Klagenfurt: Kremser Steiner Tor inmitten vieler Weltwunder im Minimundus-Park.

1959 wurde der Minimundus-Park in Klagenfurt mit damals 20 Modellen, das älteste die Burg Hochosterwitz, eröffnet. Heute stehen im 26.000 m2 großen Gelände insgesamt 156 Modelle, der Großteil im Maßstab 1:25. 

 

Ca. 1/3 Drittel der Modelle zählen zum regionalen Bereich, der Rest sind internationale Wahrzeichen und Weltwunder. Von Brandenburger Tor, Eiffelturm, Weißem Haus, Sagrada Familia bis hin zu Moscheen, Wüstenpalästen, Atomium, Freiheitsstatue und zum legendären Hollywood-Schriftzug.

 

Der Petersdom mit dem vorgelagerten Petersplatz ist mit 6 Jahren das Modell mit der längsten Bauzeit. Er besteht hauptsächlich aus dem Originalmaterial Travertin und kostete 730.000 Euro. Das höchste Modell ist der 23 Meter hohe CN-Tower von Toronto., original ragt der Fernsehturm 553 Meter in die Höhe.

 

Aber auch Österreichs Sehenswürdigkeiten können sich sehen lassen: Der Stephansdom, das glamouröse Schloss Belvedere, das Prater-Riesenrad oder auch Otto Wagners Jugendstil-U-Bahn-Stationen. Und natürlich das Kremser Steiner Tor, das unter der Nummer 68 zentral im Miniaturen-Park residiert. 

 

Auf den Beschreibungen erfährt man, dass das Steiner Tor bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts nur aus einem quadratischen Block und den Türmen bestanden hat. Erst 1756 in der Regierungszeit Maria Theresias wurde das Kremser Wahrzeichen mit einem achteckigen Turm aufgestockt. 

 

Geschichtsunterricht, gepaart mit Spaß und Unterhaltung in einem wunderschönen Areal. Das ist der Minimundus-Park in Klagenfurt. Immer eine Reise wert.

Parlaments-Bilanz 2016/17: Umstrittene Novellen und eine mäßige Bildungsreform!

Das Parlament zieht Bilanz über das abgelaufene Jahr, das mit einem vorzeitigen Neuwahlbeschluss am 13. Juli endete. Der Nationalrat ist zwischen September 2016 und Juli 2017 insgesamt 52mal zusammengetreten. Dazu kamen 148 Ausschuss-Sitzungen, 18 Unterausschuss-Sitzungen und 18 Sitzungen des Hypo- und Eurofighter-Untersuchungsausschusses. 

 

Insgesamt wurden 153 Gesetze beschlossen, 24 Staatsverträge genehmigt und 9 Bund-Länder-Vereinbarungen zugestimmt. Rund 35 % der Beschlüsse fielen einstimmig.

 

Als Reaktion auf die Bundespräsidenten-Stichwahlaufhebung wurde im November 2016 ein kleines Wahlrechtspaket, das die Einrichtung eines zentralen Wählerregisters beinhält. Vor Weihnachten wurden 200 Millionen Euro für die medizinische Primärversorgung und ein flächendeckender Ausbau der Ganztagsschule bis 2025 beschlossen. 

 

Im April 2017 wurde das Versammlungsrecht novelliert, das Schutzzonen bis zu 150 Meter festlegt, die Frist zur Anmeldung von "Demonstrationen" auf 48 Stunden erweitert und der Bundesregierung die Möglichkeit gibt, Auftritte ausländischer Politiker zu verbieten. Beschlossen wurde auch ein Integrationsgesetz, das anerkannten Flüchtlinge zur Absolvierung eines Integrationsjahres mit Deutsch- und Wertekursen verpflichtet. Bei Weigerung drohen Sanktionen wie die Kürzung der Mindestsicherung. Im Paket enthalten sind auch ein Burka-Verbot (mit Strafen bis zu 150 Euro) und ein in der Straßenverkehrsordnung geregeltes "Koranverteilungsverbot". 

 

Mehr Geld gibt es für die Unis und Studenten. Die Studienbeihilfe wird um 18 % erhöht, und - gegen die Stimmen der ÖVP - wird das Uni-Budget um 1,35 Milliarden Euro erhöht. 

 

In 2 Tagen werden Ende Juni 51 teils umstrittene Gesetze beschlossen, darunter Novellen zum Fremden-, Straf- und Datenschutzrecht. Im Privatinsolvenzrecht wird die Mindestquote von 10 % abgeschafft, die Abschöpfungsfrist wird von 7 auf 5 Jahre reduziert. Der Pflegeregress wird ab 1. Jänner 2018 der Vergangenheit angehören.

 

Die Grünen sorgen bei der "Bildungsreform" für die notwendige 2/3-Mehrheit. Das Ergebnis ist allerdings wenig befriedigend: Etwas mehr Autonomie für die Schulen, allerdings keine Änderung des Kompetenzwirrwarrs zwischen den Gebietskörperschaften. In jedem Bundesland soll an der Spitze der Schulverwaltung ein Bildungsdirektor stehen, der im Einvernehmen zwischen Landeshauptmann und Bundesminister ernannt wird. Die Parteipolitik spielt weiterhin Ramba-Zamba in den Bildungsagenden. Es war nichts anderes zu erwarten.

"Wonderful Crazy Night!" - Sir Elton John rockt das Klagenfurter Wörtherseestadion!

450 Millionen verkaufte Alben, zahlreiche Nr. 1-Hits (darunter mit dem Princess Diana-Tribute "Candle in the Wind" die mit 45 Millionen vekauften Exemplaren meistverkaufte Single aller Zeiten), Oscar-Preisträger und Gründer zahlreicher Wohltätigkeitsprojekte (wie die Aids Foundation). Mit Reginald Kenneth Dwight aka Sir Elton John betrat ein britischer Weltstar die Arena des Wörtherseestadions in Klagenfurt, und mehr als 16.000 Fans aus ganz Österreich und den Nachbarländern feierten mit ihm eine glanzvolle Tour zurück in seine und ihre eigene Vergangenheit.

 

Die Tour ist zwar benannt nach Elton Johns neuem Album "Wonderful Crazy Night", in Wirklichkeit ist sie aber ein Rückblick auf seine größten Hits, vielleicht auch eine nostalgische Abschiedstournee. Gleich 16 der 22 Songs stammten aus den 70ern, als Elton John der erste Künstler seit den Beatles war, der mit 4 Titel gleichzeitig in den amerikanischen Top Ten vertreten war. Gemeinsam mit seinem kongenialen Songschreiber Bernie Taupin entstanden so Perlen wie der "Almost Famous"-Track "Tiny Dancer", das kürzlich von Ellie Goulding gecoverte "Your Song", "Rocket Man", "Sorry seems to be the hardest Word" oder "Don´t let the Sun go down on me", bei dem man leicht melancholisch berührt den Schatten von George Michael spürte. Betroffen ist Elton John auch von den zahlreichen Terroranschlägen in Nizza, London, Berlin und Manchester, an deren Opfer er eine Videobotschaft ausstrahlte. 

 

Viele Konzertbesucher haben sich bei den Songs von Elton John zum ersten Mal verliebt bzw. sind damit erwachsen geworden, egal ob in den 70ern oder in den 80ern. Das merkt man bei Tracks wie "Sad Songs say so much", "I´m still standing" oder "Crocodile Rock", bei denen die Fans mitsingen, tanzen und stakkatomäßig applaudieren. Vom Rasenparterre bis hin zu den obersten Rängen. 

 

Den Schlusspunkt setzte Elton John mit der Originalversion von "Candle in the Wind", die 1974 Marilyn Monroe gewidmet war. Traurig, dass das Konzert nach 2,5 Stunden zu Ende ging. So viele Songs hätten der wunderbare Musiker und seine tolle Band noch im Repertoire gehabt. Elton hat´s auch gefallen. "Our second Austrian Show and a second fabulous audience tonight. Thank you Austria" postete er auf Facebook nach seinem 2. Österreich-Auftritt auf der Burg-Clam. Zwischendurch düste er übrigens heim nach London. Chapeau!

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StGB-Novelle: Nationalrat stellt „Antanzen“ und „staatsfeindliche Bewegungen“ unter Strafe!

 

Neue Entwicklungen im Bereich der Kriminalität veranlassten den Nationalrat im Rahmen der Juni-Plenarsitzungen zu einer Novelle des Strafgesetzbuches (StGB), die am 1. September 2017 in Kraft tritt.

 

So gelten - neben Leben, Gesundheit, körperlicher Unversehrtheit, Freiheit und Vermögen – ab sofort auch "sexuelle Integrität und Selbstbestimmung" als notwehrfähiges Rechtsgut. Angemessene Notwehr ist somit gemäß § 3 StGB zur Abwehr sexueller Gewalt zulässig.

 

Verschärft wird gemäß den §§ 83, 91a das Strafausmaß für Körperverletzungen und tätliche Angriffe auf Bedienstete einer dem öffentlichen Verkehr dienende Anstalten. Wer beispielsweise einen ÖBB-Schaffner im Dienst verletzt, riskiert eine Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren.

 

Neu eingeführt wird der Straftatbestand des "Antanzens" in Form des § 218/2a: "Wer wissentlich an einer Zusammenkunft mehrerer Menschen teilnimmt, die darauf abzielt, dass eine sexuelle Belästigung begangen werde, ist mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bis zu 720 Tagessätzen zu bestrafen." Bei unmittelbarer Begehung einer sexuellen Belästigung mit mindestens einer weiteren Person in verabredeter Verbindung droht eine Freiheitsstrafe bis zu 2 Jahren. 

 

Straflos wird in "leichteren" Fällen das sogenannte "Sexting", die Herstellung bzw. Verschaffung pornographischer Darstellungen von sich selbst.

 

Heftig kritisiert von der Opposition als „Gesinnungstatbestand“ wurde der neue § 247a StGB, der die Gründung staatsfeindlicher Bewegungen unter Strafe stellt. Darunter versteht das Gesetz eine Gruppe vieler Menschen, die darauf ausgerichtet ist, die Hoheitsrechte der Republik Österreichs rundweg abzulehnen oder sich fortgesetzt die Ausübung solcher anmasst. Voraussetzung für die Strafbarkeit ist die Ausführung einer ernstzunehmenden Handlung durch einen Teilnehmer. Auf die Auslegung dieses Paragraphen durch die Justiz darf man gespannt bzw. besorgt sein.

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Disco Boat Wachau - Mit Dance-Beats Richtung Weltkulturerbe!

Die Wachau hat schon viel überstanden. Die als Raubritter verschrienen Kuenringer, die den englischen König Richard Löwenherz in Dürnstein gefangenhielten, die Schlacht von Dürnstein 1805 zwischen französischen und russisch-österreichischen Truppen, die (Jamek &Co sei Dank) misslungenen Pläne eines Wasserkraftwerks bei Rührsdorf, die vielen Hochwasserkatastrophen oder die schmalzigen Heimatfilmchen vom Mariandl bis zur Donauprinzessin. Insofern konnte Party-Veranstalter Martin Neger mit seinem Ibiza Disco Boat da gar nichts falsch machen :-)

 

Die ersten Schiff-Discotheken von Wien nach Krems gab es bereits in der Modszene der 80er, Neger selbst organisierte 2008 zum ersten Mal ein "Spotlight Boat" Richtung Wachau. Dieses Jahr caterte er die MS Stadt Wien, 78m lang, 16m breit, 920 PS. Die Reise in die seit 2000 zum Weltkulturerbe gehörenden Wachau startete um 21 Uhr, vorbei an Schloss und Ruine Dürnstein, Weißenkirchen, der alten Wehrkirche von St. Michael bis nach Spitz und zurück. Coole Drinks am Sonnendeck, kulinarische Schmankerl vom Schreiberhaus und heiße Dance-Beats von Djane Riva Elegance, Tom Van Hoed und Martin Luftsprung inklusive.

 

Das Nachsehen hatten nur die Segways von "Seg and the City Krems", die den nicht barrierefreien Zugang auf Deck scheuten. Aber die sind ja auf das Tagesgeschäft spezialisiert und zumindest - beruflich - keine Kapitäne des Nachtflugs :-)

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Nightlife-Lärm vor Lokalen: Nationalrat entschärft Rechtsfolgen für Gastronomen!

Im letzten Jahr sorgte der Fall der Wiener Innenstadt-Diskothek "Bettelalm" bundesweit für Aufregung. Diese musste aufgrund der Anzeigen eines einzigen Anrainers kurzfristig die Sperrstunde auf 24 Uhr zurückverlegen, was de facto auf lange Zeit die Schließung des Betriebs nach sich ziehen würde. Der zugrundeliegende Paragraph § 113/5 der Gewerbeordnung wurde im Rahmen der letzten Nationalratssitzung jetzt endlich entschärft. Es handelt sich aber trotzdem um keine Anlassgesetzgebung, da der relevante Paragraph vor allem hinsichtlich des im Mai 2018 kommenden Rauchverbots in der Gastronomie noch eine eminent wichtige Rechtsquelle für das Nachtleben darstellen wird.

 

Die neue Formulierung des § 113/5 1. Satz lautet nun folgendermaßen: "Wenn die Nachbarschaft wiederholt durch ein nicht strafbares Verhalten von Gästen vor der Betriebsanlage des Gastgewerbebetriebes unzumutbar belästigt wurde oder wenn sicherheitspolizeiliche Bedenken bestehen, KANN die Gemeinde eine spätere Aufsperrstunde oder eine frühere Sperrstunde vorschreiben." Die MUSS-Bestimmung wurde durch eine KANN-Bestimmung ersetzt, die der Gemeinde einen Ermessensspielraum einräumt. Der Paragraph wurde außerdem durch eine verpflichtende Beiziehung von Sachverständigen erweitert: "Vor der Beurteilung, ob eine unzumutbare Belästigung im Sinne des ersten Satzes vorliegt, IST Beweis durch Sachverständige aufzunehmen." 

 

Eine sofortige Rückverlegung der Sperrstunde ist somit vom Tisch. Die Novelle der Gewerbeordnung tritt - nach Absegnung des Bundesrates - mit der Kundmachung im Bundesgesetzblatt in Kraft, also vermutlich noch im Sommer.

"Abstract Painting Now!" - Kunsthalle-Reopening in Krems nach Generalsanierung!

Einst, seit 1852, stand in diesen Räumlichkeiten eine Tabakfabrik, die vielen Bewohnern von Krems einen Arbeitsplatz sicherte. In den Jahren 1992-1995 wurde diese vom Architekten Adolf Krischanitz umgebaut in die sogenannte "Kunsthalle", die - beginnend mit "Wasser und Wein" - seitdem mit spannenden Ausstellungen von Schiele, Klee, Repin, Renoir bis hin zu Newton und Semotan die zeitgenössische Kunst präsentierte und sukzessive Bestandteil der Kunstmeile Krems mit unterschiedlichen Museen und Galerien wurde. 

 

3,5 Millionen Euro wurden investiert, um - parallel zum Bau der 35 Millionen Euro teuren Landesgalerie mit dem hypermodernen Kubus der Vorarlberger Architekten Marte-Brüder -  auch die Kunsthalle Krems generalzusanieren. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Komplett neu eingerichtet wurde das Foyer, inklusive Kasse und Katalog-Regalen. Die Zentrale Halle zeigt sich jetzt mit Glasdach, durch welches das Tageslicht schimmert. Tobias Pilz nützt diesen Raum mit einer riesigen Malerei-Installation, die komplett den legendären Schrägweg Richtung 1. Stock abdeckt. Die anderen Wände dagegen sind komplett schwarz gehalten und treiben - laut Kuratorin Verena Gamper - den Besucher wie durch einen Tunnel Richtung Installation.

 

Sichtlich stolz ist der neue künstlerische Leiter, Kunsthistoriker Florian Steininger, auf seine erste Ausstellung in der neueröffneten Kunsthalle: "Abstract Painting Now!" zeigt ca. 60 künstlerische Positionen mit Schwerpunkt auf das ungegenständliche Tafelbild. Sündteure Werke eines Gerhard Richter residieren dort neben minimalistischen - durch Tintenstrahldrucker erzeugte - Streifenbildern und geometrischen Rasterbildern des bei der Eröffnung persönlich anwesenden Iren Sean Scully. Junge österreichische Kreative wie Suse Krawagna geben sich neben der deutschen Airbrush-Künstlerin Katharine Grosse und der Britin Sarah Morris, die ein Rasterbild des US-Außenministeriums konzipierte, ein Stelldichein.

 

Die slowakische Brass-Band Balkan Sambel begleitete - in Form einer Street Parade - die Besucher zur Dominikanerkirche. Dort fand nicht nur die dritte Ausstellungseröffnung von Sebastian de Ganey, sondern auch das traditionelle Sommerfest statt.

 

127 Millionen Euro investierte das Land Niederösterreich 2016 in die Kultur. Eine nicht unumstrittene Verdreifachung der Subventionen innerhalb der letzten 25 Jahre. Die Angebote sollte der Bürger aber nützen und den Mut haben, traditionelle Pfade zu verlassen. In jeder Hinsicht.

"After Laughter" - Hayley Williams rockt mit Paramore die Wiener Arena!

"Der Gesichtsausdruck, wenn man ausgiebig gelacht hat und dann dieser Moment kommt, in dem man wieder in der Realität ist!" - So beschreibt Hayley Williams den Begriff "After Laughter", gleichzeitig der Name des neuen Albums ihrer Band Paramore. Und liegt damit eigentlich falsch. Denn trotz einiger Umbesetzungen in der Formation und einer Wandlung von einer Punk-Rock-Emo-Band hin zu New Wave und Synthi-Pop haben Paramore auch in der Realität viel zu lachen.

 

Das neue Album mit der ersten Hit-Single "Hard Times" rauschte blitzartig in die Charts und überzeugte auch die alten Fans. Der "Tour One"-Gig von Paramore in der Wiener Arena war fast ausverkauft und begeisterte - nach einem punkigen Support von Bleached - von Anfang bis Ende die vorwiegend jungen Besucher. In Top Form die aktuell blonde Sängerin Hayley Williams, die auch bereits mit Hip Hop-Tracks ("Aeroplanes") und Trance Anthems ("Stay the Night) die Charts stürmte, aber im bereits (nicht verflixten) 13. Jahr weiterhin ihrer Band die Treue hält. Die Setlist ausgewogen zwischen Songs aus dem neuen Album (wie "Fake Happy" oder "Told you so"), "Twilight"-Reminiszenzen und alten Krachern wie "Misery Business" und Still into you". Für Kuschelrock- und Feuerzeugatmosphäre sorgten das wunderschöne "I hate to see your Heart break" und das Fleetwood Mac-80er-Cover "Everywhere", im Original zumeist älter als das Alter der Fans. Zwei davon holte Hayley gegen Ende des Konzerts auf die Bühne.

 

Wie wichtig der überzeugten Christin Konzerte sind, bewies sie auch bei ihren Moderationen, indem sie immer wieder das spezielle Feeling bei Live-Gigs und den Zauber der Musik betonte. Sozusagen Ain´t it fun living in the Real World. Jener Track, mit dem Paramore 2015 den Grammy für den besten Rock-Song des Jahres gewannen. Die Magie von Paramore endete - nach einem Solo-Auftritt des zurückgekehrten Band-Mitglieds Zac Farro - kongenial mit "Hard Times". Bei so viel positiver Energie sind allerdings auch die zu ertragen.

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Aktionsplan Frauengesundheit - 17 Wirkungsziele und 40 (wenig) konkrete Maßnahmen!

Ziel des Aktionsplans Gesundheit ist die Verbesserung der Gesundheit der Frauen und die Förderung der Chancengleichheit in Österreich. Um eine differenzierte Perspektive auf die unterschiedlichen gesundheitsbezogenen Bedürfnisse und Probleme von Frauen zu ermöglichen, wurde der Aktionsplan großteils nach den verschiedenen Lebensphasen der Frauen (Jugend, Berufsalter, höheres Alter) strukturiert. Dabei wurden Vertreter relevanter Interessensgruppen in die Erarbeitung eingebunden.

 

Ein erster Zwischenbericht wurde im Herbst 2015 einer breiteren Fachöffentlichkeit vorgestellt. Dem öffentlichen Konsulationsprozess folgte ein Abstimmungsprozess auf Arbeitsgruppenebene und ministerieller Ebene. Teil dieser Arbeitsphase war auch die Priorisierung in kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen sowie die Bestimmung wesentlicher Akteure der Umsetzung.

 

Der vorliegende Aktionsplan beschreibt 17 Wirkungsziele und 40 Maßnahmen, die die gesundheitliche Chancengerechtigkeit von Frauen verbessern sollen. Die Wirkungsziele sind mit Zahlen und Fakten unterlegt. Bei der Beschreibung der Maßnahmen erfolgt eine spezielle Ausrichtung auf die Zielgruppen.

 

Für die Umsetzung des Aktionsplans ist die klassische Gesundheitspolitik bei weitem nicht ausreichend. Es müssen daher in allen Politikbereichen Gesundheitsaspekte und Gesundheitsauswirkungen berücksichtigt werden. Neben den zuständigen Ministerien sind auch Sozialversicherungsträger, Interessensvertretungen und NGO´s einzubeziehen. Im Rahmen des „Stakeholder“-Dialogs sollen in einer jährlichen „Roadmap“ Schwerpunkte gesetzt und die Umsetzung einzelner Maßnahmen konzipiert werden.

 

Die Wirkungsziele 1 bis 6 (mit insgesamt 10 Maßnahmen) betreffen altersübergreifende Aspekte der Frauengesundheit. So sollen Leitlinien für Screening und die Behandlung von frauenspezifischen Erkrankungen entwickelt werden. Die Kompetenz für Frauengesundheit soll in der Ausbildung der Gesundheitsberufe verankert werden. Der Wissensstand in der Bevölkerung soll verbessert werden. Als Wirkungsziel 3 wird die Gewaltprävention normiert. Insofern wichtig, als laut einer EU-Umfrage 20 Prozent aller österreichischen Frauen mit körperlicher und sexueller Gewalt konfrontiert wurden. Die Quote bei sexueller Belästigung liegt mit 35 Prozent noch höher, 15 % Prozent der Österreicherinnen wurden gestalkt. 

 

Als Maßnahmen sind neben einer laufenden Sensibilisierungs-, Aufklärungs- und Informationstätigkeit zum Thema „Gewalt im öffentlichen Sozialraum“ vor allem multiprofessionelle Opfer- bzw. Gewaltschutzgruppen vorgesehen. Ein besonderes Augenmerk soll behinderten Frauen, beispielsweise durch die Funktion einer Gleichstellungsbeauftragten in Einrichtungen der Behindertenhilfe, und wirtschaftlich benachteiligten Frauen mit Migrationshintergrund gewidmet werden. Das Armutsrisiko von Frauen in allen Lebensphasen soll verringert werden, explizite Maßnahmen werden aufgrund ihrer Eigenschaft als „Querschnittsmaterie“ in den einzelnen Kategorien genannt.

 

Die Wirkungsziele 7 bis 10 sind auf die Zielgruppe der Mädchen und jungen Frauen ausgerichtet. Das positive Selbstbild für ein gesundes Leben soll gefördert werden. Als negativer Einfluss werden vor allem digital manipulierte Bilder, Musikvideos und Modelcasting-TV-Formate gesehen, die zur Folge haben, dass bis zu 70 Prozent der Mädchen zwischen 12 und 16 mit Bereichen ihres Körpers unzufrieden sind. Daraus resultieren ungesundes Diätverhalten, soziale Ängste, psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Essstörungen oder der Anstieg von Schönheitsoperationen. 

 

Als Maßnahmen dagegen sieht der Aktionsplan nicht nur Bewusstseins-, Sensibilisierungs- und Informationsprogramme vor, sondern auch gesetzliche Maßnahmen zur Unterstützung eines positiven Selbstbildes. In diesem Zusammenhang ist bereits am 1. Jänner 2013 ein restriktives Bundesgesetz zu Schönheitsoperationen über die Durchführung von ästhetischen Behandlungen und Operationen in Kraft getreten.

 

Im Bereich der gesellschaftlichen Rollenbildung soll vor allem die geschlechtssensible Bildungs- und Berufsorientierung ausgebaut werden. Das Interesse von Frauen an „Technik und Handwerk“ soll entfacht werden, sodass Frauen nicht nur in den rollentypischen Sparten der Dienstleistung und der Gastronomie tätig werden. 

 

Im Wirkungsziel 9 (mit insgesamt 6 Maßnahmen) konzentriert sich der Aktionsplan Frauengesundheit auf die Förderung und den Schutz der sexuellen Gesundheit von Mädchen und jungen Frauen. Vorgeschlagen werden u.a. eine Informationsoffensive, flächendeckende Beratungsstellen, Online-Portale, Qualitätskriterien für Institutionen im Bereich sexueller Bildung, Kriseninterventionsstellen und Notschlafstellen zur Verhinderung verdeckter Obdachlosigkeit. Diskutiert werden soll in einem breiten Dialog, ob kostenlose Verhütungsmittel (Kondom, Pille) und Safer Sex Tools bereitgestellt werden sollen. In Frankreich wird beispielsweise seit 2013 Mädchen zwischen 15 und 18 Jahren die Pille von der Krankenkasse zur Verfügung gestellt, in Deutschland zahlt die Krankenkasse die Pille bis zum 20. Lebensjahr.

 

Das nächste Kapitel ist den Frauen im Erwerbsalter, also der Zeitspanne zwischen (frühestens) 16 und 60 Jahren gewidmet. Zentrale Weichenstellungen in diesem Alter sind wichtige Berufsentscheidungen, der Aufbau von Partnerschaften und der individuelle Kinderwunsch und damit in Zusammenhang die Vereinbarkeit von Elternschaft und Beruf. In der Frauengesundheit spielen vor allem die klassischen Themengebiete der Gesundheitsversorgung und der Krankheitsprävention eine Rolle. Der Aktionsplan bezieht sich bei der Prävention konkret auf Adipositas, assoziierte weitere Erkrankungen und Schwangerschaftsdiabetes. 

 

Im Wirkungsziel 10 soll die gesundheitliche Chancengleichheit für Frauen durch gerechte Aufteilung der bezahlten und unbezahlten Arbeit gefördert werden. So sind derzeit Frauen durchschnittlich 31 Stunden pro Woche im Haushalt und in der Kindererziehung beschäftigt, Männer nur 17 Stunden. Bei mehreren Kindern erhöht sich der familiäre Arbeitsaufwand fast ausschließlich für die Frauen. Daraus resultiert auch die hohe weibliche Teilzeitquote , die sich bei Frauen mit Kindern bis 15 zwischen 1994 und 2004 von 39,1 auf 73,5 Prozent erhöht hat. Neben der weiteren Schaffung von Kinderbetreuungsplätzen und einer Erweiterung der Väterbeteiligung  sollen soziale Dienstleistungen ausgebaut und die betriebliche Gesundheitsförderung genderspezifisch ausgerichtet werden.

 

In Europa leiden mehr als 27 % der erwachsenen Bevölkerung mindestens einmal im Leben unter einer psychischen Störung, in einem Verhältnis 3:1 sind Frauen betroffen. Dies gilt vor allem für Depressionen, Angststörungen und Essstörungen. Die psychische Gesundheit der Frauen soll daher gestärkt werden, einerseits durch Anamnesegespräche und Vorsorgeuntersuchungen, andererseits durch begleitende psychische Betreuung als Bestandteil der Krankenbehandlung. Die psychische Gesundheitsversorgung soll flächendeckend als Sachleistung sichergestellt werden.

