Die Katastrophe von Hillsborough 1989 - Trauriger Initialzünder einer neuen Ära des englischen Fußballs.

Am 15. April 1989 ereignete sich im Sheffielder Hillsborough-Stadion im Rahmen des FA-Cup-Halbfinalspiels Liverpool gegen Nottingham Forest eine der größten Katastrophen der Fußballgeschichte. Die Ordnungskräfte ließen zuviele Liverpool-Anhänger in deren Fanblock, wodurch es zu einer Massenpanik kam und die Fans gegen die Zäune am Spielfeldrand gedrückt bzw. niedergetrampelt wurden. 96 Tote und 766 Verletzte war die schreckenserregende Bilanz. Dieser bittere Vorfall war allerdings gleichzeitig Initialzünder für die Einleitung einer neuen Ära des englischen Fußballs.

 

Der Taylor-Report wurde erstellt mit dem Ziel, Maßnahmen zur Kontrolle von Zuschauermengen und der Sicherheit bei Sportveranstaltungen abzugeben. Die Umsetzung dessen Empfehlungen wurde den Vereinen der englischen Fußball-League zur Auflage gemacht, in der höchsten Spielklasse zu spielen und bedeutete auch ein Ende der Hooligan-Randale, zumindest am Spielfeld. Die Stehplätze wurden komplett entfernt, in den reinen Sitzplatzstadien wird jedem Besucher genau eine personalisierte Eintrittskarte zugeteilt, eine Ballung eines radikalen „West-Blocks“ wie im Hanappi-Stadion wird durch gezielte Ticketzuteilungen elegant verhindert. Absolut verboten ist die Verwendung pyrotechnischer Feuerwerkskörper, in Österreich gilt zwar – abgesehen von einer speziellen Bewilligung – dasselbe, vollzogen wird es allerdings nicht. Nicht nur bei Gewalt oder bei Werfen von Brandsätzen werden in England hohe Geldstrafen und Stadionverbot verhängt, sondern auch bei rassistischen Sprechchören und Beschimpfung des Gegners. Längst fällig auch in der Alpenrepublik – bei manchen „Fans“ ist der falsche Schal (sogar abseits des Spielfeldes) bereits Anlass für eine aggressive Handlung.

 

Nicht nur die Polizei sorgt in den Stadien für Ordnung, sondern vor allem sogenannte „Stewards“, die vor ihrem Einsatz vor allem psychologisch geschult werden. Im Londoner Wembley-Stadion, wo heute das Champions League-Finale zwischen Barcelona und Manchester United stattfindet, sind gewöhnlich 1500 Stewards, aber nur 200 Polizisten anwesend (in Wien vergleichsweise 650 Polizisten und 250 Ordner), um keine unnötigen Provokationen im Publikum zu entfachen. Modernste Kamerasysteme sorgen für eine genaue Überwachung des Szenarios, wodurch verhaltensauffällige Fans bereits während des Spiels aus dem Stadion entfernt werden können. Die Modernisierung der Stadien hatte natürlich auch einen finanziellen Haken: Die Eintrittspreise wurden immens erhöht, die billigste Karte beim FC Chelsea kostet derzeit empfindliche 47 Euro. Ein Mitgrund, warum der gewalttätige Hooligan jetzt auf die Gladiatorenkämpfe der Neuzeit verzichtet und sich mit gleichgesinnten Hohlköpfen in U-Bahnen, Lagerhallen und anderen umliegenden Plätzen zu Massenschlägereien trifft.

 

Fakt ist: Mit „semper in olio“ (immer besoffen)-Rabauken, ewig-gestrigen Neo-Nazis und gewalttätigen Hafenkneipenschlägern muss auch in Österreich kurzer Prozess gemacht werden. Die personalisierte Dauerkarte mit Lichtbildausweis ohne Weitergabemöglichkeit ist der erste Weg, dazu präventives Stadionverbot für alle mit einschlägigem Vorstrafen-Register (also auch bei Verurteilungen wegen Körperverletzung, Nötigung, Wiederbetätigung,... abseits des grünen Rasens). Einem Gottfried Küssel darf in einem Stadion keine Audienz gewährt werden. Dazu endgültig ein Verbot aller pyrotechnischen Gegenstände und die Entfernung von Hasspredigern (und deren Botschaften) auf dem Fußballplatz.

 

Fußball ist Sport für die „Have Fun“-Generation und keine Kriegsersatzdroge für sozial Verwahrloste. Die Fans auf den Tribünen sollen – wie bei der Fußball-Europameisterschaft in Wien - Lebensfreude und Euphorie vermitteln – von „dicken Bäuchen ohne Hirn“ haben wir schon lange die Nase voll....

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