Rapids Bäuche ohne Hirn – Schuldig des „Landfriedensbruchs“.

Der Platzsturm diverser Rapid-„Fans“ (inkl. diverser fettbäuchiger „Rowdy-Legionäre“ aus Griechen-land, Italien und Deutschland) nach dem 2:0 Austria Wiens in der religiösen Kirchenersatzdroge „St. Hanappi“ sorgt national und international für Aufregung. Unabhängig von einem schnell zu treffenden Maßnahmenpaket gegen Hooligans und Gewalt am Fußballplatz stellt sich die Frage, welche rechtlichen Konsequenzen die Protagonisten zu befürchten haben. Vorrangiges Hauptdelikt ist – auch wenn es nach dem Wortlaut eher nach einem historischen Relikt des 30jährigen Krieges oder der Habsburgermonarchie klingt – der „Landfriedensbruch(§ 274 StGB). Dieser liegt dann vor, wenn jemand wissentlich an einer Zusammenrottung einer Menschenmenge teilnimmt, die darauf abzielt, dass unter ihrem Einfluss ein Mord, ein Totschlag, eine Körperverletzung oder eine schwere Sachbeschädigung begangen werde, und ist, wenn es zu einer solchen Gewalttat gekommen ist, mit Freiheitsstrafe bis zu 2 Jahren zu bestrafen. Wer an einer derartigen Zusammenrottung führend teilnimmt (wie jener ganzkörpertätowierte, griechische „Medienhooligan“, der angeblich schon Richtung Athen abgehaut ist), ist mit Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren zu bestrafen.

 

Was bedeutet die Gesetzeslage für jene fast 300 Rapid-Rowdys, die im Soge kollektiver Aggression und Frustration das Fußballfeld gestürmt haben ? Die objektive Bedingung der Strafbarkeit, die Gewalttat, ist erfüllt, da u. a. eine Polizistin durch Brandsätze verletzt worden ist und natürlich durch das Zertrümmern von Zäunen und Tribünen auch schwere Sachbeschädigungen vorliegen. Bezüglich der inneren Tatseite liegt Wissentlichkeit bereits dann vor, wenn der bloße Teilnehmer (!) einer derartigen gewalttätigen Demonstration die Gesetzesbrüche beobachtet und in der Menge bleibt, obwohl er sich jederzeit zurückziehen könnte. Eine Straffreiheit ist für den einzelnen, der nicht führend beteiligt war, nur dann gegeben, wenn er sich freiwillig zurückzieht oder zurückzuziehen sucht, bevor es zu Gewalttätigkeiten kommt.

 

Wieviele und welche Rapid-„Fans“ in den Genuss des Landfriedensbruchs kommen werden, hängt sicherlich von der Auswertung der Videokameras aus. Unabhängig von diesem verbal missglückten Delikt haftet natürlich jeder Teilnehmer für Delikte, die er neben der bloßen Teilnehme begangen hat – in Frage kommen hier beispielsweise Körperverletzung, Sachbeschädigung, Nötigung oder Widerstand gegen die Staatsgewalt.

 

Noch wichtiger als die Aburteilung der Hooligans werden aber die zu treffenden Präventionsmaßnahmen der Bundesliga und der Vereine sein, damit in Zukunft nicht der proletarische Abschaum, der Kneipenschläger oder der Skinhead die Fußballarena beherrschen, sondern fröhlich-feiernde männliche und (!) weibliche Fans mit Euphorie, Hirn und Niveau. So wie zuletzt in Österreich bei der Fußball-Europameisterschaft oder auch in der „ultras“-freien Salzburger Red Bull Arena...

Kommentar schreiben

Kommentare: 0