Christmas in the City of Vienna.

Religiöse Besinnlichkeit, selbstverschuldeter Einkaufsstress, zumeist scheinbare Familienharmonie, ein paar Feiertage zum Abschalten. Weihnachten hat für jeden einzelnen eine spezielle Bedeutung. Was aus der vorweihnachlichen Zeit aber nicht mehr wegzudenken ist, das sind die zahlreichen Märkte, egal, ob man sie jetzt als Christkindl-, Advent-, Weihnachts-, Pop-Up-Festival oder sonstwie bezeichnen mag. Hinter den meisten Märkten steht natürlich auch ein kommerzieller Zweck mit zahlreichen Verkaufsprodukten, dazu ein wärmendes Zusammengehörigkeitsgefühl mit Punsch und ein bisschen, manchmal auch zuviel Rauschigkeit.

 

Der bekannteste Wiener Christkindlmarkt vor dem Rathaus existiert seit dem Jahr 1985, eine Idee des damaligen Vizebürgermeisters Hans Mayr, um auch den Wintertourismus anzukurbeln. Zahlreiche Künstler beteiligen sich seit damals beim Wiener Adventzauber, daraus resultiert beispielsweise der bekannte „Herzerlbaum“. Vor dem 28 Meter hohen Christbaum, dieses Jahr aus dem Tirolerland (Pfunds), lesen Prominente Weihnachtsgeschichten, zuletzt Musical-Star Uwe Kröger. Die energiesparsamen LED-Lampen des Baums leuchten in der Farbe Blau-Weiß-Rot, ein Solidaritätsakt gegenüber den Terroropfern in Paris.

 

750.000 LED-Lampen beleuchten auch Graben und Kärntner Straße, die bombastischen 10 Luster sind 6 Meter hoch und wiegen jeweils 50 kg bzw. inklusive der Gesamtaufhängung 300 kg. Der Wiener Stephansdom mit einem eher dezimierten Verkaufsmarkt im Vordergrund stellt sie trotzdem in den Schatten.

 

Am Wiener Karlsplatz wird der sogenannte „Art Advent“ gefeiert, veranstaltet vom Verein Arts & Crafts. Präsentiert werden dort nicht nur Kunsthandwerk und eine heimelige Strohlandschaft mit Tieren und Hütten auf dem Teichgelände, sondern auch ein spannendes Rahmenprogramm mit Live-Acts (wie den Untouchables, Joni Madden oder Harry Stojka), Kunstinstallationen und Straßentheater. Zur Wintersonnenwende fusionierten vor der Wiener Karlskirche kongenial die Feuershowartisten von Daidalos mit den Brazil Percussion-Drummern von Vento Sul. 

 

Der Eintritt zu allen Weihnachtsmärkten in Wien ist gratis. Warum dann nicht den Zweck von Weihnachten erfüllen und eine Spende oder milde Gabe an Bedürftige überweisen. Egal, ob es sich jetzt um Obdachlose, Bettler, Flüchtlinge oder andere Menschen in Not handelt. Es ist traurig genug, dass in einem angeblich so reichen Land wie Österreich mehr als 400.000 Kinder und Jugendliche an der Armutsgrenze leben müssen.

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Bessere Ausbildung, schlechtere Bezahlung: Frauen-Einkommen in NÖ um 39 % geringer als bei Männern.

Frauen haben in der Bildung die Nase vorn. Ca. 58 % der Maturanten bzw. Hochschulabsolventen sind Frauen. Bei den Einkommen wirkt sich dieser Wissensvorsprung allerdings nicht aus, im Gegenteil.

 

Laut dem Frauen- und Gleichstellungsbericht 2015 beträgt in Niederösterreich das mittlere Bruttojahreseinkommen der rund 400.000 erwerbstätigen Frauen 61 % jenes der Männer, d.h. der geschlechtsspezifische Unterschied beträgt unglaubliche 39 %.

 

Der Einwand, dass Frauen vermehrt einer Teilzeit- oder einer Saisonarbeit nachgehen, geht großteils ins Leere. Betrachtet man nämlich nur die Vollzeitbeschäftigten, dann verdienen die Frauen auch nur 82 % des mittleren Bruttojahreseinkommens der ganzjährig vollbeschäftigten Männer.

 

Als besonders überraschend gelten diese Ergebnisse allerdings nicht. Denn auch die europäische Berechnung, die auf Bruttostundenlöhnen von Frauen und Männern beruht, ergibt einen Gender Gap von 23 %.

 

Frauen müssen bei gleicher Leistung gleich bezahlt werden wie Männer. Die Vollbeschäftigtenquote der Frauen, die derzeit bei nur 50 % liegt, muss erhöht werden. Dazu sind nicht nur flexible Arbeitszeitmodelle, sondern auch ein Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen nötig, damit eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf gegeben ist. Und natürlich sollten auch die Unternehmen dazu beitragen und sich nicht davor scheuen, Frauen in hohe Führungspositionen zu hieven. Freiwillig und ohne Quote.

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Grundversorgung: Nationalrat beschließt Steigerung der Kostenhöchstsätze für Asylwerber und Quartiergeber.

Anspruch auf Grundversorgung haben in der Regel Asylwerber (solange das Verfahren läuft), Asylberechtigte während der ersten 4 Monate nach der Asylgewährung und Personen, die aus rechtlichen bzw. faktischen Gründen nicht abschiebbar sind, solange diese ihren Lebensunterhalt nicht selbst bestreiten können.

 

Geregelt ist die bundeseinheitliche Grundversorgung in der sogenannten Grundversorgungsvereinbarung, die zwischen dem Bund und den Ländern abgeschlossen wird. Die Grundversorgung umfasst die Verpflegung, Unterbringung und andere Versorgungsleistungen wie Krankenversicherung, Beratung, Bekleidung oder Schulbedarf.

 

Der Bund leistet dabei 60 %, die Länder 40 % der Gesamtkosten. Dauert das Asylverfahren länger als 12 Monate, dann ist der Bund der alleinige Kostenträger.

 

Im Rahmen der Plenarsitzungen im Dezember beschloss der Nationalrat eine Erhöhung diverser Kostenhöchstsätze gemäß Art 9 der Grundversorgungsvereinbarung. So wurde der Tagsatz für die Verpflegung und Unterbringung von Asylwerbern in organisierten Unterkünften – laut Innenministerium der Regelfall -  auf 21 Euro erhöht, jener für unbegleitete Minderjährige in Wohngruppen von 77 auf 95 Euro pro Tag. Der Mietzuschuss für Familien steigt um 80 Euro und beträgt ab 1. Jänner maximal 320 Euro monatlich. Das Taschengeld für Asylwerber bleibt mit 40 Euro pro Monat allerdings unverändert.

 

Kritisch die Reaktionen der Opposition auf diese Regierungsvorlage: Die Grünen forderten eine Anhebung des Tagessatzes für unbegleitete Minderjährige auf das Niveau der österreichischen Kinderhilfe von 120 Euro. Die FPÖ dagegen verlangte schnellere Asylverfahren und eine hoheitliche Organisation der Grundversorgung. NGO´s, diverse Vereine und Private sollten sich nicht auf Kosten der Steuerzahler eine goldene Nase verdienen.

 

Derzeit befinden sich ca. 73.000 Asylwerber in Grundversorgung. Die Kosten für die Grundversorgung werden 2015 auf ca. 400 Millionen Euro geschätzt.

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"Lohn statt Taschengeld" – Behinderte in geschützten Werkstätten müssen sozialversicherungsrechtlich abgesichert werden !

Jetzt steigt auch die Volksanwaltschaft auf die Barrikaden. In der bekannten TV-Sendung „Bürgeranwalt“ wurde anhand von drei Schicksalen gezeigt, wie mit Behinderten in sogenannten Tagesstrukturen umgegangen wird. So erhält ein in einem Diakoniewerk beschäftigter Behinderter, der diverse Artikel für Weihnachtsmärkte herstellt, gerade einmal 82,80 Euro netto pro Monat. 


Unter dem Titel „Taschengeld“, denn der fleißige Mitarbeiter ist – mit Ausnahme einer Unfallversicherung – nicht sozialversichert. Er hat keine Ansprüche gegen eine Krankenversicherung und kann auch keine Pension erwerben. Was ihn außerdem seelisch sehr schmerzt, ist die fehlende Wertschätzung seiner Arbeit, mit der er aus eigener Kraft weder sich selbst noch seine Familie ernähren kann.


Österreich ist seit 26.10.2008 Vertragspartner der UN-Behindertenrechtskonvention und ist daher verpflichtet, gleiche Rechte für Menschen mit Behinderungen auf dem Arbeitsmarkt umzusetzen. Es darf laut Art 27 bei Einstellungs- und Beschäftigungsbedingungen keine Diskriminierung vorliegen bzw. muss bei gleichwertiger Arbeit gleiches Entgelt bezahlt werden.


Die Politik ist daher gefordert, neben einem eigenen Arbeitsvertrag für Menschen in Behindertenwerkstätten auch einen umfassenden Sozialversicherungsschutz für Behinderte zu garantieren. Nur eine vollständige soziale Absicherung mit angemessenem Lohn verhindert, dass Behinderte in geschützten Werkstätten finanziell ausgenützt werden und sich nach ihren schweren Schicksalsschlägen auch noch persönlich minderwertig fühlen. 

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MQ Wien: Electro Swing-Party mit Dunkelbunt im Open Air-Hof.

"Es ist egal wo du herkommst, und auch egal wohin du gehst, solange du dem Weg deines Herzens folgst und dafür gerade stehst" - Die Message des Abends, die man nach einem durchtanzten Konzert mit nach Hause nehmen sollte. Vor allem in Tagen wie diesen.


Sie kommt vom deutschen Elektronik-Musiker Ulf Lindemann alias Dunkelbunt, der mit seiner Live-Band im Haupthof des Wiener Museumsquartiers einen euphorischen Auftritt ablieferte. Der Sound: Eine bunte Mixtur aus Electro Swing, Balkan Beats und Hip Hop. Das junge, urbane Publikum ließ sich von der Power des in Wien lebenden Multi-Talents schnell anstecken, nahm sich einhellig in die Arme und forderte zahlreiche Zugaben. Bemerkenswert auch der Auftritt der jungen Mela Marie Spaemann, die nicht nur mit der Stimme, sondern auch mit ihrem begleitenden Cello-Auftritt glänzte.


Wien hat viel zu bieten. Vor allem jenseits der großen Kommerz-Bühnen. Auch wenn diese von den Alternativ-Acts von einst - Stichwort Wanda - bereits in Beschlag genommen worden sind :-)

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Global Gender Gap Report: Österreich wird immer "ungleichberechtigter" !

Bildungs- und Frauenministerin Heinisch-Hosek braucht dieser Tage – trotz vergleichsweise hoher November-Temperaturen - ein dickes Fell. Nach Präsentation eines lächerlichen Bildungsreförmchen, das großteils von allen Seiten verbal zerrissen wird, muss sie sich auch damit konfrontieren, dass in Sachen Gleichstellung in Österreich nichts weiter geht. Im Gegenteil.

 

Laut dem Global Gender Gap Report des Weltwirtschaftsforums liegt Österreich nur noch auf Platz 37 von 145 Ländern. Noch im Jahr 2013 war Österreich auf dem 19. Platz klassiert. Untersucht werden bei diesem Report Aspekte wie die Teilnahme am Wirtschaftsleben, Bildung, Gesundheit und Politik.

 

An der Spitze liegen die nordischen Staaten Island, Norwegen und Finnland. Die Schweiz liegt auf Platz 8, Deutschland auf 11 und Frankreich auf Platz 16. Sogar die Philippinen (7), Nicaragua und Weißrussland (34) sind vor Österreich platziert.

 

Ein Wert fällt besonders auf: Im internationalen Vergleich der Lohngerechtigkeit kommt Österreich nur auf Platz 104 von 145. Und tatsächlich verdienen Österreichs Frauen um 23 Prozent weniger als die Männer. Damit liegt die Alpenrepublik auf dem vorletzten Platz in der EU.

 

Die Frauenministerin dürfte dies wenig stören, hätte sie sonst Zeit für Randthemen wie Binnen-I, Ampelmännchen oder die strafrechtliche Verurteilung von Po-Grapschern. Frauen wollen gleichen Lohn für gleiche Arbeit, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, leistbare Wohnungen und verfügbare Kinderbetreuungseinrichtungen, von Formalismen können sie nicht leben.

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Wiener Rathausplatz: Christbaum erstrahlt in den Farben der Trikolore.

Blau-Weiß-Rot erstrahlt die 28 Meter hohe Weihnachtstanne vor dem Wiener Rathaus. Aus Zeichen der Solidarität nach den furchtbaren Terroranschlägen in Paris. Zu diesem Zweck wurden in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag 1600 LED-Lampen ausgetauscht.


Besondere Sicherheitsvorkehrungen wurden bis dato auf den Wiener Christkindlmärkten nicht getroffen, Polizeistreifen sind allerdings in Uniform und in Zivil unterwegs. Man kann nur hoffen, dass der Weihnachtsfrieden in der Bundeshauptstadt verbleibt. So besuchen jedes Jahr ca. 8 Millionen Gäste aus aller Welt die Märkte, allein den "Adventzauber" auf dem Rathausplatz um die 3 Millionen.

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Unterhaltsrecht: Säumigkeit von SPÖ und ÖVP stürzt Familien in finanzielles Chaos !

Väter sollen vermehrt in die Kindererziehung einbezogen werden. Um dieses Ziel verstärkt zu erreichen, wurde 2013 die Väterkarenz eingeführt. Dazu entwickelte man fünf Variationsmodelle zum Bezug des Kinderbetreuungsgeldes. Allerdings hat die rot-schwarze Bundesregierung darauf vergessen, die Auswirkungen dieser Modelle zu überprüfen und die dazu notwendigen Rahmengesetze zu erlassen.

 

Rechtliche und finanzielle Probleme für die betroffenen Familien ergeben sich aktuell besonders im Unterhaltsrecht. Beispiel: Der unterhaltspflichtige Vater eines Kindes hat mit einer neuen Frau ein zweites Kind und hat die Absicht, in Väterkarenz zu gehen und das ihm zustehende (geringe) Kinderbetreuungsgeld zu beziehen. Der Unterhaltsanspruch des Erstkindes bemisst sich daher in dieser Zeit nach diesem Einkommen, wodurch eine weniger begüterte Familie in ernste finanzielle Schwierigkeiten geraten kann.

 

 

Kritik kommt in der Sendung „Hohes Haus“ von der renommierten Wiener Familienrechtsexpertin Dr. Barbara Beclin. Die Bundesregierung sei säumig bei der Anpassung des Unterhaltsrechts an die geänderten rechtlichen Bedingungen. Auch ein staatlicher Unterhaltsvorschuss sei – anders als in Skandinavien - aufgrund des Fehlens gesetzlicher Tatbestandsvoraussetzungen nicht möglich. Ein Vater sei aber aufgrund der aktuellen gesetzlichen Lage zur Gleichbehandlung seiner Kinder verpflichtet und könne durchaus verpflichtet werden, Geld für sein Erstkind „anzusparen“ bzw. einen Kredit aufzunehmen. Denkbar sind auch Unterhaltsansprüche des Vaters gegenüber seiner (verheirateten) Zweitfrau.

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UNESCO-Experte Wilfried Posch: "Kremser Stadtregierung gefährdet durch Tiefgaragen-Projekt Weltkulturerbe-Status !"

"Instinktlosigkeit", "Rohheit", "die Zerstörung eines Lebenswerks vieler Generationen" – Ein vernichtendes Urteil stellt Dr. Wilfried Posch, ehemaliger Universitätsprofessor für Stadtbau und Raumordnung in Linz, den neuesten Bauprojekten der Wachaumetropole Krems aus. Posch ist UNESCO-Weltkulturerbe-"Wächter" für die Wachau und die Altstadt Krems und wurde von der IG Südtirolerplatz zu einem Vortrag ins Cafe Klinglhuber geladen.


Im Dezember 2000 wurde der Stadt Krems das UNESCO-Weltkulturerbe verliehen, und nicht nur Posch sieht dieses Gütesiegel durch Bauvorhaben wie die Landesgalerie in Stein oder durch die umstrittene Tiefgarage auf dem Südtirolerplatz gefährdet. Eine Tiefgarage, wie sie beispielsweise auch in Wien auf dem Heldenplatz Anfang der 90er geplant war (und durch Ex-Wissenschaftsminister Busek unbelohnterweise verhindert wurde), sei verkehrstechnisch sinnlos und zerstöre das historische Stadtbild. 


