Kindergartenpädagogen: Zu geringes Gehalt und zu wenig Vollzeitstellen !

Sie sind neben den Eltern und den ersten Spielkameraden die wichtigsten Bezugspersonen unserer kleinen Mitbürger: Die Kindergartenpädagogen. Ihre Aufgaben werden in einer komplizierten Welt immer vielfältiger und herausfordernder: Die Vermittlung von Bildungsinhalten auf spielerischer Art, die Förderung von Talenten und sozialer Kompetenzen der Kinder, die Lösung von Konflikten innerhalb der Gruppe und natürlich auch die Vorbereitung auf einen unproblematischen Schulstart.

 

Ausgebildet werden die großteils weiblichen Kindergartenpädagogen in eigenen Bildungsanstalten (BAKIP), an denen neben einer Matura auch eine Berufsberechtigung erworben wird. In Diskussion steht derzeit auch eine Reform in Richtung tertiärer Bildungsabschluss.

 

Dies täuscht aber nicht darüber hinweg, dass beim motivierenden, aber auch anstrengenden Beruf des Kindergartenpädagogen eines nicht stimmt, nämlich die Bezahlung. Geregelt in eigenen Landesgesetzen (!) verdienen Kindergärtnerinnen nur zwischen 1735 (Burgenland) und 2300 Euro brutto monatlich. Letzterer Höchstwert stammt aus Salzburg, wo man kürzlich das Gehalt der Pädagogen um 430 Euro monatlich erhöht hat. Ein Wink mit dem Zaunpfahl auch für die anderen Bundesländer.

 

Eine Arbeiterkammerstudie aus der Steiermark zeigt nämlich, wie schlecht die Bedingungen für Kindergartenpädagogen aktuell sind. Auch wenn viele ihre Arbeit mit den Kindern als Berufung sehen, klagen sie über enorme Belastungen, vor allem durch Lärm, Infektionen und Beschwerden durch die notwendige gebückte Haltung. 

 

Abgesehen davon, dass schon die Bezahlung einer Vollzeitstelle zu gering ausfällt, arbeitet die überwiegende Mehrheit der Kindergartenpädagoginnen nur Teilzeit, weil viel zuwenig Vollzeitstellen angeboten werden. Im Schnitt verdienen jene, die bei der Studie mitgemacht haben, netto 800 Euro im Monat und sind damit auf die Unterstützung ihres Partners bzw. ihrer Eltern angewiesen, um ihre Lebenshaltungskosten bestreiten zu können.

 

Diese Situation ist untragbar. Menschen, die unsere kleinen Kinder auf ihrem Lebensweg begleiten, müssen ordentlich bezahlt werden. Und es müssen mehr Vollzeitstellen angeboten werden, um eine individuellere Betreuung der Kinder in Form kleinerer Gruppen zu garantieren. Dies ist wichtiger und vorrangiger als der Schmuck mit einem akademischen Titel.

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