„Is this what you´ve been waiting for?“ – Eine gar nicht ungefährliche Frage, die allerdings nicht nur von den größten Fans mit einem euphorischen „Yeah Yeah Yeah“ beantwortet wurde. Nach fast vier Jahren Pause veröffentlichte die schottische Indie Pop-Folk Sängerin Amy Mac Donald im April 2025 endlich eine neue Single. Das gleichnamige Album folgte im Juli. Das Warten hat sich gelohnt und hatte auch seinen Grund. Die Corona-Pandemie war kein kreativer Motivator für Amy, die im Gegensatz zu vielen anderen Künstlern alle Songs selbst schreibt. Die neuen Tracks entstanden erst in den letzten 2 Jahren, der Sound klingt etwas poppiger und dance-orientierter als bei den letzten Alben.
„Ich bin sehr dankbar, dass die Leute meine Musik noch immer hören wollen“, so die Sängerin in einem Interview. Quod erat demonstrandum in Wien. Das Live-Konzert im Gasometer war bereits seit Wochen ausverkauft, die Menschenmassen drängten sich in einer mehr als 100 Meter langen Schlange von der U-Bahn-Station Richtung Eintritt. Als Support hat Amy Mac Donald eine coole Band aus Manchester engagiert: Better Joy. Das blonde Front-Girl Bria Keely, optisch ein Indie-Verschnitt von Miley Cyrus, heizte mit Songs aus ihren zwei EP´s „at dusk“ und „heading into blue“ ein. Als Vorbilder von Bria gelten Phoebe Bridgers, Johnny Marr und The Cure, die Festival-Booker werden sich um diese Band noch reißen.
Ganz anders hat Amy Mac Donald den Sprung ins Musikgeschäft geschafft. Die in der Nähe von Glasgow geborene Künstlerin spielte mit 15 in Pubs und Kaffeehäusern und schickte, inspiriert durch eine Anzeige im NME, eine Demo-CD an eine neue Musikproduktionsfirma. Bereits mit 18 unterschrieb sie ihren ersten Plattenvertrag, das Debüt-Album „This is the Life“ wurde zum Sensationserfolg und erreichte u.a. Platz 1 der britischen Charts.
Bei der Setlist ihrer aktuellen Tour bleiben für alte und neue Fans keine Wünsche offen, ein bunter Querschnitt durch die fast 20jährige Karriere der Schottin: Das disco-orientierte, lebenslustige „Can you hear me“ aus dem neuen sechsten Album, der melancholische Track „The Hudson“ über die junge Liebe ihrer Eltern in New York, der Fan-Favourite „Mr. Rock´n Roll“, der neu abgemischte Hit „Don´t tell me that it´s over“ oder ihre schottische Heimat-Hymne „Pride“. Da dürfen natürlich die Fußball-Stories nicht fehlen. Amy Mac Donald ist nicht nur mit einem ehemaligen Kicker verheiratet (Richard Foster), sondern auch glühender Fan der Glasgow Rangers und der schottischen Fußballnationalmannschaft. Beim Konzert erinnerte sie an eine Niederlage Österreichs gegen die Schotten vor 29 Jahren, trotzdem fuhren beide Teams zur WM-Endrunde 1998 nach Frankreich. So wie dieses Jahr wieder nach gemeinsamer langer Durststrecke.
Das musikalische Schluss-Inferno liefert Amy Mac Donald mit „Barrowland Queen“ und ihrem größten Hit „This is the Life“. Ein lässiger Konzert-Abend, der gleichzeitig Appetit macht auf einen Besuch in einem englischen, oh Pardon, schottischen Fußball-Pub…