Der Südtirolerplatz werde durch die geplanten Ein- und Ausfahrtsrampen dem "Mariandl" angepasst, das am Friedhof seinen "richtigen Platz" habe, das Steinertor als Wahrzeichen der Stadt Krems werde durch die riesige Plattenwüste deklassiert. Der riesige, künstlich geschaffene Platz diene nur dazu, mit lärmintensiven "Events der Spaßgesellschaft" bespielt zu werden. Deren Sinnhaftigkeit mehr als bezweifelt werden kann, denn Märkte, Konzerte oder Public Viewings auf der vermeintlichen "Piazza" ziehen dann die Besucher aus der Altstadt, schaden den ohnehin durch Frequenzschwund angeschlagenen Einzelhandels- und Gastronomiebetrieben und nützen nur einem, dem Investor der Tiefgarage und Betreiber des EKZ Steinertor, der zusätzlich noch den zukünftig straßenbefreiten Brauhof-Biergarten neu beleben will.


Stadtbauexperte Dr. Posch wirft der Stadt Krems eklatante Konzept- und Planlosigkeit vor. "Dekorationen ersetzen Konzepte nicht", man diskutiere über die Muster der Plattenwüste anstatt einen fundierten urbanen Entwicklungsplan zu erstellen. "Marktradikalismus" sei wichtiger als Ästhetik, Kultur und Integration in das historisch gewachsene Stadtbild.


Laut einer aktuellen SPD-Studie sprechen sich 82 % der Bürger gegen Autostädte aus. "Neue Mobilität" im Sinne von Fußgänger- und Fahrradverkehr liegt im Trend. Auch in Krems besteht keine Notwendigkeit einer neuen Tiefgarage, nicht einmal die bestehenden Stellplätze in den Parkgaragen sind voll ausgelastet. Vor allem eine Aussage von Bürgermeister Resch betreffend das stets kapazitätsfreie Parkdeck Bahnzeile verwundert Posch. "Da müssen´s ja 400 Meter gehen", so der ausgebildete Arzt, dem eigentlich Gesundheit und Fitness der Bürger mehr am Herzen liegen sollten als Lärm, Staus und Abgase.


Die Kremser Stadtpolitiker wollen anscheinend "unter dem Ladentisch" parken und gefährden damit nicht nur das UNESCO-Weltkulturerbe der Stadt Krems, sondern auch den sozialen Frieden. Gemäß einer NÖN-Umfrage sprachen sich 87 % der Teilnehmer gegen das Projekt Südtirolerplatz Neu aus, ein Grund mehr, warum eine verbindliche Volksbefragung seitens der rot-schwarz-grünen Gemeindepolitiker strikt abgelehnt wurde. Noch gibt es aber rechtliche Möglichkeiten, dieses Himmelfahrtsprojekt zu stoppen. Man kann nur hoffen, dass sie wirkungsvoll sind. Der 1020 Jahre alten Stadt Krems, seiner Bürger, Freunde und Gäste zuliebe.

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Terrorismus has no Religion !

Frankreich hat erst vor kurzem die Überwachungsgesetze verschärft, hatte aber keinerlei Indizien, dass an 6 Orten gleichzeitig perfekt organisierte Attentate auf die Zivilgesellschaft verübt werden. In einem der beliebtesten Vergnügungsviertel der Hauptstadt Paris. Vielleicht kann man aber auch derartige Wahnsinnstaten von Fanatikern nicht verhindern. Die Religionsgesellschaften müssen jetzt zusammenhalten und dürfen sich durch radikale Anschläge nicht auseinanderdividieren lassen.

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Sound, Lights & Punsch: Winter-Opening im Museumsquartier.

Massenandrang beim traditionellen Winter-Opening im Museumsquartier. Bei vergleichsweise hohen November-Temperaturen sorgten die zahlreichen Punch-Variationen in und vor den sechs Eispavillons und die musikalischen Gäste noch für zusätzliche Hitzen. FM4-Kultmoderator Stuart Freeman präsentierte vor tausenden Besuchern die österreichisch-brasilianische Djane Joyce Muniz, die Wiener Rapperin Yasmo gemeinsam mit der jazzigen Klangkantine und die Salzburger Rock-Band Olympique.


Die neuen Eispavillons, die an ihren Außenflächen Straßenszenen veranschaulichen, wurden - nach einem Wettbewerb - designt von Anton Burdakov, die neuen Light-Effects stammen vom Architekten Daniel Sanwald. Bis 23. Dezember gibt es jetzt im Museumsquartier täglich Sound, Art und Drinks, dazu Eisstockschießen, Light-Shows, einen Design-Markt und am 2. Dezember einen mit Spannung erwarteten Live-Auftritt von Electro Swinger Dunkelbunt. Unbedingt vorbeischauen.

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Südtirolerplatz Neu: O.K. Die Tiefgarage braucht nur einer.

Die Würfel sind gefallen. Das Kremser Architekturenbüro Göbl gewann den ersten Preis beim Wettbewerb um die Neugestaltung des Südtirolerplatzes. Die Experten-Jury lobte vor allem das Konzept einer "historischen Piazza" direkt vor dem Wahrzeichen der Stadt, dem Steinertor. 

 

Dort sollen in Zukunft – eingekesselt von 3 Autospuren (sic est !) – Feste und Märkte stattfinden. Die Märkte des Pfarr- und Dreifaltigkeitsplatzes wie der samstägliche Bauernmarkt, der Flohmarkt oder ein Fischmarkt sollen außerhalb der Altstadt verlegt werden, die Innenstadtbetriebe und die Gastronomie werden sich darüber sehr "freuen". Auch Public Viewings, Tanz- und Theatershows, Konzerte oder ein Weihnachtsmarkt (mit bis zu 600 Gästen !) sollen auf der kargen Betonfläche veranstaltet werden. Die "Grüne Lunge" der Stadt ist anscheinend zu wenig hip für unser Christkindl.

 

Man mag geteilter Meinung sein über den Sieger des Architektenwettbewerbs: Das zweitplatzierte Team der DND Landschaftsplanung aus dem Wiener Neubau setzte beispielsweise auf mehr Grün, Bäume und einen attraktiven Wasserbrunnen, Auböck und Ullrich präferierten die "alte" Straßenrichtung. Gegen eine Neugestaltung des Südtirolerplatzes ist aber eigentlich nichts einzuwenden. 

 

Es ist allerdings komplett unverständlich, warum diese 1,3 Millionen teure Investition der Stadt einher geht mit dem Bau einer zusätzlichen Tiefgarage eines Privatinvestors, der neben dem Südtirolerplatz ein Einkaufszentrum betreibt und gerüchteweise mit Unterstützung eines bekannten Gastronomen den Brauhof-Biergarten neu beleben will. Da ist es natürlich ein "glücklicher Zufall", dass die neue Straßen-Trasse als historische Verlängerung der Kremser Landstraße ab Fertigstellung neben dem Cafe Ulrich liegt und nicht wie bisher neben dem Brauhof. 

 

Gebührenpflichtige Parkplätze gibt es in Krems ausreichend, die Tiefgarage (zum lächerlichen Benützungsentgelt von 18.000 Euro jährlich) braucht nur einer, der Investor, und die Innenstadt mit ihrem Problembereich "Untere Landstraße" wird durch dieses "garagierte" Himmelfahrtsprojekt wohl kaum belebt. Im Gegenteil.

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Krems: Info-Schaufenster für 35 Millionen Euro-Museum

Der Spatenstich soll im April 2016 stattfinden, die Eröffnung Anfang 2018. Die Rede ist vom 35 Millionen-Euro-Museum direkt gegenüber der Kunsthalle Krems, geplant vom Vorarlberger Architekten Bernhard Marte, finanziert vom Steuerzahler. 


Die Steiner werden in den nächsten 2 Jahren konfrontiert mit einer Riesenbaustelle, einem erhöhten Verkehrsaufkommen und dem Abriss des traditionellen Museumswirtshauses Hofbauer. In einem Schaupavillon direkt am Entstehungsort kann sich jeder Bürger 24 Stunden lang täglich informieren über das Museum, das vor allem die Kunstschätze des Landes Niederösterreich zeigen wird, nicht als ständige Sammlung, sondern als wechselnde Ausstellungen auf allen Stockwerken. 


Kunstfreunde aus aller Welt werden sich freuen, die Kremser Bürger wohl weniger. Einheimische sind schon jetzt bei Vernissagen und Special Events der Kunsthalle oder des Karikaturmuseums nur spärlich vertreten. Der Alltagsbürger hat andere Sorgen und Präferenzen, den Ausbau des öffentlichen Verkehr, Freizeitangebote für Kinder, eine neue Badearena, ein modernes Veranstaltungszentrum oder leistbare Wohnungen im Zentrum. Ob der hypermoderne Kunst-Trabant im Altstadtbereich von Stein diese Wünsche kompensieren kann, ist wohl auszuschließen.

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Nationalfeiertag in Wien: Open Doors mit Rekordbesuch bei Heer, Parlament & Light Show.

60 Jahre Neutralität, 50 Jahre Nationalfeiertag am 26. Oktober: Anlass genug für mehr als 1,5 Millionen Menschen, den Heldenplatz zwecks Bundesheer-Leistungsschau zu besuchen. Und das, obwohl viele (nicht zu Unrecht) der Meinung sind, die Truppen samt Befehlshaber wären besser an den Staatsgrenzen vertreten. 


Auf dem riesigen Areal wurden Eurofighter, Draken, Kampfhubschrauber und Panzer direkt neben Party-Zelten und Würstelbuden platziert, Kinder posierten vor schweren Waffen, und nach einer Panzer-Show vor der Nationalbibliothek lief ein Song der Fantastischen Vier. Nächstes Jahr steht der Heldenplatz wegen Sanierungsarbeiten nicht zur Verfügung. Ob Verteidigungsminister Klug dann einen „Silvester-Bundesheer-Pfad“ in der Innenstadt plant, ist noch nicht bekannt.


Am Wiener Rathausplatz präsentierten sich im Rahmen des Sicherheitsfestes Feuerwehr, Rettung und Polizei, deren Alarmabteilung WEGA zeigte ihre erprobten Einsatzmethoden bei Drogendeals und Brandausbrüchen in Stadien. Im Justizpalast, der – nach einer Sicherheitskontrolle – auch sonst frei zugänglich ist, sorgten eloquente Führungen von aktiven Richtern für kompetente Information. Ohne Vorladung macht auch ein Besuch beim OGH, beim OLG oder beim Landesgericht für Zivilrechtssachen Spaß.


Zumindest am Nationalfeiertag war von Politikverdrossenheit auch im Parlament nichts zu verspüren. Mehr als 10.000 Menschen strömten in den Prunkbau Theophil Hansens, der ab 2017 einer dreijährigen Renovierungsphase unterzogen wird. Nationalrat und Bundesrat wandern dann vorübergehend in die Hofburg. Ob die Qualität der Gesetze, Transparenz und Bürgerfreundlichkeit dadurch steigen, das steht noch in den Sternen.


Wien auf jeden Fall leuchtete bei Anbruch der Dunkelheit. Lichtinstallationen am Natur- und Kunsthistorischen Museum, unterlegt mit chilliger Dance-Musik, versetzten die Besucher in eine romantische „Peace, Tolerance & Love“-Atmosphäre. Das wünschen wir uns für auch die künftigen Nationalfeiertage. 

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"Wien wird Weltstadt": Die Nationalbibliothek über die Epoche des Ringstraßen-Baus.


Im Jahr 2029 könnte die Stadt Wien laut aktuellen Prognosen die 2-Millionen-Bevölkerungsgrenze übertreffen. Und das wäre nicht einmal ein Rekord, denn bereits im Jahr 1910 erreichte die Bundeshauptstadt mit 2,08 Millionen Einwohnern ihren bisherigen Höchststand. Dem zuvor ging eine jahrzehntelange Entwicklung Wiens zur Weltstadt, die im Rahmen einer Ausstellung der Nationalbibliothek derzeit präsentiert wird. 


Im Mittelpunkt steht dabei der Bau der Ringstraße, die am 1. Mai 1865 – vor 150 Jahren – eröffnet wurde. Zu dieser Zeit noch ohne jene Prunkbauten, die später Wien zur Glanzstätte des Historismus machten. Mit dem Bau der Staatsoper wurde allerdings bereits 1861 begonnen, eröffnet wurde sie 1869 mit Mozarts Oper "Don Giovanni". Die Zufriedenheit der Bevölkerung mit diesem Bau hielt sich anfangs in Grenzen, die Bezeichnungen "Königgrätz der Baukunst" bzw "versunkene Kiste" sagen wohl alles, beide Architekten erlebten (!) – wegen Selbstmords und Herzinfarkts - die Eröffnung nicht. 


Das Wiener Rathaus wurde mit Fertigstellung 1883 auf dem ehemaligen Josefstädter Glacis nach Plänen von Friedrich Schmidt errichtet, das Parlament nach Entwürfen von Theophil Hansen gleich daneben. Die Ausstellung in der Nationalbibliothek zeigt allerdings auch die negativen Ausprägungen dieser Bautätigkeiten, die Ausbeutung der Arbeiter, die bis zu 18 Stunden täglich werkten und in Kleinstwohnungen untergebracht waren. 


Ende des 19. Jahrhunderts wird der aufgrund seiner antisemitischen Einstellung umstrittene Christlichsoziale Karl Lueger Wiener Bürgermeister, seine Initiativen bezüglich Infrastruktur, Bildung, Stadtbahn, Wienfluss-Regulierung oder Hochquellwasserleitung machten Wien aber erst zu einer echten Weltmetropole. Künstlerisch glänzte damals der Wiener Jugendstil mit der Gründung der Secession (und Vertretern wie Gustav Klimt), architektonisch Otto Wagner, der zahlreiche Stadtbauten konzipierte. 


Fotos, Grafiken, Pläne, Zeichnungen und Karikaturen aus dieser Zeit kann man noch bis 1. November im Prunksaal der Nationalbibliothek besichtigen. Mit dem Zusatz, dass es an ein Wunder grenzt, dass trotz der verheerenden Weltkriege ein Großteil der architektonischen Meisterwerke noch erhalten ist bzw. erfolgreich restituiert wurde.

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Urban Village: "Haben Sie Wien schon zu Fuß gesehen ?"

30 mal 30 Meter groß war ein überdimensionaler Wiener Stadtplan auf dem Rathausplatz, bei der die Besucher die Möglichkeiten hatten, mit Filzstiften ihre alltäglichen Wegstrecken einzutragen, Straßen und Sehenswürdigkeiten zu eruieren bzw. erinnerungswürdige Orte, Szene-Treffpunkte oder heiße Liebesnester einzuzeichnen.-

 

Wien bewegt sich 2015 "per pedes", die "Urban Village" mit Riesen-Stadtplan, Fußwege-Karte, Labyrinth, Kulinarikmarkt und Silent Disco zählt dabei zu den Highlights des "Jahr des Zu-Fuß-Gehens". Die Zahlen lesen sich etwas nüchterner: Der Fußgängeranteil, definiert als "Modal Split" (Wahl des Hauptverkehrsmittels im Personenverkehr) ist seit dem Jahr 1993 annähernd konstant zwischen 26 und 28 %, mehr als 1/3 der Befragten legt fast täglich Wege zu Fuß zurück. Laut Weltgesundheitsorganisation WHO, die täglich 10.000 Schritte oder eine Stunde Fußmarsch empfiehlt, auch ein gesundheitlicher Mehrwert. Die Wiener Jugend weist mit 62 % übrigens den höchsten Fußwege-Anteil österreichweit auf. 

 

Die Fußgänger wünschen sich gemäß einer Nutzerbefragung vor allem eine Einschränkung des Autoverkehrs, mehr Grünflächen im öffentlichen Raum und mehr Sitz- und Verweilmöglichkeiten. Als besonders ärgerlich gelten Autoraser, rücksichtslose Radfahrer und lange Wartezeiten bei den Ampeln. Nicht zu unterschätzen ist auch die Gefahr für Fußgänger: Während 11 % der verunfallten Fußgänger schwer oder tödlich verletzt waren, betraf dies nur 1 % der beteiligten Fahrzeuginsassen. 

 

Neue Visionen auch in Richtung "Barrierefreiheit im öffentlichen Raum" verspricht die "Walk 21", eine internationale Fußgängerkonferenz, die im Oktober in Wien stattfindet. Ob man für innovative, urbane Verkehrskonzepte in der Bundeshauptstadt tatsächlich eine eigene "Mobilitätsagentur" samt Fußgänger- und Radbeauftragtem braucht, steht auf einem anderen Blatt.

