Mondbasis Alpha 1 im Weltkulturerbe Dürnstein – Das Erbe der Ex-Bürgermeisterin Barbara Schwarz.

Die ehemalige ÖVP-Bürgermeisterin Barbara Schwarz verlässt das Wachauschmuckstück Dürnstein Richtung Landesregierung und verdient ab sofort statt 2.500 Euro gigantische 14.688 Euro. Im seit 2000 bestehenden UNESCO-Weltkulturerbe Dürnstein hinterlässt sie einen Landschaftsverschandelungsalptraum deluxe, der Dürnstein diesen Titel streitig machen könnte. Im Areal vor dem Kellerschlössl Dürnstein, dem nach Plänen von Jakob Prandtauer in den Jahren 1714-1719 erbauten barocken Wahrzeichen der Domäne Wachau, wurde eine jahrhunderte alte Riedenlandschaft brutal von Baggern niedergewalzt.

 

Entstehen soll dort ein Wohnprojekt der GEDESAG, das den Blick auf das Kellerschlössl vollkommen verdecken wird, und das mitten im touristischen Hochgebiet der Wachau. Die GEDESAG besitzt seit dem Jahre 1987 dieses als Bauland gewidmete Grundstück, die Initiative ging aber von der ehemaligen Bürgermeisterin Dürnsteins aus, die sich um die geringe Bewohnerzahl (derzeit 881) der Wachaustadt Sorgen machte und junge Bevölkerungsschichten in die Gemeinde locken wollte, die sich die teuren Wohnungen der historischen Innenstadt nicht leisten können. Im Rahmen eines Architektenwettbewerbs entschied sich die Jury unter Vorsitz des XO-Bar- und Loisium-Gestalters DI Franz Sam für ein Skandalprojekt edelster Güte: 8 kubische Baukörper mit begrünten Flachdächern, die an eine billige nordafrikanische Feriensiedlung oder an eine verlassene Mondbasis der 70er-Science-Fiction Serie Alpha 1 erinnert – laut den Experten allerdings ein „harmonisch strukturiertes, mit landschaftstypischen Siedlungsgrenzen ausgestattetes Ensemble“ darstellt.

 

Zuständig für die Baubewilligung in erster Instanz: die ehemalige Bürgermeisterin und nunmehrige Gagenkaiserin Barbara Schwarz, die anscheinend keine Ahnung hat vom § 56 der niederösterreichischen Bauordnung, der eine besondere Bedachtnahme auf die Charakteristik der Landschaft und auf das bau- und kulturhistorische gegebene Erscheinungsbild vorschreibt. Auch eine Bürgerbefragung wurde von der schwarzen Bürgermeisterin abgelehnt, die Proteste von Naturschützern und der Gesellschaft der Freunde Dürnstein unter Vorsitz Gottfried Thierys prallten schonungslos ab. Natürlich wurde der Bescheid von der schwarz betonierten Landesregierung und vom Verwaltungsgerichtshof (25. 2. 2011) bestätigt. Warum seitens der Grünen, vor allem seitens der prominenten Landtagsabgeordneten Madeleine Petrovic, hier keine Aktionen gegen diese Naturzerstörung ergriffen wurden, bleibt ein ewiges Rätsel.

 

Die Bauarbeiten der 12 Wohneinheiten werden wohl in Kürze beginnen. Wer in diese grässliche Betonburg einziehen wird, der kann einem nur leid tun. Sollten die Wohneinheiten einmal leerstehen, kein Problem für das Land Niederösterreich: Umwidmung in ein Kulturobjekt und Füllhorn-Ausschüttung aus dem jährlichen 137 Millionen Euro Kultursubventionstopf. Spätestens dann ist die Nationalhymne der Wachauer, „Ins Wachauer Landl-Landl zieht mich ein Mariandl-andl“ nur mehr ein traurig-melancholiches Relikt der Vergangenheit. Vermutlich schon viel früher..