 

Frauen sollen in ihrer selbstbestimmten Sexualität unterstützt werden, ein besonderes Verbesserungspotential besteht im Wissen der Österreicher über Verhütungsmethoden und deren Sicherheit. In jedem Bundesland soll in allen öffentlichen Schwerpunktkrankenhäusern die Möglichkeit des Schwangerschaftsabbruches gegeben sein, was zwar gesetzlich normiert, aber faktisch nicht realisiert ist. Um vor allem Frauen mit pre- oder postnatal psychischen Belastungen oder Störungen adäquat zu behandeln, sollen alle Beteiligten (wie Gynäkologen, Geburtshelfer, Hebammen und Psychiater) verstärkt für psychische Erkrankungen sensibilisiert werden.

 

Die letzten Wirkungsziele und Maßnahmen des Aktionsplans beziehen sich auf die älteren Frauen bzw. Pensionisten. Diese stehen unter der Maxime, dass Frauen länger leben als Männer, allerdings häufiger auf ambulante und stationäre Hilfe angewiesen sind. Depressionen und Einsamkeit sind wichtige Themen im Pflegeheim. Bis ins hohe Alter muss daher eine gendergerechte, individualisierte medizinische, psychosoziale und pflegerische Versorgung sichergestellt werden. Dies gilt insbesondere für Frauen mit chronischen Erkrankungen.

 

In Österreich werden 76,55 % aller Pflegegeldbezieher zuhause betreut, 78 % der betreuenden Angehörigen sind weiblich. Der Wert dieser Angehörigenleistungen beträgt jährlich zwischen 2 und 3 Milliarden Euro. Als besondere Maßnahmen empfiehlt der Aktionsplan kostenlose Entlastungsgespräche, die direkt per Hausbesuch durchgeführt werden. Auch Arbeitgeber sollen für die Situation pflegender Angehöriger sensibilisiert werden.

 

Die durchschnittliche Bruttopension einer Pensionistin betrug 2013 monatlich 886 Euro, Männer dagegen erhielten 1466 Euro. Jede fünfte Pensionistin gilt als armuts- und ausgrenzungsgefährdet, bei Alleinstehenden sogar jede 4.. Ein „One Stop-Shop“ für die Beantragung und Abwicklung von Sozialleistungen und für Pflegeberatung soll hier Abhilfe schaffen und vor allem materiell benachteiligten Frauen helfen. Um auch das Selbstbewusstsein älterer Frauen zu heben, soll die gesellschaftliche Teilhabe der Frauen gestärkt, gezielte Seniorenprojekte gefördert und eine alters- und frauenfreundliche Kommunikation von Politik und Medien forciert werden. 

Donauinselfest 2017 - Ganz Wien war wieder drin!

Endlose Getränke- und Imbissstuben, feiernde Party-Crowds mit leichtem Hang zur Überdosis, eine nicht gerade subtile Werbekanonade der roten Bürgermeisterpartei, verstärkte Sicherheitsteams und mehr als 600 Stunden Musik auf zahlreichen Bühnen zwischen Floridsdorfer Brücke und Reichsbrücke: Das 34. Donauinselfest bei großteils heiß-schwülem Wetter lockte 2,8 Millionen Menschen in die Freizeitoase der Wiener. Auch mit einigen musikalischen Höhepunkten mit Underground-Touch.

 

FM4 transferierte die britische Rapperin Little Simz nach Österreich. Diese zählt im UK zu den heißesten Grime- und Hip Hop Acts und kann bei ihrem Austro-Debüt sofort die Hipster abseits der Mainstreammeilen begeistern. Ebenso wie der Nino aus Wien, der mit neuen Uptempo-Tracks wie "Coco Bello" und Gastauftritten von Voodoo Jürgens und Natalie Ofenböck immer eine Bank für gute Stimmung ist. Den heftigen Schlusspunkt auf der FM4-Bühne setzte der australische Beatboxer Dub FX, nach dessen Aushallen leider für die meisten Fans der arbeitsame Montag drohte.

 

Bass, Beats & Melody auch auf der Viva-Bühne. Zu Gast dort nicht nur die regionalen DJ-Stars Rene Rodrigezz oder die Global Deejays, sondern auch Cedric Gervais. Der French House-Star loungiert dieser Tage auch neben David Guetta im schicken Ushuaia Club von Ibiza und beschallte mit "Summertime Sadness"-Remixes zum ersten Mal die Bundeshauptstadt.

 

Die Top-Auftritte auf der Ö3-Bühne glänzten alle in Rot-Weiß-Rot. Im U4 bereits ein Kult, spielten die Goldfisch, Falcos legendäre Originalband unter der Leitung von Thomas Rabitsch, zum ersten Mal vor hunderttausenden Menschen auf der Donauinsel, 24 Jahre nach dem legendären, abgebrochenen Blitz&Donner-Konzert Falcos 1993. Gianna Nannini düste extra aus Italien nach Wien und performte ohne Probe "Junge Römer" und "It´s all over now, Baby Blue", Burgtheaterstar Johannes Krisch ging mit der "Titanic" unter und becircte "Jeanny", Nachrichtensprecher Tarek Leitner inbegriffen. Faszinierend melancholisch wie auch im U4 die Auftritte von Edita Malovcic mit "Nachtflug" und "Les Nouveaux Riches". Am coolsten allerdings war das Original selbst, Falco mit Live-Einspielungen auf den Video Screens.

 

Ein anderes Original, Rainhard Fendrich, setzte mit einer viel umjubelten Greatest Hits-Show und einem Georg Danzer-Song ("Ruaf mi net an") den finalen Höhepunkt des Donauinselfests. "Denn innen drin bleib i immer a Wiener", so der Schluss-Song vor der Räumung des Donauinselfests. "Es war uns eine große Freude", so die letzten Worte des Austro-Barden. Richtig. Bis zum nächsten Jahr!

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"Many Colours - One Community" - 185.000 Menschen bei der 22. Wiener Regenbogenparade!

"Many Colours - One Community" - So lautete das Motto der 22. Wiener Regenbogenparade, die auch dieses Jahr wieder "andersrum" gegen die Fahrtrichtung des Rings führte. Insgesamt beteiligten sich 2017 - bei einer Besucheranzahl von 185.000 - um die 70 Trucks, die nicht nur für Party-Stimmung am nicht ganz sonnigen Samstag-Nachmittag sorgten, sondern auch Botschaften wie Gleichheit der Geschlechter, Ehe für alle und vor allem gegenseitige Toleranz und Respekt verbreiteten. 

 

Erstmals dabei waren die "Diplomats for Equality", die gemeinsam mit den LGBTI-Lehrern und der Aidshilfe Wien mit einem Preis gekürt wurden. Die "Evergreens" durften natürlich nicht fehlen: An der Spitze die zwei Regenbogenpärchen und die Dykes on bikes, die HOSI Wien, gleichzeitig Veranstalter der Parade, die Libertine Wien, der Club Kreativ und natürlich Hermes Phettberg. Fette House- und Discobeats mit tanzenden Party People hinter den Trucks lieferten die Gay Kult-Disco Why Not, H.A.P.P.Y. und Chaya Fuera. Unternehmen wie die ÖBB, Almdudler oder Microsoft zeigten offen, dass sie hinter der Philosophie der Pride Week stehen. 

 

Rechtlich ist die Situation in Österreich derzeit ähnlich wie in Deutschland. Homosexuelle haben die Möglichkeit, eine eingetragene Partnerschaft einzugehen, die sich in 29 Punkten von der traditionellen Ehe unterscheidet. In den Niederlanden, Belgien, Spanien, Frankreich oder Irland existiert bereits die Ehe für alle, während in den meisten osteuropäischen Staaten, Griechenland und Italien nicht einmal derartige Rechtsinstitute bestehen.

 

Wien als Veranstaltungsort für LGBTI-Events hat sich in den letzten Jahren allerdings bewährt, nicht nur durch die Regenbogenparade selbst, sondern auch durch die zahlreichen Aktivitäten im Rahmen der Pride Week. In der Pride Village direkt vor dem Rathausplatz wurden nicht nur zahlreiche Beratungsmöglichkeiten angeboten, sondern auch gastronomische Köstlichkeiten und Drinks serviert. Auf der Event-Bühne sorgten Künstler, Tänzer, Bands und DJ´s für Unterhaltung bis Mitternacht.

 

So ist es kein Wunder, dass Wien den Zuschlag für die Euro Pride 2019 erhielt. Ein gutes Omen auch für die Tourismus-Industrie: Die bisher bestbesuchte Regenbogenparade war die Euro Pride 2001.

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"Liebe Hoch 16": Multikulturelles Musik-Theater begeistert Wiener Bezirke!

Wenn die Menschen nicht ins Theater kommen, dann muss das Theater zu den Menschen kommen. Und am besten dort, wo sich die Leute in ihrem Alltagsleben auch gerne treffen, auf Plätzen und Märkten. Und um zusätzlich Migranten zu begeistern, die teils (noch) Berührungsängste vor dieser Kunstform haben, wählt man als Veranstaltungsort multikulturelle Hot-Spots in Wien (wie den Volkertmarkt, das Museumsquartier, den Yppenplatz oder den Floridsdorfer Markt) und arrangiert ein spannendes Script über zwei rivalisierende Familien aus Österreich und der Türkei. Geniale Idee.

 

"Liebe Hoch 16", so der Titel des Theaterstücks, spielt original am Brunnenmarkt in Ottakring. Story und Dialoge wurden arrangiert vom syrischen Arzt und Schriftsteller Ibrahim Amir, der selbst vor 12 Jahren als Kurde nach Österreich geflüchtet ist. Die Lyrics stammen vom bekannten Austropopper Wilfried und von der türkischen Rapperin Esra Ömen, die mit ihren klischeezerstörenden Texten und Aussagen nicht nur in der Migrantenszene Vorbildwirkung hat. Die Musik, komponiert vom 5/8erl in Ehr´n-Mastermind Clemens Wenger, reicht von Musical, Operette, Rap bis hin zu Wienerlied und zeitgenössischer türkischer Musik.

 

Drei Bühnen werden auf den Veranstaltungsorten aufgebaut, in der Mitte die Musiker, links und rechts die Fleischereien der feindlich gesinnten Familien. "Romeo & Julia"-like steht im Mittelpunkt eine Love-Story. Die Dinge sind allerdings nicht immer so, wie sie anfangs scheinen. "Somewhere over the Rainbow" lässt grüßen.

 

"Liebe Hoch 16" läuft derzeit im Rahmen des "Wir sind Wien"-Festivals, dürfte aber aufgrund des großen Erfolges auch bald auf diversen Bühnen zu sehen sein. Das Motto sollte aber unverändert bleiben: "Möge wirklich GANZ Wien im Publikum vertreten sein, egal, ob mit, ohne Migrations- oder sonst irgendeinem Hintergrund."

"Expressions" - Eine Freiluft-Fotoausstellung auf dem Wiener Judenplatz!

Wien ist immer für kulturelle Überraschungen gut. Auf dem Judenplatz, direkt vor dem Holocaust-Denkmal, werden derzeit 59 Bilder bekannter österreichischer Fotografen ausgestellt.

 

"Expressions" nennt sich die Freiraum-Exhibition und hat ihren Ursprung aus dem Umweltfotofestival "horizonte zingst" an der Ostsee. Beteiligt sind u.a. Bilder von Erich Lessing, Elfie Semotan, Andreas Bitesnich oder Lois Lammerhuber. Die Fotos sind auf Bänken platziert, die auch zum lässigen Loungieren und Diskutieren über die Motive einladen. Die von Hermann Nitsch, sexy Bademeistern, nackten Schönheiten, extravaganten Installationen bis hin zu dunklen Landschaften reichen. 

 

Wien ist übrigens die erste Destination, in der die Werke ausgestellt werden. Danach geht es weiter in andere europäische Städte wie London, Istanbul, Madrid oder Mailand. Die Fotoliebhaber werden dort nicht weniger beeindruckt sein.

Unterhaltsvorschuss: Trotz gesetzlicher Lücken Anstieg auf 134 Millionen Euro!

Staatliche Unterhaltsvorschüsse wurden zu dem Zweck eingeführt, dass ein Kind auch dann finanziell versorgt wird, wenn ein Elternteil seinen Unterhaltspflichten nicht, nicht rechtzeitig oder nicht vollständig nachkommt. Voraussetzungen für den Anspruch des minderjährigen Kindes sind ein vollstreckbarer Exekutionstitel gegen den Unterhaltsschuldner und der gewöhnliche Aufenthalt des Kindes im Inland.

 

Die Höhe des Unterhaltsvorschusses entspricht der Höhe des gerichtlich festgesetzten Unterhaltsanspruchs. Es existiert zwar kein Mindest-, aber ein Höchstbetrag, der seit 2017 581,60 Euro beträgt. Alternativ werden Fixbeträge von 204 Euro für Kinder von 0-6, 291 Euro für 6 bis 14jährige und 379 Euro für 14 bis 18jährige gewährt.

 

Waren es im Jahr 2015 noch 113 Millionen Euro für 46.019 Kinder, so wurden 2016 laut einer Anfragebeantwortung des Justizministers an die FPÖ-Abgeordnete Edith Mühlberghuber bereits 134 Millionen Euro an 49.889 Kinder überwiesen. 118 Millionen Euro gingen davon an 43.189 Kinder mit österreichischer Staatsbürgerschaft.

 

Die Rückzahlungsquote lag 2016 bei 60,6 %, insgesamt 81,7 Millionen Euro wurden an den Staat zurückgezahlt.

 

Keine statistischen Zahlen existieren im Justizministerium über (inländische) Unterhaltsklagen minder- bzw. volljähriger Kinder gegen ihre Eltern. Gemäß Auslandsunterhaltsgesetz wurden 3738 Unterhaltsansprüche gegen Unterhaltsverpflichtete im Ausland geltend gemacht, davon über 44 % in Deutschland.

 

Nicht unbeträchtlich ist die Anzahl der strafrechtlichen Verurteilungen wegen Verletzung der Unterhaltspflicht nach § 198 StGB. Insgesamt 1885 Verfahren wurden 2016 eingeleitet, in 902 Fällen kam es zu Verurteilungen.

 

Im Regierungsprogramm von 2013 wurde eine Reform des Unterhaltsrechts vereinbart, geschehen ist bis dato nichts, was nicht nur die Opposition, sondern auch Vereine wie Forum Kindesunterhalt und vor allem Alleinerziehende kritisieren. Laut einer Studie sind 42 Prozent aller Haushalte von Alleinerziehenden von Armut und Ausgrenzung bedroht, Hauptursache ist der Kindesunterhalt.

 

Und tatsächlich weist das Unterhaltsvorschussrecht zahlreiche Lücken auf. Ist der Unterhaltspflichtige zahlungsunfähig und kann gegen diesen kein Exekutionstitel geltend gemacht werden, dann hat das Kind keinen Anspruch. Auszahlungsprobleme ergeben sich dann, wenn gerichtliche Änderungsanträge gestellt werden. Außerdem ist der Unterhaltsvorschuss ungerechterweise mit dem 18. Lebensjahr begrenzt. 

 

Schüler mit einer fünfjährigen Ausbildungsphase oder Studenten können dieses wichtige Rechtsinstrument nicht nützen, und das obwohl sie parallel noch Familienbeihilfe beziehen und dies verwaltungstechnisch leicht umzusetzen wäre. Man hat das bittere Gefühl, dass die Politik andere Präferenzen als die finanzielle Unterstützung von (ärmeren) Familien und Kindern hat.

Rock in Vienna: Hit-Feuerwerk der Toten Hosen auf der Donauinsel.

Vor ein paar Wochen spielte Campino mit seinen Toten Hosen noch bei einem Wohnzimmerkonzert im Wiener 9., am Finaltag des Rock in Vienna jubelten über 25.000 Fans auf der Wiener Donauinsel zu den Hits und Raritäten der Kult-Band aus Düsseldorf.

 

Im "Vorprogramm" zeigte Deutschlands Rapper Nr. 1, Marteria, dass man auch bei heißem, sonnigem Wetter die Massen mit Charisma und Leidenschaft anheizen kann.  Der Rostocker, der in den aktuellen Alben-Charts nur von Helene Fischer geschlagen wurde, startete mit seinem neuen Hit "Aliens" und lieferte mit Hits wie "Lila Wolken" und "Kids" bzw. neuen auch politisch-versierten Tracks wie "Il Presidente" ein kurzweiliges Programm zum Tanzen und Mitwippen. Härteren Stoff boten dann die Beatsteaks aus Berlin, die neben Classics auch Titel ihres im September erscheinenden Albums präsentierten.

 

Bereits bei seinem Co-Texter Marteria auf der Bühne, sorgte dann Campino für den "Urknall", gleichzeitig der Opener eines mehr als zweistündigen Hit-Feuerwerks der Toten Hosen. Immerhin sechs neue Tracks aus dem brandneuen Album "Die Laune der Natur" wurden in die Set-List eingebaut. Zwischen Hits wie "Bonnie & Clyde" und dem melancholisch angehauchten "Altes Fieber" durften natürlich auch politische Statements von Campino nicht fehlen. "Wir zeigen dem Terror den Mittelfinger! Das Leben muss weitergehen trotz all der Scheiße, all der Angst und all den komischen Politikern, die in der Pole-Position sitzen!“ Kritik äußerte Campino auch an der Instrumentalisierung des IS-Anschläge gegen unschuldige Asylsuchende. 

 

Im Mittelpunkt des Konzerts stand allerdings der Spaß, und das vor allem bei den Mitsing-Klassikern aus ihrer fast 36jährigen Karriere: "Hier kommt Alex", "Zehn kleine Jägermeister" (die erste Single-Nr. 1) oder ihren einstigen Alk-Skandalsong "Eisgekühlter Bommerlunder" kann einfach jeder Hosen-Fan mitgröhlen. Dass die geniale Schauspielerin Birgit Minichmayr, einst Freundin von Campino, für ihren größten Hit verantwortlich ist, dürften allerdings nur die wenigsten wissen. Sie ist Co-Autorin der Hosen-Hymne "Tage wie diese", die für einen Hexenkessel in den vordersten Reihen sorgte. Den punkigen Schlusspunkt setzte Campino traditionell mit dem Liverpooler Fußball-Klassiker "You´ll never walk alone".

 

Beim friedlichen Heimmarsch hörten die Besucher dann noch per Band den letzten, berührenden Track des neuen Hosen-Albums, "Kein Grund zur Traurigkeit".  Ein Lied des einstigen Drummers Wölli Rohde, der letztes Jahr verstorben ist.

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Asylchaos: Tatsächlicher Aufenthalt rechtskräftig abgelehnter Asylwerber unbekannt!

Ein rechtskräftiger negativer Asylbescheid bedeutet noch lange nicht, dass ein Asylwerber auch tatsächlich in seinen Heimatstaat abgeschoben wird. Die Gründe dafür sind vielfältig: Der Flüchtling taucht unter, es bestehen keine Rückführungsabkommen mit den Herkunftsstaaten, oder die ausländische Botschaft verweigert die Ausstellung von Heimreisezertifikaten.

 

Ist eine Abschiebung unzulässig bzw. aus nicht vom Fremden zu vertretenen Gründen unzulässig, dann hat dieser Anspruch auf eine sogenannte Duldungskarte nach § 46a FPG. Laut einer Anfragebeantwortung des Innenministeriums wurden 2016 insgesamt 279 Karten für Geduldete ausgestellt, davon 82 % für Männer und 18 % für Frauen. Bei der Staatsangehörigkeit führt Afghanistan (32) vor Nigeria (26) und der Russischen Föderation (23). Altersmäßig wurden die meisten Duldungskarten für die Spanne von 19 bis 29 Jahren ausgestellt (103). 

 

Eine Duldungskarte wird für 1 Jahr ausgestellt und kann auf Antrag des Fremden für jeweils ein weiteres Jahr verlängert. Für Flüchtlinge bedeutet das, dass sie weiterhin Anspruch auf die Grundversorgung haben. Diese umfasst - im selben Ausmaß wie bei Asylwerbern - Verpflegung, Unterbringung, Krankenversicherung, medizinische Leistungen und diversen Sonderbedarf. 

 

Mit Stichtag 18. April 2017 befanden sich 3418 Personen mit rechtskräftig negativ abgeschlossenem Asylverfahren in Grundversorgung. Deren künftiges Schicksal hängt auch davon, ob die Bundesregierung imstande ist, endlich Rückführungsabkommen mit einschlägigen Staaten auszuhandeln und eine ordnungsgemäße Abschiebung durchzuführen.

 

Was noch viel bedenklicher ist: Das Innenministerium weiß laut eigener Aussage nicht, wie viele und welche rechtskräftig abgelehnten Asylwerber sich tatsächlich in Österreich aufhalten. Nicht nur ein Armutszeugnis für einen Rechtsstaat, sondern ein gewaltiges Sicherheits- und Kriminalitätsrisiko.

Donaukanaltreiben 2017: 4 Tage-Open-Air mit Indie-, Techno- und Balkan-Vibes!

Sommer, Sonne, Party! Das 11. Wiener Donaukanaltreiben, das seit 2007 in der urbanen Freizeitoase im Zentrum Wiens stattfindet, trotzte den Wetterkapriolen der letzten Wochen und sorgte 4 Tage lang für Rekordbesuch. Unter dem Motto "It´s for Free, Baby" boten 16 Locations mit über 70 Acts ein buntes, abwechslungsreiches Programm, das generationenübergreifend vom Baby, Teenager, Raver, Indie-Hipster bis hin zu seriösen 9-5-Workers oder rüstigen Pensionisten alle Altersschichten anlockte.

 

Die echte Attraktion ist sowieso der Donaukanal selbst: Lässiges Sonnenbaden in den Liegestühlen oder direkt am Kanal, spontanes Bierchen in der Wiese, Joggen im Morgengrauen, zaghaft-kecke Flirtsprüche bei Sonnenuntergang oder ganz einfach ohne Hintergedanken das Dolce Vita des Sommers genießen.

 

Das ambitionierte Line-Up des diesjährigen Donaukanaltreibens ist da nur das Dessert auf dem Sahnehäubchen: Food & Festival-Market und Kunsthandwerksmarkt bei der Salztorbrücke, Bootstaxi-Ausflüge über den Kanal oder die zahlreichen Live-Bands, die die Botschaft von Willi Resetarits, "Überall muss Musik sein", kongenial in die Tat umsetzten.

 

Die Glamour-Popperin Ankathie Koi präsentierte sexy-schrill ihr neues Electro-Album, die punkig-düsteren Crispies scheuten sich nicht vor der starken Sonneneinstrahlung, Isolation Berlin, Der Ringer und Die Höchste Eisenbahn personifizierten neuen deutschen Indie-Rock als spannende Gratwanderung zwischen Rebellion und Depression. Exzessiv getanzt wurde zu den Balkan-Electro-Swing Vibes von Dunkelbunt und seiner mitreißenden Band. Und vor dem seit 1995 existierenden Kult-Lokal Flex wurde open-air geravt zu den neuesten Techno-, Minimal- und Drum&Bass-Beats.

 

Die Wiener lieben ihren Donaukanal. Nicht auszudenken, wenn hier - wie einst in den 60ern geplant - eine Stadtautobahn stehen würde. Ein Wink auch für andere - scheinbar progressive - Projekte der Stadt. 

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Elektro-Pop-Heroes: Depeche Mode begeistern mit "Spirit"-Show in Bratislava!

"Wir stellen nur Fragen, bieten keine Lösungen!" - Ein Satz, der so ehrlich nie von einem Politiker formuliert werden könnte. "Where´s the Revolution?" - Das ist die zentrale Frage, die sich die Elektro-Soundpioniere Depeche Mode stellen. Und spätestens jetzt weiß man, warum im autoritätsgläubigen, harmoniesüchtigen Österreich kein Konzert organisiert wurde. Stattdessen gastierten Dave Gahan, Martin Gore und Andrew Fletcher, unterstützt vom Keyboarder Peter Gordeno und dem österreichischen Drummer Christian Eigner, auf gewohntem Terrain, im altehrwürdigen Pasienky-Stadion von Bratislava.

 

Es war der 7. Auftritt im Rahmen ihrer "Global Spirit"-Tournee, aus Anlass ihres neuen 14. Albums, unfassbare 36 Jahre nach Veröffentlichung ihrer ersten Single "Dreaming of me". Nach den Electro-Pop-Vorbands F.O.X. und Raveonettes startete die nach einem französischen Modemagazin benannte Band aus Essex kongenial mit dem neuen Track "Going Backwards". Denn gerademal 5 Songs aus dem neuen Album "Spirit" standen auf der Setlist des Abends, darunter natürlich "Revolution", das hypnotische "So much Love" und das melancholische "Cover me". Warum die zwei konträren Masterminds der Band, Gahan und Gore, gerade auf ihren ersten gemeinsam geschriebenen Song, "You Move", verzichteten, wundert doch etwas. Stattdessen wurden vor allem die 90er-"Violator"-"Devotion"-Years in Szene gesetzt, und bei Tracks wie "I feel you", "World in my Eyes", "In your Room" oder "Walking in my Shoes" schien es so, als sei der im Gilet-Look wild gestikulierende Gahan, der nach dieser Ära bereits zwei Minuten klinisch tot war, niemals gealtert. 

 

Am weitesten zurück, ins Jahr 1983, ging es mit dem Klassiker "Everything counts", der trotz strömendem Regen Band und Fans aufpeitschte. Für ruhige Nuancen sorgte wie üblich Martin Gore mit "A Question of Lust" und dem legendären "Somebody". Die Überraschung des Abends war sicherlich Dave Gahans Coverversion der Bowie-Hymne "Heroes". Allerdings nur auf den ersten Beat, denn Bowie war Gahans Vorbild ("Eine Platte von Bowie brachte mir mehr als ein Schuljahr. Und damit meine ich nicht nur Texte mit gewichtigen Botschaften, sondern Melodien und das mächtige Gefühl, das ein gutes Lied transportiert"), und beide waren als Wahl-New Yorker gut befreundet. Und, egal ob urban legend oder nicht, Depeche Mode-Gründer Vince Clarke soll Gahan beim "Heroes"-Proben entdeckt haben.

 

In Bratislava hatte Gahan auch Zeit, seine Vokalkünste zu schonen. Denn trotz Regenfalls unter für Depeche Mode-Verhältnisse passender düsterer Aura sangen die international angereisten Fans zu Tracks wie "Enjoy the Silence" oder "Never let me down again" jede Zeile auswendig mit. Kann man ja auch verlangen bei über 100 Millionen verkauften Tonträgern. Das Finale zelebrierten die Depeches dann mit einer extralangen Version von "Personal Jesus". "Reach out, touch Faith!" Fans und Band klitschnass und glücklich. Auch der Himmel klatschte Beifall.  Zumindest er sollte sich nächstes Mal zurückhalten :-)

 

 

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"Seite an Seite" - Christina Stürmer rockt zum ersten Mal die Arena!

14 Jahre ist es her, dass Christina Stürmer bei "Starmania" den 2. Platz belegt und trotzdem den "Jackpot" gewonnen hat. Mit "Ich lebe" gelang ihr der Durchbruch in Österreich, einige Jahre später auch in Deutschland und der Schweiz. Im Laufe ihrer Karriere hatte die gelernte Buchhändler aus Linz zahlreiche Nr. 1-Singles und Alben, stand mit Bon Jovi gemeinsam auf einer Bühne und gewann neben 2 deutschen Echos gleich 11 Amadeus Awards, den letzten 2017 als beste Künstlerin.

 

Seit einigen Monaten ist Christina Stürmer stolze Mutter einer Tochter (Marina), gemeinsam mit ihrer Band hatte sie jetzt die Ehre, zum ersten Mal in der legendären Wiener Arena zu spielen. Der "Stürmer-Hype" ist trotz stagnierenden Chart-Erfolgs noch lange nicht zu Ende, bereits bei der Vorband war die Arena Wiese überfüllt von Konzertbesuchern zwischen 5 und 70.

