Lucky Luke-Vernissage im Karikaturmuseum Krems

Wer reitet so spät durch Nacht und Wind ? In Krems nicht der Erlkönig, sondern Lucky Luke, der "poor und lonesome cowboy" im Kampf gegen Verbrecher und Ungerechtigkeiten. Das Karikaturmuseum widmet der weltberühmten Comic-Figur, die seit 1946 über 30 Millionen Hefte verkauft hat, eine Ausstellung, die vor allem dem neuen "Luke"-Zeichner Achde gewidmet ist.

 

"Ein Comic ist wie ein Kinofilm auf Papier" – so der Franzose, der 2003 als Nachfolger des legendären belgischen Schöpfers Morris auserkoren wurde und der bei der Vernissage auch persönlich anwesend war. Moderiert wurde die Veranstaltung von Neo-Kremser Robert Kratky, der auch die grassierend-übertriebene correctness der Amerikaner thematisierte. So "darf" Lucky Luke seit den 80ern nicht mehr rauchen, sondern muss sich mit einem Grashalm zufriedengeben. Unter freiem Himmel sammelten sich in der Kunstmeile bei Wein und Burger nicht nur Comic-Fans, sondern auch zahlreiche Harley-Besitzer (mit ihren edlen Geräten), Western Club-Mitglieder und die mitreißende Country-Band Lilly of the west mit ihrer bulgarischen Sängerin Lilly Drumeva.

 

Die Ausstellung selbst zeigt nicht nur die Entstehungsgeschichte von Achde-Comics und zahlreiche Einzelstücke von Privatsammlern, sondern bietet auch die Möglichkeit – ebenso wie Lucky Luke – im Western Outfit gegen seinen eigenen Schatten zu ziehen. Nicht fehlen dürfen natürlich auch Lukes Pferd Jolly Jumper, der tolpatschige Spür- und Wachhund Rantanplan und die legendären Dalton-Brüder Joe, William, Jack und Averell. Letztere fehlen auf dem "Comic Walk" in der Kunstmeile - direkt auf den Mauern vor der Justizanstalt Stein. Diese "Provokation" tolerierte anscheinend die Vollzugsdirektion nicht. Schade – die Panzerknacker lächelten einst – im Rahmen der Donald Duck-Ausstellung vor einigen Jahren – noch frech in Richtung schwedische Gardinen. Kein Wunder – sie waren ja auf freiem Fuße, im Gegensatz zu ihren Gesinnungsgenossen...

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