Kampf für Klimaschutz: Greenpeace-Abseilaktion über dem Park Güell-Areal!

Barcelona wurde 2026 von der UNESCO zur Welthauptstadt der Architektur ernannt. Am 10. Juni zelebrierte die Stadt den 100. Todestag ihres berühmtesten Architekten, Antoni Gaudi. Papst Leo XIV. weihte den höchsten Turm der Sagrada Familia, seit Februar höchste Kirche der Welt und monumentales Lebenswerk Gaudis. Allerdings bei weitem nicht das einzige. Insgesamt sieben Werke Gaudis gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe, darunter auch seit 1984 der Park Güell im nördlichen Distrikt Gracia.

 

Das liebliche Viertel Gracia ist bisher vom Overtourism verschont geblieben, im Gegensatz zum Park Güell selbst. Der Park war einst eine Auftragsarbeit für den Industriellen Eusebi Güell. Der Plan einer Gartenstadt mit rund 60 Villen scheiterte wegen mangelnder Finanzierung, fertiggestellt wurden nur drei Häuser. Heute zählt der Park mit seinem 3000 m2 großen Terrassenplatz, der eleganten Freitreppe (mit dem kultigen Salamander), der Säulenhalle und seinen organischen Terrassen zu den Tourismusattraktionen der katalanischen Hauptstadt. Bis zu 9 Millionen Besucher kamen jährlich in den Park Güell, bis die Stadt aufgrund des Schutzes der Anlage Zutrittskontrollen einführte. Einheimische können den Park in der Früh und am Abend nutzen, für Touristen wurden Kapazitätsbeschränkungen und Time Slots (ab 9.30 Uhr) installiert. Trotzdem sind die Frequenzen – mit 4,4 Millionen Besuchern im Jahr 2023 – noch immer extrem hoch.

 

Insofern war der Ort einer Greenpeace-Aktion am Weltumwelttag ideal gewählt. Zwei Aktivistinnen ließen sich am Vormittag des 5. Juni vom Terrassenplatz des Park Güell abseilen und enthüllten über der Freitreppe einen Cartoon der bekannten Karikaturistin Flavita Banana. Dort zu sehen eine Frau und ein Mann, die bei einem Glas Wein und Kerzenlicht über die gesellschaftlichen Zustände diskutieren. Die Frau stellt die Frage: „“Y a nivel político, ¿tú eres más de ecologismo o de muerte y destrucción?” (zu Deutsch: „Und auf politischer Ebene, sind Sie eher Umweltschützer oder jemand, der Tod und Zerstörung befürwortet?“). Die Antwort sollte eigentlich sonnenklar sein. Allerdings gebe es laut Greenpeace noch immer gesellschaftliche Gruppen, die die Klimakrise leugnen und mit ihren Aktionen die Umwelt schädigen. 

 

„Humor heilt zwar nicht den Planeten, aber es hilft uns, mit dem auseinanderzusetzen, was wir lieber ignorieren“, so die spanische Karikaturistin. Spanien geht in vielen Bereichen den richtigen Weg: So werden bereits 57 % des Stroms aus natürlichen Quellen erzeugt (was zu einem geringeren Strompreis führte), man ist führendes europäisches Land im Bereich der ökologischen Produktion und verfüge bereits über 837 Energiegemeinschaften, die Produktion fossiler Energie soll laut Klimaschutzgesetz 2042 enden. Allerdings dürfen keine Mittel gescheut werden, um die Menschen auf den Klimawandel, den Verlust der Artenvielfalt und die grassierenden kriegerischen Konfliktherde aufmerksam zu machen. Daumen hoch für die katalonischen Greenpeace-Aktivisten und vor allem für die zwei tollkühnen, mit dem Banner über dem Park Güell-Areal schwebenden Kletterinnen….