Salzburg-Wahlanalyse (2): FPÖ laut Wählerbefragung Nr. 1 bei der Jugend und den Arbeitern.

Der freiheitliche Zug läuft wieder in die richtige Richtung. Bei der gestrigen Landtagswahl konnte sich der FPÖ-Chef Karl Schnell mit seinem Team über ein 4%-Plus freuen und gleichzeitig noch den Titel eines Vorzugsstimmenkaisers für sich verbuchen. Auch einige Einzelergebnisse lassen auf die Nationalratswahl hoffen: Laut einer SORA-Wählerbefragung waren die Freiheitlichen sowohl bei den unter 30jährigen (25 %) als auch bei den Arbeitern mit 32 % stimmenstärkste Partei.

 

Die Grünen profitierten augenscheinlich vom Vorsitz im Untersuchungsausschuss, der ihnen von der ÖVP zugebilligt wurde. Manche träumen jetzt schon vom "Jahr der ÖVP", die allerdings bei allen 4 Wahlen ein dickes Minus verzeichnen musste.

 

Die "Süddeutsche"-Journalistin Cathrin Kahlweit bezeichnete alle vier Regionalwahlen als trendunspezifische "Ausnahmeereignisse" und hat damit nicht unrecht: In Niederösterreich der Monarch-Effekt, in Kärnten die FPK-BZÖ-Nachwehen, in Tirol 11 verschiedene Listen und in Salzburg das Finanzchaos, das der SPÖ ein Minus von fast 16 % und die "rote Gabi" kostete.

 

Trotz dieses Wahldesasters für SPÖ und ÖVP ist eine Weiterführung dieser Regierungskoalition nicht unmöglich. Und schuld daran sind auch jene, die dem Team Stronach die Stimme gegeben haben und anscheinend an Otto Konrads Heldentaten im Salzburg-Tor (oder eher an gar nichts) gedacht haben.

 

Jene 8,4 % dieser kapitalistischen Chaos-Truppe fehlen der FPÖ, um mit neuen Mehrheiten für neue Verhältnisse zu sorgen. In Deutschland, so Journalistin Kahlweit, würde das Team Stronach von den Medien zerrissen. Wegen seiner undemokratischen Parteistruktur und der Abgeordnetenkäufe. in Österreich dagegen werden die Ex-BZÖ-Hinterbänkler dank Franks Moneten von den Boulevardmedien umschmeichelt. Was man nicht alles tut, um sich vor dem Ertrinken zu retten...

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