Pop Graffiti-Art in Wien: Lushsux besprüht MQ-Wände und die Falco-Stiege.

Provokant, politisch engagiert und kreativ, das ist der Melbourner Graffiti-Artist Lushsux. Kürzlich erst vergrämte er Hillary Clinton, die er nach einer fast barbusigen Darstellung in eine Muslima mit Niqab verwandelte. Darunter der Schriftzug: "If this Muslim Woman offends u, u r a bigot, racist, sexist Islamophobe."

 

Vergleichsweise harmlos sind dagegen seine Street Graffitis in Wien. Bei der U-Bahnstation Kettenbrückengasse, direkt an der Falco-Stiege, werden die Besucher subtil vor die Wahl gestellt, wer jetzt wirklich der größte Rapper der Musikgeschichte war: Falco, dargestellt mit Mozart-Perücke, oder Mum´s Spaghetti-liebender US-Hip Hopper Eminem. 

 

Vor dem Museumsquartier setzte Lushsux ein Tribut für den kürzlich verstorbenen Linkin Park-Sänger Chester Bennington, daneben residieren Conchita Wurst (die sich vom Künstler ein "Selfie"-Graffiti wünscht) und die durch Snapchat-Filter transformierte It-Girl-Sister Kendell Kardashian. Links neben dem Eingang ins MQ geht es härter und gleichzeitig zärtlicher zur Sache. Dort schmusen die MMA-Kämpfer Conor McGregor und Floyd Mayweather miteinander, die sich am 26. August duellieren werden.

 

Lushsux sieht sich selbst nicht als Street Art-Künstler, sondern als "the world´s first meme artist". Und dort in den sozialen Medien, auf Facebook oder Instagram, schwirrt nicht nur er, sondern auch seine Fans (und Gegner) herum. "That´s where people are these days, staring into their phones. You have to try and be there annoying them daily." Hauptsache, der Klick-Faktor stimmt :-)

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"Diversität ist Trumpf!" - 60.000 Besucher beim 8. Wiener Popfest auf dem Karlsplatz.

Die Kuratoren des diesjährigen Popfests kommen aus zwei verschiedenen Ecken. Auf der einen Seite Ö3-Moderator, Songcontest-Berater und "Austrozone"-Scout Eberhard Forcher, auf der anderen Seite die Underground-Künstlerin und Medienwissenschaftlerin Ana Threat. So ambivalent und vielfältig gestaltete sich auch das bunte Programm des viertägigen Festivals am Karlsplatz.

 

Bluatschink aus dem Lechtal eröffneten am Freitag mit ihrer Art von "Heimat- und Volksmusik" den Reigen der Live-Auftritte auf der Seebühne, bevor die in Wien ansässige Tini Trampler mit ihrem dreckigen Orchester stimmungsmäßig in den Chanson-Folklore-Bereich abdriftete. Einer der Protagonisten des ersten Popfests 2010, der Nino aus Wien, sorgte mit seiner Band für einen Massenansturm im Festivalareal und präsentierte eine unterhaltsame, mit vielen witzigen Bonmots („Wann wird endlich der Tony Wegas eingeladen? Man sollte ihm das mit der Handtasche endlich verzeihen!“) unterlegte, 90 Minuten-Show mit all seinen genialen Kompositionen vom "Oasch" bis hin zum "Praterlied" und seinen neuen pop-angehauchten Tracks wie "Coco Bello" oder "Tränen machen wach". Ursprünglich aus dem Indie-Bereich stammend, könnte dem Elektronik-Duo "Lea Santee" das glückselige Schicksal von Leyya "drohen". Lea Stöger und Produzent Manuel Hosp haben das Potential für eine internationale Karriere, das bezaubernde "Rollin" gehört wohl zu den innovativsten Austro-Songs der letzten Jahre.

 

Keine Angst vor bösen Worten haben die Linzer NDW-Epigonen Flut. Das Falco-Tribute auf der Donauinsel sei "Kacke" gewesen, ihre Version von Falcos Berlin-Klassiker "Auf der Flucht" klingt tatsächlich gefälliger als so manches Insel-Cover. Eberhard Forcher sei schon immer sein Förderer gewesen, so Ex-Songcontest-Letzter Lukas Plöchl, jetzt mache er laut seiner Diktion authentische Musik und hat im Repertoire auch noch einige Apres-Ski-Mitgröhler wie "Abriss Austria". Songs wie "Stadt, Land, Fluss" zeigen aber die Wandlung von Plöchl zu Wendja, seinem ursprünglichen chinesischen Namen, was so viel heißt wie "Beste Sprache". Forcher und den vielen jungen Besuchern im TU-Prechtlsaal hat die schweißtreibende, mitreißende Show mit subtilem Understatement ("Mut zur Hässlichkeit") gefallen.

 

 

Rund 60.000 Fans visitierten 4 Tage lang die 60 Musik-Acts des Wiener Popfests. Bier, Spaß, Flirten und Chillen inklusive. Die seltsame Kritik gewisser Qualitätsmedien gegenüber der "niederschwelligen Gratiskultur" wurde bereits von vielen Seiten abgeschmettert. Wir lassen hier noch den Ernst Molden sprechen: "Wenn unlängst in der Presse gestanden ist, dass die Gratisfeste den Musikern schaden, ist das nicht nur garstig, sondern auch noch ein totaler Blödsinn. Allen meinen Freunden, die am Popfest gespielt haben, hat es etwas gebracht. Am Popfest verliebst du dich in eine Band, den Hof machst du ihr dann am nächsten „normalen“ Konzert!" In diesem Sinne - Wir freuen uns bereits auf die Rückkehr der FM4-Ente im Sommer 2018.

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Popfest 2017: "Niederschwellige Gratiskultur" mit Qualitätsanspruch auf dem Karlsplatz.

"Die Welt von oben sieht gut aus" - So das deutsch-österreichische Reggae Duo Mono & Nikitaman bei der Zugabe ihres vielumjubelten Konzerts auf der Seebühne des Wiener Popfestes. Tja, nicht nur von oben, sondern von allen Seiten.

 

Im Vorfeld wurde wieder einmal von gewissen Tageszeitungen das nunmehr 8. Popfest als "niederschwellige Gratiskultur" herabgewürdigt. Die Konter blieben aber nicht lange aus, FM4-Musikexperte Martin Blumenau glorifizierte die Niederschwelligkeit als einen Wesenszug von Pop. Noch plakativer Kurator Eberhard Forcher bei seiner Eröffnungsrede. "Um der Niederschwelligkeit die Zähne zu ziehen, werde ich mir eine Krawatte umhängen".

 

Fakt ist: In 4 Tagen werden ca. 60 Bands, Künstler und DJ´s beim Wiener Popfest auf dem Karlsplatz-Areal auftreten und so die Möglichkeit haben, sich vor einem großen Publikum zu präsentieren. Das - ohne Konsumzwang und Kleidungs-Etikette - bei Gratiseintritt österreichische Popkultur genießen, bewerten und vor allem kennenlernen kann. Für viele Künstler war das Popfest bereits ein Sprungbrett für internationale Auftritte. Beispiel: Die Elektronik-Künstler von Leyya, die dieses Jahr in Barcelona engagiert wurden.

