Kremser Donaufestival-Promotion: Tomas Zierhofer-Kin @ GO-TV

Nodes, Roots & Shoots“ heißt das Motto des diesjährigen Kremser Donaufestivals, das vom 28. April bis 7. Mai wieder in den alten Österreichhallen stattfindet und dem Steuerzahler fast 1,7 Millionen Euro kostet. Ob das ambivalente Festival-Programm dieses Geld wert ist, sei hier unbenommen. Kulturmanager und Leiter Tomas-Zierhofer-Kin geht auf jeden Fall in die Offensive und seinen eigenen kompromisslosen Weg abseits von Mainstream und Mauerdenken. Netzwerkprojekte und Subkultur-Performances stehen im Mittelpunkt, nicht Party und Kommerz. Mit Kremser Gästen dürfte er (laut Statistiken auch zurecht) nicht rechnen, betont er doch in den Interviews immer wieder den Shuttle-Bus von Wien (der vermeintlichen Kulturhochburg voller „Praterdomes“, „Haschcafes“ und „Schweizerhäuser“, so meine Meinung) nach Krems.

 

Auf dem österreichischen Videosender „Go-TV“ präsentierte Zierhofer-Kin Mittwoch abends eine Stunde lang per Moderation und Videoclips die Highlights des diesjährigen Festivals. Mit dabei: James Blake, der in der Steiner Minoritenkirche sein Österreich-Debüt gibt, die kanadischen Indie-Rocker „Death from above 1979“ (auf ihrer Wiedervereinigungstour), Ex-Velvet Underground-Mastermind John Cale, Laurie Anderson, die Indie-Rocker Wild Beasts oder Ben Frost, bei dessen minimaler Experimental-Musik man vermutlich Anti-Depressiva schlucken muss. Der Violinist und Sänger Owen Pallett (aka Final Fantasy) wird mit einem Streichquartett das Festival eröffnen, das zehnköpfige Londoner Performance Theater Irrepressibles die Grenzen zwischen Subversiv-Klang, Pantomime und Burlesque verschwimmen lassen. Auf der Video-Playlist von Zierhofer-Kin standen aber auch Ladytron, Top-Act am Final Day, mit dem Elektro-Pop-Hit „Playgirl“ (Why are you dancing when you could be alone), und der geniale Soundmixer Diplo aus Philadelphia, im Baile Funk („Percao“) genauso state of art wie im Hip Hop mit dem M.I.A.-„Slumdog Millionaire“-Track „Paper Planes“, der am Ende der GO-TV-Sendung lief.

 

Wie sehr die Netzwerke des Kommerzes und des kulturellen Undergrounds bereits unentrinnbar interagieren, hat Zierhofer-Kin allerdings nicht gewagt, zu beweisen. Der Gordische Knoten lag auf dem Tablett anhand von Diplos „Come on“ und Ladytrons neuem Hit „Ace of Hz“ – beide wurden von DJ Tiesto geremixt, und der spielt 2011 jeden Montag auf der wunderschönen Party-Insel Ibiza vor mehr als 10.000 Party People in der Mega-Disco „Privilege“. Bei Mindesteintritt 50 Euro pro Person. Kein Scherz, sondern Kommerz...

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Kommentare: 1
  • #1

    Humphrey (Montag, 23 Juli 2012 08:27)

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