Fragebogen „Endlich ein sicheres Krems“ – Stasi-Methoden in der Donaumetropole.

Auf den neuen Bussen positioniert sich Krems als moderne Bildungsstadt mit 15.000 auszubildenden Kindern, Jugendlichen und Studenten. Wollen diese dagegen am Abend Spaß haben und Prüfungs- und Schulängste kurzfristig vergessen und Party feiern, dann rebelliert der konservative Untergrund der Fast-Gauhauptstadt. Allerdings nicht mit Methoden aus dem Dritten Reich, sondern mit Stasi-Mitteln aus dem kommunistischen Ostblock.

 

Die Kaufmannschaft verteilt per PDF-Datei im Internet Fragebögen unter dem Titel „Sicheres Krems“ und will damit gegen Vandalismus, Ruhestörung und Eigentumsdelikte in der Innenstadt vorgehen. Federführend ist dabei eine Cafe-Konditorei in der Innenstadt, deren Eigentümer als Finanzstadtrat die katastrophale Parkmisere in der City mitzuverantworten hat und der aufgrund des Tagesgeschäfts auf keine Abendgäste angewiesen ist.

 

Die Denunzianten können auf dem Fragebogen die Dauer, Anzahl und Kosten der Vandalismusakte angeben und dann in einem Stadtplan der Innenstadt den Hot Spot der Verwüstungen anklicken. Natürlich ohne sich selbst auszuweisen, wodurch eine einzige Person auch hunderte Bögen ausfüllen könnte, um den Hohen Markt oder den Stadtgraben beispielsweise als Sodom und Gomorrha des Kremser Nachtlebens in Misskredit zu bringen. Erinnert an Ostblock-Stasi-Spitzel, die hinter vorgehaltenen Vorhängen den Lifestyle ihrer Nachbarn beobachteten und dann bei diversen Auffälligkeiten das Ministerium für Staatssicherheit informierten.

 

Wehret den Anfängen eines Überwachungsstaates. Die Polizei als Sicherheitsbehörde hat die Aufgabe, für öffentliche Ruhe und Ordnung zu sorgen. Und das vielleicht auch die ganze anstrengende Freitag- und Samstagnacht. Auf frustrierte Wutbürger im stillen Kämmerchen, die die „gute, alte Zeit“ herbeisehnen, hat eine moderne Gesellschaft keine Lust.....

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