Lady Gaga @ Vienna - "Take a Ride on the Disco Stick"

"In the Future, everyone will be world-famous for 15 minutes" - ein weltberühmtes Zitat des Pop-Art-Genies Andy Warhol. Bei Stefani Joanne Angelina Germanotta alias Lady Gaga dürften dies weit mehr als 15 Minuten sein. Die New Yorker Sängerin, die ihr Pseudonym nach dem Queen-Hit "Radio Ga Ga" gewählt und dieselbe Privatschule wie It-Girl Paris Hilton besucht hat, gilt laut der renommierten NY Times als "Zukunft des Pop" und lässt sich neben Rilke, Brecht oder David Bowie tatsächlich auch von Andy Warhol beeinflussen. Warhols "Factory" nennt sich bei ihr allerdings "House of Gaga" und beinhaltet einen kreativen Pool von Musikern, Modeschöpfern, DIY-Künstlern, Kunststudenten und Underground-Heroes, darunter Djane Lady Starlight, mit der sie als Burlesque-Stripperin ihre ersten Auftritte in New Yorker Nightclubs hatte.

 

Auch das bizarre Ouvertüre-Video "Who shot Candy Warhol" bei ihrer ersten Club-Tournee ist dem Meister der Pop Art gewidmet, so auch beim ausverkauften Konzert im Wiener Gasometer. Umringt von schwarzen Tänzern räkelt sich Lady Gaga in hedonistisch-schrillen Kostümen und Korsagen und präsentiert ihre Hi-Energy-Disco-Superhits aus ihrem Debüt-Album "The Fame", das mehr Dance Classics enthält als manche Greatest Hits-CD: Die neue Single "Paparazzi" als Opener (bei der sie aus einem Keyboard-Panzer entsteigt), "Love Game" mit dem scheinbaren Motto des Abends "Let´s take a ride on the disco stick", "Just Dance" (im superkurzen Yellow-"Blondie"-Dress), "Beautiful Dirty Rich",.... Verzichtbar dagegen die endlos lange Unplugged-Piano-Version von "Poker Face", die allerdings durch den Final Uptempo-Mix des mehr als 3 Monate auf Platz 1 loungierenden Superhits schnell vergessen war.

 

Die rund 3.500 vorwiegend jugendlichen und weiblichen Zuschauer waren begeistert von der sexy Light-Fashion-Dance-Show von Lady Gaga - trotz 1 Stunde Wartezeit (wegen plötzlichen Ausfalls der Vorgruppe "Gary Go"), schlechtem Sound, fehlender Simultan-Leinwand-Übertragung (bei schlechter "Po"-Sicht in den hinteren Reihen) und nur 11 Songs im 70-Minuten-Programm. 

 

Am nächsten Tag düste Lady Gaga ab nach Ibiza, wo sie im Rahmen von Pete Tongs "Wonderland"-Club in San Antonios Edel-Disco Eden ihren nächsten Auftritt hat. Eine Tournee mit Kanye West ist geplant, das 2. Album, dazu eine Kollaboration mit dem durch Mix-Tapes und die Blog-Szene bekanntgewordenen neuen Rap-Star Wale ("Chillin"). "The Future´s so bright - she´s gotta wear shades" - wohl die mehr als rosige Zukunft für Lady Gaga, der perfektesten und glamourösesten Symbiose aus "Musik, Sex und Kunst", die es jemals gab.

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