" enthielt dieses bereits legendäre Kult-Tracks wie den Nr. 1 Hit "Light my Fire", die Brecht-Weill-Adaption "Alabama Song", die subtile Ballade "Crystal Ship" oder das epochale, über 10 MInuten lange Meisterwerk "The End". Der "Rolling Stone" platziert das Album auf Platz 42 der "ewigen" Bestenliste. Grund genug, für die österreichische Tribute-Band "Doors Experience" das erste Werk in den Mittelpunkt ihrer diesjährigen Konzerte zu stellen.

 

Im Februar verschlug es die seit 2001 bestehende Combo wieder einmal die in fast ausverkaufte Szene Wien. Die Besetzung ist seit Jahren dieselbe, die Band daher auch perfekt aufeinander abgestimmt. Wie bei den Original Doors steht naturgemäß der Sänger - Jason Boiler - im Zenit der Show, der nicht nur stimmlich, sondern auch posenhaft den Lizard King ideal verkörpert. Abgesehen von Drogenabstürzen und polizeilichen Verhaftungen auf der Bühne :-)  Das Kremser Multi-Talent Klaus Bergmaier spielt die Piano- und Keyboard-Bass-Rolle des Ray-Manzarek, der einst mit Jim Morrison am Venice Beach die Band gegründet hat. Rene Galik (als Robby Krieger) an der Gitarre und Gerhard Tscherwizek (als John Densmore) an den Drums machen das Hippie-Quartett perfekt.

 

In über 2 Stunden Spielzeit, traditionell geteilt in 2 Sets, versetzen die Doors Experience das altersmäßig bunt gemischte Publikum in eine wilde Zeit der Sixties abseits von Regeln und Konventionen. Einerseits stürmisch und hedonistisch, andererseits aber auch melancholisch und verletzlich. Jim Morrison war in diesem Sinne auch eine Ikone der Zeit, sein früher, ungeklärter Tod am 3. Juli 1971 ist nicht nur eine persönliche, sondern auch eine musikalische Tragödie. Gut, dass es Bands wie The Doors Experience gibt, die seine genialen Songs in Top-Qualität auch live unvergessen machen. Nächster Wien-Auftritt am 18. Mai im Reigen.

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"Eine Nacht für Falco": Retro-Party im U 4 mit Minisex, Flut und 80er-Classics.

Am 6. Februar 1998 ist Österreichs einziger Popstar von Weltruf, Falco, bei einem Autounfall in der Dominikanischen Republik tödlich verunglückt. 19 Jahre später, kurz vor seinem 60. Geburtstag am 19. Februar, ist er omnipräsenter denn je: Falco „60“-Greatest Hits Compilation mit neuen Remixes u.a. von Parov Stelar, ein Comic-Buch, "Coverboy" im Falter mit dem Teaser "Gestorben um zu leben", Sondersendungen auf dem Alternativsender FM4 und sogar eine Special Week, konzipiert von der Red Bull Music Academy. 

 

Der Startschuss wurde in Falcos "Wohnzimmer", der legendären Szene-Diskothek U 4 in der Schönbrunnerstraße, zelebriert. Dort feierten einst die New Waver, Grufties und Popper der 80er dekadente Parties jenseits von Limits und Legalität. Falco selbst konzipierte den Soundtrack mit dem genialen, radioboykottierten Underground Hit "Ganz Wien ist so herrlich hin, hin, hin.“ Diese wilden Zeiten dürften, aber wer weiß das schon genau, der Vergangenheit angehören. 

 

Hochkarätig war aber das Line-Up für die "Junge Römer"-Night im U 4. Techno-Legende Patrick Pulsinger mixte zur Einstimmung für das bunt gemischte Publikum U 4-Eighties Classics von Dreiklangsdimensionen, Our Darkness bis hin zu Masimbabele, die oberösterreichische Newcomer-Band Flut, die sich musikalisch dem NDW-Sound verschrieben hat, präsentierte neben neuen Songs wie "Linz bei Nacht" (sic est) auch eine Coverversion von Falcos Kult-Hit "Auf der Flucht". 

 

Nach einer kurzen Pause bestiegen Minisex die U4-Bühne und begeisterten mit einem Mix aus alten und neuen Hits von Rudi gib acht, Du kleiner Spion, Ich fahre mit dem Auto bis hin zur von Pulsinger & Just produzierten 2014er Club-Hymne "Du kommst nicht rein". In konditioneller Bestform Sänger Rudi Nemeczek, der selbst bereits den 60er (!) überschritten hat und als besonderen Leckerbissen den Grauzone-Klassiker "Eisbär" performte. 

 

Nicht auf der Set-List ein Song des Falken selbst. Den hörte man später noch bei DJ-, Radio- und Musikerlegende Eberhard Forcher. Hansi Hölzels "Auf der Flucht" dieses Mal im Original. Der Schönheitsfehler des Abends: Die Nacht für Falco war leider eine Nacht fast ohne Falco-Tracks. Trotzdem - Falcos Kult-Zitat "Ich werde euch nicht erspart bleiben" dürfte in den nächsten Monaten erfüllt werden. Darauf können wir einen heben, am besten so wie Falco einst einen Jack Daniels.

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„Heroes“: Ausverkaufte Bowie & Prince-Tribute Night in der Szene Wien

2016 war ein trauriges Musikjahr. Nicht aufgrund der mangelnden Qualität oder Quantität kreativer Neupressungen, sondern aufgrund der vielen verstorbenen Musiklegenden. Zu denen leider auch die geniale Kunstfigur David Bowie (69) und der funkige Prince (57) aus Minneapolis zählten.

 

Das Wiener Indie-Label EMG widmete den beiden Ausnahmekünstlern eine Special Tribute Night in der Szene Wien unter der kongenialen Trademark „Heroes“. „Experimentierfreudigkeit und Neugierde, das verbinde beide Künstler“, so die Mitveranstalterin, Sängerin und Moderatorin des Abends, Eloui. 

 

Die Idee des Abends: Junge Künstler vorwiegend aus der Wiener Indie- und Avantgardeszene performen live auf der Bühne je einen Song von Bowie und Prince. So variabel, bunt und schrill wie die Künstler, so auch die Mixtur der bis weit nach Mitternacht dauernden Show.

 

Die FM4-Award-Gewinner M185 aus Wien klangen bei „Fashion“ frappant nach Bowie selbst und versetzten „When Doves cry“ einen kräftigen Punk-Style. Im Gegensatz dazu die faszinierende iranische Sängerin Tania Saedi, die mit ihrer balladesken Version des 80er-Klassikers und dem – vor allem vom Nirvana Unplugged populär gewordenen „The Man who sold the World“ – für Melancholie in der prallgefüllten Szene Wien sorgte. 

 

Wiens Kult-Rocker Bulbul zelebrierten die „Bahnhof Zoo“-Hymne „Heroes“ aus Bowies Wahlheimat Berlin, die „Buben im Pelz“ präsentierten eigens konzipierte Dialekt-Versionen von „Where are we now“ („Wo san ma jetzt“) und „Nothing compares to u“ („Niemand kummt ran an di“). Keine Bowie-Prince-Tribute-Night ohne schrillen Queer Pop, der beide Künstler in bestimmten Schaffensperioden kennzeichnete. Als Finale performten Pop:sch den 80er-Klassiker „Ashes to Ashes“, bei dem Bowie erstmals in die New Romantics-Szene eintauchte, und Prince´s Mega-Hit „1999“.

 

Fazit: Großer Erfolg für die Veranstalter, die Tribute Night war ausverkauft, und die Einnahmen des Abends kommen dem Flüchtlingsprojekt Ute Bock zugute. Es wird nicht die letzte Gedenknacht dieses Jahres gewesen sein – am 19. Februar feiert Falco seinen 60. Geburtstag. Nicht nur im U 4, aber leider nicht mehr unter uns.

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Winterlicher Streifzug durch die Wiener City !

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Happy New Year 2017 - Silvester in Vienna.

"Guat is gangen, nix is gescheh´n". Zumindest in Wien. Ca. 650.000 Menschen feierten das neue Jahr 2017 auf dem traditionellen Silvesterpfad zwischen Staatsoper und Rathausplatz. Und das ohne nennenswerte Zwischenfälle. Für die Pre-Party sorgten nicht nur die zahlreichen Gastro- und Glühweinstände, sondern auch bereits am Nachmittag der von den Kremser "Spotlight"-Clubbings bekannte DJ Johannes Willrader von Radio Wien.