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Kommentare: 11
  • #1

    Martin Wagner (Freitag, 03 Juni 2011 13:58)

    Dieser schlecht recherchierte Bericht kann nicht unwidersprochen bleiben.
    Wenn sie sich informiert hätten, wäre ihnen aufgefallen, daß das besagte Grundstück nicht einmal ansatzweise an das Grundstück des Kellerschlössels angrenzt sondern hunterte Meter davon entfernt ist.
    Immer wenn etwas gebaut wird, verstellt es auf irgend eine Art und Weise die Sicht auf bereits bestehende Objekte. Wo soll da der Skandal sein?
    Außerdem war ursprünglich eine komplett normale Reihenhausanlage mit Satteldächern geplant, die jedoch von den selbsternannten Experten und Freunden Dürnsteins (die Bezeichnug dieses Vereins ist ja schon fast eine Frotzelei für die Bürger dieses Ortes) verhindert wurde. Dann hat der Bauherr Gedesag freiwillig einen Architekturwettbewerb ins Leben gerufen und eine hochkarätige Jury (auch die UNESCO war eingebunden) entschied sich für das gegenwärtige Projekt. Nun ist es den Gegnern wieder nicht recht, obwohl vo einer Aberkennug des Weltkulturerbes überhaupt keine Rede sein kann.
    Als Demokraten sollten die Projektgegner jedoch Mehrheiten zur Kenntnis nehmen, da nicht nur die ehemalige Bürgermeisterin dieses Projekt befürwortet hat, sondern der komplette Gemeinderat von Dürnstein, übrigens eistimmig. Weiters kann davon ausgegangen werden, daß zumindest 90% der Bevölkerung hinter diesem Projekt stehen. Man sollte die Bevölkerung Dürnsteins für mündig genug halten und uns nicht aus der Weltgeschichte ausrichten, was für unseren Heimatort gut ist und was nicht. Die selbsternannten Freunde Dürnsteins sollen sich um ihrer eigenen Wohnorte kümmern, da dürfe wir Dürsteiner auch nicht mitbestimmen.
    Die Bewohner dieser wunderschönen Stadt haben über Jahrhunderte am Besten gewußt, was für ihr Städtchen gut ist, darum ist Dürnstein auch zu dem geworden was es ist. Also lassen sie uns auch die Zukunft alleine gestalten. Wir brauchen diese Artikel und Berichte sowie Zurufe von außen nicht.

    GR Martin Wagner, Dürnstein

  • #2

    Gottfried Thiery (Donnerstag, 23 Juni 2011 00:58)

    Zur Stellungnahme des Dürnsteiner FPÖ Gemeinderates Martin Wagner darf ich klar- und richtigstellen:

    Das Baugrundstück liegt in der letzten freien Blickachse auf das Dürnsteiner Kellerschlössel, einem Wachauer Wahrzeichen, das zugleich Marke der Domäne Wachau ist. Das Kellerschlössl war von seinem Bauherr Propst Hieronymus Übelbacher und seinem Architekten Jakob Prandtauer so angelegt, dass es als Architektur weit in die Landschaft und sogar bis ans andere Ufer ausstrahlt.

    Die Problematik liegt daher vor allem am Bauplatz, der denkbar ungeeignet ist. Darauf haben die offiziellen Vertreter von Icomos (Unesco Weltkulturerbe) bis zuletzt (!) hingewiesen. Sie haben zu keinem Zeitpunkt die Verbauung der Sichtachse in irgendeiner gutgeheissen. Das Dürnsteiner Bauprojekt wurde sogar im Jahresbericht der Unesco "world heritage at risk" zuletzt massiv kritisiert. Ausdrücklich beanstandet wurde auch der Umstand, dass Icomos bloss mit Sitz, aber ohne Stimme am Verfahren beteiligt war.

    Zum Bauplatz wäre noch anzuführen, dass er in einem wichtigen Brunnenschutzgebiet liegt. Jedem anderen Bauwerber als der Gedesag wäre mit diesem Hinweis bereits jede Bauambition abgedreht worden.

    Im südlichen Bereich liegt die Liegenschaft auch im Hochwassergefährdungsgebiet. Erst nach Hinweisen auf den Amtsmissbrauch eines Baues im Hochwassergefährdungsgebiet hat der Bauwerber seine Bauwünsche im vom Hochwasser betroffenen Teil zurück gezogen.

    Damit sind wir bei der Architektur: Der erste von FPÖ Gemeinderat Martin Wagner erwähnte Entwurf hat nicht das Tageslicht der breiten Öffentlichkeit gesehen. Er war offenbar so schlecht, dass er gar nicht besonders verhindert werden musste, sondern sich quasi selbst gerichtet hat.

    Zum zweiten genehmigten Entwurf bringt der Artikel von MMag. Plischek die Sache genau auf den Punkt, dem wenig hinzuzufügen ist. Dass für das Weltkulturerbe die gleiche Bauordnung gilt wie für jeden Siedlungsbau in Hintertupfing ist skandalös. Die Verpflichtungen aus dem Weltkulturerbevertrag haben den Rang eines Staatsvertrages. Das von Par. 56 der niederösterreichischen Bauordnung eingeräumte Ermessen wurde sicherlich falsch, aber unanfechtbar ausgeübt.

