Donaulände Krems: Kein Museums-Bau ohne Zustimmung der Bürger !

Gehört eine Stadt den Bürgern oder gehört sie "feudal angehauchten Volksvertretern" ? Eine Frage, die man eigentlich im 21. Jahrhundert nicht mehr beantworten müsste. Und das nicht einmal 2 Wochen nach der für SPÖ und ÖVP desaströs zu Ende gegangenen Volks-befragung, bei der 75,9 % der Bürger sich gegen die Erweiterung der Grünen Zone auf ganz Krems ausgesprochen haben. Die nächste Missachtung des Volkswillens folgt, und die lässt sich – im Gegensatz – zu rechtlichen Parkverordnungen nicht mehr rückgängig machen.

 

Das traditionelle Museumswirtshaus Hofbauer neben dem Karikaturmuseum Krems soll abgerissen und stattdessen durch eine Landesgalerie ersetzt werden. Die Fakten: Der Wiener Eigentümer des Wirtshauses hat den Pachtvertrag mit der Familie Hofbauer nicht mehr verlängert, sondern das Areal an das Land Niederösterreich verkauft. Ein gewisser Landeskaiser namens Erwin Pröll will sich jetzt in seiner Wahlheimat Krems (in der schon einige Posten an seine (Schwieger)-Söhne verteilt wurden und vermutlich noch werden) ein Denkmal setzen und dort ein 35 Millionen-Euro teures Sammlermuseum errichten. Natürlich nicht auf seine sondern auf Kosten des Bürgers, der – bei einem jährlichen 120 Millionen Euro-Kulturbudget Niederösterreichs (!) – trotz Rekordarbeitslosigkeit und – armut darüber natürlich nicht gefragt wird.

 

Von Seiten der rot-schwarzen "Ministranten" Resch, Derler & Co. in Krems kommen hier natürlich keine Einwände, die stellen dem Land Niederösterreich zusätzlich noch weitere Grundstücke neben dem Museumswirtshaus gratis zur Verfügung. Und das mit dem Sanktus von rot-schwarz-grünen (!) Gemeinderäten, die – obwohl sie Volksvertreter sein sollten – hier einer weiteren Verschandelung des UNESCO-Weltkulturerbes Krems zustimmen.

 

Anstatt Grüne Oasen zu pflegen und an diesem Bereich – viel billiger – einen (renovierten) Biergarten beispielsweise mit Live-Bühne und Kreativräumen zu errichten, soll das traditionelle, nicht (!) denkmalgeschützte Museumswirtshaus abgerissen werden und ein über 3000 m2 großflächiges Betonbunker-Museum – nicht mit Werken junger Künstler – sondern mit Dauer- und Wechselausstellungen vom 12. Jahrhundert aufwärts die "Massen anziehen". Was schon bisher in der Kunstmeile nicht so funktioniert wie es sollte, denn sonst würde wohl die Stadt Krems nicht jährlich unfassbare 230.000 Euro Subventionen in die Kunsthalle und das Karikaturmuseum pumpen. Eine Tiefgarage an der Steiner Donaulände mit mindestens 50 neuen Parkplätzen darf natürlich nicht fehlen, zusätzlich sollen die Autokolonnen auch noch Richtung Steiner Sportplatz, Yachthafen und Südtirolerplatz brausen. Natur, Lebensqualität und Idylle sind den Kremser Stadtpolitikern anscheinend schnurzegal.

 

Ein Architektenwettbewerb ist derzeit ausgeschrieben, der Sieger soll ein Preisgeld von 120.000 Euro netto bekommen, und das, obwohl nicht einmal bei den Rahmenbedingungen Einigkeit herrscht. Während das Landeskonservatorat für Niederösterreich aus Sicht der Denkmalpflege nur eine unterirdische Verbindung mit der Kunsthalle für möglich hält, lassen die Wettbewerbsbedingungen auch eine oberirdische "Brücke" zu. Nicht gesichert ist die Existenz der aktuellen Gastronomie, hier ist auch eine komplette Neukonzeption möglich. Begrenzt ist die Landesgalerie mit 25 Metern Höhe, es soll außerdem ein zumindest 2 Meter breiter Steg zum Schifffahrtszentrum an der Donau errichtet werden.

 

Die Kremser Stadtpolitiker freuen sich über zusätzliche Arbeitsplätze. Das sind aber laut Wettbewerbsunterlagen höchstens 26, die aber vermutlich nicht mit einer Auswahl der 2500 Kremser Arbeitslosen besetzt werden, sondern mit Verwandten und Günstlingen des Landeskaisers. Eine Renovierung des Wirtshauses brächte – ohne Millioneninvestitionen – wohl dieselbe (lächerlich geringe) Kommunalsteuer. Und das ohne eine 2jährige Großbaustelle und ohne Verschandelung des Donaulände-Zellerplatz-Areals.

 

Noch gibt es keinen Sieger des Architektenwettbewerbs, keinen konkreten Plan und keinen Spatenstich, der mit Anfang 2016 veranschlagt ist. Noch fahren keine Bagger, noch bleibt Zeit, dieses Projekt zu verhindern. Oder es durch die Bürger – mittels einer verbindlichen Volksbefragung – zu legitimieren. Denn allein die Bürger und nicht profit- und eitelkeitsgesteuerte Politiker und Investoren haben das Recht, ihren Lebensraum und dessen Ausgestaltung zu bestimmen.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0