Niederösterreich Arena St. Pölten – Ein Schmuckkästchen für einen potentiellen Regionalliga-Verein ?

Fährt man zum Sonnenbaden an den St. Pöltner Ratzersdorfersee, erhebt sich dort mitten in der grünen Landschaft ein noch im Entstehen befindliches Gebilde, das man durchaus auch für einen Landeplatz der außerirdischen „V“-Besucher halten könnte. Die Alpine Bau GmbH baut dort die sogenannte „Niederösterreich“-Arena, Österreichs modernstes Einrangstadion.

 

Ab Mitte 2012 wird dort der SKN St. Pölten seine Heimspiele austragen. Konzipiert ist dieses Stadion für 8000 Besucher, eine flexible Erweiterung auf 13.000 Sitzplätze ist jederzeit möglich. Es soll weiters einen Business Club für 800 Personen beinhalten, der auch für alternative Events verwendet werden kann. Dazu 5 VIP-Logen, eine große Fangastronomie und einen Fanshop. Im architektonischen, aber auch ökologischen Blickfang steht vor allem die kreisrunde Dachkonstruktion aus Holz. Die Kosten dieses beeindruckenden Projekts belaufen sich auf „nur“ 26 Millionen Euro (was ungefähr dem Budget des Kremser Schulzentrums plus Parkhaus entspricht), 60 % der beauftragten Arbeiten werden von niederösterreichischen Unternehmen ausgeführt und sind somit ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor für das Bundesland. Rasenheizung, 2 Naturrasenspielfelder, behindertengerechte Ausstattung, eine eigene Familientribüne mit Kinderclub – die hier gebaute Fußball-Arena ist ein wahres Schmuckkästchen und schlägt in punkto Infrastruktur die „alten“ Horrs- und Hanappis um Längen.

 

Einen Haken hat die Sache allerdings: Wer wird in diesem Stadion – neben internationalen Clubs auf Trainingstour – spielen ? Der SKN St. Pölten, vom Fußball-Experten Frankie Schinkels als „Mittelmaß in der 1. Liga (also der 2. Leistungsstufe)“ bezeichnet, und derzeit nach 2 Spielen mit 0:4-Torverhältnis am letzten Platz. Ein Abstieg in die Regionalliga erscheint derzeit realistischer als der Aufstieg in die Bundesliga, für die ein derartiges Stadion-Juwel mehr als würdig ist.

 

Ohne Aufrüstung der Mannschaft bzw. ohne wirtschaftlich potente Sponsoren a la Mateschitz oder Stronach (oder dem Steuerzahler ?) wird die Niederösterreich-Arena wohl weniger Ball-Gladiatoren-Treffpunkt, sondern eher Sightseeing-Epizentrum für Touristen und Architektur-Studenten. Oder eben Landeplattform für E.T...

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