"Electric Spring"-Fever im MQ Wien

Austrian Sound ist wieder in. Das merkt man nicht nur beim ausverkauften Wanda-Konzert im Gasometer, sondern auch bei der Premiere des "Electric Spring"-Festivals im Wiener Museumsquartier. Ausschließlich österreichische Elektronik-Acts (im weiteren Sinne) bestritten das Programm, und das bei freiem Eintritt und im Open-Air-Bereich sogar als konsumfreie Bring your own Booze-Zone.

 

Das ließen sich die Wiener nicht zweimal sagen, und so füllte bereits der ambivalente Headliner des ersten Tages, Nazar, den Hof des Museumsquartiers, sodass man die Haupteingänge schließen musste. Der iranisch-stämmige Rapper aus Favoriten warf natürlich wieder einige verbale Polit-Bonmots in die Menge, ist aber sichtlich auch stolz, endlich auch im Zentrum Wiens anerkannt zu sein. Sein Falco-Remake "Königin von Eschnapur" fand man allerdings nicht auf der Setlist. Den zweiten Open Air-Tag beschallten – regenbegleitet - 80er-Pop von Ankanthie Koi und die Songcontest-Vorausscheidungsteilnehmer Johann Sebastian Bass.

 

Die "echten" elektronischen Acts, egal ob Elektro, Techno, Minimal oder irgendwo dazwischen, sorgten bis in die frühen Morgenstunden für sophisticated Partystimmung in den Hallen des MQ. Im Foyer der Kunsthalle Wien mixten die TU-Architekturstudentin und Superfly-FM-Moderatorin Joja und Techno-Urgestein Patrick Pulsinger, die Midnight Hour gehörte Freitag Nacht dem subtil-avantgardistischen Wiener Elektronik-Duo Julian & Der Fux, das mit "Alter Ego" auch schon die Hitparaden stürmte. Unused Word alias Anna Schauberger, Elektro Guzzi und Ogris Debris zelebrierten in den historischen mumok-Hofstallungen, Leyya und Mynth im elitären Salon des Cafe Leopold. Dieser ist übrigens Teil des Leopold-Museums und wird extra für die fast wöchentlichen Club-Acts umgebaut.

 

"Destination Wien 2015" heißt die neu eröffnete Ausstellung in der Kunsthalle Wien, bei der ausgewählte junge Künstler moderne Positionen präsentieren. Mit unterschiedlicher Arbeitsweise und unter Verwendung variabler Medien. Das Ziel heißt Pluralismus. Dies gilt auch für das Electric Spring-Festival, die zweite Ausgabe 2016 ist schon gesichert...

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