 

Während man sich auf dem Stephansplatz mit klassischer Musik bereits auf den Donauwalzer vorbereitete, shakten Dance-Fans aller Nationen auf der Kärntner Straße und auf dem Neuen Markt zu heißen Disco-, House- und Hip Hop Vibes. Höhepunkt des 27. Silvesterpfades war das Feuerwerk direkt vor dem prall gefüllten Rathausplatz.

 

Die Polizei, die mit 400 Beamten im Einsatz war, meldete bis dato 30 Festnahmen und drei Anzeigen wegen sexueller Belästigung. Ein Ausmaß, das - bei rigoroser Auslegung - dem eines Dorffestes entspricht. Wien hat wieder einmal gezeigt, dass es trotz aller Panikmache und aller Kritik eine Weltstadt ist, in der sich (meistens) alle wohlfühlen: Einheimische, Touristen und Migranten. 

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„Viva Diaspora“: Multikultureller Bucovina-Sound von Shantel im Wiener WUK.

Tanzen, Lebensfreude, Völkerverbundenheit und ein fröhliches Lächeln auf den Lippen: Das sind ideale Attribute für Konzert-Besucher. Und es gibt wohl kaum jemanden, der diese Gefühle besser auslösen kann als der Großmeister des Balkan-Pop, Shantel, gemeinsam mit seinem perfekt eingespielten Bucovina Club Orkestar.

 

Pünktlich zur Weihnachtszeit lud Shantel, bürgerlich Stefan Hantel, wieder zum Konzert ins WUK. Wien ist für Shantel ein besonderer Auftrittsort. "Wien ist einerseits stockstarr, konservativ, historisch in Marmor gemeißelt, andererseits frech, revolutionär und sehr hedonistisch veranlagt. Dieser Hedonismus, diese Internationalität, dieser kosmopolitische Spirit, den findet man kaum in einer anderen kontinentaleuropäischen Stadt“, so Shantel in einem aktuellen Interview. Inspiriert zum multikulturellen Balkan-Pop wurde er übrigens 2001 durch eine Reise in die Heimatstadt seiner Großeltern, Czernowitz, gelegen in der rumänischen Bukowina.

 

„Disko Partizani“, sein größter Hit aus dem Jahre 2007, war gleichsam Opener als auch finaler Track beim diesjährigen Wiener Konzert. Dazwischen lagen zwei Stunden schweißtreibende Beats, für Band und Fans. Eine bunte, innovative Mixtur aus Balkan Sounds, Electro, Greek Folk, Ska und Rock-Elementen. Weiblicher Blickfang des Bucovina Orkestars ist die dunkelhaarige Sängerin Tea Mikic, die – neben den Keyboards – sexy orientalische Songs performt. Für den typischen Bukowina-Sound sorgen die männlichen Musiker der Band, die mit Trompeten und Posaunen die Stimmung anheizen. Publikumsliebling ist neben Shantel selbst der Schlagzeuger Marcus Darius, der auch einige witzige Einlagen abliefert. 

 

Zu den Zugaben darf auch das bunt gemischte Publikum allen Alters auf die Bühne. Vor allem die jungen Mädels shaken gemeinsam mit der Band ab, kongenial inszeniert zum „Viva Diaspora“-Hit „The Streets where the Kids have Fun“. Musik schweißt zusammen. In diesem Sinne auch Shantel: „Die ganze Debatte um Identität und Heimat ist völlig uninteressant.“ Vielleicht sollten die Politiker mehr tanzen gehen.

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Karlsplatz-Art: "4 Grazien" markieren den Red Carpet Showroom !

Die 4 Grazien sind ein bekanntes Künstler-Kollektiv aus Wien-Neubau, das seit Jahren mit ambivalent-kritischen Performances, Fotografien, Videos und Malereien von sich hören lässt. So auch aktuell im Red Carpet Showroom in der U-Bahnstation Karlsplatz.

 

Während dort gestresste Arbeitnehmer, Studenten und Touristen Richtung Subway hetzen, sitzen 4 Abbilder der Protagonistinnen entspannt in den Büschen und verrichten dort so ihre Dinge. Oder kunstsprachlich ausgedrückt "Markieren". So hieß auch der Titel ihrer letzten Ausstellung im Künstlerhaus Wien, in der Mela Kaltenegger, Petra Gell, Susanna Schwarz und Maria Wetter mit traditionellen geschlechtlichen Rollenbildern spielten und wie in der gegenwärtigen Installation männlich stigmatisierte Verhaltensmuster simulierten.

 

Die vier Frauen kennen sich seit ihrem Studium an der Akademie der bildenden Künste und wurden bereits dort "4 Grazien" genannt. 2014 führte sie eine Ausstellung über "prähistorische und zeitgenössische Frauenbilder" auch nach München. Internationale Girl-Power, Männer warm anziehen !

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Austropop-Kult: "Wir 4" rocken auf dem Adventmarkt Karlsplatz.

Sie zählen zu den wahren Austropop-Legenden: Rocker Ulli Bär, Songcontest-Hero Gary Lux, Bassist Harald Fendrich und Drummer Harry Stampfer von der Ambros-Band. Gemeinsam stehen sie seit 2011 als "Wir 4" auf der Bühne und sorgen auf Festivals, Lokalen und Clubs für stimmungsvolle Retro-Atmosphäre. So auch beim vielleicht schönsten Wiener Adventmarkt vor der Karlskirche. 

 

Auf dem Programm stehen nicht nur neu arrangierte Coverversionen von Austro-Pop und Rock-Evergreens, sondern auch Eigenproduktionen wie "Durch die rosa Brün" oder "Heit is Heit" von ihrem 2014er-Album "Nach vuan". Georg Danzer ist ihnen nicht nur aufgrund ihrer Vergangenheit als Band-Mitglieder von Austria 3 ein besonderes Anliegen, "Ruf mi ned an" oder "Weiße Pferde" lösen nicht nur bei den Zuschauern eine leichte Melancholie und feuchte Augen aus. Beliebt auf der Set-List sind auch die deutschen Versionen alter Hits wie von den Beatles, Status Quo oder Foreigner. Statt "I wanna know what love is" heißt es dann wienerisch "I was genau wos los is", dargeboten von Gary Lux mit noch immer herausragender Stimme. 

 

Fans der 4 Austro-Pop-Haudegen, die wie viele andere Musiker, Journalisten und Medienexperten die mangelnde Unterstützung der Szene durch den ORF und Ö3 beklagen, gibt es bereits viele. Und so ist Ulli Bärs Gassenhauer "Langsam und unaufhaltsam gehen alle Lichter aus" garantiert kein Wink auf die Zukunft der Band. Wir freuen uns bereits auf den nächsten Auftritt in der Bundeshauptstadt.

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Unkonventionelle Kunst: Das 21er Haus feiert sein 5-Jahres-Jubiläum

Das 21er Haus feierte am Wochenende im Rahmen eines Open Days sein 5-Jahres-Jubiläum. In Wirklichkeit hat es schon eine bewegende lange Geschichte hinter sich.

 

Das Gebäude wurde nämlich ursprünglich vom österreichischen Architekten Karl Schwanzer für die Weltausstellung 1958 in Brüssel geplant. 1962 wurde es im Schweizer Garten in der Arsenalstraße wieder aufgebaut und als Museum des 20. Jahrhunderts (20er Haus) eröffnet. Bis zum Jahr 2001 diente es dem Museum Moderner Kunst als Ausstellungshalle, das dann ins Museumsquartier verlegt wurde. Ein Jahr später wurde es dem Belvedere übergeben. Nach einem jahrelangen Leerstand wurde das denkmalgeschützte Gebäude vom Architekten Adolf Krischanitz (der auch die Kremser Kunsthalle konzipierte) rekonstruiert und – nach einer längeren Umbauphase bei Gesamtkosten von 31 Millionen Euro – am  15. November 2011 wiedereröffnet.

 

Unkonventionell und interdisziplinär, so lautet die Programmatik des 21er Hauses. Dies wird auch durch die aktuellen Ausstellungen auf einer Fläche von insgesamt 2275 m2 widergespiegelt. Im Obergeschoß setzen sich zahlreiche Künstler in unterschiedlichster Art und Weise mit der „Sprache der Dinge“ auseinander. Im Untergeschoß bietet ein Cafe-Restaurant nicht nur eine loungige Art des Zusammenseins, sondern zeigen auch Fotografien das 20er Haus im gesellschaftlichen und künstlerischen Aufbruch der 60er Jahre. 