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Wien-Wahlen: Das rote Bollwerk wankte, brach aber nicht zusammen.

„Der Wahlkampf ist die Zeit fokussierter Unintelligenz“, so lautet eine der prominentesten Sager des Wiener Bürgermeisters Michael Häupl. Im Oktober 2015 könnte man ihn durchaus mit dem Zusatz „und die Stimmabgabe“ ergänzen. Zumindest eines Teiles der Wähler. Denn die Wiener SPÖ, verantwortlich für Rekordverschuldung, Rekordarbeitslosigkeit, mehr als 20 % Armutsgefährdete, ein rotes Macht- und Mediennetzwerk, Millionen Subventionen, dubiose Bauprojekte, Mangel an direkter Demokratie,... – hat ihren (mit fast 5 % verlustbestimmten) Wahlerfolg nicht ihrem sozialdemokratischen Programm zu verdanken, sondern der in linken Kreisen ausgegebenen Maxime „Strache verhindern“. Für 22 % der roten Wähler war dies das Hauptmotiv, die Wiener SPÖ zu wählen. 


Laut Wählerstromanalyse gaben 17 % der Grünwähler (16.000), 11.000 der ÖVP-Wähler und auch viele Personen aus dem bürgerlich-liberalen Lager die Stimme der SPÖ, damit Häupl – nach 27 Jahren in der Wiener Landesregierung und 21 Jahren Bürgermeister  – weiterhin im Amt bleibt. Und versetzten damit ihren „eigenen“ Parteien einen kräftigen Dämpfer. 


Die ÖVP, 1983 noch bei 34,8 %, liegt mit 9,2 % Stimmenanteil zum ersten Mal bei einer österreichischen Wahl unter 10 %, auf Bezirksebene konnte man gerade noch die Innere Stadt (gegen die nunmehrige FPÖ-Kandidatin Ursula Stenzel), Hietzing, die Josefstadt und Döbling verteidigen. ÖVP-Obmann Juraczka erklärte noch am Wahlabend seinen Rücktritt und wird durch den Mitterlehner-Getreuen Norbert Blümel ersetzt. Ob sich künftig auch Außenminister Kurz, von ÖVP-Granden wie Bernhard Görg wegen Versäumnissen im Wahlkampf heftig kritisiert, um Wiener Gefilde kümmern wird, bleibt vorerst offen.


Die Grünen, verantwortlich für das 365-Euro-Jahres-Ticket, die Mahü-Fußgängerzone und kontroverse Ampelmännchen, hatten für die Wiener Wahlen ambitionierte Ziele: Auf Landtagsebene dazugewinnen, auf Bezirksebene 8 Bezirksvorsteher. Daraus wurde nichts. Im Gegenteil: Die Stimmenanteile sanken von 12,64 auf 11,8 %, man erreichte gerade mal 2 Polepositions in den Bezirken (wie bisher in Neubau und neu in Währing durch einen bezirksinternen Parkpickerl-Streit), die Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou verweigert  trotz Versprechens den verlustbedingten Rücktritt und gerät wegen des zu wenig themenbezogenen „Fun“-Wahlkampfes parteiintern unter Druck. Peter Pilz beispielsweise fordert eine linkspopulistische Alternative zur FPÖ, anderen wiederum sind die witzig gemeinten „Öffi für alles“-Plakate ihres Jungparlamentariers Julian Schmid ein Dorn im Auge.


Happy-Stimmung dagegen bei den Neos: Mit einem provokanten, systemkritischen Wahlkampf konnte die Wiener Nationalratsabgeordnete Beate Meinl-Reisinger im grün-schwarzen und Nichtwähler-Lager punkten und erreichte auf Anhieb 6,2 %. Weniger als noch beim Nationalratswahlkampf 2013, als die Pinken in Wien 7,6 % der Stimmen erhielten. Trotzdem: Nach drei Wahl-Flops klarer Einzug in den Landtag, für die Neos-Spitzenkandidatin rückt im Nationalrat Claudia Gamon nach.


Die „Oktoberrevolution“ der FPÖ gegen das rote Wien ist zwar ausgeblieben. Die Blauen erreichten aber mit einem Stimmengewinn von 5 Prozent und einem Wähleranteil von 30,8 % ihren historisch größten Erfolg in Wien. Und das am Todestag der FPÖ-Legende Jörg Haider, der 1996 – beim ersten Antritt Michael Häupls – 27,94 % der Stimmen auf sich vereinigen konnte. Der aktuelle Abstand zur SPÖ (39,6 %) beträgt nunmehr „nur“ mehr 8,8 Prozent. In Simmering stellt erstmals mit Paul Stadler ein Freiheitlicher den Bezirksvorsteher, in anderen Gemeindebau-Hochburgen wie Floridsdorf, Donaustadt oder Favoriten lieferte man sich ein Kopf-an-Kopf-Duell mit den Sozialdemokraten (die allerdings noch immer in 16 Wiener Bezirken Stimmenstärkste wurden). 


Die 34 blauen Mandate im Landtag verschaffen der FPÖ auch neue Rechte in Wien: So kann ohne Zustimmung der FPÖ kein Landesverfassungsgesetz beschlossen werden, man hat das Recht auf Beantragung eines Untersuchungsausschusses, Prüfung einer Gemeindematerie durch den Rechnungshof – Stichwort: Franken-Kredite - und das Recht auf den Posten des zweiten Vizebürgermeisters, den Klubobmann Johann Gudenus nicht ohne Forderungen an die rotgeführte Stadtregierung bekleiden wird. 


Vermutlich auch mit einigen Provokationen. Die die FPÖ in den nächsten Jahren laut Polit-Berater Thomas Hofer zumindest teilweise ablegen sollte. Um 2020 Nummer 1 zu werden, müsse man sich personell breiter aufstellen und mit Themen auch abseits von Asyl und Sicherheit, den Hauptwahlmotiven der FPÖ-Wähler, punkten. Um damit zusätzlich bürgerlich-liberale Wähler und vermehrt Frauen an sich zu binden. Dann, wenn das nächste Duell in Wien ausgerufen wird. Ob mit oder ohne rote Grätzel-Mediatoren...

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Rot-Blaues Duell in Wien: Hochspannung vor der Landtagswahl in Wien.

"Alle gegen HC Strache" - Das war das Motto des Landtagswahlkampfes in Wien. Und doch könnte HC Strache in der Bundeshauptstadt - genau 7 Jahre nach dem tragischen Unfalltod Jörg Haiders - das erreichen, was seinem Vorgänger verwehrt wurde: Über 30 % der Stimmen zu erreichen und Nr. 1 zu werden.


1.143.076 Wiener wählen morgen den 100köpfigen Landtag, und noch nie war es so spannend wie jetzt. Verliert die SPÖ - nach 21 Jahren Häupl - endgültig ihre rote Bastion in Wien ? Fallen die bürgerlichen Schwarzen, in Niederösterreich bei über 50 %, unter die 10 %-Marke ? Droht den Grünen trotz 365-Euro-Ticket und kontroversen Verkehrsprojekten ein Minus und damit das Ende der Koalition mit den Roten ? Schaffen die Neos die 5 %-Marke und spielen damit Zünglein an der Waage ? Der harte Wahlkampf ist zu Ende, und morgen abends auch die Spekulationen über das Wahlergebnis. Dann werden die Karten neu gemischt. In jeder Hinsicht...

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Voices for Refugees – Ein sympathisches Solidaritätskonzert für Flüchtlinge mit naiv-parteipolitischen Schönheitsfehlern.

60 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht, vor Kriegen, Verfolgung, Menschenrechtsverletzungen, Folter, aber eben auch zum Aufbau einer neuen wirtschaftlichen Existenz. Dies sei auch jedem vorbehalten. Österreich als Rechtsstaat ist allerdings nur verpflichtet, Menschen aus in der Genfer Flüchtlingskonvention normierten Gründen aufzunehmen, Wirtschaftsflüchtlinge fallen da nicht darunter. 


„Refugees Welcome“, der Schlachtruf der Solidaritäts-Community, dürfte hier allerdings keine Differenzierungen vornehmen. Dies auch im Einklang mit einem der Stargäste des „Voices for Refugees“-Konzerts, Konstantin Wecker: „Ich hab einen Traum, wir öffnen die Grenzen und lassen alle herein,  alle die fliehen vor Hunger und Mord,  und wir lassen keinen allein.“  Naive Träumerei eines sympathischen Künstlers, faktisch kann dies kein Land der Welt erfüllen, vor allem in Zeiten nationaler Wirtschaftskrisen, Rekordarbeitslosigkeit und von Integrationsproblemen.


Italiens Pop-Barde Zucchero, um 21 Uhr auf der Heldenplatz-Bühne im Einsatz mit dem wunderschönen „I need your Loving“ und einem Nabucco-singenden Kinder-.Chor, sieht dies schon etwas pragmatischer. In Zeiten von Jobkrisen seien Zuwanderungen mit Problemen verbunden, Politiker sollten sich zusammensetzen und über eine Aufteilung der Flüchtlinge in Europa diskutieren. Auch die USA, verantwortlich für Dutzende Kriege in deren Herkunftsstaaten, müsse mehr tun.


Auf europäische Solidarität in der Flüchtlingsfrage setzt auch Campino, der Frontmann der Toten Hosen, die – nach dem funkigen Auftritt von Österreichs New Wave-Helden Bilderbuch – ein rockig-nachdenkliches 30 Minuten-Konzert auf die Beine stellten. Auf der Set-List u.a. „Wünsch dir was“, Willkommen Deutschland“, der tief anklagende Bootsflüchtlings-Song „Europa“ mit der traurigen Schlusszeile „Und wenn sie nicht gestorben sind, sterben sie noch heute“, der Fußball-Punk-Classic „You´ll never walk alone“ und der Anti-Nazi-Song der damaligen Erzrivalen der Ärzte, „Schrei nach Liebe“ aus den 90ern.


Vor dem Klassiker „An Tagen wie diesen“ allerdings steigt Campino in den Untergrund des roten Landtagswahlkampfs hinab und lästert vor der Audienz des vollen Heldenplatzes: „Wien. Ihr seid so eine tolle Stadt. Lasst euch diese Stadt nicht wegnehmen von diesem Karl Heinz (!) Strache. Würde unter ihm so ein Abend möglich sein?" Noch unter dem Einfluss von Demo-Hassparolen wie „Flüchtlinge rein, FPÖ raus“, hat man dann das bittere Gefühl, dass zumindest einige Unterstützer dieses Konzerts nicht so sehr die Flüchtlingsschicksale bewegen. Sondern viel eher der präpotente Macht- und Postenerhalt der SPÖ in Wien.

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Wien feiert 150 Jahre Tramway mit Christina Stürmer und singenden Fußballern

Am 4. Oktober 1865 ging die erste öffentliche Pferde-Tramway in Betrieb, die vom Schottentor nach Hernals führte. Es war der Beginn einer 150jährigen Geschichte der Wiener Straßenbahn, die vor allem durch neue technische Entwicklungen gekennzeichnet war. Im Juni 1903 „quittierten“ die Pferde endgültig ihre Dienste und wurden abgelöst durch eine Dampftramway. Bereits im Jahr 1922 wurde dann vollständig auf elektrische Triebwägen umgestellt.


Im Rahmen des Jubiläums-Events „150 Jahre Tramway“ nützten mehr als 100.000 Besucher die Möglichkeit, die alten Straßenbahnen in Funktion zu sehen, die sich paradenmäßig zwischen Schottentor und Schwarzenbergplatz bewegten. Das Showprogramm wurde geprägt durch flotten Austro-Pop und Wiener Lieder.


Christina Stürmer, die 2016 ein neues Album herausbringen wird, präsentierte zur Mittagszeit ihre größten Hits auf dem Rathausplatz, am Nachmittag folgten die Wiener Legenden unter der musikalischen Audienz der renommierten Coverband Monti Beton: Andy Baum, Michael Seida, Horst Chmela, Rounder Girl Tini Kainrath und als besonderes Bonmot Hans Krankl (aka Johann K.). & Herbert Prohaska mit der gemeinsamen Darbietung des Kult-Hits „Rostige Flügel“. Dem verstorbenen Georg Danzer wurde als Schluss-Track der Veranstaltung sein „Lass mi no amoi die Sunn aufgeh´n“ gewidmet.


Die Wiener Linien betreiben heute das größte Verkehrsnetz Österreichs und mit ca. 172 Kilometern das sechtsgrößte Straßenbahn-Netz der Welt. Seit 1998 sind die „ULF“-Ultra Low Floor-Züge auf den Schienen unterwegs, die mit nur 19,8 cm Abstand zur Straße den weltweit niedrigsten Einstieg in eine Straßenbahn ermöglichen. 


Neue Bahnen stehen aber schon vor der Tür: Die „Bombardier“-Garnituren, die ab 2018 im Einsatz sein sollen, sind 34 Meter lang und bieten Platz für 211 Fahrgäste, die Einstiegshöhe ist mit 21,5 cm allerdings etwas höher. Das sollte aber zu verschmerzen sein. 

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"Was Wien vor der Wahl bewegt": Spannende Polit-Diskussion im "Kurier"-Zelt.

Tag der offenen Tür bei Österreichs bereits 60jähriger Tageszeitung Kurier, und auf dem Programm standen nicht nur Buchpräsentationen, Kabarettauftritte und Literaturvorträge, sondern auch eine hochspannende Polit-Diskussion zur Wien-Wahl. Die nicht nur laut Kurier-Chefredakteur und Moderator Helmut Brandstätter trotz kontroverser Meinungen weit sachlicher ablief als erwartet. 


Als erste im Veranstaltungszelt neben dem Kurier-Medienhaus fand sich Neos-Spitzenkandidatin Beate Meinl-Reisinger ein, die einen (vermutlich aussichtslosen) Kampf gegen das politische System und die Stillstandspolitik postuliert. Mit der ausdrücklichen Maxime "ohne Strache". Ob die Pinken die 5 %-Marke in Wien schaffen werden, bleibt abzuwarten, ihren Job als Nationalratsmandatarin hat die resolute Juristin allerdings bereits vorzeitig abgelegt. 


Die Grünen wurden vertreten vom fachlich fundierten Landtagsabgeordneten Christoph Chorherr, der vor allem die Wohn- und Verkehrspolitik von Rot-Grün lobte. Es gebe hier in Wien keine Ghettobezirke und eine gute soziale Durchmischung, geförderte Wohnungen sollen allen offenstehen, über einen nachträglicher Förderausgleich könne man aber reden. Als besonderen Erfolg werterte Chorherr das 365-Euro-Jahresticket der Wiener Linien (statt vorher 449 Euro), das fast zu einer Verdoppelung der Bezieher führte. 


Manko allerdings laut ÖVP-Spitzenkandidat Manfred Juraczka: Die 730 Millionen Euro, die die Stadt Wien jährlich an die Wiener Linien überweist. Der Wiener-ÖVP-Chef sieht sich als Patron der Autofahrer und ist entschiedener Gegner grüner Projekte wie der Autofreiheit von Durchzugsstraßen, der Mariahilfer Fußgängerzone oder den berühmt-berüchtigten Ampelmännchen. Zumindest bezüglich der Ausbau des U-Bahn- und Straßenbahnnetzes und schnellerer Intervallen bei der S-Bahn ist man einer Meinung.


Das echte Duell des 11. Oktober ist allerdings jenes zwischen der SPÖ und der FPÖ. Die Blauen wollen so stark wie möglich werden und das Rathaus im Stile direkter Demokratie bürgerfreundlicher machen. Der Vizebürgermeister in spe, Johann Gudenus, kritisiert im Kurier-Zelt die Rekordarmut, -arbeitslosigkeit und –verschuldung der Stadt und fordert eine Wohnbauoffensive in Wien: Wohnen sei in Wien aufgrund 30prozentiger Gebühren- und Betriebskostenerhöhungen unleistbar geworden. Mit einem Wahldebakel der SPÖ werde nicht nur die 21jährige Bürgermeisterschaft von Häupl enden, sondern auch die Ausgrenzungspolitik der Roten.


SPÖ-Landesparteisekretär Georg Niedermühlbichler sieht dies aufgrund der FPÖ-Inhalte naturgemäß anders. Er kündigt für die künftige 2 Millionen-Einwohnerstadt Wien eine Investitionsoffensive und einen Ausbau der Infrastruktur an. Bei einer Antwort auf die Frage nach möglichen Koalitionen sorgte er kurzzeitig für Schmunzeln: "Am besten kenn ma´s allan". Zumindest dieser Wahlausgang liegt außerhalb jeglicher Schwankungsbreite :-)

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"88er-„Dream Team“ als Stargäste beim KSC-Cupschlager gegen Innsbruck...

