35 Millionen Euro-Museum in Krems auf Steuerzahlerkosten und ohne Bürgerbefragung !

Zuwenig Geld für Familien, kein adäquates Budget für Schulen und Universitäten, zu hohe Lohnnebenkosten in der Wirtschaft, dazu das 40 Milliarden Budget-Loch und der durch seinen Neffen verschuldete Hypo-Notverstaatlichungs-skandal. Dem niederösterreichischen Landesfürsten Erwin Pröll ist das egal.

 

Ohne Bürgerbefragung soll in Krems ein 35 Millionen-Euro teurer Trabantenbau in der sogenannten "Kunstmeile" entstehen. Dazu wird das beliebte Museumswirtshaus Hofbauer (das man auch in eine "Grünlandoase" mit Events, Vernissagen und Summernight-Atmosphäre transformieren hätte können) niedergerissen, eine Brückenverbindung entsteht zwischen der Kunsthalle Krems und dem "neuen" Sammlermuseum, das sich neben den bisherigen Parkbereich bis auf den Kreisverkehr Zellerplatz ausdehnt. Eine Tiefgarage mit bis zu 90 Parkplätzen darf nicht fehlen. Zusätzlich entsteht ein Steg zum sogenannten "Welterbezentrum Wachau", das aufgrund dieser Zubauten wohl nicht mehr lange zu den UNESCO-Denkmälern gehören wird.

 

Auch kulturell ist diese "Investition" nicht nachvollziehbar. Unter Kulturförderung fällt sie auf gar keinen Fall, es sollen in diesem "Sammlermuseum" keine innovativ-kreativen Künstler der Gegenwart präsentiert werden, sondern die alte Garde von Schätzen aus den Schenkungen Frohner, Hauer, Spörri & Co., die nicht gerade urbanes, junges Publikum in die Wachaumetropole locken.

 

Was allerdings eindeutig ist: Das komplette Areal rund um den Steiner Zellerplatz wird mit einer neu entstehenden, kulturellen Bruttogrundfläche von 10.400 m2 ästhetisch verschandelt. Und das ohne die Kremser Bürger bzw. die Steuerzahler zu befragen. Denn bereits kommenden Donnerstag soll im niederösterreichischen Landtag dieses umstrittene Projekt – vermutlich mit den Stimmen von ÖVP und SPÖ – genehmigt werden.

 

Die Gesamtkosten betragen unfassbare 35 Millionen Euro (ohne Umsatzsteuer, Valorisierung und Finanzierungsaufwand), bei einem skandalösen niederösterreichischen Kulturbudget von 115 Millionen Euro jährlich ein Pappenstiel.

 

Es stellt sich die Frage, warum die architektonische Zerstörung des Tourismusstädtchens Krems-Stein von Politikern, Bürgern, Interessensvereinigungen und Umweltinitiativen so stillschweigend geduldet wird. Monumentalbauten am Köglweg, eine 25 Millionen teure Privat-Medizin-Uni für stinkreiche deutsche und angloamerikanische Studenten (die sich die 14000 Euro Studiengebühren pro Jahr leisten können), ein 40 Millionen Euro teures "Mariandl"-Einkaufszentrum als "Damoklesschwert" für die Innenstadt-Kaufleute und jetzt auch noch ein komplett unnötiges Sammlermuseum an der wunderschönen Donaupromenade.

 

Die nächste Kremser Gemeinderatswahl findet Oktober 2017 statt. Zu dieser Zeit soll auch die "Galerie Niederösterreich" fertiggestellt werden. Dann sollten SPÖ und ÖVP die Rechnung erhalten, die sie verdient haben. Und zwar ohne Sonderfinanzierung...

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