 

Zusammengestellt wurde das bunte Programm dieses Jahr von der Medienwissenschaftlerin und Underground-DIY-Künstlerin Ana Threat und der Radio-Legende Eberhard Forcher, einst selbst Musiker mit seinen Tom Pettings Hertzattacken und heute "Austrozone"-Scout für junge Talente. Das Line-Up deckt alle Nuancen der heimischen Szene ab - von Underground bis Mainstream, von der "Hochkultur bis zum Kellerloch".

 

So grungten am ersten Tag des Popfests die Kurt&Courtney-Epigonen "I´m a Sloth" vor dem traditionell vor der Karlskirche positionierten Red Bull Brandwagen. Das österreichisches Elektronik-Genie Felix Nyajo aka Salute lebt bereits im Geburtsland des Pop, im britischen Manchester, und steht vor einer großen internationalen Karriere. Auf der Seebühne begeisterte er mit Band und stilistischer Vielfältigkeit.

 

Zum ersten Mal beim Popfest dabei, aber seit fast 15 Jahren Stammgast bei internationalen Reggaefestivals: "Mono" Monika Jaksch & "Nikitaman" Nick Tilstra. Das temperamentvolle, top-eingespielte Duo sorgt aber nicht nur für Stimmung bis in die letzten Winkel der Konzert-Areale, sondern auch für politische Botschaften. "Kein Weed ist auch keine Lösung" thematisiert ihre (eher harmlose) Forderung nach Legalisierung von "Gras". Engagiert sind die beiden aber vor allem im fast aussichtslosen Kampf gegen Rassismus und Ausländerfeindlichkeit. "Ein Haus ist kein Zuhause, Zuhause ist kein Land, Man muss keine Mauern haben, um ein Zuhause zu haben." Die Töne sind verklungen, die Gesinnungen nicht. Denn die Zielgruppe, die es betrifft, war sicher nicht im Publikum.

 

 

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"Abstract Painting Now!" - Kunsthalle-Reopening in Krems nach Generalsanierung!

Einst, seit 1852, stand in diesen Räumlichkeiten eine Tabakfabrik, die vielen Bewohnern von Krems einen Arbeitsplatz sicherte. In den Jahren 1992-1995 wurde diese vom Architekten Adolf Krischanitz umgebaut in die sogenannte "Kunsthalle", die - beginnend mit "Wasser und Wein" - seitdem mit spannenden Ausstellungen von Schiele, Klee, Repin, Renoir bis hin zu Newton und Semotan die zeitgenössische Kunst präsentierte und sukzessive Bestandteil der Kunstmeile Krems mit unterschiedlichen Museen und Galerien wurde. 

 

3,5 Millionen Euro wurden investiert, um - parallel zum Bau der 35 Millionen Euro teuren Landesgalerie mit dem hypermodernen Kubus der Vorarlberger Architekten Marte-Brüder -  auch die Kunsthalle Krems generalzusanieren. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Komplett neu eingerichtet wurde das Foyer, inklusive Kasse und Katalog-Regalen. Die Zentrale Halle zeigt sich jetzt mit Glasdach, durch welches das Tageslicht schimmert. Tobias Pilz nützt diesen Raum mit einer riesigen Malerei-Installation, die komplett den legendären Schrägweg Richtung 1. Stock abdeckt. Die anderen Wände dagegen sind komplett schwarz gehalten und treiben - laut Kuratorin Verena Gamper - den Besucher wie durch einen Tunnel Richtung Installation.

 

Sichtlich stolz ist der neue künstlerische Leiter, Kunsthistoriker Florian Steininger, auf seine erste Ausstellung in der neueröffneten Kunsthalle: "Abstract Painting Now!" zeigt ca. 60 künstlerische Positionen mit Schwerpunkt auf das ungegenständliche Tafelbild. Sündteure Werke eines Gerhard Richter residieren dort neben minimalistischen - durch Tintenstrahldrucker erzeugte - Streifenbildern und geometrischen Rasterbildern des bei der Eröffnung persönlich anwesenden Iren Sean Scully. Junge österreichische Kreative wie Suse Krawagna geben sich neben der deutschen Airbrush-Künstlerin Katharine Grosse und der Britin Sarah Morris, die ein Rasterbild des US-Außenministeriums konzipierte, ein Stelldichein.

 

Die slowakische Brass-Band Balkan Sambel begleitete - in Form einer Street Parade - die Besucher zur Dominikanerkirche. Dort fand nicht nur die dritte Ausstellungseröffnung von Sebastian de Ganey, sondern auch das traditionelle Sommerfest statt.

 

127 Millionen Euro investierte das Land Niederösterreich 2016 in die Kultur. Eine nicht unumstrittene Verdreifachung der Subventionen innerhalb der letzten 25 Jahre. Die Angebote sollte der Bürger aber nützen und den Mut haben, traditionelle Pfade zu verlassen. In jeder Hinsicht.

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"Liebe Hoch 16": Multikulturelles Musik-Theater begeistert Wiener Bezirke!

Wenn die Menschen nicht ins Theater kommen, dann muss das Theater zu den Menschen kommen. Und am besten dort, wo sich die Leute in ihrem Alltagsleben auch gerne treffen, auf Plätzen und Märkten. Und um zusätzlich Migranten zu begeistern, die teils (noch) Berührungsängste vor dieser Kunstform haben, wählt man als Veranstaltungsort multikulturelle Hot-Spots in Wien (wie den Volkertmarkt, das Museumsquartier, den Yppenplatz oder den Floridsdorfer Markt) und arrangiert ein spannendes Script über zwei rivalisierende Familien aus Österreich und der Türkei. Geniale Idee.

 

"Liebe Hoch 16", so der Titel des Theaterstücks, spielt original am Brunnenmarkt in Ottakring. Story und Dialoge wurden arrangiert vom syrischen Arzt und Schriftsteller Ibrahim Amir, der selbst vor 12 Jahren als Kurde nach Österreich geflüchtet ist. Die Lyrics stammen vom bekannten Austropopper Wilfried und von der türkischen Rapperin Esra Ömen, die mit ihren klischeezerstörenden Texten und Aussagen nicht nur in der Migrantenszene Vorbildwirkung hat. Die Musik, komponiert vom 5/8erl in Ehr´n-Mastermind Clemens Wenger, reicht von Musical, Operette, Rap bis hin zu Wienerlied und zeitgenössischer türkischer Musik.

 

Drei Bühnen werden auf den Veranstaltungsorten aufgebaut, in der Mitte die Musiker, links und rechts die Fleischereien der feindlich gesinnten Familien. "Romeo & Julia"-like steht im Mittelpunkt eine Love-Story. Die Dinge sind allerdings nicht immer so, wie sie anfangs scheinen. "Somewhere over the Rainbow" lässt grüßen.

 

"Liebe Hoch 16" läuft derzeit im Rahmen des "Wir sind Wien"-Festivals, dürfte aber aufgrund des großen Erfolges auch bald auf diversen Bühnen zu sehen sein. Das Motto sollte aber unverändert bleiben: "Möge wirklich GANZ Wien im Publikum vertreten sein, egal, ob mit, ohne Migrations- oder sonst irgendeinem Hintergrund."