 

Sympathisch, lässig und volksnah - das ist Christina Stürmer auch mit 34. Neue Tracks aus dem Album "Seite an Seite" wie der Opener "Neue Farben", das Nena-angehauchte "Tragflächen" oder das ihrer verstorbenen Oma gewidmete "Du fehlst mir" werden gemischt mit Mitsing-Klassikern wie "Ich lebe", "Nie Genug" oder "Scherbenmeer". Die beste Stimmung erzeugt ihr bisher größter Hit "Millionen Lichter", traditionell endet das Konzert mit der wunderschönen Ballade "Engel fliegen einsam".

 

Über Einsamkeit muss sich die Christl allerdings nicht beklagen, weder privat noch bei ihren Konzerten. Und das freut nicht nur die Austro-Pop-Fans.

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Novelle des Versammlungsgesetzes: Neue Regelungen für Demonstrationen

CETA- und Frauenrechtsaufmärsche, der Hanfwandertag oder die Regenbogenparade als Zeichen gegen die Diskriminierung Homosexueller. Alles "Demonstrationen" mit unterschiedlichen Zielen und Motiven. Rein rechtlich aber haben sie eines gemeinsam: Sie fallen unter das sogenannte Versammlungsgesetz, das kürzlich im Nationalrat - nicht ganz unstrittig - novelliert wurde.

 

Die Versammlungsfreiheit zählt in Österreich seit 1867 zu den Staatsgrundrechten und ist auch durch die europäische Menschenrechtskonvention verfassungsrechtlich geschützt. Insofern werden vorgenommene bzw. geplante Einschränkungen immer besonders unter die Lupe genommen. Die aktuelle Novelle kann man einerseits als Anlassgesetzgebung, andererseits als (vermeintliche) Erleichterung der Polizeiarbeit sehen.

 

So hat die Behörde jetzt die Möglichkeit, einen Schutzbereich zwischen 50 und 150 m rund um die Versammlung festzulegen. Dies, um unmittelbare Zusammenstöße wie zuletzt zwischen links- und rechtsextremen Gruppierungen in Wien zu verhindern. Versammlungen müssen weiters künftig 48 Stunden (statt wie bisher 24) vor der Abhaltung angemeldet werden. Dies hat allerdings keinen Einfluss auf sogenannte Spontanversammlungen (und soll es auch nicht haben). Demonstrationen bedürfen zu ihrer Legitimation keiner behördlichen Anmeldung oder Bewilligung. Die Nichtvornahme einer Anzeige zieht "nur" eine Verwaltungsübertretung nach sich.

 

Untersagt werden kann eine Versammlung, wenn sie gegen die Strafgesetze verstößt (z.B. bei Wiederbetätigung, Sachbeschädigungen oder Körperverletzungen) bzw. wenn sie die öffentliche Sicherheit gefährdet. Durch die Novelle kommt jetzt - "dank" der grenzüberschreitenden Wahlkämpfe Erdogans - ein weiterer Tatbestand hinzu: So kann die Bundesregierung gemäß § 6/2 eine Versammlung untersagen, die der politischen Tätigkeit von Drittstaatsangehörigen dient und gegen unsere Rechtsgrundsätze verstößt. Der Anwendungsbereich ist gering, der Populismusgrad dagegen umso höher.

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Ernst Molden mit Frauenorchester - Wiener Lieder vor der Karlskirche

Letzten Donnerstag wurde der Wiener Liedermacher und Schriftsteller Ernst Molden noch mit dem Amadeus Award für World Music ausgezeichnet und hielt außerdem eine Laudatio auf "Ostbahn Kurti" Willi Resetarits. Zwei Tage später betrat er gemeinsam mit dem Frauenorchester die Bühne des Karlsfestes direkt vor der faszinierenden Kulisse der Karlskirche.

 

Es war erst der zweite (und vermutlich nicht der letzte) Auftritt Moldens mit Sängerin und Gitarristin Sibylle Kefer, Bassistin Marlene Lacherstorfer und Schlagzeugerin Maria Petrova. Unterlegt von Anekdoten des genialen Geschichtenerzählers lauschten die Zuhörer skurrilen Wiener Liedern über misslungene Hochzeiten ("Deine Schwester waant"), Drogensüchtige im Resselpark ("Katherine") oder zu Ende gehende Liebschaften ("Das alte Laub"). Letzterer - "Autumn leaves" - wie einige andere Songs auch angelehnt an unbekanntere US-Country-Lieder. Kefer, ehemals Mitglied der Ausseer Hardbradler, durfte natürlich auch solo ran, hat sie doch kürzlich erst ihr erstes Album "Hob i di" veröffentlicht.

 

Der "Leonard Cohen Wiens", wie er gerne bezeichnet wird, ist immer dann am besten, wenn er über seine Lebensstadt selbst singt. So zum Beispiel bei seinem Klassiker "Wieso kommt keiner morgens früh nach Wien, sieht die Huren vor den Straßenkehrern flieh´n". Schön, dass das schnörkellose Wiener Lied gerade in digitalsiert-oberflächlichen Zeiten wieder boomt.

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Creative Sound & Art - Das Kremser Donaufestival 2017 "steckt an"!

"Du steckst mich an" lautet das Motto des diesjährigen Donaufestivals in Krems, das in dieser Form seit 2005 in der Wachaumetropole stattfindet. "Camp auf dem Land", so nannte es der langjährige künstlerische Leiter Tomas Zierhofer-Kin, der - als neuer Chef der Wiener Festwochen - das Zepter an den FM4-Radiomacher und Kulturjournalisten Thomas Edlinger übergab. Die Grundtendenz blieb gleich, eine grenzüberschreitende Mixtur aus Musik, Art und Performance, die die Besucher nicht berieseln, sondern inspirieren, herausfordern und aufrütteln soll. 

 

An insgesamt 6 Tagen finden an verschiedenen Standorten pro Tag ca. 20 Einzel-Events statt. Eines der Höhepunkte des ersten Wochenendes war zweifelsohne die Premiere der 5 (!)-stündigen Performance "Habitat" der renommierten Künstlerin Doris Uhlich. Ca. 30 Akteure des "More than naked-Ensembles (inklusive einiger "Amateure") bewegten sich - so wie Gott sie schuf - in den Hallen der (säkularisierten) Dominikanischen Kirche, jeder auf seine Art und Weise, solo, zu zweit oder in Gruppen.  "Die Kirche ist wie nackt, die Wände und der Boden haben einen Nude-Ton" - so Uhlich, die die teils natürlichen, teils künstlichen Zuckungen der Performer an die Architektur der Kirche anpasste und die Zuschauer inmitten der nackten Körper unmittelbar daran teilnehmen ließ. Als musikalische Kulisse dienten tribalistische Minimal-Techno-Beats, die die Energie der Performance intensivierten und auch auf die Besucher übertrugen. Choreografin Uhlich: "Jeder hat einen Körper! Das verbindet uns alle. Und unterm Gewand schauen wir alle gleich aus, egal an was wir glauben!"

 

"Rap against Racism" lieferte die schwarze Künstlerin und Aktivistin Camae Ayewa aka Moor Mother im Stadtsaal. Harte Beats, aggressives Wording und eindeutige Messages. Die ungerechte Welt hat es nicht anders verdient. Zum Finale tanzten auch einige Konzertbesucher auf der Hip Hop-Bühne, es besteht noch Hoffnung. 

 

Vancouvers Rap-Shooting-Star Tommy Genesis dagegen präsentierte sich in der Halle 2 im School-Girl-Outfit, hautnah beim Publikum und nur von Background-Hip Hop Beats begleitet. Die Künstlerin des DIY-Labels Awful Records ist allerdings – konträr zum Look – eine selbstbewusste Anti-Spears. "Liebe und Sex sind von vornherein belastet mit dieser Art Gehirnwäsche, die wir alle mitbekommen. Man muss sich für die eigenen Regeln entscheiden." - so Tommy Genesis.

 

Für Retro-Atmosphäre sorgte am Eröffnungstag die ehemalige UK-New Wave-Band Scritti Politti, die heute nur mehr aus dem damaligen Sänger Green Gartside besteht. Die Hits von damals, "Word Girl", "Wood Beez" oder "Sweetest Girl" faszinieren durch dessen beständiger Stimme noch immer, die politische Message ist etwas verblasst, was aber nicht stört.

 

Wer auf härtere Beats abfährt, wurde beim Donaufestival auch bestens bedient. DJ M.E.S.H. aus New York scratchte im Festival-Areal der Österreich-Hallen, während Group A aus Tokyo im Stadtsaal Gothic-Wave mit Techno und Live-Violins kombinierten. Neue Maßstäbe in Sachen elektronischer Club-Musik bot der südafrikanische DJ Lag: Gqom heißt das Zauberwort der Szene in Durban. Eine Mixtur aus Techno, Tribal und hallenden Samples. Man staunt, was der altehrenwürdige Stadtsaal in Krems noch aushält:-)

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Frauen-Power beim Electric Spring 2017 im MQ Wien!

Das weibliche DJ- und VJ-Trio Etepetete zeichnete dieses Jahr verantwortlich für das Electric Spring im Wiener Museumsquartier. Der Spring fiel aufgrund des schlechten Wetters (und der Verlegung der Open-Air-Bühne ins Innere) zwar aus, der elektronische Sound war aber auch bei der dritten Ausgabe des von der Stadt Wien finanzierten Festivals von höchster Quality, vor allem seitens der Female Artists.

 

Die ursprünglich aus Horn stammende Lulu Schmidt vereint mit ihrer "One Woman Orchestra"-Show viele Stilarten zu einem neuen einzigartigen Gesamtkonzept. Egal, ob sie jetzt a la Lindsey Stirling mit ihrer Violine fasziniert, in künstlerische Installationswelten eintaucht, a la Florence Welch in den Indie-Bereich gleitet oder mit Berliner Newcomern wie Schlindwein, mit dem sie einen Track zum "Fucking Berlin" beigesteuert hat, für laszive Melancholie sorgt. Von ihr ist in jeder Hinsicht noch viel zu erwarten.

 

Ebenso von Mavi Phoenix, die bereits beim Popfest auf dem Karlsplatz performte. Die Linzerin mit syrischen Wurzeln bewegt sich im urbanen Grenzbereich zwischen Pop und Hip Hop und begeistert auch trendreservierte FM4-Hipster. Beim Electric Spring präsentierte die knapp über 20jährige Mavi neben Radio-Hits wie "Quiet" und "Love longtime" auch viele neue Tracks. Der Mainstream-Erfolg scheint auch international nur mehr eine Frage der Zeit.

 

Die Female Party am zweiten Tag des Festivals war danach noch lang nicht zu Ende. Dafür sorgten die aus der Wiener Subkultur bekannten Djanes Therese Terror & Martina, die mit Minimal Techno-Beats die Party-Crowd bei ekstatischer Tanz-Laune hielten. Cool.

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MAXXI - Das Museum für zeitgenössische Kunst im Norden Roms.

Bis vor wenigen Jahren war Rom eine der wenigen europäischen Hauptstädte, die kein Museum für moderne Kunst hatten. Dies änderte sich am 27. Mai 2010, als das Museo nazionale delle arti del XXI secolo, kurz MAXXI, eröffnet wurde. 

 

Als Architektin fungierte die aus Irak stammende, im Jahr 2016 verstorbene Star-Architektin Zaha Hadid, die in Wien eine Wohnbau-Anlage an der Spittelauer Lände und die Bibliothek der neuen Wirtschaftsuniversität konzipierte. Errichtet wurde das MAXXI im Norden Roms, im Viertel Flaminio, leicht per Tramway 2 erreichbar von der Piazza del Popolo aus. Als Standort wählte man ein altes Kasernenareal des späten 19. Jahrhunderts, die Kosten für das futuristische Gebäude betrugen 150 Millionen Euro.

 

Das Museum selbst bietet nicht nur zeitgenössische Kunst, sondern enthält auch einen Hörsaal, ein Forschungszentrum mit Bibliothek, eine Buchhandlung, eine Cafeteria und ein Restaurant. Beliebt bei jungen Leuten ist auch der Freiraum außerhalb des Museums. Dort erblickt man auch ein brüchiges Ziegelgebäude, genannt "La Casa di Roma" ("House of Rome"). Kreiert wurde es vom portugiesischen Installationskünstler Pedro Cabrita Reis, der damit auf den Verfall der italienischen Vorstädte hinweist.

 

Neben der Dauerausstellung "MAXXI Collection" präsentiert das römische Museum derzeit u.a. eine Werkschau von Piero Gilardi ("Nature Forever") und die gesellschaftskritische Exhibition "The World as Prison".

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Häusliche Gewalt und einstweilige Verfügungen gegen Gewalttäter nehmen weiter zu.

In Österreich hat jede fünfte Frau seit ihrem 15. Lebensjahr körperliche oder sexuelle Gewalt erfahren. Über 17.600 Opfer familiärer Gewalt wurden 2015 von den Gewaltschutzzentren und Interventionsstellen betraut. 85,5 % der Klienten waren Frauen, über 92 % der Gefährder männlich.

 

Die steigende Gewaltbereitschaft in der Gesellschaft bzw. in der Familie wurde bereits in den 90ern festgestellt. Und so beschloss Österreich 1997 als erstes Land Europas ein Gewaltschutzgesetz, das aus Bestimmungen des Strafgesetzbuchs, der Exekutionsordnung und der Zivilprozessordnung zusammengesetzt ist und in den Jahren 2006 bzw. 2009 erweitert wurde. Im Mittelpunkt stehen dabei einstweilige Verfügungen, die Opfer vor Bezirksgerichten gegen Gewalttäter beantragen können.

 

2016 wurden laut einer Anfragebeantwortung des Justizministers von den österreichischen Bezirksgerichten insgesamt 2303 einstweilige Verfügungen gemäß den §§ 382 b und e Exekutionsordnung verhängt. Eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr (2283). In Gewaltschutzsachen wurden im Jahr 2016 1832 Betretungsverbote und 1041 Wegweisungen seitens der Sicherheitsbehörden ausgesprochen, in beiden Fällen eine klare Zunahme gegenüber 2015 (1785 bzw. 1001). Die meisten einstweiligen Verfügungen wurden in Wien erlassen, höhere Werte scheinen auch in den Hauptstädten Linz, Klagenfurt, Graz und Salzburg auf.

 

Eine einstweilige Verfügung zum Schutz vor Gewalt in Wohnungen (§ 382b EO) bewirkt, dass der häusliche Gewalttäter bei Unzumutbarkeit des weiteren Zusammenlebens aus der Wohnung gewiesen wird, selbst wenn er Eigentümer oder Mieter der Wohnung ist. Die Schutzdauer ohne Hauptverfahren beträgt 6 Monate. Gemäß § 382e EO kann auch eine einstweilige Verfügung zum allgemeinen Schutz vor Gewalt bewilligt werden, aufgrund derer der Täter verpflichtet wird, bestimmte Orte (wie Arbeitsplatz, Schule oder Kindergarten) zu meiden bzw. die Kontaktaufnahme mit dem Antragsteller zu unterlassen. Diese Maßnahme gilt höchstens ein Jahr, kann allerdings bei Verstößen bzw. durch eine Klagserhebung verlängert werden.

 

Seit 2006 kann auch eine einstweilige Verfügung wegen Stalkings („Schutz vor Eingriffen in die Privatsphäre“ gemäß § 382g EO) beantragt werden. Laut Justizministerium wurden 2015 186 bzw. 2016 175 einstweilige Verfügungen bewilligt. Der Großteil davon betraf die Bundeshauptstadt Wien mit 116 bzw. 124 Fällen.

 

 

Fazit: Die häusliche Gewalt in Österreich ist leicht am Zunehmen, die Gewaltschutzgesetze bieten eine rechtliche Möglichkeit, eine weitere Eskalation innerhalb der Familie zu verhindern. Zahlreiche Studien zeigen, dass bei rechtzeitigem Einschreiten mit Hilfe der Polizei, der Gerichte und der Opferschutzeinrichtigungen schwerwiegende weitere Vorfälle verhindert werden können. Dazu müssen die Bürger über diese Instrumente aber auch informiert werden, vor allem auf dem Land. Denn - wie die Zahlen zeigen - scheuen vor allem die Menschen kleinerer Städte, Gemeinden und Dörfer davor zurück, rechtliche und soziale Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

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"MQ Amore" - Minigolf-Lifestyle der 50er vor dem Wiener Museumsquartier.

Spiele gibt´s zu spielen viele, und man braucht sie auch nicht stetig neu erfinden. So auch beim Minigolf, einem Sport, der in den 50ern am italienisch-schweizerischen Lago Maggiore entstanden ist. Die Idee wurde konzipiert vom Schweizer Gartenarchitekten Paul Bongni, der 1954 in Ascona die erste genormte Minigolf-Anlage mit 18 Bahnen eröffnet hat.

 

Vor allem in Bella Italia erlebte Minigolf in dieser Zeit einen wahren Boom. Grund genug für das Wiener Museumsquartier, ausnahmsweise auf die Retro-Schiene zu setzen und auf dem Vorplatz einen Minigolf-Platz zu installieren. Der besondere USP: Die 12 Bahnen bestehen allesamt aus innovativen Skulpturen, kreiert von Künstlern wie "feld72", Anastasiya Yarovenko oder PLOP. Der Gesamtentwurf stammt vom Architekten Daniel Sanwald.

 

"MQ Amore", die so verführerisch klingende Trademark der Minigolf-Anlage, hat geöffnet von April bis Oktober, und zwar von 10 bis 20 Uhr, im Sommer sogar bis 22 Uhr. Eine lässige Minigolf-Partie kostet 4 Euro, für Kinder bis 12 2,5 Euro. Echte Fans können gleich eine Zehnerkarte um 30 Euro buchen. Jetzt muss nur mehr das Wetter mitspielen :-)

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Fontana di Trevi: Liebesschwüre, Exzesse und Caritas-Millionen im Herzen Roms.

Es ist vielleicht der populärste und gleichzeitig romantischte Platz im wunderschönen Rom, und das trotz Touristenmassenanstroms: Der 26 Meter hohe und 50 Meter breite Trevi-Brunnen, italienisch Fontana di Trevi. Und schuld daran ist sicherlich auch der Volksglaube mit den "drei Münzen im Brunnen", bekannt geworden durch den Film "Three Coins in the Fountain" aus dem Jahre 1954.

 

Wirft man eine Münze über die Schulter in den Brunnen, dann kehrt man sicher nach Rom zurück. Zwei Münzen führen dazu, dass man sich in einen Römer oder eine Römerin verliebt, drei zu einer Heirat mit der entsprechenden Person. Und es dürften sehr viele sein, die an diese süße Geschichte glauben. 1,4 Millionen Euro wurden 2016 in den Trevi-Brunnen geworfen, das gesamte Geld fließt an die Caritas, die dieses nach einem genau festgelegten Schlüssel für Familien, Bedürftige und Mensen verwenden. 

 

Der Trevi-Brunnen wurde zwischen 1735 und 1762 gebaut. Als Baumeister gilt der bis dahin unbekannte Architekt Nicola Salvi, der in seinem Werk die den Menschen bedrohenden Naturgewalten thematisierte. Im Mittelpunkt steht dabei der Meeresgott Oceanus, auf den Felsen tummeln sich zahlreiche Meerespferde und Tritonen. Dahinter befindet sich ein Triumphbogen mit vier Allegorien, die die satten Wiesen, die Gaben des Herbstes, die Fruchtbarkeit der Felder und die Fülle der Früchte darstellen.

 

Weltberühmt wurde der Trevi-Brunnen auch durch den genialen Fellini-Film "La Dolce Vita", in dem Anita Ekberg und Marcello Mastroianni das dekadente Rom der 60er widerspiegeln und sich ein Bad im Brunnen gönnen. Ein Italiener nahm sich bei warmen Frühlingstemperaturen den Film als Vorbild und sprang nackt ins Wasser. Diese Aktion endete allerdings nicht mit einem Oscar, sondern mit einer kurzfristigen Festnahme und einer Geldstrafe von 400 Euro :-)

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Frauenvolksbegehren 1997 - Umgesetzt wurden bis dato nur 2 von 11 Forderungen.

„Alles, was Recht ist“ lautete das Motto des Frauenvolksbegehrens, das vom 7. April bis zum 14. April 1997 durchgeführt wurde. Es enthielt insgesamt 11 Forderungen, die immerhin von 11,7 % der Wahlberechtigten (644.665 Personen) unterstützt wurden. Drei Viertel davon waren Frauen.

 

Heute 20 Jahre später wurden – neben der verfassungsrechtlichen Gleichstellung von Mann und Frau (im Art 7 B-VG) – gerade einmal 2 Forderungen der damaligen Proponentinnen umgesetzt. Und zwar die Forderung 7 („2 Jahre Karenzgeld für alle Alleinerzieherinnen“) und die Forderung 11 („Keine weitere Anhebung des Pensionsantrittsalters für Frauen, bevor nicht die tatsächliche Gleichberechtigung in allen Bereichen gegeben ist“). Letztere steht allerdings auf extrem wackeligen Beinen, da einige Experten und Meinungsführer aufgrund der höheren durchschnittlichen Lebensdauer eine Anhebung des Frauenpensionsalters fordern.

 

Von einem weiblichen Trauerspiel zu sprechen ist keine Übertreibung, wenn man die anderen Forderungen von damals mit der gegenwärtigen Lage vergleicht. „Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit“ ist leider eine fast unerreichbare Zukunftsvision. Frauen erhalten in Österreich um 21,7 Prozent weniger Gehalt pro Stunde als Männer, die Gründe liegen nicht nur in der Teilzeitbeschäftigung und der unterschiedlichen Berufswahl, sondern auch in purer Diskriminierung und Patriarchalisierung der Führungsfunktionen. 

 

Ein valorisiertes Mindesteinkommen – damals wurden monatlich 15.000 Schilling brutto (1.090 Euro) gefordert – existiert noch immer nicht. Die Behaltefrist nach der Karenzzeit beträgt derzeit 4 Wochen, die Unterstützer des Volksbegehrens verlangten 6 Monate. Problematisch ist vor allem das Auseinanderdriften zwischen arbeitsrechtlicher Karenz und (länger möglichem) Bezug des Kinderbetreuungsgeldes. Ein Recht auf Elternteilzeit besteht bis zum 7. Geburtstag des Kindes, allerdings nur für Väter und Mütter in Betrieben mit mehr als 20 Arbeitnehmern. Missbräuche und Diskriminierungen durch Arbeitgeber werden immer häufiger.

 

Trotz vieler Anträge im Parlament wird das Partnereinkommen bei Notstandshilfe und Ausgleichszulage noch immer angerechnet. Das allgemeine Recht auf eine Grundpension für alle Senioren wurde ebenfalls nicht durchgesetzt. Als Zeiten der Kindererziehung gelten pensionsrechtlich maximal nur die ersten 48 Monate nach der Geburt eines Kindes. Bei Geburt eines weiteren Kindes innerhalb von 4 Jahren endet die Kindererziehungszeit des ersten Kindes.

 

„Jeder Mensch hat das Recht, Beruf und Kinder zu vereinbaren“ – Vor allem diese Forderung Nr. 6 aus dem 97er-Volksbegehren sollte auch für künftige Bundesregierungen ein Richtmaß der Familienpolitik sein. Die Anzahl der Kinderbetreuungseinrichtungen hat sich zwar in den letzten 2 Jahrzehnten vergrößert, de facto ist eine echte Vereinbarkeit von Familie und Beruf nur in den urbanen Städten wirklich möglich. In den ländlichen Regionen gibt es weiterhin zu wenige Kindergärten, zu geringe Öffnungszeiten und zu lange Urlaubsperioden, sodass die Eltern vor große organisatorische Probleme gestellt werden und Mütter zumeist auf geringer bezahlte Teilzeitbeschäftigungen angewiesen sind. Bei steigenden Lebenshaltungskosten, Mieten und Gebühren eine zusätzliche Hürde für Jungfamilien.

 

Fazit:  Das Frauenvolksbegehren 1997 hat auf die Familienpolitik der letzten 20 Jahre nur geringe Auswirkungen gehabt. Ein neues Volksbegehren könnte nur dann rechtliche Folgen nach sich ziehen, wenn in der österreichischen Verfassung direkte Demokratie in Form verbindlicher Volksabstimmungen (wie in der Schweiz) normiert wird. Verbesserungen für Frauen und Familien können allerdings auch im Parlament diskutiert und beschlossen werden, dazu müssen aber alle Parteien – unabhängig ihrer Ideologien – an einem Strang ziehen. Dies passiert allerdings gerade bei wichtigen Materien zu selten.

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Trotz 30.000 Unterschriften für echten Tierschutz: Nationalrat beschließt „Tierqualgesetz“.

Am 30. März hat der Nationalrat das neue Tierschutzgesetz beschlossen, und es hat den Anschein, als wäre er auf halbem Wege stehengeblieben, so wie ein Marathonläufer, der nach der Hälfte der Strecke ins virtuelle Ziel abbiegt. So sind einige der von SPÖ, ÖVP und den Neos abgesegneten Normen durchaus als sinnvoll zu betrachten. Der vor allem aus Osteuropa grassierende Welpenhandel im Internet wird durch ein ausdrückliches Verbot verhindert, ausgenommen sind nur Züchter und Tierschutzorganisationen. Würgehalsbänder für Hunde sind ab Mai 2017 ebenso verboten wie das Tätowieren und Färben von Tieren aus modischen oder kommerziellen Gründen. Verpflichtend wird die tierärztliche Kennzeichnung von Zuchtkatzen mittels eines Mikrochips.

 

Dem gegenüber stehen aber zahlreiche Reformvorschläge, die trotz über 600 kritischer Stellungnahmen nicht umgesetzt wurden. Weiterhin zulässig ist die betäubungslose Ferkelkastration. Auch die dauerhafte Rinderanleinung in Ställen wurde nicht beseitigt, sondern durch eine zahnlose Meldepflicht der Bauern ersetzt. Verboten wurde auch nicht die grausame Tötung männlicher Küken. Eingeschränkt wurde auch die Kastrationspflicht für streunende Katzen. Auch der Verkauf von Hunden und Katzen in Zoohandlungen wird nicht rechtlich unterbunden.

 

Alles Punkte, auf die auch der VGT, ÖTV, Robin Hood und zahlreiche andere Tierschutzorganisationen durch Demonstrationen vor dem Parlament, förmliche Stellungnahmen, über 30.000 Unterschriften oder Facebook-Postings aufmerksam machten. Die Mehrheit der Nationalratsabgeordneten ließ sich davon allerdings nicht beeindrucken. Kein Wunder, wenn VGT-Obmann Martin Balluch meint: "Wenn die Politik nicht zuhört und den Tierschutz als politisches Thema zu ignorieren versucht, dann werden wir eben eine Partei für Tiere gründen. In Holland hat eine solche Partei bei den Wahlen kürzlich 3,5 % und damit 5 Sitze im Parlament erreicht, in Australien ist sie ebenfalls im Parlament vertreten." 

 

Abgesehen davon, dass man in Österreich eine Hürde von 4 % überspringen muss: Eine "Partei für Tiere" (inkl. Umwelt oder Menschenrechte) würde garantiert keine unqualifizierteren Beiträge abliefern als so manche aktuelle Parlamentspartei.

 

 

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Fallen beim Kinderbetreuungsgeld: Filialleiterin wird zur Mindestsicherungsbezieherin.