Am 1. Juni 1988 erreichte der KSC seinen größten Erfolg in der Vereinsgeschichte, den Cupsieg. Nach dem 2:0-Heimsieg gegen Happels Tiroler (durch Tore von Otto und Janeschitz) vor 9000 Zuschauern reichte in Innsbruck ein 1:3 durch ein Auswärtstor von Erwin Wolf zum sensationellen Triumph. 


Die Innsbrucker kamen jetzt wieder nach Krems, als Führender der Ersten Liga und Gegner in der 2. Runde des ÖFB-Cups. Grund genug, dass ein Teil des 88er-Dream Teams vor dem Fußballschlager geehrt wurde. So gaben sich u.a. der Kremser Lokalhero Burli Miesbauer, der nunmehrige Magistratsbedienstete Christian Braun, Ex-Topgoalie Gottfried Angerer, Hannes Neumayer und der damalige Goldtorschütze Erwin Wolf ein Stelldichein. Sportlich auch heute noch verankert: Slobodan Batricevic, Jugendcoach von St. Pölten, und Christian König, Trainer von Weißenkirchen. 


Auch die „neuen Kremser“ zeigten sich beim Cupschlager von ihrer besten Seite. Lange 1:0 in Führung durch ein schnelles Tor von Denk stand es nach 90 Minuten 2:2, in der Verlängerung musste man sich 3:5 geschlagen geben. Allerdings gegen eine Mannschaft, die 2 Spielklassen höher positioniert ist. Vielleicht aber nur mehr eine Frage der Zeit: Nach 4 Siegen en suite in der Meisterschaft läuft der Express Richtung Regionalliga wieder. Das freut auch die „Alten“.

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Stefan Petzner: "Haiders Schatten" präsentiert Buch in Wiener Traditionscafe.

Vom Publizistik-Studenten zum Pressesprecher, BZÖ-Wahlkampfleiter und persönlichen Freund von Jörg Haiders: Stefan Petzner. Dieser Tage präsentierte der 34jährige nunmehrige Polit-Berater im Wiener Cafe Griensteidl sein erstes Buch "Haiders Schatten", 7 Jahre nach dem tragischen Unfall-Tod des neben Bruno Kreisky schillerndsten österreichischen Politikers der Nachkriegszeit. 


Und er spart weder beim Interview noch beim Lesen dezitierter Passagen aus dem Buch mit spannenden Details aus seiner politischen Ära. So unterschied sich laut Petzner der Mensch Haider von seiner Außenwirkung. Innerlich war der Kärntner Landeshauptmann "sensibel, unsicher und leicht schwermütig", während er vor dem Volk sich als Verwandlungskünstler und Rollenspieler inszenierte. Er suchte allerdings auch ständig nach Bestätigung und Applaus und wollte dauernd im Gespräch sein. 


Der Tod Haiders war für Petzner, der 5 Jahre lang als "Berater, Psychotherapeut und Stratege" fungierte, ein Schock, seiner Tränen bei der Pressekonferenz schämt er sich (zu Recht) nicht. Den Begriff "Lebensmensch", 2008 zum Wort des Jahres erklärt, möchte Petzner allerdings am liebsten aus seinem Gedächtnis bannen. Am Beispiel eines zufälligen Zitats einer 74jährigen Pensionistin ("An besseren kriegen wir nimma") räumt Petzner auch auf mit dem Gerücht, dass Parteien wochenlang an Wahlkampfslogans in dunklen Zimmern feilen. 


Und was überraschend ist: Petzner, der jahrelang mit einem der erfolgreichsten Rechtspopulisten Europas unterwegs war, übt heftige Kritik an dieser Politiker-Kaste. Sie seien zwar "Seismographen der Gesellschaft", bis zu einem Ausmaß von 10-15 % der Wählerstimmen auch sinnvoll, aber "nicht regierungsfähig". Es sei auch leicht möglich, Rechtspopulisten zu entzaubern. Deren bewusste Provokationen durch Emotionen und Tabubrüche müsse man so lange mit Ignoranz begegnen, bis diese eine gewisse Geschmacksgrenze überschreiten. Angreifen müsse man rechte Politiker nicht auf der Gefühlsebene, sondern mittels Sach- und Fachkompetenz.


Ob diese Einschätzungen Petzners auch auf die FPÖ bei einem derzeitigen Umfragewert von über 30 % zutreffen, wird die Zukunft weisen. Eine Frage, die leider von niemandem beantwortet werden kann, ist allerdings jene: Was wäre – ohne Todesfahrt - die politische Rolle von Jörg Haider im Jahre 2015 gewesen ? 

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Krems: Marathon-Fieber mit Schockzustand nach der Party.

Zum 18. Mal fand am 13. September bereits der Wachau-Marathon in einer der schönsten Regionen Österreichs statt. Und wieder konnte sich der Veranstalter, Ex-Marathonspezialist Michael Buchleitner, über eine Rekordstartermenge freuen. 


71 Busse, 1 Schiff und 3 Züge brachten die fast 10.000 Sportler aus 60 Nationen an die Startstützpunkte Emmersdorf, Spitz und Achleiten.  Hauptbewerb war der 21 km lange Halbmarathon, bei dem mehr als 5800 Sportler gemeldet waren. Die Hälfte der Teilnehmer stammte aus Wien, ca. 15 % aus der Wachau selbst, die restlichen 35 % aus dem übrigen Österreich und dem Ausland. Darunter befanden sich nicht nur Weltklasseathleten wie die jährlich triumphierenden Schwarzafrikaner aus Kenia, sondern auch viele Hobby-Sportler aus allen Altersgruppen, die den Wachaumarathon auch als persönliche Herausforderung sehen und dabei manchmal im Rausch des Gruppenzwanges über ihre Grenzen gehen. 


Dies sollte zwei Teilnehmern zum tödlichen Verhängnis werden. Nach dem Todesfall eines 39jährigen im Vorjahr konnten dieses Jahr ein 44jähriger Niederösterreicher und ein 35jähriger Wiener trotz Reanimierungsversuchen nicht mehr gerettet werden. Sie starben nach einem Herzkreislauf-Stillstand im Krankenhaus Krems. 


Ein tieftrauriger Schatten über ein top-organisiertes Event im Herzen der Wachau, das nicht nur für großartige sportliche Leistungen (Siegerzeiten beim Halbmarathon: 1:01:34 Bett bzw. 1:09:57 Jelagat) sorgt, sondern auch der Wirtschaft in der Region mehr als 2 Millionen Euro Wertschöpfung bringt. Und natürlich auch die "normale" Bevölkerung zum Laufen und zur Bewegung animiert. 


Dr. Martin Nuhr aus Senftenberg dazu in den "Bezirksblättern": "Sportliche Betätigung ohne Rücksprache mit dem Hausarzt ist ein Top-Risikofaktor". Die Todesfälle des Wachaumarathons werden noch breite Diskussionen in der Läuferszene nach sich ziehen, egal ob sie verhinderbar waren oder nicht.

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Asyl-Faktencheck: Frauen-Anteil bei 21,4 %, fast 1/3 Minderjährige unter den Asylwerbern.

Immer wieder werden die Asyl-Diskussionen in der Politik, aber auch im Alltagsgespräch dominiert von Bemerkungen wie "Da kommen ja nur Männer" oder "Ein Großteil der Flüchtlinge sind Frauen und Kinder." Bei derartigen Behauptungen ist es am besten, klare Fakten zu präsentieren. Im vorliegenden Fall stammen diese aus einer Beantwortung einer Anfrage der FPÖ-Abgeordneten Edith Mühlberghuber und der aktuellen Asylstatistik des Innenministeriums.


Laut der Juni-Asylstatistik haben im ersten Halbjahr 2015 insgesamt 28311 Personen einen Asylantrag gestellt. 22244 (78,57 %) sind Männer, 6067 Frauen (21,43 %). Vergleicht man die Prozentwerte mit dem Jahr 2014, dann ist der Anteil der Frauen an den Asylwerbern sogar gesunken, und zwar von 24,2 auf 21,43 %. 


Unter den 28311 Asylwerbern befanden sich im ersten Halbjahr 2015 laut Anfragebeantwortung 6586 männliche und 2580 weibliche Minderjährige. Das sind zusammen 9166 Minderjährige (= 32,37 %), also knapp ein Drittel aller Asylanträge. Der Anteil der Minderjährigen hat somit gegenüber dem Vorjahr (30,24 %) leicht zugenommen, bei den Frauen ist der Wert mit 42,5 % unverhältnismäßig höher als bei Männern (29,6 %).


2652 männliche Minderjährige waren dabei unter 14, 3934 zwischen 14 und 18. Bei den weiblichen Minderjährigen waren 2192 unter 14 und weitere 388 zwischen 14 und 18. Die meisten Asylanträge bei Minderjährigen stammten im ersten Halbjahr aus Afghanistan (3306), Syrien (2254) und dem Irak (734), aber auch aus dem Kosovo (600), der Russischen Föderation (468) und Somalia (386). Auch 300 staatenlose Minderjährige befanden sich unter den Asylwerbern.

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Tour Croatia: Is Porec the New Ibiza ?

Sommer, Sonne, Spaß, 24-Hour-Party People, das ist Ibiza. "Porec is the New Ibiza" – so dröhnt es selbstbewusst aus den Boxen kroatischer Dancefloor-Freaks. Doch entspricht das der Wahrheit oder wird hier wieder mal maßlos übertrieben ? Grund genug, ein Wochenende nach Porec zu düsen und das kleine Küstenstädtchen im Norden Kroatiens unter die Lupe zu nehmen.

 

Porec liegt an der Westküste Istriens, die man auch gerne nobel als "kroatische Riviera" bezeichnet, und beheimatet gerade einmal 17.000 Einwohner. Zur Urlaubs-Hauptsaison allerdings steigt die Bewohnerzahl in der Region auf 70.000 (!). Und diese liegen nicht falsch, wenn nicht goldrichtig. 

 

Porec war einst eine kleine Siedlung der Illyrer und Histrier, die ca. 100 v. Chr. von den Römern erobert wurde. Und diese prägten auch das "oppidum" mit seinen historischen Bauten. Deren Hauptgasse "Decumanus Corso" ist heute die nicht ganz so sündige "Ibiza-Meile" der Stadt, mit alten römischen Häusern und Foren, Tempelfragmenten, natürlich auch mit zahlreichen eingegliederten Bars, Restaurants, Jeans- und Souvenirshops. Hauptattraktion ist die wunderschöne Euphrasius-Basilika, ca. um 600 v. Chr. erbaut, die seit 1997 zu den UNESCO-Weltkulturerben gehört. Sehenswert auch die Liebfrauenkirche direkt am Eingang des Decumanus und die 3 noch übrigen der ehemals 11 Türme umfassenden Befestigungsanlage. Im Torre Rotonda einige Meter vom Meer entfernt kann man genüsslich auf der Terrasse einen Bar-Drink zu sich nehmen.

 

Porec gehörte übrigens einst auch zur Habsburgermonarchie. Vorher noch im Besitz der Dogen von Venedig war Porec von 1797-1918 Teil Österreichs. Der italienische Einfluss war allerdings durch die italienische Oberschicht im istrischen Landtag ungebrochen. Italienisch und nicht Kroatisch war die Schulsprache. 1918 fiel Porec an Italien, 1946 nach der Pariser Friedenskonferenz – genauso wie ganz Istrien - an Jugoslawien. 

 

Als Teil Kroatiens ist Porec seit Juli 2013 auch Mitglied der EU und top-besuchter Ferienort vieler Mittel- und Südeuropäer. 21 Strände der Region sind mit der "blue flag" ausgezeichnet, dem höchsten Qualitätsmerkmal für nachhaltigen (Umwelt)-Tourismus. Die Strände nördlich und südlich der Altstadt sind bequem per Touristenzug erreichbar und ohne Spezialeintritt benützbar. Vor allem die Pinienwälder entlang der Strände und der romantische Ausblick auf das weite, weite Meer verleihen Porec eine besondere Atmosphäre. 

 

Und auch das Nachtleben kann sich sehen lassen. Wie in Ibiza-Stadt sind entlang der Ufer- und Yachtenpromenade zahllose Bars, Clubs und Lounges wie das Cocktail-Paradies Epoca oder der Nachtclub "Saint & Sinner" untergebracht. Bei einigen Bars wie dem "Divino" oder dem "Caffe del Mar" wurde zumindest beim Namen ungeniert bei der La Isla Blanca geklaut. 

 

Internationale House- und R&B-Beats aus der kroatischen Dance-Floor-Szene gibt es im Byblos an der Zelena Laguna, ca. 5 km von der Altstadt Porec entfernt, zu hören. Open-Air-Feeling im Stile des Privilege direkt in einem Park mit Swimming Pool und Light Effects, naturgemäß etwas kleiner, allerdings auch nur mit 10 (und nicht 80 Euro) Eintritt. David Guetta, Benny Benassi oder David Morales sorgten dort schon für durchtanzte Nächte bis in den Morgengrauen. Und damit schließt sich der Kreis: Porec ist natürlich nicht Ibiza, aber: Auch andere Mütter haben schöne Töchter. Aber nur wenige sind so bezaubernd wie die kroatische Küstenstadt...

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Wachauer Volksfest: Rückblick 2015 und Reformvorschläge für 2017.

11 Tage Party-Time auf dem Wachauer Volksfest sind vorbei, laut inoffiziellen Zahlen frequentierten ca. 115.000 Besucher den Kremser Stadtpark. Was waren die Highlights ? Sicher das Kettenkarussell "Around the World" mit einem phänomenalen Blick aus 60 Meter Höhe auf die Stadt Krems, Fritz Thurners Vergnügungsbetriebe (darunter auch das "No Limits"), der letzte Auftritt der großen Militärmusikkapelle im Kremser Stadion, Live-Auftritte von Nino de Angelo, Tony Wegas oder der Monroes, das bayrische 2-Stein-Stadl für Freunde der Volks- und Schlagermusik und das smarte Areal rund um den neuen Springbrunnen mit Magnum-Bar, Cocktail Datler, Grapevine Tequila & Co.. Zum letzten Mal leider mit dabei: Michael Merkle, dessen Familie seit 1947 beim Kremser Volksfest einen Stand betreibt. Für Nachfolge ist bereits gesorgt.


Einige Reformvorschläge für das Fest in 2 Jahren: Den Eintritt komplett abschaffen, die Höhe der Standgebühren transparent offenlegen, zwei neue Messen konzipieren (eine Messe der Kremser Innenstadtbetriebe bzw. eine avantgardistische Art Exhibition der Kremser Kunstbetriebe inkl. junger, alternativer Künstler), Events verschiedenster Art am Nachmittag (wie Autogrammstunden, Musikpräsentationen,...), einen coolen Tropical House Beach mit Klangkünstlern wie Tom Snow, Dominique Jardin oder Riva Elegance, eine Live-Bühne für Pop-, Indie- und Alternative-Acts wie Jan Scheer, Doors Experience, Wanda oder Olympique. Also ein Programm, das mehr in Richtung Urbanität statt Rustikalität geht. Wir leben hier ja nicht am Ballermann oder in Ischgl...


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Blauer Montag mit Walter Rosenkranz beim Wachauer Volksfest 2015

Vor 2 Jahren war FPÖ-Bundesparteiobmann Heinz Christian Strache beim traditionellen "Blauen Montag" der FPÖ beim Wachauer Volksfest selbst mit dabei, dieses Mal musste er aufgrund wichtiger Wahl-Termine in Oberösterreich und Wien leider passen. Der Kremser FPÖ-Chef Dr. Walter Rosenkranz, gleichzeitig FPÖ-NÖ-Landesparteiobmann, Nationalratsabgeordneter und Bildungssprecher der FPÖ, ist mit seinen rhetorisch-brillanten Reden mehr als nur ein Ersatzprogramm. Im durch die Rekordtemperaturen überhitzten Festzelt Hasenstall berichtete er – vor dem Bieranstich – über neue Entwicklungen der Bundes-, Landes- und Gemeindepolitik.