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Ernst Molden mit Frauenorchester - Wiener Lieder vor der Karlskirche

Letzten Donnerstag wurde der Wiener Liedermacher und Schriftsteller Ernst Molden noch mit dem Amadeus Award für World Music ausgezeichnet und hielt außerdem eine Laudatio auf "Ostbahn Kurti" Willi Resetarits. Zwei Tage später betrat er gemeinsam mit dem Frauenorchester die Bühne des Karlsfestes direkt vor der faszinierenden Kulisse der Karlskirche.

 

Es war erst der zweite (und vermutlich nicht der letzte) Auftritt Moldens mit Sängerin und Gitarristin Sibylle Kefer, Bassistin Marlene Lacherstorfer und Schlagzeugerin Maria Petrova. Unterlegt von Anekdoten des genialen Geschichtenerzählers lauschten die Zuhörer skurrilen Wiener Liedern über misslungene Hochzeiten ("Deine Schwester waant"), Drogensüchtige im Resselpark ("Katherine") oder zu Ende gehende Liebschaften ("Das alte Laub"). Letzterer - "Autumn leaves" - wie einige andere Songs auch angelehnt an unbekanntere US-Country-Lieder. Kefer, ehemals Mitglied der Ausseer Hardbradler, durfte natürlich auch solo ran, hat sie doch kürzlich erst ihr erstes Album "Hob i di" veröffentlicht.

 

Der "Leonard Cohen Wiens", wie er gerne bezeichnet wird, ist immer dann am besten, wenn er über seine Lebensstadt selbst singt. So zum Beispiel bei seinem Klassiker "Wieso kommt keiner morgens früh nach Wien, sieht die Huren vor den Straßenkehrern flieh´n". Schön, dass das schnörkellose Wiener Lied gerade in digitalsiert-oberflächlichen Zeiten wieder boomt.

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Creative Sound & Art - Das Kremser Donaufestival 2017 "steckt an"!

"Du steckst mich an" lautet das Motto des diesjährigen Donaufestivals in Krems, das in dieser Form seit 2005 in der Wachaumetropole stattfindet. "Camp auf dem Land", so nannte es der langjährige künstlerische Leiter Tomas Zierhofer-Kin, der - als neuer Chef der Wiener Festwochen - das Zepter an den FM4-Radiomacher und Kulturjournalisten Thomas Edlinger übergab. Die Grundtendenz blieb gleich, eine grenzüberschreitende Mixtur aus Musik, Art und Performance, die die Besucher nicht berieseln, sondern inspirieren, herausfordern und aufrütteln soll. 

 

An insgesamt 6 Tagen finden an verschiedenen Standorten pro Tag ca. 20 Einzel-Events statt. Eines der Höhepunkte des ersten Wochenendes war zweifelsohne die Premiere der 5 (!)-stündigen Performance "Habitat" der renommierten Künstlerin Doris Uhlich. Ca. 30 Akteure des "More than naked-Ensembles (inklusive einiger "Amateure") bewegten sich - so wie Gott sie schuf - in den Hallen der (säkularisierten) Dominikanischen Kirche, jeder auf seine Art und Weise, solo, zu zweit oder in Gruppen.  "Die Kirche ist wie nackt, die Wände und der Boden haben einen Nude-Ton" - so Uhlich, die die teils natürlichen, teils künstlichen Zuckungen der Performer an die Architektur der Kirche anpasste und die Zuschauer inmitten der nackten Körper unmittelbar daran teilnehmen ließ. Als musikalische Kulisse dienten tribalistische Minimal-Techno-Beats, die die Energie der Performance intensivierten und auch auf die Besucher übertrugen. Choreografin Uhlich: "Jeder hat einen Körper! Das verbindet uns alle. Und unterm Gewand schauen wir alle gleich aus, egal an was wir glauben!"

 

"Rap against Racism" lieferte die schwarze Künstlerin und Aktivistin Camae Ayewa aka Moor Mother im Stadtsaal. Harte Beats, aggressives Wording und eindeutige Messages. Die ungerechte Welt hat es nicht anders verdient. Zum Finale tanzten auch einige Konzertbesucher auf der Hip Hop-Bühne, es besteht noch Hoffnung. 

 

Vancouvers Rap-Shooting-Star Tommy Genesis dagegen präsentierte sich in der Halle 2 im School-Girl-Outfit, hautnah beim Publikum und nur von Background-Hip Hop Beats begleitet. Die Künstlerin des DIY-Labels Awful Records ist allerdings – konträr zum Look – eine selbstbewusste Anti-Spears. "Liebe und Sex sind von vornherein belastet mit dieser Art Gehirnwäsche, die wir alle mitbekommen. Man muss sich für die eigenen Regeln entscheiden." - so Tommy Genesis.

 

Für Retro-Atmosphäre sorgte am Eröffnungstag die ehemalige UK-New Wave-Band Scritti Politti, die heute nur mehr aus dem damaligen Sänger Green Gartside besteht. Die Hits von damals, "Word Girl", "Wood Beez" oder "Sweetest Girl" faszinieren durch dessen beständiger Stimme noch immer, die politische Message ist etwas verblasst, was aber nicht stört.

 

Wer auf härtere Beats abfährt, wurde beim Donaufestival auch bestens bedient. DJ M.E.S.H. aus New York scratchte im Festival-Areal der Österreich-Hallen, während Group A aus Tokyo im Stadtsaal Gothic-Wave mit Techno und Live-Violins kombinierten. Neue Maßstäbe in Sachen elektronischer Club-Musik bot der südafrikanische DJ Lag: Gqom heißt das Zauberwort der Szene in Durban. Eine Mixtur aus Techno, Tribal und hallenden Samples. Man staunt, was der altehrenwürdige Stadtsaal in Krems noch aushält:-)

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„Viva Diaspora“: Multikultureller Bucovina-Sound von Shantel im Wiener WUK.

Tanzen, Lebensfreude, Völkerverbundenheit und ein fröhliches Lächeln auf den Lippen: Das sind ideale Attribute für Konzert-Besucher. Und es gibt wohl kaum jemanden, der diese Gefühle besser auslösen kann als der Großmeister des Balkan-Pop, Shantel, gemeinsam mit seinem perfekt eingespielten Bucovina Club Orkestar.

 

Pünktlich zur Weihnachtszeit lud Shantel, bürgerlich Stefan Hantel, wieder zum Konzert ins WUK. Wien ist für Shantel ein besonderer Auftrittsort. "Wien ist einerseits stockstarr, konservativ, historisch in Marmor gemeißelt, andererseits frech, revolutionär und sehr hedonistisch veranlagt. Dieser Hedonismus, diese Internationalität, dieser kosmopolitische Spirit, den findet man kaum in einer anderen kontinentaleuropäischen Stadt“, so Shantel in einem aktuellen Interview. Inspiriert zum multikulturellen Balkan-Pop wurde er übrigens 2001 durch eine Reise in die Heimatstadt seiner Großeltern, Czernowitz, gelegen in der rumänischen Bukowina.