Seit einem Monat ist das neue Kinderbetreuungsgeldgesetz in Kraft, und die Härtefälle aufgrund diffiziler Regelungen häufen sich. Die ORF-Sendung „Heute Konkret“ berichtete über eine erfolgreiche Filialleiterin, die nach der Geburt ihres Kindes zur Mindestsicherungsbezieherin wurde.

 

Die junge Mutter stellte einen Antrag auf einkommensabhängiges Kinderbetreuungsgeld, das ihr allerdings aufgrund einer Krankheit (!) verwehrt wurde. Voraussetzung für den Bezug ist die tatsächliche Ausübung einer sozialversicherungspflichtigen Erwerbstätigkeit in den letzten 6 Monaten vor der Geburt. In dieser Zeit war die Frau allerdings 4 Monate krank und bezog Krankengeld, davon 4 Wochen von der Krankenkasse. 2 Wochen wären aufgrund des Gesetzes nur erlaubt gewesen. Die Frau bekam daher – trotz bestehender Erwerbstätigkeit . einen negativen Bescheid. Sie musste notgedrungen auf eine Pauschalvariante umsteigen und als Alleinerzieherin sogar die Mindestsicherung beantragen, um finanziell über die Runden zu kommen.

 

Es ist nicht die einzige Falle, die durch das von ÖVP-Familienministerin Karmasin zu verantwortende Gesetzesdickicht droht. Die 6-Monate-Frist kann auch durch andere Faktoren unterbrochen werden, so beispielsweise durch eine befristete Tätigkeit oder durch Insolvenz des Arbeitgebers. Echte Zahlen- und Terminspielereien, die über tausende Euro entscheiden, ergeben sich dann, wenn eine Frau nach der Geburt eines Kindes ein zweites erwartet. 

 

Die äußerst mangelhafte KBG-Novelle, die keine Valorisierung des Kinderbetreuungsgeldes vorsieht und für Alleinerzieher sogar die Bezugsfristen gekürzt hat, weist auch gefährliche Schwachstellen im Verfahren auf. So haben die Eltern eines Kindes binnen 14 Tagen ab Antragstellung, die Möglichkeit, die KBG-Variante zu ändern. Passiert aber unabsichtlich ein Fehler im Antrag, dann ist eine Änderung meist ausgeschlossen. Denn die zuständigen Krankenkassen brauchen zumeist mehr als 14 Tage, um den Bescheid auszustellen. Wird dann der Fehler bemerkt, ist die Frist abgelaufen, und eine Berufungsmöglichkeit besteht nicht.

 

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Twinni-Grüne Enzis und Hofmusik: Frühlingserwachen im MQ.

Kommt der Frühling ins Land, dann drängen die Wiener ins Freie, egal ob in die Schanigärten, die Flaniermeilen oder eben in den urbanen Innenhof des Museumsquartiers. Dort warten schon meist die kultigen Sitzmöbel, kurz "Enzis", auf die jungen Hipster, zum Studieren, Flirten oder einfach nur zum Chillen. Seit 2003 stehen im MQ die nach der damaligen Prokuristin benannten Sitzgarnituren, die auch im Ausland bereits für Wien-Promotion sorgten, so im Madrider Museumsdreieck, vor dem Museu d´Art Contemporani de Barcelona, im Gorki-Park in Moskau oder am Düsseldorfer Schadowplatz. Die Farbe wurde auch dieses Jahr wieder per Internet-Voting gewählt. Gewonnen hat Twinni-Grün, vermutlich der politischen Gesinnung der Besucher nicht ganz fremd, mit über 52 % vor Twinniorange und Sportgummirot.

 

Mit den warmen Temperaturen locken unter der Trademark "Hofmusik" auch wieder Bands und Artists in das MQ. Letztes Jahr waren das u.a. Nazar, Leyya oder der Nino aus Wien, 2017 begann der musikalische Reigen mit der Tiroler Indie-Elektronikband "The Nihils", die in Berlin ihr erstes im April erscheinendes Album produzierten. Teile davon, wie die auf FM4 erfolgreiche Single "Breathing", präsentierten sie exklusiv im MQ. Und es dauert nicht mehr lange, bis das "Electro Spring"-Festival (u.a. mit Mavi Phoenix, Motsa und Gerard) vor der Tür steht.  20. und 21. April also terminlich freihalten !

 

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Techno Classic Night: Krems für eine Nacht wieder Epizentrum der Disco-Szene.

Krems war einmal Disco-Hochburg. Anfang der 90er eröffnete das M.A.O. ("Music & Art Organisation), das anfangs unter den Fittichen von Andi Edlinger bzw. Manfred Dollberger und mit groovigem Dancefloor-Sound auch hochkarätige Acts wie Snap und Dr. Alban (und natürlich auch Udo Hubers TV-Hitparade "Die Großen 10") nach Krems lockte. 1999 war die Zeit des Millennium im Gewerbepark gekommen, das mit toller Sound-Anlage, Light-Effects und internationalen Bookings Party-Freaks aus ganz Österreich begeisterte. Zur freitäglichen "Mission 2000" beehrten Techno- und Trance-Ikonen wie Blank & Jones, Scooter, Miss Shiva, Tomcraft oder Cosmic Gate die Donaumetropole, die in allen Belangen überfüllten Saturday Night-Events dauerten bis weit nach Morgengrauen und endeten irgendwo zwischen Parkplatz, Taxistand oder After Hour-Cafe.

 

Diese Zeiten sind längst vorbei. Das Millennium wurde 2007 von Christian Gschwantner "testamentarisch" übergeben. Die Großstadtdiskothek wurde immer wieder neueröffnet, hieß einmal "G", dann "Fifty" oder "Estate", der Erfolg eher periodisch beschränkt bzw. mäßig. Seit ein paar Monaten kann man die Räumlichkeiten für spezielle Events mieten. "Party-Minister" Martin Neger hat dies gemacht und österreichische DJ-Legenden unter dem kongenialen Motto "Techno Classic Night" in die "Event Stage Krems" geladen. Mit dabei: Trance Austrian Dance-Award-Gewinner DJ Observer, DJ Rokis, bekannt aus 90er-Gazometer-Biosphere-Rave-Nächten und DJ Joro, schon damals für seine harten Techno-Beats berühmt-berüchtigt. Dazu als Performer vor dem Mischpult: Die ehrenwürdigen MC´s Spot und Mars.

 

Die Rechnung ging auf: Das altersmäßig bunt gemischte Publikum tanzte schweißtreibend zu den Rave-, Techno-, Trance- und House-Hymnen der Vergangenheit, die - im Gegensatz zu manch anderem Retro-Sound - noch heute state of the art sind. Egal, ob sie jetzt "Loneliness", "Adagio for Strings", "Techno Cat", "Let me show you", "Raining down" oder "Meet her at the Love Parade" heißen. Eine Fortsetzung dieser coolen Party-Reihe dürfte wohl unwidersprochen sein.

 

Allerdings sind derartige periodische Events in der Kremser Region nur ein "Tröpfchen auf dem heißen Stein". Die Club-Diskothek Und Lounge ist seit 2012 geschlossen, die in die Jahre gekommenen Österreich-Hallen dienen aufgrund von Dezibel-Beschränkungen nur mehr als Kulisse für das avantgardistische Donaufestival und diverse Schulbälle, die Indie-Rock-Alternative-Szene hat - durch das Fehlen einer Veranstaltungshalle und kleinerer Bühnen, überhaupt keine Gelegenheit, ihre Künste zu präsentieren. Und das, obwohl die Stadt Krems zahlenmäßig ständig wächst und vor allem während der Semesterzeiten sich tausende urban angehauchte Studenten in der Wachauregion tummeln, die nur auf Parties, Konzerte, Happenings und Festivals warten. Wie lange noch ?

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25 Kremserinnen im öffentlichen Raum: Ausstellung "Frauenplätze" in der Rathaushalle.

Die Kremser Kunsthalle macht noch Pause, jetzt erobern stattdessen Alltagsfotografien die Feingeschmäcker. 25 Frauen wurden für das Fotoprojekt "Frauenplätze" abgelichtet, als Kulisse fungieren u.a. das Steinertor, der Springbrunnen im Stadtpark, die Gozzoburg, der Simandlbrunnen oder der kultige Sprungturm in der Badearena. 

 

Angefertigt wurden die Fotos vom Wiener Fotografen Michael Schmid. Unter den Kremserinnen, die "sich ihren persönlichen Platz im öffentlichen Raum erobert haben", befindet sich auch die grüne EU-Abgeordnete Ulrike Lunacek. 

 

Die Ausstellung wurde am Internationalen Frauentag eröffnet und ist noch bis 24. März in der Kremser Rathaushalle zu sehen. 

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Zu Gast bei den „Falter“-Stadtgesprächen: Datenschützer und Facebook-Kläger Max Schrems.

Der österreichische Jurist und Datenschützer Max Schrems schaffte es im Jahr 2016 in der Rubrik „Gesetz und Politik“ unter die „Top 30 unter 30“-Liste des Wirtschaftsmagazins „Forbes. Kein Wunder, sein rechtlicher Kampf als „David“ gegen den Social Media-„Goliath“ Facebook kam weltweit in die Schlagzeilen.  Dementsprechend oft wird er auch für internationale Vorträge gebucht. Im Rahmen der „Falter“-Stadtgespräche nahm sich Schrems auch Zeit, vor mehr als 450 Besuchern im AK-Bildungsinstitut zu referieren und gemeinsam mit Journalist Peter Huemer über Datenschutz, Fake News und Social Media-Gefahren zu diskutieren. 

 

Jeder Bürger habe ein Recht auf informationelle Selbstbestimmung, so Schrems. Naive Behauptungen wie „Ich habe nichts zu verbergen“ beantworte er gerne mit dem Satz „Dann hast du ein langweiliges Leben“. Der juristische Streit mit Facebook began 2011, als Schrems von seinem Auskunftsrecht Gebrauch machte und dann ein 1222 Seiten-PDF-Dokument erhielt, bei dem auch Daten aufschienen, die er eigentlich schon gelöscht hatte bzw. die er selbst nie angegeben hatte. Aktuell läuft eine Sammelklage gegen Facebook, bei der sich 25.000 Personen angeschlossen haben. Diese fordern je 500 Euro Schadenersatz wegen Verletzung von Datenschutzbestimmungen. 

 

Einen wichtigen Sieg gegen Datenmissbrauch hat Schrems schon errungen. So wurde im Jahr 2015 das sogenannte „Safe Harbor“-Abkommen vom EuGH für ungültig erklärt und somit der bisherige Datentransfer von der EU Richtung USA für rechtswidrig befunden. Das neue „Privacy Shield“-Abkommen dürfte aber ähnliche Mängel enthalten. 

 

Schrems thematisierte auch die „Filterblasen“-Problematik bei den Sozialen Medien und befürchtet, dass sich diese mit fortschreitender Technisierung noch verstärken werde. Es sei nicht ausgeschlossen, dass es noch zu einer intensiveren Personalisierung kommen werde und Bürger nicht nur im Wirtschaftsverkehr, sondern auch in der Politik perfekt zugeschnittene Botschaften erhalten, die deren Denkweisen noch mehr verstärken. 

 

Die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung werde im Mai 2018 in Kraft treten, der Kampf gegen die Internet-Oligopole sei aber noch lange nicht gewonnen. Persönlich wünscht sich Schrems ein europäisches Datenschutzzentrum, das als NGO konzipiert ist. Wäre vermutlich auch ein ideales Betätigungsfeld für den charismatischen Juristen.

 

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Versetzungen und Diskriminierungen: Arbeitgeber torpedieren Elternteilzeit junger Mütter.

Steigende Lebenshaltungskosten, eine komplizierte Vereinbarkeit von Familie und Beruf, keine Valorisierung der Transferleistungen, sinkende Reallöhne. Junge Familien wird das Alltagsleben immer schwerer gemacht. Umso ärgerlicher ist es dann, wenn auch die Rechte junger Mütter im Arbeitsverhältnis missachtet werden und diese aufgrund der Angst um ihren Job vor einer gerichtlichen Geltendmachung zurückschrecken.

 

Immer häufiger klagen Frauen über die im Mutterschutzgesetz geregelte Elternteilzeit, die es Eltern ermöglicht, ihre Arbeitszeit zu reduzieren bzw. zu verändern, um besser ihre Kinder betreuen zu können. Ein gesetzlicher Anspruch auf Elternteilzeit besteht bis zum 7. Geburtstag des Kindes für alle Arbeitnehmer, die in einem Betrieb mit mehr als 20 Arbeitnehmern beschäftigt sind und deren Arbeitsverhältnis bereits 3 Jahre ununterbrochen gedauert hat. Liegen diese Voraussetzungen nicht vor, kann mit dem Arbeitgeber (ohne Rechtsanspruch) eine Teilzeitbeschäftigung bis zum 4. Lebensjahr des Kindes vereinbart werden.

 

Der sinnvolle Zweck der Elternteilzeit wird aber durch viele Arbeitgeber insofern vereitelt, als diese Mütter auf beruflich untergeordnete Tätigkeiten versetzen oder deren Arbeitsbedingungen drastisch verschlechtern. So verlor eine Marketingchefin ihre Leitungsfunktion mit der billigen Ausrede, Führungspositionen lassen sich nur in Vollzeit ausüben. Eine Buchhalterin musste die Elternteilzeit einklagen, danach saß sie in einem kleinen Kammerl und musste Zeitschriften in Excel-Listen eintragen. Eine langjährige Modeverkäuferin wurde in der Elternteilzeit nur mehr als Springerin eingesetzt.

 

Die Arbeiterkammer hat im Zeitraum von 3 Monaten knapp 80 Fälle von Diskriminierungen aufgrund von Elternschaft registriert, die Dunkelziffer ist vermutlich viel höher. So ist auch mehr als fraglich, ob bei derartigen Unternehmenskulturen Arbeitnehmerinnen nach Ablauf der Elternteilzeit dieselbe Tätigkeit in gleichem Ausmaß wie vor Inanspruchnahme zugeteilt wird. Was ihnen rechtlich zusteht.

 

Auf derartige Missbrauchsfälle muss der Gesetzgeber mit einem Maßnahmenpaket reagieren. So sollte der Arbeitgeber bei Versetzungen während bzw. nach der Elternteilzeit verpflichtet werden, vorher eine gerichtliche Zustimmung einzuholen, dazu ein schnellerer Zugang zum Recht inklusive geringerer Gerichtsgebühren und hohe Geldstrafen für Arbeitgeber bei nachgewiesener Diskriminierung. Wenn die Elternteilzeit schon so kompliziert geregelt ist wie in der aktuellen Version, dann sollen Verstöße auch streng geahndet werden. Die Jungfamilien werden es uns danken.

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Alleinerziehende in finanziellen Nöten: Frauen-Demo für ein neues Unterhaltsrecht !

Steigende Lebenshaltungskosten, Rekordarbeitslosigkeit, hohes Stress- und Burn-Out-Risiko und eine immens schwierige Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Alleinerziehende, zu 93 % Frauen, haben es nicht leicht in Österreich. 42 % sind armutsgefährdet, 15 % sogar Mindestsicherungsbezieher. Dies hat auch Auswirkungen auf die Kinder, die mehr als doppelt so oft von Armut betroffen sind als Kinder aus Zweielternfamilien und naturgemäß vor allem bei Bildung und Gesundheit Defizite aufweisen können.

 

Maria Stern, die Obfrau des Forums Kindesunterhalt, organisierte aus Anlass des Internationalen Frauentages eine Demonstration vor dem Wiener Parlament, bei der sich zahlreiche Unterstützer, teilweise auch mit ihren Kleinkindern und Babies versammelten, um vor allem auf Mängel im geltenden Unterhaltsrecht aufmerksam zu machen.

 

Eine zentrale Forderung ist die Abschaffung der §§ 16 und 19 Unterhaltsvorschussgesetz, aufgrund der Alleinerziehende durch Unterhaltsherabsetzungs-Anträge (die zu einer langwierigen Innehaltung des finanziellen Anspruchs führen) oft vor dem finanziellen Ruin stehen. Kritisiert wird auch die Beschränkung des Unterhaltsvorschusses auf Minderjährige. Über 18jährige Schüler und Studenten haben keinen Anspruch auf einen Unterhaltsvorschuss, Unterhaltsvorschuss wird auch dann nicht gewährt, wenn kein vollstreckbarer Unterhaltstitel gegen den Unterhaltsverpflichteten vorliegt. Trotzdem steigen die Unterhaltsvorschüsse jährlich. Im Jahr 2015 bezogen 46019 Kinder einen Gesamtbetrag von über 113 Millionen Euro. Die Rückzahlung betrug rund 68 Millionen Euro.

 

Dessen ungeachtet erhalten 54 % der Kinder zu wenig und 18 % der Kinder gar keine Alimente oder Unterhaltsvorschüsse. Maria Stern fordert daher eine Reform des Unterhaltsrechts. Jedes Kind soll eine Unterhaltssicherung in Höhe der altersgemäßen Regelbedarfssätze erhalten, die jährlich an die Inflationsrate angepasst werden sollten. Die Auszahlung soll nicht mit der Volljährigkeit enden, sondern sich nach der Familienbeihilfe-Dauer richten. Was von den Unterhaltspflichtigen nicht geleistet werden kann, soll vom Staat als Investition in die Zukunft aufgestockt werden. 

 

Ein unkompliziertes, faires Modell, das armutsgefährdeten Familien hilft und schnell im Parlament umgesetzt werden könnte. Im neuen Regierungsprogramm steht davon leider nichts. Der Slogan der Demonstranten „Die Geduld der Alleinerziehenden ist die Macht der Gesetzgeber“ ist nicht unbegründet. Und trifft auch auf viele andere Gesetzesmaterien zu.

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Familienrecht: Neues Kinderbetreuungsgeld-Konto, aber weiterhin keine Inflationsabgeltung !

Achtung Babies ! Es gelten neue Rechtsvorschriften für Geburten ab 1. März. Im Mittelpunkt steht dabei das Kinderbetreuungsgeldgesetz. Die bisherigen 4 Varianten des Kinderbetreuungsgeldes werden ersetzt durch ein flexibles Kinderbetreuungsgeld-Konto.

 

Die Eltern können dabei selbst wählen, wie lange sie innerhalb einer bestimmten Zeitspanne Kinderbetreuungsgeld beziehen wollen. Diese beträgt 365 bis 851 Tage bzw. 456 bis 1063 Tage, wenn beide Elternteile die Familienleistung beziehen. In der kürzesten Variante mit 365 Tagen beträgt das Kinderbetreuungsgeld 33,88 Euro täglich, in der längsten 14,53 Euro. Prinzip: Je länger es bezogen wird, desto geringer der monatliche Betrag. Der Gesamtbetrag liegt je nach Beteiligung des zweiten Elternteils zwischen 12365 und 15449 Euro.

 

Die mit dem Antrag festgelegte Konto-Variante kann pro Kind einmal geändert werden. Ein Wechsel im Bezug zwischen den Elternteilen kann nur zweimal erfolgen, wodurch sich maximal 3 Bezugsblöcke ergeben können. Die Zuverdienstgrenze pro Kalenderjahr beträgt 60 % der Einkünfte des Kalenderjahres, mindestens aber 16200 Euro.

 

Unverändert bleibt das sogenannte einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld. Dieses kann 365 bzw. 426 Tage in Anspruch genommen werden und beträgt jeweils 80 % des Wochengeldes. Voraussetzung ist die tatsächliche Ausübung einer sozialversicherungspflichtigen Erwerbstätigkeit in den letzten 182 Kalendertagen vor der Geburt des Kindes. Maximal gebühren 66 Euro täglich, die Zuverdienstgrenze liegt etwas über der Geringfügigkeitsgrenze und beträgt 6800 Euro pro Kalenderjahr.

 

Ein gleichzeitiger Bezug des Kinderbetreuungsgeldes ist für maximal 31 Tage zulässig. Teilen sich die Eltern den Bezug zu annähernd gleichen Teilen (50:50 bis 60:40), haben beide einen Anspruch auf einen Partnerschaftsbonus von 500 Euro. Für Väter wird ein Familienzeitbonus von 22,60 Euro pro Tag gewährt, beschränkt auf 1 Monat binnen 91 Tagen ab der Geburt des Kindes. Ein Rechtsanspruch auf diesen „Papamonat“ gegenüber dem Arbeitgeber besteht allerdings nicht. Der Betrag wird außerdem auf das Kinderbetreuungsgeld angerechnet.

 

Die Auszahlung des Kinderbetreuungsgeldes erfolgt monatlich im nachhinein. Sie ruht allerdings, sofern gleichzeitig ein Anspruch auf Wochengeld besteht. Während des Bezugs ist der jeweilige Elternteil krankenversichert. Zu beachten ist, dass die arbeitsrechtliche Karenz nur bis zum 2. Geburtstag des Kindes dauert, der Anspruch auf Kinderbetreuungsgeld theoretisch länger (bis 28 bzw. 35 Monate) bestehen kann. 

 

Voraussetzung für den vollen Bezug des Kinderbetreuungsgeldes sind 5 Untersuchungen der werdenden Mutter und die ersten 5 Untersuchungen des Kindes. Ohne Nachweis kann es zu Rückforderungen bis zu 1300 Euro pro beziehendem Elternteil kommen.  

 

Fazit: Das neue Kinderbetreuungsgeld-Konto mag zwar flexibler sein, Mankos bestehen aber weiterhin. Vor allem Alleinerzieherinnen sind mit einer kürzeren Bezugsdauer konfrontiert. Für Mehrfachgeburten wird nur ein 50%-iger Zuschlag ausgezahlt, und das nur bei der pauschalen Variante. Bei Folgegeburten endet der Anspruch auf Kinderbetreuungsgeld für das ältere Kind mit der Geburt des jüngeren Kindes. Was junge Familien aber besonders ärgert ist, dass die Bundesregierung die Novelle nicht dazu genützt hat, die Höhe des Kinderbetreuungsgeldes an die Inflationsrate anzupassen.

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"We were so turned on" - David Bowie-Benefizkonzert in der Wiener Arena.

Schrill, extravagant, androgyn, schick, poppig, avantgardistisch. Die Attribute, die man dem Musik-Chamäleon David Bowie zuschreiben kann, sind vielfältig. Umso trauriger war der frühe Tod des Londoner Ausnahmekünstlers im Januar 2016. 

 

Unter dem Motto "We were so turned on" organisierte die Balkan-Jazz-Sängerin Vesna Petkovic in der Wiener Arena eine David Bowie-Tribute Show, die unter einem guten Zweck stand. Der gesamte Reinerlös fließt in den Dachverband Hospiz Österreich.

 

Petkovic selbst performte mit der Grazer Sängerin Marina Zettl den ansonsten von Frauen selten gesungenen Bowie-Debüt-Hit "Space Oddity". Michael Vatter becircte das "China Girl" und den "Starman", "Base"-Leadsänger Norbert Wally wagte sich gemeinsam mit Petkovic an das Mercury-Bowie-Duett "Under Pressure". Begeistert von der vollen Arena-Audienz zeigte sich 80er-Popstar Günter Mokesch (aka Mo), der inmitten von Original Videoclip-Visuals "Let´s dance" und "Absolute Beginners" zelebrierte. Rock-Legende Andy Baum kritisierte vor seinem Auftritt die rassistisch-menschenverachtende Politik Trumps, kongenial zu Bowies-Soundtrack-Hit "This is not America", und setzte mit dem berlinangehauchten Kult-Track "Heroes" auch den finalen Schlusspunkt dieser fast 3stündigen Tribute-Show.

 

Fazit: 24 coole Bowie-Tracks, Arena fast ausverkauft, hoher Reinerlös für kranke Patienten. Experiment somit gelungen.

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"Make Love, Not Walls" - HTL Krems polarisiert beim Faschingsumzug mit Trump-Messages.

Wieder Massenandrang beim traditionellen Faschingsumzug in der Kremser Innenstadt, an dem sich dieses Jahr immerhin 24 Gruppen (und damit mehr als in Wien) beteiligten. An der Spitze thronten die "Superhelden" der SPÖ, die sich damit bereits für die Gemeinderatswahl strategisch ins Bild setzten. Judith Aigner parodierte den bald abtretenden Landeskaiser, die Volksschule Egelsee widersetzten sich progressiv den Bildungsproblemen Österreichs und verkleideten sich als "Einsteins". Das bedeutete auch den ersten Platz bei der Maskenjury.

 

Den Preis hätte sich aber auch die HTL Krems verdient, die mit "Pro Trump" und "Make Love, not Walls, no Trump"-Messages den umstrittenen US-Präsidenten beim Karnevalszug thematisierten. Obama und Merkel durften auch nicht fehlen. Bis tief in die Nacht sorgte Apres Ski-DJ Matty Valentino für lautstarke deutsche Schlager am Pfarrplatz.

 

Wird etwas geboten, dann kommen auch Leute. Dies sollte auch ein Wink für Gemeindepolitiker, Veranstalter und Gastronomen, ein "Summer in the City" a la St. Pölten zu konzipieren. Die Altstadt braucht Frequenz mehr denn je.

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Fotogallery: Faschingsumzug im Wiener Prater.

Zum zweitenmal fand im Wiener Prater ein Faschingsumzug statt, der von der Zufahrtsstraße bis zum Riesenradplatz führte. Mit dabei 15 Fahrzeuge, 400 Narren und lautstarke Beats von Andi Gabalier bis hin zur Rocky Horror Picture Show. Und das bei schönstem Frühlingswetter.

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Kühle Sound-Ästhetik aus London: The XX live in der ausverkauften Marxhalle.

Massenandrang in der ausverkauften Marx-Halle, und das obwohl man beim Sound nicht von "Music for the Masses" sprechen kann. Einem Album-Titel einer Formation (Depeche Mode), die bei ihren ruhigen, melancholischen Stücken durchaus "The XX" ähnelt.

 

Die 2005 gegründete Band aus Südlondon performte ihre ersten Konzerte im Dunkeln, aus Schüchternheit und Angst vor dem Publikum. Die hat sich seit dem neuen Album "I see you" etwas gelegt. Schneller die Beats, fröhlicher die Grundstimmung. Verantwortlich dafür ist der Soundtüftler der Band, Jamie Smith alias Jamie XX, der vor 2 Jahren ein vielumjubeltes Solo-Album "In Colour" produzierte und bei den Konzerten im Background Keyboard und Drum-Computer bedient. Für eindringliche Vocals sorgen vor den Mikros Gitarristin Romy Madley Croft und Bassist Oliver Sim. 

 

Die Aura cool, verrucht, atmosphärisch, verstärkt durch Spiegel-Reflektionen und durch die kühle Ästhetik der Marx-Halle. The XX sind eine von drei UK-Bands, die in Amerika Goldstatus erlangt haben, und sie begeistern auch die hippen Wiener Alternative-Freaks. Egal, ob mit neuen Perlen wie dem Opener "Say Something Loving", dem lasziven "Lips" und der Dance-Single "Hold on" (mit dem Hall&Oates-Sample) oder mit älteren Werken wie "Crystalised", "Angels" oder dem Instrumental-Track "Intro". Jamie XX-Solo-Hit "Loud Places" durfte neben einem Drake-Cover auf der Set-List natürlich nicht fehlen. Man kann auch mit (unkünstlicher) Zurückgezogenheit und Understatement viel erreichen und bewirken. In oberflächlichen und lauten Zeiten wie diesen wichtiger denn je.

 

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Tribute Night im ausverkauften U 4: „Die Goldfisch“ zelebrieren Falcos 60. Geburtstag !

