Jahressteuergesetz: Regierung beschließt Steuerzuckerl für Immobilienkonzerne!

Grunderwerbsteuer zahlt in der Regel jeder, der ein Grundstück erwirbt, egal ob es sich um einen Kauf, eine Schenkung oder um eine Erbschaft handelt. In Österreich sind allerdings manche gleicher als andere, dank der neuen "rechtskonservativen" Regierung von ÖVP und FPÖ.

 

Erwirbt jemand ein Grundstück, dann beträgt die Grunderwerbsteuer je nach Grundstückswert zwischen 0,5 und 3,5 Prozent des Kaufpreises. Dies gilt auch beim Kauf einer Firma mit Immobilienbesitz. Wird der Immobilienbesitz allerdings in eine oder mehrere Tochterfirmen ausgelagert, dann fällt gemäß einer Klarstellung im neu beschlossenen "Jahressteuergesetz 2018" keine Grunderwerbsteuer mehr an.

 

Laut dem Finanzrechtsexperten Christoph Urtz ermöglicht die Klarstellung legale Umgehungsmöglichkeiten, die Immobiliengesellschaften oder russische Oligarchen für Zinshauskäufe nützen werden. "Wenn jemand fünf Millionen für ein Zinshaus in Wien ausgeben will, würde ich ihm sagen, gründen sie zwei Firmen, dann können sie das Zinshaus später grunderwerbssteuerfrei weiterverkaufen."

 

Theoretisch kann auch jeder Private diese Firmenkonstruktion nützen. Sie zahlt sich allerdings auch nur bei höheren Millionenbeträgen aus. Eben für jene Großkonzerne und Immobilien-Tycoone, die zur Wählerklientel der ÖVP gehören und an die die FPÖ ihre eigenen Wähler verkauft hat.

 

 Anm.:  Für die Grunderwerbsteuer wurden 2018 1,15 Milliarden Euro veranschlagt.