 

„Disko Partizani“, sein größter Hit aus dem Jahre 2007, war gleichsam Opener als auch finaler Track beim diesjährigen Wiener Konzert. Dazwischen lagen zwei Stunden schweißtreibende Beats, für Band und Fans. Eine bunte, innovative Mixtur aus Balkan Sounds, Electro, Greek Folk, Ska und Rock-Elementen. Weiblicher Blickfang des Bucovina Orkestars ist die dunkelhaarige Sängerin Tea Mikic, die – neben den Keyboards – sexy orientalische Songs performt. Für den typischen Bukowina-Sound sorgen die männlichen Musiker der Band, die mit Trompeten und Posaunen die Stimmung anheizen. Publikumsliebling ist neben Shantel selbst der Schlagzeuger Marcus Darius, der auch einige witzige Einlagen abliefert. 

 

Zu den Zugaben darf auch das bunt gemischte Publikum allen Alters auf die Bühne. Vor allem die jungen Mädels shaken gemeinsam mit der Band ab, kongenial inszeniert zum „Viva Diaspora“-Hit „The Streets where the Kids have Fun“. Musik schweißt zusammen. In diesem Sinne auch Shantel: „Die ganze Debatte um Identität und Heimat ist völlig uninteressant.“ Vielleicht sollten die Politiker mehr tanzen gehen.

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Karlsplatz-Art: "4 Grazien" markieren den Red Carpet Showroom !

Die 4 Grazien sind ein bekanntes Künstler-Kollektiv aus Wien-Neubau, das seit Jahren mit ambivalent-kritischen Performances, Fotografien, Videos und Malereien von sich hören lässt. So auch aktuell im Red Carpet Showroom in der U-Bahnstation Karlsplatz.

 

Während dort gestresste Arbeitnehmer, Studenten und Touristen Richtung Subway hetzen, sitzen 4 Abbilder der Protagonistinnen entspannt in den Büschen und verrichten dort so ihre Dinge. Oder kunstsprachlich ausgedrückt "Markieren". So hieß auch der Titel ihrer letzten Ausstellung im Künstlerhaus Wien, in der Mela Kaltenegger, Petra Gell, Susanna Schwarz und Maria Wetter mit traditionellen geschlechtlichen Rollenbildern spielten und wie in der gegenwärtigen Installation männlich stigmatisierte Verhaltensmuster simulierten.

 

Die vier Frauen kennen sich seit ihrem Studium an der Akademie der bildenden Künste und wurden bereits dort "4 Grazien" genannt. 2014 führte sie eine Ausstellung über "prähistorische und zeitgenössische Frauenbilder" auch nach München. Internationale Girl-Power, Männer warm anziehen !

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Unkonventionelle Kunst: Das 21er Haus feiert sein 5-Jahres-Jubiläum

Das 21er Haus feierte am Wochenende im Rahmen eines Open Days sein 5-Jahres-Jubiläum. In Wirklichkeit hat es schon eine bewegende lange Geschichte hinter sich.

 

Das Gebäude wurde nämlich ursprünglich vom österreichischen Architekten Karl Schwanzer für die Weltausstellung 1958 in Brüssel geplant. 1962 wurde es im Schweizer Garten in der Arsenalstraße wieder aufgebaut und als Museum des 20. Jahrhunderts (20er Haus) eröffnet. Bis zum Jahr 2001 diente es dem Museum Moderner Kunst als Ausstellungshalle, das dann ins Museumsquartier verlegt wurde. Ein Jahr später wurde es dem Belvedere übergeben. Nach einem jahrelangen Leerstand wurde das denkmalgeschützte Gebäude vom Architekten Adolf Krischanitz (der auch die Kremser Kunsthalle konzipierte) rekonstruiert und – nach einer längeren Umbauphase bei Gesamtkosten von 31 Millionen Euro – am  15. November 2011 wiedereröffnet.

 

Unkonventionell und interdisziplinär, so lautet die Programmatik des 21er Hauses. Dies wird auch durch die aktuellen Ausstellungen auf einer Fläche von insgesamt 2275 m2 widergespiegelt. Im Obergeschoß setzen sich zahlreiche Künstler in unterschiedlichster Art und Weise mit der „Sprache der Dinge“ auseinander. Im Untergeschoß bietet ein Cafe-Restaurant nicht nur eine loungige Art des Zusammenseins, sondern zeigen auch Fotografien das 20er Haus im gesellschaftlichen und künstlerischen Aufbruch der 60er Jahre. 

 

Highlight des 21er Hauses ist derzeit die noch bis zum 20. November zu sehende Installation des chinesischen Konzeptkünstlers und Aktivisten Ai Weiwei, der nach monatelangem Arrest seine Heimat China Richtung Berlin verlassen hat und in der Haupthalle des 21er Hauses unter dem Titel „translocation-transformation“ eine Ahnenhalle originalgetreu wiederaufbauen ließ. Ursprünglich gehörte diese 14 m hohe Konstruktion aus der späten Ming-Dynastie einer Teehändlerfamilie, die während der Landreform Chinas vertrieben wurde.

 

Parallel dazu konnten Belvedere-Besucher der letzten Monate im Schlossteich 1005 als Lotusblüten formierte Flüchtlings-Schwimmwesten betrachten, angeordnet als kalligrafisches F und umgeben von 12 Bronzeköpfen aus dem chinesischen Tierhoroskop. Witterungsbedingt wurde diese Installation bereits beendet, die Migrationskrise dagegen wird leider noch länger andauern.

 

 

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40 Jahre Arena-Besetzung – Der erste Widerstand der Wiener Zivilgesellschaft

Kunst gegen Kommerz. Ein Kampf, der in einer Stadt wie Wien zwar heute täglich stattfindet, aber sicher nicht so revolutionär und exzessiv wie damals im Sommer 1976. Die Arena auf dem ehemaligen Auslandsschlachthof-Gelände, damals Zentrum der Wiener Festwochen in einer sonst eher subkulturlosen Zeit, sollte abgerissen werden und einer Filiale der Textilkette Schöps weichen. 

 

Am 27. Juni 1976, dem letzten Tag der Veranstaltung, waren die Besucher allerdings gekommen, um zu bleiben. Sie gründeten den Verein Arena Forum und stellten 4 Forderungen an die Gemeinde Wien: Kein Abriss der Arena, die kulturelle Nutzung des Areals, Selbstverwaltung und die Zahlung der Betriebskosten durch die Stadt. Mittels Unterschriftenaktionen und Flugblätter wurden tausende Wiener Künstler, Aktivisten und Idealisten motiviert, sich an der Besetzung zu beteiligen. Auf dem Gelände wurde getanzt, gefeiert, geliebt, diskutiert, philosophiert. Die Kreativgeister widmeten sich der Musik, dem Theater, der Wortakrobatik und innovativen Multi Media-Projekten. Schlafräume, sanitäre Anlagen und sogar Kinderbetreuungsstätten sorgten für das private Wohlbefinden.

 

Trotz Kampfkraft, Ausdauer und Enthusiasmus der Besetzer wurde die Arena aber am 9. Oktober friedlich geräumt, 3 Tage später fuhren die Bagger auf. Ein Demo-Zug mit Sarg und Leichenträgern Richtung Rathausplatz wurde organisiert. Es war gleichzeitig auch das erste Aufflackern einer Zivilgesellschaft in Österreich, die in den 60ern noch eher schmähstad war. Und sie konnte zumindest einen teilweisen Sieg feiern: Die alte Arena wurde zwar abgerissen, aber dem engagierten Verein wurde das äußerste Eck des Areals, der Inlandsschlachthof, zur Verfügung gestellt.

