Viva Espana – Die Nation der Lebenslust ist rauchfrei.

Sangria, Sex, Sonnenschein, Tempo Fiesta 24 Stunden lang – Spanien, Fußballweltmeister 2010, ist das Land der Lebenslust in Europa und seit 1. Jänner absolut rauchfrei. Bisher waren kleinere Bars und Restaurants mit weniger als 100 Quadratmetern Fläche vom Rauchverbot ausgenommen, außerdem durfte in separaten Raucherräumen gequalmt werden. Das ist nun Vergangenheit in einem Land, in dem 50.000 Menschen jährlich an den Folgen des Rauchens sterben (davon 1.200 Passivraucher).

 

In öffentlichen Gebäuden, Restaurants, Diskotheken, Casinos und Flughäfen gilt nun ein generelles Rauchverbot, nur Hotelbetreiber dürfen noch 30 Prozent ihrer Zimmer für Raucher reservieren. Auch auf Kinderspielplätzen sowie vor Schulen und Krankenhäusern darf künftig nicht mehr geraucht werden.

 

Österreich, dessen novelliertes Tabakgesetz sich an den aufgehobenen spanischen Regelungen von 2006 richtete, sollte so schnell wie möglich nachziehen, denn die derzeitigen Verhältnisse sind untragbar. In Lokalen unter 50 Quadratmetern darf weiterhin geraucht werden, gerade dort erstickt man aufgrund der engen Raumsituation im Rauchersmog. Dort, wo im Nebenraum Raucherzimmer eingerichtet werden, leidet man entweder je nach Mehrheitskonstellation an einer psychologischen Diskriminierung oder an einer baulichen Strukturzerstörung des Lokals. So wird man in einem populären Kremser Kaffeehaus aufgrund der Unterteilung als Nichtraucher von den bequemen Sitzen ferngehalten, während in einer Kremser Club-Bar der House-DJ de facto nur für eine „Raucherschicht“ spielt und ein hedonistischer Dancefloor-Schmelztiegel durch die bauliche Abtrennung unmöglich gemacht wird.

 

Überhaupt sollte der Glimmstengel im Nightlife nicht zum Ersatzphallus des Vergnügens hinaufkristallisiert werden, ab auf die Tanzfläche und weg mit dem stinkenden Ungetüm. Die spanischen IMC-Senoritas zeigen´s jeden Donnerstag beim Youniversity Club in der Und Lounge.

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