Marx Halle Wien: Parov Stelar swingt die Massen !

„Spaß haben, sich vergessen, den Moment feiern und das Leben genießen !“ – So lautet das Motto bei Konzerten der Parov Stelar Band. Und das haben jetzt endlich auch die Österreicher begriffen. Mehr als 11.000 Fans bejubelten den Auftritt der genialen Electro Swing-Truppe rund um den Linzer DJ Marcus Füreder in der fast zu klein gewordenen Marx Halle.

 

Und natürlich lamentiert man wieder mit dem Spruch „Der Prophet gilt im eigenen Land nichts“, brachte der aus dem Minimal Techno-Bereich kommende Parov Stelar (der Name hat keine besondere Bewandtnis, soll nur gut klingen:-) doch schon im Jahr 2004 seine erste EP „Kiss Kiss“ heraus, die auf dem Alternativ Sender FM4 auf- und abgespielt wurde. Die ersten Auftritte mit einer Band folgten 2005, das Electro Swing-Fever schwappte von Chicago zuerst auf Osteuropa und den Balkan über. Einen seiner ersten großen Auftritte hatte Parov Stelar in Istanbul, und vielleicht braucht gut Ding ja auch Weile.

 

Stelars Band ist sensationell eingespielt, die Kroatin Cleo Panther als Swing Lady an der Front, Saxophonist Markus Ecklmayr (aka Max the Sax), Trompeter Jerry di Monza, dazu noch ein Posaunist, ein Bassist, ein Drummer und thronend auf der DJ-Kanzel, Sample-King und Programmer Parov Stelar. Es gab wohl keinen Konzertbesucher, der bei dieser mitreißenden Show stillstehen konnte, und das eigentlich ohne Superhit. Und vielleicht ist dies auch das Rezept. Die Fans lassen sich vom Beat, vom Feeling, vom Rhythmus mitreißen.   Die ausgezeichneten „Old School“-Tracks „Catgroove“, „Jimmy´s Gang“, „All Night“ oder „Clap your Hands“ sind da „nur“ das zusätzliche Bonmot, garniert mit den Songs des neuen Albums „Demon Diaries“. Dieses war im Merchandising-Areal exklusiv vor dem offiziellen Release am 1. Mai zu erwerben und könnte Parov Stelar erstmals auf die verdiente Poleposition der Charts hieven.

 

Stelar bezieht sich beim Album-Titel auf den „Dämonen, der Künstler antreibt“. Dieser ist vermutlich aus seiner Sicht weniger selbstzerstörerisch angehaucht als bei Falco, der nach seiner amadeusken US-Nr. 1 seinen (zumindest kommerziellen) Zenit erkannte. Stelars eigenes Label Etage Noir Recordings könnte sich in den nächsten Jahren weiter etablieren, die Ages und die La Rochelle Band überzeugten auch beim Konzert als (nationale) Support-Acts.

 

Zusätzlich zur Trademark Electro Swing zieht es Stelar zuletzt auch in Richtung Soul-Melancholie-Pop a la „Keep on Dancing“. Ein weiterer Vocalist im Live-Konzept wäre überlegenswert. Gespannt darf man auch sein auf Bilder des Ex-Designstudenten Füreder in Konnex mit seinen neuen Songs. Stelars Wahlheimat Mallorca, wo auch seine Familie lebt, dürfte nicht die schlechteste Inspiration sein :-)

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