 

Krems-spezifisch kritisierte Rosenkranz vor allem das mangelnde Mitspracherecht der Bürger bei der Entwicklung ihres Lebensraumes. Eine Schiffsanlagestelle wurde ohne Information der Steiner gebaut, am Südtirolerplatz will ein Privatinvestor eine Tiefgarage errichten, für die 220 neuen Parkplätze zahlt dieser 18.000 Euro an die Stadt, während diese gleichzeitig Parkplätze an der Oberfläche (mit 50.000 Euro Einnahmen) verliert. Auf der Wiener Straße plane ein weiterer Privatinvestor ein achtstöckiges (!!!) Hochhaus, das auch eine enorme Konkurrenz für die Innenstadtbetriebe bedeuten würde. Und vor der Kunsthalle will der Ersatzkaiser Pröll das traditionelle Museumswirtshaus Hofbauer niederreißen und stattdessen eine 35 Millionen Euro-Landesgalerie errichten lassen, finanziert wird der architektonische Riesen-Kubus durch die vom Land NÖ erhöhte Landesabgabe, die bei ORF-Konsumenten gemeinsam mit den Rundfunkgebühren eingehoben wird.

 

"Wir sind kein Sozialamt für die ganze Welt", so Walter Rosenkranz zum aktuellen Asyl-Chaos. Ein Recht auf Asyl haben nur Flüchtlinge im Sinne der Genfer Konvention, aber keine Wirtschaftsflüchtlinge, die im Westen auf ein besseres Leben hoffen. Die FPÖ fordert sofortige Grenzkontrollen, die Einhaltung des Dublin-Abkommens, schnelle Asylverfahren und die Abschiebung rechtskräftig abgelehnter Asylwerber.

 

Fast jede Woche schließt laut einer aktuellen Studie ein Wirtshaus in Niederösterreich. Laut Rosenkranz sind dabei auch die dauernden Belastungen und Schikanen schuld, die seitens der EU und der rot-schwarzen Bundesregierung den Wirten und Gastronomen auferlegt werden: Rauchverbot ab 2018, Allergen-Verordnungen, die Registrierkassenpflicht und Erhöhungen der Umsatzsteuersätze haben allesamt negative Effekte auf die Tätigkeit der Wirtshäuser, die ja nicht nur als Kulturträger, sondern auch als Kommunikationskanal der Einheimischen fungieren. Dasselbe gilt für die vielen Heurigenbetriebe, die wegen der vielen Vorschriften und Beschränkungen immer öfter die Flinte ins Korn werfen.

 

Bundesweit spricht Rosenkranz von einer "Missregierung", die sich nur mehr mit Gender-Randthemen und skurillen Sexualkundeerlässen beschäftigt anstatt endlich die Probleme unseres Landes in der Arbeitsmarktpolitik, dem Gesundheits- und Bildungswesen in Angriff zu nehmen. Kein Wunder, dass die FPÖ derzeit in allen Umfragen bundesweit an der Spitze liegt. Insofern ist es schade, dass sowohl im Bund als auch in Niederösterreich die nächsten (regulären) Wahlen erst 2018 stattfinden. Man bereite sich aber bereits jetzt vor, die Verantwortung in Österreich zu übernehmen und werde auch nicht davor zurückschrecken, die Konfrontation mit der EU zu suchen. Das Freihandelsabkommen TTIP, das eine Aufweichung nationaler Standards mit sich ziehen wird, müsse auf jeden Fall verhindert werden, so Rosenkranz abschließend.

 

Nach seiner kurzen Rede nahm Rosenkranz gemeinsam mit Klubobmann Gottfried Waldhäusl einen aufgrund der Hitze schon lang ersehnten Bieranstich vor. Im gut gefüllten Festzelt Hasenstall befanden sich neben vielen Kremser Polit-Interessierten, FPÖ-Anhängern und Medienvertretern auch die Nationalratsabgeordneten Edith Mühlberghuber und Christian Hafenecker. In zwei Jahren wird auch HC Strache wieder mit dabei sein, vielleicht sogar als Landeshauptmann und neuer Wiener Bürgermeister. Die nächsten Monate werden es zeigen.

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Kultur, Show & Tradition: Afrika-Tage auf der Wiener Donauinsel.

Bereits zum 11. Mal wurden auf der Wiener Donauinsel die Afrika-Tage veranstaltet, die laut Organisator Medhat Abdelati vor allem für "Toleranz und Verständnis zwischen den Kulturen" sorgen sollen. Den größten Teil des 40.000 m2 Areals nahm dabei ein riesiger Basar ein, der prall gefüllt war mit Textilien, Kunsthandwerk, Schmuck und Musik-CD´s. Besucher hatten auch die Möglichkeit, die traditionellen Instrumente der Afrikaner (wie die 21saitige Harfenlaute Kora oder die vielen Trommel-Variationen) kennenzulernen und kontinentspezifische Speisen und Getränke zu genießen.

 

Vertreten bei den Afrika-Tagen, deren Ehrenschutz Obamas ältere Schwester Auma übernahm, waren auch die Menschenrechtsorganisation Amnesty International, die Aids Hilfe-Wien und andere karitative Hilfsprojekte. Musikalische Top-Unterhaltung bot ein tägliches Programm auf der Live-Bühne, das vor allem die  Genres Reggae, Dancehall und Weltmusik bediente.

 

Traditionellen afrikanischen Mandinka-Sound präsentierte dort beispielsweise Jobarteh Kunda, eine siebenköpfige Band mit Musikern aus verschiedenen Nationen. Der deutsche (!) Bandleader Tormenta wurde einst als Weißer (!) von der afrikanischen Griot-Sippe Jobarteh adoptiert und in deren Kultur "eingeweiht". Aus Portugal dagegen kommt das Reggae-Ragga-Ausnahmetalent Richie Campbell, der in seiner Heimat mit "That´s how we roll" schon den Spitze der Charts belegen konnte. Samstag Nacht begeisterte er zum ersten Mal das österreichische Publikum, was der Stimmungsmagnet in Echtzeit auch gleich auf Facebook postete.

 

Zu hoffen ist, dass nicht nur weitere "Afrika"-Tage in Österreich organisiert werden, sondern auch dass Politiker, Wirtschaft, Hilfsorganisationen und Volk gemeinsam an einem Strang ziehen und tragfähige Lösungen in der Flüchtlingscausa finden. Die aktuell publizierten Bilder aus Traiskirchen sind nämlich nur eines: beschämend für unser Land...

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Erhöhung der Landesabgabe um 6 Millionen Euro: ORF-Kunden zahlen für Prölls Kultur-Eskapaden...

Ab 1. September betragen in Niederösterreich die monatlichen Rundfunkgebühren 24,88 Euro statt 24,08 Euro. Die zusätzliche monatliche Gebührenvorschreibung pro ORF-Konsument (die es beispielsweise in Vorarlberg oder Oberösterreich gar nicht gibt) kommt aber nicht den Medien zugute, sondern dem Land Niederösterreich.

 

Die sogenannte „Landesabgabe“ ist geregelt im § 9 des NÖ Rundfunkabgabegesetzes. Dort ist normiert, dass dieser Abgabenertrag zu 70 % an kulturelle Einrichtungen und zu 30 % an Sportstätten des Landes fließt. Mit anderen Worten: Der ORF-Zwangsgebührenzahler in Niederösterreich wird aufgrund eines Beschlusses der Landes-ÖVP (und der Landes-Grünen) dazu verpflichtet, den PR-trächtigen Kultur- und Brauchtumsfirlefanz des Ersatzkaisers Erwin Pröll zu finanzieren.

 

Durch diese Erhöhung fließen umgerechnet ca. 6 Millionen Euro zusätzlich ins Landesbudget. Mit diesem Geld lässt sich zum Beispiel Erwin Prölls 35 Millionen-Euro Landesgalerie in Krems finanzieren. Wie lange lässt sich das steuer- und gebührenüberbelastete Volk in Niederösterreich noch für dumm verkaufen ?

BBC Radio One: Londoner Heritage-Orchestra brilliert mit „Classic“-Ibiza-Mix.

BBC Radio 1 feiert sein 20-Jahr-Jubiläum auf der Partyinsel Ibiza. Das war Anlass genug, in der Londoner Royal Albert Hall ein einzigartiges Classic-Dance-Event der Extraklasse zu inszenieren. Präsentiert vom legendären Star-DJ Pete Tong performte dort das Heritage Orchestra unter der Leitung von Gründer Jules Buckley die größten Ibiza-Hits der letzten 25 Jahre, in speziellen Classic-Versionen.

 

Von „Lola´s Theme“, „Children“, „One More Time“, „Insomnia“, „Music sounds better with you“ bis hin zu „Cafe del Mar“ reichte die Palette, auf der Bühne performten zusätzlich John Newman und Ella Eyre aus dem „Rudimental“-Umfeld. Enthusiastische Reaktionen bei den Artists, beim Live-„Proms“-Publikum, hinter dem Bildschirm und auf YouTube.

 

Bekannt wurde das Heritage Orchestra übrigens durch eine Adaptation des „Blade Runner“-Soundtracks gemeinsam mit Massive Attack, neue spannende Projekte dürften nach dem sensationellen „Ibiza“-Auftritt folgen...

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Unterhaltsvorschuss steigt 2014 in Österreich auf über 99 Millionen Euro...

Rekordarbeitslosigkeit, Wirtschaftskrise und immer mehr Armutsgefährdete in Österreich. Betroffen sind davon auch Kinder und Jugendliche. Laut eines aktuellen Berichts zur Lage der Kinder- und Jugendgesundheit in Österreich sind 124.000 Kinder und Jugendliche manifest arm, weitere 150.000 von Armut bedroht.

 

In vielen Fällen sind auch die Elternteile schuld, indem sie den gesetzlichen Kindes-Unterhalt nicht, nicht rechtzeitig oder nicht vollständig überweisen. Um Härtefälle zu vermeiden, wurde deswegen der sogenannte Unterhaltsvorschuss eingeführt. Gemäß UVG haben minderjährige Kinder dann einen Anspruch auf Unterhaltsvorschuss, wenn sie ihren gewöhnlichen Aufenthalt im Inland haben und ein vollstreckbarer Exekutionstitel für den gesetzlichen Unterhaltsanspruch besteht.

 

Im Jahre 2014 stiegen laut einer Beantwortung einer Anfrage von NR Edith Mühlberghuber durch den Justizminister die Unterhaltsvorschuss-Beiträge des Staates von 90 auf über 99 Millionen Euro. Auf insgesamt 37.812 österreichische Kinder entfallen dabei 90,5 Millionen Euro, der Rest auf 2.536 Kinder aus EU-Staaten (5,4) und 1.724 Kinder aus Drittstaaten (3,4), die aufgrund völkerrechtlicher Verträge ebenfalls anspruchsberechtigt sind.

 

Ausbezahlt wird der Unterhaltsvorschuss nach einem Antrag der bezugsberechtigten Person vom Oberlandesgericht, das allerdings einen Rückforderungsanspruch gegen den säumigen Unterhaltsschuldner hat. Die Rückzahlungsquote liegt derzeit schwankend zwischen 50 und 60 %, im Jahre 2014 gingen Rückzahlungen von 60,2 Millionen Euro ein, der Großteil von österreichischen Elternteilen (57,2).

 

Kritik am System des Unterhaltsvorschusses kommt von den Gerichten und den Rechtsanwälten. Dieser werde derzeit nur Minderjährigen gewährt. Ein Problem auch insofern, als die Volljährigkeit erst kürzlich von 19 auf 18 Jahre herabgesetzt wurde. Außerdem sei der Unterhaltsvorschuss an das Vorliegen eines Unterhaltstitels geknüpft. Immerhin wurden im Jahr 2015 die Beträge vom Justizministerium erhöht. Dies gilt sowohl für die festen Beträge als auch für den Höchstbetrag, der nunmehr bei 560,60 Euro monatlich liegt.

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Popfest 2015 am Karlsplatz – Die Showbühne für Newcomer-Acts aus Österreich.

Das Wiener Popfest geht in seine 6. Etappe. Location ist traditionell wieder der Karlsplatz mit der Open-Air-Seebühne vor der Karlskirche, dem Red Bull-Brandwagen, Wien-Museum und dem Prechtlsaal an der Technischen Uni, dazu die Clubs Heuer, Sass und Brut.  Als Kuratoren fungieren dieses Jahr die Techno-Djane Susanne Kirchmayr aka Electric Indigo und der Hip Hop-Produzent Stefan Trischler aka Trishes.

 

Aufgeboten wird – abgesehen von konzertarenenfüllenden Acts wie Wanda oder Bilderbuch - ein buntes Mosaik 57 österreichischer Acts aus der Pop-, Rock-, Elektronik- und Hip-Hop-Ecke. Das, was der hochgebührenfinanzierte Sender Ö3 nicht schafft, nämlich dem musikalischen Nachwuchs eine Plattform zu bieten, das erreicht das auch von FM4 gepushte Popfest seit nunmehr 6 Jahren. Künstler und Bands haben hier die Möglichkeit, sich einem jungen, urban aufgeschlossenen Publikum zu präsentieren, und das zum Nulltarif ohne Konsumzwang der Fans. Im Mittelpunkt steht dabei laut den Kuratoren vor allem innovativ-kreativer Sound aus der Alpenrepublik.

 

Der Opening Day begann – parallel zur Welt-Premiere des neuen Mission Impossible-Streifens vor der Staatsoper – mit einem Konzert des Vegetables Orchestras. Zum zweitenmal mit dabei waren die 5/8erl in Ehr´n, eine Wiener Jazz-Soul-Band, die nicht nur mit Musik, sondern auch mit leger dargebrachten, frechen Sprüchen punkten kann („Die Mutter wollte nicht, dass ich in die Illegalität abdrifte. Jetzt hat sie mir eine Pflanze auf den Balkon gestellt“). Als Special Guest hüpfte die Münchner Rapperin Fiva auf die Bühne und begleitete mit „Alles leuchtet“ leider nur einen Titel der Combo. Weiters auf dem Programm gestern: Elektronik-Genie Dorian Concept, Kimyan Law und die renommierte brasilianisch-österreichische Djane und Produzentin Joyce Muniz

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Ernesto Neto: Brasilianische Sinnlichkeit in der Kunsthalle Krems.

"Ich bin Skulptur, und ich denke als Skulptur" – Eine Eingrenzung, die eigentlich sogar nicht in das Weltbild des brasilianischen Bildhauers Ernesto Neto passt. "Wenn du einfach lebst, bist du glücklich", das sind Sätze, die man von ihm kennt. Oder Kritik an der Schnelligkeit der Gesellschaft.

 

Man soll sich daher Zeit nehmen beim Eintritt in sein phantasievolles Traumland, das in den letzten Wochen in der Kunsthalle Krems erschaffen wurde: Biomorphe Rauminstallationen, transparente Zelte mit Gewürzduften, Polstern und Trommeln, herabhängende Nylonschläuche, die sogenannten "Humanoides", mit denen man interaktiv in Kontakt treten kann sowie Kunstwerke aus Naturmaterialien, die vor allem das Prinzip der behäbigen Schwerkraft unterstreichen, als Gegensatzpol dazu die transparente Oberfläche.

 

Parallel zur Kremser Ausstellung ist Neto, inszeniert von Franscesca Habsburg, derzeit auch mit der regenwald-inspirierten Installation "Sacred Secret" im Wiener Augarten vertreten. Neben Neto präsentierte beim traditionellen Sommerfest der Kunsthalle Krems die ebenfalls aus Brasilien stammende Ines Lombardi eine "Retrospektive" ihrer Werke. Die seit 1980 in Wien lebende Künstlerin beschäftigt sich vor allem mit dem Zusammenspiel von Raum, Objekt und Betrachter und dem Prinzip der Unendlichkeit, ihre Stilmittel ein komplexer Mix aus Fotografie, Video, Collage und Installation. Die Werke beider Künstler sind noch bis Ende Oktober in der Kunsthalle Krems zu sehen...

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Donauinselfestival 2015 – Island Sound Hopping mit 3,3 Millionen Besuchern !

Der Vorläufer des Donauinselfestes war 1983 ein kleines SPÖ-Bezirksfestival, das durch die Teilnahme von Minisex, Heli Deinböck und Tom Pettings Hertzattacken 160.000 Menschen auf die Insel lockte. Seit 1984 existiert die Trademark "Donauinselfest", mit großartigen Höhepunkten wie dem gewitter- und blitzreichen Falco-Konzert 1993, Auftritten von Udo Jürgens, STS oder den Austria 3 bzw. internationalen Acts wie Simple Minds, Scorpions, Kim Wilde, Sheryl Crow, der Kelly Family oder den Backstreet Boys.