„Einmal wird der Tag kommen, die Donau außer Rand und Band. Im U4 geigen die Goldfisch´, der Bruno längst im sich´ren Land, der Hannes a.“ - Zeilen aus „Ganz Wien“, jener Hymne der 80er, die den Zeitgeist der Wiener Szene geprägt und einem gewissen Johann Hölzel alias Falco ein Katapult zum Weltstar geliefert hat. Am 19. Februar 2017 hätte Falco seinen 60. Geburtstag gefeiert. Leider ein fiktives Datum, denn der aus dem 5. Wiener Gemeindebezirk stammende Sänger, der einst mit „Rock me Amadeus“ Platz 1 und mit seinem Album „Falco 3“ Platz 3 der damals rock-soul- und danceorientierten US-Charts erreichte, starb am 6. Februar 1998 bei einem Autounfall in der Dominikanischen Republik. Seitdem ist viel Zeit vergangen, unzählige Dokumentationen, Greatest Hits-Alben, DVD´s und Bücher zeugen davon. Seine Popularität ist allerdings ungebrochen und erreicht immer neue Generationen.

 

Wie jedes Jahr zelebrierten „die Goldfisch“, ehemalige Mitglieder der Falco-Band unter der Leitung von Thomas Rabitsch, im Wiener Kult-Club U 4 eine Party zu Ehren des verstorbenen Freundes und Superstars. Unterstützt werden sie dabei am Mikro von bekannten Sängern und Schauspielern, die ohne Playback und live sich an den schwierig zu singenden Tracks Falcos versuchen. Anlässlich des 60ers gleich dreimal hintereinander im ausverkauften Ex-Underground-Club. 

 

Als Leading Voice fungiert der live-erprobte Alkbottle-Sänger Roman Gregory, der mit den Kult-Hits „Helden von Heute“ und „Ganz Wien“ das altersmäßig bunt gemischte Publikum mitriss. Hip Hopper Skero wählte „Auf der Flucht“ und „Der Kommissar“, Birgit Denk das dekadente „Titanic“ und Russkaya-Sänger Gerogij die dämonisch angehauchten Tracks „Dance Mephisto“ und „No Time for Revolution“. Faszinierend die Darbietung der Schauspielerin und Sängerin Edita Malovcic alias Madita, die „Nachtflug“ kühl-elitären Flair verschaffte. Im kongenialen Duett mit Falco selbst, der immer wieder live auf den Videoscreens eingeblendet wurde. Eine tolle Figur bot auch der Schauspieler Johannes Krisch mit „It´s all over now Baby Blue“, einst letzter Track beim legendären Donauinselkonzert im Jahr 1993.

 

Natürlich wurden im Rahmen der Tribute-Night auch neue Falco-Artikel präsentiert. Porträts von Martin Sonnleitner, eine Graphic Novel von Reinhard Trinkler, das neue „Falco 60“-Greatest Hits Album oder eine Falco-Briefmarke. Hat alles seine Berechtigung. Im Gegensatz zu diversen halbwahren oder erfundenen Geschichten über seinen Tod, die immer wieder in die Medien gestreut werden. Türsteher-Legende und Fotograf Conny de Beauclair, ein enger Freund Falcos, der aus Anlass seines 65. Geburtstages auf der Bühne mit einer Torte überrascht wurde, bringt es auf den Punkt: „Man soll die schönen Seiten Falcos genießen und die tolle Musik, die er gemacht hat.“ Word !

 

Videos auf meinem YouTube-Kanal:

 

https://www.youtube.com/user/OliverPlischek/videos

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12 Stunden Arbeitszeit – Und wer kümmert sich dann um die Kinder ?

„Die Bundesregierung arbeitet gemeinsam mit den Sozialpartnern an der Lösung der Frage der Arbeitszeitflexibilisierung unter Berücksichtigung der Interessen der Arbeitnehmer und Arbeitgeber“ – So amikal klingt es im aktuellen Arbeitsprogramm „Für Österreich“, das uns die Bundesregierung vor ein paar Wochen vorgelegt hat. 12 Stunden Arbeit sollen ab Inkrafttreten der entsprechenden Gesetze (leichter) möglich sein. Das mag für einige Berufsgruppen auch durchaus positiv sein, an die Familien und vor allem an die vorwiegend kindererziehenden Frauen hat man dabei aber überhaupt nicht gedacht. 

 

Denn wo bringt die Mutter während dieser Zeit die Kinder unter ? Die Statistik Austria hat für das Berichtsjahr 2014/2015 ermittelt, dass von insgesamt 9058 Kindertagesheimen (= Krippen, Kindergärten, Horte und altersgemischte Betreuungseinrichtungen) gerade einmal 5,46 Prozent länger als 12 Stunden geöffnet haben. Der Großteil davon befindet sich in Wien, wo 54,56 % diese Leistungskapazität erreichen. Wien ausgenommen haben nur 1,94 % (!!!) der Kindertagesheime länger als 12 Stunden geöffnet, in Burgenland gar keines, in Niederösterreich 1,09 %. Ähnliche Probleme ergeben sich bei volksschulpflichtigen Kindern, da derzeit nur 23 % der Schulen ganztägig geöffnet sind.

 

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird für Mütter durch die Arbeitszeitflexibilisierung noch schwieriger. Und natürlich auch die Karrierechancen, die aufgrund des (scheinbar) geringeren Einsatzes schwinden. Eine Liberalisierung ist also nur dann sinnvoll, wenn endlich flächendeckend in Österreich Kinderbetreuungseinrichtungen mit ausreichenden Öffnungszeiten vorhanden sind. Ansonsten bleiben vor allem die Frauen auf der Strecke, die sich nicht nur mehr abhetzen müssen, sondern aufgrund der weiter zunehmenden Teilzeitquoten mit Lohn- und Pensionseinbußen zu kämpfen haben.

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„In mir drin bleib i immer a Wiener“- Umjubeltes Heimkonzert von Rainhard Fendrich in der Wiener Stadthalle.

Für einen Künstler ist es immer etwas Besonderes wenn er in seine Heimatstadt zurückkehrt und dort seinen Fans eine Audienz gewährt. So einer wie Rainhard Fendrich, 1955 in Wien geboren, kann sich selektiv glücklich schätzen. Tosender Applaus von ca. 8000 Fans in der Wiener Stadthalle, noch bevor der erste Ton erklungen ist. Passend zum Hirscher-WM-Sieg startet Fendrich gleich seine Show mit dem 80er-leistungskritischen Song „Es lebe der Sport“, um dann mit „Haben Sie Wien bei Nacht“ zum ersten Mal seinen Geburtsort zu glorifizieren. Das geniale Peter Patzak-Video mit den „Dritte Mann“-Sequenzen bewundert er heute noch.

 

Die neue Tour steht – wie das neue Album – unter der Trademark „Schwarzweiß“ und ist auch eine Abrechnung mit der gegenwärtigen Politik. Zitate und klare Botschaften werden als Moderation zwischen den Songs eingeplant. Beispiel: „Wenn die Macht der Liebe die Liebe zur Macht überwindet, erst dann wird es Frieden geben.“ – Copyright Jimmy Hendrix. Oder „Asyl ist ein europäsches Menschenrecht“ bzw. „Rassismus ist Verbrechen“. Sic est.

 

Fendrichs 84er-Song „Frühling in Berlin“, geschrieben zu einer Zeit, als die beiden Stadtteile noch durch eine Mauer getrennt waren, bringt das Publikum zum Nachdenken, dass Mauern einfach keine Lösung im 21. Jahrhundert sind. Wie aktuell sein „Tango Korrupti“ aus den späten 80ern noch immer ist, zeigen die aktuellen Eurofighter-Anzeigen. Aufs Korn genommen wird auch die Digital Generation. Im Eröffnungssong des neuen Albums „Wenn du was willst“ kritisiert Fendrich, dass es keine echten Freundschaften mehr gibt und die Leute nur mehr smsen und chatten. Zitat: „Smartphones haben einen Vor- und einen Nachteil: Man ist immer errreichbar.“

 

Bereits im ersten Teil der Show laufen die eigentlich österreichkritische heimliche Bundeshymne „I am Austria“, die Fendrich von rechtspopulistischen Kräften missbraucht sieht, „Malibu“ und sein größter internationaler Hit „Macho Macho“, der es in Deutschland bis auf Platz 2 geschafft hat. Nach 20 Minuten Pause folgt die „Unplugged Session“, verpackt darin die 80er-Frühzeit-Hits „Zweierbeziehung“, „Oben Ohne“ und „Strada del Sole“, bei der das altersmäßig bunt gemischte Publikum fröhlich mitsingt. Humor haben auch neue Songs von Fendrich („Ich will Leute zum Lachen bringen. So wie einst Nestroy“) wie das reggaelastige „Lieselotte“ oder „Sugardaddies“. Kuschelrock-Feeling und Feuerzeug-Atmosphäre kommen dagegen vor allem bei „Manchmal denk i noch an di“, „Tränen trocken schnell“, „Vü schener ist des G´fühl“ und „Bergwerk“ auf, nach dem Fendrich wieder hinter die Showbühne tritt.

 

Mehr als 30 Songs stehen auf der Setlist des über 2,5 Stunden langen Konzerts in der Wiener Stadthalle. Bei den Zugaben strömte das Publikum von den Sitzplätzen Richtung Bühne. Es schallt „Blond“, „Schickeria“ und „Löwin und Lamm“. Und ein neues Lied des Wiener Unterhaltungskünstlers (Eigenbezeichnung), das vermutlich sein inneres Seelenleben kennzeichnet: „Doch in mir drin bleib i immer a Wiener, Ihr kennts mi gern haben, aber sicher net verbiagn.“ Wien hat ihn gern, mehr denn je.

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Kostenfalle für Familien: Private Kinderbetreuungskosten sind ab 2017 nur bei einer 35 Stunden-Mindestausbildung der Babysitterin steuerlich absetzbar

Keine leichte Zeit für Familiengründungen: Familienbeihilfe und Kinderbetreuungsgeld werden weiterhin nicht an die Inflationsrate angepasst, Mieten, Gebühren und Lebenshaltungskosten steigen. Bei vielen Familien müssen beide Elternteile arbeiten, um finanziell über die Runden zu kommen und werden obendrein mit nicht ausreichenden Öffnungszeiten öffentlicher Kinderbetreuungseinrichtungen konfrontiert.

 

Als Draufgabe wird jetzt noch die steuerliche Absetzbarkeit privater Kinderbetreuungskosten eingeschränkt. Seit 2009 können diese bis zu einem Betrag von 2300 Euro in der Arbeitnehmerveranlagung geltend gemacht werden. 2015 nutzten 166.000 Menschen diese Möglichkeit, insgesamt wurden dabei 73 Millionen Euro steuerlich abgesetzt.

 

Ab 2017 allerdings gelten verschärfte Qualifikationskriterien für die Geltendmachung privater Kinderbetreuungskosten. Die Betreuungsperson muss das 18. Lebensjahr vollendet haben und eine Ausbildung zur Kinderbetreuung und Kindererziehung im Mindestausmaß von 35 Stunden nachweisen. Dies entspricht der pädagogischen Qualifizierung von Tagesmüttern. Die Ausbildung kann ausschließlich bei Organisationen absolviert werden, die auf der Website des Familienministeriums veröffentlicht sind.

 

Der 35 Stunden-Nachweis gilt auch für Au-Pair-Kräfte, die Erfahrung durch einen früheren Aufenthalt reicht nicht aus. Einzige Erleichterung: Eine vollständige steuerliche Absetzbarkeit ist möglich, wenn die Au-Pair-Kraft die Ausbildung innerhalb der ersten zwei Monate absolviert hat.

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Jennifer Rostock im ausverkauften Wiener Gasometer: Power-Rock mit eindeutigen Polit-Messages.

„2800 Besucher – Wir sind ausverkauft !“ – Jennifer Weist freute sich euphorisch, als sie diese Botschaft in der dichtgedrängten Planet Music Hall im Wiener Gasometer verkündete. Und das, obwohl das Konzert der Wahlberliner Rockband Jennifer Rostock zuvor noch in der kleineren Arena platziert wurde. Und nicht nur die Band, die sich vor einigen Songs ein schnelles Schnapserl genehmigte, kam voll auf ihre Kosten, sondern auch das mehrheitlich weibliche junge Publikum. 90 Minuten lang deutscher Power-Electro-Punk-Rock, garniert mit zahlreichen Showeinlagen und politischen Messages.

 

„Ich bin nicht von hier, du bist nicht von hier, wir sind nicht von hier, wir sind alle nicht von hier, es geht doch um den Menschen, was sind Pässe aus Papier, wir teilen uns diese Erde, komm wir teilen uns noch ein Bier“ – So zum Beispiel im Refrain ihrer brandneuen europakritischen Hymne „Wir sind alle nicht von hier“. Jennifer Rostock sind – vielleicht etwas naive – Anhänger einer uneingeschränkten Willkommenskultur, stehen aber dazu. Ebenso wie gegen die AfD, die sie in einem 2 Minuten langen YouTube-Video offen kritisiert haben und dann mit Mordaufrufen konfrontiert wurden. 

 

Frontfrau Waist, sexy gekleidet mit Bikini und Baströckchen, appelliert an das Publikum, das zu tragen, was man will. Auch ein Kopftuch. Während der Show enthüllt sie die Regenbogenflagge, bezeichnet Trumps Politik als Bullshit und fordert die Fans per Stinkefinger auf, „Nazis Raus“ zu skandieren. Recht so. 

 

Derartig klare Positionierungen sind selten im deutschen Sprachraum, machen aber den Sound der 2008 gegründeten Band trotzdem nicht zur Nebensache. Auf der Set-Liste standen neben den älteren Hits „Mein Mikrofon“, „Feuer“ oder dem eindrucksvollen „Ein Schmerz und eine Kehle“ vorwiegend Titel aus der kürzlich erschienen neuen CD „Genau in diesem Ton“. 

 

Inmitten von Konfetti-Kanonen, Mitgröhl-Tracks und Pogo Dancing wurde es auch etwas romantischer, als die Sängerin die Stages wechselte und unplugged „Irgendwo anders“ und „Jenga“ präsentierte. Schlusspunkt – nach 3 Zugaben – war die electro-angehauchte Feminismus-Hymne „Hengstin“. Dort heißt es wortwörtlich: „Ich bin kein Herdentier, nur weil ich kein Hengst bin.“ Das kann man getrost blind unterschreiben. 

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Superstar Falco: Seine Wurzeln liegen in Margareten.

Hans Hölzel, geboren am 19. Februar 1957, erreichte im Jahre 1986 den Pop-Olymp: Seine Mozart-Hymne "Rock me Amadeus" stieg, unterstützt durch ein geniales DoRo-Video, auf Platz 1 der US-Charts und blieb 3 Wochen lang an der Spitze. Falco wusste schon zu diesem Zeitpunkt, dass er dieses Kunststück – auch in England und in ganz Kontinentaleuropa belegte er Platz 1 – nie wieder erreichen könne und dass ihm Medien, Neider und Konkurrenten diese riesige Messlatte Zeit seines Lebens vorhalten würden.

 

Die bowie-eske Kunstfigur Falco stand arrogant darüber, der Mensch Hans Hölzel vermutlich nicht. Schwere Alkohol- und Drogenabstürze, familiäre Tragödien (wie das nicht von ihm gezeugte Kind), abgesagte Konzerttourneen und teils schwache Plattenverkäufe kennzeichnen die Zeit nach dem großen Falco-Hype. Wobei gerade die Masse ja oft irrt, ohne jetzt aktuelle Beispiele zu nennen. "Data de Groove" war künstlerisch ein Meisterwerk und sogar Thema in der "Schule der Dichtung" und in literarischen Zirkeln, mit der "Titanic" kehrte die Dekadenz zurück in die Szene, beim Wiener Donauinselfest lagen Falco 150.000 Zuschauer zu Füßen (bis ein Gewitter dem Konzert ein Ende setzte), und mit seinen letzten beiden zu Lebzeiten veröffentlichten Songs "Mutter, der Mann mit dem Koks ist da" und "Naked" eroberte Falco sogar die grassierende Love Parade-Generation.

 

Die Wurzeln des Falken liegen mitten in Wien, im 5. Bezirk Margareten. Dort wohnte Falco mit seinen Eltern in der Ziegelofengasse 26, heute schon durch einen Neubau ersetzt. Gegenüber, in der Ziegelofengasse 37, hatte seine Großmutter eine Wohnung, die er später zwischen 1974 und 1982 bezog und wo er u.a. seinen ersten Mega-Hit "Der Kommissar" schrieb. Im selben Haus befindet sich auch das urige Wiener Wirtshaus "Zum alten Fassl", wo Falco seine theoretischen Untergangsvisionen manchmal im Rausche der Nacht mit harten Drinks in die Praxis umsetzte.

 

Die wurden ihm schlussendlich auch zum Verhängnis: Am 6. Februar 1998 verunglückte Falco bei einem Autounfall in der Dominikanischen Republik tödlich – mit 1,5 Promille und einigen Drogen im Blut. Beim Begräbnis auf dem Wiener Zentralfriedhof gaben ihm mehr als 4000 Fans und Freunde die letzte Ehre, den Sarg trugen die "Outside Austria"-Rocker vom "Amadeus"-Clip. Posthum wurde der eher durchschnittliche Song "Out of the Dark" zu einem der größten Falco-Hits. Oft feiert man in Wien die "schene Leich" lieber als das süße Leben. Tja, Ganz Wien ist so herrlich hin, hin, hin. Das wusste Hans bereits Ende der 70er...

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Arbeitsprogramm „Für Österreich“: Kanzler-Positionierung als „Macher“, aber ohne Rücksicht auf eigene Werte und Grundrechte.

Polit-Experten, Journalisten und auch die Bevölkerung rechneten mit einem Koalitionsbruch und mit Neuwahlen, tatsächlich aber präsentierte die Bundesregierung nach nächtelangen Verhandlungen ein neues Arbeitsprogramm mit dem Titel „Für Österreich“. Dieses enthält zahlreiche neue Maßnahmen, die in den nächsten 18 Monaten umgesetzt werden sollen. Die Schwerpunkte „Zukunft der Arbeit und des Standorts“, „Bildung und Innovation“, „Energie und Nachhaltigkeit“, „Sicherheit und Integration“ bzw. „Modernisierung von Staat und Gesellschaft“. 

 

Am 31. Jänner wurde durch den Nationalrat eine Entschließung von SPÖ und ÖVP verabschiedet, in der sie in einer namentlichen Abstimmung bei 167 abgegebenen Stimmen mit 99 Ja- zu  68 Nein-Stimmen ihre grundsätzliche Zustimmung bekundeten und die Bundesregierung ersuchten, zur Unterstützung der einzelnen Vorhaben zeitgerecht Vorlagen zu übermitteln. Die Gesamtkosten sollen 4 Milliarden Euro betragen. 2,8 Milliarden sollen durch Einsparungen, Minderausgaben und Umschichtungen erbracht werden, der Rest durch Konjunktur- und Beschäftigungseffekte. Ob bzw. in welcher Form die Maßnahmen tatsächlich in Gesetzeswerk gegossen werden, bleibt allerdings mehr als offen. 

 

Heikle Themen wie ein Mindestlohn von zumindest 1500 Euro oder die Arbeitszeitflexibilisierung sollen – mit Ultimatum 30. Juni 2017 – zuerst von den Sozialpartnern entwickelt werden, ansonsten wird von der Bundesregierung ein eigenes Konzept erarbeitet. Die Mobilität am Arbeitsmarkt soll durch Kombilohn-Modelle und eine Ausweitung der Entfernungsbeihilfe erhöht werden, die Mindestverfügbarkeit steigt ab 2018 von 16 auf 20 Stunden. Ein Beschäftigungsbonus wird ab Juli 2017 durch eine 50%-ige Erstattung der Lohnnebenkosten in den ersten 3 Jahren eingeführt, über 50jährige sollen im Rahmen der „Beschäftigungsaktion 20.000“ verstärkt wieder in den Arbeitsmarkt eingegliedert werden. Parallel dazu wird für diese Arbeitnehmer der besondere Kündigungsschutz abgeschafft.

 

Ein Ausgleich der kalten Progression wird erst ab Jänner 2019 vorgenommen, eingeschränkt auf die beiden ersten Tarifstufen und erst ab 5 % abgelaufener Inflation. Fraglich ist, wie man Online-Giganten wie Facebook, Amazon oder Google „in Zukunft effizienter besteuern“ will. 

 

Die Wirtschaft soll angekurbelt werden durch die Erhöhung der Forschungsprämie auf 14 %, eine befristete vorzeitige Abschreibung (allerdings erst für Betriebe ab 250 Personen) und durch die Bildung von Start-Up-Netzwerken.

 

Die SPÖ verabschiedet sich freiwillig und vorsätzlich vom freien Hochschulzugang und will ab 2019 eine Studienplatzfinanzierung einführen. Der Schulbetrieb soll autonomer und an das digitale Zeitalter angepasst werden, von einer Gesamtschule ist im Arbeitsprogramm keine Rede mehr. Geld ist plötzlich vorhanden für ein verpflichtendes zweites Kindergartenjahr. 

 

In der Europapolitik drängt das kleine Österreich aufgrund des hohen vor allem aus Osteuropa stammenden Arbeitskräftezuzugs auf eine Einschränkung der Arbeitnehmerfreizügigkeit und eine Indexierung der Familientransferleistungen. Zumindest auf dem Papier, denn die EU-Kommission wird sich durch einen Brief kaum einschüchtern lassen.

 

Zahlreiche geplante Sicherheitsmaßnahmen gehen in Richtung Überwachungsstaat und stehen an der Grenze zur Verfassungswidrigkeit, egal ob es sich jetzt um die vernetzte Videoüberwachung, Echtzeitstreaming, eine Anlassspeicherung von Telekommunikationsdaten, die Überwachung von WhatsApp oder Skype per Bundestrojaner, Ausweiskontrollen durch Beförderungsunternehmer im internationalen Reiseverkehr, Fußfesseln für „Gefährder“ oder geschlossene Rückkehrzentren für vom Heimatstaat nicht zurückgenommene Asylwerber handelt. Da kann die Bundesregierung froh sein, dass diese geplanten Verschärfungen durch minderheitenfeindliche Diskussionen über das wenig praxisrelevante „Verschleierungsverbot im öffentlichen Raum“ und die nicht unstrittige Platzierung von Kreuzen in Klassenzimmern und Gerichtssälen verdrängt werden. 

 

Als positive Akzente im Regierungsprogramm gelten das verpflichtende Integrationsjahr, das gemeinützige Tätigkeiten und Arbeitstrainings inkludiert, und der damit verbundene Rechtsanspruch auf Sprachkurse. Betroffen sind davon nicht nur Asylberechtigte, sondern auch Asylwerber mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit. Bei Nichtteilnahme an Deutsch- und Wertekursen sollen die Sozialleistungen gekürzt werden.

 

Vor allem sozialdemokratische Ideen bleiben beim Arbeitsprogramm aber auf der Strecke: Keine Vermögens- oder Erbschaftssteuer, keine Arbeitszeitkürzung, keine Reduzierung der Sozialversicherungsabgaben für geringere Einkommensbezieher, keine Streichung des Pflegeregresses. Auch kein Wort von einer Zusammenlegung der Sozialversicherungsträger, der Einführung direkter Demokratie, einer Reform des Pensionssystems oder einer Entmachtung der Länder in Bereichen wie Bildung oder Gesundheit. 

 

Man hat als neutraler politischer Beobachter das nicht unbegründete Gefühl, Bundeskanzler Kern hat das strategische Ziel, sich als Macher und Manager präsentieren, der ein Arbeitsprogramm ohne Rücksicht auf eigene Werte durchpeitschen will. Stellt sich die Frage, ob das seine Wähler (und die eigenen Parteimitglieder) goutieren. Bei der nächsten Nationalratswahl, vermutlich frühestens im Spätherbst diesen Jahres, werden wir es wissen.

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Arbeitsprogramm Bundesregierung Jänner 2
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50 Jahre "Light my Fire": Doors Experience live in der Szene Wien.

Vor rund 50 Jahren, am 4. Jänner 1967, wurde das erste Doors-Album veröffentlicht. Unter dem simplen Titel "The Doors" enthielt dieses bereits legendäre Kult-Tracks wie den Nr. 1 Hit "Light my Fire", die Brecht-Weill-Adaption "Alabama Song", die subtile Ballade "Crystal Ship" oder das epochale, über 10 MInuten lange Meisterwerk "The End". Der "Rolling Stone" platziert das Album auf Platz 42 der "ewigen" Bestenliste. Grund genug, für die österreichische Tribute-Band "Doors Experience" das erste Werk in den Mittelpunkt ihrer diesjährigen Konzerte zu stellen.

 

Im Februar verschlug es die seit 2001 bestehende Combo wieder einmal die in fast ausverkaufte Szene Wien. Die Besetzung ist seit Jahren dieselbe, die Band daher auch perfekt aufeinander abgestimmt. Wie bei den Original Doors steht naturgemäß der Sänger - Jason Boiler - im Zenit der Show, der nicht nur stimmlich, sondern auch posenhaft den Lizard King ideal verkörpert. Abgesehen von Drogenabstürzen und polizeilichen Verhaftungen auf der Bühne :-)  Das Kremser Multi-Talent Klaus Bergmaier spielt die Piano- und Keyboard-Bass-Rolle des Ray-Manzarek, der einst mit Jim Morrison am Venice Beach die Band gegründet hat. Rene Galik (als Robby Krieger) an der Gitarre und Gerhard Tscherwizek (als John Densmore) an den Drums machen das Hippie-Quartett perfekt.

 

In über 2 Stunden Spielzeit, traditionell geteilt in 2 Sets, versetzen die Doors Experience das altersmäßig bunt gemischte Publikum in eine wilde Zeit der Sixties abseits von Regeln und Konventionen. Einerseits stürmisch und hedonistisch, andererseits aber auch melancholisch und verletzlich. Jim Morrison war in diesem Sinne auch eine Ikone der Zeit, sein früher, ungeklärter Tod am 3. Juli 1971 ist nicht nur eine persönliche, sondern auch eine musikalische Tragödie. Gut, dass es Bands wie The Doors Experience gibt, die seine genialen Songs in Top-Qualität auch live unvergessen machen. Nächster Wien-Auftritt am 18. Mai im Reigen.

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"Eine Nacht für Falco": Retro-Party im U 4 mit Minisex, Flut und 80er-Classics.

Am 6. Februar 1998 ist Österreichs einziger Popstar von Weltruf, Falco, bei einem Autounfall in der Dominikanischen Republik tödlich verunglückt. 19 Jahre später, kurz vor seinem 60. Geburtstag am 19. Februar, ist er omnipräsenter denn je: Falco „60“-Greatest Hits Compilation mit neuen Remixes u.a. von Parov Stelar, ein Comic-Buch, "Coverboy" im Falter mit dem Teaser "Gestorben um zu leben", Sondersendungen auf dem Alternativsender FM4 und sogar eine Special Week, konzipiert von der Red Bull Music Academy. 

 

Der Startschuss wurde in Falcos "Wohnzimmer", der legendären Szene-Diskothek U 4 in der Schönbrunnerstraße, zelebriert. Dort feierten einst die New Waver, Grufties und Popper der 80er dekadente Parties jenseits von Limits und Legalität. Falco selbst konzipierte den Soundtrack mit dem genialen, radioboykottierten Underground Hit "Ganz Wien ist so herrlich hin, hin, hin.“ Diese wilden Zeiten dürften, aber wer weiß das schon genau, der Vergangenheit angehören. 

