Krems: Marathon-Fieber mit Schockzustand nach der Party.

Zum 18. Mal fand am 13. September bereits der Wachau-Marathon in einer der schönsten Regionen Österreichs statt. Und wieder konnte sich der Veranstalter, Ex-Marathonspezialist Michael Buchleitner, über eine Rekordstartermenge freuen. 

 

71 Busse, 1 Schiff und 3 Züge brachten die fast 10.000 Sportler aus 60 Nationen an die Startstützpunkte Emmersdorf, Spitz und Achleiten.  Hauptbewerb war der 21 km lange Halbmarathon, bei dem mehr als 5800 Sportler gemeldet waren. Die Hälfte der Teilnehmer stammte aus Wien, ca. 15 % aus der Wachau selbst, die restlichen 35 % aus dem übrigen Österreich und dem Ausland. Darunter befanden sich nicht nur Weltklasseathleten wie die jährlich triumphierenden Schwarzafrikaner aus Kenia, sondern auch viele Hobby-Sportler aus allen Altersgruppen, die den Wachaumarathon auch als persönliche Herausforderung sehen und dabei manchmal im Rausch des Gruppenzwanges über ihre Grenzen gehen. 

 

Dies sollte zwei Teilnehmern zum tödlichen Verhängnis werden. Nach dem Todesfall eines 39jährigen im Vorjahr konnten dieses Jahr ein 44jähriger Niederösterreicher und ein 35jähriger Wiener trotz Reanimierungsversuchen nicht mehr gerettet werden. Sie starben nach einem Herzkreislauf-Stillstand im Krankenhaus Krems. 

 

Ein tieftrauriger Schatten über ein top-organisiertes Event im Herzen der Wachau, das nicht nur für großartige sportliche Leistungen (Siegerzeiten beim Halbmarathon: 1:01:34 Bett bzw. 1:09:57 Jelagat) sorgt, sondern auch der Wirtschaft in der Region mehr als 2 Millionen Euro Wertschöpfung bringt. Und natürlich auch die "normale" Bevölkerung zum Laufen und zur Bewegung animiert. 

 

Dr. Martin Nuhr aus Senftenberg dazu in den "Bezirksblättern": "Sportliche Betätigung ohne Rücksprache mit dem Hausarzt ist ein Top-Risikofaktor". Die Todesfälle des Wachaumarathons werden noch breite Diskussionen in der Läuferszene nach sich ziehen, egal ob sie verhinderbar waren oder nicht.

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