Christmas in the City of Vienna.

Religiöse Besinnlichkeit, selbstverschuldeter Einkaufsstress, zumeist scheinbare Familienharmonie, ein paar Feiertage zum Abschalten. Weihnachten hat für jeden einzelnen eine spezielle Bedeutung. Was aus der vorweihnachlichen Zeit aber nicht mehr wegzudenken ist, das sind die zahlreichen Märkte, egal, ob man sie jetzt als Christkindl-, Advent-, Weihnachts-, Pop-Up-Festival oder sonstwie bezeichnen mag. Hinter den meisten Märkten steht natürlich auch ein kommerzieller Zweck mit zahlreichen Verkaufsprodukten, dazu ein wärmendes Zusammengehörigkeitsgefühl mit Punsch und ein bisschen, manchmal auch zuviel Rauschigkeit.

 

Der bekannteste Wiener Christkindlmarkt vor dem Rathaus existiert seit dem Jahr 1985, eine Idee des damaligen Vizebürgermeisters Hans Mayr, um auch den Wintertourismus anzukurbeln. Zahlreiche Künstler beteiligen sich seit damals beim Wiener Adventzauber, daraus resultiert beispielsweise der bekannte „Herzerlbaum“. Vor dem 28 Meter hohen Christbaum, dieses Jahr aus dem Tirolerland (Pfunds), lesen Prominente Weihnachtsgeschichten, zuletzt Musical-Star Uwe Kröger. Die energiesparsamen LED-Lampen des Baums leuchten in der Farbe Blau-Weiß-Rot, ein Solidaritätsakt gegenüber den Terroropfern in Paris.

 

750.000 LED-Lampen beleuchten auch Graben und Kärntner Straße, die bombastischen 10 Luster sind 6 Meter hoch und wiegen jeweils 50 kg bzw. inklusive der Gesamtaufhängung 300 kg. Der Wiener Stephansdom mit einem eher dezimierten Verkaufsmarkt im Vordergrund stellt sie trotzdem in den Schatten.

 

Am Wiener Karlsplatz wird der sogenannte „Art Advent“ gefeiert, veranstaltet vom Verein Arts & Crafts. Präsentiert werden dort nicht nur Kunsthandwerk und eine heimelige Strohlandschaft mit Tieren und Hütten auf dem Teichgelände, sondern auch ein spannendes Rahmenprogramm mit Live-Acts (wie den Untouchables, Joni Madden oder Harry Stojka), Kunstinstallationen und Straßentheater. Zur Wintersonnenwende fusionierten vor der Wiener Karlskirche kongenial die Feuershowartisten von Daidalos mit den Brazil Percussion-Drummern von Vento Sul. 

 

Der Eintritt zu allen Weihnachtsmärkten in Wien ist gratis. Warum dann nicht den Zweck von Weihnachten erfüllen und eine Spende oder milde Gabe an Bedürftige überweisen. Egal, ob es sich jetzt um Obdachlose, Bettler, Flüchtlinge oder andere Menschen in Not handelt. Es ist traurig genug, dass in einem angeblich so reichen Land wie Österreich mehr als 400.000 Kinder und Jugendliche an der Armutsgrenze leben müssen.

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