    Die von FPÖ Gemeinderat Wagner kritisierte Gesellschaft der Freunde Dürnsteins ist einer der ältesten Vereine in Dürnstein. Sie hat sich durch Jahrzehnte höchste Verdienste bei der Erhaltung von Alt-Dürnstein erworben. Mit anderen gemeinsam hat auch sie mitgewirkt, dass die Wachau Strasse nicht auf Stelzen in der Donau vor Dürnstein gebaut wurde, sondern durch einen Tunnel unter dem Schlossberg. Namhafte wissenschaftliche Schriften über Dürnstein stammen von der Gesellschaft der Freunde Dürnsteins oder wurden von dieser gefördert, sie dürften FPÖ Gemeinderat Wagner wie offenkundig auch sehr vieles andere mehr unbekannt geblieben sein

    Alt-Dürnstein ist zu einem Juwel geworden, weil nur einige wenige mit grossem Sach- und Kunstverstand diese Stadt geprägt haben. Unter heutigen Verhältnissen wäre die Entstehung eines derartigen Juwels undenkbar. Die Bauten vor der Stadt, insbesondere Gedesag I und II machen dies nur allzu deutlich.

    Auch ist unverständlich, dass die grosse Bauruine Dinstlgut seit vielen Jahren leer steht, die sich für eine grosse Wohnsiedlung in Ideallage geradezu anbietet. Bevölkerungsentwicklung hat viel mit Geburtenrate, Zuwanderung, aber vor allem mit Arbeitsplätzen zu tun. Die Wachau lebt heute vom Kapital der unversehrten Kulturlandschaft. In diesem Bereich werden der Grossteil der wichtigen Arbeitsplätze in der Region generiert. Die Politik der letzen Jahre sägt kräftig an dem Ast, auf dem man sitzt.

    In Summe offenbart FPÖ-Gemeinderat Martin Wagner jedenfalls eine sehr geringe Sachkenntnis. Diese versucht er durch Polarisierung und Angriffe wettzumachen. Am deutlichsten zeigt er uns aber die Notwendigkeit, Alt-Dürnstein vor Menschen mit seiner Geisteshaltung zu schützen.

    Gottfried Thiery

  • #3

    thiery@attorneys.at (Donnerstag, 23 Juni 2011 09:08)

    Der FPÖ Gemeinderat Martin Wagner stellt sich im Internet unter
    http://de.netlog.com/slkjack wie folgt vor:

    Über mich: Jo de feschesten Wachauer san no allerweil de Hauer.....

    Mehr über mich
    Name: Martin Wagner
    Geburtsdatum: 08/02/1969
    Wohnort: Dürnstein (Niederösterreich) Österreich:
    Muttersprache: Deutsch
    Bildung: Bundesrealgymnasium Krems Ringstraße
    Firma: KLINGER Flaschenwaschsysteme- GmbH
    Beruf: Einkaufsleiter (Manager/in)
    Tags: grins lustig
    Sucht nach: Freundschaft, Business Kontakte
    Hobbys: Sport, chatten, Autos vor allem Cabrios, faulenzen, ausgehen usw.
    Liebesstatus: In einer Beziehung mit Sandra.
    Ich stehe auf Frauen

    Die von FPÖ Gemeinderat ins Netz gestellten Bilder zeigen mehrheitlich seinen tatsächlichen oder möchtegern Fuhrpark an Sportautos, insbesondere Cabrios. Einige dieser Autos wurden vor dem Kellerschlössel in Dürnstein aufgenommen. Propst Übelbacher und Jakob Prandtauer müssen sich im Himmel über diese Ehre geschmeichelt fühlen, die Ihnen FPÖ Gemeinderat Martin Wagner im Internet mit den Autobildern zuteil werden lässt. Ein Bild in der Lederhose darf natürlich nicht fehlen. Bloss ein einziges Bild von vielen zeigt den FPÖ Gemeinderat mit seinem Sohn.
    FPÖ Gemeinderat Martin Wagner ist zumindest bei seiner Selbstdarstellung sehr ehrlich. Er zeigt uns in jeder Hinsicht vollkommen schonungslos, welches Kaliber mit Martin Wagner im Dürnsteiner Gemeinderat sitzt. Vieles, was dieser Gemeinderat produziert, erklärt sich damit von selbst. Alleine die Angaben zu seinen Hobbys zeigen, welche Voraussetzungen FPÖ Gemeinderat Martin Wagner mit bringt, mit hochsensiblen Fragen des Weltkulturerbes Wachau umzugehen. Selbst allergrösste Phantasie dürfte aber nicht mehr für die Vorstellung ausreichen, wie Dürnstein heute aussähe, hätten in den letzten Jahrhunderten dort Menschen mit dem Niveau eines FPÖ-Gemeinderates Martin Wagner das Sagen gehabt.