 

Auch das Programm des 32. Donauinselfestes konnte mit einem tollen Programm aufwarten und lockte bei bestem Wetter (teils mehrfachgezählte) 3,3 Millionen Besucher auf die Insel. Ein bisheriger Rekordwert.

 

Auch am Abschlusstag war für alle Geschmäcker etwas dabei: Austro-Folk der talentierten Kathi Kallauch ("Bon Voyage"), Kabarett-Kultur mit Andrea Händler im Kultur-Zelt, Schlagerperlen vom Nockalm Quintett, EDM-Power von Rene Rodriguez, Hip Hop von Madcon, Australian Pop von Sheppard oder auf der extracoolen FM4-Hang-Location innovative Acts wie OK Kid aus Deutschland oder der in Wien lebende Electro Swinger Dunkelbunt, der ähnlich wie Parov Stelar auch in den qualitätsorientierten Mainstream-Himmel aufsteigen könnte.

 

Die meisten Zuschauer konnte Star-DJ Robin Schulz mit seinem Chill-Out-House vor der Ö3-Bühne verbuchen, nach einer Stunde Mixen düste er zu seinem zweiten Sunday-Auftritt nach Marseille. Zur gleichen Zeit beendete Christina Stürmer mit einem sympathischen Greatest-Hits-Konzert das Donauinselfestival 2015.

 

Ob der Rekordbesuch Bürgermeister Häupl bei der Wien-Wahl helfen wird, ist aber zu bezweifeln. Trotz Werbung auf allen Fronten wissen laut einer Umfrage nur 13 %, dass die SPÖ dieses Fest veranstaltet. Und das natürlich auch mit dem Steuergeld der Wiener Bürger.

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"Sichtbar 2015" – Die Wiener Regenbogenparade feiert ihr 20. Jubiläum...

28 Prozent der Wiener Homosexuellen wurden laut einer aktuellen Studie im Vorjahr diskriminiert, 25 Prozent sogar mit körperlicher Gewalt konfrontiert. Das sollte zu denken geben, schätzt man den Anteil der Schwulen, Lesben und Transgender, offen oder verdeckt, auf zwischen 5-10 % der Gesamtbevölkerung (EU: ca. 20 Millionen). In den Wiener Grätzeln fühlen sich die Queer People sicher, man fürchtet aber eine Diskriminierung in der Ausbildung und in der Arbeit. Fast die Hälfte der Befragten gab an, am Arbeitsplatz nicht vollständig geoutet zu sein. Nur gut 30 Prozent haben ihr Umfeld in Schule und Ausbildung über ihre sexuelle Orientierung informiert.

 

Zumindest bei der Regenbogenparade, die wie bei der Premiere 1996 unter dem Slogan "Sichtbar" stand, verliert die "Szene" ihre Hemmungen, für manche Geschmäcker etwas zu exzessiv, was der Sache nicht unbedingt dienlich ist. Über 100.000 Menschen frequentierten bei der Demonstration für mehr Toleranz und Gleichstellung die Wiener Ringstraße, nur bei der Europride 2001 war die Parade größer.

 

Mit dabei natürlich die Veranstalter von der Hosi, das "Libertine"-Pferdegespann, Gary Keszler betont unauffällig mit der Aids-Hilfe, die Dykes on Bikes, diverse Clubbing-Trucks (mit teils Uplifting House-Beats, teils billigem Kirmes-Techno), das Mostviertel andersrum, schwule Pfadfinder, ein "Building Bridges"-Songcontest-Truck (dessen Galionsfigur Conchita Wurst im Ausland weilte), die Wiener Linien, einige "progressive" Szene-Lokale, Fußball gegen Homophobie, rot-grün-pinke Polit-Vertreter und natürlich Hermes Phettberg in einem alten Mercedes. Er fehlte trotz gesundheitlicher Beeinträchtigungen noch bei keiner der 20 Paraden.

 

Hinter der kunterbunten Party steckt natürlich eine Message, die Protagonisten fordern primär eine Öffnung der Ehe für Homosexuelle und ein "Levelling Up": Der Diskriminierungsschutz, der für Schwule und Lesben bereits auf dem Arbeitsmarkt besteht, soll auch beim Zugang zu Gütern und Dienstleistungen garantiert werden. Eine Person, die beispielsweise beweisen kann, dass sie einen Mietvertrag aufgrund ihrer sexuellen Neigung nicht bekommen hat, könnte dann auf Schadenersatz klagen. Bei Diskriminierungen aufgrund von ethnischer Zugehörigkeit oder aufgrund des Geschlechts ist dies jetzt schon möglich, eine Erweiterung sollte also kein Problem darstellen.

 

Ob man eine rechtliche Verbindung zwischen Homosexuellen jetzt Ehe oder Eingetragene Partnerschaft nennt, ist eigentlich irrelevant. Bedeutsamer ist da schon die Beseitigung der rund 40 Unterschiede zwischen diesen beiden Rechtsinstituten, egal ob es sich um geringeren Unterhalt bei einer Scheidung, die Eheschließung vor dem Magistrat (statt am Standesamt), das Zwangsouting durch die Kategorie "Nachnamen" oder diverse Härten im Miet- und Beihilfenrecht handelt. Dass viele andere Differenzierungen erst durch den Verfassungsgerichtshof aufgehoben wurden, zeigt die fragwürdige Qualität des 2010 eingeführten EPG ("Eingetragenes Partnerschafts-Gesetz").

 

Österreich befindet sich bei der europäischen Gleichstellungs-Debatte derzeit in der Mitte. Vor allem in Ungarn, Russland und Litauen sind homophobe Attacken an der Tagesordnung. In Westeuropa ist Italien das einzige Land, in dem nicht einmal gleichgeschlechtliche Partnerschaften rechtlich anerkannt sind, eine geplante Gesetzesnovelle sorgte für eine Massen-Demo am Wochenende in Rom.

 

In Spanien, Frankreich, Norwegen, Schweden und den Benelux-Staaten dagegen wurde bereits die Ehe für alle eingeführt. Und kürzlich entschieden sich 62 Prozent der Iren im Rahmen einer Volksabstimmung für die Homo-Ehe. In Österreich dürften allerdings noch einige Regenbogenparaden den Ring umkreisen, bis diese Gleichstellung erreicht wird. Zumindest dem Party-Faktor des Events schadet das nicht...

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Mutter-Kind-Pass: Untersuchungskatalog auf dem Stand vor 35 Jahren

Bis zum 5. Lebensjahr können Schwangere bzw. junge Mütter – mittels Mutter-Kind-Pass – kostenlose Untersuchungen bei Vertragsärzten der Krankenversicherungsträger in Anspruch nehmen.

 

Die Art der Untersuchungen wird laut ORF-Bericht von den Gynäkologen kritisiert. Trotz medizinischer Fortschritte enthalte der Mutter-Kind-Pass immer noch dieselben Untersuchungen wie vor mehr als 30 Jahren. Die letzte Anpassung wurde laut Gynäkologensprecher Ulrich Bemetz 1980 vorgenommen. Zusätzliche Untersuchungen wie Nackenfaltenmessungen oder Organscreenings in der Schwangerschaft werden von ca. 90 Prozent der Frauen vorgenommen, sind aber im Mutter-Kind-Pass nicht vorgesehen und daher kostenpflichtig. Vor allem ärmere Familien stehen dabei vor extremen finanziellen Herausforderungen.

 

Längst fällig ist daher nicht nur eine Anpassung der Untersuchungen, sondern auch die Verlängerung des Mutter-Kind-Passes beispielsweise bis zum 10. Lebensjahr. Rechtzeitige Untersuchungen könnten sowohl körperlich als auch psychische Erkrankungen verhindern und so Folgekosten ersparen. Außerdem wären durch regelmäßige Untersuchungen auch Misshandlungen oder sexueller Missbrauch schneller erkennbar.

 

Damit die Kinder auch verpflichtend zu den Untersuchungen kommen, sollte der Bezug der Familienbeihilfe an die Arztbesuche der Kinder gekoppelt werden.

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Wiener Bezirksfestival in der Josefstadt: Bezaubernde "Anatol"-Lesung durch Jungtheaterstar Alma Hasun...

Am 17. Dezember 2015 hat Arthur Schnitzlers Einakter-Zyklus "Anatol" Premiere im ältesten Theater Wien, der Josefstadt. Einen Vorgeschmack dazu gab es im Rahmen des Bezirksfestivals "Wien lebt".

 

Der umtriebige Kulturmanager Dominik Nostitz, Inhaber der "Agentur 08", konzipierte sogenannte "Fensterlesungen" an verschiedenen Orten des 8. Bezirks. In den legendären Sträußelsälen der Josefstadt trat die talentierte Jungschauspielerin Alma Hasun "vor den Vorhang" und las aus Episoden des frühen Schnitzler-Stücks "Anatol", einem Frauenhelden zerrissen zwischen Hochzeit, Seitensprung und Lebenslust.

 

Hasun war bereits 2015 in Schnitzlers "Liebelei" und in der Freud-inspirierten "Dunkle Begierde" zu sehen und wird auch im Schnitzler-Stück eine der Hauptrollen belegen. Man darf sich ausnahmsweise im Sommer mal auf den Winter freuen :-)

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Wiens Indie-Charmeure Wanda eröffnen 23tägiges Festival der Bezirke...

"Wir sind Wien" feiert dieses Jahr sein 7. Jubiläum, 23 Tage lang, jeweils pro Tag in einem Wiener Gemeindebezirk. Zu den Programm-Highlights zählen die Opernproduktion "La Boheme", die als Pop-Up-Oper auf offener Straße aufgeführt wird, eine Straßenbahn als Kinosaal (während auf der Straße "Kottan"-Szenen nachgespielt werden), Wiener Stadterkundungen an die Grenzen oder an "ugly places" oder Skeros "Silent Bootskonzert" auf der Alten Donau. Und natürlich die Opening Party am 1. Juni am Wiener Michaelerplatz.

 

Als Vorgruppe fungierten auf der dortigen Bühne die Wiener Elektro-Popper Kommando Elefant, arriviert vor allem auf FM4. Den Höhepunkt lieferten aberdie Wiener Indie-Charmeure Wanda, die auch in Deutschland vor ausverkauften Clubs und Hallen spielen. Wiener Schmäh mit Amore, stehengelassenen Weinflaschen und einem Schuss Melancholie, wie man es in Wien schon immer geliebt hat. Ein Spritzer in der Hand, Stage Diving am Rand und natürlich der obligatorische nackte Bauch.

 

Marco Michael Wanda, benannt nach einer berüchtigten Zuhälterin aus der Bundeshauptstadt, weiß, wie man – nach 1 Jahr Hype und nach einer einzigen CD – die Massen begeistert. Im Oktober soll die 2. CD von Wanda erscheinen, "genauso gut wie die erste, sie soll sich nur noch besser verkaufen". Das wird sie, viele der neuen Tracks (wie die "beiden Schwestern"), die Wanda vor einem randvollen Michaelerplatz präsentierten, klingen nach Falco. Und gibt es ein größeres Kompliment ?

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Runter mit den Gerichtsgebühren !

„Alle Tiere sind gleich, aber manche sind gleicher als andere“: George Orwells Kult-Zitat aus „Animal Farm“, das auch auf den ungleichen Zugang zum Recht in Österreich zutrifft. Viele Bürger können sich aufgrund der horrenden Gerichtsgebühren eine Klage nicht leisten bzw. haben Angst, bei einem Prozessverlust in die Schuldenfalle zu geraten. Vor allem bei häufig vorkommenden Gewährleistungsfällen schrecken laut VKI Bürger ohne Rechtsschutzversicherung vor einer Klage zurück.

 

So kostet bereits eine Zivilklage unter 7000 Euro Streitwert 299 Euro, eine Privatanklage 256 Euro oder eine Scheidungsklage 279 Euro. Will ein Klagswilliger den Akt zu Hause in Ruhe durchstudieren, zahlt er pro Seite 0,63 Euro Kopierkosten.

 

Die Gerichte machen durch die Gerichtsgebühren sogar „Big Business“, da sie derzeit 108 % des Justizbudgets ausmachen. Gelder, die in das allgemeine Budget fließen. In anderen EU-Staaten ist dies komplett anders. In Deutschland beträgt der Wert 39 %, in den Niederlanden nur 11 %. Wenn auch ab 1. Juli einige Reduzierungen in Kraft treten (wie bei Besuchsrechts-, Adoptions- und Unterhaltsverfahren), so ist der ungleiche finanzielle Druck für die Prozessparteien eines fairen Rechtssystems nicht würdig.

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Wien im Festival-Reigen: Fendrich-Best-Of-Konzert auf dem Heldenplatz...

(Gratis)-Kunst im öffentlichen Raum, zugänglich für alle Bevölkerungsschichten unabhängig vom Einkommen, sei eine wichtige Sache, so bereits die arrivierte Wiener Dialekt-Sängerin Birgit Denk bei ihrem nachmittäglichen Auftritt. Und tatsächlich hat hier Wien als Vorzeigestadt derzeit viel zu bieten, egal ob Donaukanaltreiben, Art-Vernissagen, Life Ball-/Songcontest-Public Viewings, Popfeste oder das von Top-Acts nur so strotzende Millionen teure SPÖ-Donauinselfestival.

 

Das (kleine) Pendant dazu ist das von der ÖVP veranstaltete Wiener Stadtfest, das dieses Jahr – neben Denk, Mat Schuh, dem Hot Pants Road Club oder den „Hirschal & Böck“-Strizzis – mit einem Austro-Act der Sonderklasse aufwarten konnte. Rainhard Fendrich, gerade 60 geworden, präsentierte, platziert etwas ungünstig in einem kleinen, offenen Zelt, vor zigtausenden Besuchern auf dem Heldenplatz die größten Hits seiner 35jährigen Musik-Karriere.

 

Angefangen von „Strada del Sole“ 1981 (kurz nach seinem Schauspieldebüt am Theater an der Wien in der „Gräfin vom Naschmarkt“) und „Es lebe der Sport“ über die Kuschelrock-Klassiker „Manchmal denk i no an di“ und „Vü schener is des G´fühl“, seinen größten Deutschland-Hit „Macho Macho“, das leider immer zeitgemäße „Tango Korrupti“, „Brüder“, „Midlife Crisis“ bis hin zu seinem letzten Nr. 1-Hit „Blond“ und neuere Tracks wie „Frieda“ oder „Nie nach Boston“.

 

Die genialen Wien-spezifischen Gassenhauer „Haben Sie Wien schon bei Nacht gesehen“ und „Schickeria“ (Wir san in, in Wien) durften nicht fehlen. Und natürlich auch nicht die heimliche heimat-kritische Bundeshymne der Österreicher, „I am from Austria“. Die spielte er bereits 1992 vor 60.000 Zuschauern bei den Wiener Festwochen.

 

Auch wenn das Konzert betont retro-angehaucht war, Fendrich befindet sich weiterhin auf künstlerischer „Wanderschaft“. „Kumm reiss Di zam, steh wieder auf, bleib ja net liegen, genau da warten´s d´rauf. Gib da an Ruck und setz an Fuaß vor´n andern. Nur die, die wandern finden wieder z´ruck.“ Dieser Song aus Fendrichs 2013er-Album „Besser wird´s nicht“ als Reaktion auf „schlechtere Zeiten“ sagt mehr als tausend Worte...

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Songcontest 2015: Goodbye Vienna, Hello Sweden !

"We are the Heroes of our Time" – so lautet der poppig-housige Siegerhit des diesjährigen Songcontests in Wien. Und trifft damit direkt in das Musik-Selbstbewusstsein der Schweden. Die Nation in Nordeuropa ist tatsächlich zur Supermacht des Pops arriviert, und das nicht nur beim alljährlichen Eurovisions-Festival: Abba, Roxette, Ace of Base, Dr. Alban, EDM-Hero Avicii und jetzt nach Loreens "Euphoria" 2012 bereits der 6. schwedische ESC-Triumph – nur Irland hat mehr Siege (7) – durch das fesche 28jährige Multitalent Mans Zelmerlöw.

 

Und das, obwohl dieser eigentlich mit kontroversen Aussagen wie "Es ist nicht normal, wenn Männer miteinander schlafen" die Gay Community, neben den Frauen, die Hauptzielgruppe des gewohnt trashig-schrillen Songcontests, durchaus beleidigen hätte können. Hat er – nach einer Entschuldigung – aber nicht, und das ist gut so.

