"Zurück in die Zukunft" – 6 Jahrzehnte Zeichenkultur in der Kunsthalle Krems...

Zeichnungen sind eine der ältesten Kulturleistungen der Menschheit, die aus einer einfachen Idee resultieren und einst wie jetzt mit einem passenden Werkzeug auf ein Papier gebannt werden. Das Münchener Ehepaar Bernd und Verena Klüser besitzt Zeichnungen renommierter Künstler zwischen dem 16. und dem 21. Jahrhundert und präsentiert 260 davon im Rahmen der Ausstellung "Zurück in die Zukunft" in der Kunsthalle Krems.

 

Vertreten sind dabei nicht nur Klassiker wie Giovanni Tiepolo, Paul Cezanne, Pablo Picasso oder Frühromantiker Caspar David Friedrich, sondern auch progressive Geister des 20. Jahrhunderts wie Multitalent Francis Picabia, Enzo Cucchi, Ernst Ludwig Kirchner (dessen Werke in der Nazizeit als "entartet" bezeichnet wurden) oder der deutsche Aktionskünstler Joseph Beuys. "Pop Art"-Avantgardist Andy Warhol glänzt mit "Lenin"-Porträts, der Brooklyner Künstler Robert Longo, verheiratet mit der Filmschauspielerin Barbara Sukowa, begeistert mit knallgelbem "Strong in Love – Dogkiss"-Picture. Extravagant auch die Schöpfungen vom Antwerpener Künstler Jan Fabre, der seine Werke mit "BIC"-Kugelschreibern fabriziert.

 

Dass auch Österreicher innovative Künstler sind, beweist der Grazer Constantin Luser, der sich 14 Tage in der Kunsthalle Krems kreativ betätigt hat und einen Ausstellungsraum mit räumlichen Zeichnungen und ausgefallenen Drahtprodukten gefüllt hat. Im Erdgeschoss dagegen kommen die Fans von Animationsfilmen auf ihre Rechnung, die Plots von William Kentridge allerdings sind düster und behandeln unter dem Titel "Ten Drawings for Projection" die Apartheid-Geschichte Südafrikas. Diese Vergangenheit wünschen wir uns nicht für die Zukunft.

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