Oliver´s WM-Blog (6): Neymar, Rodriguez, Robben – Superstar-Roulette in Brasilien.

200 Millionen Brasilianer zitterten um den Verbleib in der Heim-WM beim packenden Achtelfinalthriller zwischen ihrer "Selecao" und Chile in Belo Horizonte. 1:1 stand es nach 120 Minuten in einem Offensivspektakel, die Tore scorten Luiz und Barcelona-Star Alexis Sanchez. Souverän zwischen den Polen der englische Star-Referee Howard Webb, der es sogar "wagte", den Brasilianern einen Treffer durch Hulk wegen angeblichen Handspiels abzuerkennen. Bei den Chilenen landete ein Schuss von Pinilla in der 120. Minute (!) an der Latte. Die Helden waren schlussendlich andere: Brasiliens Keeper Julio Cesar, derzeit "nur" bei Toronto unter Vertrag, hielt zwei Elfmeter, und Superstar Neymar, der den 5. Elfmeter der Brasilianer verwandelte. Gonzalo Jara schießt an die Stange, und somit ist Brasiliens Traum vom 6. WM-Titel im Heimatland noch nicht ausgeträumt...

 

Hat die WM einen neuen Superstar ? Das wird vielleicht auch das Duell Kolumbiens gegen Brasilien im Viertelfinale zeigen. Bis dahin ist aber der 22jährige James Rodriguez vom AS Monaco das Maß aller Dinge. 5 Treffer in 4 Spielen, inklusive beider Tore der "Cafeteros" beim 2:0-Achtelfinalsieg gegen Uruguay. "Wir haben Träume, aber wir brauchen Demut und Siegeslust", so der bodenständige Fern-Unistudent Rodriguez auf die Frage nach dem Weltmeistertitel. Fakt ist: Die Kolumbianer stehen nach 4 Siegen en suite zum erstenmal in einem WM-Viertelfinale, Uruguay – bei der letzten WM in Brasilien 1950 siegreich – dagegen hat durch den "Suarez-Biss" auch noch eine üble Nachred´...

 

Nur wenige Minuten trennten die anfangs zu defensiv aufgestellten Oranjes vor dem WM-Aus. Die Mexikaner mit einem wieder phänomenalen Tormann Ochoa waren durch ein Tor von Santos in der 48. Minute in Führung gegangen, bis Wesley Snejder in der 88. Minute mit einem Gewaltschuss egalisierte. Arjan Robben, Bayerns schlauer Fuchs – manche meinen auch zynisch "Schwalbenkönig" – provozierte dazu (wiederholt) ein Foul in der 93. Minute im Strafraum, Schalke 04-Stürmer Huntelaar donnerte den Elfer scheinbar ohne Nerven ins mexikanische Tor. Bei den Latinoamerikanern rannten die Tränen – 6mal hintereinander im WM-Achtelfinale ausgeschieden, diesesmal so knapp und unglücklich wie nie zuvor.

 

Die Holländer treffen im Viertelfinale auf die Sensationsmannschaft von Costa Rica, die die Griechen – nach einem 120minütigen 1:1 - erst im Elfmeterschießen mit 5:3 besiegten. Spaniens Tormann des Jahres, Keylor Navas von Levante, hielt den letzten Elfer von Gekas, und Michael Umana schoss die Mittelamerikaner in die nächste Runde. Bereits in der Nacht zuvor habe er davon geträumt, den entscheidenden Elfmeter zu verwandeln. Manchmal sind Träume halt doch keine Schäume :-)

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