 

Hochkarätig war aber das Line-Up für die "Junge Römer"-Night im U 4. Techno-Legende Patrick Pulsinger mixte zur Einstimmung für das bunt gemischte Publikum U 4-Eighties Classics von Dreiklangsdimensionen, Our Darkness bis hin zu Masimbabele, die oberösterreichische Newcomer-Band Flut, die sich musikalisch dem NDW-Sound verschrieben hat, präsentierte neben neuen Songs wie "Linz bei Nacht" (sic est) auch eine Coverversion von Falcos Kult-Hit "Auf der Flucht". 

 

Nach einer kurzen Pause bestiegen Minisex die U4-Bühne und begeisterten mit einem Mix aus alten und neuen Hits von Rudi gib acht, Du kleiner Spion, Ich fahre mit dem Auto bis hin zur von Pulsinger & Just produzierten 2014er Club-Hymne "Du kommst nicht rein". In konditioneller Bestform Sänger Rudi Nemeczek, der selbst bereits den 60er (!) überschritten hat und als besonderen Leckerbissen den Grauzone-Klassiker "Eisbär" performte. 

 

Nicht auf der Set-List ein Song des Falken selbst. Den hörte man später noch bei DJ-, Radio- und Musikerlegende Eberhard Forcher. Hansi Hölzels "Auf der Flucht" dieses Mal im Original. Der Schönheitsfehler des Abends: Die Nacht für Falco war leider eine Nacht fast ohne Falco-Tracks. Trotzdem - Falcos Kult-Zitat "Ich werde euch nicht erspart bleiben" dürfte in den nächsten Monaten erfüllt werden. Darauf können wir einen heben, am besten so wie Falco einst einen Jack Daniels.

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Holocaust-Mahnmal in Berlin: Ein Zeichen gegen den Nazi-Terror. Trotz Selfies.

Am 27. Jänner 1945 wurde das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau von der Roten Armee befreit. Bis dahin wurden dort 1,1 Millionen Menschen von den Nazis ermordet, davon mehr als 1 Million Juden. 2005 wurde - zum 60. Jahrestag - von der UNO der sogenannte "International Holocaust Remembrance Day" eingeführt. Ein Gedenktag, an dem jährlich weltweit Veranstaltungen zur Erinnerung an die schrecklichen Ereignisse des vergangenen Jahrhunderts stattfinden.

 

In Berlin steht seit Mai 2005 - direkt in der Nähe des Brandenburger Tores - ein 19.000 m2 großes Stelen-Feld, das vom New Yorker Architekten Peter Eisenman konzipiert wurde. Es handelt sich dabei um ein Denkmal für die ermordeten Juden Europas, kurz Holocaust-Mahnmal genannt. Insgesamt wurden 2711 Stelen in parallelen Reihen aufgestellt, in unterschiedlichen Höhen zwischen ebenerdig und 4,7 Meter. Das 27 Millionen teure Denkmal auf dem ehemaligen Mauerstreifen war nicht unumstritten, nicht wegen der Kosten, sondern vor allem wegen der Erklärungsbedürftigkeit und der künstlerischen Beliebigkeit. Vielleicht wurde deswegen zusätzlich eine unterirdische 930m2 große Gedenkausstellung errichtet - inklusive einer Datenbank mit rund 4 Millionen jüdischer Holocaustopfer.

 

Dass dieses Areal naturgemäß auch zu einer Touristenattraktion geworden ist, liegt auf der Hand. Alleine das Gedenkmuseum besuchen jährlich eine halbe Million Menschen. Und seitdem Selfies zum guten und immer öfters auch schlechten Ton gehören, sieht man auch auf Facebook oder Instagram immer wieder Bilder von Menschen, die auf den Stelenfeldern trinken, tanzen, lachen, jonglieren oder einfach posen. Der Satiriker Shahak Shapira kombinierte als Reaktion darauf im Jänner 2017 Internet-Shots am Mahnmal mit historischen Fotos von Konzentrationslagern und Massengräbern und publizierte diese auf der Website https://yolocaust.de/.

 

Eine geschmacklose Installation unter dem Schutzmantel künstlerischer Freiheit oder eine mehr als gerechtfertigte Provokation gegenüber respektlosen "Party-Touristen", die die dunkle Vergangenheit dieser eigentlich bedrückenden Quaderfläche nicht erkennen ? Wohl beides, allerdings harmlos gegenüber verbal-radikalen Ausritten deutscher Politiker, die dieses Mahnmal als ein "Denkmal der Schande" bezeichnen. Shapira dürfte es ähnlich sehen, sein Statement "Dieses Projekt widme ich meinem Lieblings-Neonazi, B. H.." sagt wohl alles. Punkt.

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Misslungener Lenkungseffekt: Unternehmen zahlen lieber 146 Millionen Euro Ausgleichstaxe als begünstigte Behinderte einzustellen.

Im Juli 2016 gehörten 102.621 Personen dem Kreis der begünstigten Behinderten an, die einen behördlich festgestellten Behinderungsgrad von mindestens 50 % aufweisen. 64.609 Personen gingen einer Beschäftigung nach, 5.694 waren beim AMS als arbeitslos vorgemerkt.  

 

Unternehmen, die 25 oder mehr Dienstnehmer beschäftigen, sind aufgrund des Behinderteneinstellungsgesetzes dazu verpflichtet, auf jeweils 25 Beschäftigte einen begünstigten Behinderten einzustellen. Wird diese Beschäftigungspflicht nicht erfüllt, so hat das Unternehmen eine sogenannte Ausgleichstaxe zu bezahlen, die je nach Anzahl der Beschäftigten 251, 352 bzw. 374 Euro für jeden begünstigten Behinderten beträgt. Leider ist in der Praxis die Bezahlung der Ausgleichstaxe nicht die Ausnahme, sondern die Regel, wie eine aktuelle Anfragebeantwortung seitens des Sozialministers zeigt.

 

So erfüllten im Dezember 2015 nur 29 % der Dienstgeber ihre Beschäftigungspflicht, insgesamt 12.234 Unternehmen müssen dagegen eine Ausgleichstaxe bezahlen, darunter 667 mit 400 und mehr Dienstnehmern. Insgesamt beträgt der Gesamtwert der vorgeschriebenen Ausgleichstaxen unglaubliche 146 Millionen Euro. Alleine in Niederösterreich verstießen 1803 Unternehmen gegen die Beschäftigungspflicht, was einer Ausgleichstaxe von über 20 Millionen Euro entspricht.

 

Unterschiedliche Ergebnisse liegen beim öffentlichen Dienst vor: Während der Bund als Dienstgeber seiner Beschäftigungspflicht überproportional mit plus 14 % nachkommt, sind es bei den Bundesländern vor allem Salzburg (- 3,1 %), Tirol (- 20,1 %) und vor allem Vorarlberg (- 39,2 %), die zu wenig begünstigte Behinderte einstellen. Während die Arbeiterkammern durchwegs positive Ergebnisse liefern, sind es – warum auch immer – die Wirtschaftskammern, die die Beschäftigungsquoten für Behinderte bei weitem nicht erfüllen. So hat die Wirtschaftskammer Wien (- 53,3 %) eine Ausgleichstaxe von 103.000 Euro zu bezahlen, jene von Niederösterreich (- 33,3 %) immerhin noch 53.492 Euro.

 

Die teilweise eklatant mangelhaften Ergebnisse sind zusätzlich unter dem Hintergrund zu betrachten, dass die Beschäftigungspflicht bereits dann erfüllt ist, wenn begünstigte Behinderte Teilzeit arbeiten oder geringfügig tätig sind. Statistiken darüber gibt das Sozialministerium nicht bekannt. Eines aber ist sicher: Es kann nicht die Intention eines Gesetzes sein, dass Unternehmer lieber Geldzahlungen leisten als Menschen, die es aufgrund ihrer Behinderung ohnehin schwer haben, zu beschäftigen. Die Politik sollte über eine Erhöhung der Ausgleichstaxen nachdenken.

„Heroes“: Ausverkaufte Bowie & Prince-Tribute Night in der Szene Wien

2016 war ein trauriges Musikjahr. Nicht aufgrund der mangelnden Qualität oder Quantität kreativer Neupressungen, sondern aufgrund der vielen verstorbenen Musiklegenden. Zu denen leider auch die geniale Kunstfigur David Bowie (69) und der funkige Prince (57) aus Minneapolis zählten.

 

Das Wiener Indie-Label EMG widmete den beiden Ausnahmekünstlern eine Special Tribute Night in der Szene Wien unter der kongenialen Trademark „Heroes“. „Experimentierfreudigkeit und Neugierde, das verbinde beide Künstler“, so die Mitveranstalterin, Sängerin und Moderatorin des Abends, Eloui. 

 

Die Idee des Abends: Junge Künstler vorwiegend aus der Wiener Indie- und Avantgardeszene performen live auf der Bühne je einen Song von Bowie und Prince. So variabel, bunt und schrill wie die Künstler, so auch die Mixtur der bis weit nach Mitternacht dauernden Show.

 

Die FM4-Award-Gewinner M185 aus Wien klangen bei „Fashion“ frappant nach Bowie selbst und versetzten „When Doves cry“ einen kräftigen Punk-Style. Im Gegensatz dazu die faszinierende iranische Sängerin Tania Saedi, die mit ihrer balladesken Version des 80er-Klassikers und dem – vor allem vom Nirvana Unplugged populär gewordenen „The Man who sold the World“ – für Melancholie in der prallgefüllten Szene Wien sorgte. 

 

Wiens Kult-Rocker Bulbul zelebrierten die „Bahnhof Zoo“-Hymne „Heroes“ aus Bowies Wahlheimat Berlin, die „Buben im Pelz“ präsentierten eigens konzipierte Dialekt-Versionen von „Where are we now“ („Wo san ma jetzt“) und „Nothing compares to u“ („Niemand kummt ran an di“). Keine Bowie-Prince-Tribute-Night ohne schrillen Queer Pop, der beide Künstler in bestimmten Schaffensperioden kennzeichnete. Als Finale performten Pop:sch den 80er-Klassiker „Ashes to Ashes“, bei dem Bowie erstmals in die New Romantics-Szene eintauchte, und Prince´s Mega-Hit „1999“.

 

Fazit: Großer Erfolg für die Veranstalter, die Tribute Night war ausverkauft, und die Einnahmen des Abends kommen dem Flüchtlingsprojekt Ute Bock zugute. Es wird nicht die letzte Gedenknacht dieses Jahres gewesen sein – am 19. Februar feiert Falco seinen 60. Geburtstag. Nicht nur im U 4, aber leider nicht mehr unter uns.

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Erbrecht 2017: Diffizile Formvorschriften, Pflegevermächtnis und neue Rechte für Lebensgefährten.

Über 300 Paragraphen wurden geändert, nun ist mit Jahresbeginn das neue Erbrecht in Kraft getreten. Während bei einigen Änderungen der Teufel im Detail steckt, klingen andere auf den ersten Blick revolutionärer als sie eigentlich sind. So beispielsweise der Erbrechtsanspruch von Lebensgefährten, die mit dem Verstorbenen 3 Jahre lang im gemeinsamen Haushalt gelebt haben. Dieses außerordentliche Erbrecht besteht nämlich nur dann, wenn der Verstorbene kein Testament errichtet hat und keine gesetzlichen Erben (zu denen auch noch die Großeltern des Verstorbenen und deren Nachkommen gehören) vorhanden sind. Ab 1.1. 2017 darf der Lebensgefährte weiters ein Jahr in der Wohnung des Verstorbenen bleiben und dessen Hausrat nützen.

 

Testamente zugunsten früherer Ehegatten, eingetragener Partner oder Lebensgefährten werden nach einer Scheidung bzw. Auflösung automatisch aufgehoben. Ist diese Rechtsfolge nicht gewollt, muss dies letztwillig angeordnet werden. Vor der Erbrechtsreform war dieszüglich ein ausdrücklicher Widerruf notwendig. 

 

Einschränkungen wurden beim Pflichtteilsrecht vorgenommen. Anspruchsberechtigt sind nur mehr die Nachkommen und der Ehegatte bzw. der eingetragene Partner. Unverändert ist die Höhe, diese beträgt weiterhin die Hälfte der gesetzlichen Erbquote. Eine Pflichtteilsminderung ist nach der neuen Rechtslage bereits dann zulässig, wenn ein Kontakt zum Erblasser über einen längeren Zeitraum nicht bestanden hat. Dies gilt insbesondere auch für Ehegatten, die bereits länger getrennt lebten. Erweitert wurden auch die Enterbungsgründe. 

 

Achtung bei den Formvorschriften für letztwillige Verfügungen. Beim fremdhändigen Testament wurden neue Gültigkeitserfordernisse normiert: Die Identität der Zeugen (Name, Geburtsdatum, Adresse) muss im Testament enthalten sein, der Zeugenzusatz muss eigenhändig geschrieben sein, und die Verfügung muss einen handschriftlichen Zusatz des Verfügenden enthalten, dass die Urkunde seinen letzten Willen enthält. 

 

Neu eingeführt wird das sogenannte „Pflegevermächtnis“ für nahe Angehörige. Die pflegende Person hat Anspruch auf eine Geldleistung aus dem Nachlass, wenn unentgeltlich Pflegeleistungen am Verstorbenen in den letzten drei Jahren vor dessen Tod mindestens 6 Monate erbracht wurden. Diese müssen ein geringfügiges Ausmaß überschreiten, was in der Regel mehr als 20 Stunden im Monat entspricht. Das Vermächtnis gebührt zusätzlich zum Pflichtteil, bei anderen Rechtstiteln nur dann, wenn der Erblasser nichts anderes anordnet.

 

Vorteile ergeben sich durch die Erbrechtsreform, wenn ein Unternehmen in den Nachlass fällt. Der Pflichtteil wird zwar weiterhin mit dem Todestag fällig, er kann allerdings für die Dauer von 5 Jahren bzw. in besonderen Fällen sogar auf maximal zehn Jahre gestundet werden. Dadurch kann verhindert werden, dass der Erbe sofort die Pflichtteile auszahlen muss und aus Gründen der Illiquidität das Unternehmen verkaufen muss. Die gesetzliche Verzinsung von 4 Prozent ab Todestag ist allerdings eine teure Angelegenheit. 

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Winterlicher Streifzug durch die Wiener City !

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Ius 2017: Neue Beschuldigtenrechte, Wiedereingliederungs-Teilzeit, Pinke "Ehen" am Standesamt.

Die Rechte mutmaßlicher Straftäter werden durch die Umsetzung einer EU-Richtlinie wesentlich erweitert. Beschuldigte haben nun bereits die Möglichkeit, VOR der ersten Vernehmung einen Verteidiger zu verständigen, beizuziehen oder zu bevollmächtigen. Ein Verteidiger darf auch bei der Vernehmung zu den Voraussetzungen der Untersuchungshaft beizogen werden. Die Kronzeugenregelung wird um weitere 5 Jahre verlängert. Eine Diversion ist nun auch bei Todesfolge zulässig, und zwar dann, wenn nahe Angehörige fahrlässig getötet wurden.

 

Im Arbeitsrecht wird eine sogenannte „Wiedereingliederungsteilzeit“ eingeführt. Arbeitgeber und Arbeitnehmer können für maximal sechs Monate Teilzeitarbeit nach einer längeren Erkrankung vereinbaren. Während dieser Zeit wird aliquot Krankengeld ausgezahlt. Unbefristet verlängert wird die Beihilfe für Kurzarbeit, die Unternehmen in Krisenzeiten hilft, Personalabbau zu verhindern. Die maximale Bezugsdauer wird von 18 auf 24 Monate erhöht.

 

Im Rahmen eines umstrittenen Gesundheitsreformpakets, das um 200 Millionen Euro den Ausbau der Primärversorgung sichern soll, wurde auch die Streichung des Selbstbehalts von Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahre bei stationären Krankenhausaufenthalten beschlossen. Die Ausgleichszulage wird auf 1000 Euro erhöht, allerdings nur für Personen mit 30 Arbeitsjahren. 

 

Die Führerscheingesetz-Novelle bringt eine Verlängerung des Probeführerscheins von 2 auf 3 Jahre mit sich. Der Verkehrsminister wird außerdem ermächtigt, eine Verordnung bezüglich der Erprobung von „Alko-Locks“ zu erlassen. Bilder, die bei einer Radar-Überwachung zur Feststellung von Geschwindigkeitsüberschreitungen entstehen, können aufgrund einer StVO-Novelle verwendet werden, um zusätzlich festgestellte Verstöße wie Handy-Telefonieren am Steuer oder Nicht-Angurten zu ahnden.

 

Positive Neuigkeiten gibt es für die Pink Community. Eingetragene Partnerschaften können künftig wie Ehen am Standesamt geschlossen werden. Außerdem dürfen diese einen gemeinsamen Familiennamen tragen. Noch immer existiert im Nationalrat keine Mehrheit für eine gänzliche Gleichstellung von hetero- und homosexuellen Partnerschaften („Ehe für alle“) wie sie in vielen anderen katholischen Staaten längst üblich ist.

 

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Zuwanderung: Anzahl der Niederlassungsbewilligungen steigt auf 5853.

Alljährlich beschließt der Hauptausschuss des Nationalrates, wie viele Personen nach Österreich zuwandern dürfen. Diese Zahl ist allerdings insofern mit Vorsicht zu genießen, als sie weder die Schlüsselkräfte (mit sogenannten Rot-Weiß-Rot-Karten) noch die EU-Bürger enthält, die aufgrund der europarechtlichen Normen sich frei in Österreich niederlassen dürfen. Auch Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtigte werden durch diese Quoten naturgemäß nicht erfasst.

 

Die Anzahl der quotenpflichtigen Niederlassungsbewilligungen wurde im Dezember durch SPÖ und ÖVP auf 5853 um 197 erhöht. Der Großteil davon entfällt auf den Familiennachzug von Drittstaatsangehörigen, nämlich 4995. 460 Bewilligungen entfallen auf „Privatiers“, die sich ohne Erwerbsabsicht in Österreich niederlassen wollen. Weitere 148 Plätze entfallen auf Personen mit einem Aufenthaltstitel „Daueraufenthalt-EU“ bzw. 260 für die Zweckänderung vom Aufenthaltstitel "Niederlassungsbewilligung-Angehöriger" auf den Aufenthaltstitel "Rot-Weiß-Rot – Karte plus.

 

Für die einzelnen Bundesländer gibt es laut Niederlassungsverordnung 2017 folgende Maximalquoten: Burgenland: 104 (2016: 94), Kärnten: 211 (2016: 211), Niederösterreich: 403 (2016: 381), Oberösterreich: 752 (2016: 737), Salzburg: 426 (2016: 406), Steiermark: 577 (2016: 572), Tirol: 371 (2016: 366), Vorarlberg: 219 (2016: 219) und Wien: 2.790 (2016: 2.690). 

 

Während die Anzahl der Niederlassungsbewilligungen erhöht wurde, sinkt im Gegenzug die Quote für Saisonarbeiter (von 4500 auf 4000) und Erntehelfer (von 700 von 600), die aufgrund von Beschäftigungsbewilligungen in Österreich befristet tätig sein dürfen.

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Happy New Year 2017 - Silvester in Vienna.

"Guat is gangen, nix is gescheh´n". Zumindest in Wien. Ca. 650.000 Menschen feierten das neue Jahr 2017 auf dem traditionellen Silvesterpfad zwischen Staatsoper und Rathausplatz. Und das ohne nennenswerte Zwischenfälle. Für die Pre-Party sorgten nicht nur die zahlreichen Gastro- und Glühweinstände, sondern auch bereits am Nachmittag der von den Kremser "Spotlight"-Clubbings bekannte DJ Johannes Willrader von Radio Wien.

 

Während man sich auf dem Stephansplatz mit klassischer Musik bereits auf den Donauwalzer vorbereitete, shakten Dance-Fans aller Nationen auf der Kärntner Straße und auf dem Neuen Markt zu heißen Disco-, House- und Hip Hop Vibes. Höhepunkt des 27. Silvesterpfades war das Feuerwerk direkt vor dem prall gefüllten Rathausplatz.

 

Die Polizei, die mit 400 Beamten im Einsatz war, meldete bis dato 30 Festnahmen und drei Anzeigen wegen sexueller Belästigung. Ein Ausmaß, das - bei rigoroser Auslegung - dem eines Dorffestes entspricht. Wien hat wieder einmal gezeigt, dass es trotz aller Panikmache und aller Kritik eine Weltstadt ist, in der sich (meistens) alle wohlfühlen: Einheimische, Touristen und Migranten. 

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2016 - Shots of the Year !

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Pop-Superstar und Gay-Ikone - In Memoriam George Michael.

Eine Trauer-Nachricht überschattet Weihnachten 2016, und zwar gerade über jenen Pop-Superstar, der verantwortlich zeichnet für den erfolgreichsten Weihnachts-Song aller Zeiten: George Michael. Der 53jährige wurde am Christtag in seinem Haus in Oxfordshire tot aufgefunden. Vermutliche Ursache: Herzversagen. Drogenmissbrauch wird (vorerst) nicht gänzlich ausgeschlossen.

 

Die Karriere des Sohnes einer britischen Mutter und eines griechisch-zypriotischen Vaters begann in der Schule, als George Michael den dortigen Schönling Andrew Ridgeley kennenlernte und mit ihm die Band "Wham" gründete. Die Formation passte ideal in die Aufbruchsstimmung der 80er, als die Londoner Musikszene blühte. Der Sound: Soul-Pop, garniert mit bunten Videoclips, coolen Backgroundsängerinnen (Pepsi & Shirlie) und einem sexy Image. Bereits die ersten Tracks landeten hoch in den Top Ten der britischen Charts: "Wham Rap", "Young Guns" und "Bad Boys". Ebenso das erste Album "Fantastic". Das Video zum Reggae-Pop-Klassiker "Club Tropicana" (1983) wurde dort gedreht, wo sich die Reichen und Schönen der 80er trafen, im legendären Pikes Hotel in Ibiza. 

"Make it big" war nicht nur Titel des zweiten Albums, sondern auch Zielsetzung. Mit der romantischen Ballade "Careless Whisper" zeigte George Michael, welch genialer Songwriter er ist. "Last Christmas", das ursprünglich "Last Easter" hieß, wurde zum Weihnachts-Evergreen und zur erfolgreichsten Nicht-Nr. 1 in den britischen Charts, geschlagen nur von der Band Aid-Benefiz-Single "Do they know it´s Christmas", bei der George Michael neben Pop-Größen wie Duran Duran, Sting oder Boy George ebenfalls teilnahm. Wham waren damals in den 80ern der erste westliche Pop-Act, der in China für einen Auftritt gebucht wurde. Am Höhepunkt ihres Erfolges trennten sich Michael und Ridgeley, 1986 nach einem ausverkauften Konzert im Londoner Wembley Stadium.

 

Das erste Soloalbum von George Michael ließ aber nicht lange auf sich warten: "Faith", das bis dato über 25 Millionen Copies verkaufte. "I want your Sex", eigentlich eine Hymne für Monogamie, sorgte für die nötige PR, die das Meisterwerk eigentlich gar nicht nötig gehabt hätte. Nahezu jede Singleauskoppelung, darunter auch das brickelnde "Father Figure", landete auf Platz 1 der US-Charts. George Michael hatte es jetzt auch jenseits Europas endgültig geschafft - Er war der erste nicht-schwarze Interpret, der sich auf Platz 1 der R&B-Charts katapultierte.

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Wanda auf Auswärtsspiel: Wiener Pop-Heroes begeistern in Salzburg.

2016 war zweifellos das erfolgreichste Jahr der Wiener Band Wanda: Ausverkaufte Wiener Stadthalle mit über 12000 Fans, top-besuchte Konzerte und Chartplatzierungen auch im Ausland, 3 Amadeus-Awards in den Kategorien Band, Live-Act des Jahres & Pop-Rock, verbunden mit dem selbstbewussten Image, der österreichischen Musikszene wieder ein attraktives Gesicht gegeben zu haben. 

 

Bevor es 2017 wieder ins Studio geht, bereisten die Jungs rund um den charismatischen Frontmann Michael Marco Fitzthum aka Marco Michael Wanda im Dezember die Bundesländer. Auf der Tour-Liste auch die Salzburg-Arena, wo sich infolge des Massenansturms zeigte, wie beliebt die erst seit 2012 bestehende Band in Österreich ist. Erstaunlich ist auch, wie viele Pop-Gassenhauer sich auf den nur zwei Alben "Amore" und "Bussi" befinden, die nahezu jedes Konzert-Publikum mitreißen. Die Inspirationsquelle der Beatles, die vor dem Wanda-Konzert laufen, kommt da wohl nicht von ungefähr.

 

Start-Track ist wie üblich das rockige "Luzia", zuvor wird allerdings noch mit der Bierdose auf die Fans angestoßen. Ein Ritual, das man bereits von den ersten Konzerten Wandas kennt. Ebenso wie die wilden kreisenden Bewegungen im Stil von Dave Gahan. Die Hits kommen wie am laufenden Band: "Schickt mir die Post", "Auseinandergehen ist schwer", "Meine beiden Schwestern", die "stehengelassenen Weinflaschen" (nach denen sich Marco rückwärts fallen lässt) oder das Wiener Liedl über die "Mona Lisa der Lobau". Bei einer verzerrt-trancigen Maxi-Version von "Gib mir Schnaps" versetzt sich der Sänger in die Rolle Jim Morrisons, stürzt in die Menge und lässt sich wellenartig durch die ersten Konzertreihen tragen. Ein Konzept, das auch in Salzburg aufgeht.

 

Party-Alarm dann bei den Super-Hits "Bussi Baby" und "Bologna". Da können sich Wanda zielsicher auf die Sangeskünste des Publikums verlassen. Als Zugaben gibt es dann noch "Wenn ich zwanzig bin" (mit dem eingängigen Refrain "Ich fall in ein tiefes Loch") und die ballermannähnliche Mitklatsch-Hymne "1, 2,3,4". 

 

Die Salzburger Fans sind zufrieden, die Wiener Popheroes auch. Man darf gespannt sein, wie die neuen Songs klingen, die im Spätsommer 2017 veröffentlicht werden. Bis dahin nicht vergessen: "Wenn jemand fragt, wofür du stehst, sag für Amore !"

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„Viva Diaspora“: Multikultureller Bucovina-Sound von Shantel im Wiener WUK.

Tanzen, Lebensfreude, Völkerverbundenheit und ein fröhliches Lächeln auf den Lippen: Das sind ideale Attribute für Konzert-Besucher. Und es gibt wohl kaum jemanden, der diese Gefühle besser auslösen kann als der Großmeister des Balkan-Pop, Shantel, gemeinsam mit seinem perfekt eingespielten Bucovina Club Orkestar.

 

Pünktlich zur Weihnachtszeit lud Shantel, bürgerlich Stefan Hantel, wieder zum Konzert ins WUK. Wien ist für Shantel ein besonderer Auftrittsort. "Wien ist einerseits stockstarr, konservativ, historisch in Marmor gemeißelt, andererseits frech, revolutionär und sehr hedonistisch veranlagt. Dieser Hedonismus, diese Internationalität, dieser kosmopolitische Spirit, den findet man kaum in einer anderen kontinentaleuropäischen Stadt“, so Shantel in einem aktuellen Interview. Inspiriert zum multikulturellen Balkan-Pop wurde er übrigens 2001 durch eine Reise in die Heimatstadt seiner Großeltern, Czernowitz, gelegen in der rumänischen Bukowina.

 

„Disko Partizani“, sein größter Hit aus dem Jahre 2007, war gleichsam Opener als auch finaler Track beim diesjährigen Wiener Konzert. Dazwischen lagen zwei Stunden schweißtreibende Beats, für Band und Fans. Eine bunte, innovative Mixtur aus Balkan Sounds, Electro, Greek Folk, Ska und Rock-Elementen. Weiblicher Blickfang des Bucovina Orkestars ist die dunkelhaarige Sängerin Tea Mikic, die – neben den Keyboards – sexy orientalische Songs performt. Für den typischen Bukowina-Sound sorgen die männlichen Musiker der Band, die mit Trompeten und Posaunen die Stimmung anheizen. Publikumsliebling ist neben Shantel selbst der Schlagzeuger Marcus Darius, der auch einige witzige Einlagen abliefert. 