 

Highlight des 21er Hauses ist derzeit die noch bis zum 20. November zu sehende Installation des chinesischen Konzeptkünstlers und Aktivisten Ai Weiwei, der nach monatelangem Arrest seine Heimat China Richtung Berlin verlassen hat und in der Haupthalle des 21er Hauses unter dem Titel „translocation-transformation“ eine Ahnenhalle originalgetreu wiederaufbauen ließ. Ursprünglich gehörte diese 14 m hohe Konstruktion aus der späten Ming-Dynastie einer Teehändlerfamilie, die während der Landreform Chinas vertrieben wurde.

 

Parallel dazu konnten Belvedere-Besucher der letzten Monate im Schlossteich 1005 als Lotusblüten formierte Flüchtlings-Schwimmwesten betrachten, angeordnet als kalligrafisches F und umgeben von 12 Bronzeköpfen aus dem chinesischen Tierhoroskop. Witterungsbedingt wurde diese Installation bereits beendet, die Migrationskrise dagegen wird leider noch länger andauern.

 

 

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"Perpetual Motions": US-Indie Rocker Ezra Furman gastiert im Wiener WUK.

Die Halloween Night rockte er noch in London, 3 Tage später beehrte der aus Chicago stammende Indie-Musiker Ezra Furman das Wiener WUK. Mit neuen Songs, charmant-extravaganter Show und seiner ausgezeichneten Band "The Boyfriends".

 

Furman entspricht auf keinem Fall dem typischen amerikanischen Mainstream-Rocker, eher dem Gegenteil, und das ist gut so. Queer angehaucht, gläubiger Jude, unnahbar und gleichzeitig wie ein Bar´s Best Friend, auf jeden Fall authentisch. "Ich sehne mich nach Gemeinschaft, aber ich habe sie noch nicht gefunden. Und ich lebe nirgends lange genug, um sie dort aufzubauen." - So Furman über sein 2015er-Album "Perpetual Motion People", das er der immer häufiger anzutreffenden Spezies "Restless People" widmete, der er selbst auch angehört. Und dabei immer wieder den fließenden Übergang von Hedonismus und Weltschmerz betont.

 

Themen, die vor allem die Generation 20-30 ansprechen, die vorwiegend in das Wiener WUK strömte. Und auch nicht enttäuscht wurde. Furmans abwechslungsreiche Live-Show kann sich sehen und hören lassen: Indie Rock-Hymnen a la "Lousy Connection", "My Zero" oder "Restless Year", schnelle, kurze Rock´n Roll-Stücke wie in den Good Old Sixties, dazu ein Acoustic-Middle Part und viele Kurzansprachen, bei denen Furman auch über sein Leben philosophiert. 

 

Die Seele eines Musikers wird naturgemäß aber durch seine Songs charakterisiert. Bei Furman am treffendsten bei "Can I Sleep in your Brain", einem genialen Track, der lange wie eine romantische Ballade klingt, dann allerdings in einen mitreißenden Rock-Klassiker hochdriftet. That´s Entertainment !

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Nationalfeiertag 2016: "Last Open Days" im Parlament vor der Sanierung.

Nur zwei Artikel weist das Bundesverfassungsgesetz über die Neutralität Österreichs auf, seit 1965 ist der Beschlussfassungstag, der 26. Oktober 1955, aber Grundlage des österreichischen Nationalfeiertages. In Wien ist dies gleichzeitig auch Anlass für zahlreiche Leistungsschauen und Tag der offenen Türen.

 

Am Heldenplatz wurden in Anwesenheit von Bundeskanzler Kern, Alt-Präsident Fischer und Verteidigungsminister Doskozil 1198 Rekruten angelobt. Gedacht wurde dabei auch an den Ungarn-Aufstand 1956, bei dem bereits Grundwehrdiener eingesetzt wurden. Das Bundesheer selbst erfährt durch das neue Budget eine finanzielle Aufwertung, geplant sind mehr Spezialisierung und eine Neuorganisation in den Militärkommanden.

 

Das Parlament wird in den nächsten 3 Jahren saniert, somit war dieses Jahr die letzte Gelegenheit, die originalen alten Räumlichkeiten am Karl Renner-Ring zu besuchen. Zur Audienz luden nicht nur die Nationalratspräsidenten, sondern auch diverse Abgeordnete der einzelnen Klubs. Im Nationalratsplenum wurde für die Gäste wieder ein Fotopoint eingerichtet, die Säulenhalle stand im Zeichen der Aktion "Mach dein Kreuz !".

 

Als besonderes Highlight präsentierten Kulturschaffende das Projekt "Im Herzen der Demokratie". Neben Lesungen, Theater und Tänzen in den verschiedensten Räumlichkeiten des Parlaments performte das renommierte Blechbläser-Ensemble Federspiel im historischen Sitzungssaal eine Neu-Version der Bundeshymne. Man darf gespannt sein, welcher der beiden Präsidentschaftskandidaten am 26. Jänner des nächsten Jahres dort sitzen wird. Bei der Angelobung vor der Bundesversammlung.

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40 Jahre Arena-Besetzung – Der erste Widerstand der Wiener Zivilgesellschaft

Kunst gegen Kommerz. Ein Kampf, der in einer Stadt wie Wien zwar heute täglich stattfindet, aber sicher nicht so revolutionär und exzessiv wie damals im Sommer 1976. Die Arena auf dem ehemaligen Auslandsschlachthof-Gelände, damals Zentrum der Wiener Festwochen in einer sonst eher subkulturlosen Zeit, sollte abgerissen werden und einer Filiale der Textilkette Schöps weichen. 

 

Am 27. Juni 1976, dem letzten Tag der Veranstaltung, waren die Besucher allerdings gekommen, um zu bleiben. Sie gründeten den Verein Arena Forum und stellten 4 Forderungen an die Gemeinde Wien: Kein Abriss der Arena, die kulturelle Nutzung des Areals, Selbstverwaltung und die Zahlung der Betriebskosten durch die Stadt. Mittels Unterschriftenaktionen und Flugblätter wurden tausende Wiener Künstler, Aktivisten und Idealisten motiviert, sich an der Besetzung zu beteiligen. Auf dem Gelände wurde getanzt, gefeiert, geliebt, diskutiert, philosophiert. Die Kreativgeister widmeten sich der Musik, dem Theater, der Wortakrobatik und innovativen Multi Media-Projekten. Schlafräume, sanitäre Anlagen und sogar Kinderbetreuungsstätten sorgten für das private Wohlbefinden.

 

Trotz Kampfkraft, Ausdauer und Enthusiasmus der Besetzer wurde die Arena aber am 9. Oktober friedlich geräumt, 3 Tage später fuhren die Bagger auf. Ein Demo-Zug mit Sarg und Leichenträgern Richtung Rathausplatz wurde organisiert. Es war gleichzeitig auch das erste Aufflackern einer Zivilgesellschaft in Österreich, die in den 60ern noch eher schmähstad war. Und sie konnte zumindest einen teilweisen Sieg feiern: Die alte Arena wurde zwar abgerissen, aber dem engagierten Verein wurde das äußerste Eck des Areals, der Inlandsschlachthof, zur Verfügung gestellt.

 

DI Oliver Schreiber vom BDA, der am „Tag des Denkmals“ im Rahmen von Führungen Geschichte und Hintergründe erläuterte, bezeichnet die heutige Arena als das „lebendigste Denkmal“ Wiens. Und tatsächlich finden auf dem Areal, aktuell bestehend aus der vom Architekturbüro Rataplan zwischen 1996 und 2006 umgebauten Großen Halle, der Kleinen Halle, dem für Low Budget-Events spezialisierten Dreiraum und dem für 3000 Personen konzipierten Open-Air-Bereich jährlich über 450 Veranstaltungen statt. Aus allen Stilbereichen, egal ob Rock, Punk, Rave, Techno, Reggae oder zuletzt auch Liedermacherkunst von Konstantin Wecker. 

 

Gleichzeitig ist die Arena auch Plattform für soziale und künstlerische Aktivitäten und Solidaritätskundgebungen. Als besondere Aushängeschilder der Arena gelten auch die schrill-bunten Graffiti- und Street Art-Meisterwerke, deren Schöpfer – wie beispielsweise Nychos oder das Künstlerkollektiv Rabbit Eye Movement- auch international sehr gefragt sind.

