Songcontest-Fever everywhere: Euro Art-Enzis im MQ.

Singende Gullies, ein Copa Cagrana-Steg mit den Songcontestsiegern, eine Ausstellung im "Haus der Musik", kontroverse Ampelmännchen für die LGBT-Generation,... – Der durch den sensationellen Vorjahressieg von Conchita Wurst in Wien stattfindende 60. Songcontest schlägt bereits seine Schatten in der Bundeshauptstadt. Und das sogar im elitär-lässigen Museumsquartier.

 

Im Mittelpunkt stehen dabei die kultigen Enzi-Möbel: 40 österreichische Künstler wurden beauftragt, die MQ-Enzis für die Teilnehmerländer zu adaptieren, die Zuteilung erfolgte per Los, der Kreativität wurden keine Grenzen gesetzt. Poppig angehaucht die Modelle von England, wo Rudi Hübl eine UK-Flag mit der Rolling Stones-Zunge mischte, oder von Spanien ("Wunderblock" nach Freud). Das Künstlerkollektiv Perlimpinpin mutierte, inspiriert von einer Reise, den irischen Enzi zu einem Hausboot mit Dusche und Wasserkreislauf. Griechenlands Enzi punktet mit Sessel-Materialien, historischen Sprüchen über Siege und Tragödien und einem Schuss romantischer Melancholie ("A Bit of sea, a bit of wine and my boyfriend").

 

Margit Nobisstellt für Frankreichs Beitrag den mündigen "Citoyen" in den Mittelpunkt, Terese Schulmeister frei nach dem Motto "Habt euch Lieb" die Lebenslust, die nicht nur Litauen ergreifen sollte. Subtil der Enzi von Herrn Juhann, der das Songcontest-Motto "Building Bridges" mit Österreichs Faible für billige, ungarische Zahnbrücken verbindet.

 

Ein kontroverses "Faust"-Zitat ziert den Enzi von Deutschland: "„Nach Golde drängt, // Am Golde hängt // Doch alles. Ach wir Armen!" Bernadette Huber hat dies wohl nicht ironisch gemeint. Den österreichischen Enzi hat übrigens die in Wien lebende Schweizerin Nives Widauer gestaltet. Minimalistisch liest man auf dem Viena-Möbel "Rot, was weiß ich, rot". Und irgendwie hat sie nicht unrecht.

 

Die Songcontest-Enzis stehen bis 27. Mai im Haupthof des Museumsquartiers und werden dann zugunsten diverser Hilfsprojekte versteigert. 

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