Lake Festival Schwarzlsee – Über 20.000 Party-People bei Invasion der DJ-Titanen Guetta & Van Buuren !

„Steirermen san very good“, die steirischen Austro-Popper EAV, Opus oder STS, Ex-Sturm Graz-Legende Otto Konrad als Einpeitscher des ersten Meistertitels – endet hier der musikalische Zenit der Grünen Mark ? Spätestens seit letzten Samstag muss dies mit einem klaren „Nein“ beantwortet werden. Im Rahmen des 1. Lake-Festivals am „Haussee“ der Grazer, dem Schwarzlsee in Unterpremstätten, gaben sich die weltweit besten DJ´s der Electro-, House- und Techno-Szene ein grandioses Stelldichein. Auf insgesamt 3 Stages (Sunrise-, Moon-, Sunsetstage) feierten über 20.000 begeisterte Dance-Fans auf einem Gelände von 150.000m2 eine Party unter (regenschauer)-freiem Himmel. Und das bei vergleichsweise ziemlich geringen Ticket- (VVK: 45 Euro) und Getränkepreisen.

 

Bei gleißendem Sonnenlicht begann die Party mit Dance-Beats des österreichischen Lokalmatadors Tim Anderson, bekannt auch durch die Radio-Energy-„Club Files“, und dem quirlingen „We no speak Americano“-Sound der Australier Yolanda be Cool. Einen commercial House-Mix der Sonderklasse lieferte das deutsche Duo Milk & Sugar, derzeit hoch in den Charts mit „Pata Pata“. Um 21 Uhr das erste große Highlight: DJ Mag krönte ihn 2010 zum besten DJ der Welt, er spielte am Schwarzlsee zum ersten Mal in Österreich und war von den crowding masses – siehe seine Facebook-Shots - ebenfalls begeistert: Armin van Buuren aus Holland, Amnesia- und Space-Resident, der in seinem Progressive Trance-Set auch seine neuen „Mirage“-Soundkreationen und seine neue Single „Feels so good“ (mit Nadia Ali) präsentierte.

 

Put your Hands up for Music“ – das Motto von Armins Landsmann Fedde le Grand. Tech-House, gepaart mit Classics wie „Zombie Nation“, Pendulums „The Island“ oder Chillipeppers „The Other Side“ bringt die Party Crowd der Main Stage vor Mitternacht zum technoiden Zappeln. Viele der Besucher warten aber weiterhin auf den Superstar des Abends: David Guetta. Der trotz seiner Styleberaterin (seine Ehefrau) mit schleißiger Lederjacke und seltsamer 80er-Frisur hinter den Turntables auftauchte. Ambivalent auch die Musikauswahl: Einerseits ein Potpourri aus (alten) Hits wie „Sexy Bitch“, „When Love takes over“ oder „Sweat“ (die das Publikum aber auch hören wollte), andererseits undergroundlastiges elektronisches Gedröhne zum Auftritt der „Kryoman“-Robots. Allerdings auch die genialen Ibiza Summer Anthems des Jahres 2011, das „Losing my Religion Heart is King“-Mashup, der SHM-Coldplay „Waterfall“-Remix oder der Swanky Tunes-Knaller „Sending my Love“.

 

Nach einem „Me and the Robots we luv u“ war Schluss auf der Main Stage, auf der Sunrise-Stage dagegen ließ Italiens Top-DJ Benny Benassi – hochpositioniert über dem Ufer des Schwarzlsees – ab halb 3 Uhr früh die nimmermüden Lake-Festival-Besucher nicht zur Ruhe kommen. Steirische Club-DJ´s sorgten auf den noch offenen Stages dafür, dass viele Besucher erst gegen Mittag den House-Schlaf des Gerechten antraten.

 

Fazit: Abseits kleiner Schönheitsfehler (Getränkenachschub, Wartezeiten bei der Getränkebestellung, teilweise verdreckte WC-Anlagen) ein top-organisiertes Spitzen-Event. Die Bundeshauptstadt Wien muss sich dagegen schämen und im wahrsten Sinne des Wortes „rot“ anlaufen – ihre Top-Veranstaltung ist ein mit fast 2 Mio Euro steuersubventioniertes Partei-Event mit Künstlern aus der abgehalfterten Volksmusik-, Austro-Pop- und 70er-Rockerszene (Anm.: Das Donauinselfestival). Und auch Krems könnte sich einen Guetta leisten – bei einem Schuldenstand von 116 Mio Euro (ohne ausgegliederte Unternehmen) fällt eine kolportierte Gage von 200.000 Euro auch nicht mehr auf....

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