  • #4

    Martin Wagner (Donnerstag, 04 August 2011 00:49)

    Zum Beitrag von Herrn Dr. Thiery möchte ich anmerken:

    Es ist nicht nötig, mich richtigstellen, weil Sie, wie Ihnen die Gerichte inzwischen bestätigt haben, NICHT Recht haben.
    Soviel zu Ihrer Sachkenntnis in dieser Angelegenheit.

    Die Verdienste der Freunde Dürnsteins sind unbestritten, nur leider schon länger her.
    Selbst honorige Persönlichekeiten wie etwa Dir. Wilhelm Schwengler, oder Pfarrer De Vlaminck befürworten dieses Bauvorhaben. Zum Glück sind nicht alle Freunde Dürnstein Ihrer Meinung.

    Mein Netlog-account diente lange Zeit hauptsächlich zum Meinungsaustausch mit anderen autobegeisterten Personen und nicht zum herzeigen meiner Kinder.
    Alle abgebildete Autos sind bzw. waren mein Eigentum und selbst wenn das nicht so wäre, geht es Sie nichts an. Den Möchtegernschmäh können Sie daher stecken lassen.
    Außerdem wünsche ich Ihnen ein so gutes Verhältnis zu Ihrem Sohn, wie ich zu meinem Junior habe.
    Das Foto mit der Lederhose, erinnert mich an einen sehr schönen Abend mit netten Freunden, die mir in Zeiten schwerer gesundheitlicher Probleme zur Seite gestanden sind. Solche Freunde hätten Sie gerne, daher verbiete ich mir, sich darüber lustig zu machen.

    Wenn Sie mit dem Niveau mancher Mandatare im Gemeinderat nicht einverstanden sind, möchte ich Ihnen ein Antreten bei der nächsten Wahl ans Herz legen. Möglicherweise wartet die Bevölkerung Dürnsteins schon auf einen Kapazunder Ihres Kalibers;-)

    Übrigens hätte ich gerne erklärt, welche meiner "Produktionen" sich von selbst erklären. Daß ich einen Quasi-Drohbrief der Thiery´s an den Gemeinderat als Frechheit bezeichnet habe, vielleicht?

    Hauptsache ist jedoch, daß Sie die Voraussetzungen mitbringen mit hochsensiblen Frage des Weltkulturerbes umzugehen. Stellt sich nur die Frage welche das sein sollen.
    Ein Architekturexperte sind auch Sie nicht, daher möchte ich mir auch nicht vorstellen, wie Dürnstein aussehen würde, hätten Sie das sagen gehabt. Wahrscheinlich wäre der Ruinenweg schon asphaltiert, damit der Landrover nicht schmutzig wird.

    Die letzte Instanz hat gesprochen und das Urteil sollten auch die Gegner zur Kenntnis nehmen.
    Wenn sich die Arbeiter auf der Baustelle vom Grundnachbarn auf das primitivste anpöbeln lassen müssen, sieht man das Niveau der andere Seite. Hoffen wir alle, daß die Angelegenheit nicht noch mehr eskaliert.

    Liebe Grüße
    Martin Wagner

  • #5

    Gottfried Thiery (Sonntag, 21 August 2011 06:47)


    Der FPÖ -Gemeinderat Martin Wagner gibt sich in seiner jüngsten Stellungnahme zwar schon wesentlich zahmer. Gleichzeitig stellt er die auf seinem Steckbrief zur eigenen Person selbst öffentlich zu Schau getragene fehlende Eignung (siehe insbesondere die Angaben zu seinen Hobbys wie Faulenzen oder Sportautos), zu wesentlichen Fragen des Weltkulturerbes Stellung zu nehmen, neuerlich unter Beweis. Der FPÖ Gemeinderat Wagner geht auf überhaupt keines der zahlreichen Argumente zur Problematik Projekt Gedesag Bau III vor dem Kellerschlössel des Propstes Hieronymus und seines weltberühmten Architekten Jakob Prandtauer ein.

