Euro 2016: Kampfstarkes Wales-Kollektiv trifft im 1. Semifinale auf die Selecao-Stars.

Es mutet skurril an, aber mit Portugal steht im Semifinale der Euro 2016 ein Team, das bis dato kein einziges Match in der regulären Spielzeit von 90 Minuten gewinnen konnte. Bei der Viertelfinal-Begegnung gingen die Polen durch Lewandowski sogar mit 1:0 in Führung, bis der erst 18jährige Renato Sanches in der 33. Minute ausglich. Sanches, nach Vonlanthen und Rooney 2004 der jüngste EM-Torschütze aller Zeiten, wechselt übrigens im Sommer zu den Bayern. Ein Glücksgriff. Glück hatten auch die Portugiesen: Nach weiteren torlosen Minuten bis Ende der Verlängerung gewannen sie das Elfmeterschießen gegen die Polen 5:4, ausgerechnet der bis dahin groß aufspielende Blaszczykowski scheiterte an Tormann Rui Patricio. Ronaldo & Co. dürfen weiterhin auf den Europameistertitel schielen, den sie 2004 im Heim-Finale gegen Griechenland vergeigt haben.

 

Im Semifinale wartet allerdings die Sensationsmannschaft Wales mit Ronaldos Real Madrid-Kollegen Gareth Bale, die in einem hochspannenden Viertelfinale die favorisierten Belgier aus dem Turnier schmissen. Die Belgier, die bei der Euro das jüngste Team stellten und insofern bereits die Trademark „Goldene Generation“ in sich tragen, gingen zwar durch einen genialen Kreuzeck-Schuss von Nainggolan in Führung. Die Waliser ließen sich davon aber nicht beirren und beherzigten das Motto ihres Teamchefs Chris Coleman: „Gib niemals auf und fürchte dich nicht davor, Träume zu haben. Denn nur dann kannst du das Unmögliche schaffen.“  

 

Kapitän Ashley Williams gleicht bereits in der 31. Minute aus, und in der 55. Minute bringt der letzte Saison beim Zweitligisten Reading spielende Robson-Kanu die „Red Dragons“ in Führung, indem er drei belgische Verteidiger gleichzeitig austrickst. Der englische Mirror formulierte ongenial: „Er verwandelte sich in eine Mischung aus Johann Cruyff, Lionel Messi und Pele“. Belgien drängte zwar auf den Ausgleich, aber in der 85. Minute machte Sam Vokes alles klar. Endstand 3:1 und damit größter Erfolg in der Teamgeschichte seit dem Viertelfinaleinzug bei der Weltmeisterschaft 1958. 

 

Einziger Wermutstropfen: Regisseur Ramsey ist wegen der zweiten gelben Karte gesperrt. Bale & Co. ist aber trotzdem der Finaleinzug zuzutrauen. Getreu der Team-Philosophie „Together stronger“. Und gelingt dies tatsächlich, dann könnte die gleichlautende Hymne der Manic Streat Preachers bald populärer sein als das englische „Football´s Coming Home“.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0