 

Parallel zur Führung wurde auch die Ausstellung „40 Jahre gelebte Utopie“ gezeigt, bei der in 3 Teilen – „Das Areal“, „Der Widerstand“ und „Der Verein“ – anhand von Zeitungsmaterial, Flugblättern, Bildern und TV-Reportagen die Geschichte der Arena aufbereitet wurde. In der Großen Halle lief parallel der Film „Arenafreiheit“ in Dauerschleife. 

 

Man darf gespannt sein, welche Geschichten in 40 Jahren von der Arena erzählt werden. Der riesige Schornstein, das Markenzeichen des Veranstaltungszentrums, wird sie garantiert nicht vergessen.

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Indie Explosion: Londons Newcomer Wolf Alice rocken das Wiener Flex.

Aus dem kultigen Szene-Schmelztiegel Camden Town aus London stammen Wolf Alice. Und begonnen hat alles 2010, als die blonde Sängerin Ellie Rowsell und der Gitarrist Joff Oddie Acoustic Pop auf kleinen Bühnen präsentierten. Der Name hatte schon damals etwas Geheimnisvoll-Mystisches an sich. „Wolf Alice“ ist ein Mädchen aus einer Kurzgeschichte Angela Carters, das unter Wölfen aufwächst und bei Rückkehr in die Zivilisation fremd bleibt unter den Menschen. Diese Angst braucht die Band, seit 2012 erweitert durch Bassist Theo Ellis und Schlagzeuger Joel Amey, nicht zu haben. Einzig allein der Sound wurde wilder, temporeicher und elektrisierender.

 

Im Rahmen ihrer Europa-Tournee gastierten Wolf Alice auch im Wiener Underground-Club Flex. Mit im Gepäck das ausgezeichnete Album „My Love is Cool“, das bis auf Platz 2 der englischen Charts preschte und mit zahlreichen Kritikerpreisen überhäuft wurde. Im Vorprogramm glänzten die jungen Londoner Indie-Popper Gengahr, von denen man nach ihrem Debüt-Album „A dream outside“ künftig noch einiges hören wird. Danach wurde es vor der Bühne immer enger, schweißtreibender und hitziger. Das zweite Wien-Konzert von Wolf Alice war gleichzeitig ihr letzter Tour-Gig, und das merkt man. Wolf Alice sind – nach langer Festival-Tour (u.a. auch in Glastonbury) - euphorisch, routiniert und mitreißend und bringen auch die Wiener Fans zum Toben. Und das, obwohl sie eigentlich erst ein Album und drei EP´s im Repertoire haben.

 

Das Indie-Ravige „Freazy“, die poppige Hit-Single „Bros“ (einer der ersten Songs, die die coole Sängerin Ellie Rowsell schrieb) oder die Rock-Hymne „Moaning Lisa Smile“ sind echte Live-Burner, und da mag man der Band auch einige Trash Rock-Eskapaden verzeihen. Melancholisch dann die Zugaben „Turn to Dust“ und „Blush“, bevor mit „Giant Peach“ noch einmal bis zum Anschlag gefeiert wurde. Das nächste Album von Wolf Alice erscheint 2017, garantiert auch mit Tour und dann vermutlich in einer größeren Arena. Wir freuen uns.

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Street Parade: Wiener Clubszene fordert Reform der Gewerbeordnung

Die Dinge sind nicht immer so wie sie scheinen. Und so stecken hinter den riesigen Trucks mit dröhnenden Techno- und House-Beats, feiernden Party People und halbnackten Go-Go´s, die sich Samstag nachmittags um den Ring und das Wiener Rathaus bewegen, ernste Botschaften, die die Zukunft des Wiener (und österreichischen) Nachtlebens betreffen.

 

Unter den Mottos „Rette deinen Club“ fordern die Wiener Club-Betreiber und Veranstalter gesetzliche Änderungen im Gewerbe- und Steuerrecht und die gesellschaftliche Akzeptanz der Club-Kultur durch Politik, Wirtschaft und Tourismus. Die Vergnügungssteuer, die kürzlich auch dem weltweit renommierten Linzer Electro Swinger Parov Stelar eine Nachzahlung bescherte, müsse reformiert werden. Diese beträgt bei Tanzveranstaltungen in Wien 15 % des Entgelts bzw. mindestens 0,10 Euro je Eintrittskarte und benachteilige Club-Betreiber gegenüber Konzertveranstaltern.

 

Noch gefährlicher für das Nightlife ist allerdings der § 113/5 Gewerbeordnung, aufgrund dessen der Gastgewerbetreibende für das Verhalten der Gäste VOR dem Lokal haftet. Wenn die Nachbarschaft wiederholt durch Gäste vor der Betriebsanlage unzumutbar belästigt wird, dann hat die Gemeinde eine frühere Sperrstunde vorzuschreiben. Aktuell ist davon die auch bei der Street Parade teilnehmende Bettelalm im Lugeck betroffen, die aufgrund einer Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofes ihre Sperrstunde von 6 Uhr früh auf Mitternacht rückverlegen musste. Diese Vorschreibung wird erst dann widerrufen, wenn sich die Sachlage verändert hat.

 

Dass ein Lokal, dessen Gäste großteils nach Mitternacht kommen, de facto betriebswirtschaftlich nicht mehr sinnvoll betrieben werden kann, liegt auf der Hand. Zu befürchten ist, dass dieser Paragraph vermehrt zur Anwendung kommt, wenn das Rauchverbot 2018 in Kraft tritt und dementsprechend Gäste vor den Lokalen vermehrt zum Glimmstengel greifen werden.

 

Volksgarten, Hypnotic, Chaya Fuera, Bettelalm, Vienna City Beach Club, Praterdome, Bollwerk oder Event Arena Vösendorf: Sie alle waren – gemeinsam mit über 25.000 Teilnehmern - bei der Street Parade-Demo vertreten, um gegen diese gesetzlichen Bestimmungen zu protestieren und ein Zeichen für die Wiener Clubkultur zu setzen. 

 

Diese soll nicht nur eine zufällige, kommerzielle Randerscheinung in der Stadt sein, sondern soll – ähnlich wie in London und Berlin – aktiv in Social Media, Online-Plattformen und im Rahmen einer auf die Jugend und Clubbing-Generation zugeschnittenen Zielgruppen-Kampagne beworben werden. Die Stadt Wien müsse die Clubszene fördern und als gleichwertigen Kulturfaktor anerkennen. Dass die Wiener feiern können, haben sie auch am Wochenende bewiesen, egal ob bei der Parade, beim Rathausplatz-Open-Air, bei der Praterdome-Afterparty, in der Pratersauna oder beim Techno Brunch. Die Club-Jetsetter dürfen kommen :-)

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100 Jahre Naschmarkt: Boris Bukowski rockt die Schleifmühlbrücke.

Bereits um 1780 handelten Bauern mit Milchprodukten am noch unregulierten Wienfluss, der Naschmarkt in seiner heutigen Form allerdings entstand erst ab 1910 mit der Planung und Errichtung von einheitlichen Marktständen im Stil von Wiens Star-Architekten Otto Wagner. 1916 wurde das Marktamtsgebäude direkt an der Kettenbrückengasse fertiggestellt, sozusagen der Anknüpfungspunkt für die historische Jubiläumsfeier in diesem Jahr. 

 

Der Naschmarkt hatte vor einigen Jahrzehnten nicht den besten Ruf. Dies änderte sich aber zusehends, als nicht nur der Markt modernisiert wurde, sondern auch das direkt anliegende Freihausviertel sich zu einem Szenegrätzel mit Clubs, Bars, innovativen Shops, Kreativ-Büros und Galerien entwickelte. 

 

Mehr als 65.000 Personen besuchen pro Woche den kürzlich wieder um 15 Millionen Euro sanierten Markt, der aktuell aus 123 fixen Ständen und 60 Plätzen für landwirtschaftliche Erzeuger und Marktfahrer besteht. Kritik bleibt trotzdem nicht aus. Vor allem der ständige steigende Unterhaltungscharakter des Naschmarktes und die Ausweitung der gastronomischen Angebote sind manchen ein Dorn im Auge. Die allerdings ohnehin begrenzt ist. So darf laut Marktordnung die Gastronomie nicht mehr als maximal ein Drittel der zur Verfügung stehenden Marktfläche ausmachen. Und naturgemäß bringt diese zusätzlich kaufkräftiges und neues Publikum in das 2,3 Hektar große Areal.