 

DI Oliver Schreiber vom BDA, der am „Tag des Denkmals“ im Rahmen von Führungen Geschichte und Hintergründe erläuterte, bezeichnet die heutige Arena als das „lebendigste Denkmal“ Wiens. Und tatsächlich finden auf dem Areal, aktuell bestehend aus der vom Architekturbüro Rataplan zwischen 1996 und 2006 umgebauten Großen Halle, der Kleinen Halle, dem für Low Budget-Events spezialisierten Dreiraum und dem für 3000 Personen konzipierten Open-Air-Bereich jährlich über 450 Veranstaltungen statt. Aus allen Stilbereichen, egal ob Rock, Punk, Rave, Techno, Reggae oder zuletzt auch Liedermacherkunst von Konstantin Wecker. 

 

Gleichzeitig ist die Arena auch Plattform für soziale und künstlerische Aktivitäten und Solidaritätskundgebungen. Als besondere Aushängeschilder der Arena gelten auch die schrill-bunten Graffiti- und Street Art-Meisterwerke, deren Schöpfer – wie beispielsweise Nychos oder das Künstlerkollektiv Rabbit Eye Movement- auch international sehr gefragt sind.

 

Parallel zur Führung wurde auch die Ausstellung „40 Jahre gelebte Utopie“ gezeigt, bei der in 3 Teilen – „Das Areal“, „Der Widerstand“ und „Der Verein“ – anhand von Zeitungsmaterial, Flugblättern, Bildern und TV-Reportagen die Geschichte der Arena aufbereitet wurde. In der Großen Halle lief parallel der Film „Arenafreiheit“ in Dauerschleife. 

 

Man darf gespannt sein, welche Geschichten in 40 Jahren von der Arena erzählt werden. Der riesige Schornstein, das Markenzeichen des Veranstaltungszentrums, wird sie garantiert nicht vergessen.

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Pop-Rock, Electro & Blaskapellen: 60.000 Besucher beim Wiener Popfest auf dem Karlsplatz.

„Ein Lied über das (so wichtige) Brechen von Konventionen“ – So präsentiert David Öllerer seinen lässigen Gassenhauer „Heit grob ma Tote aus“ auf der Seebühne vor der Karlskirche. Das jung-urbane musikinteressierte Wiener Publikum singt bereits jetzt begeistert mit. Und bald vielleicht ganz Österreich (und Deutschland). Denn Voodoo Jürgens, so sein geniales Pseudonym, steht kurz vor seinem Karrieredurchbruch. Am 30. September erscheint das erste Album „Ansa Woar“ des in Tulln geborenen Liedermachers, der aber bereits viele Musik-Jahre lang mit der Indie Band Eternias in den Szene-Bars und Clubs tourte und im Vorprogramm von Pete Doherty rockte. Die subtilen Underground-Zeiten könnten bald vorbei sein. Insofern kann es keinen idealeren Opening-Act bei einem Festival geben, das neuen Künstlern, Bands und DJ´s eine massenkompatible und gleichzeitig alternative Plattform bieten soll.

 

Das Wiener Popfest findet 2016 bereits zum 7. Mal im Karlsplatz-Areal statt. Als Spielstätten fungieren nicht nur die Karlsplatz-Seebühne (mit der teichplantschenden Riesen-FM4-Ente dahinter) und der Red Bull Brandwagen vor der Karlskirche, sondern auch das Brut, der TU Prechtlsaal, das Heuer, das WienMuseum und das Roxy. Auf dem Line-Up 51 Acts, darunter 41 Premiere-Gäste. Selektiert vom „Falter“-Journalisten Gerhard Stöger (der auch für den „Wien Pop“-Szeneschmöker verantwortlich zeichnet) und die „Fijuka“-Protagonistin Ankathie Koi. 

 

Letztere zählte im Vorjahr noch zu den vielumjubelten Live-Acts auf der Seebühne und ließ sich auch dieses Jahr nicht lange für einen Mikro-Auftritt bitten. Gemeinsam mit „Minisex“-Legende Rudi Nemeczek und der Musikarbeiterinnen-Kapelle coverte sie Bilderbuchs Kult-Hit „Maschin“, gab dem Opus-Klassiker „Live is Life“ einen modernen swingigen Touch und „bolognisierte“ gemeinsam mit Clara Luzia und Rapperin Yasmo. So fanden indirekt mit Wanda und Bilderbuch auch zwei Bands Eingang in das Popfest, die aufgrund ihrer Popularität schon allein aufgrund der prognostizierten Besucheranzahl nicht mehr für ein Gratis Open-Air-Fest mehr gebucht werden können. Und deren Teilnahme ja eigentlich auch dem Zweck des Events, Newcomer zu pushen, widerspricht.

 

„Viele der Besucher sind sogenannte Laufkundschaft. Ein an sich schwieriges Publikum, das aber neuen Künstlern zu einem Karriere-Boost verhelfen kann“, so Festivalleiter Christoph Möderndorfer. Vielleicht lokal auch Bands, die sich international bereits einen Namen gemacht haben. So wie dem am Donnerstag lautstark aufspielenden Stone Rock-Duo White Miles aus Tirol, das bis dato vorwiegend nur im Ausland tourte und in Österreich erst durch den „Bataclan“-Terroranschlag in Paris bekannt wurde. Medina Rekic und Hansjörg Loferer verließen dort als Vorgruppe der „Eagles of Death Metal“ gerade den Hintereingang, als Terroristen den Veranstaltungssaal stürmten. Verschärfte Sicherheitsvorkehrungen beim Popfest wurden übrigens seitens der Veranstalter abgelehnt. Es handle sich hier um öffentlichen Raum, und „Angst sei der größte Feind der Demokratie“.

 

Und die Angst war schlussendlich auch unbegründet: 60.000 (friedliche) Besucher, italienische Dolce Vita-Atmosphäre rund um den Karlsplatz-Teich, heiße Konzerte vor der Seebühne mit White Miles, Leyya oder Ogris Debris, hippe Live-Sets beim Red Bull Brandwagen mit der Linzer Hip Hop-Neuentdeckung Mavi Phoenix, dem Techno-Vintage Duo Austria Apparel oder den Neo-Punkern Crystal Soda Cream und brütend heiße Auftritte von Schmieds Puls, Mynth und „Das Trojanische Pferd“ im Brut. Die österreichische Szene lebt, innovativer, spannender und vielfältiger denn je. Wir freuen uns bereits auf das nächste Popfest 2017.

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Auf der Flucht: Ai Weiwei provoziert mit Schwimmwesten-Installation im Belvedere-Garten.

„Die Aufgabe eines Künstlers ist, Bewusstsein zu schaffen. Wie das dann angenommen wird, liegt außerhalb seiner Kontrolle.“ Mit provokanten Aktionen hat der chinesische Konzeptkünstler Ai Weiwei stets für Aufregung gesorgt. 