 

Der Songcontest bewegt sich immer mehr in Richtung kommerziellen, top-produzierten Pop-Mainstream, und so sind – im Gegensatz zu früheren Wettbewerben – die bestplatzierten Titel alle chartskompatibel: Die Russin Polina als Zweitplatzierte  (die skandalöserweise von Besuchern der Stadthalle der politischen Agitation wegen ausgebuht wurde), die San Remo-Gewinner Il Volo (deren Opern-Pop-Schnulze "Grande Amore" bei den Televotings den ersten Platz belegte), das Lorde-angehauchte "Rhythm Inside" des 18jährigen belgischen Newcomers Loic Nottet, vom australischen Superstar Guy Sebastian auf Platz 5 gar nicht zu reden, der auf dem Rathausplatz ein exzellentes Live-Konzert gab und den Songcontest für einen Karrieresprung Richtung Europa nützte.

 

Musikalisch en vogue auch Estland mit dem düsteren Duett "Goodbye to Yesterday", Serbiens "Beth Ditto"-Verschnitt Bojana Stamenov, die Eurovision-Village-Favourites aus Israel oder Sloweniens Indie Popper Maraaya, die speziell für Wien einen eigenen Clip kreierten. Die österreichischen Makemakes konnten da leider nicht mithalten und belegten mit einem 70er-Retro-Track, der sogar zu dieser Zeit schon zu altmodisch gewesen wäre, gemeinsam mit der Deutschen Ann Sophie den letzten Platz. Mit Zero Points. Österreich ist damit bisher das einzige Gastgeberland mit Null Punkten und Rekordhalter mit 4 Nullern (Eleonore Schwarz, Wilfried, Thomas Forstner und jetzt die Makemakes), hat aber mit 35 anderen Interpreten die (zweifelhafte) Ehre, Teil der Ausstellung "Nul Pointers" von Tex Rubinowitz zu sein. Zu sehen im Leopold-Museum noch bis 8. Juni :-)

 

Glänzen konnte dagegen Wien als Veranstaltungsort des unter dem Motto "Building Bridges" stehenden 60. Songcontestes, wenn auch die Hotels "nur" zu 70 % ausgebucht waren. Wer nicht live in der (ansonsten wenig glamourösen) Stadthalle vor der aus 1300 Teilen bestehenden Hi-Tech-Bühne inkl. schicker LED-Wall mit dabei war, konnte an den zahlreichen Public Viewing-Locations seiner Lieblingsnation die Daumen drücken.

 

Epizentrum der ESC-Fans war die Eurovision Village am Wiener Rathausplatz, wo die Life-Ball-Bühne mit der "Secessions-Kuppel" gleich als Live Screen genützt wurde. Warum hier mehr Tourismus- und Traditionsstände vorhanden waren als Gastronomie (und Toiletten), sollte man die sicher nicht billigen drei beteiligten Event-Agenturen mal fragen. Begeisterung pur aber trotz kalten Temperaturen mit Fans aus aller Welt bei der Fashion Show am Montag, den Live-Auftritten der "Big Five" und den Übertragungen der Semifinali und des Finales. Am Tag der Entscheidung war die Village mit über 25.000 Besuchern zwischen Rathaus und Burgtheater gerammelt voll, die sofortige Räumung nach der TV-Übertragung "aus logistischen Gründen" war allerdings nicht ganz nachvollziehbar.

 

Der ORF freute sich über 1,9 Millionen Zuschauer, davon 1,5 Millionen bei der Entscheidung nach Mitternacht. 6 Millionen Tweets zeugen von der Popularität des Songcontests auch in den Social Networks. Schwedens Songcontest-King Mans feierte im Euro-Klub der Ottakringer Brauerei, andere im U4, der Pratersauna oder in den zahllosen Gay-Clubs der Bundeshauptstadt, wo man sicherlich auch auf die erfolgreiche Volksabstimmung über die "same-sex-marriage" in Irland anstieß.

 

Im Morgengrauen war Wien bereits Songcontest-Geschichte, Sieger Mans und seine – am Gewinn nicht unbeteiligten – Strichmännchen düsten ab in die Heimat. Wir freuen uns bereits jetzt, auf den ESC 2016 in Schweden...

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Eurovision Village: „Big 5“ und Australiens Superstar Guy Sebastian live auf der Show-Bühne.

Sie gehören traditionell zu den Top-Favoriten, die fünf finanzstärksten Teilnehmerstaaten der EBU („European Broadcasting Union“), die bei den jährlichen Songcontest-Events einen Fixplatz haben. Mittwoch abends spielten sie live auf unter der Ex-Life Ball-Showbühne der Eurovision Village am Rathausplatz.

 

Die spanische Sängerin Edurne mit ihrem Hit „Amanecer“ (Morgengrauen), die italienischen Pop-Tenöre Il Volo, bereits Sieger des San Remo-Festivals, Lisa Angell aus Frankreich, die auch einen Whitney-Houston-Hit perfekt präsentierte und das gut gelaunte Duo Electro Velvet, das sich, betont britisch, auch durch Regentropfen nicht beeindrucken ließ und danach noch für zahlreiche Selfies mit den Besuchern zur Verfügung stand. Deutschlands Starterin Ann Sophie sagte wegen Krankheit ab, stattdessen brillierte Australiens Superstar Guy Sebastian, Bruno Mars-like, mit einem halbstündigen Live-Auftritt. Gewinnt übrigens sein „Tonight again“, dann wird nicht Australien Austragungsort, sondern eine von den Aussies gewählte Nation.

 

Geehrt wurde an diesem unterhaltsamen Nachmittag auch Udo Jürgens mit zahlreichen Goldenen Schallplatten, die u.a. sein Sohn Johnny Jürgens und Pepe Lienhard entgegennahmen. Schade, dass er – 49 Jahre nach seinem Sieg – den Songcontest in Wien nicht mehr miterleben durfte. 1967 in Wien gewann übrigens die barfüßig singende Britin Sandie Shaw. Deren „Puppet on a String“ ist heute noch ein Top-Favourite der ESC-Community...

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Songcontest-Fever everywhere: Euro Art-Enzis im MQ.

Singende Gullies, ein Copa Cagrana-Steg mit den Songcontestsiegern, eine Ausstellung im "Haus der Musik", kontroverse Ampelmännchen für die LGBT-Generation,... – Der durch den sensationellen Vorjahressieg von Conchita Wurst in Wien stattfindende 60. Songcontest schlägt bereits seine Schatten in der Bundeshauptstadt. Und das sogar im elitär-lässigen Museumsquartier.

 

Im Mittelpunkt stehen dabei die kultigen Enzi-Möbel: 40 österreichische Künstler wurden beauftragt, die MQ-Enzis für die Teilnehmerländer zu adaptieren, die Zuteilung erfolgte per Los, der Kreativität wurden keine Grenzen gesetzt. Poppig angehaucht die Modelle von England, wo Rudi Hübl eine UK-Flag mit der Rolling Stones-Zunge mischte, oder von Spanien ("Wunderblock" nach Freud). Das Künstlerkollektiv Perlimpinpin mutierte, inspiriert von einer Reise, den irischen Enzi zu einem Hausboot mit Dusche und Wasserkreislauf. Griechenlands Enzi punktet mit Sessel-Materialien, historischen Sprüchen über Siege und Tragödien und einem Schuss romantischer Melancholie ("A Bit of sea, a bit of wine and my boyfriend").

 

Margit Nobisstellt für Frankreichs Beitrag den mündigen "Citoyen" in den Mittelpunkt, Terese Schulmeister frei nach dem Motto "Habt euch Lieb" die Lebenslust, die nicht nur Litauen ergreifen sollte. Subtil der Enzi von Herrn Juhann, der das Songcontest-Motto "Building Bridges" mit Österreichs Faible für billige, ungarische Zahnbrücken verbindet.

 

Ein kontroverses "Faust"-Zitat ziert den Enzi von Deutschland: "„Nach Golde drängt, // Am Golde hängt // Doch alles. Ach wir Armen!" Bernadette Huber hat dies wohl nicht ironisch gemeint. Den österreichischen Enzi hat übrigens die in Wien lebende Schweizerin Nives Widauer gestaltet. Minimalistisch liest man auf dem Viena-Möbel "Rot, was weiß ich, rot". Und irgendwie hat sie nicht unrecht.

 

Die Songcontest-Enzis stehen bis 27. Mai im Haupthof des Museumsquartiers und werden dann zugunsten diverser Hilfsprojekte versteigert. 

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Heumarkt-Areal: 73 m hoher Turm als Zerstörer des UNESCO-Weltkulturerbes ?

Die prächtige Ringstraße feiert dieses Jahr ihr 150. Jubiläum. Zur gleichen Zeit planen ein Privatinvestor und vermutlich lobbygesteuerte Stadtpolitiker einen Anschlag auf das UNESCO-Weltkulturerbe Innere Stadt.

 

Ein 73 m (!) hoher Turm mit Luxuswohnungen soll direkt vor dem alten Hotel Intercontinental (dem ersten Großhotel nach dem 2. Weltkrieg) errichtet werden, das selbst von 44 auf 50 Meter erhöht werden soll. Als "Bonmot" für die Stadt sollen der Eislaufplatz renoviert und ein neuer Turnsaal gebaut werden. Die sonstigen Informationen über das Projekt halten sich in Grenzen.

 

Nicht nur die Initiative Stadtbildschutz, sondern auch Umweltaktivisten und prominente Architekten laufen Sturm gegen das Siegermodell des brasilianischen Architekten Isay Weinfeld, das so gar nicht in die historische Silhouette Wiens passt. So müsste aufgrund des Projekts sogar die erst modernisierte Lothringerstraße, also öffentlicher Grund, verlegt werden, damit ein renditeorientierter Privatunternehmer dort Luxuswohnungen an Reiche verkaufen könne. Auch sei der Baumbestand des benachbarten Stadtparks gefährdet, da die nötige Durchlüftung nicht garantiert sei. Die Höhe des Turms, dreimal so hoch wie der Ringstraßenblock, sei absolut unangemessen, so führende Architekten wie Gustav Peichl oder Friedrich Achleitner.

 

Laut der TV-Sendung "Bürgeranwalt", in der Proponenten und Gegner erstmals öffentlich aufeinandertrafen, wird aktuell über die Flächenwidmung verhandelt. Die Projektgegner haben die Möglichkeit, dagegen Einwendungen zu erheben. Beschlossen wird der Flächenwidmungsplan im vielleicht schon neuen Gemeinderat. Man kann nur hoffen, dass die 100 Wiener Abgeordneten diesem Stadtentwicklungs-Fauxpas keinen Sanktus geben. Vorerst kann noch gefeiert werden, direkt unter dem Hotel Intercontinental im kultigen "Sand of the City"-Party-Areal.

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Marx Halle Wien: Parov Stelar swingt die Massen !

„Spaß haben, sich vergessen, den Moment feiern und das Leben genießen !“ – So lautet das Motto bei Konzerten der Parov Stelar Band. Und das haben jetzt endlich auch die Österreicher begriffen. Mehr als 11.000 Fans bejubelten den Auftritt der genialen Electro Swing-Truppe rund um den Linzer DJ Marcus Füreder in der fast zu klein gewordenen Marx Halle.

 

Und natürlich lamentiert man wieder mit dem Spruch „Der Prophet gilt im eigenen Land nichts“, brachte der aus dem Minimal Techno-Bereich kommende Parov Stelar (der Name hat keine besondere Bewandtnis, soll nur gut klingen:-) doch schon im Jahr 2004 seine erste EP „Kiss Kiss“ heraus, die auf dem Alternativ Sender FM4 auf- und abgespielt wurde. Die ersten Auftritte mit einer Band folgten 2005, das Electro Swing-Fever schwappte von Chicago zuerst auf Osteuropa und den Balkan über. Einen seiner ersten großen Auftritte hatte Parov Stelar in Istanbul, und vielleicht braucht gut Ding ja auch Weile.

 

Stelars Band ist sensationell eingespielt, die Kroatin Cleo Panther als Swing Lady an der Front, Saxophonist Markus Ecklmayr (aka Max the Sax), Trompeter Jerry di Monza, dazu noch ein Posaunist, ein Bassist, ein Drummer und thronend auf der DJ-Kanzel, Sample-King und Programmer Parov Stelar. Es gab wohl keinen Konzertbesucher, der bei dieser mitreißenden Show stillstehen konnte, und das eigentlich ohne Superhit. Und vielleicht ist dies auch das Rezept. Die Fans lassen sich vom Beat, vom Feeling, vom Rhythmus mitreißen.   Die ausgezeichneten „Old School“-Tracks „Catgroove“, „Jimmy´s Gang“, „All Night“ oder „Clap your Hands“ sind da „nur“ das zusätzliche Bonmot, garniert mit den Songs des neuen Albums „Demon Diaries“. Dieses war im Merchandising-Areal exklusiv vor dem offiziellen Release am 1. Mai zu erwerben und könnte Parov Stelar erstmals auf die verdiente Poleposition der Charts hieven.

 

Stelar bezieht sich beim Album-Titel auf den „Dämonen, der Künstler antreibt“. Dieser ist vermutlich aus seiner Sicht weniger selbstzerstörerisch angehaucht als bei Falco, der nach seiner amadeusken US-Nr. 1 seinen (zumindest kommerziellen) Zenit erkannte. Stelars eigenes Label Etage Noir Recordings könnte sich in den nächsten Jahren weiter etablieren, die Ages und die La Rochelle Band überzeugten auch beim Konzert als (nationale) Support-Acts.

 

Zusätzlich zur Trademark Electro Swing zieht es Stelar zuletzt auch in Richtung Soul-Melancholie-Pop a la „Keep on Dancing“. Ein weiterer Vocalist im Live-Konzept wäre überlegenswert. Gespannt darf man auch sein auf Bilder des Ex-Designstudenten Füreder in Konnex mit seinen neuen Songs. Stelars Wahlheimat Mallorca, wo auch seine Familie lebt, dürfte nicht die schlechteste Inspiration sein :-)

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Wiental-Terrasse ab Sommer neuer Open Air-Hot Spot in Margareten

Die Bauarbeiten haben in der Nähe der U4-Station Pilgramgasse bereits begonnen. Errichtet wird dort zwischen Reder- und Spengergasse eine 76 Meter lange und 13 Meter breite Terrasse, die als Aufenthaltsort, Raum zum Spielen oder zum Ausruhen genützt werden kann. Auch kostenloses WLAN wird angeboten. Die Oberfläche wird mit Holz gestaltet und ist mit einem barrierefreien Zugang ausgestattet.

 

Zusätzlich dazu wird ein 33 Meter langer und 5 Meter breiter "Freundschaftssteg" für Fußgänger über den Wienfluss gebaut, der die Bezirke Margareten und Mariahilf miteinander verbinden soll. Die Kosten dieses Projekts betragen 4,3 Millionen Euro. Eine sinnvolle Investition, die ein "Good Summer Feeling" ohne Konsumzwang in diesem Areal erzeugen wird. Zwei weitere Wiental-Terrassen sollen folgen...

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"Radio muss im Funkhaus bleiben !" – Kult-Stätte Argentinierstraße 30a.

Ein überdimensionales, buntes Ohr, 1997 vom Künstler Johann Garber errichtet, begrüßt die Gäste und Mitarbeiter des Wiener Funkhauses vor der Argentinierstraße 30 a. Doch wie lange noch ? Denn die ORF-Geschäftsleitung hat die kontraproduktive Idee, das Funkhaus zu verkaufen und die darin befindlichen Sendestudios und Redaktionen weit, weit weg vom urbanen Zentrum des 4. Wiener Bezirks auf den Küniglberg zu verlegen.

 

Radio Wien, Wien Heute, DER öffentlich-rechtliche Nachrichten- und Kultursender Ö 1 und der Alternativ-Jugendkanal FM4 sollen – ebenso wie das derzeit in Heiligenstadt stationierte Ö 3 - spätestens ab 2020 am Küniglberg, mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur per Autobus erreichbar, produziert werden. Man wolle dort einen trimedialen Newsroom, bestehend aus Radio, TV und Online, schaffen, ca. 300 Millionen Euro (!) soll der Neubau kosten, heißt es von seitens der von den Rundfunkgebühren der Bürger teurer subventionierten Managementebene.

 

Tatsächlich dürften dahinter auch weitere Einsparungen bei den Mitarbeitern stecken, und das obwohl man in den letzten Jahren den Mitarbeiterstab um 17 % (minus 600 Posten) dezimiert hat und ein Großteil der top-ausgebildeten Redakteure und Journalisten nur als geringdotierte, freie Mitarbeiter tätig sind.