    Das Verfahren betreffend den hochsensiblen, weil elementaren, Brunnenschutz ist trotz Baugenehmigung bis heute nicht abgeschlossen oder sogar nicht einmal eingeleitet worden.

    Ansonsten lenkt der FPÖ Gemeinderat Wagner stark vom Thema ab: mit seinen privaten Wehleidigkeiten, haltlosen Unterstellungen (Asphaltieren des Ruinenweges), mit Verweis auf Meinungen anderer, mit dem Hinweis, ich würde quasi genau so viel - oder besser - so wenig von Architektur verstehen wie er, mit dem fehlenden Niveau der "anderen Seite" am Beispiel der Grundnachbarn und alt eingessenen Dürnsteiner Familie Böhmer, die angeblich Bauarbeiter der Gedesag primitiv angepöbelt hätte. Zum eigentlichen Thema eines in jeder Hinsicht höchst fragwürdigen Bauprojektes vor einem Wachauer Wahrzeichen hat FPÖ Gemeinderat Wagner reichlich "nichts" zu sagen.

    Der FPÖ Gemeinderat Wagner fordert schliesslich Respekt gegenüber den behördlichen Entscheidungen ein. Lediglich zum Respekt vor der Justiz und dem Rechtsstaat sei der FPÖ Gemeinderat Wagner auf das Verhalten von namhaften Vertretern der eigenen Partei und eine Meinung eines profilierten Journalisten Österreichs dazu verwiesen.



    Justizverachtung
    | HANS RAUSCHER, 03. August 2011 18:33


    Die FPÖ erleidet einen Tobsuchtsanfall nach dem anderen über die Verurteilung von Uwe Scheuch
    "Politjustiz der übelsten Sorte" . "Krasses, fatales Fehlurteil" . "Virtuelles Urteil". "Der erste politische Gefangene Österreichs". "Gesinnungsjustiz". "Ich nehme dieses Urteil nicht zur Kenntnis".

    Die FPÖ, von Strache abwärts erleidet einen Tobsuchtsanfall nach dem anderen über die Verurteilung (nicht rechtskräftig) des Kärntner Parteichefs Uwe Scheuch wegen Korruption. Diese Partei hat viel Erfahrung mit der Strafjustiz: Peter Westenthaler (falsche Zeugenaussage), Susanne Winter (Verhetzung) und John Gudenus (NS-Wiederbetätigung). In den Augen vieler Österreicher, FPÖ-Sympathisanten oder nicht, sind das Bagatelldelikte und für ÖVP-Chef Spindelegger (wo ist der eigentlich?) kein Grund, eine Koalition mit der FPÖ auszuschließen. Jetzt geht es aber um Korruption, die auch der Mann von der Straße arg findet, und da erhebt sich ein Mordsgeschrei (mit dem auch die nächste Instanz eingeschüchtert werden soll).

    Aber der eigentliche Punkt ist das (Miss-)Verhältnis einer großen Partei zum Recht und zur unabhängigen Justiz. Was die FPÖ - ebenso wie ihre geistigen Ahnen - da praktiziert, ist absolute Verachtung des Rechtsstaates. Gleichzeitig haben FPÖ-Politiker tausendfach gefordert, missliebige Gegner und Kritiker ("Verräter" ) einzusperren. Gnade uns Gott, wenn diese Leute je Gelegenheit bekommen, ihre perverse Haltung zum Rechtsstaat in einer Regierung auch auszuleben. (DER STANDARD; Printausgabe, 4.8.2011)

  • #6

    Martin Wagner (Donnerstag, 10 November 2011 23:43)

    Sehr geehrter Herr Dr. Thiery,

    Ich wünsche Ihnen eine Organtransplantation ausdrücklich nicht, obwohl Sie dann ein besseres Urteilsvermögen bezüglich angeblicher Wehleidigkeiten hätten.

    Das Verhalten der FPÖ (deren Mitglied ich NICHT bin) in der Causa Scheuch, ist eine Parteilinie, die nicht zwangsläufig meiner Meinung entsprechen muss und es auch nicht tut.
    Es ist jedoch interessant, dass Sie die FPÖ kritisieren und sich selber auf das gleiche, niedrige Niveau herablassen und Gerichtsurteile nicht anerkennen wollen.
    Ergänzend möchte ich hinzufügen, dass Scheuch in erster Instanz (nicht rechtskräftig) verurteilt wurde und in Dürnstein ein Urteil der Höchstgerichte vorliegt. Es gibt schon noch Urteile verschiedener Wertigkeit, nur so nebenbei.