 

Der Kritiker des kommunistischen Systems von China, der 2011 wegen angeblicher Steuervergehen inhaftiert wurde und nach einer dreimonatigen Haft bis 2015 unter Hausarrest stand, publizierte beispielsweise die Namen von 5000 Schulkindern, die 2008 bei einem Erdbeben in Sichuan in durch Korruption entstandenen Pfuschbauten ums Leben kamen. Er platzierte einen Felsen der chinesischen Bergwelt mitten auf dem Dachstein oder brachte 1001 Chinesen aus allen Schichten und allen Teilen des Landes zur Documenta 2007 nach Kassel. Umsiedlung a la Ai Weiwei.

 

Auch die neueste Aktion „F Lotus“ im Wiener Belvedere-Garten, die in Zusammenhang mit seiner Ausstellung „transfocation-transformation“ im 21er Haus steht, zieht gesellschaftskritische Deutungen nach sich. Auf dem ersten Blick schwimmen bunte Seerosen im Wasserbecken des Schlossgartens, tatsächlich handelt es sich dabei um 1005 zurückgelassene Rettungswesten, die im 5er-Block zu blütenähnlichen Strukturen geformt sind. 

 

Gesammelt hat er diese auf der griechischen Insel Lesbos. Sie stammen von Flüchtlingen, die den lebensgefährlichen Trip über das Mittelmeer überlebt haben und jetzt auf Asyl in Europa hoffen. Im Gegensatz zu jenen, die ihre Flucht mit dem Leben bezahlt haben. Nach Angaben des UNHCR sind seit 2014 mehr als 10.000 Flüchtlinge auf ihrem Weg nach Europa im Mittelmeer ertrunken, die Dunkelziffer ist um vieles höher.

 

Die Schwimmwesten-Installation hat die Form eines kalligrafischen F´s. Welche Bedeutung das F hat, das lässt der Künstler offen. Umgeben wird das Kunstprojekt von 12 überlebensgroßen Bronzeköpfen der Tiere aus dem chinesischen Horoskop. Dieses steht 2016 im Zeichen des Affen, eine günstige Zeit für „Courage, Aktion, Chaos und wahre Hingabe“. 

 

Menschlichkeit, Zusammenhalt, gegenseitige Akzeptanz und der altruistische Drang, Lösungen nicht nur beim Flüchtlingschaos zu kreieren, sollten im Mittelpunkt unseres Denkens stehen. Trotzdem auf Foto-Motive und Facebook-Postings aus dem barocken Schlossgarten nicht vergessen, denn ohne Kommunikation keine Reaktion !

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Queer as War: Regenbogen-Installation von Michal Rutz in der U-Bahn-Station Karlsplatz.

Der junge polnische Künstler Michal Rutz kann bereits mit seinen jungen Jahren einen spannenden Lebenslauf vorweisen. Bachelor of Arts in Warschau, Studium in Tel Aviv, zahlreiche Ausstellungen u.a. in Berlin, Leipzig, Warschau oder Wien. Dort studiert Rutz derzeit an der Akademie für bildende Künste „Kontextuelle Malerei“. Seine Werke sind laut Eigenaussage „a mix of realism and abstraction“. 

 

Im Mittelpunkt stehen dabei „human forms“, die Charaktere sind bevorzugt „queer figures“, die auch einen Konnex mit seiner Lebenseinstellung und seinen Visionen haben. Der Künstler setzt sich schon seit seiner Zeit in Israel mit Homosexualität im öffentlichen Raum auseinander und kämpft gegen die Diskriminerung von LGBT´s.

 

In diesem Sinne ist auch jene geniale Regenbogen-Installation zu verstehen, die derzeit unter dem Titel „Queer as War“ im Red Carpet Showroom in der U-Bahn-Station Karlsplatz (und danach im Showroom Volkstheater) ausgestellt ist. Ein Soldat, ausgestattet mit Gewehr und Schutzmaske, getarnt in Regenbogenfarben. Ein Vorbote für die Pride Week und die Regenbogenparade am 18. Juni, der es in sich hat.

 

Und egal, wie man diese Installation auch persönlich deuten mag. Homosexualität oder auch nur Anders-Sein darf im 21. Jahrhundert kein Grund sein, Menschen zu ächten, zu diskriminieren, zu verfolgen oder zu töten. Letzteres ist in manchen islamischen Ländern heute noch an der Tagesordnung, Homosexualität gilt laut Rutz beispielsweise in Palästina als „großes Tabu“, LGBT´s leben dort unauffällig, am besten unsichtbar. In scheinbar offenen (west- und osteuropäischen) Gesellschaften ist die Diskriminierung vielleicht subtiler, aber für die Betroffenen nicht minder grausam. Wird sich das jemals ändern ?

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A Tribute to Jim Morrison: Doors Experience rocken im Wiener Reigen !

Retro-Bands gibt es wie Sand am Meer, aber nicht viele sind so authentisch wie die Doors Experience aus Niederösterreich. Seit ihrem Gründungsjahr 2001 tourt die Band quer durch Europa und verbreitet in Clubs und auf Festivalbühnen Hippie-Feeling der 60er. Im Mai spielten sie jetzt auch wieder im Wiener Reigen.

 

Im Mittelpunkt der Show steht der charismatische Frontman Jason Boiler, der nicht nur stimmlich, sondern auch optisch mit Frisur und schwarzer Lederhose eine frappante Ähnlichkeit mit dem exzessiven Doors-Sänger Jim Morrison hat. Ebenfalls von Anfang mit dabei: Klaus Bergmaier, der wie Doors-Organist Ray Manzarek mit einem Basskeyboard den typischen Doors Sound erzeugt. Die Rolle von Robby Krieger übernimmt der Wiener Gitarrist Rene Galik, die von John Densmore der Drummer Gerhard Tscherwizek.

 

Kein Doors Experience-Konzert ist wie das andere, die Band hat derzeit über 45 Songs in ihrem Repertoire. Die legendären Hits der Doors dürfen aber bei keinem Gig fehlen, egal ob die Brecht-Adaption „Alabama Song“, „Break on through“ (to the other side), „Touch me“, „Hello I love you“, das skandalumwitterte 12 Minuten-Epos „The End“ oder die Spät-Werke „Riders on the Storm“ und „L.A. Woman“.  Auch unbekanntere Tracks wie das bezaubernde „You´re lost little girl“ oder „Five to one“ standen auf der Set-List im ehemaligen „Schönbrunnkeller“. Der größte Hit „Light my Fire“ und die melancholische Outsider-Hymne „People are strange“ beschlossen den mitreißenden Auftritt. 

 

Jim Morrison starb am 3. Juli 1971 unter mysteriösen Umständen in Paris, Ray Manzarek im Mai 2013. Bands wie die Doors Experience helfen mit, dass Songs, Lebenskultur und Aura der Doors unvergesslich bleiben.

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Donaufestival Krems: Technoide Abschieds-Party für Tomas Zierhofer-Kin !

"Kunst kann auch dazu beitragen, unsere eigenen Normen infrage zu stellen und uns dahin gehend bereichern, dass wir uns überlegen, wie unser Leben und Denken anders sein könnte.“ Worte, die Tomas Zierhofer-Kin beim Kremser Donaufestival mit extravaganten Performance-, Installations- und Soundacts mit Taten erfüllt hat. Seit 2005 war er dort künstlerischer Leiter und inszenierte 11 Jahre lang im „beschaulichen Wachaustädtchen“ Krems einen „Crash der Kulturen“, wie es Katharina Seidler so metaphorisch im Falter ausgedrückt hat. 

