EU-Vortrag im Kremser Rathaus: Losgelöst von sozialen Werten !

Zu Gast war der seit mehr als 25 Jahren in der EU tätige politische Beamte Johann Sollgruber, dem man (leider), gelinde gesagt, eine gewisse Betriebsblindheit vorwerfen muss. Aussagen wie "985 Millionen Nettozahlung sind ein kleiner Betrag" oder "Wir sind das zweitreichste Land" sollte man jenen 1,4 Millionen Österreichern an die Nase werfen, die jeden Tag um ihre Existenz kämpfen. Das Zitat "Krisen stärken die EU" würde wohl vor einer veränderten Audienz zu einer Rebellion der jugendlichen Massenarbeitslosen in Spanien, Griechenland und Italien führen. Auch die Medien, vor allem die "Krone", seien schuld am schlechten Image der EU (und das obwohl man täglich im ORF mit "Jubel-EU-Berichten" belästigt wird).

 

Bedeutung hat die EU für Krems vor allem durch (intransparente) Subventionen für das "lebensnotwendige" Welterbezentrum, den wichtigen Hochwasserschutz oder für die neue Bibliothek. Genaue Zahlen kann man dafür nicht vorlegen. Interessant, welcher Aspekt für den Kremser SPÖ-Abgeordneten Klaus Bergmaier als wichtig erachtet wird: Die Geldersparnis bei Auslandsaufenthalten (!) Ob dieses Thema für die 600.000 Arbeitslosen in Österreich, einer (ehemaligen) Zielgruppe der SPÖ, eine besondere Bedeutung hat, bleibt dahingestellt.

 

Summa Summarum hat man durch die Aussagen Sollgrubers das Gefühl, dass wirtschaftliche Interessen der Großkonzerne und Banken wichtiger sind als der "soziale Zusammenhalt" in Europa, und die Werte "Frieden, Stabilität und Wohlstand" nur Alibiargumente für die Wirtschaftsgigantonomie EU sind. Und das ist eigentlich traurig...