 

Auch an den beiden Festtagen kamen bei schönstem Wetter und buntem Programm auf den seit 2009 allein zum Bezirk Mariahilf gehörigen Naschmarkt. Neben zahlreichen Sonderaktionen, Lesungen, Gewinnspielen und musikalischen Auftritten (von Latin, Stojka-Jazz bis zu groovigen DJ-Sets) engagierte das Veranstalter-Team auch einen Austro-Pop-Star der 80er und 90er, der noch lang nicht zum alten Eisen gehört: Boris Bukowski. 

 

Direkt in der (neuen) Begegnungszone der Schleifmühlbrücke präsentierte der promovierte Jurist und Buch-Autor („Unter den bunten Hunden“) auf der Musik-Bühne nicht nur seine großen Hits „Trag meine Liebe wie einen Mantel“, „Fandango“ oder „Der Fritze mit der Spritze“, sondern auch eine Georg Danzer-Coverversion („Weiße Pferde“) und einige neue Titel aus seinem Repertoire. Tracks wie „Diese Stadt“ oder „Gibt´s ein Leben vor dem Tod“ – laut seiner Diktion Songs aus diesem Jahrtausend – stehen aktuellen Werken von Wanda, Bilderbuch oder Ja Panik um nichts nach. Über deren Erfolg sich der junggebliebene 70jährige freut, gilt er doch als heftiger Kritiker des neuen Ö3-Formatradios, das jungen österreichische Künstlern keine adäquate Plattform bietet. 

 

Als letzte Zugabe brilliert Bukowski mit seinem größten Hit „Du bist wie Kokain“, dann muss der gebürtige Fürstenfelder und seit vielen Jahren in Wien lebende Musiker leider die Bühne verlassen. Am Naschmarkt allerdings wird noch bis Mitternacht weitergefeiert. Und das ist gut so.

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MQ-Hofmusik: Open-Air mit Szene-Original Nino aus Wien

„Hereinspaziert, Hereinspaziert“ –  Der Nino aus Wien, seines Zeichens Szene-Original und Austro Pop-Literat der Bundeshauptstadt, lädt ein zur Hofmusik in das Wiener Museumsquartier. Und die Wiener Hipster, Bobos, Studenten, Alternativ-Freaks oder einfach Liebhaber sympathischer, authentischer und gewitzt-melancholischer Reime lassen sich nicht lange bitten. 

 

Bei idealem Open-Air-Wetter, Gratis-Eintritt und urbanem Freiraum-Feeling startet Nino Mandl mit seiner Band gleich mit dem groovigen „Abtauen Girl“, 2014 gemeinsam mit Skero produziert. Auf der Set-List stehen auch seine Früh-Werke „Holidays“ und „Du Oasch“, die durch FM4 einer breiten Öffentlichkeit bekanntgemacht wurden. Traurigerweise der einzige österreichische Sender, der die einheimische Pop-Szene ernsthaft-idealistisch fördert.

 

Gleich 5 Alben hat der fleißige Nino in den letzten 2 Jahren veröffentlicht, seine letzte EP „Adria“ wurde produziert vom Wanda-Erfolgsproduzenten Paul Gallister. Das „Praterlied“, das melancholische „Winter im April“ und das emotionale „Der Mai ist vorüber“ zählen auch zu den Höhepunkten seines Sommernachtskonzerts, letzteres übrigens eine geniale Wien-Adaption des Bob Dylan-Klassikers „Simple Twist of Fate“. Versunken irgendwo zwischen Donaupark, Flex und Orient Hotel. 

 

Wolfgang Ambros, neben den Beatles, Andre Heller und Helmut Qualtinger ein wichtiger Einflussfaktor des Musikers, würdigt Nino mit dem legendären „Schwarzen Afghanen“. Die Wiener haben sich längst für einen Nachfolger entschieden. Nicht erst seit dem lässigen Open-Air-Gig im überfüllten MQ-Areal.

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Pop-Rock, Electro & Blaskapellen: 60.000 Besucher beim Wiener Popfest auf dem Karlsplatz.

„Ein Lied über das (so wichtige) Brechen von Konventionen“ – So präsentiert David Öllerer seinen lässigen Gassenhauer „Heit grob ma Tote aus“ auf der Seebühne vor der Karlskirche. Das jung-urbane musikinteressierte Wiener Publikum singt bereits jetzt begeistert mit. Und bald vielleicht ganz Österreich (und Deutschland). Denn Voodoo Jürgens, so sein geniales Pseudonym, steht kurz vor seinem Karrieredurchbruch. Am 30. September erscheint das erste Album „Ansa Woar“ des in Tulln geborenen Liedermachers, der aber bereits viele Musik-Jahre lang mit der Indie Band Eternias in den Szene-Bars und Clubs tourte und im Vorprogramm von Pete Doherty rockte. Die subtilen Underground-Zeiten könnten bald vorbei sein. Insofern kann es keinen idealeren Opening-Act bei einem Festival geben, das neuen Künstlern, Bands und DJ´s eine massenkompatible und gleichzeitig alternative Plattform bieten soll.

 

Das Wiener Popfest findet 2016 bereits zum 7. Mal im Karlsplatz-Areal statt. Als Spielstätten fungieren nicht nur die Karlsplatz-Seebühne (mit der teichplantschenden Riesen-FM4-Ente dahinter) und der Red Bull Brandwagen vor der Karlskirche, sondern auch das Brut, der TU Prechtlsaal, das Heuer, das WienMuseum und das Roxy. Auf dem Line-Up 51 Acts, darunter 41 Premiere-Gäste. Selektiert vom „Falter“-Journalisten Gerhard Stöger (der auch für den „Wien Pop“-Szeneschmöker verantwortlich zeichnet) und die „Fijuka“-Protagonistin Ankathie Koi. 

 

Letztere zählte im Vorjahr noch zu den vielumjubelten Live-Acts auf der Seebühne und ließ sich auch dieses Jahr nicht lange für einen Mikro-Auftritt bitten. Gemeinsam mit „Minisex“-Legende Rudi Nemeczek und der Musikarbeiterinnen-Kapelle coverte sie Bilderbuchs Kult-Hit „Maschin“, gab dem Opus-Klassiker „Live is Life“ einen modernen swingigen Touch und „bolognisierte“ gemeinsam mit Clara Luzia und Rapperin Yasmo. So fanden indirekt mit Wanda und Bilderbuch auch zwei Bands Eingang in das Popfest, die aufgrund ihrer Popularität schon allein aufgrund der prognostizierten Besucheranzahl nicht mehr für ein Gratis Open-Air-Fest mehr gebucht werden können. Und deren Teilnahme ja eigentlich auch dem Zweck des Events, Newcomer zu pushen, widerspricht.

 

„Viele der Besucher sind sogenannte Laufkundschaft. Ein an sich schwieriges Publikum, das aber neuen Künstlern zu einem Karriere-Boost verhelfen kann“, so Festivalleiter Christoph Möderndorfer. Vielleicht lokal auch Bands, die sich international bereits einen Namen gemacht haben. So wie dem am Donnerstag lautstark aufspielenden Stone Rock-Duo White Miles aus Tirol, das bis dato vorwiegend nur im Ausland tourte und in Österreich erst durch den „Bataclan“-Terroranschlag in Paris bekannt wurde. Medina Rekic und Hansjörg Loferer verließen dort als Vorgruppe der „Eagles of Death Metal“ gerade den Hintereingang, als Terroristen den Veranstaltungssaal stürmten. Verschärfte Sicherheitsvorkehrungen beim Popfest wurden übrigens seitens der Veranstalter abgelehnt. Es handle sich hier um öffentlichen Raum, und „Angst sei der größte Feind der Demokratie“.

 

Und die Angst war schlussendlich auch unbegründet: 60.000 (friedliche) Besucher, italienische Dolce Vita-Atmosphäre rund um den Karlsplatz-Teich, heiße Konzerte vor der Seebühne mit White Miles, Leyya oder Ogris Debris, hippe Live-Sets beim Red Bull Brandwagen mit der Linzer Hip Hop-Neuentdeckung Mavi Phoenix, dem Techno-Vintage Duo Austria Apparel oder den Neo-Punkern Crystal Soda Cream und brütend heiße Auftritte von Schmieds Puls, Mynth und „Das Trojanische Pferd“ im Brut. Die österreichische Szene lebt, innovativer, spannender und vielfältiger denn je. Wir freuen uns bereits auf das nächste Popfest 2017.

