Für Erhalt der Gymnasien und gegen eine Gesamtschule - Walter Rosenkranz im TV-Talk 60 Minuten (Bildungs)-Politik.

"Da muss der Rotstift sehr schwer arbeiten", so das Resümee von FPÖ-Landesparteiobmann und Bildungssprecher Dr. Walter Rosenkranz über die Reifeprüfung der österreichischen Bildungspolitik im ORF III-Talk "60 Minuten Politik". Und Fakt ist: Die Baustellen des Schulsystems in der Alpenrepublik sind mannigfaltig. Beginnend bei den Lehrern, die laut OECD-Analysen zwar hohe Kosten verursachen, aber nur wenige Schüler betreuen und vergleichsweise nur geringe Unterrichtszeiten aufweisen. Die Anwesenheitspflicht der Lehrer müsse auf jeden Fall angehoben werden, meint auch Rosenkranz, allerdings müsse im Gleichzug investiert werden in den Ausbau der Schulgebäude, damit die Pädagogen dort auch einen angemessenen Arbeitsplatz vorfinden, um sich um ihre Schüler und um ihre sonstigen Aufgaben zu kümmern. Hinsichtlich der Organisation sollten die Lehrer administrativ entlastet werden, auch mehr Schulpsychologen sollten aufgenommen werden. Nicht sehr klug handle das Unterrichtsministerium bezüglich der Ausbildungsmodalitäten. Obwohl in den nächsten Jahren ein Lehrermangel aufgrund Pensionierungen droht, wurden die Ausbildungszeiten erst kürzlich verlängert, und das ohne notwendigen Praxisbezug in den ersten Jahren.

 

Problematisch ist im Verwaltungsmekka Österreich auch die Aufteilung der Schulerhaltung auf die Gebietskörperschaften, die die jeweilige Kostentragung mitinkludiert. Die Gemeinden beispielsweise sind zuständig für Pflichtschulen und Polytechnische Schulen, was eine enorme Belastung für die kommunalen Budgets bedeutet. So sind Fälle in Österreich bekannt, wo Gemeinden Schülern diverse Geschenke wie Laptops anbieten, wenn sie in ihrer Stadt die (bundeszuständige) Handelsakademie oder die Handelsschule besuchen. Für beide Beteiligte sozusagen eine "Win-Win-Situation".

 

Eine deutliche Haltung zeigt Walter Rosenkranz hinsichtlich der Frage einer Gesamtschule. "Was nicht alle können, darf keiner können" ist ein Prinzip, das der gelernte Kremser Rechtsanwalt strikt ablehnt. Ziel müsse es sein, die Allgemeinbildung der Schüler zu verbessern, leistungsorientiert zu arbeiten und auch die Eltern in die Ausbildung miteinzubeziehen. Eine Gesamtschule der 10 bis 14jährigen verlegt er daher in das Reich linker Sozialutopie. Im Gegenteil – das differenzierte Schulsystem sei zu verbessern und die Gymnasien zu erhalten. Für ihn zähle die Maxime "Wahlfreiheit statt Gleichheit".

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