 

Zu den Zugaben darf auch das bunt gemischte Publikum allen Alters auf die Bühne. Vor allem die jungen Mädels shaken gemeinsam mit der Band ab, kongenial inszeniert zum „Viva Diaspora“-Hit „The Streets where the Kids have Fun“. Musik schweißt zusammen. In diesem Sinne auch Shantel: „Die ganze Debatte um Identität und Heimat ist völlig uninteressant.“ Vielleicht sollten die Politiker mehr tanzen gehen.

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Karlsplatz-Art: "4 Grazien" markieren den Red Carpet Showroom !

Die 4 Grazien sind ein bekanntes Künstler-Kollektiv aus Wien-Neubau, das seit Jahren mit ambivalent-kritischen Performances, Fotografien, Videos und Malereien von sich hören lässt. So auch aktuell im Red Carpet Showroom in der U-Bahnstation Karlsplatz.

 

Während dort gestresste Arbeitnehmer, Studenten und Touristen Richtung Subway hetzen, sitzen 4 Abbilder der Protagonistinnen entspannt in den Büschen und verrichten dort so ihre Dinge. Oder kunstsprachlich ausgedrückt "Markieren". So hieß auch der Titel ihrer letzten Ausstellung im Künstlerhaus Wien, in der Mela Kaltenegger, Petra Gell, Susanna Schwarz und Maria Wetter mit traditionellen geschlechtlichen Rollenbildern spielten und wie in der gegenwärtigen Installation männlich stigmatisierte Verhaltensmuster simulierten.

 

Die vier Frauen kennen sich seit ihrem Studium an der Akademie der bildenden Künste und wurden bereits dort "4 Grazien" genannt. 2014 führte sie eine Ausstellung über "prähistorische und zeitgenössische Frauenbilder" auch nach München. Internationale Girl-Power, Männer warm anziehen !

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BP-Stichwahl: Warum Van der Bellen gewonnen und Hofer verloren hat !

1.) Ein teils unfaires Anti Hofer-Kartell von Parteien, Medien ("Es kann nur einen geben"), Interessensvertretungen, Industriellen (wie der „Öxit“-Kampagnenführer Haselsteiner) Künstlern und Promis.

 

2.) Ärger der Bürger über die Wiederholung der Wahl (der naturgemäß dem Wahlanfechter zufällt). 

 

3.) Zu aggressives Wahlkampf-Finale von Norbert Hofer in der letzten TV-Diskussion (inkl. indiskutabler Auftritte einer ehemaligen ÖVP-EU-Abgeordneten).

 

4.) Falsche – zu wenig liberale - Positionierung der FPÖ gegenüber urbanen Städtern, höheren Bildungsschichten und gegenüber Frauen. Letztere votierten zu 62 % für Van der Bellen und entschieden somit die Stichwahl.

 

Anm.: Dass laut einer Umfrage 64 % der VDB-Wähler den grünen Wirtschaftsprofessor nur gewählt haben, um Hofer zu verhindern, zeigt aber, dass man auch dessen Vorzüge nur mangelhaft präsentiert hat. 

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Stele in Dinstlstraße: Zur Erinnerung an die 1978 abgerissene Kremser Synagoge

Dunkle Geschichten ranken sich um den Abriss der ehemaligen Kremser Synagoge in der Dinstlstraße. So soll im Jahre 1938 ein NS-Funktionär den Judentempel vor dem Abbruch bewahrt (!) haben, den genau 40 Jahre später ein Kremser Baumeister legal durchgeführt hat. 

 

Entworfen hat die Synagoge der Wiener Architekt Max Fleischer, die örtliche Bauleitung wurde den Kremser Architekten Josef Utz, Vater und Sohn, übertragen. Eingeweiht wurde sie im Jahr 1894, obwohl damals in Krems nur ca. 200 Personen jüdischen Glaubens wohnten. Während des zweiten Weltkriegs wurde die Synagoge an die Stadt Krems "übereignet". Am Ostermontag, dem 2. April 1945, wurde Krems von Bombern der US-Luftflotte beschossen. Während das Bahnhofsviertel und Teile der Dinstlstraße völlig zerstört wurden, überstand die Synagoge das Bombardement fast unbeschädigt.

 

Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Synagoge an die Kultusgemeinde zurückerstattet. Immer wieder gab es allerdings Gerüchte, dass sie verkauft und beispielsweise als Stadtbücherei oder Fahrschülerhort verwendet werden solle. 1971 erfolgte tatsächlich der Verkauf, ein Geschäftswohnhaus sollte errichtet werden. Verhindert wurde dies durch den Wehrturm auf der Liegenschaft, der im Gegensatz zur Synagoge unter Denkmalschutz stand. 

 

1976 - 1 Jahr nach Auszeichnung der Stadt Krems zur "Modellstadt der Denkmalpflege", wurde der Abbruch der Synagoge genehmigt. Der Baubescheid wurde am 10. März 1978 rechtskräftig, noch am selben Tag - an einem Freitag (!) - rollten die Bagger auf und legten die einzige in gutem Bauzustand vorhandene Synagoge Niederösterreichs in Schutt und Asche. Später stand dort eine farblose CA-Filiale, heute ein Glücksspiellokal (!).

 

Nicht die einzige Bausünde der letzten Jahrzehnte in Krems, wenn man an den Abriss des Brauhofsaals, diverse Einkaufszentren oder Monumentalbauten am Köglweg denkt. In Erinnerung an die Synagoge wurde jetzt eine Gedenkstele mit einem Glas-Schaubild errichtet. Die Idee stammt von Dr. Robert Streibel, umgesetzt wurde sie von Schülern der HTL Krems in Zusammenarbeit mit Historiker DI Kalt. Leider nur ein schwacher Trost.

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Austropop-Kult: "Wir 4" rocken auf dem Adventmarkt Karlsplatz.

Sie zählen zu den wahren Austropop-Legenden: Rocker Ulli Bär, Songcontest-Hero Gary Lux, Bassist Harald Fendrich und Drummer Harry Stampfer von der Ambros-Band. Gemeinsam stehen sie seit 2011 als "Wir 4" auf der Bühne und sorgen auf Festivals, Lokalen und Clubs für stimmungsvolle Retro-Atmosphäre. So auch beim vielleicht schönsten Wiener Adventmarkt vor der Karlskirche. 

 

Auf dem Programm stehen nicht nur neu arrangierte Coverversionen von Austro-Pop und Rock-Evergreens, sondern auch Eigenproduktionen wie "Durch die rosa Brün" oder "Heit is Heit" von ihrem 2014er-Album "Nach vuan". Georg Danzer ist ihnen nicht nur aufgrund ihrer Vergangenheit als Band-Mitglieder von Austria 3 ein besonderes Anliegen, "Ruf mi ned an" oder "Weiße Pferde" lösen nicht nur bei den Zuschauern eine leichte Melancholie und feuchte Augen aus. Beliebt auf der Set-List sind auch die deutschen Versionen alter Hits wie von den Beatles, Status Quo oder Foreigner. Statt "I wanna know what love is" heißt es dann wienerisch "I was genau wos los is", dargeboten von Gary Lux mit noch immer herausragender Stimme. 

 

Fans der 4 Austro-Pop-Haudegen, die wie viele andere Musiker, Journalisten und Medienexperten die mangelnde Unterstützung der Szene durch den ORF und Ö3 beklagen, gibt es bereits viele. Und so ist Ulli Bärs Gassenhauer "Langsam und unaufhaltsam gehen alle Lichter aus" garantiert kein Wink auf die Zukunft der Band. Wir freuen uns bereits auf den nächsten Auftritt in der Bundeshauptstadt.

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Sonntag-Pflichttermin: Der kultige Flohmarkt im Berliner Mauerpark.

Früher verlief hier der Todesstreifen zwischen Wedding im Westen und Prenzlauer Berg im Osten. Heute pulsiert hier vor allem am Sonntag das Leben, beim wöchentlichen Flohmarkt im Mauerpark nahe der Bernauer Straße.

 

Auf ca. 10.000 Quadratmeter Gelände bieten rund 400 private und gewerbliche Händler Vintage- und Kunstprodukte jeglicher Art an, nach denen sich nicht nur die heimischen Berliner sehnen, sondern vor allem die Touristen. Für das britische Stadtmagazin "Time Out" zählt der kultige Flohmarkt, der jede Woche um die 40.000 Besucher anzieht, zu den Top 3 der Sehenswürdigkeiten der deutschen Bundeshauptstadt.

Wer mutig oder nach durchtanzter Nacht noch auf Wolken schwebt, kann seine Gesangskünste beim Open Air-Karaoke im Amphitheater des Parks unter Beweis stellen. Oder ganz einfach den vielen multikulturellen Nachwuchs-Bands zuhören oder bei den zahlreichen Food- und Getränkeständen einen loungigen Nachmittag verbringen.

Die Idee eines Flohmarktes auf dem Mauerparkgelände wurde 2004 von zwei Freunden spontan in die Tat umgesetzt, im Vorjahr wurde es professionalisiert. Laut dem neuen Betreiber müsse man auch eine "Abwägung zwischen Feierspaß und Sicherheit" treffen. Auch die Standpreise wurden erhöht: Private Händler zahlen jetzt 20, gewerbliche 30 und Gastronomen 220 Euro pro laufenden Meter.

Kritik an der Kommerzialisierung des Flohmarkts kam naturgemäß auf, der sonntägliche Ansturm blieb aber ungebrochen. Ein Zitat eines Stammhändlers sagt wohl alles: "Verglichen mit anderen Berliner Flohmärkten ist der Mauerpark ein Rock´n Roll-Festival." Und der hält bekanntlich ewig jung.

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Unkonventionelle Kunst: Das 21er Haus feiert sein 5-Jahres-Jubiläum

Das 21er Haus feierte am Wochenende im Rahmen eines Open Days sein 5-Jahres-Jubiläum. In Wirklichkeit hat es schon eine bewegende lange Geschichte hinter sich.

 

Das Gebäude wurde nämlich ursprünglich vom österreichischen Architekten Karl Schwanzer für die Weltausstellung 1958 in Brüssel geplant. 1962 wurde es im Schweizer Garten in der Arsenalstraße wieder aufgebaut und als Museum des 20. Jahrhunderts (20er Haus) eröffnet. Bis zum Jahr 2001 diente es dem Museum Moderner Kunst als Ausstellungshalle, das dann ins Museumsquartier verlegt wurde. Ein Jahr später wurde es dem Belvedere übergeben. Nach einem jahrelangen Leerstand wurde das denkmalgeschützte Gebäude vom Architekten Adolf Krischanitz (der auch die Kremser Kunsthalle konzipierte) rekonstruiert und – nach einer längeren Umbauphase bei Gesamtkosten von 31 Millionen Euro – am  15. November 2011 wiedereröffnet.

 

Unkonventionell und interdisziplinär, so lautet die Programmatik des 21er Hauses. Dies wird auch durch die aktuellen Ausstellungen auf einer Fläche von insgesamt 2275 m2 widergespiegelt. Im Obergeschoß setzen sich zahlreiche Künstler in unterschiedlichster Art und Weise mit der „Sprache der Dinge“ auseinander. Im Untergeschoß bietet ein Cafe-Restaurant nicht nur eine loungige Art des Zusammenseins, sondern zeigen auch Fotografien das 20er Haus im gesellschaftlichen und künstlerischen Aufbruch der 60er Jahre. 

 

Highlight des 21er Hauses ist derzeit die noch bis zum 20. November zu sehende Installation des chinesischen Konzeptkünstlers und Aktivisten Ai Weiwei, der nach monatelangem Arrest seine Heimat China Richtung Berlin verlassen hat und in der Haupthalle des 21er Hauses unter dem Titel „translocation-transformation“ eine Ahnenhalle originalgetreu wiederaufbauen ließ. Ursprünglich gehörte diese 14 m hohe Konstruktion aus der späten Ming-Dynastie einer Teehändlerfamilie, die während der Landreform Chinas vertrieben wurde.

 

Parallel dazu konnten Belvedere-Besucher der letzten Monate im Schlossteich 1005 als Lotusblüten formierte Flüchtlings-Schwimmwesten betrachten, angeordnet als kalligrafisches F und umgeben von 12 Bronzeköpfen aus dem chinesischen Tierhoroskop. Witterungsbedingt wurde diese Installation bereits beendet, die Migrationskrise dagegen wird leider noch länger andauern.

 

 

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Bahnhof Zoo: Das Drogen-Epizentrum der 70er ist (fast) unschuldig geworden.

"Bahnhof Zoo, mein Zug fährt ein, ich steig aus, gut wieder da zu sein." So flippig-lebenslustig klingt es in der 80er-Hymne der NDW-Helden von Ideal. Tatsächlich war der Bahnhof Zoo, damals der wichtigste Verkehrsknotenpunkt des Personenfernverkehrs in Westberlin, auch ein düsterer Subkultur-Ort, an dem Drogen, Kriminalität und Prostitution herrschten. Vor allem an der Rückseite des Bahnhofs in der Jebensstraße. 

 

Dort entstand Ende der 70er auch das mitreißende Buch "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo", das die beiden "Stern"-Journalisten Kai Hermann und Horst Rieck aufgrund von Tonbandprotokollen der drogensüchtigen Christiane F. konzipierten. 1981 wurde unter der Regie von Uli Edel der gleichnamige Film gedreht, mit einer großartigen, fast zu hübschen Natja Brunkhorst in der Hauptrolle, schockierenden Fixer- und Sexszenen und mit Berlins Szeneikone David Bowie als Konzertstar und Soundtrackproducer. "We can be Heroes just for one day" war auch der Traum der vielen gestrauchelten Seelen in der dunklen Großstadt, der viel zu oft mit einer tödlichen Überdosis endete.

 

Mehr als 30 Jahre später hat sich die Lage zumindest am Bahnhof Zoo entspannt. Heroin ist aus der Mode gekommen, osteuropäische Prostituierte und Call-Boys haben die Junkies ersetzt, der Bahnhof selbst ist nach der Fertigstellung des neuen Hauptbahnhofes nur mehr ein Regionalbahnhof ohne Fernzugverbindungen.

 

Soziales Hauptproblem ist - trotz der Nähe zum Kurfürstendamm und zur renovierten Shopping Mall Bikini Berlin - die Obdachlosigkeit. 600 kommen täglich in die Bahnhofsmission am Bahnhof Zoo, die vor einigen Jahren kurz vor der Schließung stand. Heute existiert sie trotz der Viertelaufwertung noch immer, die Berliner haben eben ein Goldenes Herz.

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Briefwahl unangetastet: Nationalrat beschließt Wahlrechtsänderungsgesetz.

Künftig soll es in Österreich ein Zentrales Wählerregister geben. Beschlossen wurde diese Änderung in der Nationalratssitzung vom 10. November mit der notwendigen 2/3-Mehrheit von SPÖ, ÖVP, FPÖ und den Grünen. 

 

Volksbegehren können dann unabhängig vom Hauptwohnsitz in jedem Gemeindeamt unterstützt werden. Dies gilt unverständlicherweise nicht bezüglich Unterstützungserklärungen für Parteien bei Nationalrats- oder EU-Wahlen. Vor allem Bürger aus ländlichen Regionen fürchten sich vor beruflichen oder auch persönlichen Nachteilen, wenn sie Parteien abseits des rot-schwarzen "Mainstreams" unterstützen. Neu ist auch die Möglichkeit einer elektronischen Unterschrift per Handysignatur oder Bürgerkarte.

 

Einige Neuigkeiten gelten bereits für die Bundespräsidentschaftswahl vom 4. Dezember. Wähler können jetzt auch aufgrund des Gesetzes das Kuvert selbst in die Urne werfen. Die Öffnung und Auszählung von Wahlkarten wurde praxisnäher gestaltet. Ein Rückschritt dagegen sind die Kuverts, man kehrt zumindest vorläufig auf jene mit Lasche zurück, die datenschutzrechtlich nicht unbedenklich sind. Die Kosten für die Wiederholung der Bundespräsidentenwahl übernehmen übrigens Bund und Länder.

 

Nicht angetastet wurde die Briefwahl, die in ihrer derzeitigen Ausgestaltung vor allem gegen das persönliche und geheime Wahlrecht verstößt. So ist es keinesfalls gewährleistet, dass der Wahlberechtigte selbst die Wahlkarte bestellt bzw. das Votum abgibt. Eine schlüssige Alternative, die Briefwahl auf Auslandsösterreicher zu beschränken und - unter Zuhilfenahme des zentralen Wählerregisters - allen anderen Wahlberechtigten zu ermöglichen, ihre Stimme per Wahlkarte österreichweit in einem Wahllokal abzugeben, wurde abgelehnt. Die Regierungsparteien werden schon wissen, warum. 

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"Perpetual Motions": US-Indie Rocker Ezra Furman gastiert im Wiener WUK.

Die Halloween Night rockte er noch in London, 3 Tage später beehrte der aus Chicago stammende Indie-Musiker Ezra Furman das Wiener WUK. Mit neuen Songs, charmant-extravaganter Show und seiner ausgezeichneten Band "The Boyfriends".

 

Furman entspricht auf keinem Fall dem typischen amerikanischen Mainstream-Rocker, eher dem Gegenteil, und das ist gut so. Queer angehaucht, gläubiger Jude, unnahbar und gleichzeitig wie ein Bar´s Best Friend, auf jeden Fall authentisch. "Ich sehne mich nach Gemeinschaft, aber ich habe sie noch nicht gefunden. Und ich lebe nirgends lange genug, um sie dort aufzubauen." - So Furman über sein 2015er-Album "Perpetual Motion People", das er der immer häufiger anzutreffenden Spezies "Restless People" widmete, der er selbst auch angehört. Und dabei immer wieder den fließenden Übergang von Hedonismus und Weltschmerz betont.

 

Themen, die vor allem die Generation 20-30 ansprechen, die vorwiegend in das Wiener WUK strömte. Und auch nicht enttäuscht wurde. Furmans abwechslungsreiche Live-Show kann sich sehen und hören lassen: Indie Rock-Hymnen a la "Lousy Connection", "My Zero" oder "Restless Year", schnelle, kurze Rock´n Roll-Stücke wie in den Good Old Sixties, dazu ein Acoustic-Middle Part und viele Kurzansprachen, bei denen Furman auch über sein Leben philosophiert. 

 

Die Seele eines Musikers wird naturgemäß aber durch seine Songs charakterisiert. Bei Furman am treffendsten bei "Can I Sleep in your Brain", einem genialen Track, der lange wie eine romantische Ballade klingt, dann allerdings in einen mitreißenden Rock-Klassiker hochdriftet. That´s Entertainment !

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East Side Gallery: Berlins kultigste Mauer nördlich der Spree.

Berlin: Nicht nur die hippe Szene-Metropole, in der man die Nächte und Tage bis zum Exzess durchmachen kann, sondern auch das historische Juwel, bei der man auf jedem Quadratmeter den Spuren der Vergangenheit begegnet. Obwohl es angeblich ein Viertel der Berliner nicht wissen: Die schreckenumwobene Mauer ist am 9. November 1989 gefallen. Nicht gänzlich, die Fragmente dienen allerdings nur dem Gedenken an die kommunistische Diktatur im ehemaligen Ostberlin.

 

Neben dem Brandenburger Tor, dem Checkpoint Charlie als internationalen Stützpunkt und der Bernauer Straße zählt die East Side Gallery nördlich der Spree zu den besonderen Highlights der Mauergeschichte. Kreuzberg gehörte während der Teilung Berlins zum Westen, die Wasserfläche bereits zu Ostberlin. Die heute noch erhaltene Mauer in der Mühlenstraße hatte die Funktion einer sogenannten "Hinterlandsicherungsmauer".

 

Als Zeichen dafür, dass die Zeiten der Trennung vorüber sind, wurde diese Mauer gerade an der Ostseite bemalt, daher der Name "East Side Gallery". Begonnen wurden die kreativen Arbeiten bereits im Februar 1990, beteiligt waren 118 Künstler aus 21 Ländern. Im November 1991 wurde die Mauer unter Denkmalschutz gestellt.

 

Der im Anschluss gegründete Verein "Künstlerinitiative East Side Gallery e.V." wurde trotzdem immer wieder mit negativen Einflüssen von außen konfrontiert, sei es durch die Schaffung neuer Schiffsanlegestellen oder durch die Entwicklung neuer Stadtentwicklungsprojekte, aufgrund derer sogar Segmente aus der Mauer entfernt wurden.

 

2009 wurde die East Side Gallery saniert, 87 Künstler malten ihre Bilder sogar erneut an die Mauer. Aktuell sind es neben der Umweltverschmutzung und der Witterung vor allem vorsätzliche Sachbeschädigungen und Verunstaltungen, die der kultigen Mauer zu schaffen machen.  Ein provisorischer Zaun stört derzeit an einigen Bereichen die Erstellung von Selfies und Hochglanzfotos.

 

Aufgrund der Undiszipliniertheit der Touristen könnte es aber noch schlimmer kommen. Einige Pläne stehen ein 80 cm hohes Gelände ca. 1,30 m vor der Mauer vor, damit amateurhafte "Street Artists" keinen Zugriff mehr auf die Mauer haben. Braucht Berlin danach einen neuen Mauerfall ? :-)

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Berlin-Alexanderplatz: Zentrum des Handels und historischer Revolutionen.

Mehr als 360.000 Personen passieren täglich den Alexanderplatz, der damit nicht nur die meistbesuchte Gegend Berlin ist, sondern auch der viertbelebteste Platz Europas.

 

Benannt ist der "Alex", wie er im Berliner Volksmund genannt wird, nach dem russischen Zaren Alexander I.. Geschichten gibt es über ihn nicht nur in der Literatur (Alfred Döblins gleichnamiger Arbeiterroman) zu erzählen. Seinen ersten großen Aufschwung erlebte er durch die Entstehung großer Kaufhäuser Anfang des 20. Jahrhunderts. Während der Schlacht von Berlin im zweiten Weltkrieg wurden viele Gebäude des Platzes durch die Rote Armee zerstört. Nach dem Wiederaufbau fungierte er als "Roter Platz" der DDR: Die 80.000 Quadratmeter Platzfläche dienten - in direkter Verlängerung der Karl Marx-Allee - als Kundgebungsort kommunistischer Großveranstaltungen wie der 25jährigen DDR-Feier oder der Weltjugendspiele. 

 

Doch der Hochmut kommt vor dem Fall. Es war auch der Alexanderplatz, auf dem sich 1989 die Oppositionellen trafen und am 4. November mehr als eine Million Menschen gegen die DDR-Diktatur und für Grund- und Freiheitsrechte demonstrierten. Einige Tage später fiel die Berliner Mauer.

 

Heute ist der Alexanderplatz mit seinen zahlreichen Kaufhäusern, Restaurants, Kinos und Shops beliebter Treffpunkt der Berliner und der Touristen. Als besonderer Anziehungspunkt gilt auch die 1969 installierte, zehn Meter hohe Weltzeituhr, die auf ihrer metallenen Rotunde die Namen von 148 Städten enthält und seit 2015 unter Denkmalschutz steht. MTV- und Viva-Fans kennen die Weltzeituhr auch aus dem Erasure-Video "Run to the Sun".

 

Das Areal des Alexanderplatzes steht derzeit vor einem Umbruch. Ob der Masterplan des renommierten Architekten Hans Kolhoff mit 11 Hochhäusern verwirklicht wird, ist eher fraglich. Für einen Wolkenkratzer mit dem Namen "Alexander Tower", 150 Meter hoch mit 39 Etagen und einer Mixtur aus Geschäften und Wohnungen, wurde aber kürzlich ein Bauantrag gestellt. Finanziert werden soll das Projekte ausgerechnet von Russen.

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Nationalfeiertag 2016: "Last Open Days" im Parlament vor der Sanierung.

Nur zwei Artikel weist das Bundesverfassungsgesetz über die Neutralität Österreichs auf, seit 1965 ist der Beschlussfassungstag, der 26. Oktober 1955, aber Grundlage des österreichischen Nationalfeiertages. In Wien ist dies gleichzeitig auch Anlass für zahlreiche Leistungsschauen und Tag der offenen Türen.

 

Am Heldenplatz wurden in Anwesenheit von Bundeskanzler Kern, Alt-Präsident Fischer und Verteidigungsminister Doskozil 1198 Rekruten angelobt. Gedacht wurde dabei auch an den Ungarn-Aufstand 1956, bei dem bereits Grundwehrdiener eingesetzt wurden. Das Bundesheer selbst erfährt durch das neue Budget eine finanzielle Aufwertung, geplant sind mehr Spezialisierung und eine Neuorganisation in den Militärkommanden.

 

Das Parlament wird in den nächsten 3 Jahren saniert, somit war dieses Jahr die letzte Gelegenheit, die originalen alten Räumlichkeiten am Karl Renner-Ring zu besuchen. Zur Audienz luden nicht nur die Nationalratspräsidenten, sondern auch diverse Abgeordnete der einzelnen Klubs. Im Nationalratsplenum wurde für die Gäste wieder ein Fotopoint eingerichtet, die Säulenhalle stand im Zeichen der Aktion "Mach dein Kreuz !".

 

Als besonderes Highlight präsentierten Kulturschaffende das Projekt "Im Herzen der Demokratie". Neben Lesungen, Theater und Tänzen in den verschiedensten Räumlichkeiten des Parlaments performte das renommierte Blechbläser-Ensemble Federspiel im historischen Sitzungssaal eine Neu-Version der Bundeshymne. Man darf gespannt sein, welcher der beiden Präsidentschaftskandidaten am 26. Jänner des nächsten Jahres dort sitzen wird. Bei der Angelobung vor der Bundesversammlung.

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Electro-Indie-Avantgarde im WUK: Cooles Polica-Debüt in Wien.

Es gibt wenige Bands im Indie Pop-Business, die so facettenreich und mehrdimensional agieren wie Polica aus Minneapolis. Das ist nicht zuletzt auch das Verdienst der charismatischen Sängerin Channy Leaneagh, die eine Kunstschule besuchte, die Violine perfekt beherrscht und auch Theater spielte. Mit ihrer Band Polica, deren Namensherkunft nicht eindeutig geklärt ist und je nach Interview auf einem Gruppencode oder einer schadhaften Computerdatei basiert, präsentiert sie avantgardistischen Electro-Indie Pop mit politisch-emotionalen Texten. 

 

Im Rahmen ihrer Europa-Tour gastierte die Band mit ihrer neuen CD „United Crushers“ auch im Wiener WUK und begeisterte die junge Hipster-Community mit ihren subtil-kraftvollen Tracks aus ihren drei bisher veröffentlichten Alben. Neben Channy agieren in der Band Bassist Chris Bearden und zwei Drummer, Ben Ivascu und Drew Christopherson. Produziert werden Polica von Channys Ehemann Ryan Olson, die gemeinsame Tochter ist mit on Tour. 

 

Fasziniert zeigte sich die Sängerin von Wien, wo man im Gegensatz zu den USA am Sonntag ohne Einkaufsrummel durch die Straßen und Parks spazieren gehen könne. Channy wirkt einmal wie die toughe Indie-Rockerin, dann wieder wie eine zerbrechliche Björk oder Florence Welch. Auf eine bestimmte musikalische Richtung will sich die Band auch nicht festlegen. 