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Hoch wie nie: Vienna Viewing von der Jubiläumswarte.

Badespass auf der Donauinsel, Lounging am Donaukanal, Popfestivals am Karlsplatz, Delikatessengenüsse am Rathausplatz: Die lebenswerteste Stadt der Welt, Wien, hat auch im Sommer für die Einheimischen viel zu bieten. Und gerade in der schönsten Zeit des Jahres sollte man sich auch ins Grüne wagen und die Millionenmetropole einmal von einer anderen Seite inspizieren. Gelegenheit dazu bietet beispielsweise der Stadtwanderweg 4. Einfach mit der Straßenbahn-Linie 49 Richtung Ottakring bis zur Haltestelle Bahnhofstraße fahren und dann den meist schnell eruierbaren Wegweisern folgen. 

 

Es geht dann schnell aufwärts durch den Dehnepark, inmitten von Wald, Gestrüpp, Bächen und Brücken vorbei beim Silbersee (sic est !) rauf auf den Satzberg. Die (wenigen) Autostraßen dazwischen sind längst vergessen, wenn man das monumentale Ziel erreicht: Die Jubiläumswarte, von der aus man einen großartigen Ausblick auf die Stadt Wien, den Wienerwald, den Exelberg, das Wiener Becken und bei klarem Wetter auch auf den Schneeberg und den Ötscher hat.

 

Der Name der Warte datiert übrigens aus dem Jahre 1898. Damals feierte man das 50. Regierungsjubiläum von Kaiser Franz Joseph, und aus diesem Anlass wurde auf der dortigen Stelle, der Vogeltennwiese, ein hölzerner Turm errichtet, der noch im selben Jahr von einem Sturm niedergefegt wurde. Die heutige Warte, die auf einer Seehöhe von 494 Meter Höhe steht, dagegen ist widerstandsfähiger: 31 Meter hoch, aus Stahlbeton. Um das 1,7 Meter breite Rohr ist eine 90 cm breite Stiege mit 183 Stufen angeordnet. Die Aussichtsterrasse selbst hat einen Durchmesser von 6 Metern, wodurch sich Schwindelprobleme zumeist auch in Grenzen halten.

 

Der Weg zurück ins Tal führt dann über die Kreuzeichenwiese, die gerne von Migranten als Grill-Partyzone genützt wird, zur Berghütte Rosental, wo man in gemütlicher Atmosphäre speisen und anstoßen kann. Die rustikale Idylle könnte allerdings getrübt werden. Nämlich dann, wenn Rapid im naheliegenden Allianz-Stadion vor über 20.000 Zuschauern ein Tor schießt. Das dürfte aber auch die meisten Nicht-Wiener kaum stören. 

 

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Auf der Flucht: Ai Weiwei provoziert mit Schwimmwesten-Installation im Belvedere-Garten.

„Die Aufgabe eines Künstlers ist, Bewusstsein zu schaffen. Wie das dann angenommen wird, liegt außerhalb seiner Kontrolle.“ Mit provokanten Aktionen hat der chinesische Konzeptkünstler Ai Weiwei stets für Aufregung gesorgt. 

 

Der Kritiker des kommunistischen Systems von China, der 2011 wegen angeblicher Steuervergehen inhaftiert wurde und nach einer dreimonatigen Haft bis 2015 unter Hausarrest stand, publizierte beispielsweise die Namen von 5000 Schulkindern, die 2008 bei einem Erdbeben in Sichuan in durch Korruption entstandenen Pfuschbauten ums Leben kamen. Er platzierte einen Felsen der chinesischen Bergwelt mitten auf dem Dachstein oder brachte 1001 Chinesen aus allen Schichten und allen Teilen des Landes zur Documenta 2007 nach Kassel. Umsiedlung a la Ai Weiwei.

 

Auch die neueste Aktion „F Lotus“ im Wiener Belvedere-Garten, die in Zusammenhang mit seiner Ausstellung „transfocation-transformation“ im 21er Haus steht, zieht gesellschaftskritische Deutungen nach sich. Auf dem ersten Blick schwimmen bunte Seerosen im Wasserbecken des Schlossgartens, tatsächlich handelt es sich dabei um 1005 zurückgelassene Rettungswesten, die im 5er-Block zu blütenähnlichen Strukturen geformt sind. 

 

Gesammelt hat er diese auf der griechischen Insel Lesbos. Sie stammen von Flüchtlingen, die den lebensgefährlichen Trip über das Mittelmeer überlebt haben und jetzt auf Asyl in Europa hoffen. Im Gegensatz zu jenen, die ihre Flucht mit dem Leben bezahlt haben. Nach Angaben des UNHCR sind seit 2014 mehr als 10.000 Flüchtlinge auf ihrem Weg nach Europa im Mittelmeer ertrunken, die Dunkelziffer ist um vieles höher.

 

Die Schwimmwesten-Installation hat die Form eines kalligrafischen F´s. Welche Bedeutung das F hat, das lässt der Künstler offen. Umgeben wird das Kunstprojekt von 12 überlebensgroßen Bronzeköpfen der Tiere aus dem chinesischen Horoskop. Dieses steht 2016 im Zeichen des Affen, eine günstige Zeit für „Courage, Aktion, Chaos und wahre Hingabe“. 

 

Menschlichkeit, Zusammenhalt, gegenseitige Akzeptanz und der altruistische Drang, Lösungen nicht nur beim Flüchtlingschaos zu kreieren, sollten im Mittelpunkt unseres Denkens stehen. Trotzdem auf Foto-Motive und Facebook-Postings aus dem barocken Schlossgarten nicht vergessen, denn ohne Kommunikation keine Reaktion !

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Urban Culture, Sound und Delikatessen – 19. Freihausviertelfest auf der Wieden.

Im 18. Jhdt. garantierte das Freihaus dem Besitzer des Gebäudes Steuerfreiheit und eine eigene Gerichtsbarkeit, im 21. Jahrhundert ist das Szene-Viertel zwischen Wiedner Hauptstraße und dem Naschmarkt ein Markenzeichen für Urbanität, Kreativität und Kultur. In einer Zeit, in der immer mehr Bürger abgleiten in Facebook-Blasen, Internet-Isolation und Online-Käufe, ist es wichtig, dass derartige Vorzüge bzw. USP´s (in der Marketing-Sprache) auch präsentiert und kommuniziert werden. Seit bereits 19 Jahren findet das Freihausviertelfest, eines der größten Street-Festivals Wiens, statt, auch dieses Jahr wieder organisiert vom engagierten Vereinsobmann Karl Raab.

 

Das Festival-Areal umfasste auch dieses Jahr die Schleifmühlgasse (die nach der Schleifmühlbrücke auch als Begegnungszone im Gespräch ist), den Kühnplatz, die Mühlgasse und die Heumühlgasse mit dem Thai-Festival. Erstmals dabei ist auch die Pressgasse, wo die trendige Restaurant-Bar Zweitbester neben einem Designer Market und Street Food auch mit Open-Air-DJ´s aufwarten konnte.

 

Neu dabei auch die kürzlich eröffnete Craft-Mühle in der Mühlgasse, die zusätzlich vor der Haupt-Bühne beim legendären Cafe Anzengruber ihre Bier-Kreationen unter die Besucher brachte und gegen Abend mit zahlreichen TV-Screens die EM-Freaks ins Pub lockte. Als Live-Act neben vielen anderen World Music-, Latin-, Country- und Rockkünstlern mit dabei auch Thomas Andreas Beck, der bereits beim Donaukanaltreiben mit seinen intelligenten Texten nachdenklich-melancholische Stimmung verbreitete. Bei einer seiner Moderationen lobte er auch die „Vollpension“, ein soziales Lokal-Projekt in der Schleifmühlgasse 16. Armutsgefährdete Senioren werden dort geringfügig beschäftigt, bereiten Mehlspeisen und Hausmannskost in wohnzimmerähnlichem Ambiente zu und bekommen dadurch wieder Anschluss an die Gesellschaft.

 

Lässiger Rhythm & Blues von Hary Wetterstein und Jonny Who & The Sunshine Killers abends aus dem Cafe Xeno, cooler Vintage Sound vor dem kultigen Johnny´s Pub am anderen Ende der Schleifmühlgasse. Dazwischen kommunizierende, trinkende und feiernde Menschen allen Alters, aller Schichten und aller Nationen, die die ersten wunderschönen Sommernächte im Freihausviertel einfach genießen wollten. So und nicht anders soll und muss Wien sein.

