Welcome in the World of Manfred Deix - 10 Jahre Karikaturmuseum Krems

Der St. Pöltner Karikaturist Manfred Deix besuchte in Hannover das Wilhelm Busch-Museum und war beseelt von der Idee, ein derartiges Projekt in Österreich zu starten. Angeblich zuerst in Graz geplant, setzte sich Landeshauptmann Erwin Pröll mit Deix in Verbindung und initiierte den Bau des Karikaturmuseums in der Donaumetropole Krems. Als Bauherr fungierte Architekt und „Ironimus“ Gustav Peichl, und so wurde am 29. September 2001 das in Österreich einzigartige Gebäude eröffnet, als Teil der Kremser Kunstmeile und direkt gegenüber der Justizanstalt Krems.

 

Während dort die echten Ganoven sitzen, siedelten sich im Laufe der nächsten 10 Jahre im Karikaturmuseum die comicvirtuellen Panzerknacker an – im Rahmen der vielbesuchten Ausstellung „Donald Duck – Und die Ente ist Mensch geworden“. Dazu noch weitere 45 Ausstellungen mit über 800.000 Besuchern wie „Die vielen Gesichter des Robert Crumb“, „Absolut Haderer“, „Machtspiele“ (von Karikaturist Erich Sokol) oder „Max & Moritz – Bildergeschichten von Wilhelm Busch“.

 

Den beiden Schirmherrn des Museums, Gustav Peichl und Manfred Deix, gebührt natürlich zu Ehren eine Dauerausstellung ihres Schaffens. „Die Karikatur macht etwas sichtbar. Nicht die Aufdeckerjournalisten sind die wichtigen, sondern die Karikaturisten“ – so die Diktion von Gustav Peichl, der im Erdgeschoß seine besten politischen Karikaturen von Bruno Kreisky anlässlich seines 100. Geburtstages präsentiert. Im Obergeschoß hat man – laut Leiterin Jutta Pichler - manchmal Schwierigkeiten, zwischen Besucher und Deixfiguren zu unterscheiden. Dort publiziert Beach Boy-Fan Manfred Deix, der seine ersten Groscherl als 11jähriger mit Nacktbilder verdient hat, seine frechen, manchmal tabulosen Karikaturen, egal ob aus den Bereichen Politik, Gesellschaft, Kirche oder Jugendsünden – Stichwort „Straches Kinderzeichnungen“. „Ich arbeite, zeichne, saufe, rauche“ – so einst ein Zitat vom Genussmenschen Deix, der seit 1992 wöchentlich eine Karikatur im „News“-Magazin veröffentlicht und 2006 trotz seiner politischen Attacken das Goldene Verdienstzeichen des Landes Wien bekam.

 

Anlässlich des 10-Jahres-Jubiläums des Karikaturmuseums Krems wurden auch zwei neue Ausstellungen eröffnet. Der österreichische Karikaturist Gerhard Haderer präsentiert im Untergeschoß seine besten Arbeiten aus dem Kult-Comic-Heft „MOFF“, als Eyecatcher fungiert dabei ein Grasser-ähnlicher Pin-Up-Boy. Und in der Jubiläumsschau „Auf ins Museum“ trifft einander das deutschsprachige Who-is-Who der Karikaturszene, vom Frankfurter „Titanic“-Mastermind Chlodwig Poth, dem „Meister des deftigen Strichs“, Horst Haitzinger, den Zeitungskarikaturisten Michael Pammesberger und Markus Szyszkowitz bis hin zu den nationalen „Superstars“ Sokol, Haderer, Peichl und Deix himself.

 

Weitere Jahre des Museums scheinen gesichert – 2012 stehen Kinderbuch-Illustrator Janosch und der ursprünglich aus Jugoslawien stammende österreichische Cartoonist Petar Pismetrovic auf dem Programm, der zahlreiche internationale Preise in seiner Karriere gewonnen hat. In Verhandlungen stehen auch Exhibitions rund um Lucky Luke & Asterix. Spätestens da ist das Karikaturmuseum wohl voller als das prall gefüllte  Zuchthaus gegenüber...

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