    Wenn Sie schon Journalisten zur Untermauerung Ihrer Argumente nötig haben, sollten Sie sich zumindest ein Schwergewicht der österreichischen Presselandschaft aussuchen.

    Wenn Sie mit der FPÖ, bzw. der ÖVP nicht zufrieden sind, wählen Sie eben Rot oder Grün. Sie als Wiener werden ja über das nötige Urteilsvermögen verfügen.
    Die FPÖ wird es aushalten (müssen), Hans Rauscher würde sich bestimmt freuen und alle sind glücklich.

    Liebe Grüße
    Martin Wagner

  • #7

    Gerhard H (Donnerstag, 22 Dezember 2011 16:28)

    Ich will mich als Außenstehender nicht in die eher private Auiseinandersetzung Thiery-Wagner einmischen.


    Ich bin seit meiner frühesten Jugend sehr oft und zu allen Jahreszeiten in der Wachau und vor allem in Dürnstein zu Gast. Gerade der behutsame Umgang mit der historischen Bausubstanz macht die Gemeinden der Wachau zu einem unvergleichlichen Juwel und es werden wohl die meisten Besucher Wachau und Dürnstein deswegen besuchen.
    Insoferne denke ich, haben auch Nicht-Dürnsteiner, von denen ja Dürnstein zum größten Teil lebt, Ihre Meinung äußern dürfen.
    Und ich denke, daß man mit diesem Projekt Dürnstein wohl einen Todesstoß versetzt. Es wird wohl niemand dieses grauenhafte Projekt ohne Zusammenhang mit der Altstadt von Dürnstein sehen können.
    Für mich und meine Familie, die seit jahrzehnten Dürnstein verbunden sind, wäre die Realisierung dieses brutalen Anschlages auf Orts- und Landschaftsbild das sofortige Ende meiner Verbundenheit zu Dürnstein. Wer so mit dem historischen Erbe umgeht, verdient, daß die meisten Besucher sich dazu entschließen, ihrem Entsetzen über so ein Denken, das man eigentlich bisher nur aus den Ländern des Ostblocks kannte, durch endgültiges Fernbleiben Ausdruck zu geben.
    Auch wenn diese Horrorsiedlung außerhalb von Dürnstein entfernt errichtet wird, ist der gesamteindruck der Gegend dadurch völlig entwertet.

    Wenn dieses Projekt tatsächlich so hohe Zustimmung in der Bevölkerung findet, wie behauptet wird, dann darf man den Dürnsteinern gratulieren, denn sie werden ja sicher auch wissen, wie sie mit den dadurch sinkenden Besucherzahlen umgehen werden.
    Man kann gespannt sein, wie es weitergeht. Aber ich fürchte, daß diese Wohnschachteln noch stehen werden, wenn die Verantwortlichen bereits Geschichte sind.

  • #8

    Benedikt (Mittwoch, 11 April 2012 13:18)

    Das beschriebene Projekt wird, wie wir uns überzeugen konnten, nun tatsächlich realisiert.

    Man hat offenbar wirklich nicht begriffen, daß damit nicht nur ein paar tausend Quadratmeter verbaut werden sondern es wird der Gesamteindruck der Wachau massiv zerstört.

    Architekten und Lokalpolitiker sind durchaus mit den bauwütigen Politherrschern der ehemaligen Ostblockländer vergleichbar, die sich mit absurdester Architektur in historischen Ortschaften für immer verewigt haben.

    Im 21. Jahrhundert hätte man ein entwickelteres Gefühl für den Umgang mit historischen Ensembles erwartet. Dürnstein ist da wohl eine große Ausnahme geblieben.

    Was kommt als nächstes ? Ein Meta-Glaszubau zur Ruine ? Politik und Architektur haben sicher noch eine Menge Überraschungen bereit.

  • #9

    Julia aus Nijmegen, Nederland (Mittwoch, 02 Mai 2012 20:42)

    Als nächstes kam ein möchtegernschönbrunnergelbes
    Möchtegernbarockmonster am Ortsende von Wösendorf....
    und viiiel Beton in Spitz.
    Wer erbt da was???

  • #10

    Jarod (Sonntag, 22 Juli 2012 08:56)

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  • #11

    Paul (Donnerstag, 12 Mai 2016 07:50)

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