 

Samstag Abend feierte der exzentrische Kulturmanager seine programmatische Abschiedsvorstellung. Trotz der „Niemand hat euch eingeladen“-Anti-Willkommenskultur der Performance-Künstler God´s Entertainment mit einem Sold Out-Zertifikat. Wo Retro- und Halli Galli-Clubbings aufgrund von Lärmbeschwerden der Parkhotelbetreiber bereits das Feld räumen mussten, sorgten deutsche Techno- und Ambientgranden nicht nur für Good Vibes bei elektronischen Feinschmeckern, sondern auch für partytaugliche Abtanzstimmung. Während es Hendrik Weber aka Pantha du Prince bei seiner Präsentation seines neuen Albums „The Triad“ noch sphärischer, düsterer und analoger anlegte, bewies der ursprünglich aus Hip Hop-Kreisen stammende DJ Koze bei seinem stilvariablen, temporeichen DJ-Set im Stadtsaal, warum er seit Jahrzehnten zu den arriviertesten DJ´s Deutschlands gehört. 

 

Zierhofer-Kin wäre nicht Zierhofer-Kin, wenn er nach diesem glücks- und tanzhormonausschüttenden Act nicht einen deftigen Break setzen würde. Dies im Stile einer anarchistisch-chaotischen „Karaoke“-Show der österreichischen Performance-Genies Gelatin (die übrigens die umstrittene „Wachauer Nase“ am Donauufer gegenüber von Weißenkirchen kreiierten) und den feministischen Rappern der Klitclique. Dass man gegen Ende des auch (nackten) Exzesses nicht mehr zwischen Künstlern und Zuschauern unterscheiden konnte, war natürlich ganz im Sinne der Akteure. 

 

Den Final Countdown lieferte dann der Berliner DJ Rodhad, der seinen guten Ruf nicht nur Auftritten im Kult-Club Berghain oder auf Elektronik-Festivals zu verdanken hat, sondern auch seinem progressiven Label Dystopian. Der Sound: Minimal, deep, perkussiv, als würde die technoide Trance niemals enden. In Krems ist leider um 2 Uhr Schluss, das Donaufestival allerdings kehrt nächstes Jahr wieder. Unter der neuen Leitung des FM4-Radiomachers Thomas Edlinger. Als erster Stammgast hat sich bereits einer angekündigt: Tomas Zierhofer-Kin, ab 2017 Intendant der Wiener Festwochen. 

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Blaue Schafe vor dem Museumsquartier – Zeichen für Frieden und Gleichheit

Blaue Schafe vor dem Museumsquartier Wien letztes Wochenende: Kein genialer Marketing-Gag im Wahlkampffinale, sondern ein Friedenszeichen des deutschen Aktionskünstlers Rainer Bonk. Die Schafe waren natürlich nicht echt, sondern aus Polyester, 60 cm hoch, 80 cm lang, 30 cm dick und 8 kg schwer. 

 

Entwickelt hat Bonk die blauen Schafe bereits im Jahr 2001. Warum gerade blau ? Die Signalfarbe steht für das Verbindende und ist auch die Farbe der EU, der UNO, der UNESCO oder eben der Europäischen Friedensbewegung. Alle Schafe sind identisch und nur echt mit der Marke des Künstlers auf der Unterseite. Es gilt der Grundsatz „Alle sind gleich – Jeder ist wichtig !“ Die Botschaft dahinter: Abseits aller kultureller, ethnischer, religiöser, geschlechtlicher oder sozialer Unterschiede sind alle Menschen gleichwertig und über ihre gemeinsame Gefühlswelt miteinander verbunden.

 

Das Projekt der „Blauen Friedensherde“ begann 2009 in Venedig bei der internationalen Kunstausstellung „Open 12“. Seitdem kamen die kleinen Kunsttierchen bereits weit herum und weideten in mehr als 120 Städten, darunter auch vor dem EU-Parlament in Straßburg, vor dem Reichstag in Berlin oder vor dem Brüsseler Atomium. 

 

Freitag und Samstag durften sie das sonnige Wien vor dem MQ bzw. gegenüber den historischen Museen genießen. Wien ist damit auch Bestandteil des weltweiten Friedens-Kunstprojektes. Ob alle ihre Bürger diese Botschaft auch verstanden haben UND diese auch leben, bleibt allerdings dahingestellt.

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Indie Pop mit Melancholie: Isolation Berlin on Tour im Wiener Rhiz.

Ein in Berlin lebender Schauspielschüler trennt sich von seiner Freundin und verfällt in tiefe Depressionen. Während dieser Zeit erwacht in ihm die kreative Phase, und er schreibt kongeniale Texte zwischen Wahn, Melancholie und Verzweiflung. Vielleicht ein guter Marketing-Gag, wenn, dann aber ein guter. Mastermind dieser Story ist der jetzt 27jährige Tobias Bamborschke, gemeinsam mit dem Gitarristen Max Bauer Bandgründer von Isolation Berlin.

 

In Deutschland gilt die Band als derzeit größte Indie Rock-Hoffnung. Nach dem Motto „Doppelt hält besser“ veröffentlichte die deutsche Combo kürzlich parallel sowohl ihr erstes offizielles Album „Und aus den Wolken tropft die Zeit“ als auch ein Best of ihrer „Jugendwerke“ unter dem Titel „Berliner Schule Prototop“. Ihre Tour führte sie auch nach Wien – in das Gürtellokal Rhiz, das – nach ausgiebiger „Falter“-Werbung – bereits Tage zuvor ausverkauft war. 

 

Die musikalischen Spektren der Band sind auf jeden Fall weit ausgelegt. Vom harmlosen Schüler-Band-Pop, harten Punk, düstere New Wave bis hin zu depressiv-schwermütiger Lyrik a la Rio Reiser oder Element of Crime ist alles vertreten. Bei letzterem ist der charismatische Frontmann, immer mit Nouvelle Vague-Käppchen und „Isolation“-Lederjacke gestylt, am besten. 

 

Texte wie „Fahr weg, auf geradem Weg ins Meer, den Möwen hinterher, so weit weg wie es geht“ oder „Ich hab endlich keine Träume mehr, ich hab endlich keine Hoffnung mehr“ (aus „Alles Grau“) erzeugen auch bei biertrinkenden Party-Besuchern ihre Wirkung. Auch wenn Bamborschke selbst vermutlich alles etwas entspannter sieht und nach der ersten Zugabe ins Mikro gröhlt „Jetzt geh´n wir saufen“. Man wird von ihm in der Zukunft noch einiges hören und sehen. In welcher Richtung, das wird nicht unspannend.

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Elektro-Pop-Power: Kate Boy live im Wiener Chelsea.

Man weiß nicht so genau, warum diese Formation aus Stockholm gerade diesen Sound produziert, aber man weiß sofort: Der Sound ist gut, und die Frontfrau ist brilliant. Sie heißt Kate Akhurst, ist die Namensgeberin der coolen Elektro-Pop-Band Kate Boy und war in Wien zu Gast im Gürtel-Club Chelsea. 

