Stop the Parties – Frontalangriff des Magistrats Krems gegen die Club-, Beisl- und Festszene...

Ich will aus dem Fenster schauen und die Donau sehen. Nicht den Gürtel.“ – Ö3-Starmoderator Robert Kratky freut sich wie ein kleines Kind auf den Umzug nach Stein, wo er ab August seine neue Wohnung bezieht. Kratky, in Krems bereits auf diversen Star Night Clubs und in der Und Lounge unterwegs, hätte sich wohl auch auf die 20. Steiner Beislparty gefreut, wo von 1. August bis 4. August 2012 Einheimische, Touristen und die Steiner Gastronomiewirte dem italienischen Dolce Vita gefrönt hätten und inmitten von Sommerbars, Disco-Musik und coolen Cocktails die Nacht zum Tag gemacht hätten. Mehr als 1000 Unterstützer der Facebook-Aktion „Save the Party – Rettet die 20. Steiner Beislparty“ freuten sich auch schon seit Monaten auf DIE Sommerparty des Jahres. Doch die Beislparty ist für immer Geschichte. Schuld daran das ÖVP-geführte Kremser Magistrat unter der Leitung des Pröll-Schwiegersohns Karl Hallbauer und dem Einfluss der (Noch)-Bürgermeisterin Inge Rinke.

 

25.000 Personen – so viel wie noch nie – genossen 2011 das sommerliche Ambiente der Steiner Donaulände. Angebliche Anrainerbeschwerden und ein Raufhandel mit max. 15 beteiligten Personen Sonntags 3 Uhr früh machen der beliebten Summer Party ein Ende. Organisator Martin Neger legte ein neues Konzept vor mit Verbesserungen für die Anrainer, mehr Securities und erhöhten Sicherheitsmaßnahmen. Er hat nicht mit der Bürgermeisterin Rinke gerechnet, die das qualitativ beste Fest des Jahres bei einer Sitzung Anfang April als „Sauffest“ bezeichnet, selbst aber für ohrenbetäubenden Almrausch-Terror jedes Jahr am Faschingsdienstag auf dem Pfarrplatz sorgt und bei jedem noch so lächerlichen weinseligen und volkstümlichen Aufmarsch vertreten sein muss. Für 2013 wollen die Steiner Unternehmer ein stimmiges und uriges Beislfest konzipieren, vermutlich in der Größe des Simandlbrunnenfestes bei der Wiener Brücke. Eine Signalwirkung, als würde man die berühmte Wörtherseer Fete Blanche durch eine Wirtshausparty in Pörtschach mit Trachtenumzug ersetzen. Touristen werden sich dann wohl Anfang August nicht mehr Richtung Donaumetropole bewegen oder am Abend entnervt, weil gelangweilt, in andere Summer High Life-Destinationen ausweichen. Die Gastronomie und deren Mitarbeiter werden sich freuen.

 

Der Frontal-Angriff des Kremser Magistrats gegen die Club-, Beisl- und Festszene macht allerdings nicht beim Steiner Beislfest halt. Die Altstadtlokale werden mit kommunistischen Spitzelmethoden, Sperrstundendrohungen, zeitaufreibenden, sinnlosen Sitzungen und peinlichen Verhaltenscodizes für Gastronomen und Gäste genervt, dem Jazzkeller droht die Schließung wegen einer querulantischen Anrainerin, renommierte Pfarrplatz-Bars werden mit falschen Vorwürfen vom Magistratsdirektor belästigt, die Kellergassen-Wirte an der Leithen verzichten vermutlich wegen überbordender gewerbe- und finanzbehördlicher Auflagen auf die Veranstaltung, und die Und Lounge, IMC-Studentenepizentrum und DER In-Club der Stadt, wird – 4 Jahre nach deren Eröffnung – plötzlich mit bürokratischen Formalitäten terrorisiert. Ungeschoren in Krems bleiben nur jene, die im Dunstkreis der ÖVP ihre Aktivitäten verrichten. Dass diese - ähnlich wie in den 20ern an die Mafia - Schutzgeld in welcher Form auch immer zahlen, ist wohl kaum von der Hand zu weisen.

 

Krems wurde 2002 von der Zeitung News zur „lebenswertesten Stadt“ Österreichs gekürt. Unter der weiteren Führung der tourismus- und hedonismusfeindlichen ÖVP wird sie wohl bald als schickstes UNO-Weltkulturerbe-Mausoleum in die Geschichte eingehen. Robert Kratky wird dann längst nicht mehr in Krems wohnen, die Party People sowieso nicht mehr. Life is too short for boring parties...

Kommentar schreiben

Kommentare: 0