Neue Ausstellung in der Kunsthalle Krems - Eine Zeitreise voller "Großer Gefühle"

Der neue KSC-Teammanager Frenkie Schinkels war einer der Stargäste bei der VIP-Preview der neuen Kunsthallen-Ausstellung "Große Gefühle". Und wurde dort im Erdgeschoß gleich mit einem Fußballer-Kollegen konfrontiert: Zinedine Zidane - dieser wird dort im Rahmen einer Videoinstallation 90 Minuten lang nicht aus den Augen gelassen und bis in seine tiefsten Emotionen erbarmungslos mit der Kamera verfolgt.

 

"Erregung" - eines der neun Gefühlskapitel in der Frühjahrsausstellung der Kunsthalle Krems. Die anderen 8 heißen Schock, Melancholie, Liebe, Trauer, Sehnsucht, Leid, Zorn und Einsamkeit und umfassen Werke jeglicher Art, Bilder, Videos, Fotos, Skulpturen, Installationen, über eine zeitliche Bandbreite von 2.000 v. Chr. bis hin zu progressiver Modern Art. Einige davon sind auch weltberühmt, so zum Beispiel das tote Eichhörnchen von Maurizio Cattelan ("Bidibidobidiboo"), das per 9mm-Waffe Selbstmord begangen hat. Versichert wurde dieses Werk um 7 Millionen Euro. Oder Damien Hirsts Schmetterlinge auf blauem Grund ("Love is great"). Auch Sagen des klassischen Altertums und der Bibel werden in der Ausstellung thematisiert, beispielsweise jene über Johannes den Täufer, dessen Kopf der liebestollen Salome auf einem Tablett serviert wird. Oder jene über die von Pallas Athene (wegen eines Techtelmechtels mit Poseidon) in ein Ungeheuer verwandelte Medusa, die jeden Mann zu Stein erstarren ließ und erst von Perseus durch ein verspiegeltes Schild besiegt wurde.

 

Schräge Installationen wie die sprechenden Masken der Hippy Dialectics oder die blutige, verkehrt hängende Schaufensterpuppe ("Cyber Iconic Man") wechseln einander ab mit Video-Filmen aus dem Alltag von Sam Taylor-Wood oder sehnsüchtigen Sharon Lockhart-Fotografien auf das Meer hinaus. Die vermeintlich Liebenden wurden allerdings auf zwei unterschiedlichen Kontinenten aufgenommen. Ca. 40 Arbeiten stammen aus der Fondazione Sandretto Re Rebaudengo in Turin, darunter auch die 144 Bildnisse des isländischen Künstlers Ragnar Kjartansson, gemalt während der Biennale in Venedig 2009. "The End - Venezia" porträtiert dabei die Einsamkeit des Künstlers in seinem Atelier.

 

Als wohl schrecklichstes Ereignis des neuen Jahrtausends gilt der Terroranschlag auf das World Trade Center, bei dem zwei entführte Flugzeuge in die Twin Towers rasten und ca. 3000 Menschen starben. Den "Doomsday America" illustriert Hans-Peter Feldmann mit Titelseiten renommierter Zeitungen vom Tag danach, die zwei klassischen Bildnissen über Samsons Rache an den Philistern und den Kindesmord von Bethlehem gegenübergestellt werden.

 

Große Gefühle - die einerseits etwas Urpersönliches sind, andererseits aber auch von der Gesellschaft und der Kultur kontinuierlich geformt werden. Die Ausstellung ist noch bis 30. Juni zu sehen und wird auch Teil des Kremser Donaufestivals. Dort, wo Zidane 90 Minuten lang um den Sieg und um "gladiatorische Anerkennung" kämpft, dort plant Douglas Gordon eine Inszenierung namens "All Day Breakfast". Selbst das Kunsthallen-Management weiß noch nicht, was ihnen da blüht...

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