1 Jahr Magic Reinhard (Teil 2): Horrende Gagen und Sonderzulagen für externe Berater und Parteigünstlinge !

Ein neues Mega-Einkaufszentrum mit dem missglückten Namen "Mariandl" entsteht im April 2014 als Kollaboration zwischen Interspar, Leiner und dem populären Bühl-Center. Mit vielen neuen Shops, Gastronomie und 550 neuen Gratis-Parkplätzen. Die wunderschöne Altstadt Krems dagegen hat mit Umsatz- und Frequenzrückgang, leeren Geschäften und unzufriedenen Kunden zu kämpfen. Und schuld daran ist u.a. die Politik, die mittels Parkgebühren in der Blauen und Grünen Zone potentielle Konsumenten von der Altstadt fernhält.

 

Im Gemeinderat freut man sich bereits, wenn – Hosanna in der Höhe – an den vier Adventsamstagen keine Parkgebühren zu entrichten sind und der Stadtbus gratis benutzt werden darf. Der einschlägige Arbeitskreis "Parken" hat keine terminliche Deadline und von vornherein einen bitterbösen Makel: An den budgetierten Einnahmen aus dem Posten "Parken" darf nicht gerüttelt werden. Ideen für ein erfolgreiches Stadtmarketing – egal ob ein neues Multifunktionscafe im prekären Bereich Untere Landstraße, neue Events, Ansiedlung moderner und hipper Branchen, Einbeziehung von Studenten, Kreativen und Künstlern – sind Mangelware. Man wartet anscheinend wieder auf ein sündteures Konzept eines externen Beraters mit Gagen im sechsstelligen Bereich !

 

Ausgerechnet in Zeiten der Wirtschafts- und Finanzkrise, aber auch der kommunalen Überschuldung hat man auch in Krems keine Scheu, speziellen "Wunderwuzzis" massenhaft Geld in den Rachen zu schmeißen. So kassiert ein externer Berater seit Jahren kolportierte 100.000 Euro für Moderationen und Konzepte, die eigentlich auch hauptberuflich beschäftigte Beamte und Verwaltungsbedienstete des Magistrats erledigen könnten. Ein derzeit vierköpfiger Gestaltungsbeirat, der nach diverser kontroverser Entscheidungen im Altstadtbereich, in der Bertschingerstraße (ÖAMTC-Zentrale) und auf dem Köglweg nicht nur in der Bevölkerung umstritten ist, kostet allein für 4 Sitzungen um die 30.000 Euro, und das obwohl im Jänner 2014 ein neuer Baudirektor seinen Posten antritt und eigentlich diese Aufgaben erledigen könnte. Mit der Betonung auf könnte: Denn die besonderen Qualifikationen des Ex-Landesbeamten liegen nicht im Hoch- oder Tiefbau, sondern in der Mediation von Interessensgruppen. Kaum zu glauben, aber es ist so. Gab es etwa unter den 15 Bewerbern für den Baudirektorsposten keinen erfahrenen Bauingenieur oder Architekten ? Oder gab es einen und hatte dieser keinen geheimen Protegen, das falsche oder gar kein Parteibuch ?

 

Obwohl die Wirtschaftskammer augenscheinlich kompetente Arbeit in Krems leistet, gönnt sich das Team Resch jetzt zusätzlich noch eine Wirtschaftsservicestelle im Magistrat. Und bestimmte neue Mitarbeiter bekommen – trotz geringer Qualifikationen, aber vermutlich ausgestattet mit dem richtigen rot-schwarzen Parteibuch – monatliche Sonderzulagen um die 1400 Euro. Das entspricht dem allgemeinen Gehalt von Kellnern, Friseurinnen oder akademisch ausgebildeten Ö1- und FM4- Journalisten. Derartige Skandal-Boni werden übrigens vom rot-schwarzen Gemeinderat hinter verschlossenen Türen in nicht öffentlicher Sitzung genehmigt. Dass der Aufschrei der Nicht-Privilegierten, aber auch der Oppositionsparteien in Krems nicht größer ist, grenzt an ein Wunder oder eigentlich an Arbeits- und Demokratieverweigerung.

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