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Ragga-Dancehall, Elektro-Pop & Drum´N-Bass: Sonntag beim Donauinselfest kein Schontag.

Ein seltsames Phänomen. Der Sonntag gilt gemeinhin und sogar in der Party-Szene als Chill-Out-Tag. Nicht so bei den alljährlichen Donauinselfesten. Dort ist gewöhnlich am Sonntag das Programm am coolsten, lautesten und partyträchtigsten. 

 

DJ Observer beschallte bereits am frühen Abend mit Ibiza-House & Trance die Viva-Stage, während die junge Indie-Band „The Boys you know“ aus Oberösterreich auf der FM4-Bühne ihre neuen Songs präsentierte. Beim Armin van Buuren-Label „Armada“ ist Felix de Laet aka „Lost Frequencies“ unter Vertrag, seine Nr. 1 Hits „Are you with me“ und „Reality“ hatte er – neben mainstreamtauglichen Mash-Up-Mixes von „What is Love“ und „Bongo Bong“ – im USB-Gepäck für seinen Auftritt auf der Ö3-Bühne. Bizarr dagegen „Gudrun von Laxenburg“, eine Wiener Live-Techno-Kapelle, die während ihres Gigs ein tanzendes Einhorn ins Publikum schickten, aber auch vor Remixes von „Rhythm is a Dancer“ oder „King for a Castle“ nicht zurückschreckten.

 

Begeistert von der riesigen Audienz bei ihrem Auftritt zeigten sich Carolin Niemczyk und Daniel Grunenberg aka „Glasperlenspiel“. Als besondere Belohnung für die Wiener Fans standen als Zugaben Special Elektro-Versions ihrer Superhits „Geiles Leben“ und „Ich bin ich“ auf der Set-List. Große Publikumsmassen ist Sean Paul gewohnt: Der jamaikanische Reggae-Dancehall-Sänger ist bereits seit dem Jahr 2000 weltweit erfolgreich und zeigte mit Hilfe einiger Tänzerinnen, wie man Sonntag Abends exzessive Parties feiert. Mit genialen Tracks wie „Get busy“, „Bailando“, „Got 2 luv“ und seinem neuesten Hit „Cheap thrills“ kein Problem.

 

Westlich der Floridsdorfer Brücke wurden die Verstärker-Regler ganz nach oben gepitcht. DJ-Ausnahmetalent Salute rockte den Eutopia-Floor, während nebenan das auch in Großbritannien höchsterfolgreiche österreichische Drum and Bass-Duo „Camo & Krooked“ die FM4-Naturtribüne bis zum letzten Platz füllte. Schade, dass diese Parties gegen Mitternacht endeten und nicht bis in den Morgen andauerten.

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Donauinselfest 2016 - UK Pop, German Hip Hop & Dance Vibes unter freiem Himmel !

„The Best Things in Life are free“ – so lautet das Motto des 33. Wiener Donauinselfests. Stimmt so natürlich nicht ganz, da ein Teil der ca. 6 Millionen Euro Kosten auch aus dem Gemeindebudget der Stadt Wien bestritten wird. Fakt aber ist: Das Programm ist vielfältig und bietet neben zahllosen Gastro-Ständen, Sportmöglichkeiten und Karussellen auch 13 Bühnen mit ca. 2000 Künstlern und insgesamt über 600 Stunden Veranstaltungsprogramm. 

 

Und da finden sich durchaus einige innovative Acts abseits der Kommerzschiene. So zum Beispiel Dua Lipa, die 20jährige britisch-albanische Sängerin, die auf der BBC-„Sound of 2016“-Liste hoch platziert war und mit „Be the One“ auch schon einen Riesen-Hit in UK und Kontinentaleuropa abgeliefert hat. Das Debüt-Album erscheint Ende des Sommers, die Tracks daraus präsentierte sie im sexy Outfit und mit trendiger Band auf der Ö3-Bühne. Zum Abschluss auch die housige neue Single „Hotter than Hell“, die aus den schlaflosen Dancefloor-Nächten des Multi-Talents entstand. 

 

Felix Jaehn, Nr. 1 in den USA mit dem „Cheerleader“-Remix, lieferte den Chill-Out-Soundtrack zur untergehenden Sonne, während die einstige St. Pöltner Pop-Hoffnung Simone mit Charly Brunner abendliche Schlagerfantastien erfüllte. Die westliche Seite der 4,5 km langen Party-Meile wurde besetzt von den Hip Hoppern: Samy Deluxe, der auch in Integrations- und Aidsfragen engagierte deutsch-sudanische Rapper, sorgte auf der FM-Bühne vor einem prallvollen Natur-Hügel für exzessive Party-Vibes mit Understatement. Auch für Mimimis (Mitbürger mit Migrationshintergrund). Und das ist gut so.

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Regenbogenparade 2016: 130.000 Teilnehmer setzen ein Zeichen für Toleranz und Liebe.

1996 fand in Wien die erste Regenbogenparade, die österreichische Version des Christopher Street Day, statt. Namensgeber war übrigens Mario Soldo, ein Pionier der Wiener Drag-Szene. Der Ansturm auf die Parade ist 20 Jahre später weiterhin ungebrochen. 130.000 Teilnehmer feierten letzten Samstag unter dem Motto „Grenzen überwinden“ bei der insgesamt 21. Parade am Ring. Inmitten lauter Musik-Trucks, schriller Party People und ernster Botschaften. 

 

Eine Gruppe präsentierte beispielsweise in einem Flaggenmeer über 70 Staaten, in denen Homosexualität illegal ist und man bei Überführung sogar mit Todesstrafen rechnen müsse Erschreckend ist auch die Statistik, dass im Jahr 2015 28 % der Wiener LGBT´s mit Gewalt und Diskriminierung im öffentlichen Raum konfrontiert wurden. Im Mittelpunkt vieler Trucks stand auch das vor einer Woche verübte Massaker in Orlando, bei dem in der renommierten Gay Bar „Pulse“ 49 Menschen durch einen 29jährigen Attentäter ermordet wurden und dessen Motive noch immer nicht restlos aufgeklärt sind.

 

Die Parade führte wegen einer parallelen „Jesus“-Demo dieses Jahr in Fahrtrichtung rund um den Ring, dann vorbei beim Museumsquartier und hinter dem Rathaus zum Siegmund Freud-Park vor der Votivkirche, wo die Abschlusskundgebung und die Celebration stattfanden. Mit dabei u.a. die Organisatoren von der HOSI Wien, der Club Kreativ, die Libertine-„Pferdchen“, das Szene-Lokal „Why Not“, H.A.P.P.Y. mit eindringlichen „Homophobie tötet“-Schildern, ein housiger Chaya Fuera-Wagen, der trendige Almdudler-Truck mit den Gay-Lesbian-Pärchen und wie jedes Jahr die Szene-Ikone Hermes Phettberg. 

 

„Die Grünen andersrum“ bildeten den Abschluss, Neos Wien-Chefin Beate Meinl-Reisinger begleitete zu Fuß das pinke Einhorn. Indirekt dreifach vertreten: Die SPÖ – mit einem eigenen Truck, ÖBB-Sattelschlepper und Bundeskanzler Kern, der als erster amtierender Regierungschef bei der Regenbogenparade eine Rede hielt und dabei für Toleranz, Offenheit und Gewaltfreiheit eintrat. Chapeau, ändert aber nichts daran, dass die Gleichstellung der Homosexuellen in Österreich aufgrund der politischen Verhältnisse derzeit nicht umsetzbar ist. 

 

Dies ist insofern traurig, als man in anderen europäischen Staaten wie England, Irland, Spanien oder Belgien viel liberaler denkt und agiert. Dort wurde die Zivilehe bereits für Schwule und Lesben rechtlich zugelassen. In Österreich existiert derzeit das in vielen Fällen diskriminierende Rechtsinstitut der „eingetragenen Partnerschaft“. 417 eingetragene Partnerschaften wurden im Jahre 2015 begründet, davon 166 in Wien. Und wem würde wirklich eine Perle aus der Krone fallen, wenn man auch in Österreich die Ehe für alle öffnen würde ?

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Streetfestival in Mariahilf: Pink Community fordert Gleichstellung und Öffnung der Ehe !

30 Prozent der LGBT´S in Wien wurden im Vorjahr laut einer Umfrage wegen ihrer Sexualität diskriminiert. Ein eindeutiges Zeichen, dass trotz vieler Initiativen Toleranz und liberales Denken noch lange nicht bei allen angekommen sind. Sogar in der urbanen Großstadt. 

