60 Schuhe am Donauufer: Mahnmal an Judenhinrichtungen in Budapest!

Es soll hier auch Instagram-affine Ladies geben, die ihre schicken Schuhe an der Donaulände von Budapest ablegen und mit süßem Lächeln neben den bronzenen Schuhen posieren. Sie sind allerdings in der Minderheit.

 

Denn bei den 60 "Schuhen am Donauufer" (ungarisch "Cipok a Duna-parton"), die zwischen dem eleganten Parlamentsgebäude und der altehrwürdigen Kettenbrücke platziert wurden, handelt es sich eigentlich um ein Holocaust-Mahnmal. Konzipiert wurde es im April 2005 von Gyula Pauer und Can Togay zur Erinnerung an die Judenpogrome durch Pfeilkreuzler in Ungarn während des 2. Weltkrieges.

 

Der Platz 300 Meter südlich des Parlaments ist symbolisch gewählt. Die Massenhinrichtungen passierten entlang der gesamten Donau, besonders an der östlichen Seite der Margareteninsel. Die Juden mussten dabei am Donauufer Schlange stehen, danach schossen ihnen die vom Dritten Reich unterstützten faschistischen Freikreuzler in den Hinterkopf und schmissen sie in die Donau. Zurück blieben nur die Schuhe, die auf einer Länge von 40 Meter beliebig aneinandergereiht wurden.

 

Der ungarische Historiker Krisztian Ungvary spricht von 2600 bis 3600 Juden, die in der traditionell großen jüdischen Gemeinde von Budapest - die Synagoge in der Innenstadt ist die zweitgrößte weltweit - auf eine derartig brutale Weise ermordet wurden. Das prominenteste Opfer: Gideon Richter, der Begründer der modernen ungarischen Pharmaindustrie.