 

"Radio muss im Funkhaus bleiben" heißt jene Protestbewegung, unterstützt von Radio-Pionieren, Literaten (wie Robert Menasse) oder FM4-Stars (wie Skero), die die Verlegung der Sendestudios an die Peripherie verhindern wollen. Errichtet wurde das Funkhaus als "Radiokulturhaus" nach Plänen von Clemens Holzmeister in den Jahren 1935-1939, ein Erweiterungsbau wurde von Gustav Peichl in den 80ern konzipiert. Ein Teil des Gebäudes steht unter Denkmalschutz und kann somit anderweitig kaum verwendet werden.

 

Die Verlegungsgegner befürchten, dass durch die konzentrierte Produktion der Sendungen Meinungsvielfalt und durch die Lage der unmittelbare Kontakt zum urbanen Wien verloren geht. Ö3 kann davon ein Lied singen: Der einstige Kult-Sender verlor durch die Transformation in ein Formatradio seine Seele. Es wäre traurig, wenn auch das riesige Ohr vor dem Funkhaus seine Hörer nicht mehr wahrnehmen könnte, sehr traurig...

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Verbindliche Volksbefragungen statt Kaffeehausplauscherl in der Zukunftskonferenz !

Die Stadt Krems glorifiziert sich im Rahmen der jährlich stattfindenden Zukunfts-konferenz immer mit dem Prädikat "Bürgerbeteiligung". Das ist natürlich Nonsens pur. Wenn die Kremser Stadtpolitiker direkte Demokratie forcieren wollen (und das wollen sie nicht), dann sollen sie die Bürger über die Zukunft der Stadt Krems RECHTLICH VERBINDLICH in Form von VOLKSBEFRAGUNGEN abstimmen lassen.

 

Themen gibt es zur Genüge: Landesmuseum, Tiefgarage am Südtirolerplatz, Parkdecks an der Donau, Veranstaltungszentrum, Neugestaltung der Badearena, Autofreie Plätze statt Blechlawinen in der Innenstadt,.....

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„Liebe wärmt besser als Pelz“ – Tieraktivisten-Demo durch das Zentrum von Wien.

Ca. 100 Millionen Tiere werden jährlich für die Pelzindustrie gequält und getötet. Diese werden großteils in vergitterten Käfigen und Baracken („Pelzfarmen“) gehalten und dort im Akkord, oft nur mangelhaft betäubt, ermordet. In Österreich ist die Pelzproduktion seit 1998 illegal. Das ist allerdings kein Grund, sich zurückzulehnen und den Kampf gegen Firmen aufzunehmen, die sich mit Pelzprodukten die große Nase verdienen.

 

So veranstaltete der „Verein gegen Tierfabriken“ am Samstag in Wien eine Demo unter dem anschmiegenden Slogan „Liebe wärmt besser als Pelz“, bei der sich mehr als 300 Personen beteiligten. Die Route ging vom Westbahnhof durch die Mariahilferstraße bis zum Stephansdom. In unmittelbare Megaphon-Konfrontation der Pelzgegner gerieten dabei jene Geschäfte, die 2015 – entgegen aller Trends, Geschmäcker und dem lächerlichen Statussymbol-Wahn – noch immer Pelzwaren verkaufen. Das werden aufgrund der weltweiten Proteste gottseidank zusehends weniger.

 

Die Anzahl der Demonstrationen in Wien ist weiterhin im Steigen, was vor allem auch einige Geschäftsleute auf die Barrikaden treibt. Gewisse Demos, im besonderen ausländerfeindliche Zusammenrottungen von Neonazis und Rechtsextremisten a la Pegida, haben auch in einer Weltstadt wie Wien nichts verloren und sind, wenn rechtlich möglich, zu untersagen oder an den äußersten Rand Wiens zu verlegen. Dies gilt allerdings in keinem Fall für Tierschutzdemos, die dort stattfinden müssen, wo viele Bürger unterwegs sind und wo Firmen weiterhin Umsätze lukrieren auf Kosten getöteter Lebewesen. Im Zentrum der Stadt Wien...

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Neues Rapid-Allianz-Stadion: Flutlichtmast als letztes Relikt von St. Hanappi.

Die Ära des legendären 77er-Weststadions, später benannt nach seinem Architekten, Rapid-Kicker und Rekordnationalspieler Gerhard Hanappi, ist seit 2014 zu Ende. Ob man jetzt das Abschiedsspiel gegen Celtic Glasgow am 6. Juli oder die Abriss-„Party“ am 4. Oktober als letzten Akt bezeichnet, ist Geschmackssache. Die Arbeiten für das neue Allianz-Stadion haben bereits begonnen, nächste Woche ist Spatenstich, der Rohbau soll bereits im Herbst, das gesamte Stadion im Juni 2016 fertig sein. Als letztes Relikt von „Sankt Hanappi“ bleibt ein Flutlichtmast stehen, als Erinnerung an die guten alten Zeiten (und als Telekommunikationsinfrastruktur für das Wiental).

 

Das neue Allianz-Stadion, das ca. 53 Millionen Euro kosten und von der Firma Strabag gebaut wird, wird zwischen 24.000 und 28.000 Fans beherbergen. Die Maximalkapazität wird erreicht, indem eine Sitztribüne gesenkt wird und dadurch zusätzliche Stehplätze geschaffen werden. Es wird auch eine eigene Familientribüne errichtet werden. Die VIP- und Medien-Zone wird sich dort befinden, wo einst die „Westtribünen“-Atmosphäre die Rapid-Gegner zum Fürchten brachte.

 

Denn durch das neue Stadion erfüllt sich posthum der Traum des Weststadion-Architekten Gerhard Hanappi. Das Stadion wird um 90 Grad gedreht, so wie es einst Hanappi - aufgrund des störenden Westwindes – konzipiert hat. Diese Alternative wurde allerdings in den 70ern aufgrund zu hoher Kosten abgelehnt. Und auch der Name Hanappi wird den Rapid-Fans weiterhin in Erinnerung bleiben: Der Vorplatz zum neuen Allianz-Stadion wird den Namen „Gerhard Hanappi-Platz“ tragen. 

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Multitalent Cornelia Travnicek Mitautorin des austro-kritischen Theaterstücks "Dr. Österreicher sieht fern !"

Cornelia Travnicek, 28 Jahre alt, in St. Pölten geboren und Multitalent. Studium der Informatik und der Sinologie, Ex-Betreiberin der Bubbletea-Bar (dem heutigen Moyome) in der Kremser Landstraße und bereits im jungen Alter mehrfache Preisträgerin für ihre schriftstellerischen Leistungen u.a. für ihren ersten Roman "Chucks". Nun ist sie auch Mitautorin des austro-kritischen Theaterstücks "Dr. Österreicher sieht fern", das am Tag des kontroversen Akademikerballs spielt und kongenial dazu am "Tag X" im Wiener Kosmos-Theater (Siebensterngasse 42) uraufgeführt wurde.

 

"Am Schauplatz Hofburg", "Club 3000" und "Messer Gabel Hirn", das sind jene drei TV-Formate, die von den drei Schauspielern Maria Fliri, Peter Bocek und Nikolaus Firmkranz adaptiert werden, um die Atmosphäre rund um den Ball in der Hofburg und die Reaktionen der Menschen darauf darzustellen. Man arbeitet mit Live-Kamera-Einstellungen, Wandprojektionen, Social Media, zahlreichen Episoden-Breaks und mit Anlehnungen an Thomas Bernhards "Heldenplatz" und Peter Handkes "Publikumsbeschimpfung". Diese ist auch dringend vonnöten, stellt sich doch das österreichische Volk oft und immer öfter als "träge Masse" dar, die teilnahmslos vor dem Fernseher sitzt und am Tag danach alles vergessen hat, was sich tags zuvor ereignet hat.

 

Kein Zeichen von Widerstand, eigener Meinung und Auflehnung gegen das System. Dies gilt insbesondere auch für den Akademikerball. Wieder einmal war ganz Wien im Ausnahmezustand, jeder der Beteiligten spielte seine Rolle, egal ob rechte Burschenschafter, linke Demonstranten, Polizei, unparteiische Zuschauer, private Hofburg-Vermieter, meinungszaudernde Politiker, krawalllüsterne Medien oder einfach nur Bürger vor der Mattscheibe. Geändert hat sich in Wirklichkeit nichts – der nächste Akademikerball findet am 29. Jänner 2016 statt. Same Time, same Station...

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"Das Fenster zur Welt" – 60 Jahre Fernsehen im Karikaturmuseum Krems

"Ein Krieg gegen die Freiheit, nicht gegen die Karikaturen", so bewertete Gustav Peichl alias Ironimus die grausamen Terroranschläge in Paris im Rahmen der Vernissage zur neuen Ausstellung "Das Fenster zur Welt" im Karikaturmuseum Krems.

 

Im Mittelpunkt stehen 49 Karikaturen verschiedenster Zeichner zum Thema Fernsehen, das im Jahr 2015 seinen 60. Geburtstag feiert und vor einer unsicheren Zukunft steht. Oliver Schopf thematisiert dies in seinem Werk "Digitus", die Menschen befinden sich – ausgehend von einem "Finger" - in einem digitalen Kommunikationsexzess, obwohl keiner mehr persönlich miteinander in Interaktion tritt. Vor 25 Jahren war dies noch entspannter, als Gerhard Haderers "Fernsehfamilie" gemütlich auf der Couch in die Röhre guckte.

 

Faszination übte das Fernsehen aber schon 1969 aus, als 600 Millionen Menschen weltweit die Mondlandung ins Wohnzimmer geliefert bekamen. Die mediale Gier nach Sensationen und Katastrophen, die blieb trotz bzw. auch aufgrund der technologischen Revolution unverändert. Der Terroranschlag auf die Twin Towers (bleistiftgerecht neu aufbereitet – anlässlich des "Charlie Hebdo"-Attentates - von Ruben Oppenheimer), der Irak-Krieg, der Red Bull-Weltraumsprung Felix Baumgartners oder der Fritzl-Missbrauchsskandal in Amstetten.

 

Die Medien-Klaviatur gekonnt spielten auch einige Politiker wie Bruno Kreisky, Sieger zahlreicher "TV-Duelle", und Jörg Haider, der mit "Privilegien"-Taferln einst Franz Vranitzky entzauberte. Als negative "Fernsteuerung der Medien" gilt nach wie vor – trotz veränderter politischer Lage – der "rot-schwarze Proporz", dargestellt durch eine "Tanten"-Karikatur von Erich Sokol.

 

Kritik kommt dazu im Rahmen der Podiumsdiskussion auch von einem, der dies selbst jahrzehntelang hautnah miterlebt hat: Teddy Podgorski, ZIB-Reporter, Sportchef, "Seitenblicke"-Erfinder und zwischen 1986 und 1990 selbst Generalintendant. "Es gibt keine Unabhängigkeit in den Medien. Gefällt ein Artikel oder eine Sendung den Eigentümern nicht, dann wird er nicht gedruckt bzw. nicht gesendet."

 

Missgefallen findet Podgorski auch an der Medientendenz in Zusammenhang mit der Russland-Krise. Berichtet wird seiner Ansicht nach nur aus Sicht der Amerikaner und der westlichen Welt, sämtliche Korrespondenten seien mit wenigen Ausnahmen in vorauseilendem Gehorsam gleichgeschaltet. Und das ohne Einflussnahme von Conchita Wurst, die auf der genialen Karikatur von Michael Jesenko Putin die Ohren lang zieht :-)

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Gastronomie: Hausrecht ja, aber keine Homophobie und kein Rassimus gegen Gäste !

"Geht´s doch in ein Puff !" – So wurden zwei lesbische Freundinnen von der Chefin des traditionellen Wiener Kaffeehauses Prückel am Stubentor hinausgeekelt, nachdem sie sich ein harmloses Küsschen gegeben haben. Eine Woche später demonstrierten – unter der Moderation von Schauspielerin Claudia Kottal – mehr als 2000 Menschen gegen Homophobie in der bunten Weltmetropole Wien. Und das zu Recht.

 

Jeder Gastronom, jeder Kaffeehausbesitzer oder jeder Diskothekeninhaber soll zwar weiterhin das Hausrecht haben und bestimmen können, welche Gäste er bewirtet bzw. in den Club lässt. Alkoholisierte, Rowdys, Unruhestifter oder Schnorrer haben beispielsweise in einem Lokal nichts verloren und sollen jederzeit verwiesen werden. Dies gilt aber keineswegs für Homosexuelle.

 

Dass die beiden lesbischen Mädels derzeit keine rechtliche Handhabe gegen diskriminierende Aktionen haben, liegt übrigens an der ÖVP. Diese hat – trotz Vereinbarung mit dem Koalitionspartner – eine Erweiterung des Gleichbehandlungsgesetzes abgelehnt. Geschützt sind gemäß § 31 – im Gegensatz zu Arbeitsverhältnissen – beim "Zugang zu und bei der Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen, die der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen", nur Personen aufgrund des Geschlechts und der ethnischen Zugehörigkeit, nicht aufgrund der sexuellen Orientierung.

 

Eine Aufforderung an den Nationalrat, diesen Mangel sofort zu beheben und auch die Maßnahmen zu verschärfen. Dann haben Lesben, Schwule oder Transgender – so wie derzeit schon Schwarze oder Türken bei mutmaßlicher Diskriminierung – die Möglichkeit, die Gleichbehandlungskommission anzurufen. Unabhängig davon kann beim Bezirksgericht, das ein abweichendes Urteil begründen muss, auch Schadenersatz eingeklagt werden. Anscheinend auch in einer Metropole wie Wien die einzige Möglichkeit, eine Verhaltensänderung homophober Gastronomen zu bewirken. Eigentlich traurig...

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Vienna Calling-House Inferno in der Kantine

Was mit dem Beton-Areal zwischen Schnirchgasse und Erdberger Lände tatsächlich baulich passieren wird, steht noch in den Sternen. Derzeit residiert dort noch das leerstehende ehemalige Wiener Zollamt, mit einer kultigen 70er-Kantine. Die seit Ende September als "Das Kantine" für undergroundige Techno-Nights über den Dächern von Wien sorgt.

 

Konzipiert ist dieser von Bono Goldbaum geführte Club als eventtechnisches "Pop Up-Projekt". Samstag wird ein eigenes Programm angeboten, Freitags können auch Veranstalter die Location mieten. Das brachte die Jungs von Vienna Calling auf die Idee, dort die 10-Jahres-Party und den 40. Geburtstag von Agentur-Gründer Tom Snow zu celebrieren.

 

Mehr als ein Dutzend bekannter House-DJ´s gaben sich aus diesem Anlass ein Stelldichein und ließen die Party People in jeweils einstündigen Sets kräftig schwitzen. Am Main Floor vertreten u.a. The Wanderer, Sergio Flores und FM4-Musikchef Makossa, am kleinen "Bakery"-Floor, der ehemaligen Küche, Ex-Garden Club-Resident Ronaldo, Olivarez back to back mit seinem Sohn Enrique Perez und Mikele Dio.

 

Wiens neue Kult-Location ist bestens geeignet, den Sonnenaufgang durch die riesigen Fenster im Morgengrauen zu erleben. Man darf gespannt sein, ob hier im Frühling oder Sommer auch Ibiza Atmosphere aufkommt oder Abrissbagger neue Büros und Wohnungen einläuten. Vorest stehen – trotz eines kolportierten Finales mit Jänner 2015 - für die nächsten Monate noch Super Flu, Andre Galluzzi oder Marc Romboy im "Kantine"-Club Kalender. The End ist not always the End. Vor allem, wenn gut gekocht wird...

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"Freestyle Painting"-Vernissage von Christian Wandl @ Stadtcafe Ulrich

Das traditionelle Stadtcafe Ulrich im Art Fever ! Inhaber Siegfried Wagner präsentiert ca. alle 2 Monate einen aufstrebenden Künstler, der dort seine Kreationen der Öffentlichkeit vorstellen kann. Im neuen Jahr 2015 ist dies Christian Wandl, bereits bekannt durch Ausstellungen im "Piano" und "No Stress".

 

Seine Acryl-/Misch-Technik nennt der gebürtige Kremser "Freestyle Painting", seine Inspirationen bezieht er aus der aktuellen Comic-, Graffiti- und Tattooavantgarde. Die Motive reichen von VIP´s wie Charlie Sheen oder "Joker" Heath Ledger, Lady Gagaesken Masken, Fantasy-Science Fiction bis hin zum Guy Fawkes-Symbol der Occupy Bewegung.

 

Die schräg-knalligen Bilder hängen bis Mitte März im Stadtcafe Ulrich und können auch käuflich erworben werden. Go for it !