Mumok goes "Pop Art" 

Hippie Revolution, Beat Sound, Studentenkommunen, Straßenschlachten. Die 60er waren eine Zeit des Aufruhrs, des Widerstandes gegen Politik und Obrigkeit, eine Suche nach der eigenen Identität. In den USA auch der Beginn von exzessivem Konsum, Massenmedien, Alltagskultur und der boomenden Werbeindustrie.

 

Getreu dem Motto "Kunst ist gleich Leben" waren dies auch die Motive einer neuen Kunstströmung namens "Pop Art". Einer der bekanntesten Mäzene und Sammler war der deutsche Schokoladenfabrikant Peter Ludwig, der gemeinsam mit seiner Frau Irene Ludwig seit Beginn der 60er eine wertvolle Exponatensammlung aufbaute. In 19 Museen sind heute seine Werke zu sehen, in Wien seit 1981 unter der Marke "Ludwig Stiftung". Ludwig starb 1996 überraschend an einem Herzinfarkt, seine überlassenen Werke bilden aber die Glanzpunkte des 2001 aus Vulkangestein erbauten Museums für moderner Kunst, kurz Mumok.

 

Beste Voraussetzungen also für die Sonderausstellung "Ludwig goes Pop", die bis September 2015 im Museumsquartier zu sehen ist. Auf 3 Ebenen geben sich dort die – mit Ausnahme von Marisol Escobar – vornehmlich männlichen Protagonisten der "Pop Art"-Szene ein Stelldichein.

 

Allen voran Andy Warhol, ein ehemaliger Werbegrafiker, der mit seinen durch Siebdruck hergestellten Werke nicht nur die (zahlungskräftige) obere Mittelklasse begeisterte. Als Motive dienten ihm Alltagsprodukte (wie Colaflaschen oder Suppendosen) oder Szeneikonen wie Marilyn Monroe, Elvis oder Mick Jagger. Warhol war weniger Kunst- als Verkaufsgenie, inspirierte aber auch die Kreativszene mit seiner "Factory", den "Velvet Underground" oder die Filmavantgarde.

 

Im Mittelpunkt der Pop Art des New Yorkers Roy Lichtenstein standen schrille Comics in kräftig-klaren Farben, meist mit Alltagssituationen, Konsumartikeln und blonden Frauen. Robert Rauschenberg dagegen widmete sich der Materialkunst und verwendete dafür Autoreifen, Tennisbälle und Fahrräder.

 

Was zumindest die arrivierten Pop Art-Künstler gemein hatten: Sie erzielten mit ihren Werken Rekorderlöse. Was auch Förderer (und Unternehmer) Peter Ludwig nicht abstreitet: "Kunst wird eines Tages sehr viel kosten !", so sein Grundtenor. Dass ein Warhol-Werk ("Green Car Crash") aus dem Jahre 1963 einmal 71,1 Millionen Dollar einbringen würde, das hätte aber sogar Ludwig wohl kaum für möglich gehalten.

 

"Ludwig goes Pop" ist bis 13. September 2015 im Mumok zu sehen. Abendführungen jeden Donnerstag um 19 Uhr...

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