East Side Gallery: Berlins kultigste Mauer nördlich der Spree.

Berlin: Nicht nur die hippe Szene-Metropole, in der man die Nächte und Tage bis zum Exzess durchmachen kann, sondern auch das historische Juwel, bei der man auf jedem Quadratmeter den Spuren der Vergangenheit begegnet. Obwohl es angeblich ein Viertel der Berliner nicht wissen: Die schreckenumwobene Mauer ist am 9. November 1989 gefallen. Nicht gänzlich, die Fragmente dienen allerdings nur dem Gedenken an die kommunistische Diktatur im ehemaligen Ostberlin.

 

Neben dem Brandenburger Tor, dem Checkpoint Charlie als internationalen Stützpunkt und der Bernauer Straße zählt die East Side Gallery nördlich der Spree zu den besonderen Highlights der Mauergeschichte. Kreuzberg gehörte während der Teilung Berlins zum Westen, die Wasserfläche bereits zu Ostberlin. Die heute noch erhaltene Mauer in der Mühlenstraße hatte die Funktion einer sogenannten "Hinterlandsicherungsmauer".

 

Als Zeichen dafür, dass die Zeiten der Trennung vorüber sind, wurde diese Mauer gerade an der Ostseite bemalt, daher der Name "East Side Gallery". Begonnen wurden die kreativen Arbeiten bereits im Februar 1990, beteiligt waren 118 Künstler aus 21 Ländern. Im November 1991 wurde die Mauer unter Denkmalschutz gestellt.

 

Der im Anschluss gegründete Verein "Künstlerinitiative East Side Gallery e.V." wurde trotzdem immer wieder mit negativen Einflüssen von außen konfrontiert, sei es durch die Schaffung neuer Schiffsanlegestellen oder durch die Entwicklung neuer Stadtentwicklungsprojekte, aufgrund derer sogar Segmente aus der Mauer entfernt wurden.

 

2009 wurde die East Side Gallery saniert, 87 Künstler malten ihre Bilder sogar erneut an die Mauer. Aktuell sind es neben der Umweltverschmutzung und der Witterung vor allem vorsätzliche Sachbeschädigungen und Verunstaltungen, die der kultigen Mauer zu schaffen machen.  Ein provisorischer Zaun stört derzeit an einigen Bereichen die Erstellung von Selfies und Hochglanzfotos.

 

Aufgrund der Undiszipliniertheit der Touristen könnte es aber noch schlimmer kommen. Einige Pläne stehen ein 80 cm hohes Gelände ca. 1,30 m vor der Mauer vor, damit amateurhafte "Street Artists" keinen Zugriff mehr auf die Mauer haben. Braucht Berlin danach einen neuen Mauerfall ? :-)

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