ORF-Quoten sinken auf 30,1 %, die Zwangsgebühren bleiben unverändert hoch !

Der August 2014 bescherte dem öffentlich-rechtlichen Staatsfunk einen Rekordtiefstand: Seine beiden Programme ORF 1 und ORF 2 sanken auf nur 30,1 Prozent. Der Marktanteil von ORF 1 beträgt nur mehr 9,1 Prozent (9,9), jener von ORF 2 21 Prozent (20,9), summa summarum 30,1 (August 2013: 30,8 Prozent).

 

Unverändert unverschämt hoch bleiben aber die Rundfunkgebühren. Diese sollen laut Finanzplan 2014 588 Millionen Euro betragen. Eine Rechtfertigung dieser Zwangsgebühren wird auch für den ORF immer schwieriger. Handelt es sich um einen öffentlich-rechtlichen Auftrag, wenn der ORF teuren US-Serien-Trash, intellektuell unwürdige Soap Operas, Pseudo-Volksmusik-Trällereien, den Formel 1-Zirkus oder internationale Fußball-Wettbewerbe (mit – wenn überhaupt – sportlicher untergeordneter österreichischer Beteiligung) einkauft, die man im Privat-Fernsehen ohne Entrichtung einer Zwangsgebühr gratis sehen kann ?

 

Es ist auch rational nicht erklärbar, dass die österreichische TV- und Radioempfänger die sündteuren Gehälter des fast offen parteipolitisch besetzten ORF-Managements bezahlen soll. So erhält der rote Generaldirektor Wrabetz monatlich kolportierte 44.000 Euro und somit fast doppelt so viel als sein Jugendfreund BK Faymann, der ihn in diese Position gehievt hat. Die überteuerten Gagen der Direktoren, Berater, Moderatoren,... detto.

 

Ärger über den ORF brandet zu Recht auch bei den Privatsendern Österreichs auf. Während Puls 4, ATV & Co. gemeinsam (!) 2013 15 Millionen Euro Presseförderung bekamen, casht der ORF mit ca. 600 Millionen Euro jährlich bei den zwangsverpflichteten Bürgern ab und kann sich obendrein den Luxus leisten, auch noch Werbeerlöse über 200 Millionen Euro zu lukrieren. Verpulvert wird das Geld dann zusätzlich in sinnlosen Image- und Plakatkampagnen, die – wie man sieht – den Marktanteil des ORF noch mehr verschlechtern.

 

Was viele nicht wissen: Der monatliche Gebührenbetrag von 24,08 Euro (für Fernsehen und Radio) fließt nicht zur Gänze an den ORF. "Nur" 16,16 Euro gelangen als "Programmentgelt" in das ORF-Budget. Radiogebühr (0,36 Euro), Fernsehgebühr (1,16 Euro) und Umsatzsteuer (1,62 Euro) erhält das Finanzministerium, 0,48 Euro werden als (legitimer) Kunstförderungsbetrag verbucht.

 

Skandalös dagegen ist die Festlegung einer sogenannten "Landesabgabe", die in Niederösterreich – im Gegensatz zum abgabenfreien Oberösterreich oder Vorarlberg – 4,3 Euro pro Monat ausmacht. Dieses Geld fließt dem Landesbudget zu und kann komplett zweckfrei verwendet werden. Die Annahme, dass der niederösterreichische Landeshauptmann Pröll dieses Geld in die Finanzierung seines rustikalen Repräsentations- und Traditionsfirlefanzes investiert, ist nicht unbegründet. Dass noch immer die Hälfte der zur Wahl gegangenen Niederösterreicher einen derartigen Macht- und Verwaltungsapparat unterstützt, zeigt, dass Niederösterreich noch nicht in der Demokratie des 21. Jahrhunderts angekommen ist. Die Hoffnung stirbt aber zuletzt...

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