Euro 2016: Österreich durch Ronaldo-Torflaute und Almer-Paraden noch im Rennen.

„Wir wollten gewinnen und haben eigentlich alles richtig gemacht, nur der Ball ist nicht hineingegangen.“ Portugals Star-Stürmer Nani, der selbst in der 1. Hälfte zwei hochkarätige Chancen vernebelte, bringt es auf den Punkt. Und so trennten sich Portugal und Österreich im Pariser Prinzenpark-Stadion 0:0. 

 

Zum Helden des Abends wurde Österreichs Schlussmann Robert Almer, der zahlreiche Chancen der Portugiesen zunichtemachte, allen voran jene des dreifachen Weltfußballers Cristiano Ronaldo, der in der 80. Minute einen (fragwürdigen) Elfmeter an die rechte Stange lenkte. Der Spott in den sozialen Medien war dem portugiesischen Rekordnationalspieler mit einem Marktwert von 110 Millionen Euro sicher, und das eigentlich zu Unrecht. In den bisherigen 180 Minuten der Europameisterschaft schoss Real Madrids Superstar 20 mal auf das gegnerische Tor und damit mehr als das gesamte österreichische Team. Man sollte hier also vor dem „eigenen Tor kehren“.

 

Österreich muss sich vor allem spielerisch und passtechnisch enorm steigern, wenn es am Mittwoch im „Endspiel“ gegen Island bestehen will. Nach einem unglücklichen 1:1 gegen Ungarn (mit Ausgleich durch ein Eigentor in der 88. Minute) müssen auch die Isländer gewinnen, um in das Achtelfinale zu gelangen. Gewinnen müssen auch die Portugiesen gegen Ungarn, die mit 4 Punkten bereits zu den „besten 4 Gruppendritten“ gehören könnten. Ansonsten droht das erste Ausscheiden in einer EM-Gruppenphase für die Südeuropäer.

 

Das kleine Albanien ist anscheinend ein Angstgegner für die Franzosen. In der EM-Qualifikation setzte es sogar eine 0:1-Niederlage. Auch bei der Euro fiel der erste Treffer der Equipe Trikolore erst in der 90. Minute durch Griezmann, das 2:0 in der Nachspielzeit durch Payet. Rumänien und die Schweiz trennten sich 1:1.

 

Im britischen Duell zwischen England und Wales gingen die Waliser überraschend durch Real Madrid-Star Bale in Führung. Die eingewechselten Vardy und Sturridge (in der 92. Minute) besiegelten aber den knappen 2:1-Erfolg der „Three Lions“. Die Slowakei hat nach dem 2:1 gegen die schwachen Russen wieder Chancen auf das Achtelfinale, muss aber gegen England am 3. Spieltag punkten.

 

In der Gruppe C trennten sich die Deutschen und Polen nach einem enttäuschenden Match torlos. Kritik auch von Innenverteidiger Boateng, der mehr Offensive fordert. Nordirland feiert gegen die Ukraine einen souveränen 3:0-Erfolg, gleichzeitig der erste EM-Sieg ihrer Fußball-Geschichte. Für den Aufstieg muss aber zumindest ein Remis gegen die Deutschen her.

 

Spanien hat gegen die Türken seit 62 Jahren nicht verloren, und diese Regel wird prolongiert: Klarer 3:0-Sieg durch Tore von Morata (2) und Nolita. In einem spannenden Thriller trennten sich die Tschechen und Kroaten 2:2, nachdem die Kroaten bereits mit 2:0 in Front waren und dann durch einen Hands-Elfmeter in der 94. Minute den fixen Achtelfinalplatz verspielten. Für ein Negativ-Szenario sorgten einige kroatische „Fans“, die – angeblich aus Protest gegen den Fußballverband – Bengalische Feuer auf das Feld warfen. Wie diese trotz enormer Sicherheitskontrollen in das Stadion gelangt waren, ist offen.

 

In der Gruppe E ist Italien nach dem 1:0-Sieg gegen die Schweden (durch ein Tor von Eder in der 88. Minute) bereits fix als Gruppenerster im Achtelfinale. Belgien ist nach dem 3:0 gegen Irland wieder stark im Rennen: 70 % Ballbesitz und ein überzeugender Auftritt mit zwei Toren des Everton-Stars Romelu Lukaku. Um die komplett offenen Plätze 2 bis 4 wird am 3. Spieltag gekämpft.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0