 

Insofern ist jede Aktion begrüßenswert, die Grenzen und Vorurteile abbauen kann. Bereits zum 6. Mal findet das Street Festival „Andersrum ist nicht verkehrt“ in Mariahilf statt. Dieses ist gleichzeitig auch der Auftakt für die Pride Week, deren Höhepunkt die alljährliche Regenbogenparade darstellt. Die Abschlusskundgebung findet 2016 wegen des Euro-Public Viewings am Rathausplatz ausnahmsweise im Votivpark statt.

 

Beim Straßenfest in der Otto Bauer-Gasse boten nicht nur die einschlägigen Vereine rund um Hosi, Aids Hilfe Wien oder Club Kreativ Rat und Information, sondern es durfte auch gefeiert werden. Mit DJ-Lines, Schlager-Trash von Chris Bertl, Alternative Pop der Matt Leon Band oder als besonderes Highlight 2 Darsteller aus dem Musical „Ich war noch niemals in New York“, die zwei Udo Jürgens-Klassiker („Ein ehrenwertes Haus“, „Griechischer Wein“) auf der Show-Bühne präsentierten.

 

Im Mittelpunkt derartiger Festivitäten stehen natürlich auch die politischen Forderungen der „Pink Community“. Die Öffnung der Ehe für Homosexuelle in Österreich sei längst fällig, so Bezirksvorsteher Markus Rumelhart. Verhindert werde dies vor allem durch die konservative Familienpolitik der ÖVP. 

 

Und Fakt ist: In zahlreichen europäischen Ländern wie Spanien, Belgien, Frankreich, Großbritannien oder zuletzt dem erzkatholischen Irland wurde bereits die „Ehe für alle“ legalisiert. In Österreich haben Homosexuelle die Möglichkeit, eine eingetragene Partnerschaft einzugehen. Hier bestehen allerdings noch zahlreiche Unterschiede und Diskriminierungen zur traditionellen Ehe zwischen Mann und Frau. Ein erster Ansatzpunkt, den gordischen Knoten zu lösen. Als ultima ratio stellt sich allerdings ohnehin die Frage: Wem schadet die Gleichstellung aller Lebensgemeinschaften eigentlich ?

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Queer as War: Regenbogen-Installation von Michal Rutz in der U-Bahn-Station Karlsplatz.

Der junge polnische Künstler Michal Rutz kann bereits mit seinen jungen Jahren einen spannenden Lebenslauf vorweisen. Bachelor of Arts in Warschau, Studium in Tel Aviv, zahlreiche Ausstellungen u.a. in Berlin, Leipzig, Warschau oder Wien. Dort studiert Rutz derzeit an der Akademie für bildende Künste „Kontextuelle Malerei“. Seine Werke sind laut Eigenaussage „a mix of realism and abstraction“. 

 

Im Mittelpunkt stehen dabei „human forms“, die Charaktere sind bevorzugt „queer figures“, die auch einen Konnex mit seiner Lebenseinstellung und seinen Visionen haben. Der Künstler setzt sich schon seit seiner Zeit in Israel mit Homosexualität im öffentlichen Raum auseinander und kämpft gegen die Diskriminerung von LGBT´s.

 

In diesem Sinne ist auch jene geniale Regenbogen-Installation zu verstehen, die derzeit unter dem Titel „Queer as War“ im Red Carpet Showroom in der U-Bahn-Station Karlsplatz (und danach im Showroom Volkstheater) ausgestellt ist. Ein Soldat, ausgestattet mit Gewehr und Schutzmaske, getarnt in Regenbogenfarben. Ein Vorbote für die Pride Week und die Regenbogenparade am 18. Juni, der es in sich hat.

 

Und egal, wie man diese Installation auch persönlich deuten mag. Homosexualität oder auch nur Anders-Sein darf im 21. Jahrhundert kein Grund sein, Menschen zu ächten, zu diskriminieren, zu verfolgen oder zu töten. Letzteres ist in manchen islamischen Ländern heute noch an der Tagesordnung, Homosexualität gilt laut Rutz beispielsweise in Palästina als „großes Tabu“, LGBT´s leben dort unauffällig, am besten unsichtbar. In scheinbar offenen (west- und osteuropäischen) Gesellschaften ist die Diskriminierung vielleicht subtiler, aber für die Betroffenen nicht minder grausam. Wird sich das jemals ändern ?

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10 Jahre Donaukanaltreiben: Wiens Community feiert den coolsten Freiraum der Stadt.

In der prallen Sonne liegen und chillige Musik hören, ein kühles Bierchen in der Hand, mit der Freundin in spe Gedanken austauschen, die vielleicht mit einem Küsschen in der Wiese enden, am Ufer sitzen, ein Buch lesen oder sich auf eine Uni-Prüfung vorbereiten, Radfahren, Segwaying oder Spaziergehen mit einem verträumten Blick auf das urban-innerstädtische Wien oder ein paar kühle Drinks und Cocktails in einer der zahlreichen kleinen Bars und Kneipen genießen. 

 

Der Wiener Donaukanal bietet für alle Zeitgenossen etwas, und das ohne Kommerz und Konsumationszwang. Es hätte auch ganz anders enden können. Denn in den 60ern wollte man auf diesem Areal allen Ernstes eine Stadtautobahn errichten. 1972 wurde diese horrible Vision durch eine Grundsatzerklärung des damaligen roten Bürgermeisters Felix Slavik beendet. Eine der positivsten Entscheidungen, die in Wien durch einen Politiker getroffen wurde.

 

In den letzten Jahren entwickelte sich das Gebiet zwischen Spittelau und Franzensbrücke zu einer Erlebnis- und Freizeitpromenade, die immer wieder durch neue Lokale und Ideen erweitert wurde. Insofern ist das 10 Jahres-Jubiläum des gewöhnlich gegen Ende Mai stattfindenden Donaukanaltreibens nicht nur ein unterhaltsames Summer-Opening, sondern auch eine Art „Leistungsschau“ der Freiraum-Meile.

 

Neben Gastronomie, Food & Fashion Markets, Design-Kunst, Lesungen und Boots-Taxi-Fahrten stehen vor allem neue Bands und Künstler im Mittelpunkt, die die Chance nützen, sich in einem kultigen Ambiente neuem Publikum vorzustellen. Bei der Salztorbühne beispielsweise präsentierte das aus Salzburg stammende Geschwisterduo Mynth anspruchsvollen Synthi-Pop mit Anleihen an Portishead oder Kate Boy. Die Hamburger Indie-Band Trümmer, vielen noch als Vorband Wandas in der Stadthalle bekannt, freute sich über einen weiteren Auftritt in der Bundeshauptstadt. Für Massenandrang sorgte dann Amadeus Award-Gewinner Nino Mandl alias Nino aus Wien, sozusagen der Lokalmatator der Szene, der seine neue EP „Adria“ mit im Gepäck hatte. Und zumindest temperaturmäßig mehr „Sommer im Mai“ statt „Winter im April“.

 

Kommando Elefant und Parasol Caravan rockten die City Beach-Bühne vor der Schwedenbrücke, Skero und Clara Luzia die Strandbar Hermann, 2005 direkt an der Wienfluss-Mündung errichtet und in den nächsten Wochen eine der Top-Public-Viewing-Locations der Fußball-Europameisterschaft.

 

Weiter donaukanalaufwärts vor dem seit 1995 dort residierenden (Underground)-Club  Flex zeigten Minimal- und Tech House-DJ´s, dass sie sich vor etwaigen – überbezahlten Vorbildern – nicht verstecken brauchen: Open-Air-Party-Feeling wie in Ibiza, Rimini oder Berlin. Und wer die Nacht zum Tag machen wollte oder auf diese Unterscheidung bewusst gar keinen Wert mehr legte, der schwirrte noch ab in die Grelle Forelle Richtung Spittelauer Lände.

 

Wien ist eine wunderschöne Stadt. Vor allem dann, wenn Kultur, Freiheit, Musik und Lebensfreude ineinander verschmelzen. Ohne Unterschiede, aus welchem Land jemand kommt, welcher Religion er angehört, wieviel Geld er hat oder wo er wohnt. Eine subtile Botschaft von Freiraum-Events, die für alle Menschen gleich zugänglich sind. Wir freuen uns auf nächstes Jahr, hoffentlich wieder bei Sunshine & Happiness.