Krems 2014 (6): Sport- und Kulturhighlights.

Siegeszug für den Kremser Fußball-Traditionsklub KSC: 42 Spiele hintereinander bleiben die Kremser ungeschlagen, übertreffen damit den Rekord des Wiener Sportklubs und steigen in die 1. Landesliga auf. Dort erreichen sie als Aufsteiger sensationell den Herbstmeistertitel und dürfen sich Hoffnungen auf einen Durchmarsch Richtung Regionalliga machen. KSC-Goalgetter Miro Slavov becirct so nebenbei die Damen in den Puls 4-Shows "Austria´s Next Topmodel" und "Rendezvous im Paradies". Der in der Höchstliga spielende Kremser Handball-Verein UHK scheidet im Halbfinale gegen Hard aus, die neue Saison überwintert man auf Platz 5. Ob sich Beachvolleyball nach dem top-organisierten Turnier an der Donaulände in Krems etablieren wird, wird sich noch weisen.

 

Kulturelle Highlights in Krems sind im kommerziellen Sektor eher rar, existiert doch in Krems weder eine passende Veranstaltungshalle, noch ein Theater, noch ein Open Air-Festivalgelände (wie im benachbarten St. Pölten).

 

Im Avantgarde-Bereich dagegen punktet Krems im Rahmen des – vom künftigen Wiener Festwochen-Leiters Tomas Zierhofer-Kin- organisierten Donaufestivals mit provokanten Acts. Vor allem der "Human Zoo" von God´s Entertainment und Dries Verhoevens "10 Ausnahmen von der Regel" (mit Transsexuellen, Kindersoldaten, minderjährigen, afrikanischen Schwangeren,...), installiert in einer Vitrine mitten auf dem Täglichen Markt, spalten die Betrachter.

 

Im Karikaturmuseum stehen neben der Deix-Dauerausstellung Nick Knatterton und Kottan im Mittelpunkt. Bei der von Chris Lohner moderierten Vernissage geben sich auch Kult-Inspektor Lukas Resetarits und Regisseur Peter Patzak ein Stelldichein. In der benachbarten Kunsthalle werden unter dem Titel "Zurück in die Zukunft – Von Tiepolo bis Warhol" 250 Werke der Zeichenkunst aus der Sammlung Klüser präsentiert.

 

2011 war die österreichische Künstlergruppe Gelatin noch mit der britischen Starkünstlerin Sarah Lucas in der Kunsthalle vertreten, jetzt konzipierten sie vor der Schiffsanlagestelle St. Lorenz (gegenüber Weißenkirchen) eine kontroverse Tourismusattraktion, die 4 Meter hohe, begehbare "Wachauer Nase". Die 210.000 Euro Kosten zu Lasten des Steuerzahlers sorgten für heftige Diskussionen in der regionalen Kulturpolitik.

 

"Freestyle Painting" – so nennt der Kremser Christian Wandl seine kreative Form von Malerei. Inspirationen bezieht er aus der modernen Tattoo-, Comic- und Graffiti-Szene. Seine erste Ausstellung präsentierte er im Steiner Kult-Pub "Piano".

 

Abgesehen davon: In Krems gibt es zuwenig Veranstaltungsräume, Galerien und Plattformen für junge, kreative Künstler aus dem Art-, Musik- und Schauspielbereich. Eine bombastische 35 Millionen teure Landesgalerie die – positioniert als Sammlermuseum – renommierte Werke der letzten tausend Jahre beinhalten wird, wird daran nichts ändern. Ein modernes-urbanes Museumsquartier bleibt somit traurige Illusion. Leider.

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