Luxusmetropole Krems: Leistbare Wohnungen nur mehr für die Reichen ?

Viele Einzelfälle formen sich zu einem vor allem in der Weihnachtszeit erschreckenden Mosaik. Krems, einst so liebliche Stadt am Donaustrom, vertreibt seine eigenen Bürger und degradiert zur Luxusmetropole der reichen (vor allem deutschen) Bildungsschickeria. Während man in Wien Punks engagiert, um unliebsame Mieter aus dem Hause zu treiben, agiert die Stadt Krems etwas subtiler, teils aber noch grausamer.

 

Der Abschluss von befristeten Mietverträgen, um dann rechtzeitig – beispielsweise vor dem Umbau eines Hauses zu einem lukrativen Studentenheim – die legale Reißleine zu ziehen, ist noch die harmloseste Art. In anderen Fällen wartet man auf die Kündigung diverser Mieter, saniert die Wohnung neu und verlangt dann neue horrende Mieten. Am "einfachsten" ist diese Vorgangsweise dann, wenn eine Person stirbt und keine eintrittsberechtigten Personen zur Verfügung stehen. Da kann es schon vorkommen, dass die bloße Miete dann für Neumieter um das zehn bis fünfzehnfache steigt. Dazu kommen noch die stetig steigenden Betriebskosten: Alleine die Kanal-, Müll- und Wassergebühren wurden kürzlich im Kremser Gemeinderat für 2015 um ca. 400.000 Euro erhöht.

 

Für Studierende aus reichem Elternhaus und überzahlte Uni-Arbeitnehmer kein Problem, diese können sich auch monatliche Mieten jenseits von 500 Euro leisten. Im Gegensatz zu Jungfamilien, prekär Beschäftigten und Arbeitslosen in Krems. Alleine in Krems-Stadt beziehen derzeit über 700 Bürger die bedarfsorientierte Mindestsicherung. Diese müssen im letzten Ausweg in Männer- und Frauenheime bzw. andere Notfallquartiere ausweichen.

 

In Berlin nannte man diesen Prozess ganz chic „Gentrifizierung“, tatsächlich ist es eine brutale Vertreibung der einheimischen Stadtbevölkerung. Die rot-schwarze Stadtregierung, getrieben im Streben nach noch mehr Privatuniversitäten, Luxusrestaurants und Elite-Museen, ist unfähig, diesen sozialen Alptraum zu begreifen bzw. diesen zu beenden. Ebeneezer Scrogge besuchten die drei Weihnachtsgeister. Wer bringt die Kremser Politiker wieder auf den richtigen Weg ?

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