Krems bald Stätte der Glücksspielsüchtigen ? Politiker schauen tatenlos der Verschandelung der Wachaumetropole zu.

Krems war einst ein wunderschönes Tourismusstädtchen an der Donau, das zu Recht auch zum UNESCO-Weltkulturerbe gekürt worden ist. Diese Zeiten sind längst vorbei, und schuld daran sind die Stadtpolitiker, die stillschweigend und tatenlos der Verschandelung der Wachaumetropole zusehen.

 

Laut neuesten Informationen hat die Casinos Austria eine Lizenz für eine Glücksspielsstätte in Krems beim Finanzministerium beantragt. Als Standort wird der Bereich zwischen Zellerplatz und Hofer-Markt kolportiert, also gegenüber dem um 35 Millionen Euro geplanten Landesmuseum, das von "Landesfürst" Erwin Pröll auf Kosten der Steuerzahler errichtet werden soll und dem nicht nur das Museumswirtshaus Hofbauer, sondern auch die wunderschöne Donaupromenade-Silhouette zum Opfer fällt.

 

Aufgestellt werden sollen 11 Roulettetische, 7 Spieltische und 92 (!) Slotmaschinen. Letztere Automaten sind jene, die die höchste Suchtgefahr aufweisen. Derzeit gibt es in Österreich um die 64.000 Spielsüchtige, 1/3 der effektiven Spieler (2 %) sind hochgradig gefährdet, und zwar meist nicht nur in bezug auf das Glücksspiel, sondern auch bezüglich Alkoholismus, Depressionen und Arbeitslosigkeit.

 

Eine "perfekte Symbiose" für Krems: Die neue Klientel der Stadt kann sich nicht nur in den Weinbergen besaufen, sondern dann auch gleich sein ganzes Geld im Casino verprassen. Beim letzten Ausweg "Beschaffungskriminalität" steht die Justizanstalt Stein Pate.

 

Fakt aber ist: Die Gemeindepolitiker in Krems haben - bereits an der Grenze zum Vorsatz – die Kontrolle über die Stadt verloren. Monumentalbauten am Köglweg, Protzer-Unis für deutsch-amerikanische Rich Kids (mit Studiengebühren bis zu 7000 Euro pro Semester), ein biederes Landesmuseum anstatt lebendiger Grünflächen und Szene-Events, ein 40 Millionen Euro-teures Mariandl-Einkaufszentrum als Radikalangriff auf die wunderschöne Altstadt und deren Geschäftsleute und jetzt – bei Genehmigung durch das Finanzministerium - auch noch ein anrüchiger Hort der Glücksspielindustrie. Excalibur City direkt an der blauen Donau. Das einzige, was noch fehlt, ist ein billiges Laufhaus-Bordell direkt neben dem Wellenspiel oder beim Yachthafen. Vermutlich wird dieses schon geplant...

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