Wien im Festival-Reigen: Fendrich-Best-Of-Konzert auf dem Heldenplatz...

(Gratis)-Kunst im öffentlichen Raum, zugänglich für alle Bevölkerungsschichten unabhängig vom Einkommen, sei eine wichtige Sache, so bereits die arrivierte Wiener Dialekt-Sängerin Birgit Denk bei ihrem nachmittäglichen Auftritt. Und tatsächlich hat hier Wien als Vorzeigestadt derzeit viel zu bieten, egal ob Donaukanaltreiben, Art-Vernissagen, Life Ball-/Songcontest-Public Viewings, Popfeste oder das von Top-Acts nur so strotzende Millionen teure SPÖ-Donauinselfestival.

 

Das (kleine) Pendant dazu ist das von der ÖVP veranstaltete Wiener Stadtfest, das dieses Jahr – neben Denk, Mat Schuh, dem Hot Pants Road Club oder den „Hirschal & Böck“-Strizzis – mit einem Austro-Act der Sonderklasse aufwarten konnte. Rainhard Fendrich, gerade 60 geworden, präsentierte, platziert etwas ungünstig in einem kleinen, offenen Zelt, vor zigtausenden Besuchern auf dem Heldenplatz die größten Hits seiner 35jährigen Musik-Karriere.

 

Angefangen von „Strada del Sole“ 1981 (kurz nach seinem Schauspieldebüt am Theater an der Wien in der „Gräfin vom Naschmarkt“) und „Es lebe der Sport“ über die Kuschelrock-Klassiker „Manchmal denk i no an di“ und „Vü schener is des G´fühl“, seinen größten Deutschland-Hit „Macho Macho“, das leider immer zeitgemäße „Tango Korrupti“, „Brüder“, „Midlife Crisis“ bis hin zu seinem letzten Nr. 1-Hit „Blond“ und neuere Tracks wie „Frieda“ oder „Nie nach Boston“.

 

Die genialen Wien-spezifischen Gassenhauer „Haben Sie Wien schon bei Nacht gesehen“ und „Schickeria“ (Wir san in, in Wien) durften nicht fehlen. Und natürlich auch nicht die heimliche heimat-kritische Bundeshymne der Österreicher, „I am from Austria“. Die spielte er bereits 1992 vor 60.000 Zuschauern bei den Wiener Festwochen.

 

Auch wenn das Konzert betont retro-angehaucht war, Fendrich befindet sich weiterhin auf künstlerischer „Wanderschaft“. „Kumm reiss Di zam, steh wieder auf, bleib ja net liegen, genau da warten´s d´rauf. Gib da an Ruck und setz an Fuaß vor´n andern. Nur die, die wandern finden wieder z´ruck.“ Dieser Song aus Fendrichs 2013er-Album „Besser wird´s nicht“ als Reaktion auf „schlechtere Zeiten“ sagt mehr als tausend Worte...

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