„Foxy Knoxy goes Cinema“ – Robert Dornhelm verfilmt Amanda Knox-Story

„Der Engel mit den Eisaugen“ nennen sie die italienischen Medien: Amanda Knox, die 23jährige amerikanische Austauschstudentin, die gemeinsam mit ihrem Lover und einem afrikanischen Migranten ihre Studienkollegin Meredith Kercher ermordet haben soll. Tatort: Eine Studentenwohnung im italienischen Perugia. Motiv: Verweigerung von bizarren Sexspielchen. So sieht es zumindest das Strafgericht 1. Instanz. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, es gilt daher die Unschuldsvermutung.

 

Trotzdem beginnen in Bälde die Dreharbeiten für die „Amanda Knox Story“ – als Regisseur fungiert der in Hollywood lebende Österreicher Robert Dornhelm, der kürzlich eine Udo Proksch-Doku in die Kinos gebracht hat und 2001 für eine Anne-Frank-Verfilmung Emmy-nominiert war. Die prickelnde Hauptrolle der „Foxy Knoxy“ soll „Heroes“-Star Hayden Panettiere spielen, in den Society-Gazetten bekannt als Freundin des Boxweltmeisters Wladimir Klitschko. Der Film soll die Geschichte ab der Verhaftung im November 2007 erzählen und bereits im nächsten Jahr fertig sein.

 

Fraglich ist, wie Dornhelm mit der aktuellen rechtlichen Situation und den fragwürdigen Sachverhaltsdarstellungen umgeht. Denn Amanda Knox sitzt im Gefängnis von Perugia nicht aufgrund eindeutiger Beweise, sondern aufgrund reiner Indizien und teils falscher Beweiswürdigung. Die Staatsanwaltschaft präsentierte beispielsweise vor Gericht das Tatmesser mit der DNS von Amanda, nur: Die Klinge passt gar nicht zu den Verletzungen. Es gibt keine Zeugen, die Amanda Knox zur Tatzeit am Tatort gesehen haben, keine DNS Amandas an der Leiche von Meredith und auch kein Geständnis der Inhaftierten. Die Berufungsverhandlung beginnt im Oktober. Stellt sich schon jetzt die Frage: Was wird spannender, der auf auf wahren Tatsachen beruhende Hollywood-Thriller oder der auf die reale Wahrheit abzielende Berufungsprozess ? Leicht möglich, dass der fiktive Kinostreifen an die Wahrheit näher rankommt als das ehrenvolle Gericht...

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