Gratis-Nachhilfe für lernschwache Schüler !

Über 100 Millionen Euro pro Jahr geben die Eltern für Nachhilfestunden ihrer Kinder aus. Im Schnitt sind dies 680 Euro, in der AHS-Oberstufe sogar 830 Euro pro Haushalt. Nachhilfe ist vor allem in Mathematik, Fremdsprachen und in Deutsch notwendig, also gerade den Kernfächern, die die Jugendlichen nach Absolvierung ihrer Schullaufbahn beherrschen sollten.

 

Im Gegenzug dazu ist laut Andreas Salcher bereits jeder zweite Tag des Jahres unterrichtsfrei. Obendrein beträgt – bei 14 Wochen Ferien - die wöchentliche Lehrverpflichtung eines AHS-Lehrers nur 21 Stunden, der Rest einer 40-Wochen-Stunde geht – auch bei älteren Lehrern – für Vorbereitung, Nachbereitung, Weiterbildung und diverse andere dienstliche Arbeiten drauf. Was nicht nur der arrivierte Bildungsexperte anzweifelt.

 

Es ist wohl jetzt längst an der Zeit, hier Änderungen vorzunehmen. Man sollte nicht nur den Urlaub der Lehrer – so wie bei allen anderen Arbeitnehmern auch - auf 5 Wochen festlegen, sondern auch die Verteilung und Dauer der Ferien neu regeln, stammen doch die 9 Wochen Sommerferien noch aus einer Zeit, in der die Kinder als Erntehelfer gebraucht wurden.

 

In der unterrichtsfreien Zeit sollten die Lehrer in den Schulen Gratis-Nachhilfe für lernschwache Schüler anbieten bzw. für besonders talentierte Schüler spezielle Kurse und Seminare kreieren. Lernunterstützung sollte es aber auch während der regulären Schulzeit geben – und zwar am Nachmittag. Es ist nicht einzusehen, dass 265.000 Schüler pro Jahr externe Nachhilfe, zu 1/3 auch bei Lehrern (!!!), buchen, während die eigentlichen Bildungslehranstalten leer stehen und das Lehrerpersonal nirgends ansprechbar ist. Dass in diesem Zusammenhang auch die Schulinfrastruktur modernisiert und der Lehrplan entrümpelt werden muss, steht außer Frage.

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