 

Kate verließ 2006 als 21jährige das heimatliche Australien Richtung L. A., war dort 5 Jahre als Songwriterin tätig, bis sie in der schwedischen Hauptstadt 4 Jungs mit ähnlichen musikalischen Interessen kennenlernte. Einer blieb übrig, Markus Dextegen, der mit ihr auch in Wien live in die Synthis trommelte. Eine cool-schweißtreibende Mixtur aus Yazoo der 80er und elektronisch aufgepeppten Ting Tings der 2000er. 

 

Der erste Hit „Northern Lights“ aus dem Jahr 2012 ist noch immer der beliebteste Song der Konzertbesucher, das erste Album „One“ wurde erst im November 2015 nachgereicht und enthält u.a. die Tracks „The Way we are“, „Self Control“, „Midnight Sun“ und „Open Fire“. Als Zugabe gab es von Akhurst „Northern Lights“ Acappella, mehr Tracks habe man nicht im Tour-Synthesizer. Vielleicht beim nächsten Mal. 

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„Hass im Netz“: „Profil“-Journalistin Ingrid Brodnig präsentiert ihr neues Buch in Wiener Morawa-Shop.

Sie sind die dunkle, negative Seite des Internets und der Social Media: Hass-Postings gegen Ausländer, Frauen, Migranten, Schwule oder „schlicht“ gegen Andersdenkende. Die junge digitalversierte Ex-„Falter“ und nun „Profil“-Journalistin Ingrid Brodnig hat sich dieses hochspannenden Themas angenommen und darüber ein Buch geschrieben. Lapidarer Titel „Hass im Netz“. 

 

Unter der Moderation  von Barbara Blaha, einst ÖH-Chefin, jetzt Programmleiterin im Brandstätterverlag, wurde Brodnigs neues Werk in der Buchhandlung Morawa in der Wollzeile präsentiert. Zu den prominenten Besuchern zählte auch die Grünen-Chefin Eva Glawischnig, die mittels eines ihr untergeschobenen Zitats selbst Opfer einer Facebook-Attacke wurde. Und beileibe nicht die einzige. Brodnig erzählt beispielsweise von der Caritas-Fundraising-Leiterin Bettina Riha-Fink, die aufgrund ihres Engagements für Flüchtlinge mit Vergewaltigung bedroht wurde. Auch ein Angriff auf ihre Kinder wurde dezidiert in Postings genannt. Vor allem in derartigen gravierenden Fällen sollte man laut der Autorin auch zu juristischen Schritten greifen. Delikte wie gefährliche Drohung, Verhetzung oder Beleidigung seien ja sowohl offline als auch online strafbar.

 

Warum gerade im Internet die Aggression überhandnimmt, führt Brodnig auf die besonderen Rahmenbedingungen zurück. Der Psychologie John Suler aus New Jersey habe dies bereits im Jahre 2004 als „toxische unsichtbare Enthemmung“ klassifiziert. Im digitalen Netz würden sich Personen nicht Aug-in-Aug gegenüberstehen, es gebe keine Empathie, keine Gestik und Mimik und keine unmittelbare Reaktion auf die schriftliche Äußerung.

 

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Öffentliche Kunst am Wiener Karlsplatz: Starfotografin Christina Noelle @ Red Carpet Showroom.

1978 wurde das erste Teilstück der U 1 zwischen Reumannplatz und Karlsplatz eröffnet, später galt die Szene vom Karlsplatz auch als Synonym für Drogensucht, Zwangsprostitution und Beschaffungskriminalität. Diese Zeiten sind längst vorbei. Wenn auch die Zukunft des riesigen Areals infrastrukturell und bautechnisch (noch) offen ist, die Kultur hat den Karlsplatz bereits erobert. Im sogenannten „Red Carpet Showroom“, gelegen im Übergangsbereich U1-U2-U4, haben junge Künstler, die Möglichkeit, ihre Kreationen zu präsentieren. Egal, ob es sich Fotografie, Malereien, New Media-Konzepte oder Installationen handelt.

 

Die Ausstellungen wechseln alle 14 Tage und können dort theoretisch von ca. 350.000 Personen wöchentlich betrachtet werden, die frei- oder unfreiwillig diese Passage besuchen. Zuletzt waren sie Zeuge von Christina Noelles Installation zum Thema „Konsum“. Die bekannte 29jährige Wiener Starfotografin, die bereits im Alter von 16 Jahren den „Selfie“-Trend zum Markenzeichen erkoren hat, war auch schon bei internationalen Ausstellungen in Frankreich, Deutschland und den USA vertreten, darunter beim Erotic Art Festival in Seattle.

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Rock me Amadeus vor 30 Jahren US-Nr. 1: Falco-Sonderausstellung im Wiener Mozartmuseum.

Vor genau 30 Jahren, am 29. März 1986, stand Hans Hölzel aka Falco am Zenit seiner Karriere. „Rock me Amadeus“, seine schrill-extravagante Pop-Reminiszenz an das Musik-Genie Wolfgang Amadeus Mozart, belegte Platz 1 der US-Charts. Am 10. Mai 1986 folgte dann noch die Poleposition der britischen UK-Charts. Dies gelang zuvor nur einem anderem österreichischen Musiker, dem Döblinger Anton Karas mit seinem legendären „Dritte Mann“-Theme.

 

Grund genug für das Wiener Mozartmuseum in der Domgasse Nr. 5, dem Falken eine Sonderausstellung im Untergeschoß zu widmen und die beiden Seelenverwandten, die Wien so geprägt haben, auf eine neue Art und Weise zu vereinen. Mozart lebte von 1784 bis 1787 in diesem noblen Haus im 1. Bezirk hinter dem Stephansdom und glänzte während dieser Zeit als Pianist und Komponist u.a. der weltberühmten Oper „Hochzeit des Figaro“. Und Falco prägte den Wiener Zeitgeist der 80er, und das bereits mit dem U4-Underground-Hit „Ganz Wien“ am Beginn einer Dekade, „an die man sich nur erinnern kann, wenn man sie nicht erlebt hat“.

 

Fotos aus der Drahdiwaberl-Zeit Falcos zeugen davon im dunklen Untergemäch des Mozartmuseums. Zu sehen sind hier zahlreiche Exponate aus Falcos Privatstiftung, die ansonsten in seiner Villa in Gars aufgestellt sind: Glamouröse Kostüme aus dem „Amadeus“-Video (das im Hintergrund auf Dauer-Airplay läuft), Hochglanzfotos des „Pop-Punk“-Amadeus, Musikinstrumente,  Zeitschriften aus aller Welt, Maxi-Single-Raritäten oder Promi-Shots mit Künstlern wie Vivienne Westwood oder HC Artmann, die Falco geschätzt hat und die Falco geschätzt haben.

 

Begibt man sich einige Stockwerke höher auf die Spuren des Original-„Amadeus“ und lauscht nur einigen Episoden aus dessen turbulenter Vita voller Lust, Laster und Lebensfreude, dann war der Hansi ja direkt ein braver Wiener Bua. Darauf wetten sollte man aber nicht.

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