Asyl-Faktencheck: Frauen-Anteil bei 21,4 %, fast 1/3 Minderjährige unter den Asylwerbern.

Immer wieder werden die Asyl-Diskussionen in der Politik, aber auch im Alltagsgespräch dominiert von Bemerkungen wie "Da kommen ja nur Männer" oder "Ein Großteil der Flüchtlinge sind Frauen und Kinder." Bei derartigen Behauptungen ist es am besten, klare Fakten zu präsentieren. Im vorliegenden Fall stammen diese aus einer Beantwortung einer Anfrage der FPÖ-Abgeordneten Edith Mühlberghuber und der aktuellen Asylstatistik des Innenministeriums.


Laut der Juni-Asylstatistik haben im ersten Halbjahr 2015 insgesamt 28311 Personen einen Asylantrag gestellt. 22244 (78,57 %) sind Männer, 6067 Frauen (21,43 %). Vergleicht man die Prozentwerte mit dem Jahr 2014, dann ist der Anteil der Frauen an den Asylwerbern sogar gesunken, und zwar von 24,2 auf 21,43 %. 


Unter den 28311 Asylwerbern befanden sich im ersten Halbjahr 2015 laut Anfragebeantwortung 6586 männliche und 2580 weibliche Minderjährige. Das sind zusammen 9166 Minderjährige (= 32,37 %), also knapp ein Drittel aller Asylanträge. Der Anteil der Minderjährigen hat somit gegenüber dem Vorjahr (30,24 %) leicht zugenommen, bei den Frauen ist der Wert mit 42,5 % unverhältnismäßig höher als bei Männern (29,6 %).


2652 männliche Minderjährige waren dabei unter 14, 3934 zwischen 14 und 18. Bei den weiblichen Minderjährigen waren 2192 unter 14 und weitere 388 zwischen 14 und 18. Die meisten Asylanträge bei Minderjährigen stammten im ersten Halbjahr aus Afghanistan (3306), Syrien (2254) und dem Irak (734), aber auch aus dem Kosovo (600), der Russischen Föderation (468) und Somalia (386). Auch 300 staatenlose Minderjährige befanden sich unter den Asylwerbern.

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