127 Hours – Starregisseur Danny Boyle verfilmt Horror-Unfall des amerikanischen Bergsteigers Aron Ralston.

Nichts auf der Welt ist stärker, als der Wille zu überleben“ – und kaum trifft es auf einen so zu wie den amerikanischen Mountain Climber Aron Lee Ralston. Dieser hatte sich zum Ziel gesetzt, alle 59 Viertausender in Colorado im Alleingang zu besteigen. Bei einem seiner Canyonwanderungen kam es am 26. April 2003 zu einem fürchterlichen Unfall. Im Blue John Canyon hielt sich Ralston an einem riesigen Felsblock an, der dann mit ihm gemeinsam in die Tiefe stürzte und dabei seinen rechten Arm unentrinnbar zwischen den Canyonspalten einklemmte. 5 Tage lang versuchte er mit verschiedensten Methoden (Zertrümmern des Festblocks durch ein viel zu stumpfes Taschenmesser, Installation eines Flaschenzuges) vergeblich, seinen Arm zu befreien, bis er – vollkommen verzweifelt und dehydriert – sich für die radikalste Möglichkeit entschied. Er amputierte sich selbst den Arm, indem er Elle und Speiche brach und dann die Weichteile und Blutgefäße unter unerträglichen Schmerzen mit dem Taschenmesser durchtrennte („Es ist relativ einfach, die Muskeln durchzuschneiden - die Nerven zu durchtrennen fühlt sich dagegen an, als würde man in geschmolzene Lava fassen“). Schwerst verletzt kletterte er danach eine 20 m hohe Felswand hinunter und traf nach einem 13 km langen Fußmarsch in der Wüste Colorados auf eine niederländische Familie, die für eine Rettung durch den Hubschrauber sorgte.

 

Star-Regisseur Danny Boyle („Trainspotting“), 2009 Oscar-Preisträger für „Slumdog Millionaire“ und 2012 Inszenator der Olympia-Feiern in London, verfilmte mit der persönlichen und literarischen Unterstützung von Ralston („Between a Rock and a Hard Place“) diesen Reality-Horrorunfall und engagierte für „127 Hours“ als Hauptdarsteller Hollywoods neuen Shooting-Star James Franco, der einst einen Golden Globe Award für eine „James Dean“-Rolle gewann und zuletzt als homosexueller Geliebter von Sean Penn in „Milk“ glänzte“.

 

Franco verkörpert perfekt den „No Risk, No Fun“-Typ Ralston, der mit dem Bike tollkühn durch die Wüste driftet, zwei Frauen (sexy gespielt von Kate Mara und Amber Tamblyn) mit seinen Mutproben in einem unterirdischen See beeindruckt und ohne Rücksicht auf Verluste die gefährlichen Canyonbesteigungen in Angriff nimmt. Und das ohne seine Familie und seine Freunde zu informieren, wo er sich eigentlich befindet. Ein solitary guy, der niemandem Rechenschaft schuldig ist und der sich in keine Verantwortungsmaschinerie pressen lässt. Die lebensgefährliche Notsituation läutert ihn - mittels Camcorder filmt er Nachrufe für seine Familie und denkt wehmütig an seine Freundin und seine Schwester, die er im Rahmen seiner Ego-Trips immer links liegen ließ. Halluzinationen mischen sich mit kongenialen Naturereignissen wie schwarzen Raben, Träume und Visionen des Verunfallten über die geplanten Parties mit den Girls oder die persönliche Zukunft werden von Boyle unterlegt mit „Ca plane pour Moi“-Euro-Happy-Sound und „Friends“-TV-Show-Gelächter. Pervers zynisch Bill Withers „Lovely Day“ am Beginn eines wunderschönen Montagmorgens, der Protagonist schweißüberströmt eingeklemmt in einer Felsspalte.

 

To me the sacrifice of losing this hand was nearly inconsequential, it just amounted to me being able to get out and get back to my life and those people that I love so Ralston im Originalton, der – wie auch im Film zu sehen ist - behauptet, dass eine Vision über sein zukünftiges Kind ihn zur Amputation seiner Hand bewegt hat. Und tatsächlich: Raston ist heute Vater eines Sohnes (Leo) und mit seiner Jessica verheiratet. Seine Hand wurde kremiert und die Asche über den Canyon verstreut. Er trägt eine Armprothese, versehen mit einem Eispickel, und bestieg bereits 10 Monate nach der Amputation wieder einen Viertausender.

 

Zu höchsten Ehren könnte auch sein Darsteller kommen: James Franco wird dieses Jahr gemeinsam mit der bezaubernden Anne Hathaway die Oscarnacht präsentieren. Er ist außerdem - wie "127 Hours" selbst - nominiert für den Oscar als bester Hauptdarsteller und hätte diesen für seine atemberaubende Leistung auch verdient. Colin Firth gilt aber aufgrund seiner bisherigen schauspielerischen Lorbeeren (u. a. in „Singleman“) mit seiner Darstellung eines stotternden Königs in „King´s Speech“ als Favorit, und das obwohl Stottern bei weitem nicht so schmerzt wie ein abgeschnittener Arm. Wie kann die Welt nur so ungerecht sein ?

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Kommentare: 1
  • #1

    Shayne (Samstag, 21 Juli 2012 23:47)

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