 

Tracks wie die Hit-Single „Lime Habit“, das gegen Polizeigewalt gerichtete „Wedding“ oder die Ecstasy-Hymne „Berlin“ mit der genialen Zeile „The Time you don´t even know what your Name is“ machen Appetit auf mehr, die coole Performance von Miss Leaneagh sowieso.

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Equal Pay Day: Ab 11. Oktober arbeiten Frauen „gratis“.

Der 11. Oktober ist für Frauen nicht unbedingt ein Tag, um mit Champagner oder Prosecco anzustoßen. Denn ab diesem Tag arbeiten sie sozusagen „gratis“. 

 

Frauen müssen im Jahr 2016 statistisch gesehen 82 Tage länger arbeiten, um das Einkommen der Männer zu erreichen, sodass der sogenannte „Equal Pay Day“ dieses Jahr auf den 11. Oktober fällt. Ganzjährig vollbeschäftigte Männer verdienten durchschnittlich 48.863 Euro jährlich, Frauen nur 37.935 Euro. Dabei handelt es sich um eine Differenz von 10.928 Euro bzw. 22,4 Prozent. Die minimale Verbesserung von 0,07 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr ist nicht einmal ein Tröpfchen auf dem heißen Stein.

 

Betrachtet man die Unterschiede auf Bundesländerebene, so sind diese teilweise noch extremer. Am höchsten ist der Gehaltsunterschied in Vorarlberg mit 14.800 Euro (29,7 Prozent). Kaum besser sind die Ergebnisse in Oberösterreich (26,8 Prozent), Tirol (25 Prozent), Salzburg (24,7 Prozent) und der Steiermark (23,5 Prozent). Leicht über dem Durchschnitt liegt Niederösterreich mit 22,9 Prozent, leicht darunter Kärnten (21,9 Prozent) und Burgenland (21,5 Prozent). Das vergleichsweise beste Ergebnis liefert die Bundeshauptstadt Wien mit 18 Prozent. 

 

Die Gründe für die eklatant hohen Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen sind vielfältig: Die hohe Teilzeitquote der Frauen, auch in Zusammenhang mit dem mangelnden Angebot an Kinderbetreuungseinrichtungen und geringen Öffnungszeiten, unterbezahlte Frauen-Berufsfelder und – obwohl wir im 21. Jahrhundert leben – noch immer die partielle Diskriminierung von Frauen bei Führungspositionen. Und bei all diesen Statistiken ist noch gar nicht berücksichtigt, dass viele Frauen auch Arbeiten leisten, die überhaupt nicht bezahlt werden: die Kindererziehung, die Pflege älterer Familienmitglieder oder die Haushaltsführung. Eigentlich ein Trauerspiel.

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West End Stories - Kultur, Historie und Entertainment im Zentrum Londons.

London liebt nicht nur seine Popstars, Fußballtrickser und Modeschöpfer, sondern auch seine patriotischen Helden. So ist dem 1805 gegen die Franzosen und Spanier siegreichen Admiral Lord Nelson ein eigenes Denkmal gewidmet, das auf dem nach dem Schlachtort benannten Trafalgar Square steht. Heute ist dieser riesige Platz mit seinen zahlreichen Standbildern von Kriegshelden und Monarchen eine Art Reminiszenz an das einstige große britische Weltreich und gleichzeitig ein multinationales Zentrum, das jeder London-Tourist und Einheimische gerne quert. 

 

Die 1842 erbaute Nelsonsäule ist mit ihren 51 Metern übrigens so hoch wie Nelsons einstiges Flaggschiff HMS Victory. Wechselnd „besetzt“ mit zeitgenössischen Kunstwerken wird übrigens der vierte Sockel im Umkreis der Säule, aktuell sieht man dort ein Skelett eines Pferdes („Gift Horse“), dekoriert mit einem Geschenkband und einem Aktienkurs-Live-Ticker. Viel Kunst von Rubens, Dürer bis Raffael gibt es auch in der nördlich gelegenen National Gallery zu sehen, die seit 2003 bestehende Piazza davor dient heute nicht nur als Selfie-Tatort, sondern auch als unterhaltsame Plattform für Straßenkünstler.

 

Vom Trafalgar Square südlich gelangt man per Whitehall ins politische Viertel Londons, nördlich durch die Regent Street zum Piccadilly Circus. Einer der wichtigsten Straßenknotenpunkte Londons, der auch durch seine prominent platzierten Leuchtreklamen weltberühmt ist. Coca Cola, Hyundai, McDonalds oder Samsung sind derzeit stolze Inhaber der sündteuren Werbeflächen, Modifikationen der Darstellungsformen werden derzeit diskutiert. Für romantische Heiratsanträge und Liebesschwüre eignet sich der in der Mitte platzierte „Eros“-Brunnen, dessen nackte Figur aber eigentlich den Engel der Nächstenliebe darstellt.

 

Regent Street und Oxford Street sind die Top-Adressen für Shopping-Freaks, egal ob man jetzt auf Markenelitärschick, Avantgardelook oder günstigere Sonderangebote abfährt. Die Oxford Street ist derzeit zwischen 7 und 19 Uhr nur für Bus und Taxis befahrbar, 2020 soll sie zur reinen Fußgängerzone transformiert werden. London hat hier anscheinend mehr Mut als andere europäische Städte – Stichwort City Maut (Congestion Charge), die 2003 eingeführt worden ist.

 

Der Leicester Square östlich vom Piccadilly Circus gilt als Zentrum der Londoner Kinoszene, wo zahlreiche Welt- und Europapremieren der Blockbuster stattfinden (wie traditionell die Harry Potter-Verfilmungen). Bekannt sind vor allem das Odeon mit ca. 1700 und das Empire mit 1330 Sitzplätzen.

 

Am östlichen Rand des Londoner West Ends liegt der Bezirk Covent Garden, dessen zentraler Platz bis in die 70er Standort eines riesigen Marktes war. Aufgrund der Verkehrsstaus wurde der Markt verlegt, die bestehenden Markthallen wurden in Verbindung mit dem Freigelände neu positioniert als attraktives Zentrum für Kunst, Vintage-Artikel und geselliges Zusammensein. Talentiert-Charismatische Künstler, Artisten und Straßenmusiker lockern die Atmosphäre zusätzlich auf. 

 

Und vielleicht schafft ja eine „Fair Lady“ den Sprung in die mondäne High Society. So wie einst die Cockney-sprechende Blumenverkäuferin Eliza Doolittle, entdeckt von Professor Higgins auf dem Markt des Covent Garden.

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Kindergartenpädagogen: Zu geringes Gehalt und zu wenig Vollzeitstellen !

Sie sind neben den Eltern und den ersten Spielkameraden die wichtigsten Bezugspersonen unserer kleinen Mitbürger: Die Kindergartenpädagogen. Ihre Aufgaben werden in einer komplizierten Welt immer vielfältiger und herausfordernder: Die Vermittlung von Bildungsinhalten auf spielerischer Art, die Förderung von Talenten und sozialer Kompetenzen der Kinder, die Lösung von Konflikten innerhalb der Gruppe und natürlich auch die Vorbereitung auf einen unproblematischen Schulstart.

 

Ausgebildet werden die großteils weiblichen Kindergartenpädagogen in eigenen Bildungsanstalten (BAKIP), an denen neben einer Matura auch eine Berufsberechtigung erworben wird. In Diskussion steht derzeit auch eine Reform in Richtung tertiärer Bildungsabschluss.

 

Dies täuscht aber nicht darüber hinweg, dass beim motivierenden, aber auch anstrengenden Beruf des Kindergartenpädagogen eines nicht stimmt, nämlich die Bezahlung. Geregelt in eigenen Landesgesetzen (!) verdienen Kindergärtnerinnen nur zwischen 1735 (Burgenland) und 2300 Euro brutto monatlich. Letzterer Höchstwert stammt aus Salzburg, wo man kürzlich das Gehalt der Pädagogen um 430 Euro monatlich erhöht hat. Ein Wink mit dem Zaunpfahl auch für die anderen Bundesländer.

 

Eine Arbeiterkammerstudie aus der Steiermark zeigt nämlich, wie schlecht die Bedingungen für Kindergartenpädagogen aktuell sind. Auch wenn viele ihre Arbeit mit den Kindern als Berufung sehen, klagen sie über enorme Belastungen, vor allem durch Lärm, Infektionen und Beschwerden durch die notwendige gebückte Haltung. 

 

Abgesehen davon, dass schon die Bezahlung einer Vollzeitstelle zu gering ausfällt, arbeitet die überwiegende Mehrheit der Kindergartenpädagoginnen nur Teilzeit, weil viel zuwenig Vollzeitstellen angeboten werden. Im Schnitt verdienen jene, die bei der Studie mitgemacht haben, netto 800 Euro im Monat und sind damit auf die Unterstützung ihres Partners bzw. ihrer Eltern angewiesen, um ihre Lebenshaltungskosten bestreiten zu können.

 

Diese Situation ist untragbar. Menschen, die unsere kleinen Kinder auf ihrem Lebensweg begleiten, müssen ordentlich bezahlt werden. Und es müssen mehr Vollzeitstellen angeboten werden, um eine individuellere Betreuung der Kinder in Form kleinerer Gruppen zu garantieren. Dies ist wichtiger und vorrangiger als der Schmuck mit einem akademischen Titel.

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40 Jahre Arena-Besetzung – Der erste Widerstand der Wiener Zivilgesellschaft

Kunst gegen Kommerz. Ein Kampf, der in einer Stadt wie Wien zwar heute täglich stattfindet, aber sicher nicht so revolutionär und exzessiv wie damals im Sommer 1976. Die Arena auf dem ehemaligen Auslandsschlachthof-Gelände, damals Zentrum der Wiener Festwochen in einer sonst eher subkulturlosen Zeit, sollte abgerissen werden und einer Filiale der Textilkette Schöps weichen. 

 

Am 27. Juni 1976, dem letzten Tag der Veranstaltung, waren die Besucher allerdings gekommen, um zu bleiben. Sie gründeten den Verein Arena Forum und stellten 4 Forderungen an die Gemeinde Wien: Kein Abriss der Arena, die kulturelle Nutzung des Areals, Selbstverwaltung und die Zahlung der Betriebskosten durch die Stadt. Mittels Unterschriftenaktionen und Flugblätter wurden tausende Wiener Künstler, Aktivisten und Idealisten motiviert, sich an der Besetzung zu beteiligen. Auf dem Gelände wurde getanzt, gefeiert, geliebt, diskutiert, philosophiert. Die Kreativgeister widmeten sich der Musik, dem Theater, der Wortakrobatik und innovativen Multi Media-Projekten. Schlafräume, sanitäre Anlagen und sogar Kinderbetreuungsstätten sorgten für das private Wohlbefinden.

 

Trotz Kampfkraft, Ausdauer und Enthusiasmus der Besetzer wurde die Arena aber am 9. Oktober friedlich geräumt, 3 Tage später fuhren die Bagger auf. Ein Demo-Zug mit Sarg und Leichenträgern Richtung Rathausplatz wurde organisiert. Es war gleichzeitig auch das erste Aufflackern einer Zivilgesellschaft in Österreich, die in den 60ern noch eher schmähstad war. Und sie konnte zumindest einen teilweisen Sieg feiern: Die alte Arena wurde zwar abgerissen, aber dem engagierten Verein wurde das äußerste Eck des Areals, der Inlandsschlachthof, zur Verfügung gestellt.

 

DI Oliver Schreiber vom BDA, der am „Tag des Denkmals“ im Rahmen von Führungen Geschichte und Hintergründe erläuterte, bezeichnet die heutige Arena als das „lebendigste Denkmal“ Wiens. Und tatsächlich finden auf dem Areal, aktuell bestehend aus der vom Architekturbüro Rataplan zwischen 1996 und 2006 umgebauten Großen Halle, der Kleinen Halle, dem für Low Budget-Events spezialisierten Dreiraum und dem für 3000 Personen konzipierten Open-Air-Bereich jährlich über 450 Veranstaltungen statt. Aus allen Stilbereichen, egal ob Rock, Punk, Rave, Techno, Reggae oder zuletzt auch Liedermacherkunst von Konstantin Wecker. 

 

Gleichzeitig ist die Arena auch Plattform für soziale und künstlerische Aktivitäten und Solidaritätskundgebungen. Als besondere Aushängeschilder der Arena gelten auch die schrill-bunten Graffiti- und Street Art-Meisterwerke, deren Schöpfer – wie beispielsweise Nychos oder das Künstlerkollektiv Rabbit Eye Movement- auch international sehr gefragt sind.

 

Parallel zur Führung wurde auch die Ausstellung „40 Jahre gelebte Utopie“ gezeigt, bei der in 3 Teilen – „Das Areal“, „Der Widerstand“ und „Der Verein“ – anhand von Zeitungsmaterial, Flugblättern, Bildern und TV-Reportagen die Geschichte der Arena aufbereitet wurde. In der Großen Halle lief parallel der Film „Arenafreiheit“ in Dauerschleife. 

 

Man darf gespannt sein, welche Geschichten in 40 Jahren von der Arena erzählt werden. Der riesige Schornstein, das Markenzeichen des Veranstaltungszentrums, wird sie garantiert nicht vergessen.

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Stoppt TTIP & CETA: Österreichische Proteste gegen Akte X.

Eine bizarre Situation. Zwei Freihandelsabkommen, eines davon im Internet abrufbar, das andere in noch keinem einzigen der 30 Kapitel ausverhandelt, und trotzdem steigen die Österreicher auf die Barrikaden, obwohl viele vermutlich gar nicht wissen, wieso. Laut einiger renommierter Experten, die den Protest gegen CETA (= Comprehensive Economic and Trade Agreement) und TTIP (= Transatlantic Trade and Investment Partnership) unterstützen, liegen sie damit aber nicht ganz unrichtig. 

 

Insgesamt 53 NGO´s, darunter auch Attac, Global 2000, Greenpeace und zahlreiche Gewerkschaften und Arbeitnehmerverbände, gingen in Wien auf die Straße und forderten vor der Karlskirche und vor dem Parlament das Ende der Freihandelsabkommen mit Kanada und den USA. Abseits der üblichen kommunistischen Kapitalismus-Kritik („Marx ist Muss“) und links-anarchistischer Themaverfehlungen („Refugees Welcome, TTIP not“) vertreten die Demonstranten aber durchaus legitime Interessen. 

 

Der heimischen Landwirtschaft droht Billig-Konkurrenz aus den USA, Konsumenten und Arbeitnehmer befürchten eine Aushöhlung europäischer Standards im Umwelt-, Sozial- und Lebensmittelbereich, Klein- und Mittelbetriebe verweisen auf das geringe Wirtschaftswachstum, das ohnehin nur den Großkonzernen zugute kommen wird. 

 

Wirtschaftsexperten und Globalisierungsgegnern ist vor allem der Investorenschutz ein Dorn im Auge. Internationalen Großkonzernen, die sich derartige Schiedsprozesse in Millionenhöhe leisten, wird ein Klagerecht eingeräumt, wenn sie im Rahmen ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit durch nationale Regelungen diskriminiert werden. Dass die legislativen Gremien dann im vorhinein derartige Normen nicht beschließen werden, liegt auf der Hand. De facto ein drastischer Verlust parlamentarischer Souveränität und ein Werterückgang öffentlicher Interessen.

 

Auch viele kleine Gemeinden haben sich den Protesten angeschlossen, da sie eine Liberalisierung öffentlicher Dienstleistungen fürchten. Dem kanadischen Chefverhandler, der einen Privatisierungszwang ausschließt, wird nicht geglaubt. Und so geht das Pro & Contra-Spiel in der Endlosschleife weiter. 

 

Rechtlich gesehen sind CETA und TTIP laut Außenministerium und Parlamentsdirektion gemischte Abkommen, für die in weiten Bereichen ausschließlich die EU, in Teilbereichen aber auch die EU-Mitgliedstaaten zuständig sind. Gänzlich geklärt ist der Umfang der nationalen Zuständigkeiten aufgrund eines laufenden Verfahrens allerdings noch nicht. 

 

Eine vorläufige Anwendung des EU-Teils von CETA ist allerdings bereits bei einer qualifizierten Mehrheit im Rat möglich, der Rest des Freihandelsabkommens mit Kanada muss einstimmig beschlossen werden. Ob die österreichische Bundesregierung dies (alleine) verhindern wird, ist trotz der heftigen Proteste allerdings stark anzuzweifeln.

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Indie Explosion: Londons Newcomer Wolf Alice rocken das Wiener Flex.

Aus dem kultigen Szene-Schmelztiegel Camden Town aus London stammen Wolf Alice. Und begonnen hat alles 2010, als die blonde Sängerin Ellie Rowsell und der Gitarrist Joff Oddie Acoustic Pop auf kleinen Bühnen präsentierten. Der Name hatte schon damals etwas Geheimnisvoll-Mystisches an sich. „Wolf Alice“ ist ein Mädchen aus einer Kurzgeschichte Angela Carters, das unter Wölfen aufwächst und bei Rückkehr in die Zivilisation fremd bleibt unter den Menschen. Diese Angst braucht die Band, seit 2012 erweitert durch Bassist Theo Ellis und Schlagzeuger Joel Amey, nicht zu haben. Einzig allein der Sound wurde wilder, temporeicher und elektrisierender.

 

Im Rahmen ihrer Europa-Tournee gastierten Wolf Alice auch im Wiener Underground-Club Flex. Mit im Gepäck das ausgezeichnete Album „My Love is Cool“, das bis auf Platz 2 der englischen Charts preschte und mit zahlreichen Kritikerpreisen überhäuft wurde. Im Vorprogramm glänzten die jungen Londoner Indie-Popper Gengahr, von denen man nach ihrem Debüt-Album „A dream outside“ künftig noch einiges hören wird. Danach wurde es vor der Bühne immer enger, schweißtreibender und hitziger. Das zweite Wien-Konzert von Wolf Alice war gleichzeitig ihr letzter Tour-Gig, und das merkt man. Wolf Alice sind – nach langer Festival-Tour (u.a. auch in Glastonbury) - euphorisch, routiniert und mitreißend und bringen auch die Wiener Fans zum Toben. Und das, obwohl sie eigentlich erst ein Album und drei EP´s im Repertoire haben.

 

Das Indie-Ravige „Freazy“, die poppige Hit-Single „Bros“ (einer der ersten Songs, die die coole Sängerin Ellie Rowsell schrieb) oder die Rock-Hymne „Moaning Lisa Smile“ sind echte Live-Burner, und da mag man der Band auch einige Trash Rock-Eskapaden verzeihen. Melancholisch dann die Zugaben „Turn to Dust“ und „Blush“, bevor mit „Giant Peach“ noch einmal bis zum Anschlag gefeiert wurde. Das nächste Album von Wolf Alice erscheint 2017, garantiert auch mit Tour und dann vermutlich in einer größeren Arena. Wir freuen uns.

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Westminster London: Where People have the Power !

Big Ben is watching you, sollte man meinen. Dürfte aber nur mehr auf die Touristenmassen zutreffen, die täglich mit Bussen, Booten oder zu Fuß das Westminster-Areal Londons betreten. Denn seit dem 23. Juni ist die Zukunft des Vereinigten Königreichs unsicher, als 51,9 % der Abstimmenden für den „Brexit“ votierten. Initiiert von Regierungschef David Cameron, scheinbar um wiedergewählt zu werden und die EU-feindliche UKIP zu schwächen. Ein hoher Preis. In der Downing Street 10, dem Regierungs- und Privatsitz des Premierministers, sitzt jetzt bereits dessen Nachfolgerin Therese May, die sich über ihr weiteres Vorgehen nicht so richtig in die Karten blicken lässt. Die Sicherheitsvorkehrungen dort wurden bereits seit 9/11 erheblich verschärft, die Tür kann außerdem nur von innen geöffnet werden und hat kein Schlüsselloch auf der Außenseite.

 

Die legislative Kraft Großbritanniens liegt – direkt an der Themse – im Palace of Westminster, einem neugotischen Gebäude, das nach einem Brand 1834 wieder neuaufgebaut werden musste. In den sogenannten Houses of Parliament residieren die Abgeordneten des britischen Ober- und Unterhauses. 

 

Das „House of Commons“ besteht aus 650 Mandataren, die nach dem Mehrheitswahlrecht aus ebensovielen Wahlkreisen bestimmt werden. Das bedeutet de facto, dass – trotz hoher Stimmenanteile der Liberal Democrats oder neuerdings der UKIP – der Großteil der Abgeordneten der Conservative Party oder der Labour Party zugehörig ist und aus diesen Reihen dann auch der Premierminister mit der Regierungsbildung betraut wird. 

 

Im „House of Lords“, das derzeit aus 786 Mitgliedern besteht, sitzen heute vor allem auf Lebenszeit ernannte Adelige (life peers), die die Aufgabe haben, die vom House of Commons erlassenen Gesetze zu überprüfen. Das (beschränkte) Vetorecht kann durch das Unterhaus mit dem Parliament Act entkräftet werden. Eine Auflösung bzw. Reduzierung der zweiten Kammer steht schon länger im Raum.

 

Der berühmteste Teil des Palace of Westminster ist übrigens der 96 Meter hohe Uhrturm („Clock Tower“) an der Ostseite des Gebäudes, der seit 2012 den Namen Elizabeth Tower trägt. Der Volksmund nennt ihn allerdings seit jeher „Big Ben“, obwohl damit eigentlich nur die mit 13,5 Tonnen schwerste der fünf Glocken gemeint ist. Woher dieser Name kommt, ist nicht klar belegt. Eine Theorie weist auf Sir Benjamin Hall, den First Commissioner of Works zum Zeitpunkt der Installation der Glocke, hin, eine andere auf den Spitznamen des Schwergewichtsboxers Ben Caunt, der im Entstehungsjahr der Glocke seinen letzten Kampf hatte. Eine Besichtigung von „Big Ben“ ist aufgrund Terrorgefahrs derzeit auf britische Einwohner beschränkt. 

 

Staatsoberhaupt des Vereinigten Königreiches ist der britische Monarch, derzeit Elizabeth II., die trotz wichtiger Funktionen wie der Ernennung des Premierministers, dem Royal Assent zu verabschiedeten Gesetzen oder der Auflösung des Unterhauses de facto nur eine repräsentative Funktion ausübt. Die offizielle Residenz der Monarchin ist der Buckingham Palace, direkt gelegen neben dem St. James Park und dem Park Lake. Dieses Areal war einst eine sumpfige Wiese, dann ein Jagdgebiet mit Hirschen und ist heute eines der schönsten und erholsamsten grünen Lungen im Herzen Londons.

 

Gekrönt und beigesetzt werden die britischen Monarchen in der Westminster Abbey, die sich westlich des Palace of Westminster befindet. Die Stiftskirche ist aufgrund ihrer Funktion keiner Diözese zugehörig, sondern „royal peculiar“ der britischen Monarchie. Laut der Volkszählung sind 48,4 Prozent der Londoner Christen, 12,4 Prozent Muslime und 5 Prozent Hindus. Die Mehrheit der Christen gehört der Anglikanischen Kirche an, deren Hauptkirche, die St. Paul´s Cathedral, im Stadtbezirk „The City“ liegt. Diese ist häufig auch Schauplatz wichtiger staatlicher Zeremonien wie dem Staatsbegräbnis von Lord Nelson, dem goldenen Thronjubiläum Elisabeths II. ooder der Trauung von Prince Charles und Lady Diana. Die katholische Hauptkirche ist die Westminster Cathedral in der Frances Street, nicht zu verwechseln mit der Westminster Abbey. 

 

London gilt aber auch als Stadt des Islam in Großbritannien. Ca. 38 % der 2,7 Millionen britischen Muslime leben in London. Die größte Moschee der Stadt, die Bait ul-Futuh („Haus der Siege“), liegt im Südwesten Londons. Seit dem 7. Mai 2016 hat London den ersten Bürgermeister muslimischen Glaubens, Sadiq Khan von der Labour Party. Sein Hauptwahlkampfthema war vor allem die Wohnungsnot in London aufgrund der steigenden Immobilienpreise und der hohen Mieten. Der ehemalige Unterhaus-Abgeordnete Khan ist Menschenrechtsanwalt, EU-Befürworter und Verfechter der gleichgeschlechtlichen Ehe. Nicht unspannend in einer Zeit politischer und religiöser Konflikte.

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Street Parade: Wiener Clubszene fordert Reform der Gewerbeordnung

Die Dinge sind nicht immer so wie sie scheinen. Und so stecken hinter den riesigen Trucks mit dröhnenden Techno- und House-Beats, feiernden Party People und halbnackten Go-Go´s, die sich Samstag nachmittags um den Ring und das Wiener Rathaus bewegen, ernste Botschaften, die die Zukunft des Wiener (und österreichischen) Nachtlebens betreffen.

 

Unter den Mottos „Rette deinen Club“ fordern die Wiener Club-Betreiber und Veranstalter gesetzliche Änderungen im Gewerbe- und Steuerrecht und die gesellschaftliche Akzeptanz der Club-Kultur durch Politik, Wirtschaft und Tourismus. Die Vergnügungssteuer, die kürzlich auch dem weltweit renommierten Linzer Electro Swinger Parov Stelar eine Nachzahlung bescherte, müsse reformiert werden. Diese beträgt bei Tanzveranstaltungen in Wien 15 % des Entgelts bzw. mindestens 0,10 Euro je Eintrittskarte und benachteilige Club-Betreiber gegenüber Konzertveranstaltern.

 

Noch gefährlicher für das Nightlife ist allerdings der § 113/5 Gewerbeordnung, aufgrund dessen der Gastgewerbetreibende für das Verhalten der Gäste VOR dem Lokal haftet. Wenn die Nachbarschaft wiederholt durch Gäste vor der Betriebsanlage unzumutbar belästigt wird, dann hat die Gemeinde eine frühere Sperrstunde vorzuschreiben. Aktuell ist davon die auch bei der Street Parade teilnehmende Bettelalm im Lugeck betroffen, die aufgrund einer Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofes ihre Sperrstunde von 6 Uhr früh auf Mitternacht rückverlegen musste. Diese Vorschreibung wird erst dann widerrufen, wenn sich die Sachlage verändert hat.

 

Dass ein Lokal, dessen Gäste großteils nach Mitternacht kommen, de facto betriebswirtschaftlich nicht mehr sinnvoll betrieben werden kann, liegt auf der Hand. Zu befürchten ist, dass dieser Paragraph vermehrt zur Anwendung kommt, wenn das Rauchverbot 2018 in Kraft tritt und dementsprechend Gäste vor den Lokalen vermehrt zum Glimmstengel greifen werden.

 

Volksgarten, Hypnotic, Chaya Fuera, Bettelalm, Vienna City Beach Club, Praterdome, Bollwerk oder Event Arena Vösendorf: Sie alle waren – gemeinsam mit über 25.000 Teilnehmern - bei der Street Parade-Demo vertreten, um gegen diese gesetzlichen Bestimmungen zu protestieren und ein Zeichen für die Wiener Clubkultur zu setzen. 

 

Diese soll nicht nur eine zufällige, kommerzielle Randerscheinung in der Stadt sein, sondern soll – ähnlich wie in London und Berlin – aktiv in Social Media, Online-Plattformen und im Rahmen einer auf die Jugend und Clubbing-Generation zugeschnittenen Zielgruppen-Kampagne beworben werden. Die Stadt Wien müsse die Clubszene fördern und als gleichwertigen Kulturfaktor anerkennen. Dass die Wiener feiern können, haben sie auch am Wochenende bewiesen, egal ob bei der Parade, beim Rathausplatz-Open-Air, bei der Praterdome-Afterparty, in der Pratersauna oder beim Techno Brunch. Die Club-Jetsetter dürfen kommen :-)