Junge Römer rocken cooler als die anderen: Maneskin live in der Wiener Stadthalle!

2016 spielten Damiano David, Victoria de Angelis, Thomas Raggi und Ethan Torchio noch in der römischen Via del Corso als junge Straßenmusiker, sieben Jahre später haben sie – nicht nur als Vorgruppe der Rolling Stones – den Rock-Olymp erobert. Den Band-Namen gab es allerdings schon damals: Maneskin, das dänische Wort für „Moonlight“,auserkoren von der Halb-Dänin und Bassistin Victoria.

 

Das corona-bedingt verschobene „Konzert in der Wiener Stadthalle war bereits seit Monaten ausverkauft und sorgte von Beginn an für einen Hexenkessel. Eine kilometerlange Menschenschlange mit rund 80 Prozent Girls im Regenguss vor der Halle, drinnen vor allem in den vorderen Reihen Schweißattacken. Trademark: „Loud Kids Tour gets louder!“ Der rote Vorhang fällt – und mit dem neuen Uptempo-Hit „Don´t wanna sleep“ startet eine 120 Minuten-Power-Show (fast) ohne Verschnaufpause.

 

„The Biggest Rock Band to emerge in years“, so das US-Magazin „Variety“. Im Mittelpunkt der charismatische, kurz geschorene Sänger Damiano David, Idol der weiblichen Fans, der bereits nach einigen Songs die Hüllen fallen lässt und seine zahlreichen Tattoos am nackten Oberkörper präsentiert. Die vier jungen Römer wurden mit gerade einmal 17 Zweite beim italienischen Musik-Wettbewerb „X-Factor“ und stürmten dann mit ihrem ersten, rein italienischen Album „Il Ballo della Vita“ auf Platz 1 der Charts. Auf der Setlist der aktuellen Tour standen – trotz hoher Qualität – leider keine Songs ihres Debüt-Albums. Im Gegensatz zu ihrem internationalen Break-Through-Hit „Zitti E Buoni“, der bereits als 3. Track des Abends für Massenhysterie sorgte. 2021 gewannen Maneskin damit zuerst das San Remo-Festival und danach den Eurovision Songcontest in Rotterdam, (falsche) Drogenvorwürfe gegen Sänger Damiano bei der Siegesfeier inklusive. Was besseres kann nicht passieren. 

 

Seitdem ist das sexy Quartett Liebling der Musik-, Fashion- und Lifestylemagazine. Bassistin Victoria de Angelis lässt auch gerne mal den Busen blitzen, beim Wien-Konzert glänzte sie modisch – wie Gitarrist Thomas Raggi – im schicken Pepita-Look. Drummer Ethan Torchio liefert die exzessiven Drum Beats zum Pop-, Glam- und Alternative Rock-Sound der Band. Schrille Light-Effects, Feuerfontänen und schnell geschnittene Screen-Aufnahmen dürfen nicht fehlen.

 

Romantische Stimmung kommt erstmals bei der auf italienisch gesungenen Gothic-Rock-Ballade „Coraline“ aus dem zweiten Album „Teatro d´Ira“ auf, Sänger Damiano mit schwarzen Sunglasses, bevor er sich beim Rock-Burner „Bla Bla“ erstmals in die Fan-Crowd wirft. Mit „You Fucking love this song“ kündigt er dann den ersten Nr. 1-Hit von Maneskin in Österreich an, „Beggin“, das Four Seasons-Cover, das die Band erstmals im Teenager-Alter (neben Tracks der Killers und Franz Ferdinand) beim X-Factor-Wettbewerb präsentierte und mit dem die Italiener sogar auf Platz 13 in den US-Charts landeten.

 

Nach weiteren Tracks aus dem im Jänner 2023 erschienenen dritten Album „Rush“ (wie „Gasoline“ und „Timezone“) verdunkelt sich die Main Stage, kurze Zeit später taucht Damiano mit Gitarrist Raggi auf einer gegenüber errichteten kleinen Bühne auf und erzeugt dort Gänsehautstimmung mit den Akustik-Versionen von „Vent´anni“ und „If Not for you“. Victoria und Ethan liefern danach ein rockiges Intermezzo, bis Maneskin dann in voller Besetzung den – mit Iggy Pop aufgenommenen – Mega-Hit „I wanna be your Slave“ (übrigens der erste UK-Top-Ten-Hit einer italienischen Band) in die Mikros schmettern. Mit kräftiger Unterstützung der kreischenden Menge. 

 

Ob vorher ausgemacht oder nicht, bei „Mamma Mia“ schmeißt Sänger Damiano der Bassistin Victoria eine große Portion Schlagobers ins Gesicht. Nicht ohne Grund: It was Vic´s 23rd Birthday, den die Band am Vorabend u.a. im Wiener Prater und in einer Karaoke-Bar feierte. Im Stil von Jared Leto dürfen am Ende der Main Show auch die Fans auf der Bühne tanzen und feiern. Der kongeniale Punk-Track dazu: „Kool Kids“, ein Favourite Track der Band.

 

Im Zugabenteil: Die brillante Abschieds-Ballade „(Tonight is gonna be) The Loneliest“, Oktober 2022 Nr. 1 in den Charts (supported durch ein grandioses Funeral-Video mit „Gucci“-Look), und danach noch einmal unter tosendem Applaus „I wanna be your slave“. 

 

„Rock and Roll never dies“. Wie recht doch Damiano bereits nach dem ESC-Triumph hatte…